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Tab. smar. liegt dies noch directer, da Pater ejus est Sol etc. die Metalle bringt. Namentlich tritt die Auffassung des Quecksilbers als Blei in der zweiten Abendländischen Periode in den Vordergrund. Das hängt ff. zusammen. Im pater omnis telesmi totius mundi haben wir das Quecksilber überhaupt. Dessen virtus wird nun eine integra, wenn es in terra, das ist in Hydrag. oxyd. rubr. verwandelt worden. Da nun die virtus eines Vaters eine integra wird, wenn er einen Sohn bekommt, so wird an der Hand der betreffenden Stelle das Hydrarg. oxyd. rubr. zum Sohn des Quecksilbers überhaupt. Wenn man nun das Hydrarg. oxyd. rubr. derartig darstellt, dass man das erhaltene salpetersaure Quecksilberoxyd auf's neue mit laufendem Quecksilber verreibt, so geht das Hydrarg. oxyd. rubr. in dem Quecksilber auf, das Quecksilber verschlingt das Hydrarg. oxyd. rubr.: der Vater verschlingt den Sohn. Damit ist denn die besondere Relation des Quecksilbers zum Saturn (Blei) gegeben, welcher seine Kinder verschlingt. Wir wollen bei dieser Gelegenheit eines Blei-Räthsels Erwähnung thun, welches sich in einer Abhandlung befindet, welche den Titel führt: In Joannem Braceschum (Secul 16.), Gebri interpretem, animadversio, autore Roberto Tauladano Aquitano. Das Räthsel lautet:

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Artus est hominis, qui constat sex elementis, Cui si P addas, et in M mutare si noscas, Hoc est aes nostrum Lapisque philosophorum. „Es ist ein Glied des Menschen, welches aus sechs Elementen besteht.

Wenn du ihm ein P zufügst, und es verstehst, die Verwandlung in ein M vorzunehmen,

So hast du unser Erz und den Stein der Weisen". Die Lösung ist Lumbus (Singular von Lumbi, die Lenden.) Das zuzufügende P wird vorn gesetzt, dann hat man Plumbus. Die Verwandlung in ein M wird mit dem

s des Schlusses vorgenommen. Dann kommt statt Plumbus: Plumbum heraus. Die sechs Elemente sind die sechs Buchstaben, welche das Wort Lumbus enthält. Der Ausdruck Aes für das Quecksilber kommt bereits in der ersten Abendländischen Periode vor. Dergleichen kindische Räthsel über den Lapis philos. bringt die Abendländische Periode mehrere. Sie werden natürlich (wie auch das Ovum-Räthsel, welchem übrigens ausnahmsweis die Genialität nicht abzusprechen ist) im Hinblick auf das erste Buch der Oracula Sibyllina geschmiedet. Der Autor des vorliegenden Plumbum - Räthsels hat übrigens noch nicht genug daran, dass er mit dem Räthsel aufwartet, es beliebt ihm auch, uns in Betreff der Lösung auf die falsche Spur zu leiten. Er giebt uns den guten Rath, uns an den Artus als solchen zu halten, also nicht darauf einzugehen, welcher Artus, welches Glied, gemeint sei. Nun sollen wir ein P zufügen, dann wird aus Artus: Partus. Die Verwandlung in M soll dann mit eben diesem P vorgenommen werden, dann entsteht aus Partus: Martus. Und dies Martus soll denn die Lösung des Räthsels sein. Was ist das denn aber nun, dies Martus? Das ist, belehrt uns der Autor, nichts anderes als Mars (Eisen). Denn ebensowohl wie die Poëten statt Mars: Mavors sagen, ebensowohl können auch die Alchemisten statt Mars Martus sagen.

