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auf Grund des arcanologischen Experimentes dargestellt wird. 2) Aus dem Gesichtspuncte der primären Kosmogenese uud Arcanogenese. 3) Aus dem Gesichtspuncte der secundären Kosmogenese und Arcanogenese.

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ad 1) Da die Gruppe links aus festen Theilen besteht, so repräsentirt sie die Erde. Denn fest sein ist ein Abstractum, wofür das Concretum Erde eintritt. Da die Gruppe rechts aus flüssigen Theilen besteht, so repräsentirt sie das Wasser. Denn flüssig sein" ist ein Abstractum, wofür das Concretum Wasser" eintritt. Erde ist nun Materia prima und Wasser Elementum. Also repräsentirt die Gruppe links die Materia prima und die Gruppe rechts das Element. Und da wir 2 Materiae primae haben, die kosmologische und arcanologisshe, so repräsentirt die Gruppe links eben sowohl die kosmologische Mater. prima, das ist Erde im engeren Sinne, als die arcanologische Mater. prima, das ist: Eisenvitriol, Kochsalz u. s. w, Und da wir 2 Elemente haben, das kosmologische und das arcanologische, so repräsentirt die Gruppe rechts ebensowohl das kosmologische Element, das ist Wasser im engeren Sinne, als das arcanologische Element, das ist Schwefelsäure, Salpetersäure u. s. w. Von diesem Gesichtspuncte aus gestaltet sich also das obige Schema kosmologisch:

I. Erde

arcanologisch:

I. Vitriol, Kochsalz u. s. w.

II.

Wasser II. Salpetersäure, Schwefelsäure u. s. w. ad 2) Primäre Kosmogenese und Arcanogenese. Wir wissen, dass aus dem Zusammentritt von kosmologischer Materia prima und kosmologischem Element die kosmologischen Weltentheile entstehen, das ist Orbis terrarum fixus und Orbis terrarum fluidus.

Wir wissen, dass aus dem Zusammentritt von arcanologischer Materia prima und arcanologischem Element die arcanologischen Weltentheile entstehen, das sind die zwei Arcanengruppen, die feste und die flüssige, auf welche ja die Griechen von vorn herein lossteuern, indem sie bei den 4 Arcanis das Acid. sulphur. an die Stelle des Vitriolum setzen. Die feste Gruppe ist, wie wir wissen, Natron und P. solar, die flüssige: Acid. sulphur. und Liquor hepatis.

Es wird nun angenommen, dass bei der Auffassung des Schemas ad 1) Mater. prima und Element zusammentreten, das Element auf die Materia prima wirkt, und dass dann der Erfolg der sei, dass kosmologisch entstehen: Orbis terrarum fixus et fluidus, dass arcanologisch entstehen: einerseits Natron und P. solaris und andererseits Acid. sulphur. und Liquor hepatis. Und aus dem Gesichtspunct des so Entstandenen wird dann das Schema pro secundo aufgefasst, so dass wir kosmologisch haben: Natron und P. solaris repräsentiren den Orbis terrarum fixus, Acid. sulphur. und Liquor hepat. repräsentiren den Orbis terrarum fluidus; so dass wir arcanologisch haben: Natron und P. solaris repräsentiren die beiden festen Arcana, und zwar werden diese ausdrücklich genannt, Acid. sulphur. und Liquor hepatis, repräsentiren die beiden flüssigen Arcana, und zwar werden auch diese ausdrücklich genannt. Dem entsprechend gestaltet sich das obige Schema kosmologisch:

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ad 3) Sekundäre Kosmogenese und Arcanogenese. Wir halten uns an das Schema, wie es ad 2) aufgefasst, und lassen nun Gruppe rechts zu Gruppe links treten. Es tritt also der Orbis terrarum fluidus zum Orbis terrarum fixus. Die Folge davon ist das Ergebniss der kosmologischen Welt exclusiv Himmel, der bereits da ist. Es treten die beiden flüssigen Arcana zu den beiden festen Arcanis. Die Folge davon ist das Ergebniss der arcanologischen Welt, das ist der Summe der Arcana.

Im Ganzen haben wir in Bezug auf das Thaletische Schema ff.

Die Zwei-Gruppen-Aufstellung ist dadurch motivirt, dass man die Drei hat als: Materia prima, Elementum, Materia ultima. Stellt man nun die Zwei hin als Materia

prima und Elementum so ist man damit fertig. Denn man sagt blos, die Gruppe rechts, das Elementum, tritt zur Gruppe links, der Materia prima, dann resultirt das Dritte, das ist die Materia ultima von selbst.

Die Gruppe links muss eben links, das ist voran stehen, die Gruppe rechts eben rechts, das ist hintenan stehen. Denn vorab erschuf Gott die Erde, das ist die erste Gruppe, und dann das Wasser, das ist die zweite Gruppe.

In der Gruppe links muss Natron oben stehen und Pulv. solaris unten. Denn man kann das Natron nitricum aus dem Natron carbonicum direct mittelst Salpetersäure darstellen. Bei dieser Darstellung wäre dann Natron carbon. Grundstoff, Materia prima, nnd Salpetersäurc chemisches Operationsmaterial, Elementum. Fasst man also im Schema Natron als Natron carbonicum, so hat man es in der genannten Beziehung direct als Materia prima. Einer solchen Calculation fällt aber der Pulv. solaris nicht anheim, der ist in jedem Falle in übertragener, indirecter Weise Materia prima. Was aber direct Materia prima ist, oder wenigstens sein kann, dem gebührt in der Gruppe der Vorrang, und so steht eben Natron oben. In der Gruppe, rechts muss Acid. sulphur. oben stehen. Das ist ja ganz direct Operationsmaterial, Elementum. Ihm gebührt also der Vorrang vor dem Liquor hepatis, der nur indirect Element ist, und so kommt ihm die erste Stelle in der Gruppe zu.

