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Drittes Bild: Ein Wald. Ein Einhorn und ein Hirsch (Zwölf-Ender) in demselben.

Viertes Bild: Lichte Stelle im Walde (schattiges Thal). An derselben befinden sich ein Löwe und eine Löwin.

Fünftes Bild: Eine Landschaft. Kampf eines Wolfes mit einem Hunde, der eine sucht den anderen todt zu beissen.

Sechstes Bild: Ein Wald. In ihm ein Drache, der sich in den Schwanz beisst. Es handelt sich um dasselbe Thier, welches das zweite Bild bringt. Dort wurde es in der, den Bildern beigegebenen Erklärung generell Fera genannt. Hier heisst es Draco.

Siebentes Bild: Ein Wald. Auf einem Baume im Vordergrunde zwei grosse Vögel (Adler). Der eine sitzt auf dem Neste, der andere fliegt auf. Am Boden kriecht eine Schnecke.

Achtes Bild: Ein Wald. Zwei grosse Vögel kämpfen mit einander. Der eine von ihnen liegt bereits auf dem Rücken. Wie der Text sagt ist der eine Vogel von weisser, der andere von rother Farbe. Man kann das nicht sehen, weil die Bilder nicht bunt sind.

Neuntes Bild: Eine Art Sommerhaus. In ihm sitzt ein König auf dem Thron. Die Hände halten den Reichsapfel und das Scepter. Seine Füsse hat er auf einen Drachen gestellt. Eine Lehne des Thrones ist sichtbar und stellt einen Fisch dar.

Zehntes Bild: Eine Berggegend. Am Fusse ein Feuer, in dem sich ein Salamander befindet. Ein Mann kommt mit einer dreizinkigen Gabel auf diesen zu.

Eilftes Bild: Eine Landschaft. Eine Gruppe von 3 Männern, die sich an der Hand halten. Der eine ist ein König, der andere ein Königssohn, der dritte ist ein Mann mit Flügeln, er stellt einen „Ductor“, eine Art Mentor vor.

Zwölftes Bild: Eine Landschaft. Im Vordergrunde ein hoher Berg, auf dem der Ductor und der Königssohn stehen. Am Himmel: Sonne, Mond und Sterne.

Dreizehntes Bild: Eine Halle mit einem Throne. Auf dem Throne sitzt der König (vom eilften Bilde). Vor ihm steht der Königssohn. Der König hält ihn umfasst und sperrt den Mund auf, um den Sohn zu verschlingen. Im Hintergrunde steht der Ductor.

Vierzehntes Bild. Eine Stube mit Fenstern, durch die es hineinregnet. In der Stube steht ein Bett, in dem der König liegt. Er schwitzt, wie das Pünktchen auf seiner Haut andeuten.

Fünfzehntes Bild. Der König, sein Sohn und der Ductor sitzen vereint auf einem Thron.

Es ist nicht schwer zu durchschauen, dass es sich in diesen Lambsprinckschen Bildern um das Quecksilber handelt. Das erste Bild bringt das Quecksilber als Meer, in welchem 2 Fische schwimmen (vergl. den Abschnitt: Quecksilber als Ens universale). Beim zweiten Bilde repräsentirt der Drache das Quecksilber. Der Drache, das Quecksilber, muss sterben, und darum geht ein Krieger auf ihn los, um ihm den Kopf abzuschlagen. Vergl. bei Petrus de Silento (Drachen - Interpretation): Draco moritur. Der Wald ist in diesem Bilde, wie in allen, wo er vorkommt, die in, Materia, das ist die Mat. prima, welche sich an die res una der Tab. smar. anlehnt. Auf dem dritten Bilde haben wir das Quecksilber als Hirsch und Einhorn (vergl. den Abschnitt: Quecksilber als Ens universale). Auf dem vierten Bilde haben wir das Quecksilber als 2 Löwen (vergl. ebendaselbst). Auf dem fünften Bilde haben wir das Quecksilber als Wolf und Hund, die sich tödten (Exstinctio Mercurii). Auf dem sechsten Bilde haben wir den Drachen, das Quecksilber, als Venenum. Wie das Quecksilber sich selbst tödtet, sich selbst belebt (Anschauungen, welche wir kennen), so vergiftet es sich auch selbst. Der Drache frisst seinen eigenen Schwanz und vergiftet sich so selbst. Auf dem siebenten Bilde repräsentirt der auffliegende Vogel das ascendit a terra in coelum, der auf dem Neste sitzende Vogel das iterumque descendit in terram. Das Nest des zweiten Vogels wird als terra geDomnien. Vermöge des descendere in terram ist es die Mission dieses Vogels, unten auf dem Neste zu bleiben. Um dem Neste als terra nachzuhelfen, kriecht eine Schnecke am Roden, das ist ein Thier, welches zu der terra, auf

