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riora und inferiora, der Signa superiora und inferiora, auf welche die zweite Rubrik hinweist. Man erhält eben alle Signa. Nämlich sowohl das, was man an und für sich hat, als das durch das separare Gegebene, wird mitgezählt. Man hat aber den Halbkreis, und damit das Luna - Zeichen. Man hat den Kreis mit dem spissum-Kreuz, mit diesem das Centrum für den Kreis als Punct, und damit das SolZeichen. Man hat den Stern unten an dem Kreis, und damit das Venus-Zeichen. Damit hat man alle Zeichen, freilich mit Ausnahme des Mars-Zeichens. Nun, das ist einmal nicht anders, da, wie wir wissen, das Mars-Zeichen nicht in den Bereich der Quadratur des Cirkels fällt. Indem hier aber steht: et recipit vim superiorum et inferiorum hat man das Mars - Zeichen in den Kauf, denn dasselbe ist ein Signum superius, und kann, wo von der vis superiorum ausdrücklich die Rede ist, nicht ausgeschlossen werden.

Fünfte Rubrik.

Sic habebis gloriam bis penetrabit.
Sic habebis gloriam etc.

Sic, wenn man so verfährt, wie wir so eben in der vorangehenden Rubrik haben kennen lernen, hat man die gloria totius mundi, das sind die Zeichen. Ganz analog also, wie man in der astrologischen Interpretation der Tab. smar. in der gloria die Planeten hatte, ganz analog hat man in der vorliegenden Interpretation in der gloria die Zeichen. Die obscuritas fugiens besteht darin, dass man einsieht, dass man das Mars-Zeichen mit in den Kauf bekomint.

Haec est totius etc.

Die fortitudo besteht darin, die Kraft des Zeichens besteht darin, dass das Zeichen vincit omnem rem subtilem, die Planeten besiegt, et omnem rem solidam penetrat, die Metalle durchdringt. Man denkt sich nämlich das Metall als fest, als res solida. Und dieser festen Masse gegenüber ist denn der Planet eine res subtilis. Die res subtilis, der Planet, steht vor der res solida, dem Metall. Und so muss es auch sein, denn zunächst sind die Zeichen für die Planeten entworfen, sie sind Planeten-Zeichen, und nachdem sie Planeten-Zeichen sind, werden sie denn auch dadurch zu Metall-Zeichen, dass an die Planeten sich die Metalle reihen.

Die cumulirte fortitudo zählt einerseits nach der Drei, andererseits zählt sie nach der Vier. Hierbei ist denn die nähere Sachlage die, dass die Drei auf die 3 Signa inferiora, die Vier auf die 4 Signa superiora zielt.

Sechste Rubrik.

Sic mundus bis est hic.

Sic mundus creatus est bezieht sich auf die zweite Rubrik, in welcher auf die Erschaffung der Welt hingewiesen wird.

Hinc erunt adaptationes mirabiles bezieht sich auf die vierte Rubrik. Dort wird das, was die zweite Rubrik bringt, das superius und das inferius adaptirt, welches Adaptiren auf ein Construiren hinauskommt.

Quarum modus est hic bezieht sich auf die fünfte Rubrik, bei deren fortitudo (uérgov) darauf hingewiesen wird, dass das beim Adaptiren, Construiren, Gewonnene sich an die Planeten und die Metalle reiht.

Siebente Rubrik.

Itaque vocatus bis mundi.

Der Hermes trismegistus bezieht sich pro primo auf die Zeichen selbst, pro secundo bezieht er sich auf die Planeten, welche durch dieselben repräsentirt werden, pro tertio bezieht er sich auf die Metalle, welche durch sie repräsentirt werden.

Die philosophia totins mundi wird zur Quadratur des Cirkels, und damit der Titel der vorliegenden Interpretation der Tab. smar. zu: De quadratura circuli oder Tabula de quadratura circuli. Hermes hat die 3 Theile dieser Interpretation der Tab. smar., welche der Index

nennt.

Schliesslich wollen wir nun eine Tafel geben, welche es in übersichtlicher Weise anschaulich macht, wie Zeichen, Planeten, Metalle und Arcana neben einander stehen, wie das eine dem anderen entspricht.

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Der Autor unternimmt es, die philosophischen Zahlen, welche sich im Laufe der Geschichte der Alchemie in den Vordergrund gedrängt haben, an der Hand der Tab. smar, zu bieten. Diese philosophischen Zahlen sind:

1) Die Zahlen 1 bis 7. Sie haben wir in der Jüdischen und Pythagoräischen Alchemie. Zum Theil haben wir sie auch in der Indischen Alchemie (1, 2, 3, 4, 6), ebenso in der Platonischen Alchemie (1, 2, 3, 4.)

2) Die Zahl 10. Sie haben wir in der Pythagoräischen Alchemie.

3) Die Zahl 12. Sie haben wir in der Indischen Alchemie.

4) Die Zahlen 8, 9, 27. Sie haben wir in der Platonischen Alchemie.

Der Autor steht auf der Basis der Arabischen Alchemie, und fasst diese in ihrer Quintessenz auf als die Lehre von den Metallen, der Astrologie und den Zeichen (Quadratur des Cirkels). Auf Grund dessen nimmt er den Theil der Tab. smar., welcher von Pater ejus est Sol bis inferiorum geht, für die Quintessenz der Tab. smar.: in diesem Theile wird uns ja das Betreffende der Quintessenz nach geboten.

Den genannten Theil der Tab. smar, zersplittert er in 3 Unter-Theile. Der 1. Unter-Theil umfasst: Pater ejus est Sol bis in terram. Der 2. Unter-Theil umfasst: Separabis bis ingenio. Der 3. Unter-Theil umfasst: Ascendit bis inferiorum.