Anaximenes von Milet.

Wie Thales hält er sich an das: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war ein Durcheinander und Finsterniss auf der Oberfläche des Abgrundes, und der Geist Gottes schwebte auf der Oberfläche des Wassers geht aber von der Thaletischen Interpretation ab. Den Anfang nimmt er, wie Thales, als den Anfang aller Dinge.

Den Himmel fasst er wie Thales.

Es schuf nun Gott am Anfang die Erde. Aber diese Erde ist ein Durcheinander, das heisst, sie ist nicht isolirt Erde, sondern Erde mit Wasser.

Und Finsterniss auf der Oberfläche des Abgrundes, wie bei Thales.

Und der Geist Gottes schwebte auf der Oberfläche des Wassers. Im Text steht Ruach Gottes. Diesen Ruach fasst Anaximencs als Luft. Diese Luft ist auf der Oberfläche des Wassers, über dem Wasser. Diese Luft über dem Wasser kommt hinzu, nachdem Erde und Wasser vorab da sind.

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Anaximenes bekommt also an der Hand der betreffenden Stelle der Jüdischen Schöpfungsgeschichte heraus, dass zuerst Erde und Wasser da sind, und nachdem sie da sind, kommt hinzu: die Luft. Auf Grund von Wasser und Erde geht nun das Wasserverwandlungs-Experiment im Grossen vor sich, und es entstehen Orbis terrarum fixus et fluidus. Himmel und leuchtende Himmelskörper lehnen sich an das Weltengefäss, in dem das Wasserverwandlungs-Experiment vor sich geht. Das Weltengefäss heisst Himmel und ist Himmel. Dieser Himmel ist aber, trotzdem dass er Firmament und Sonne, Mond und Sterne repräsentirt, unvollkommen. Er wird erst vollkommen dadurch, dass sich ihm die Wolken zugesellen. Wie der Orbis terrarum fixus et fluidus das Product von Erde und Wasser sind, so sind die Wolken das Product von Luft. Und wie die Luft, da der Ruach Gottes über dem Wasser schwebt, an Wasser gebunden ist, so sind auch die Wolken an Wasser gebunden, denn die Wolken sind, da sie als Regen herabfallen, flüssig, Wasser.

Und ferner, da Erde und Wasser einmal vorab da sind, so sind Erde + Wasser Materia prima. Hinterdrein kommt die Luft, und diese = Elementum, στοιχεῖον. Dies Elementum ist das, was vermittelt, dass aus Erde und Wasser die Welt hervorgehen kann. Denn wäre die Luft nicht da, so hätten wir zwar an der Hand des Wasserverwandlungs-Experiments im Grossen: Orbis terrarum fixus et fluidus, wir hätten auch an der Hand des Weltengefässes: Firmament und Sonne, Mond und Sterne; wir hätten aber nicht die Wolken, welche erst aus dieser Luft entstehen, und ohne die die Welt, der xóouos, unvollständig wäre. Auf die Weise kommt heraus, dass das Element des Anaximenes Luft ist.

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Luft +

und dann hauptsächlich das, dass sie Luft, da ja das Anaximenische Element: Luft. Schwefelsäure und Salpetersäure Luft + Wasser; Natron und Kalk Erde. Die ersteren nämlich rauchen und sind flüssig. Die letzteren sind vorab fest, entwickeln aber als Natron carbon. und Calcar. carbon., bei Zusatz von Säure, Kohlensäure, das ist Luft, es ist also Luft in ihnen.

In Bezug auf das Wasserverwandlungs-Experi ment im Grossen hat also Anaximenes ff. Man hat das Weltengefäss, giebt Erde und Wasser hinein. Ergebniss: Land und Meer. Nun giebt man aber in's Weltengefäss nicht nur Erde und Wasser hinein, sondern auch Luft, Luft, welche an Wasser gebunden ist. Diese Luft entwickelt sich fort zu Wolken (Luft-Wasser). Diese Wolken schmiegen sich dem Himmel an, was nahe liegt, da der Himmel auch Luft, feste Luft (Luft-Erde), entgegen den Wolken, welche flüssige Luft sind. Die Welt, der zóouos, die Materia ultima cosmologica, entsteht aus dem Zusammentritt von Land, Meer, Wolken, Himmel.