der es umberkriecht, eine besondere Relation hat. Die Nester lehnen übrigens auch an das Aludel. Auf dein achten Bilde haben die beiden Vögel eine ähnliche Relation, wie Wolf und Hund auf dem fünften Bilde. Diese Vögel verschlingen sich und werden dann, wie der Lambsprincksche Text weiter ausführt, in eine weisse Taube, und diese dann wieder in einen Phönix verwandelt Auf dem neunten Bilde haben wir das Quecksilber als Rex, als König. Er hat seine Feinde besiegt, und tritt den giftigen Drachen mit Füssen. Das zehnte Bild bringt das Quecksilber als Salamander. Der Mann mit der dreizinkigen Gabel (3facher Lapis philos. Hermes trismegistus) leitet die Darstellung des Ignis-Lapis-philos. Das 11., 12., 13., 14. und 15. Bild bilden eine fortlaufende Kette. Im dreifachen Lapis philos., Vater, Sohn, Führer, haben wir den Lapis als Corpus, Spiritus, Anima, und auf die Trinität bezogen als Vater, Sohn und Geist. Auf den Führer kommt der Geist, er ist ein geistreicher Mann, und damit ein Mentor. Dieser Mentor führt nun den Sohn, seinen Schüler, auf einen Berg (Quecksilber als Mons) und belehrt ihn über Himmel, Sonne, Mond und Sterne über sich, und die Erde. und was sie enthält, unter sich, kurz, er weiht ihn in die Mysterien der Alchemie ein, natürlich der Alchemie, welche auf das Quecksilber (Sonne, Mond u. s. w.) hinauskommt. Der Sohn verlangt nun, nach Hause zurückzukehren. Der Vater ist unterdess gestorben, und lebt bei der Rückkehr seines Sohnes wieder auf. Das bezieht sich auf das Quecksilber, welches mortificirt wird, um als Hydrarg. oxyd. rubr. aufzuleben. Vor lauter Freude verschlingt nun der Vater den Sohn. Das bezieht sich auf das Verreiben des Hydrarg, nitricum mit Quecksilber, bei dem das letztere das erstere verschlingt; zugleich ist ein Anlehnen des Quecksilbers an den Saturnus da, der seine Kinder verschlingt. Nachdem nun das Quecksilber das Hydrarg. nitricum, das präsumtive Hydrarg. oxyd. rubr., verschlungen hat, kommt bei der Fortsetzung des Feuer-Processes das Hydrarg. oxyd. rubr. zum Vorschein, das ist, das Quecksilber kommt durch das Feuer in Schweiss, und das Product dieses Schweisses ist das Hydrarg. oxyd. rubr. Der eine Lapis philos., Quecksilber, schwitzt den anderen Lapis philos., Hydrarg. oxyd. rubr., aus, der Vater schwitzt den Sohn aus. Daher liegt der Vater im Bette und schwitzt. Durch den Regen, der zum Fenster hineinkommt, wird die Haut des Vaters erweicht, auf dass er besser schwitzen kann; übrigens ist Regen auch = Quecksilber. Nachdem nun der Process beendet, bringt uns das letzte Bild die 3 Lapides philosophici zu einem vereint, auf einem Throne sitzend.

Die alchemistischen Schriftsteller der
zweiten Abendländischen Periode.
Wir heben von ihnen ff. hervor:
Schriftsteller des 13. Jahrhunderts.

Albertus Magnus. Schriften: De rebus metallicis et mineralibus. - De Alchemia. Tractatus secretorum; u s. w. Manche Schriften führen seinen Namen, ohne von ihm zu sein; wir übernehmen noch nicht einmal die Garantie für die absolute Aechtheit aller so eben aufgeführten.

Thomas Aquinas. Schriften: Thesaurus Alchemiae secretissimus. Secreta Alchemiae magnalia; u. s. w. Manche Schriften führen seinen Namen, ohne von ihm zu sein. Wir übernehmen noch nicht einmal die Garantie für die absolute Aechtheit der beiden aufgeführten.

Alphonsus X., rex Castellae (König von Kastilien). Unter seinem Namen wenigstens kommt die Abhandlung vor, welche den Titel führt: Clavis sapientiae.

Roger Baco. Schriften: Speculum Alchemiae. — De secretis operibus artis et naturae, et de nullitate magiae epistola; u. s. w. Manche Schriften führen seinen Namen, ohne ächt zu sein.

Arnaldus de Villanova. Schritten: Thesaurus thesaurorum et Rosarium philosophorum. Novum Juinen; u. s. w. Schwerlich ist alles ächt, was unter seinem Namen vorkommt.

Richardus Anglus. Schrift: Libellus utilissimus negi nuɛías. cui titulum fecit Correctorium. Auch kommt unter seinem Namen vor ein Rosarius minor und Speculum Alchemiae

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Es

Petrus Bonus. Schrift: Margarita pretiosa novella. Es werden ihm noch andere Schriften zugeschrieben. Joannes de Rupescissa. Schriften: Liber de confectione veri Lapidis philosophorum. Liber lucis. werden ihm noch andere Schriften zugeschrieben. Nicolaus Flamellus. Sein Hauptwerk sind die Figures hiéroglyphiques etc. (s. Bilder-Alchemie.)

Schriftsteller des 15. Jahrhunderts.

Die beiden Hollandi, Isaac der Vater, und Johann Isaac, der Sohn. Als des ersteren Schriften werden aufgeführt: Opera mineralia; De salibus et oleis metallorum; u. s. w. Als des letzteren: Opus Saturni; De Lapide s. Elixir philosophico; u. s. w.

Bernhardus comes Marchiae Trevisanae (Graf der Tarviser Mark im Venetianischen). Schriften: Liber de secretissimo philosophorum opere chimico. Responsio ad Thomam de Bononia; u. s. w.

Marsilius Ficinus, berühmt durch seine Lateinische Uebersetzung der Werke Platos und damit der vom alchimistischen Standpunct besonders wichtigen Schriften Timaeus und Kritias. Ob seine Schrift: De arte chemica und noch anderes, was unter seinem Namen aufgeführt wird, ächt ist, wollen wir dahin gestellt sein lassen.

Georgius Ripleus (Ripley). Schrift: Liber duodecim portarum und manches andere. Es ist nicht alles ächt, was unter seinem Namen vorkommt.

Thomas Norton. Schrift: Tractatus: Crede mihi seu Ordinale. (Hoc opus inceptum est: 1477.)