Für die Zahl 1 beutet er aus das Ascendit bis inferiorum Er denkt sich nämlich, in diesem Passus habe er die Zeichenlehre in nuce. Denn er bietet ihm ja in dem ascendere et descendere die Mercur-Jupiter-Saturn-Zeichen, und in dem recipere vim die Luna-Sol-Venus-Mars-Zeichen. So hat er denn für die Zeichen-Lehrn einen Passus, und damit Eins.

Für die Zahl 2 beutet er aus das Separabit bis inferiorum. Er denkt sich nämlich, in diesem Passus habe er die Astrologie in nuce, da er Firmament, Sterne, Sternbilder, Häuser, ascensio und descensio der Planeten bringt. Vorhin, bei den Zeichen, dachte sich der Autor, du kannst gleich beim Ascendit anfangen, denn was dir die Stelle Separabis bietet, hast du bereits, (in der Gesamintfigur, welche wir in dem Abschnitt: Einleitung in die Zeichen-Interpretation der Tab. smar. gebracht haben); hättest du es nicht, so könnte ja das Erhalten von Kreis, Halbkreis, Kreuz im Innern des Kreises, Stern in jener Stelle nicht auf einem Separiren beruhen. Hier, wo es sich um die Astrologic handelt, denkt aber der Autor, du kannst nicht gleich bei Ascendit anfangen. Denn thätest du es, so liessest du die in der Astrologie so sehr wichtigen Häuser fallen, welche im Separabis vertreten sind. Weil nun aber das Separabis nicht fällt, so haben wir in Bezug auf die Astrologie in nuce nicht einen Passus, sondern einen Doppel-Passus (Separabis und Ascendit), und in diesem Doppel-Passus ist die Zwei vertreten.

Für die Zahlen 3, 4, 5, 6, 7 beutet er aus das Pater ejus est Sol bis in terram. Er hat zuvörderst die Drei derartig, dass dieser Passus in der Metall-Interpretation die Metalle, in der astrologischen Interpretation die Planeten, in der Zeichen-Interpretation die Zeichen bringt, und das ist eben eine 3. Damit ist denn nach streng

Arabischer Auffassung der Passus in dieser Beziehung erledigt, das heisst, die Arcana sind nicht, wie die Metalle, die Planeten, die Zeichen unterzubringen. Denn die Unterbringung der Arcana in dem Pater ejus est Sol etc. ist Vorarabisch, lehnt an die Vorarabische Lapis- und Elixir-Interpretation der Tab. smar. Der Autor denkt indess, von den Lapides und Elixiria sei ja im ersten Buche Gebers die Rede, und wenn er daher auf die Arcana reflectire, so stände er damit doch nicht ganz ausserhalb des Arabismus. Er reflectirt nun auf die Arcana im vorliegenden Passus, hat damit Metalle, Planeten Zeichen und Arcana und damit die Vier. Wie der Autor nun die Arcana hat, denkt er, es wäre doch gezwungen, wenn die Arcana nicht ebensowohl die Zeichen bekommen sollten, als die Planeten und die Metalle. Und in Bezug darauf sagt er, an und für sich haben die Arcana nichts mit den Zeichen zu thun, dieselben kommen blos auf die Planeten und die Metalle. Sollen die Arcana also die Zeichen erhalten, müssen sie ihnen ganz besonders zuertheilt werden. Damit erhalten wir aber eine doppelte Vertretung der Zeichen, einerseits bei den Planeten und Metallen, andererseits bei den Arcanis. Die doppelte Vertretung führt aber auf ein doppeltes Zählen. Man zählt: Planeten, Metalle, Zeichen, Arcana, Zeichen und hat damit die Fün f. Die Sechs lehnt sich an das Pater ejus est Sol etc. derartig, dass man die 6 Geberschen Metalle in's Auge fasst, die Sieben derartig, dass man die 7 Neugeberschen Metalle in's Auge fasst.

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Auf die Zahl 12 kommt der Autor ff. Nachdem er die Stelle Pater ejus est Sol bis inferiorum derartig ausgebeu tet, wie wir das im Vorangehenden gesehen haben, arrangirt er sich dieselbe Stelle in der Art numerisch, wie wir ein solches Verfahren in dem Abschnitt „Das numerische Arrangement der ersten Redaction u. s. w." in Bezug auf die erste Redaction der Tab. smaṛ. haben kennen lernen. Er arrangirt so: 1) pater ejus etc. 2) mater ejus etc. 3) portavit etc. 4) nutrix ejus etc. 5) pater omnis etc. 6) virtus ejus etc. 7) separabis etc. 8) subtile a spisso, 9) suaviter etc. 10) ascendit, 11) descendit, 12) recipit — und erhält auf diese Weise die Zwölf.