In Bezug auf die Metalle lehnt sich an das Eisen die Bezeichnung Rubigo, an das Gold die Bezeichnungen: Flos auri, Colla auri, Fermentum auri, an das Silber die Bezeichnung: Sputum Lunae, die wir bereits kennen. Ferner kommt die Bezeichnung Nummus vor, weil aus den Metallen Geld geschlagen wird. (Diese Bezeichnung findet sich bereits in der Turba philosophorum.) Indem das Quecksilber vom Standpunct irgend eines Metalles aufgefasst wird, wird es auch in extendirter Weise vom Standpunct derjenigen Stoffe aufgefasst, welche die Alten vom Gesichtspunct der Halbmetalle, Minerale od-er chemischen Stoffe auffassten. So kommt das Quecksilber zu den Namen: Auripigmentum, Arsenicum, Sulphur (besonders nahe liegend im Sulphur - Lapis), Marcasita, Tutia, Magnesia, Vitriolum, Alumen, Sal Tartari, Sal, Atramentum, Sal alkali, Sal armoniacum, Acetum u. s. w. Eine Reihe hierher schlagender Ausdrücke finden sich bereits in Gebers Liber investigationis, und sind überhaupt schon viel früher da.

An die Auffassung des Quecksilbers als Vitriol knüpft sich das ff. Akrostichon: Visitabis Interiora Terrae, Rectificando Invenies Optatum Lapidem, Veram Medicinam. Untersuche das Innere der Erde; durch Rectificiren wirst du den gewünschten Stein finden, die wahre Medicin." Hier ergeben die Anfangsbuchstaben der einzelnen Worte: V, i, t, r, i, o, l, u, m:

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Vitriolum.

Quecksilber auf die Farben bezogen.

Die Farbe bietet um so zu sagen den Gesichtspunct im Gesichtspuncte. Fassen wir z. B. das Quecksilber vom Gesichtspuncte der Blume auf, so führt uns in diesem Gesichtspuncte der Gesichtspunct der weissen Farbe auf die Lilie, die weisse Rose u. s. w. Es ist daher natürlich, dass wenn man den Farbenstandpunct in's Auge fasst, dass man dann dem Quecksilber unter der Gestalt von Dingen begegnet, die auch unter anderen Rubris untergebracht werden können, und auch naturwüchsiger unterzubringen sind. Nur da ist es gerechtfertigt, den Gesichtspunct der Farbe als solcher in den Vordergrund zu schieben, wo es sich um einen Stoff handelt, den man bei der Bezeichnung einer bestimmten Farbe besonders heranzieht. So ist vom Standpunct der Farbe im engeren Sinne das Quecksilber aufzufassen als Kreide, denn man sagt, weiss wie Kreide; als Elfenbein, denn man sagt, weiss wie Elfenbein; als Marmor, denn man sagt, weiss wie Marmor. Natürlich liegt hier die Relation zum Quecksilber darin, dass Quecksilber auch weiss ist. Aehnlich ist das Quecksilber vom Standpunct der Farbe im engeren Sinne aufzufassen als Safran, denn man sagt, gelb wie Safran. Hier wird in Beziehung auf das Quecksilber das Hydrarg. oxyd. rubr. als gelb genommen. Aehnlich haben wir Quecksilber als Pech, als Kohle (Caput corvi), denn man sagt, schwarz wie Pech, schwarz wie Kohle. U. s. w.

Die sieben Farben dem einen Quecksilber gegenüber erhält man ff. Weiss und Blau : - Merc. vivus. Schwarz: - Caput corvi. Pomeranzenfarben, Roth, Gelb: Hydrarg. oxyd. rubr. Mit dem Grün liegt die Sache also: Der eigentliche Lapis philos. ist Hydrarg. oxyd. rubr.; der Sulphur-Lapis und Mercur-Lapis sind uneigentliche Lapides. Als solche sind sie denn dem ächten Gold des Hydrarg. oxyd. rubr. gegenüber unächtes Gold. Unächtes Gold aber gleich Kupfer, und dies als Grünspan ist grün.

Quecksilber auf Edelsteine bezogen.

Es liegt nahe, das Ens universale, welches als Quecksilber bereits ein Lapis ist (Lapis philos.), als einen Edelstein, als ein Juwel aufzufassen. Und da liegt es denn am nächsten, bei einer Specialisirung der Edelsteine diejenigen heranzuziehen, die wie das Quecksilber weiss und wie das Hydrarg. oxyd. rubr. roth sind. In ersterer Beziehung hätten wir denn Quecksilber als Krystall, Perle (die Alten fassten die Perlen als Edelsteine auf) u. s. w. In letzterer Beziehung hätten wir das Quecksilber als Koralle, Rubin u. s. w.