Noch einmal Arabische Alchemie. Die drei Principien: Sal, Sulphur, Mercur.

Nach der zweiten Mercur-Interpretation der Tab. smar. tritt in der Arabischen Alchemie ein Ruhepunct ein. Das hat einen dreifachen Grund. Zuerst war einmal durch die zweite Mercur-Interpretation der Tab. smar. ein Ziel erreicht, welches längere Zeit hindurch angestrebt worden war. (In Einklang-Bringen der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. mit Arabischen Auffassungen.) Das ist aber nur zu natürlich, dass nach Erreichung eines Zieles eine länger andauernde Ruhe folgt. Dann müssen wir das historische Factum vor Augen haben, dass die Vertreibung der Araber aus Spanien, 1492, nicht ein Ereigniss war, welches plötzlich wie ein Blitz aus heiterer Luft über die Araber kam, sondern dass vielmehr die Maurenherrschaft in Spanien successiv verfiel und damit ihr Unglücksjahr 1492 längst angebahnt war. Der successive Verfall der politischen Macht zog aber auch einen Verfall des wissenschaftlichen Treibens nach sich, setzte eine Laxität an die Stelle des früheren wissenschaftlichen Eifers Hierzu kommt nun noch zum dritten das, dass bei dem Uebergehen der Alchemie auf die Abendländer an die Araber die sehr nahe liegende Idee hinantrat, wir haben nun so manches gewirkt, wir wollen vorläufig einmal die Zuschauer machen und sehen, was jene vor sich bringen. Dieses Stadium der Ruhe in Spanien dauerte nun bis einige Zeit vor dem Aufhören der Maurenherrschaft. Da auf einmal kommt neues Leben in die Alchemie, die Arabische Alchemic tritt, bevor sie den Schauplatz verlässt, mit einer epochemachenden Lehre in den Vordergrund, das ist die Lehre vom Sal, Sulphur, Mercur, die Lehre von den drei Principien: Salz, Schwefel und Quecksilber. Vermöge dieser Lehre wird die Eins der metaphysischen Interpretation der Tab. smar., das Quecksilber, welche durch die Lapis philos.-Interpretation der

Tab. smar. zur Zwei, dem Quecksilber und dem Schwefel extendirt worden war, zur Drei cumulirt, das ist zum Quecksilber, Schwefel und Salz.

Die Sache liegt ff. Ein Araber tritt auf, welcher sagt, wir haben ursprünglich in unserem Arabischen alchemistischen Standpunct die Geberschen 6 Metalle. Diese extendiren sich zu 7, indem das Quecksilber hinzutritt. Dieses Quecksilber tritt nicht nur zu den übrigen Metallen, sondern es stellt sich auch an ihre Spitze. Indem wir nun also das Quecksilber haben, stellen wir uns bei der Darstellung des Hydrarg, oxyd. rubr. auf den Standpunct der Darstellung der Metalle überhaupt aus ihren Erzen, das entspricht unserem Metallstandpunct in der Alchemie. Und hiermit ist die Sache fertig. Was wir da weiter getrieben haben, indem wir den Einklang mit der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. hervorbringen wollten, waren keine glücklichen Griffe. Die metaphysische Interpretation liegt hinter uns, lange hinter uns, seitdem hat sich die Alchemie fortentwickelt, wozu war es also nöthig, ihr einen solchen Tribut zu zollen? Den Einklang mit der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. hervorzubringen, war gar nicht unseres Amtes, und was Jemandes Amtes nicht ist, da soll er seinen Vorwitz lassen. Wir haben diese kluge Regel nicht befolgt, und die Folge davon war, dass wir uns in Verwickelungen gestürzt haben, die gar nicht erbaulich sind. Was ist denn diese Calcination als Kalkoperation? Ist es denn nun wirklich so einladend, da, wo man aus Cinnober bei Zusatz von Kalk: Quecksilber erhält, zu sagen, man erhalte Quecksilber aus Kalk bei Zusatz von Cinnober, zu sagen, man lösche Quecksilber mit Acid. nitaicum? Aber das mag noch hingehen. Das Schlimme bei der Sache ist das, dass wir in unserem Eifer, Dinge zu betreiben, die gar nicht unseres Amtes waren, unsere Arabische Alchemie angetastet haben, an sie Hand gelegt haben. Oder haben wir etwa etwas anderes gethan, indem wir der Arabischen Lapis philos.Interpretation huldigten, und mit ihr der Antiarabischen Zovσoлoita die Thür öffneten ? Machen wir einen Strich durch diese unerbauliche Vergangenheit. Zurück dahin, wo wir einfach standen, als wir hatten: 7 Metalle, Quecksilber an ihrer Spitze, Darstellung des Hydrarg. oxyd. rubr. mittelst Feuers allein,

Wir haben nun schon beim Arius darauf aufmerksam gemacht, dass ein absoluter Rückgriff in alte Standpuncte nicht alchemistisch-schulgerecht ist. Will also unser Araber vor die zweite Mercur- und Calcinations - Interpretation zurück, so hat er dem Alten gegenüber einen neuen Standpunet zu bieten. Diesen nun nimmt er ff. ein.