Auf die Zahl 10 kommt der Autor ff. Es ist recht gut und schön, wenn man sagt, das und das ist in der Tab. smar. so und so zu verwerthen. Man kann aber den Alchemisten nicht ein Stück von der Tab. smar. bieten, wenn man sie ihnen bietet, muss man sie ihnen ganz bieten. Also kann der Autor nicht sagen, da habt ihr einen Passus der Tab. sшar. von Pater ejus est Sol bis inferiorum, ihn müsst ihr so und so ausbeuten. Das geht nicht, und wenn er auch noch ein so grosses Gewicht auf ihn legt. Die Tab. smar. muss ein unzerrissenes Ganze bleiben. Also ist der Autor gezwungen, auch den Stellen der Tab. smar. Rechnung zu tragen, welche dem Pater ejus est Sol vorangehen, und dem inferiorum folgen. Das thut er nun, indem er für das Pater ejus est Sol bis inferiorum einen Vordertheil und einen Hintertheil annimmt. Der Vordertheil geht von Verum bis adoptione, der Hintheil von Sic habebis bis Solis. Beide, Vordertheil und Hinterheil arrangirt er dann wieder numerisch. Den Vordertheil arrangirt er also: 1) und 2): die Einleitung nach der Zwei gezählt, 3) zwei superius, 4) zwei inferius, 5) res una, 6) res omnes, 7) unus, 8) meditatio, 9) res natae, 10) adoptio. Den Hintertheil arrangirt er derartig, dass er das Completum est als ein Ganzes nimmt, den Index dreitheilig fasst, und von den übrigen Passus jeden in zwei Theile spaltet, Damit käme denn heraus: 1) sic habebis, 2) ideo fugiet, 3) haec est, 4) quia, 5) sic mundus, 6) hinc erunt, 7) quarum modus, 8) itaque, 9) habens, 10) completum. Auf die Weise bat er für Vordertheil und Hintertheil eine Zehn, und damit überhaupt die Zehn. Wir weisen darauf hin, dass der Autor in der Art und Weise wie er sich seine 10 entwickelt, diese 10 doppelt vertreten hat. Darauf nun reflectirend, dass er mit einer 10 vollkommen ausreicht, heutet er die eine von den beiden 10, die er hat, in besonderer Weise aus, wie wir das sogleich kennen lernen werden. Auf die Zahlen 8, 9, 27 kommt der Autor ff. die Tab. smar. als ein Ganzes constatiren will, und nicht blos als ein Stück, so hat er zu seinem QuintessenzTheil den Vordertheil und den Hintertheil zu addiren. Bei solcher Addition liegt es nun nahe, dass er, da er

Wenn er

alle 3 Theile vom Standpuncte des numerischen Arrangements hat, dass er die betreffenden Zahlen addirt, welche bei den betreffenden Arrangements herauskommen. Da er nun in der genannten Weise hat, für den QuintessenzTheil: 12, für den Vordertheil: 10, für den Hintertheil : 10, so würde er haben: 12+10+10=32. Was soll er aber mit der 32? Dieser 32 zu Liebe, die er nicht gebrauchen kann, wirft er sich nun folgender Calculation in die Arme. Er sagt, ich habe die 10 zweimal, wo ich mit einer 10 vollkommen auskomme. Demzufolge beute ich eine von ihnen in besonderer Weise aus. Ich nehme sie als 2 X 5. An diese 2 X 5 hält er sich nun, und entnimmt ihr zu der so eben besprochenen Addition die 5. Und indem er es thut, verwerthet er zu dieser Addition nicht 12, 10, 10, sondern 12, 10, 5, und erhält damit 12+10+5 =27. Und hiermit hat er die Sieben undzwanzig. Nun aber ist von der in 25 umgewandelten 10 erst die 5 verwerthet, es ist also noch der 2, welche sie ergiebt, Rechnung zu tragen. Dass geschieht ff. Der Autor steht auf dem Standpuncte der Arabischen Alchemie, huldigt also der Summa perfectionis magisterii in sua natura. Diese Summa etc. beutet er für die 4 aus, indem sie ihm ergiebt 1) summa, 2) perfectio, 3) magisterium, 4) natura. Und dieser 4 setzt er die 2 aus der 2X5 multiplicationsweise gegenüber, so dass er hat: 2X4=8. Und damit hat er die A cht. Die Neun hat der Autor im Arabischen Hermes trismegistus, welcher die Drei in dreifacher Weise vertritt, das ist also eine 3 × 3 = 9 bietet.

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Zu den 32 Nethiboth kommt der Autor derartig, dass er mystificationsweis addirt 12+ 10 + 10 = 32 (siehe oben), und nicht 12+10+5=27. Die 32 ist also nichts anderes, als die mystificirte Platonische 27. Dass er auf die Weise die Platonische 27 so sehr in den Vordergrund drängt, hängt damit zusammen, dass er in der Arabischen Alchemie eine Verherrlichung Platos sieht. Das liegt auch sehr nahe. Denn die Astrologie kommt ja blos, wie wir wissen, im Anlehnen an den Schwanz des Platonischen Weltenthieres in die Alchemie. Ferner, die Arabische Zeichenlehre wurzelt, wie wir darauf auch bereits hingewiesen, in nichts anderem, als in der Platonischen Figuren-Auffassung der Arcana. Und was die Arabischen Metalle betrifft, so lehnen sie in sofern an Plato, als sich auch bei Plato die Metall-Auffassung der Arcana findet. Die Verherrlichung Platos durch die in den Vordergrund gedrängte 27 liegt nun des Näheren ff. Der Autor stellt sich auf den Standpunct der Zahlenphilosophie. Also diese ist ihm in der Alchemie die Hauptsache, und indem sie das ist, ist ihm in der Platonischen Alchemie die Platonische Zahlenphilosophie die Hauptsache. Will er also Plato verherrlichen, so hat er seine Zahlenphilosophie zu verherrlichen. Diese verherrlicht er nun, indem er die Platonischen Zahlen in die, dem Plato eigens und nicht eigens zukommenden Zahlen theilt, die letzteren: 8, 9, 27 hervorhebt als die besonders diesem Zwecke entsprechenden, aus ihnen aber wieder die 27 besonders hervorhebt und an die Spitze seines Buches stellt. Das Recht, auf die Weise eine der Platonischen Zahlen herauszuheben, und an sie die dem Plato besonders zukommenden philosophischen Zahlen zu knüpfen, giebt dem Autor übrigens Plato selbst, der in seinem Kritias auf die Weise die 9 ausbeutet. Unser Autor hält sich an 27, statt 9, weil 27 die grösseste der Platonischen Zahlen ist.