Quecksilber auf das Feste und Flüssige bezogen.

Wir müssen hier den directen und indirecten Standpunct unterscheiden. Den letzteren haben wir da, wo das Quecksilber, aus irgend einem Gesichtspuncte aufgefasst, zugleich flüssig oder fest ist. So haben wir z. B. das Quecksilber als Flüssigkeit, wenn es als Schweiss, Harn u. s. w. aufgefasst wird, als Festes wenn es als Metall u. s. w. aufgefasst wird. Der directe Standpunct dagegen ist da gegeben, wo der Gesichtspunct des Flüssigen oder Festen für sich ohne Nebengesichtspunct da ist. In directer Beziehung nun wird das Quecksilber vom Flüssigkeits-Standpunct aufgefasst als Aqua, Aqua vitae, Aqua serena, Aqua permanens, Aqua perpetua, Aqua benedicta, Fons, Fons vitae, Puteus (Born, Brunnen), Mare, Mare Indicum, Mare Aegyptium u. s. w. In directer Beziehung wird das Quecksilber vom Fest-Standpunct aufgefasst als Lapis, Terra, Terra foliata, Terra alba, Terra rubra, Pulvis, Pulvis albus, Pulvis ruber, Cinis u. s. w. Quecksilber auf fette Dinge bezogen.

Dieser Standpunct basirt darauf, dass das Quecksilber sich etwas fettig anfühlt. In dieser Beziehung wird das Quecksilber aufgefasst als Oel, Talg, Butter, Salbe u. s. w. Quecksilber auf lydrometeorologica bezogen.

Das Quecksilber wurde aufgefasst als: Schnee, Ha

gel, Reif, Eis. (Vergl. bei Plato die ähnliche Auffassung der Arcana), Regen, Wolken. An die Wolken lehnt sich auch der Schatten. Hier wird theils an die weisse Farbe des Quecksilbers, theils an die schwarze Farbe des Caput corvi angelehnt.

Quecksilber auf die Elemente und deren Qualitäten bezogen.

Dies bedarf keiner weiteren Exposition; diese Situation ist schon oft genug besprochen worden. An das Element Luft knüpft sich dann ferner die Auffassung des Quecksilbers als Rauch, Wind, Dampf.

Quecksilber auf das Weltenei bezogen.

Man vergleiche das erste Räthsel in dem ersten Buche der Oracula Sibyllina. Im Anlehnen an dasselbe haben wir das Quecksilber als Himmel, Meer, Erde, Luft, Sternenchor. Und im Anlehnen an den Sternenchor haben wir das Quecksilber als Sonne, Mond (Pater ejus est Sol, mater ejus est Luna), als Planeten. Im Anlehnen an die Erde haben wir namentlich die Berge, die sich im Besonderenan die convexe Gestalt knüpfen, welche das Quecksilber im Glase annimmt.

Quecksilber auf die Gottheit bezogen.

Man vergl. das erste Buch der Oracula Sibyllina und die Lapis philos.-Interpretation der Abendländer. Anlehnend an die óyos-Interpretation wird auch die Jungfrau Maria herangezogen.

Quecksilber auf die Jahreszeiten bezogen.

Das Quecksilber wurde aufgefasst als Frühling, Sommer, Herbst, Winter. Hier liegen mannigfache Anhaltspuncte vor. Im Winter haben wir z. B. das Bild des Greises, die Auffassung des Greises als Quecksilber kennen wir aber bereits. Dann bringt uns der Winter Eis und Schnee, deren Relation zum Quecksilber wir auch bereits kennen. Wie wir nun im Winter das Bild des Greises haben, so haben wir im Frühling den Jüngling, dessen Relation zum Quecksilber wir kennen. Dann bringt der Frühling Blumen, die Pflanzenwelt lebt auf, die Vögel fangen wieder zu singen an. Das giebt alles, wie wir es bereits kennen, Anhaltspuncte für das Quecksilber. Der regnerische Herbst giebt einen Anhaltspunct für das Quecksilber als Regen, Wasser. Der heisse Sommer giebt einen Anhaltspunct für den Ignis-Lapis philos. Und was dergleichen Relationen mehr sind.

