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zeibung derselben, bezeugten ihren Glauben an Ben künftigen Meßiam Jesum Christum, der auch würde sein Blut für die Menschen vergiessen, wie das Opferthier: Ja, sie lobten bey rolchen Opfern Gott für die empfangenen Wohlthaten, und predigten auch von dem Namen des Herrn. Hierzu war der siebente Tag bestimmet, als wel chen Gott selbsten zur Ruhe geheiliget hatte, da er in sechs Tagen die Welt erschaffen, und am siebenten ruhete. Diese Art des Gottesdienstes ist immer von den Erzvåtern gehalten worden, bis Gott in der Wüsten ließ die Hütte des Stifts aufrichten, nach welcher Bild Salomon hernach den Tempel bauete. Im neuen Testament feyern die Christen Gott dem Herrn auch einen Tag, nåmlich den Sonntag, als an welchem Tage Chris stus ist auferstanden, und der heilige Geist ausges gossen worden. Wann nun solcher Tag berbey kommt, ro roll ein gläubiger Christ 1) des Sonns abends in Zeiten Feyerabend, rein Gemüth von irdischen Sachen freyy machen, und seine Arbeit niederlegen. 2) Er soll sich auf den bevorstehenden Sonntag bereiten mit Beten, und Gott loben für die viele Wohltlaten, welche er die Woche über empfangen. 3) Er soll dasjenige Evangelium oder Epistel, welche man des Sonntags erklåret, in der Bibel aufschlagen, und darüber eine Bes trachtung anstellen, und sich also zu andåchtiger Anhörung des göttlichen Worts bereiten. 4) Soll er in Zeiten sich mit solchen guten Gedanken zur Ruhe legen, damit er am Sonntage dejto früher und munterer bey dem Gottesdienst erscheinen tónne.

Gebet.

Gebet. Gnädiger und barmherziger Gott! ich komme

an diesem Tage vor dcin heiliges Angesidit mit Loben und Danken, daß du mich die vergans gene rechs Tage so gnädiglich erhalten, und die Arbeit meiner Hände so reichlich gesegnet hast. Du basi meinen Eingang und Ausgang bewahret, auf meinen Wegen mich behütet, und mir an Leib und Seele viel Gutes erwiesen, dafür lobe und Preise ich dich von Grund meines Herzens. Gehet nun treg, ihr irdische Gesdy afte! ipeichet von mir, ihr Forgen! jekt bau ich in meinem Szerzen Gott einen Tempel auf, es soll ein Vethaus wer: den, darin ich meinem Gott alicin dienen will. Ich vergesse was dahinten ist, ich lege meine Ars beitslasten und Sandthierung nieder, und richte meinen Sinn allein zum Himmel, zu Gott, um mich in ihm zu erfreuen. Oder unausspred;lichen Liebe des großen Gottes, welcher denen Mens schen einen Ruhetag von aller ihrer Arbeit bes stimmet hat. Diese Ruhe ist ein Angedenken der Ruhe im Paradiefe, da wir ohne mühsame Ar: beit allezeit Gott zu dienen und zu loben wären beschäftiget gewesen. Diese Ruhe ist ein Bild der fünftigen Himmelsruhy; denn es ist den Kin. dern Gottes noch eine vollkommene Ruhe vorhan, den und verheissen, welche in dem ewigen Leben angeben wird; da werden sie von aller Arbeit, von Leiden und Schmerzen, und von Sinden befreyet feyn. Ach, gnädiger Gott! laß mich den bevorstehenden Sonntag in deiner Furcht und in deiner Gnade hinbringen. Bewahre mich vor bösen Gesellschaften, daß nicht etiran der Satan durch seine Werkzeuge mich moge von dem Gots tesdienst abhalten, und hilf, wenn er sie mir schi: cet, daß ich ihnen nicht folgen möge. Behúte mich, daß ich den heiligen Tag, den du zu meiner Erbauung im Christenthum, zu deinem Lobe und Dienst verordnet hast, nicht möge in Müßiggang, Faulheit, Ueppigkeit, Lustbarkeit und Sünden hinbringen, und dadurch meiner Seele den größten Schaden zufügen: sondern gicb mir deinen bei: ligen Geist, daß ich den ganzen Tag, von dem Morgen bis auf den Abend, dir aufopfere, und zu deinen Dienst anwende. Wecke mich frühe auf, daß ich der Erste zum Lob, zum Gebet, und zu dem Gesang bei dem Gottesdienst erscheinen móge. Erhalte inein Herz in steter Andacht, das mit keine irdische Sorgen in daffelbe einschleichen, und so sich ja einige melden, daß ich sie durch Deine Kraft vertreibe; oder, ro Satan mir einen bösen Nachbar schicken wollte, der ein irdisch Gcschwaß in deinem Hause anfangen wollte, fo verleihe mir Stårke, daß ich ihm kein Gebór gebe, fondern mit meiner Aufmerksamkeit ihn zu Deinein Dienst erivecken und aufmuntern möge. Wenn Dein Wort geprediget wird, ro öffne mir das Herz, daß ich darauf achten, rolches in mein Herz fassen, und als einen theuren Schatz darin verwah. ren möge. Hilf, daß ich an diesem Sonntage auch in meinem Christenthum mid) erbaue, in der Ers kenntniß der Wahrheit zunelme, damit das ges predigte und gehörte Wort mich åndre, heilige, bekehre, und zu einem neuen Menschen mache, auf daß ich, wie an Jahren, also an dem inwens digen Menschen, an Glauben und Frömmigkeit