Er nimmt Calcinatio einfach als Ignitio, Feuerprocess, und sagt, bei der Ignitio hat man einfach den Verbrennungs-Process. Wenn also Hydrarg. oxyd. rubr. mittelst Feuers allein dargestellt wird, so heisst das einfach, man verbrennt das Quecksilber. Nicht an Kalk hält man sich mit Fug und Recht, sondern an ein Stück Holz. Calcinirt man Quecksilber, so heisst das einfach, man nimmt mit dem Quecksilber den Process vor, den man mit Holz vornimmt, wenn man es verbrennt. Nun aber hat man beim Verbrennen des Holzes erstens das Holz, zweitens das brennende Holz, das ist das Feuer, drittens den Rauch, der oben fortgeht, viertens die Asche, die unten zurück bleibt. Ganz so beim Quecksilber, welches mittelst Feuers allein dargestellt wird. Das Quecksilber als solches läuft dem Holz parallel. Es wird unter dasselbe Feuer gelegt, es verbrennt, und repräsentirt als solches das brennende Quecksilber, das Feuer. Es entwickelt sich nun zwar, wenigstens denn sichtbar, kein Rauch, indessen dieser ist trotzdem zu constatiren, da nach Arabischer Auffassung gerade sowohl bei der Darstellung des Hydrarg. oxyd. rubr. mittelst Feuers allein, als mittelst Salpetersäure ein ascendere (und descendere) statt hat. Also man hat den Rauch des Quecksilbers dem Rauch des brennenden Holzes parallel laufend. Und endlich läuft das Hydrarg. oxyd. rubr., das Ergebniss des Processes, der Asche beim Verbrennen des Holzes parallel (Mercur. incineratus). Man hat also bei der Darstellung des Hydrarg. oxyd. rubr. mittelst Feuers allein zuerst das Quecksilber als solches, welches in das Aludel gegeben wird. Dies wird dann feurig gemacht, es entwickelt Rauch, entwickelt Asche. Nun sollte man sagen, auf die Weise hätten wir das Hydrarg, oxyd. rubr. an der Hand

es

des Verbrennungs-Processes als Asche, Mercurius incineratus, Cinis Mercurii. Unser Araber aber begnügt sich hiermit nicht, er constatirt in diesem Hydrarg. oxyd. rubr. auch noch obendrein den Rauch, Fumus Mercurii, und das Feuer, Ignis Mercurii. Das liegt nun ff.

An das verbrennende Holz anlehnend, hält er sich nicht an die Asche, welche kalt geworden ist, sondern an die noch heisse Asche. In der heissen Asche lässt er aber auf Grund des Hitze-Processes das Feuer vertreten sein. Ganz so hält er, an das Hydrarg. oxyd. rubr. anlehnend, sich nicht an das Präparat überhaupt, sondern an das frische Präparat, wie es aus dem Aludel herauskommt. Dies ist noch heiss, und damit ist das Feuer in ihm vertreten. Indessen die Sache liegt in Bezug auf das Hydrarg. oxyd, rubr. noch viel einfacher. Es liegt im Sinne der Alten, dass bei der Darstellung mittelst Feuers allein das Quecksilber gerade dadurch zu Hydrarg. oxyd. rubr. wird, dass in das erste Feuer hineingeht. Mit solcher Anschauung würde es sich aber schlecht vertragen, im Hydrarg. oxyd, rubr. das Feuer nicht vertreten sein zu lassen.

An das verbrennende Holz anlehnend, hält er sich in Bezug auf die heisse Asche von vorhin an glühende Asche. Glühende Asche entwickelt aber noch mehr oder weniger Rauch. Ein ähnliches Verhältniss kann nun auch in Bezug auf das Hydrarg. oxyd. rubr. herangezogen werden. Doch ist so etwas gar nicht nöthig. Nach alten alchemistischen Anschauungen ist das bei der Darstellung des Hydrarg. oxyd. rubr. mittelst Salpetersäure gewonnene Präparat: Dampf, der rothe Dampf, der heruntergehend sich zum Präcipitat verdickt. Ein analoges Verhältniss kann nun auch auf Grund des ascendere und descendere, welches auch bei der Darstellung des Hydrarg. oxyd. rubr. mittelst Feuers allein statt hat, hier angenommen werden. Dann haben wir eo ipso da, wo wir die Asche (Präcipitat) Hydrarg. oxyd. rubr. haben, auch den Rauch desselben.

Also unser Araber hat im Hydrarg. oxyd. rubr.: Asche, Feuer, Luft. Nun nennt er Asche: Sal, das heisst im Grunde nichts anderes, als Pottasche. Pottasche wird nämlich aus Pflanzen-Asche gewonnen, und die PflanzenAsche hat er im Anlehnen an sein Quecksilber - Holz. Pottasche wird aber Sal genannt auf Grund ihrer äusseren Aehnlichkeit mit dem Kochsalz. Feuer nennt er Sulphur, was nahe liegt. Rauch nennt er Mercur. Das ist ein Anlehnen an die Anschauungsweise des Autors der ursprünglichen Lapis philos.-Interpretation der Tab. smar. Der fasste nämlich das Hydrarg. oxyd. rubr. auf als Quecksilber+Luft. Gemäss dieser Anschauungsweise ist also auf der einen Seite das Hydrarg. oxyd. rubr.: Luft, auf der anderen: Quecksilber. Hat also unser Araber auf der einen Seite die Luft, den Rauch, so hat er auf der anderen Seite: Mercur. Auf die Weise kommt also heraus, dass man im Hydrarg. oxyd. rubr. hat: Sal, Sulphur, Mercur.

Also unser Araber sieht in der Calcinatio, in der Ignitio, mit der er sich an die Darstellung des Hydrarg. oxyd. rubr. macht, einen Verbrennungs-Process, und dieser führt ihn darauf, dass er im Hydrarg. oxyd. rubr. hat: Sal, Sulphur, Mercur.