Das eigentliche Buch Jezirah bringt
Cap. 1, Abschnitt 1: die 32, die 3.

Cap. 1, Abschnitt 2: die 10, die 22 (s. Cap. 2), die 3, die 7, die 12.

Cap. 1, Abschnitt 3: die 10, die 5.

Cap. 1, Abschnitt 4, 5, 6, 7, 8: die 10.

Cap. 1, Abschnitt 9, 10: die 10, die 1, die 2, die 3, die 4.

Cap. 1, Abschnitt 11: die 5, die 6, die 7, die 8, die 9, die 10.

Cap. 1, Abschnitt 12: die 10.

Cap. 2, Abschnitt 1: die 22. Zu dieser 22 kommt der Autor derartig, dass er von der 10, die er doppelt hat, die eine ganz fallen lässt. Statt also zu zäblen 12+ 10+5 = 27, zählt er mystificationsweis nicht nur 12+ 10+ 10 = 32, sondern auch 12+10=22. Ferner wieder: die 3, die 7, die 12.

Cap. 2, Abschnitt 2, 3, 4, 5: die 22.
Cap. 3, Abschnitt 1, 2, 3, 4, 5: die 3.
Cap. 4, Abschnitt 1, 2, 3: die 7.

Cap. 4, Abschnitt 4: die 2, die S, die 4, die 5, die 6, die 7.

Cap. 5, Abschnitt 1: die 12.

Cap. 5, Abschnitt 2: die 12, die 3, die 7.

Cap. 5, Abschnitt 3: die 22.

Cap. 6, Abschnitt 1, 2: die 3, die 7, die 12. Cap. 6, Abschnitt 3: die 1, die 7, die 3, die 12. Cap. 6, Abschnitt 4: die 10, die 22, die 7, die 12. Gegen Ende des Buches führt uns der Autor den Abraham als den vor, dem Gott den Inhalt desselben offenbart. Damit geschieht denn nichts anderes, als dass uns Abraham als Hermes präsentirt wird. Er ist der Hermes unicus als der, der an der Spitze der drei Patriarchen steht, als solcher in dem Isaac und Jacob als Sohn und Enkel aufgehen. Er ist der Hermes trinus als der, der sich als Ein-Patriarch: Abraham zu den drei Patriarchen: Abraham, Isaac und Jacob extendirt. Dieser Abraham des Buches Jezirah giebt Kriegsmann (s. den Abschnitt: Allgemeine Vorbemerkungen über die Tab. smar.) den Stoff zu der Bemerkung, dass die persona Abrahami in numerum chemicorum omnium voto recepta fuit.

Da der Autor des Buches Jezirah den Arabischen Metallen, der Arabischen astrologischen und Zeichen-Interpretation der Tab. smar. huldigt, so liegt es auf der Hand, dass er in eine Zeit fällt, zu der die Arabische Alchemie bereits bedeutende Fortschritte gemacht hat. Und damit liegt es auf der Hand, dass man sich in den Bereich der Fabel versetzt, wenn man den betreffenden Autor, wie das geschehen, in eine frühere Zeit versetzt.

Das Buch Jezirah wird zu den Hauptbüchern über Kabbala gerechnet, und da es als solches häufig einem anderen kabbalistischen Hauptbuche, dem Buch Sohar, 177 750, zur Seite gesetzt wird, so erwähnen wir hier nebenbenbei, dass das Buch Sohar eine mystisch-mysteriöse Interpretation des alten Testamentes ist, welche vielseitig alchemistische Probleme in ihren Bereich zieht. Damit kommen denn Soharismus und Philonismus so ungefähr auf dasselbe hinaus. Dass beide sich nicht absolut decken, kommt daher, dass Philo das alte Testament in quanti tativ geringerem Grade ausbeutet, als der Autor des Sohar, dass bei Philo die mysteriös-mystische Richtung nicht so energisch vertreten ist, als beim Autor des Sohar Philo ist mehr ein Vorläufer für die Kabbala, als im eigentlichen Sinne ein Kabbalist dass endlich in Folge dessen, dass zu den Zeiten des Autors des Sohar die Alchemie eine Reihe von Speculationen in sich aufgenommen, welche zu Philos Zeiten noch nicht da waren, dass in Folge dessen der Autor des Sobar in der Lage ist, alchemistische Probleme in umfangreicherem Grade auszubeuten, als das dem Philo möglich war, als Philo es gethan,

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Abendländische Alchemie.

Den Impuls zur Abendländischen Alchemie giebt der Umstand, dass Christen die Arabische Alchemie in Spanien kennen lernen, und nun die Christlichen Standpuncte, welche sich an die Tab. smar. knüpfen (Drei-Einigkeits-Interpretation u. s. w.), zur Arabischen Alchemie in Relation setzen. Diese neue Phase beginnt, nachdem die zweite MercurInterpretation der Tab. smar. bereits da ist.

Die Abendländische Alchemie zerfällt in 4 Perioden. Die erste Periode bringt die Hauptcharacteristica der Abendländischen Alchemie, und die zweite Periode bewegt sich alsdann in Bezug auf diese Hauptcharacteristica auf der Bahn weiter, welche in der ersten Periode vorgezeichnet ist. Die dritte Periode erhält neue Nahrung durch eine von Spanien herübergekommene neue Interpretation der Tab. smar. In der vierten Periode wird die neuere Chemie angebahnt. Wir lassen die erste Periode bis Albertus Magnus geben; die zweite geht dann von Albertus M. bis Basilius Valentinus; die dritte von Basilius Va

lentinus bis Libavius; die vierte von Libavius bis zum Verlorengehen der Alchemie.