denn

In Bezug auf das arcanologische Experiment hat dem entsprechend Anaximenes ff. Man nimmt ein Gefäss, giebt hinein: einerseits Vitriol, Kochsalz, Antimon, Schwefel, Salmiak, andererseits Quecksilber. Da hat man feste und flüssige Stoffe. Man rührt sie durcheinander und das arcanologische Experiment geht vor sich. Ergebniss: Pulvis solaris als festes Arcanum (Parallele beim Wasserverwandlungs-Experiment: Land) und Liquor hepat. als flüssiges Arcanum (Parallele beim Wasserverwandlungs-Experiment: Meer). Nun giebt man aber in das Gefäss nicht nur die vorhin genannten Stoffe, sondern auch Schwefelsäure und Salpetersäure. Diese entwickeln sich fort zum flüssigen Arcanum Acidum sulphuricum, was nahe liegt, da Acidum sulphuric. auch ein Arcanum

ist, und also blos Acidum nítricum in den Hintergrund zu treten braucht. Die Parallele beim Wasserverwandlungs-Experiment sind die Wolken, da Acid. sulphur. fumans raucht, und daher Acidum sulphuric. Luft an Wasser gebunden ist Und nicht nur die vorhin genannten Stof giebt man in das Gefäss, sondern auch Natron und Kalk Diese entwickeln sich fort zum Arcanum: Natron, wa nahe liegt, da Natron auch ein Arcanum ist, und als blos Kalk in den Hintergrund zu treten braucht. Die Parallele beim Wasserverwandlungs - Experiment ist der Himmel. Natron ist nämlich fest und entwickelt bein Aufgiessen von Säure als Natron carbon. Luft, also = Luft-Erde. Die beiden ersten Arcana: Pulvis solaris und Liquor hepatis gehören zusammen, weil sie auf Grund des arcanologischen Experimentes im engeren Sinne est stehen. Die beiden letzteren Arcana: Acid. sulphur. und Natron gehören zusammen, weil sie beide lufthaltig sind. Alle 4 Arcana treten zusammen, und bilden die Materia ultima arcanologica.

Man wird nun sagen, aber wie können sich denn Vitriol, Kochsalz u. s. w. einerseits und Quecksilber anderers zu Arcanis entwickeln, so auf eigene Hand das the ohne dass chemisches Operationsmaterial hinzukomrt Darauf antworten wir, die Schilderung von vorhin haben wir blos der Uebersicht wegen so gegeben, wie wir sie eben gebracht, um prägnant die Parallele mit dem Was serverwandlungs - Experiment zu haben. Man muss die nähere Sachlage in's Auge fassen, die derartig ist, dass man von vorn herein alle Stoffe zusammen in das Gefäss giebt. Dann muss man sich das Element, das Operationsmaterial, in zwei Theile getheilt denken, der erste Theil betheiligt sich dann am arcanologischen Experiment im engeren Sinne, und blos der zweite Theil entwickelt sich fort. Das Schema des Anaximenes ist:

Pulvis solaris

Natron

I. Liquor hepatis Acidum sulphur. II.

Die Constatirung der Arcanenvier, der Arcanenzwei.dr | Arcaneneins wie bei Thales.

Dann wird das Schema aufgefasst: 1) Aus dem sichtspuncte der Dinge, welche beim Wasserverwandlung Experiment im Grossen direct und indirect implicirt snd, und aus dem Gesichtspuncte der Stoffe, welche arcanologischen Experiment direct und indirect implicit sind. 2) Aus dem Gesichtspuncte der primären Kosmoge nese und Arcanogenese. 3) Aus dem Gesichtspuncte de secundären Kosmogenese und Arcanogenese.

ad 1) Die Gruppe links besteht aus einem festen The (P. solaris) und einem flüssigen Theile (Liquor hepatis Damit ist in ihr Erde und Wasser vertreten. Die Summ von Erde und Wasser ist aber dem Anaximenes: Materia prima. Also repräsentirt die Gruppe links die Materia prima. Da wir nun zwei Materiae primae haben, die kosmologische und die arcanologische, so haben wir der Gruppe links vertreten kosmologisch: Erde und Wa ser im engeren Sinne, arcanologisch einerseits: Vitrii Kochsalz u. s. w. und andererseits: Quecksilber.

Die Gruppe rechts repräsentirt nur arcanologisch atsolut das Element. Es liegt der arcanologische El mentarstandpunct dieser Gruppe sehr nahe, denn sowoh Natron als Acid. sulphur. sind arcanologisches Element.

Kosmologisch repräsentirt nur ein Theil der Grupp rechts absolut das Element, das ist nämlich das Aci sulphuricum, welches als kosmologische Luft gefasst wir' als die Luft, aus der die Wolken entstehen. Im Grund kann Natron nicht, trotzdem dass in ihm die Luft ver treten ist, als kosmologisches Element gefasst werde Denn geschieht dies, so müssen wir fragen, wozu s sich denn diese Luft fortentwickeln, wie sich die erstero Luft zu den Wolken fortentwickelt? Wir können da nicht antworten: „zum Himmel", denn der Himmel wird als Cosmologicum bereits am Anfang erschaffen, von einer Fortentwickelung desselben aus einem Etwas, was frühe gegeben, kann also nicht die Rede sein. Also streng nommen haben wir im Natron kosmologisch bereits d Cosmologicum Himmel, und nicht das Element Luf Anaximenes hilft sich aber, indem er sagt: Himmel = Luft, und daher steht nichts im Wege, dass ich der Himmel auch elementar als Luft auffasse.

An der Hand des hier Exponirten gestaltet sich al das obige Schema

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Orbis terrarum fixus
Orbis terrarum fluidus

Primäre Arcanogenese.

Coelum Nubes

II.

Mit dem Eisenvitriol, Koahsalz u. s. w, und dem Quecksilber der Gruppe links geht, unter Hinzutritt eines Theils der Gruppe rechts, das arcanologische Experiment vor sich. Dann erhalten wir Pulv. solaris und Liquor hepatis, und aus dem Gesichtspunct dieser wird die Gruppe links des Schemas pro secundo aufgefasst.

