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Sulphure, idcirco non oportet id aliter definiri quam Sulphur. „Es bleibt uns übrig, vom Arsenik zu sprechen. In Bezug auf denselben sagen wir nun, dass er aus einer subtilen Materie besteht, die Aehnlichkeit hat mit der Materie des Schwefels. Daher kann man Arsenik nicht anders definiren, als Schwefel."

Christus und Schwefel haben die gegenseitige Relation, dass Schwefel Feuer: Licht. Christus aber ist als ein Licht in die Welt gekommen. (Vergl. Drei-EinigkeitsInterpretation der Tab. smar.). Hierin ist denn das gegeben, dass die Doppellösung des zweiten Räthsels, 'Inoous und 'Apoɛvizov, einen Eingesichtspunct hat, und dieser ist eben das Licht.

Wir haben also im Cinnober-Räthsel den Mercur und im Arsenik-Räthsel den Schwefel. Wenn man nun den Mercur hat, so hat man anlehnend an die metaphysische Interpretation der Tab. smar noch nicht den Schwefel. Hat man aber den Schwefel, so hat man anlehnend an die Lapis philosophicus-Interpretation der Tab. smar. zugleich den Mercur. Man hat zuerst die metaphysische Interpretation der Tab. smar., und weiss nichts von Schwefel. Nun lernt man an der Hand der Lapis philosophicus-Interpretation den Schwefel kennen, und hat damit nicht nur den Schwefel, sondern auch den Mercur. Das ist der Grund, weshalb man im Agoevizov nicht nur das Agoɛvizov als solches hat, sondern zugleich auch den Lapis philos. Auf dies Sachverhältniss weisen auch die als eigentliche Zahlen genommenen Buchstaben von Kivváßagis und Aqσεvıxov hin. Im letzteren hat man: 888, das ist 444 +444. Hiervon weist nun die eine 444 direct auf Kivváßagis (Mercur), somit auf die eine Hälfte des Lapis philos., und die andere 444 weist auf die andere Hälfte des Lapis philos., das ist Agovizov im engeren Sinne.

d. Interpretation des ersten Buches der Oracula Sibyllina.

Die verschiedenen Geschlechter sind alchemistisch zu fassen. In den verschiedenen Geschlechtern werden uns die verschiedenen Nationalitäten, die verschiedenen Generationen in Bezug auf ihren verschiedenen alchemistischen Standpunct vorgeführt.

Der Autor fängt mit der Erschaffung der Welt an, um auf den Menschen zu kommen. Die beiden Schöpfungsgeschichten im ersten Buche Mosis verschmilzt er in eine. Er führt uns die Menschen im Paradiese vor. Diese wachsen nach der Ausstossung aus dem Paradiese zu einem Volke an. Das ist das erste Geschlecht.

Dies erste Geschlecht ist das erste alchemistische Geschlecht, die Inder, die Indischen Alchemisten. Das, was der Autor vom ersten Geschlecht sagt, lehnt sich in so fern an die Inder an, als das Paradies, der Aufenthalt der ersten Menschen aus dem ersten Geschlecht, gewöhnlich nach Indien verlegt wird. Dies Geschlecht muss aus der Welt, um einem nachfolgenden Geschlechte Platz zu machen, ganz so, wie bei den folgenden Geschlechtern immer das eine aus der Welt muss, ehe das andere an die Reihe kommt. Das hängt damit zusammen, dass das eine alchemistische Geschlecht das, was das andere gebracht, gewissermassen umstösst, aus der Welt bringt. Dies letztere wird aber so gefasst, als wenn das betreffende abtretende Geschlecht sich selbst durch seine Sünden den Weg aus der Welt anbahnt. Der Autor zielt damit auf die Erbsünde, und leitet so successiv Christus ein, der für die Sünden der Welt stirbt. Mit der Vorführung der Erbsünde hängt es denn auch zusammen, dass die Verführungs-Geschichte im Paradiese ausführlich erörtert wird.

Das erste Geschlecht ist selbst im Hades noch geehrt, denn wenn man die Anschauungen der Indischen Alchemie auch nicht beibehielt, darin sind die Inder stets zu ehren, `dass sie die ersten Alchemisten waren.

Das zweite Geschlecht ist das zweite alchemistische Geschlecht, das sind die Aegypter, die Aegyptischen Alchemisten. Die Aegypter schildert der Autor in ihrem Kunstsinn.

Das dritte Geschlecht ist das dritte alchemistische Geschlecht, das sind die Juden, die Jüdischen Alchemisten. Der Autor charakterisirt dies dritte Geschlecht mehr oberflächlich. Der Jüdischen Alchemie wird schon sattsam

dadurch Rechnung getragen, dass uns die Jüdische Schöpfungsgeschichte geboten wird.