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So calculirt er auf der einen Seite. Auf der anderen Seite calculirt er ff. Wenn wir Metalle und Quecksilber, und Quecksilber und Metalle einander gegenüberstellen, so kommen wir nicht um die Stelle der Tab. smar.: Pater ejus est Sol etc. herum, welche uns die 7 Metalle bringt. Das Quecksilber steht an der Spitze der Metalle. Verträgt sich das mit dieser Stelle? Nein, denn in dieser Stelle kommt zuerst in dem Pater ejus est Sol das Gold, und dann kommt erst das Quecksilber so bescheiden an die Reihe, dass es sich in dem Mater ejus est Luna seinen Platz mit dem Silber theilen muss. - - Wie ist diese Differenz zu heben? Nun einfach derartig, dass wir sagen, wenn das Quecksilber an der Spitze der Metalle steht, so ist das nicht das Quecksilber als solches, sondern das verherrlichte Quecksilber, das Hydrarg. oxyd. rubr. Dieses kommt mit jener Stelle nicht in Conflict. Auf die Weise, dass wir so dem Hydrarg, oxyd. rubr. Rechnung tragen, ist denn auch ein Text darauf zu machen, wie wir, das Quecksilber habend, zum Hydrarg, oxyd. rubr. kommen. Das ist nicht ein Anlehnen an die metaphy

-

sische Interpretation der Tab. smar., nein, das ist die Arabische Alchemie aus sich selbst heraus. Das Quecksilber steht an der Spitze der Metalle, das kann aber nicht das Quecksilber als solches sein, es ist vielmehr das Hydrarg. oxyd. rubr., und damit kommen wir vom Quecksilber zum Hydrarg. oxyd. rubr.

Und weiter gehend sagt dann unser Araber: Was heisst es denn, dass das Quecksilber an der Spitze der Metalle steht? Soll das etwa blos heissen, wenn ich die series Metallorum aufführe, dann sage ich nicht, erstens Kupfer, zweitens Blei, drittens Quecksilber u. s. w., sondern ich sage, erstens Quecksilber, zweitens Kupfer, drittens Blei u. s. w.? Nein, das wäre ein sehr bescheidenes an der Spitze Stehen. Es heisst vielmehr hervorstechend, wenn ich das Quecksilber habe, so habe ich alle Metalle, weil alle Metalle in Quecksilber aufgehen. Da nun Quecksilber als verherrlichtes Quecksilber Hydrarg. oxyd. rubr., dieses aber = Sal, Sulphur, Mercur, so heisst: das Quecksilber steht an der Spitze der Metalle, ganz besonders: die Metalle sind Sal, Sulphur, Mercur.

=

Den Aufstellungen nun, wie wir sie hier entwickelt haben, wird Ausdruck gegeben in der Arabischen SalSulphur-Mercur - Interpretation der Tab. smar., die wir jetzt kennen lernen wollen.

Es werden acht Rubriken angenommen. Es sind die sieben Rubriken der Arabischen astrologischen Interpre tation, denen das Completum est zugefügt wird.

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In der zweiten Rubrik wird das Quecksiber als solches gezeichnet, welches an der Spitze der Metalle steht. Damit scheint zu collidiren, das was die dritte Rubrik bringt, denn dort haben wir nicht das Quecksilber in der series Metallorum zuerst, sondern das Gold, und nach diesem theilt sich das Quecksilber mit dem Silber in die Luna. Das ist aber, so wird hier gelehrt, keine Collision. Denn wenn das Quecksilber an der Spitze der Metalle steht, so ist das nicht das Quecksilber als solches, sondern das Hydrarg. oxyd. rubr. Denn Separabis. Terra Asche resp. Sal.

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Der eigentliche Wortlaut der Stelle sollte sein: Separabis terram et ignem et subtile a spisso. Das suaviter magno cum ingenio deckt die Differenz vom Textlaut und dem hier gebrachten Arrangement. Also: Mache trennend einen Unterschied zwischen Asche, Feuer, Rauch, resp. Sal, Sulphur, Mercur, das ist dem Quecksilber, in welchem diese Dinge vertreten sind, das ist dem Hydrarg. oxyd. rubr. und dem eigentlichen Quecksilber. Denn siehe, Quecksilber ist eben Quecksilber, dagegen Hydrarg. oxyd. rubr. ist Quecksilber, welches dem Ignitions-Process ausgesetzt wird, welches verbrennt, Quecksilber welches: Ascendit a terra in coelum, iterumque descendit in terram,

welches ascendirt und descendirt, und dadurch zu Rauch und Asche wird,

et recipit vim superiorum et inferiorum, und dadurch die vis über die Metalle erhält.

Man vermisst bei der Zeichnung mit dem ascendere und descendere das Feuer des Hydrarg. oxyd, rubr., und fragt sich, wenn der Rauch und die Asche herangezogen werden, warum wird denn nicht auch das Feuer herangezogen? Die Antwort ist, ein Missverständniss ist weiter nicht möglich, nachdem das Separabis etc. das Feuer, den ignis, notorisch gebracht hat. Nach solchen Antecedentien steht nichts im Wege, dass das Feuer einer Reservatio mentalis anheimfällt, um so weniger, als man im Arabischen Sinne das Hydrarg. oxyd. rubr. nur dann hat, wenn man das Quecksilber als solches dem Feuer-Process, der Calcinatio, der Ignitio, oder wie unser Autor will, dem VerbrennungsProcess aussetzt. Dazu kommt, dass der Schluss-Passus Completum est rein weg auf die Feuer-Procedur mit dem Quecksilber bezogen wird. Der Feuer-Process, und damit das Feuer, das Sulphur des Hydrarg. oxyd. rubr. steht damit so im Vordergrunde, dass man dem Leser wohl zumuthen kann, sich dasselbe hier hinzuzudenken.

Fünfte Rubrik.