In der Gruppe rechts entwickeln sich Natron und Kalk, der noch übrige Theil derselben, zu dem Arcanum Natron fort, indem Kalk in den Hintergrund tritt, und aus dem Gesichtspunct dieses wird das erste Glied der Gruppe rechts des Schemas pro secundo aufgefasst.

In der Gruppe rechts entwickeln sich Schwefelsäure und Salpetersäure, der noch übrige Theil derselben, zu dem Arcanum Schwefelsäure fort, indem die Salpetersäure in den Hintergrund tritt, und aus dem Gesichtspunct dieser wird das zweite Glied der Gruppe rechts des Schemas pro secundo aufgefasst. So haben wir denn arcanologisch das Schema in der Auffassung ad 2 derartig, wie es der Wortlaut oben gebracht hat.

ad 3) Secundäre Kosmogenese. In dem Schema, wie es ad 2) kosmologisch aufgefasst wird, haben wir links Land und Meer, rechts Himmel und Wolken. Diese treten nun zusammen und ergeben die kosmologische Welt, bestehend aus Land, Meer, Himmel, Wolken.

Secundäre Arcanogenese. In dem Schema, wie es sich ad 2) arcanologisch gestaltet, haben wir links 2 Arcana, Pulv. solaris und Liquor hepatis, und rechts 2 Arcana, Natron und Acid. sulphur. Diese treten nun zusammen und ergeben die arcanologische Welt, bestehend aus Pulv. solaris, Liquor hepatis, Natron und Acidum sulphuricum. Im Ganzen haben wir endlich in Bezug auf das Anaximenische Schema ft.

Die Zwei-Gruppirung ist motivirt wie bei Thales.

Die Gruppe links muss eben links, das ist voranstehen, die Gruppe rechts muss eben rechts, das ist hintenan stehen. Denn zuerst schuf Gott Erde und Wasser, das ist die erste Gruppe, die Materia-prima-Gruppe, und dann erst die Luft, die Elementengruppe, das ist die zweite Gruppe. Aber die Gruppe rechts enthält ja das Coelum, und dies wird ja erst recht am Anfange geschaffen, indem es heisst: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Wie passt das dazu, dass das Coelum rechts in der Gruppe steht? Nun, dass erklärt sich daraus, dass, wie wir wissen, Anaximenes den Himmel vorweg als Luft auffasst. Luft aber ist Element und gehört in die Gruppe rechts, in die Elementengruppe. Die Sache stellt sich klar dar, wenn man die Gruppe rechts arcanologisch nimmt.

In der Gruppe links muss Pulv. solaris oben stehen, und unten Liquor hepatis. Denn Pulv. solaris repräsentirt die Erde, Liquor hepatis das Wasser. Gott schuf aber erst die Erde, und hinterdrein erst das Wasser. Denn es heisst: Am Anfang schuf Gott (Himmel und) Erde, und dann kommt erst: die Erde war ein Durcheinander.

In der Gruppe rechts muss Natron oben stehen, und Acid. sulphur. unten. Denn das Natron läuft dem Himmel parallel, und das Acid. sulphur. den Wolken. Der Himmel ist aber eher da, als die Wolken. Denn der Himmel ist bereits als Cosmologicum fertig, wenn die Wolken noch Luft sind, die erst zu Wolken werden soll.

Pythagoras.