Quecksilber auf Dinge bezogen, welche sich an

ziehen.

Auf Grund der Demokritschen Bezeichnung Corpus Magnesiae wird bereits in der ersten Abendländischen Periode Magnesia ein beliebter Ausdruck für Quecksilber. Diese Magnesia wird in Magnet verwandelt. Vom Magnet kommt man auf das Eisen, welches er anzieht, und hat so ein Anziehungs-Verhältniss Uebrigens hat man auch ein Anziehungs-Verhältniss zwischen zwei Quecksilberkügelchen, welche zu einem zusammenfliessen. Vom Standpunct des Anziehungsverhältnisses wird das Quecksilber gefasst als Magnet und Eisen, als Same und Ei, Penis und Gebärmutter u. s. w.

Quecksilber auf Mordinstrumente bezogen.

Das Quecksilber exstinguirt, tödtet, sich selbst, oder wird getödtet. (Vergl. den Abschnitt: Die Mensch-Interpretation der Tab. smar. der Abendländischen Alchemisten.) Tödtet es sich nun selbst, so haben wir im Anlehnen an das Werkzeug (Aludel) die Mordwaffe. Daher kommt es, dass das Quecksilber aufgefasst wird als Schwerdt, als schneidendes Werkzeug u. s. w.

Quecksilber auf Reinigungsmittel bezogen.

Wir haben in dieser Beziehung das Quecksilber als Medicin, Medicamentum, und im Gegensatz dazu als Venenum, als Antidotum, als Theriaca (Gegengift). Quecksilber auf die Platonischen Pathemata be

zogen.

Die Relation liegt nahe. Hart und weich haben wir darin, dass das Quecksilber als solches weich, als Hydrarg. oxyd. rubr. hart ist. Glatt und rauh haben wir darin, dass Hydrarg. oxyd. rubr., bevor es fein pulverisirt worden, sich rauh anfühlt, nach der Pulverisation glatt. Schwer ist das Quecksilber als solches; leicht als Hy. drarg. oxyd. rubr., weil es als solches in kleinen Dosen verabreicht wird.

Quecksilber auf Personalitäten der Griechischen Mythologie bezogen.

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Wie wir bereits gesehen, haben wir im Quecksilber die Planeten, die Sonne, den Mond. Damit haben wir in ihm denn auch die Gottheiten, welche in diesen vertreten sind: Saturn, Jupiter, Mars, Venus, Mercur vor allen, Apollo, Diana. Diese lassen sich completiz. B. durch den Vulcan, der sich an den IgnisLapis philos. knüpft, durch die Juno, welche sich an den Pfau knüpft u. s. w. Ferner lässt man im Quecksilber andere Personalitäten der Griechischen Mythologie vertreten sein, z. B. den Daedalus und Icarus, welche fliegen, ascendunt a terra in coelum, und von denen der letztere namentlich descendit in terram, indem er in's Meer fällt; den Proteus, der mannigfache Gestalten annimmt, wie das Quecksilber; die Medusa, welche wie der Lapis philos. alles zur Stein-Natur hinüberzieht. U.

8. W.

Quecksilber auf Länder bezogen.

Man bringt den Lapis philos, namentlich zu Aegypten, dem Vaterlande der Tab. smar., Arabien, Indien, den Königreichen" Gebers, Persien als Nachbarland von Arabien, in Relation. So hat man die Namen Lapis Aegyptiacus, Lapis Persicus, Montes Indiae u. s. w.