Sic habebis bis penetrabit.

Die gloria bezieht sich auf das Quecksilber als solches, umfasst das Quecksilber generell.

Die fortitudo bezieht sich auf das Quecksilber als Hydrarg. oxyd. rubr. Die cumulirte fortitudo zählt nach der Drei Sal, Sulphur, Mercur, welche drei Principien eben im Hydrarg. oxyd. rubr. vertreten sind Von diesem Standpuncte des Sal, Sulphur, Mercur besiegt und durchdringt das Hydrarg. oxyd. rubr. die res subtiles und solidae, das sind die Metalle. Auf Grund dessen werden die Metalle nach der Auffassung unseres Autors zu Sal, Sulphur und Mercur, entgegen dem, dass sie dem Geber Sulphur und Mercur waren.

Sechste Rubrik.

Sic mundus creatus bis hic.

Sic mundus creatus bezieht sich auf die zweite Rubrik. Hinc erunt adaptationes mirabiles bezieht sich auf die vierte Rubrik. An die res una, wie sie die zweite Rubrik bringt, lehnt sich der Verbrennungs-Process, die Anpassung der Dinge, welche beim Verbrennungs-Process in's Auge zu fassen sind.

Quarum modus est hic bezieht sich auf die fünfte Rubrik, in der gelehrt wird, dass durch das vincere und penetrare die Metalle aus den drei Principien bestehen.

Siebente Rubrik.

Itaque vocatus sum bis mundi.

Analog wie bei Geber wird dem Hermes gegenüber (τρὶς μέγιστος und nicht τρις μέγας) die 3 Χ 3 ausgebeutet. Demzufolge zersplittern sich die Metalle in 3 Gruppen, und zwar an der Hand der 3 Principien. Die erste Gruppe schart sich um den Sal. Es sind die Metalle: Eisen, Silber, Blei. Denn arcanologisch sind sie: Ferrum, Natron carbon, P. solaris niger. Die terra-Relation und damit Sal-Relation dieser kennen wir aber (s. Lapis- und Elixir-Interpretation der Tab. smar., 3. Rubrik). Die zweite Gruppe schart sich um das Sulphur. Es sind die Metalle: Kupfer, Blei, Zinn. Denn arcanologisch sind sie Liquor hepat., P. solaris niger et ruber. Die Schwefel-Relation dieser kennen wir aber (s. den Abschnitt: Das Anhängen der Schlussrubrik an die MetallInterpretation der Tab. smar.) Die dritte Gruppe schart sich um den Mercur. Es sind die Metalle: Zinn, Blei, Silber. Zinn und Blei sind nämlich arcanalogisch gefasst: P. solaris ruber et niger, diese aber enhalten notorisch Mercur (Hydrarg. oxyd. rubr.). Und Silber ist Quecksilber als Luna. (Mater ejus est Luna).

Das habens tres partes philosophiae totius mundi liegt wieder analog wie bei Geber. Philosophia totius mundi

Lapis philos. Unserem Autor besteht aber der Lapis philos., welcher gemäss der Arabischen Lapis philos.-Interpretation der Tab. smar. Hydrarg. oxyd. rubr., nicht wie bei Geber aus Sulphur und Mercur, sondern aus Sal, Sulphur und Mercur. Das ist aber wie bei Geber, dass die Metalle von vorn herein der betreffenden Theile

(der 8 Principien: Salz, Schwefel, Quecksilber) theilhaftig sind. Die tres partes, welche der Hermes hat, sind Sal, Sulphur, Mercur, und damit wird denn wieder wie bei Geber mit dem Ἑρμῆς τρὶς μέγας dem τρὶς μέγιστος gegenüber nicht absolut gebrochen.

Alles in allem hat also unser Autor wieder die Gebersche Summa perfectionis magisterii, wobei er aber die perfectio weniger darin sucht, dass sein Lapis philos. von vorn herein in den Metallen vertreten ist, als vielmehr darin, dass sein Lapis philos. nicht einfach: Mercur, nicht zweifach: Sulphur und Mercur, sondern dreifach: Sal, Sulphur und Mercur.

Completum est.

Achte Rubrik.

Sol Feuer. Operatio Solis Wirksamkeits-Entfaltung des Feuers, das ist Verbrennungs-Process. Der Schlusspassus heisst also: Es ist absolvirt, was ich vom Verbrennungs-Process gesagt habe. Ein solcher Schlusssatz ist gewiss gerechtfertigt, denn was auch sonst in der vorliegenden Interpretation vorkommt, ihre Concentration erhält sie in der Auffassung der Ignitio als VerbrennungsProcess und den sich an diesen knüpfenden 3 Principien.

Schlussbemerkung.