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Lapis

Erste Abendländische Periode. philosophicus-Interpretation der Abendländer.

Schriftsteller und Schriften s. weiter unten in einem Besonderabschnitte.

Die Abendländer machen sich an die zweite Mercur-Interpretation der Tab. smar., welche sie von den Arabern kennen lernen. Diese Interpretation bietet, wie wir wissen, im Anlehnen an das Quecksilber drei Lapides philoss., welche doch nur ein Ein-Lapis sind. Das ist nun eine Handhabe dazu, den Lapis philos. an die Triunität der Gottheit anzulehnen, ein Thun, welches bereits durch das erste Buch der Oracula Sibyllina eingeleitet ist.

In Bezug auf die Triunität sagen nun die Abendländischen Alchemisten, wir haben nicht den Sachverhalt, dass getrennt auf der einen Seite die Dreigottheit, auf der anderen Seite die Eingottheit steht, sondern den Sachverhalt, dass auf der einen Seite die Gottheit zu einer Drei extendirt, auf der anderen Seite die Gottheit zu einer Eins restringirt wird. Diese Eins liegt aber nicht ausserhalb jener Drei, sondern in ihr. Sie ist Christus. Christus steht auf der einen Seite da als Christus: Eins. Auf der anderen Seite extendirt er sich zu Christus, Gott Vater, heiligem Geist: Drei. Die Eingottheit ist nun, im Anlehnen an die Drei-Einigkeits-Interpretation der Tab. smar., das os. Also ist der Eingott, Christus, das os. Der Drei-Gott ist Christus als qus, Gott der Vater und der heilige Geist.

Das ergiebt nun als Parallele für den Lapis philos. ff. Es giebt auf der einen Seite einen Drei-Lapis, auf der anderen Seite einen Ein-Lapis. Der Sachverhalt hierbei liegt aber nun nicht derartig, dass getrennt auf der einen Seite der Drei-Lapis, auf der anderen Seite der Ein-Lapis steht, sondern derartig, dass der Lapis philos. sich auf der einen Seite zu einer Drei extendirt, auf der anderen Seite sich zu einer Eins restringirt. Diese Eins liegt nicht ausserhalb jener Drei, sondern in ihr. Der Ein-Lapis ist Hydrarg. oxyd. rubr. Distrahirt er sich nun zur Drei, so wird aus ihm Hydrarg. oxyd. rubr., Quecksilber, Quecksilber.

Lässt man nun die Deckung eintreteten, so deckt Christus, das qus, das Hydrarg. oxyd. rubr. Die nähere Sachlage hierbei ist die, dass pus als Feuer genommen wird, das Hydrarg. oxyd. rubr. aber zum Feuer eine ganz besondere Relation hat, indem es entweder vermittelst des Feuers allein dargestellt wird, oder vermittelst des Feuers und des Acid. nitrici', welches letztere abermals Feuer ist.

In dem ersten Buche der Oracula Sibyllina lag die Sache anders, dort deckte Christus das 'Agoevizor, das ist den Schwefel. Dass wir nun dort Christus in der Relation zum Schwefel hatten, hier zum Hydrarg. oxyd, rubr. ist zwar eine Differenz, aber keine absolute Umkehrung des Sachverhältnisses. Man kann also nicht sagen, in den Oraculis Sibyllinis kommt das Hydrarg. oxyd. rubr. auf Gott den Vater, hier auf Christus. So nicht. Denn in den Oraculis Sibyllinis wurde das Hydrarg. oxyd. rubr. im Räthsel zwar dem Quecksilber angereiht, nicht aber wurde das Hydrarg. oxyd. rubr. direct auf Gott den Vater bezogen. Die enge Anknüpfung an Gott hat dort blos in Bezug auf das Quecksilber im ersten Theile des Räthsels statt, beim Hydrarg. oxyd. rubr. fällt die nähere Relation zu Gott.

Und in weiterer Deckung deckt Gott der Vater das eine Quecksilber, der heilige Geist das andere Quecksilber. Dies wird nun derartig motivirt, dass in dem ersten Buche der Oracula Sibyllina Gott der Vater speciell auf das Quecksilber kommt (Vers 137 bis Vers 140). So ist das eine Quecksilber untergebracht. Das andere Quecksilber kommt alsdann auf den heiligen Geist. Es liegt nämlich im Anschluss an das erste Buch der Oracula Sibyllina nahe, das Quecksilber zum Noah in Relation zu setzen. In Noah ist aber, wie wir dort gesehen, ein Anlehnen an den heiligen Geist gegeben.

Es sind nun alle 3 Lapides: Quecksilber, denn Hydrarg. oxyd.rubr. ist auch Quecksilber, nur in besonderer Wesenheit.

Wir haben aber eben in ihm die besondere Wesenheit, und das legt es nahe, dem zweiten und dritten Quecksilber-Lapis auch besondere Wesenheits-Standpuncte anzuweisen. Diese Wesenheits-Standpuncte werden nun dadurch herausbekommen, dass man sagt, der Lapis philos. ist Schwefel und Mercur. Von diesen beiden geben wir dem einen Quecksilber den Schwefel und dem anderen den Mercur. Eine solche Calculation liegt nun in Bezug auf den Schwefel deswegen besonders nahe, da der Platz für das Apoɛvizòv, indem Christus in Relation zum Hydrarg. oxyd. rubr. tritt, frei geworden ist. Dies 'Agoεvizov kommt nun auf den heiligen Geist, welches nahe liegt, da der Schwefel im Sinne der früheren Lapis philos.-Interpretation der Tab. smar. Hydrothiongas ist, das ist etwas luftförmiges, etwas pneumatisches. Damit ist denn ein Quecksilber als Schwefel verwerthet, und das legt es nahe, das andere für Mercur zu verwerthen.