Er soll auf der Insel Samos geboren sein, und wanderte im Mannesalter nach Croton in Unteritalien aus. Von den mancherlei Reisen, die ihm nacherzählt werden, steht jedenfalls die nach Judaea und vielleicht auch nach Aegypten im Vordergrund. Was nämlich Jamblichus in seiner Vita Pythagorica von Phönicien sagt, ist auf Judaea zu beziehen. Es heisst bei Jamblichus Cap. 7.: Ἐνταῦθα δὲ συμβαλὼν τοῖς τε Μώχου του φυσιολόγου προφήταις ἀπογόνοις καὶ τοῖς ἄλλοις Φοινικικοῖς ἱεροφάνταις, καὶ πάσας τελεσθεὶς τελετὰς ἐν τε Βυβλ καὶ Τύρῳ καὶ κατὰ πολλὰ τῆς Συρίας μέρη ἐξαιρέτως iεgovorovμévas. Dort (in Sidon) conferirte er mit den Propheten, den Nachkommen des „ Physiologen" Moches (Μώχου ist der Genitiv von Mώχης erste Declination und nicht von Μώχος zweite Declination) und mit den anderen Phönicischen Hierophanten, und wurde in alle Mysterien eingeweiht, wie sie in Byblus, Tyrus und über einen grossen Theil von Syrien hauptsächlich zu Hause sind". Der Mozas ist kein Mensch anders als Moses. Der Physiolog Moses ist der Moses, welcher die Schöpfungsgeschichte geschrieben, und auf Grund dessen sich mit τοῖς φυσικοῖς beschäftigt hat. Dieser Titel des Moses wird uns später bei den Alexandrinern und Neuplatonikern klar werden. Was nun Pythagoras von den Propheten und Hierophanten lernte, waren Jüdische Alchemie, Jüdische Religionsgebräuche und priesterliche Institutionen. Jamblichus sagt Cap. 6.: Πολιτεία δὲ ἡ βελτίστη καὶ ὁμοδημία καὶ κοινὰ τὰ τῶν φίλων καὶ θρησκεία θεῶν καὶ ὁσιότης πρὸς τοὺς κατοιχομένους (so hat Küster; J. Arcerius Theodoretus hat: doorns προςκατοιχομένη) νομοθεσία τε καὶ παιδεία καὶ ἐχει μυθία καὶ φειδὴ τῶν ἄλλων ζώων καὶ ἐγκράτεια καὶ σωφροσύνη καὶ ἀγχίνοια καὶ θειότης καὶ τὰ ἄλλα ἀγαθὰ ὡς ἑνὶ ὀνόματι περιλαβεῖν, ταῦτα πάντα τοῖς φιλομα θοῦσιν ἀξιέραστα καὶ φιλοσπούδαστα δι' αὐτὸν ἐφάνη. Von ihm (Pythagoras) ging aus, wurde kundgemacht: die beste Staatsverfassung, Volkseintracht, Gütergemeinschaft Götterdienst, Religiosität gegen Verstorbene, Gesetzgebung, Erziehung, Verschwiegenheit, Schonung der Thiere (im Allgemeinen, und im Besonderen Abstinenz in Bezug auf das Geniessen derselben), Enthaltsamkeit, Mässigkeit, Scharfsinn, Göttlichkeit, kurz alles Gute, auf dass diejenigen, die Sinn für dergleichen haben, sich ihm mit Liebe und mit Eifer hingäben". Diejenigen nun, welche Sinn für dergleichen von den, dem Pythagoras eigenthümlichen Gesichtspuncten aus hatten, vereinte er zu einem Bunde, zu einer Verbrüderung, und verknüpfte sie durch gemeinsame Sitten und Gebräuche, von welchen nicht wenige an Jüdische Sitten, Gebräuche und Anschauungen erinnern. Vielleicht haben auch zu manchen Gesichtspuncten des Pythagoras in dieser Beziehung Aegyptische Priester den Impuls gegeben. Ihre Hauptblüthe hatte die Pythagoräische Verbrüderung zu Lebzeiten des Pythagoras. Mit seinem Tode tritt sie in den Hintergrund. Die Pythagoräer standen sich hauptsächlich dadurch im Lichte, dass sie sich mit Politik beschäftigten, wodurch sie sich die Verfolgung der Machthaber zuzogen. Nachdem sie eine Zeit lang im Hintergrund gestanden, treten sie zu den Zeiten des jungen Christenthums wieder in den Vordergrund, sie machen Front gegen dasselbe, indem sie die Pythagoräische Verbrüderung der Christlichen Verbrüderung, den Pythagoras dem Christus gegenüber stellen.

Von der Jüdischen Alchemie entnimmt Pythagoras die Zahlenphilosophic. Des Pythagoras Alchemie ist hauptsächlich eine Zahlenphilosophie. Er wirft sich zunächst auf die Jüdisch-philosophischen Zahlen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, hat aber keine Lust, sie in Jüdisch-alchemistischer Weise zu begründen. Es bleibt ihm also nichts anderes übrig, als sie in eigener Weise zu begründen, und hierzu wählt er die Mathematik. Er erfindet den Pythagoräischen Lehrsatz, das ist den Satz, welcher lehrt, dass in einem rechtwinkligen Dreieck das Quadrat der Hypotenuse gleich ist der Summe der Quadrate der beiden Katheten, und basirt auf ihn seine Zahlen. Dass Pythagoras gejubelt haben mag, als er diesen Satz gefunden, der ihm das Mittel an die Hand gab, die von den Juden übernommenen philosophischen Zahlen in seiner Weise zu begründen, das lässt sich schon denken, dass er aber diesem Jubel gerade

den Ausdruck gegeben, dass er den Göttern eine Hekatombe darbrachte - so ist ja die vulgäre Sage das lässt mannigfachen Zweifel zu. Jamblichus, Vita Pythagorica, Cap. 24, sagt: καὶ αὐτὸς ὕτως ἔζησεν, απεχό μενος τῆς ἀπὸ τῶν ζώων τροφῆς, καὶ τὰς ἀναιμάκτους ẞwμovs пoszuv@v. „Auch er selbst (Pythagoras) lebte in der Weise, indem er sich der Thiernahrung enthielt und an Altären betete, die nicht mit Blut besudelt waren". Das passt schlecht zur Darbringung einer Hekatombe. Schon Cicero sagt, de natura Deorum: Quamquam Pythagoras, quum in geometria novi quiddam invenisset, Musis bovem immolasse dicitur. Sed id quidem non credo, quoniam ille ne Apollini quidem Delio hostiam immolare voluit, ne aram sanguine adspergeret. „Obgleich Pythagoras den Musen einen Ochsen geopfert haben soll, wenn er in der Geometrie etwas Neues erfunden. Aber das

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glaube ich nicht. Denn er wollte ja nicht einmal dem Delischen Apollo ein Schlachtopfer darbringen, weil er den Altar nicht mit Blut bespritzen wollte ". Hier hören wir also zugleich, dass Pythagoras jedesmal, so oft er etwas Neues in der Geometrie gefunden, einen Ochsen dargebracht haben soll.

Es hat nun Pythagoras in seinem Satze ff.

Er macht sich an den Punct. Nun sagt er, der Punct hat keine Ausdehnung, ist also gewissermassen ein Nichts, eine res nulla. Diese res nulla ist freies Gut, und so nehme ich sie mir. Ich habe also den Punct. Nachdem er nun den Punct hat, als sein Eigenthum hat, calculirt er weiter, dass der Punct zwar auf der einen Seite ein Nichts, auf der anderen Seite aber doch wieder ein Etwas ist. Da er nun in seinem Puncte mit dem Nichts ein Etwas hat, so nimmt er sich das Recht, ihm, indem er ihn durch die Zahl bezeichnet, nicht die 0, sondern die 1 zu geben, welche der Null am nächsten steht. So kommt er zu der Eins.