Vermöge des Anlehnens der vorliegenden Interpretation der Tab. smar. an die Summa perfectionis magisteri ge bührt ihr eine Berücksichtigung in den Geberschen Schriften, und diese findet sie denn auch in der Abhandlung der Geberschen Schriften, welche die Ueberschrift führt: Testamentum Gebri. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass ein Testamentum Gebri schon früher besteht, als die vorliegende Interpretation der Tab. smar., und dass dies Testamentum auf Grund der vorliegenden Interpretation umgearbeitet worden, so dass es erst, nachdem die vorliegende Interpretation der Tab. smar. aufgekommen, die jetzige Gestalt erhielt. Es ist dies deswegen nicht unwahrscheinlich, weil wir beim Lullius, ja wenn die betreffende Schrift des Arnaldus wirklich ächt ist, bereits beim Analdus de Villanova einem Testamentum begegnen. Beim Lullius resp. Arnaldus fragt man sich nämlich, woher dieser abenteuerliche Titel für eine Abhandlung, wo den Autoren doch ein hundert- und tausendfacher anderer Titel zu Gebote stand? Steht uns hierbei die Antwort zur Seite, deswegen dieser Titel, weil auch Geber den Titel Testamentum bringt, so ist die Sache klar. Bei Geber aber ist der Titel Testamentum sehr naheliegend. Die Abhandlung nämlich, die den Titel Summa perfectionis magisterii führt, schliesst mit dem 4. Buche. Nun soll hinterdrein noch Anderes auf den Geber geschoben werden, und da hat man sich nach sachentsprechenden Titeln umzusehen. Ein solcher Titel wurde in der Investigatio magisterii gefunden, das ist: Nähere Untersuchung, wie es denn nun eigentlich um das Magisterium steht. Ein anderer wurde in Testamentum" gefunden, das ist, so lange Geber lebte, wusste man nichts von dieser Schrift, als Geber aber starb, fand man sie unter seinen nachgelassenen Papieren, es unterliegt also keinem Zweifel, dass auch sie den Geberschen Schriften anzureihen ist. Hat das Gebersche Testamentum nun früher bestanden, als die vorliegende Interpretation der Tab. smar. aufkanı, so war es in seiner ursprünglichen Form eine Abhandlung über die Calcination.

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Dritte Abendländische Periode. Die drei Principien bei den Abendländern.

Die dritte Abendländische Periode beginnt da, wo die Arabische Sal-Sulphur-Mercur-Interpretation zu den Abendländern kommt, und von diesen verwerthet wird. Wie wir wissen, haben die Abendländer den dreifachen Lapis philos.: Hydrarg. oxyd. rubr., Quecksilber, Quecksilber, von welchen beiden letzteren der eine der QuecksilberLapis, der andere der Sulphur-Lapis ist. Wie nun die 3 Principien aufkommen, lehnen die Abendländer diese an ihren dreifachen Lapis philos., und zwar erhält der Hydrargyr. oxyd. rubr.- Lapis das Sulphur, der eine Quecksilber-Lapis den Mercur, der andere Quecksilber

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Vater

Quecksilber

heiliger Geist

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Sulphur Mercur Sal Der Sachverhalt liegt auf der Hand. Hydrarg. oxyd. rubr. = Lapis ignis, Christus qos, beiden entspricht das Sulphur. Bei Quecksilber Mercur ist ganz das frühere Abendländische Verhältniss da. Und was das Verhältniss Quecksilber heiliger Geist Sal betrifft, so ist Sal terra (vergl. die Arabische Sal-Sulphur-Mercur-Interpretation der Tab. smar.) Der heilige

Geist ist in so fern eine terra, als er zum Irdischen eine besondere Relation hat, da er sich über die Apostel ausgiesst, und das Quecksilber = terra = Lapis als Lapis philos. So haben wir denn den dreifachen Lapis philos. als Sal, Sulphur, Mercur.

Eine eigenthümliche Auffassung ist die des Basilius Valentinus. Dieser calculirt ff. An der Hand der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. haben wir das Hydrarg. oxyd. rubr. Dieses ist aber bei Lichte betrachtet: P. solaris, und zwar im Anlehnen an die ursprüngliche Lapis philos.-Interpretation der Tab. smar.: P. solar. ruber. Habe ich also Hydrarg. oxyd. rubr., so habe ich im Grunde Hydrarg. oxyd. rub. + Sulphur aurat. So wohl wie ich nun dieser Zweisache den Einnamen Hydrarg, oxyd. rubr. geben kann, eben so wohl kann ich ihr auch den Einnamen Sulphur aurat. geben. Und das zu thun, liegt hier viel näher, denn Hydrarg oxyd. rubr. ist doch im Grunde nicht Schwefel, sondern Quecksilber, wogegen Sulphur aurat. in der That Schwefel ist ist ja die Auffassung der Alten. Und weiter sagt er, das Anlehnen der Gottheit an Quecksilber und Schwefel kommt ja doch vom ersten Buche der Oracula Sibyllina her, und es ist unsere Obliegenheit, uns strict an dieses zu halten. Dort aber reiht sich das Kivváßagis im ersten Räthsel unmittelbar an das Quecksilber, und kommt damit auf Gott den Vater. Wie verträgt sich das nun damit, dass Hydrarg. oxyd. rubr. auf einmal zu Christus in Relation treten soll? Wie die erste Abendländische Periode darüber calculirte, um den Stein des Anstosses aus dem Wege zu räumen das erkenne ich nicht an. Auf Christus kommt das Agoevizor, und nicht das Kivváβαρις. Dieses Αρσενικὸν habe ich aber, sobald ich an

Lapis ignis.