Wie also die Araber die 3 Lapides von den BesonderStandpuncten: Erde, Erde und Feuer, Erde und Wasser auffassen, so fassen die Abendländer, sich an den Christlichen Standpunct haltend, dieselben auf als: Hydrarg. oxyd. rubr., Mercur, Sulphur.

Was nun im Besonderen die Lapis philos.-Interpretation der Tab. smar. betrifft, mit der wir es hier zu thun haben, so werden die 8 Rubriken der, metaphysischen Interpretation der Tab. smar. angenommen. Von der ersten Rubrik ist nichts zu sagen, und so beginnen wir mit der

Zweiten Rubrik.

Quod est inferius bis adoptione.

Bereits bei der Jüdischen Interpretation der zweiten Redaction der Tab. smar. wurden die beiden superius und inferius zu einer Drei (Wasser, Erde, Luft) ausgebeutet. Diese Drei tritt nun auch hier ein und zwar :

Erstens im Anlehnen an die Gottheit. Gott Vater, Sohn und heiliger Geist dienen dazu, um die Wunder der res una zu Stande zu bringen. Die res una ist das qws und im Anlehnen an dieses der Ein-Gott: Christus.

Zweitens im Anlehnen an den Lapis philos. Die 3 Lapides dienen dazu, die Wunder der res una, des EinLapis, zu Stande zu bringen, welcher ist: Hydrarg. oxyd. rubr.

Et sicut etc.

Die res omnes sind Gott Vater, Sohn, heiliger Geist. Meditatio unius ist Christus. Also res omnes fuerunt ab uno, meditatione unius: die Drei-Gottheit entstand durch den Eingott, nämlich Christus. Christus dilatirt sich zu Christus, Gott Vater und heiligem Geist; Christus, Gott Vater und heiliger Geist restringiren sich zu Christus.

Die res natae sind die 3 Lapides. Diese entstanden von der una res, dem Hydrarg. oxyd. rubr. Das Hydrarg. oxyd. rubr. dilatirt sich zu den 3 Lapides; die 3 Lapides restringiren sich zum Hydrarg. oxyd. rubr.

Die adoptio restringirt die Parallele in Bezug auf das sicut sic. Drei-Ein-Gottheit und Drei-Ein-Lapis decken sich nur uneigentlich.

Dritte Rubrik.

Pater ejus est Sol bis terra est.

Die väterlichen und mütterlichen Verhältnisse werden hier als indirecte Bezeichnungen für die Wesenheit dessen genommen, was in's Auge gefasst wird. Wenn der Vater resp. die Mutter ein Mensch ist, so ist auch das Kind ein Mensch, wenn der Vater resp. die Mutter eine Pflanze ist, so ist auch das Kind eine Pflanze u. s. w. Ob ich also sage, er selbst ist das, oder sein Vater, seine Mutter ist das, bleibt sich gleich. Es wird dem entsprechend angenommen, dass es ganz gleich ist, ob hier steht Pater ejus est Sol, oder Est Sol, ob hier steht mater ejus est Luna, oder est Luna; ob hier steht Portavit illud ventus in ventre suo (mater ejus est ventus), oder Est ventus; ob hier steht Nutrix ejus terra est (mater ejus est terra), oder Est terra.

Also Pater ejus est Sol etc.: Er ist Sol und Luna, das ist, er ist das qws, das ist, es handelt sich um Christus. Das Doppel-Verhältniss mit Sol und Luna stammt daher, dass wir Christus doppelt haben, als Eingott und als Theilgott der Trinität.

Portavit illud ventus etc.: Er ist ventus, Luft, nvsõμa. Das ist, es handelt sich um den heiligen Geist.

Nutrix ejus terra est.:

Er ist Erde. Das ist, es han

delt sich um Gott den Vater. Erde wird Gott der Vater in Bezug darauf, dass er die Welt erschaffen hat. Somit ist er der Welt-erschaffende Gott, das ist kurz der WeltGott und noch kürzer die Welt. Nun wird aber Welt und Erde synonim genommen, und auf die Weise wird Gott der Vater zur terra.

So ist die Relation zur Gottheit. Damit geht die Parallele in Bezug auf den Lapis philos. Hand in Hand.

Pater ejus est Sol etc. Es handelt sich um den FeuerLapis, das ist um das Hydrarg. oxyd. rubr. Das DoppelVerhältniss mit Sol und Luna stammt daher, dass wir das Hydrarg. oxyd. rubr. doppelt haben, als Ein- Lapis und als Theil des Drei-Lapis.

Portavit illud ventus etc. Es handelt sich um den Lapis philos. als Schwefel. Wir wissen ja, dass der Schwefel, der beim Schwefel und Mercur des Lapis philos. der ersten Lapis philos - Interpretation betheiligt war, Luft-Schwefel ist, daher die Bezeichnung: Est ventus.

Nutrix ejus terra est. Es handelt sich um den MercurLapis. Von der berührten Interpretation her wissen wir ebenfalls, dass der Mercur, der beim Lapis philos. betheiligt war, Erde ist, daher hier die Bezeichnung: Est terra. Vierte Rubrik.

Pater omnis telesmi bis inferiorum.

In Beziehung auf die Gottheit lehnt diese Rubrik an Christus. Das Nähere sehe man bei der Drei-EinigkeitsInterpretation der Tab. smar. nach.