Die Linie ist nun die Fortentwickelung des Punctes. Hat Pythagoras also den Punct, und er hat ihn, so kann er denselben sich auch fortentwickeln lassen, und damit hat er denn die Linie. Die Länge einer Linie wird durch zwei Puncte bestimmt. Es kann dem Pythagoras nun Keiner wehren, der Linie, die er hat, eine bestimmte Länge zu geben. Er thut's, er begränzt sie durch den Punct, der sein Eigenthum bereits ist, und nochmals durch einen Punct, der sein Eigenthum ist, und hat damit in den 2 Puncten, durch welche die Länge der Linie bestimmt wird, die 2.

Nun hat Pythagoras die Linie und mit ihr die 2. Diese 2 nimmt er als 2 beliebige Puncte, placirt diese in die Linien hinein und erhält so 3 Linien. B

A.

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Er hat die Linie A B. Den einen der beiden Puncte, die er an der Hand der 2 hat, placirt er bei x, den anderen bei y, und erhält so durch Theilung die Linien Ax, xy, yB. Hat er diese, so formirt er sie zum rechtwinkligen Dreieck, und hat in ihm seine Zahl 3 vertreten.

Es hat also Pythagoras als sein Eigenthum, zu dem er derartig gekommen, dass ihm Niemand wehren kann, eine res nulla zu säsiren, die Eins (Punct), das ist die uovds, die Zwei (Linie), das ist die dues, und die Drei (Dreieck), das ist die τριάς.

Da nun Pythagoras die 3, die rouds unter der Gestalt des rechtwinckligen Dreiecks hat, so hat er die 4, die TETQUZTUS, kraft seines Lehrsatzes von selbst. Denn kraft desselben hat er da, wo er das Dreieck hat, eo ipso die Quadratur des Dreieckes, das ist, die 3 bietet ihm eo ipso die 4.

Und so hat er sich denn die philosophischen Zahlen 1, 2, 3, 4 entwickelt. Sie knüpfen sich an den Pythagoräischen Lehrsatz. Denn die Figur zu diesem Satze bietet ihm den Punct (Ecke), der sich zur Linie (Seite) und zum Dreick weiter entwickelt. Und ist er bis zum Dreieck gekommen, dann hat er dessen Quadratur.

Anlehnend an seinen Satz hat Pythagoras nicht nur seine Zahlen 1, 2, 3, 4, sondern auf Grund dessen, dass das Quadrat der Hypotenuse gleich ist der Summe der Quadrate der beiden Katheten, hat er auch ein Anlehnen an das Manoeuvre, welches wir bei der Jndischen Alchemie haben kennen lernen. Wir haben dort gesehen, dass die Inder eine Zahl nicht nur aus dem Gesichtspuncte ihrer selbst betrachten, sondern auch aus dem Gesichtspuncte

einer solchen Zahl, die sich an der Hand einer, resp. zweier der 4 Rechnungs-Species ergiebt. Dies Princip auffassend, schlägt Pythagoras einen ähnlichen Weg ein. Er multiplicirt und dividirt aber nicht, wie die Inder, den genannten Weg einschlagend, es thun, sondern e addirt, und darauf führt ihn eben die Summe der beiden Katheten. Diese Summe führt ihn denn auch ein fach auf das Addiren, nicht auf das Addiren und Subtrahiren, welches er als Zwei-Manoeuvre dem Indische Zwei-Manoeuvre, dem Multipliciren und Dividiren, gegerüber stellen könnte. In seinem Ein-Manoeuvre, dem Indischen Zwei-Manoeuvre entgegen, sieht er einen Vorzug seines Thun's vor dem Indischen.

Indem nun Pythagoras auf Grund der Summe, die ihm sein Satz bietet, dem Addiren Rechnung trägt, theilt er sich die philosophischen Zahlen, die er an der Hand seines Satzes hat, in 2 Gruppen. Auf die eine Seite stellt er die 4, auf die andere die 1, 2, 3, und bringt dann beide Gruppen additionsweis zusammen. Das ergiebt:

4+1=5 4+2=6 4 + 3 = 7.

Und so hat er ausser den Zahlen 1, 2, 3, 4 noch dis Zahlen 5, 6, 7, somit die philosophischen Zahlen: 1, 2 3, 4, 5, 6, 7.

Als ich noch auf der Klassenbank sass, wurde mir der Pythagoräische Lehrsatz als der Magister matheseos prä sentirt, als die Blume der mathematischen Sätze, als ein Satz, der vor anderen mathematischen Sätzen ein Uebergewicht habe. Mir wollte die Sache damals nicht recht in den Kopf, denn ich dachte, es giebt doch so manchen, manchen wichtigen mathematischen Satz, was hat der Pythagoräische Lehrsatz denn nun vor anderen wichtigen Sätzen an Wichtigkeit voraus? Ich ahnte damals nicht, dass meine alchemistischen Studien mir Aufklärung über die Sache geben würden, dass ich auf Grund ihrer erfahren würde, dass die Wichtigkeit des Pythagoräischen Ler satzes vor anderen wichtigen mathematischen Sätzen i der Wichtigkeit desselben für die Pythagoräische Alchet liegt.