=

SO

die Stelle des Hydrarg. oxyd. rubr. das ebenbürtige Sulphur aurat. setze, denn Sulphur aurat. = Schwefel, ebensowohl wie 'Αρσενικὸν = Schwefel. So tritt denn dem Basil an die Stelle des Hydrarg. oxyd. rubr. das Sulphur aurat., und wie sonst Hydrarg. oxyd. rubr. Lapis ignis, so ist ihm Sulphur aurat. Es ist naheliegend, die verschiedenen Interpretationen der Tab. smar., wie sie die erste Abendländische Periode bietet, in zwei Gruppen zu zerspalten, in die wesentliche und die nicht wesentliche. In die nicht wesentliche Gruppe würde zu bringen sein vorab einmal die Stercus-Interpretation. An sie reiht sich die Fermentations-Interpretationdenn was ist an ihr wesentliches? Und den Weg, welchen die Fermentations-Interpretation geht, mag getrost auch die Drachen - Interpretation gehen. In die wesentliche Gruppe dagegen würde zu bringen sein vorab einmal die Lapis philos.-Interpretation, denn sie ist die Interpretatio princeps der Abendländer. Wohin aber diese Interpretation den Zug richtet, dahin muss die Metall-Interpretation folgen, denn sie ist gewissermassen ein Supplement der Lapis philos. -Interpretation, indem sie die Metalle bringt, welche die Lapis philos.-Interpretation mit Stillschweigen übergeht. Also auch die Metall-Interpretation gehört in die wesentliche Gruppe. Wie steht es nun um die Mensch-Interpretation, um die Elementen-Zeichen-Interpretation? Ja das ist, an und für sich betrachtet, eine eigenthümliche Sache. Der Mensch ist der verallgemeinerte Christus, die Elementen-Zeichen beziehen sich wieder auf Christus, man hat aber Christus bereits mit Präguanz in der Lapis philos.-Interpretation, somit würden die betreffenden Interpretationen im Grunde nichts anders thun, als die Lapis phil.-Interpretation cumuliren. Wie kann man aber Interpretationen, welche den CumulirungsCharakter haben, in die wesentliche Gruppe bringen?

Sollen sie in diese treten, so muss, um den Anstoss zu vermeiden, ihnen ein absonderlicher Wesenheits-Standpunct zufallen, an und für sich können sie schwerlich Anspruch machen, in die wesentliche Gruppe zu treten. Einen solchen absonderlichen Wesenheits-Standpunct erlangt nun, wie wir später sehen werden, die Mensch-Interpretation an der Hand der Drei-Principien-Lehre dadurch, dass Sal, Sulphur und Mercur zu den Arcanis in directe Relation treten, dass wir einen directen Heil-Lapis in ihnen erhalten. Dieser directe Heil-Lapis erhält nun in der Mensch-Interpretation ein Substrat für seine Wirksamkeits-Entfaltung, und das ist eben ein absonderlicher Wesenheits-Standpunct, durch den die MenschInterpretation an der Hand der Drei-Principien-Lehre eine Besonder-Qualification erhält, in die wesentliche Gruppe einzutreten, wogegen die Elementen-Zeichen-Interpretation, der kein solcher absonderlicher Wesenheits- Standpunct anzudemonstriren ist, ausserhalb der betreffenden Gruppe bleiben muss. Sie tritt ihren Platz ab derjenigen Interpretation, in der Sal, Sulphur und Mercur in directe Relation zu den Arcanis treten, das ist zur arcanologischen Interpretation der Tab. smar. an der Hand der 3 Principien (s. diese), welche hervorragend genug ist, um in die wesentliche Gruppe einzutreten. Die Pflanzen-Interpretation endlich hat an der Hand der Drei-Principien-Lehre ein unbestrittenes Recht, in die wesentliche Gruppe zu treten, denn gerade die Pflanze als Holz ist es ja, welche dem Verbrennungs Process ursprünglich zu Grunde gelegt wird, womit denn die Pflanzen-Interpretation gewissermassen zur Legalisirungs-Interpretation der Drei-Principien-Lehre wird.

Stellen also die Abendländer die neu aufgekommene Lehre vom Sal, Sulphur, Mercur den Interpretationen der Tab. smar., wie sie die erste Abendländische Periode bringt, gegenüber ein Thun welches sehr nahe liegt so ist ziemlich vor den Füssen liegend, dass sie, indem sie erstens die wesentlichen Interpretationen von den nicht wesentlichen sondern, und sich zweitens an die neue Lehre halten, dass sie da 5 Interpretationen, gerade fünf Interpretationen der Tab. smar. erhalten, nämlich eine Lapis philos.-Interpretation, eine Pflanzen - Interpretation, eine Mensch-Interpretation, eine arcanologische Interpretation, eine Metall-Interpretation, und diese sind es denn auch, welche, wie wir später sehen werden, durch Basilius Valentinus constatirt werden.

Lapis philos.-Interpretation der Tabula smaragdina an der Hand der drei Principien.

Man hält sich ganz an die Lapis philos.-Interpretation der ersten Abendländischen Periode. Nur treten folgende Modificationen ein.

Dritte Rubrik. Pater ejus est Sol bis terra est. Relation zur Gottheit. Pater ejus est Sol etc. Christus. Portavit illud ventus etc. Hier handelt es sich um Gott den Vater. Es wird nämlich an die Schöpfungsgeschichte angelehnt, in der es heisst: Und der Geist Gottes (Ruach) schwebte auf der Oberfläche des Wassers. Dieser Geist (Ruach) wird als ventus genommen.

Nutrix ejus terra est. Hier handelt es sich um den heiligen Geist. Wie dieser zu terra wird, darüber ist der vorige Abschnitt nachzusehen.

Relation zum Lapis philosophicus. Pater ejus est Sol etc. Es handelt sich um den Hydrargyr. oxyd. rubr. -Lapis als Sulphur gefasst. Das Doppel-Verhältniss mit Sol und Luna entweder wie in derjenigen Interpretation, an welche die vorliegende anlehnt, oder, wenn man mit Basilius Valentinus geht, auf den Doppel-Lapis Hydrag. oxyd. rubr. und Sulphur auratum bezogen.

Portavit illud ventus etc. Es handelt sich um den einen Quecksilber-Lapis, welcher als Mercur gefasst wird. Dieser est ventus, das ist Rauch. Der Mercur lehnt ja, wie wir in der betreffenden Interpretation der Tab. smar. der Araber haben kennen lernen, an den Rauch beim Verbrennungs-Process.

Nutrix ejus terra est. Es handelt sich um den Queck

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