In Bezug auf den Lapis philos. liegt die Interpretation ff. Pater omnis telesmi etc. Der telesmus ist der Lapis philos. Der Vater desselben ist das Metall Quecksilber als solches; ihm verdankt der Lapis philos. sein Dasein, denn alle 3 Lapides sind Quecksilber. Also: Hier hast du das Quecksilber.

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Virtus ejus etc. Seine Kraft ist vollständig, wenn es in terra verwandelt worden. Terra Lapis, und Lapis hier sehr nahe liegend genommen als Lapis philos. Also die virtus des Quecksilbers ist eine integra, wenn sie, die virtus, oder es, das Quecksilber, in Lapis philos. verwandelt worden.

Separabis etc. In Bezug auf Christus haben wir hier den Leib Christi und den geistig gefassten Christus (göttliche Eigenschaft). Das führt auf Körper und Geist, und diese werden dem Lapis philosophicus gegenübergestellt. Der Körper wird einfach genommen, der Geist doppelt, so dass herauskommt: Corpus, Anima, Spiritus. Corpus wird gleichgestellt dem Hydrarg. oxyd. rubr., denn in ihm hat man den Lapis philos. reell, wohingegen die beiden anderen Quecksilber-Lapides mehr Idealitäten sind. Desshalb diese letzteren Anima und Spiritus. Es soll nun der Lapis philos., den wir vorhin in der terra generell haben, in Corpus, Anima, Spiritus zersplittert werden, und dann separirt werden. Es sind zu trennen Anima und Spiritus vom Corpus, so dass dieses übrigbleibt, dass wir das Hydrarg. oxyd. rubr. behalten.

Suaviter magno cum ingenio weist darauf hin, dass es sich um das Lapis philos.-Verhältniss, und nicht um Christus handelt.

Ascendit etc. Das Hydrarg. oxyd. rubr. nun, welches wir beim Separiren erhalten, das steigt auf und ab, indem es rothe Dämpfe entwickelt, und sich präcipitirt. Streng genommen ist es also auf das Hydrarg. oxyd. rubr. abgesehen, welches mittelst Salpetersäure dargestellt wird. Indessen das Hydrarg. oxyd. rubr., welches mittelst Feuers allein dargestellt wird, ist nicht excludirt, denn wir wissen ja von den Arabern her, dass auch bei dieser Darstellungsweise das ascendere und descendere herangezogen wurde. Et recipit etc. Das Hydrarg. oxyd. rubr., welches man auf die Weise erhält, bekommt die Macht aller Lapides, der superiora und der inferiora der zweiten Rubrik, welche ja die 3 Lapides sind. Die vorhin separirten Lapides werden wieder herangezogen, um das Hydrarg. oxyd. rubr. nicht allein zu haben.

Beim ascendere, descendere, vim recipere kann man übrigens auch die 4 Regimina heranziehen. Nämlich: Es bringt das ascendit a terra in coelum: die Solutio. Es bringt das descendit in terram: die Congelatio. Da nun das ascendere zu einem superius führt, so haben wir in der Solutio ein Regimen snperius. Da das descendere

zu einem inferius führt, so haben wir in der Congelatio ein Regimen inferius. Dies Regimen superius et inferius soll nun recipere vim superiorum et inferiorum, das heisst, es sollen 2 Regimina superiora und 2 Regimina inferiora herauskommen. Und das heisst, es soll sich dem einen Regimen superius, welches die Solutio ist, das zweite Regimen superius, welches die Destillatio ist, hinzugesellen; es soll sich dem einen Regimen inferius, welches die Congelatio ist, das zweite Regimen inferius, welches die Calcinatio ist, hinzugesellen. (Vergl. bei den Arabern.)

Fünfte Rubrik.

Sie habebis bis penetrabit.

Die gloria bezieht sich auf die Gottheit, die im Vorhergehenden abgehandelt worden, und zwar eigentlich in dieser Beziehung auf Gott Vater, Sohn, heiligen Geist. Im Grunde ist es aber blos auf Christus abgesehen, und daher: Ideo fugiet a te omnis obscuritas. Christus aber wird hier einerseits deswegen in den Vordergrund geschoben, weil, wie wir oben gesehen, in ihm die Trinität aufgeht, und andererseits deswegen, weil es sich um eine Christliche Interpretation über den Lapis philos. handelt, entgegen der Arabischen analogen Interpretation.

Die fortitudo ist der Lapis-Standpunct. Die cumulirte fortitudo zählt nach der Drei, und bezieht sich auf den dreifachen Lapis philos. Die omnis res subtilis ist der doppelte Quecksilber - Lapis, die omnis res solida ist der in der dritten Rubrik doppelt gefasste Hydrarg, oxyd. rubr.Lapis. Also: Die fortitudo, der Lapis-Standpunct, besiegt und durchdringt die 3 Lapides, von denen einer doppelt gefasst wird.

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Completum est bis Solis.

Das wird kurzweg übersetzt: Es ist jetzt fertig, was ich über die zovσonoita gesagt.