Quecksilber auf Bewegungs-Apparate bezogen. Der Grund zu dieser Relation liegt darin, dass das Quecksilber das Perpetuum mobile ist. Bereits in dem Tractatus Aristotelis alchemistae ad Alexandrum Magnum (siehe den Abschnitt: Epistol. Haimonis) wird der „Serpens" auf einen Wagen mit vier Rädern gesetzt (Recipe Serpentem et pone ipsum in currum cum quatuor rotis. „Nimm die Schlange und setze sie auf einen Wagen mit vier Rädern."). Diesem Wagen des Aristoteles werden dann verschiedene Bewegungs- Apparate angereiht, wie Schiffe, Wagen, die durch einen Mechanismus (ohne Zugvieh) bewegt werden, Apparate zum Fliegen (ascendit a terra in coelum), Taucher- Apparate u. S. W. Man vergl.: Epistola Fratris Rogeri Baconis de secretis operibus artis et naturae, et de nullitate magiae. In Bezug auf das Aludel führen wir noch an: die Auffassungen desselben als Balneum Mariae, das ist das Bad für die als Quecksilber gefasste Jungfrau Maria; als Grab, welches letztere in dem Sterbe-Verhältniss in der Stelle der Tab. smar.: Pater omnis telesmi einen Anhaltspunct findet (vergl. Drachen-Interpretation); als Arche (Arche des Noah). Diese beruht auf den Quecksilber-Raben und die Quecksilber-Taube, welche Noah, dessen Relation zur Alchemie wir kennen (Oracula Sibyll.), fliegen lässt. Indem nun das Quecksilber das Hundertste und Tausendste ist, hat es auf Grund dessen auch die hundertsten und tausendsten Eigenschaften, welche es seinem verschiedenen Sein verdankt. Es sagt in dieser Beziehung Raymundus Lullius in seiner Practica, Cap. 3:

Das schwarze Häutchen welches den Grund zum Namen Caput corvi hergiebt, verliert sich auf der Oberfläche des Quecksilbers wieder. Damit ist denn das Quecksilbernerandi, ein Etwas, welches das Mittel zur Reinigung in sich selbst trägt, ist selbst ein Reinigungsmittel. Von diesem Gesichtspunct wird das Quecksilber namentlich als Seife aufgefasst.

Quecksilber auf Medicin bezogen.

Da der Lapis philos. die Metalle zu sich hinüber zieht, so werden die Metalle zu dem, was er ist. Da nun aber die Metalle die Arcana repräsentiren, so werden auch die Arcana zu dem, was der Lapis philos. ist, und damit haben wir die Arcana, wenn wir den Lapis philos. haben. Uebrigens haben wir auch in der Mensch-Interpretation der Tab. smar. den Lapis philos. mehr direct als Heilmittel.

Habet (argentum vivum) corrumpendi actionem et geconjungendi, dividendi, inspissandi, grossificandi, rarificandi, indurandi, mollificandi, augmentandi, diminuendi, dissolvendi, congelandi, calcinandi, mortificandi, vivificandi, crudificandi, maturificandi, abluendi, desiccandi, humefaciendi, calefaciendi, refrigerandi, lenificandi, blandiendi, asperificandi, dulcificandi, amarificandi, confortandi, debilitandi, intrandi, ingressionem faciendi, tingendi, pondus dandi, incerandi, pascendi, impraegnandi, ingrossandi, sublimandi, ac primum materiam faciendi, desponsandi ac primum matrimonium faciendi corporis ac spiritus, fixandi, obscurandi et accendendi.

Der uneingeweihte Leser wird hier sagen: Aber wird der Mann denn mit seinen andi et endi gar nicht fertig?

Derjenige hingegen, welcher einsieht, worauf das Ganze hinaus soll, wird leicht ermessen, dass Lull seinen andiet endi-Katalog um das Doppelte, Dreifache u. s. w. hätte ausdehnen können, und damit die Sache doch nicht erschöpft hätte.

An das, was das Quecksilber nun alles ist und kann, knüpfen sich eine grosse Reihe von Namen desselben, die noch durch Arabische oder Arabisch sein sollende Voeabeln cumulirt werden.

Das Hervortreten der Zahl Zwölf. Eine Eigenthümlichkeit der zweiten Abendländischen Periode ist auch die, dass die Zahl Zwölf in den Vordergrund tritt. Die 12 wurzelt im Buche Jezirah. Indem nämlich die Abendländer das Buch Jezirah vornehmen, sagen sie, der Autor dieses Buches nimmt die betreffenden philosophischen Zahlen, und setzt von ihnen die 32 (Nethiboth), das ist die Platonische 27, in den Vordergrund. Wir wollen dem entgegen die 12 in den Vordergrund setzen, denn sie giebt uns ein Anlehnen an die 12 Arbeiten des Hercules, und damit kurz an den Hercules, welcher für die Abendländische Alchemie so wichtig ist. (Vergl. Drachen-Interpretation der Tab. smar.)