Was die einzelnen Pythagoräischen Zahlen betrifft, hat die Vier vor den übrigen ein Uebergewicht. De auf der einen Seite kann sich Jeder ein Dreieck hinzeichnen, es kann aber nicht Jeder an dieses Dreieck die Vir knüpfen, das ist aus ihm die betreffende Quadratur her ausfinden. Indem also Pythagoras seinen Satz entdeckt. hat er darin hauptsächlich den Triumph der Vier. Und auf der anderen Seite tragen zwar die 1, 2, 3 das ihrige dazu bei, dass Pythagoras zur 5, 6, 7 kommt, hervor ragend trägt aber die Vier das ihrige dazu bei, dem die muss zu jeder von ihnen hinzutreten. Auf Grund dessen erklärt sich denn leicht die im Vordergrunde ste hende Verherrlichung der ETQaZTUS seitens der Pythe goräer. Sie nahmen sie in ihren Eid auf. Der Eid lautet nach Iamblichus, Vita Pythagorica, Cap. 28.

Ναὶ μὲ τὸν ἀμετέρας σοφίας εὑρόντα τετρακτύν, Παγὰν ἀεννάου φύσεως ῥίζωμα τ' ἔχουσαν. „Ich schwöre bei dem, der die Tetraktys unserer Alchemie erfunden hat,

Jene Tetraktys. welche die Quelle und die Wurzel der unvergänglichen Natur enthält “.

Cap. 29. wird der Wortlaut des Eides ff. angegeben:
Οὐ μὰ τὸν ἀμετέρῃ γενεῇ παραδόντα τετρακτύν,
Παγὰν ἀεννάου φύσεως ῥίζωμα τ' ἔχουσαν.
„Ich schwöre bei dem, der unserem Geschlechte de
Tetraktys übergeben hat,

Jene Tetraktys u. s. w. (wie vorhin).

Wir haben nun in der Jüdischen Alchemie darauf hin gewiesen, dass die 7 nicht nur an und für sich als 7 aufgefasst werden kann, sondern dass sie auch der I dischen 12 entspricht. Das hängt, wie wir dort gesehen. damit zusammen, dass sich die 7 zur Jüdischen Welt verhält, wie die 12 zur Indischen. Die Zahl 7 repräsentir: also in dieser Auffassung, so kann man kurz sagen, die Welt. Das fasst nun Pythagoras in's Auge. Er fasst in's Auge, dass wenn er die philosophischen Zahlen 1, 2, 3, 4. 5, 6, 7 hat, dass er dann eine unter ihnen hat, welche zur Welt in Relation steht, die Welt repräsentirt. Das nun diese Zahl gerade die 7 sein soll, liegt für Pytha goras nicht nahe. Er sieht sich also nach einer anderen

und wählt sich die Eins. Darauf kommt er dadurch, l es nur eine Welt giebt, denn wenn man von mehreren lten spricht, so hat man mehr die Theile vor Augen, welche sich die eine Welt zersplittert. Das liegt nigstens in der Anschauungsweise der Alten und speciell der des Pythagoras. Um nun aber dem zu entgehen, is er die 1 doppelt hat, um dem zu entgehen, dass er Uebertragung der philosophischen Zahlen auf das, was a an sie lehnt, dieselbe Eins für die Arcanen-Eins und die Welten-Eins hat, um dem zu entgehen, cumulirt die 1 durch eine 0, und erhält so als Welten-Eins 10. Damit sind denn die Pythagoräischen Zahlen lständig: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 10.

Wenn nun Pythagoras die Zahlen 1 bis 7 an die Ara lehnt, wie das doch selbstredend statt hat, so hat einen Grund dafür, dass er sagt, ich fasse die Arcana 1, als 2, als 3 u. s. w. auf. Naheliegend muss er also h einen analogen Grund dafür haben, dass er sagt, fasse die Welt als 10 auf. Diesen Grund macht er h nun derartig, indem er sagt, der Inbegriff der Welt t 10 Theile. Als solche nimmt er an: 1) Sonne, 2) Mond, Fixsterne, 4) 5) 6) 7) 8) die fünf Planeten (Mercur, nus, Mars, Jupiter, Saturn: bekanntlich waren den ten nur diese 5 bekannt), 9) Erde, 10) Gegen - Erde, Tízdov, Firmament ohne Sonne, Mond und Sterne. ephan. Alexandrinus, Stromata, sagt ganz richtig: of * Πυθαγόρειοι τὸν οὐρανὸν ἀντίχθονα καλοῦσιν.) Die Pythagoräische Zahlenphilosophie liegt klar zu Tage. be ist ja in Bezug auf die 1 bis 7 ganz direct und in zug auf die 10 indirect ein Ausdruck der Jüdischen hlenphilosophie. Dunkel dagegen ist manches, was sich f Sitten, Gebräuche, Anschauungen der Pythagoräer ⚫zieht. Man muss sich hüten, dem Jamblichus in seiner ta Pythagorica Alles zu glauben. Das ist ein Gemisch von ahrheit und Dichtung, kann auch nichts anderes sein, da Pythagoräer es sich zur Aufgabe machten, vermöge er Exɛuvdía die Geheimnissvollen zu spielen. Die Pytha* räische ἁρμονία καὶ συνῳδία τῶν σφαιρῶν καὶ τῶν er'auтds zivovμévwv dotéQwv, das ist die Musik, welche Sphären und die durch sie bewegten Sterne machen, auf lche nicht nur Jamblichus, sondern auch Aristoteles aweist, ist einfach nichts anderes als die Zahlenphisophie, welcher Pythagoras huldigt. (Vergl. bei Plato.) Heraklit von Ephesus.