An die zweite Mercur-Interpretation lehnen, wie wir das wissen, zwei Arabische Parteien, die Goldmacherpartei und die Nicht-Goldmacherpartei. Die erstere war in der Minorität. Gerade aber, weil sie das war, traten die Abendländer zu ihr über, um so gegen den Kern der Araber Front zu machen. Da die Araber im Allgemeinen sagten: Keine zovooлoita, so sagten die Abendländer: Und nun erst recht Xovooлotta, ihr Heiden! Daher muss man sich nicht wundern, dass das Completum est so brevi manu die XQuoоnoita bringt. Weil die Araber es nicht wollen, gerade deshalb wird den Abendländern die Alchemie zu gar nichts anderem, als zur XQuoоnoita. Und darum schliesst die Tab. smar. in der vorliegenden Interpretation: Es ist jetzt fertig, was ich von der zovoonoia gesagt, trotzdem dass in dieser Interpretation kein Wort über dieselbe gesagt ist. Die Tab. smar. ist der Kanon der Alchemie, als solcher der Inbegriff der Alchemie, als solcher Alchemie, und als solche xovoолoita. Wenn also die Tab. smar. absolvirt ist, so ist eo ipso die xquooлoıïa absolvirt. Nun ist kraft der philosophia totius mundi der Titel der vorliegenden Interpretation der Tab. smar.: De Lapide philosophico. Wenn wir also vorhin sagten, Alchemie = zovooлoitα, so tritt dem noch zur Seite, Alchemie Lapis philos. Und so kommt denn für die Abend

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länder heraus: Alchemie ist die Lehre vom Lapis philos. und der zovoonoita. Wir werden sehen, dass die Abendländer sich noch mannigfachen Interpretationen der Tab. smar. in die Arme werfen. Wenn dem aber auch so ist, die vorliegende Interpretation ist ihnen die Interpretatio princeps, von der sie unter keinen Umständen ablassen, und daher dreht sich die Abendländische Alchemie immer und immer wieder um die Goldmacherkunst und den Stein der Weisen. Auf die Weise ist es leicht zu begreifen, dass in der Abendländischen Zeit der Goldmacher-Schwindel solch kolossale Dimensionen annehmen konnte. Ohne Mystificationen ging es nun einmal nicht in der Alchemie. Da diese aber im Grunde auf nichts anderes hinauskam, als auf die xovoолoiα, so musste diese auch das Hauptsubstrat zur Mystification abgeben, und daher eben aller Ecken der Goldmacher - Schwindel, an den das Publicum um so lieber anbiss, als die schwache Seite der meisten Menschen Goldgier ist.

Wie in Bezug auf den Lapis philos. der ersten Lapis philos. -Interpretation der Tab. smar., so handelt es sich natürlich auch in Bezug auf den Quecksilber - Lapis um ein Etwas, welches man dem unedelen Metall zusetzt, auf dass dieses zu Gold wird. Diesen Zusatz-Process fassen die Abendländer aus verschiedenen Gesichtspuncten auf. Sie sprechen in dieser Beziehung von einer Projectio (projicere) der Lapis philos. wird über das unedele Metall geworfen; von einer Multiplicatio der Lapis philos. wird kraft der Stelle Pater ejus est Sol als Gold aufgefasst, als weniges Gold, welches die Masse, mit der es in Berührung kommt, in vieles Gold verwandelt, und was dergleichen Ausdrücke mehr sind. So spricht man von einer Fermentatio, von einem Aufgehen des Lapis philos. wie ein Samen - Ausdrücke, welche wir später näher kennen lernen werden. Natürlich ist bei der SchwindelGoldmacherkunst ein Punct, auf den wir schon früher aufmerksam gemacht Gewicht darauf zu legen, dass der Lapis philos. nicht von vorn herein dem unedelen Metalle als Gold zugesetzt wird, damit der Anti-Goldmacher nicht sagen kann, das ist keine Kunst, Gold zu gewinnen, wenn man vorab Gold in den Tiegel giebt.

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Schlussbemerkungen.

Man könnte sagen, es ist ein eigenthümliches Sachverhältniss, dass von den drei Lapides einer qus, ignis, sein soll, der andere Schwefel, indem ja Feuer Schwefel. Dabei ist aber zu bedenken, dass eine solche Situation wohl im Allgemeinen etwas auffallendes haben könnte, hier im Besonderen aber nicht hat. Hier stehen die Lapides der Gottheit zur Seite, in Bezug auf diese ist aber der Vater, was der Sohn ist, und der Sohn wieder, was der heilige Geist ist. (Vergl. Symbolum Quicunque.) Wenn es also heisst, der Lapis ignis (Hydrarg. oxyd. rubr.) ist ja im Grunde dasselbe, was der Lapis Sulphuris (MercurLapis, welcher auf den heiligen Geist kommt) ist, so trägt das weiter keine Collision in sich, denn bei der Trinität ist Christus auch dasselbe, was der heilige Geist ist. Ein Lapis soll ja im Grunde dasselbe sein, was der andere ist, denn sonst könnten sie ja nicht alle drei auf das Quecksilber hinauskommen. Uebrigens kann man auch ff. argumentiren. In der dritten Rubrik heisst Pater ejus est Sol auch: der Vater des betreffenden Lapis ist Gold. Damit ist der Lapis selbst Gold. Demnach decken sich Lapis ignis und Gold-Lapis. Statt Lapis ignis kann man also auch Gold-Lapis sagen. Dieser aber bietet mit dem Schwefel-Lapis weiter keine Collision.

Die vorliegende Interpretation der Tab. smar. fasst die XQvooлoiïa so auf, wie sie im Sinne der Arabischen La pis philos.-Interpretation liegt. Das ist also, man hat das unedele Metall und setzt den Lapis philos. zu, dann geht die Verwandlung in Gold vor sich. Eine Differenz beider Interpretationen liegt nun darin, dass die Araber in dem Passus Haec est totius fortitudinis die Metalle haben, welche besiegt und durchdrungen werden durch den Lapis philos., die Abendländer dagegen in diesem Passus, wie überhaupt in ihrer Interpretation, die Metalle nicht haben. eigentliche Lücke liegt nun hierin in Bezug auf die Abendländer gerade nicht, denn, wenn ihnen die Alchemie = Xqvooroiïα, der der Lapis philos. zur Seite tritt, so versteht es sich nach den Antecedentien der Abendländischen Alchemie von selbst, dass durch den Zusatz des

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