Die einmal säsirte 12 wird alsdann namentlich zum Quecksilber in Relation gesetzt, und so nimmt man denn 12 Regimina an, welche zum Quecksilber (Hydrarg. oxyd. rubr.) in Relation gebracht werden. In dieser Beziehung bringt Guido de Montanor (Secul. 13.) în seiner Abhandlung Scala philosophorum, 12 Gradus scalae sapientum, d. i. 12 Sprossen der Leiter der Alchemisten. Nämlich: 1) Calcinatio, 2) Solutio, 3) Separatio, 4) Conjunctio, 5) Putrefactio, 6) Congelatio, 7) Cibatio, 8) Sublimatio, 9) Fermentatio, 10) Exaltatio, 11) Multiplicatio, 12) Projectio. Ganz dasselbe, was Guido de Montanor als 12 Gradus scalae sapientum aufführt, führt Georg Ripley (15. Secul.) in seiner Abhandlung Liber duodecim portarum als 12 Portae, 12 Thore, auf.

Es ist zu natürlich, dass die Zahl 12 ihren Ursprung aus dem Buche Jezirah nicht verleugnet, das heisst, dass sie kabbalistisch ausgebeutet wird. Und so findet sich denn zu Anfange der so eben genannten Abhandlung von Ripley eine Tafel des B. a Portu Aquitanus, in welcher die Zahl kabbalistisch ausgebeutet wird. Wir wollen dieselbe hier hinsetzen. Der Leser bekommt dann eine Allgemein - Anschauung davon, was es heisst, eine Zahl kabbalistisch ausbeuten.

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Dii terrestres Dii aërei Dii ignei Dii coelestes Dii mortui Dii aquei Dii infernales

Die vorstehende Tafel ist nun der That nach eine Scala Septenarii, das ist, es wird in ihr die 7 kabbalistisch ausgebeutet. Sie ist das aber nur mystificationsweise, eigentlich abgesehen ist es auf eine Scala Duodenarii. Also eine Scala Septenarii wird geboten, und eine Scala Duodenarii ist gemeint. Dass die Sachlage also ist, geht

einfach daraus hervor, dass eine Abhandlung, die es mit 12 Portae zu thun hat, überhaupt nichts mit einem Septenarius zu thun hat, und im Besonderen keine 7 Regimina bringen kann. Und dann giebt es ja auch keine 7 Zeichen des Zodiacus, wie sie hier gebracht werden, sondern 12.

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Unter dem Autornamen Basilius Valentinus existirt eine Abhandlung De magno Lapide antiquorum sapientum, Von dem grossen Stein der Uralten. Dieser Abhandlung ist eine zweite Abhandlung angefügt, welche Duocim claves, Die 12 Schlüssel, überschrieben ist. Diese 12 Schlüssel figuriren eben der Zahl 12 zu Liebe, welche in der zweiten Abendländischen Periode hervortritt.

Die Bilder-Alchemie.

In der zweiten Abendländischen Periode kommt auch die Eigenthümlichkeit auf, alchemistische Gegenstände in Bildern darzustellen. Der Choragog dieser Eigenthümlichkeit, welche sich, wie die in den vorigen Abschnitten besprochenen Alchemistica, in die dritte Abendländische Periode hineinzieht, ist Nicolaus Flamellus (Secul. 14.).

Seine betreffende Schrift ist: Figures hiéroglyphiques, comme il les a mises en la quatrième arche du cimitière S. Innocens de Paris. Hieroglyphische Figuren, wie er sie am vierten Bogen des Kirchhofes der unschuldigen Kinder zu Paris anbringen liess. Wir haben dies Buch nicht auftreiben können, und halten uns daher in Bezug auf die Flamelschen Bilder an Hoefer: Histoire de la Chimie, 1, 427. Hoefer lässt den Flamel selbst reden (Laissons-le raconter lui-même son histoire), und citirt, wie er fertig ist, als Quelle: Trois traités de la philosophie naturelle non encore imprimés etc. édit. par P. Arnauld; Paris 1612. 4.