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wachsen)

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wachsen, und eine neue Creatur, ja ein lebendiges Glied an dem Leibe meines Jesu werden mögé. Laß mich mit Andacht den Gottesdienst endigen, das Gelernte behutsamlich verivahren, und den Tag mit Gebet und Lobgefangen schliessen. Ach! laß mich stets des angehörten Worts eingedenk verbleis ben, daß ich nach demselben wandeln, reden, leben und thun, und also beweisen möge, ich fey kein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thåter des Worts. So laß mich einen Sonntag und Sabbath nach dem andern fevern, bis du mich in die ewige Hims melsfreude, zu dem ewigen Sabbath, durch ge sum, meinen einigen Erlöser und Seligmacher, eins führen wirst. Ich wiú in Gottes Haus mit Gotteskindern gehen, ich will in reinem Schmuck por feinem Altar stehen, mein Herz fou höchst bergnügt in seinem Willen ruhn, der Leib roll nichts als Noths und Liebeswerke thun. Komm heute in mein Herz, du König aller Frominen: Caß mit dir Segen, Heil und Seelenfrieden kommen, die Sonne Deiner Gnad kehr heute bey mir ein, so wird mir dieser Tag ein rechter Sonns tag reyn.

Gefang.
Mel. Gott, du frommer Gott.
Wie
lieblich ist dein
Wort, es bringt mir

lauter Freude, es ist mein größter Troft und meia ner Seelen Weide, és ift mein liebster Schaki den ich auf Erden hab, der mich erquicfen soll, bis man mich trågt ins Grab.

2. Es ist Dein Wort mein Licht, das mir den Weg recht zeiget, und mich bestraft, wenn fich 22

mein

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mein Fuß zum Grrweg neiget, ich glaub nach dies fem Wort, und leb nach diesem Wort, fo bringt mich dieses Licht, auch an den Freudenort.

3. Es ist mein Honig feim, damit ich mich er: labe, wenn ich viel Bitterfeit in meinem Herzen habe: Wie füß ists meiner Seel, wenn sie in Trůbsal steckt, wenn ihr des Trostes Quellim Wort wird aufgedeckt.

4. Es ist dein Wort mein Schak, groß über alle Schaße, daran ich mich allein in Noth und Tod ergoße ; den Schatz raubt mir kein Feind, und keiner Feinde List, weil er ger wohl verwahrt in meinem Herzen ist.

5. Pflegt Gold und Silber gleich ein Eitler ju erwählen, viel lieber ist dein Wort der Gott gelas nen Seelen; wann man dein Wort und Gold ihr stellet vors Gesicht, so greift sie nach dem Wort, und acht des Goldes nicht.

6. Rath sleute suchen die, fo da im Zweifel ftes hen, dieselben sind dein Wort, dahin pfleg ich zu gehen; frag ich, was thu ich jeßt, gehts übel oder woht? so zeiget mir dein Wort, was ich erwåh, len soll.

7. Nach diesem Lebenswort will ich nun eins her gehen, es soll mein Leitstern seyn, 0! darnach will ich sehen: Wozu es mich anweist, das thu ich ungescheut, und ineid mit allem Fleiß, das was es mir verbeut.

8. Ach, nimm doch nicht hinweg das Wort von meinem Munde, ach), laß es feyn mein Erost bis in die Todesstunde! wenn sich mein Mund zus fchleust, nimmt keine Speiß mehr ein, fo laß dein liebes Wort der Seelen Speise reyn.

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