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Er kehrt wieder zu der, von Thales und Anaximenes tretenen und von Pythagoras verlassenen Bahn zurück. Er extendirt den betreffenden Passus der Jüdischen chöpfungsgeschichte, so dass dieser lautet: Am Anfang chuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war ein urcheinander, und Finsterniss auf der Oberfläche des bgrundes, und der Geist Gottes schwebte auf der Oberiche des Wassers. Und Gott sprach: Es werde Licht. nd es wurden Sonne, Mond und Sterne.

Der Anfang ist der Anfang aller Dinge, wie bei Thales nd Anaximenes.

Den Himmel fasst Heraklit wieder als Weltengefäss, welches zugleich, da es Himmel heisst, Himmel ist. Diesen Standpunct theilt Heraklit mit Thales und Anaxienes. Er nimmt aber nicht, wie diese, an, dass er da, vo er den Himmel hat, nun auch Sonne, Mond und Sterne at. Nein, Heraklit hat im Himmel des Anfanges: Firnament ohne Sonne, Mond und Sterne. Und weil er las hat, sagt er auch nicht, wie Thales und Anaximenes, , der Passus

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Sonne, Mond und Sterne.

Diese heben denn den Zustand

der Dunkelheit auf und man hat die erleuchtete Welt, hat sie jetzt, wo Thales und Anaximenes sie von vorn herein hatten, im Anschluss an den am Anfange geschaffenen Himmel hatten.

Thales hatte nun: Am Anfange schuf Gott die Erde. Zu dieser Erde kommt hinzu: das Wasser. Dengemäss war ihm Erde Materia prima; Wasser = Elementum, Anaximenes hatte: Zuerst schuf Gott: Erde und Wasser. Zu ihnen kommt hinzu: die Luft. Demgemäss war ihm Erde und Wasser = Materia prima; Luft = Elementum. Heraklit hat: Vorab erschafft Gott Erde, Wasser, Luft. Zu ihnen kommt hinzu: das Licht, welches Sonne, Mond und Sterne bedingt. Dies Licht nun fasst er generell als Feuer. Demgemäss sind, in der Analogie zu dem von Thales und Anaximenes Aufgestellten: Erde, Wasser, Luft Materia prima; Feuer Elementum. Heraklit nimmt aber Erde, Wasser, Luft nicht als Mater. prima, sondern als Materia secunda. Davon später. Jetzt nur die Constatirung dessen, dass das Element des Heraklit Feuer ist.

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Im Anlehnen an diese Auffassung der Jüdischen Schöpfungsgeschichte hat also Heraklit ff. Am Anfange schuf Gott das Weltengefäss zum Wasserverwandlungs - Experiment im Grossen. Das Weltengefäss heisst Himmel, und ist Himmel, aber Himmel ohne Sonne, Mond und Sterne. Nun wird in das Weltengefäss Erde, Wasser, Luft geschaffen. An der Hand von Wasser und Erde geht das Wasserverwandlungs-Experiment vor sich, und man erhält Land und Meer. Die Luft entwickelt sich fort zu den Wolken. Diese als Luft treten zum Firmament, welches auch Luft ist. (So wenigstens kann man sagen, wir werden später sehen, dass man auch sagen kann, Himmel und Wolken entstehen auf Grund des Wasserverwandlungs-Experimentes). Damit haben wir aber noch immer nicht die Welt, den xóoμos. Denn es ist ja bis dahin noch dunkel. Soll die Welt vollkommen werden, so muss das Vermittelungsglied, das Element, das orixεiov hinzutreten. Dies Vermittelungsglied sind Sonne', Mond und Sterne. Sobald sie hinzutreten wird die Welt, der zóouos, vollständig, steht als absolvirt da.

Wie Thales und Anaximines nimmt auch Heraklit die 4 Griechischen Arcana an, und an sie knüpft sich denn auch das Zwei- und Ein-Arcanum.

Ebenso reiht Heraklit an das Wasserverwandlungs - Experiment auch das arcanalogische Experiment.

In Bezug auf das letztere müssen wir die chemischen Grundstoffe und das chemische Operationsmaterial in's Auge fassen.

Da Gott spricht: Es werde Licht. Und es wurden Sonne, Mond und Sterne", so hat Heraklit, der, wie wir wissen, das Licht als Feuer anffasst, zwei Feuer, Feuer im engeren Sinne und Sonne, Mond und Sterne. Das Feuer im engeren Sinne bezieht er nun auf das arcanologische Experiment. Da es sich bei diesem aber um chemischen Grundstoff, chemisches Operationsmaterial handelt, so muss ihm das Feuer chemisches Feuer sein. Dieses chemische Feuer ist ihm nun der Schwefel.

Das alchemistische Problem, dass Schwefel Feuer, hat darin seine Basis, dass der Schwefel ein unabweisbarer Bestandtheil eines einfachen Feuerzeugs - Apparates ist. Der Schwefel dient nämlich dazu, um den Funken, welcher dem Stein entlockt, dem Stahl entlockt, und der dann in Hollundermark, Zunder und dergl. fixirt worden, zum Auflodern zu bringen. So bilden Schwefel und Feuer eine sehr nahe liegende Gedanken - Association.

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