Flamel erzählt hier, resp. schwindelt uns etwas vor von einem alten Buche, welches er um 2 Florins erschachert. Auf den ersten Seiten desselben stand dieses und jenes, dann:

Done le quatriesme etcinquiesme feuillet estoit sans escriture, tout remply de belles figures enluminées, ou comme cela; car cet ouvrage estoit fort exquis. Premierement il peignoit un jeune homme avec des aisles aux talons, ayant une verge caducée en main, entortillée de deux serpens, de laquelle il frappoit une salade qui lui couvroit la teste: il sembloit, à mon petit advis, le dieu Mercure des payens; contre iceluy venoit courant et volant à aisles ouvertes, un grand vieillard, lequel sur sa teste avoit un horloge attaché, et en ses mains une faulx comme la Mort, de laquelle, terrible et furieux, il voulait trancher la teste à Mercure. A l'autre face du feuillet quatriesme, il peignoit une belle fleur en la sommité d'une montagne tres-hau te, que l'aquilon esbranloit fort rudement; elle avoit le pied bleu, les fleurs blanches et rouges, les feuilles reluisantes comme l'or fin, à l'entour de laquelle les dragons, griffons aquiloniens, faisoient leur nid et demeurance. Au cinquiesme feuillet y avoit un beau rosier fleury, au milieu d'un beau jardin, eschelant contre un chesne creux, au pied duquel bouillonnoit une fontaine d'eau tres-blanche, qui s'alloit precipiter dans les abysmes, passant neantmoins premierement entre les mains d'infinis peuples qui fouilloient en terre, la cherchant; mais, parce qu'ils estoient aveugles, nul ne la connoissoit, fors quelqu'un, considerant le poids. Au dernier revers du cinquiesme, il y avoit un roy avec un grand coutelas, qui faisoit tuer en sa presence par des soldats grande multitude de petits enfans, les meres desquels pleuroient aux pieds des impitoyables gendarmes; le sang desquels petits enfans estoit recueilly par d'autres soldats et mis dans un grand vaisseau, dans lequel le soleil et la lune se venoient baigner. Et parceque cette histoire representoit celle des Innocens occis par Herode, ça esté une des causes que j'ay mis en leur cymetiere ces symboles hieroglifiques de cette secrette science.

„Das vierte und fünfte Blatt war unbeschrieben, dagegen ganz angefüllt mit schönen illuminirten Figuren oder etwas ähnlichem; denn diese Arbeit war etwas ganz absonderliches. Zuerst war dargestellt ein junger Mensch mit Flügeln an den Fersen und einem Heroldsstab in der Hand, welcher von zwei Schlangen umwunden war. Mit diesem schlug er einen Helm, den er auf dem Kopfe hatte. (Das ist, die Figur hat die Hand mit dem Heroldsstabe über den Kopf erhoben, was abgebildet so aussieht, als wenn der Stab den Helm schlüge.) Es war, meiner unmassgeblichen Meinung nach, der Heidengott Mercur. Auf diesen rannte und flog mit ausgebreiteten Flügeln los ein

grosser Greis. Er hatte auf dem Kopfe eine (Sand-) Uhr, und in der Hand eine Hippe, wie der Tod. Mit letzterer wollte er, schrecklich und grimmig wie er war, dem Mer cur den Kopf abhauen. Auf der anderen Seite des vierten Blattes war eine schöne Blume dargestellt. Sie stand auf dem Gipfel eines sehr hohen Berges, und der Nordwind machte sie wild wanken. Sie hatte einen blauen Schaft, weisse und rothe Blumen, ihre Blätter glänzten wie feines Gold. Rund herum machten Drachen, Nordische Greife, ihr Nest und ihre Stätte. Auf dem fünften Blatte stand ein schöner blühender Rosenstrauch inmitten eines schönen Gartens. Er lehnte an eine hohle Eiche. Am Fusse dieser sprudelte eine Quelle von sehr weissem Wasser hervor, um sich in die Abgründe zu stürzen. Sie ging zuerst unter die Hände von vielen Leuten, welche die Erde durchwühlten, um sie zu suchen, die sie aber nicht erkannten, weil sie blind waren. Nur Einer erkannte ihren Werth. Auf der Rückseite des fünften Blattes stand ein König mit einem grossen Schwerdte, der in seiner Gegenwart viele kleine Kinder durch Soldaten tödten liess. Die Mütter weinten zu den Füssen der unbarmherzigen SclächDas Blut der Kinder wurde von anderen Soldaten aufgefangen und in ein grosses Gefäss gegossen, in welchem sich Sonne und Mond badeten. Und weil diese Geschichte die Geschichte der unschuldigen Kindlein darstellte, welche Herodes tödten liess, so war das eine der Ursachen, weshalb ich auf dem Kirchhofe der unschuldigen Kinder diese hieroglyphischen Symbole dieser geheimen Wissenschaft darstellte."

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Die Erklärung dieser Bilder ist leicht. Es handelt sich um das Quecksilber. Mercur als Quecksilber liegt nahe. Der Greis ist Saturn. Das sich selbst tödtende Quecksilber wird in zwei Theile getheilt (vergl. Drachen-Interterpretation der Tab. smar.). Der eine Theil ist Mercur, der andere Theil ist Saturn. Nun tödtet ein Theil den anderen Theil. Die schöne Blume ist das Quecksilber (Quecksilber als Blume). Der Berg ist wieder das Quecksilber (Quecksilber als Berg). Der Nordwind ist abermals das Quecksilber (Portavit illud ventus in ventre suo). Beim blauen Schaft haben wir die blaue Farbe des Quecksilbers, bei den weissen und rothen Blumen die weisse und rothe Farbe desselben. Die goldglänzenden Blätter repräsentiren das Quecksilber als Gold. Bei den Drachen und Greifen haben wir das Quecksilber als Drache und Greif. Nest und Stätte lehnen an das Aludel. Der Rosenstrauch ist das Quecksilber als Rose und Strauch zugleich. hohle Eiche ist das Aludel. Die Quelle ist Quecksilber als Quelle. Der Abgrund: Quecksilber als aßvooos. Die Leute, unter deren Händen die Quelle fortgeht, sind diejenigen, die der Alchemie unkundig sind. Der Eine, der ihren Werth erkennt, ist Flamel. Herodes, der König, ist Quecksilber als König. Mit den Kindern ist es auf das Quecksilber als Kind abgesehen. Das Schwerdt des Herodes ist wieder Quecksilber. Im Blute haben wir das Quecksilber als Blut. Das Gefäss, in welches die Soldaten das Blut giessen, ist das Aludel. Sonne und Mond zielen auf das Pater ejus est Sol; mater ejus est Luna. In den weinenden Müttern haben wir das Quecksilber als Mutter.

Die

Ur

Flamel fand vielfach Nachahmer in seinen Bildern. Es finden sich alchemistische Bilder als Zugabe zu den im vorigen Abschnitte citirten 12 Claves, die den Anhang zum Magnus Lapis antiquorum sapientum bilden. sprünglich sind übrigens die 12 Claves ohne Bilder. Ferner finden sich derartige Bilder am Schlusse des Museum Hermeticum, Frankfurt 1677, unter dem Gesammtitel: Janitor pansophus. Ferner am Schlusse des ersten Bandes von Manget: Bibliotheca chemica, Genf 1702, unter dem Gesammtitel: Mutus liber, in quo tamen tota philosophia Hermetica figuris hieroglyphicis depingitur. Ferner in des Lambsprinck Abhandlung: De Lapide philosophico. U. s. w. Wir wollen dem Leser die Lambsprinckschen Bilder in Worten vorführen.

Erstes Bild: Ein Gewässer (Meer), in welchem zwei Fische schwimmen.

Zweites Bild: Lichte Stelle in einem Walde. Ein Fabel Thier mit Flügeln und 2 Füssen mit Klauen (Drache). Ein Krieger mit gezücktem Schwerdt geht auf dasselbe los, um ihm den Kopf abzuschlagen.

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