Das vierte Geschlecht ist das vierte alchemistische Geschlecht, das sind die Griechen, die Griechischen Alchemisten. Der Autor deutet bei diesem Geschlechte dadurch auf die Griechen, dass er vom Jɛds ovgários spricht. Bei diesem hat er den Ougavos, den Gott Uranus, im Sinne, der an der Spitze der Griechischen Götter steht. Es wird zwar auch anderweitig im Verlauf des Buches Gott das Epitheton ovoúvios gegeben, wo an einen Hinblick auf den Uranus nicht zu denken ist. Daran darf man sich aber nicht stossen. Das betreffende Verhältniss hat eben gerade nur hier beim vierten Geschlecht statt. Einer ähnlichen Sachlage begegnen wir auch in Bezug auf den Tartarus. Im Vers. 9. et 10: doaoe yào̟ yãy tao̟τάρου ἀμφὶ σάλον ist Tartarus auch in ganz anderem Sinne zu nehmen, als an anderen Stellen des Buches, wo die Menschen in den Tartarus, die Unterwelt. kommen.

Das fünfte Geschlecht ist das fünfte alchemistische Geschlecht, das sind die Alexandriner, die Alexandrinischen Alchemisten. Diese schildert der Autor als Lästerzungen weil sie sich beim Streite um die Tab. smar. gegenseitig verlästern. Dies Geschlecht geht durch Wasser unter:das Wasser ist das Quecksilber. Auf Grund der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. geht die Alehemie in Wasser-Quecksilber unter. Daher kommt die Sündfluth gerade zur Zeit dieser Generation. Gott, der die Welt durch Wasser untergehen lässt, um so zu sagen der Wasser-Gott, offenbart sich dem Noah unter der Gestalt des Quecksilbers überhaupt und des Hydrarg. oxyd. rubr. (Cinnober) im Besonderen, weil beide an der Hand der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. zu Einem verschmelzen. Sobald Noah die Arche verlassen, ermahnt Gott die Heraustretenden, sie sollen Gerechtigkeit, Geschlecht gegen Geschlecht, üben, bis über alle Menschen das Gericht kommt. Das heisst: Nun habt ihr die metaphysische Interpretation der Tab. smar., nun verlästert und befeindet euch nicht mehr gegenseitig. Richtet euch nicht gegenseitig, lasset mich, Gott, richten. Nachdem nun die metaphysische Interpretation der Tab. smar. ein Damm gegen den alten Alexandrinismus geworden, nachdem im Quecksilber die alten Alexandriner untergegangen, kommt ein neues Geschlecht an die Reihe, welches auf der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. fusst, das ist das sechste Geschlecht. Golden ist es wegen der XQuoоnoita. Die Menschen dieses Geschlechtes sind glücklich, denn der Hader um die Griechische oder Jüdische Interpretation der Tab. smar. liegt hinter ihnen.

Unter diesem Geschlecht lebt die Sibylle. Dass die Sibylle eben jetzt lebt, hängt damit zusammen, dass der Autor des Buches der metaphysischen und der aus ihr entstandenen Lapis philosophicus-Interpretation der Tab. smar. huldigt, von welcher letzteren er die Anschauung hat, sie sei nicht gekommen, um die metaphysische Interpretation umzustossen, sondern um sie zu erfüllen, das ist, sie erweiternd, in ihrer wahren Glorie darzustellen. Vor der metaphysischen Interpretation war die Alchemie nach der Auffassung unseres Autors keine ächte Alchemie, die erleuchteten alchemistischen Zeiten fangen erst beim Aufkommen der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. an, und darum lebt die erleuchtete Sibylle in der sechsten Generation. Der Autor des Buches lebt natürlich viel später, sonst würde er die Sibylle nicht wahrsagen lassen können, was die Zukunft wirklich bringt, er lebt zu der Zeit, wo die Lapis philosophicus - Interpretation der Tab. smar. bereits bekannt ist. Die Sibylle weiss vorab, dass das glückliche sechste Zeitalter nicht fortbestehen wird, sie weiss, dass es von der Zeit überflügelt werden wird, wo an die Stelle der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. die Lapis philosophicus Interpretation tritt. Sie weiss also, dass das sechste Geschlecht in den Hades muss. Aber, sagt sie, auch dort werden die Hingegangenen glücklich sein und Ehren geniessen, gerade wie das erste Geschlecht der Inder. Denn die Inder haben den Vorzug, an der Spitze der Alchemie überhaupt zu stehen, das sechste Geschlecht hat den Vorzug, an der Spitze der Alchemie als exclusive Arcanologie zu stehen. Was die 8 hochherzigen Könige betrifft, so zielen sie auf den Hermes trismegistus als Hydrarg. oxyd. rubr., Quecksilber

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und Gold. Diese 3 Könige sind freilich schon da, sobald die Sündfluth vorbei ist, die Sibylle braucht sie also eigentlich nicht vorher zu verkünden. Die Sache liegt aber so, dass sich die Sibylle auf den Standpunet stellt, dass man nach der Sündfluth, unmittelbar nach der sie prophezeit, vorab einmal die metaphysische Interpretation der Tab. smar. hat, ihre Anerkennung kommt erst successiv im Verlauf des sechsten Geschlechtes, und dessbalb sagt die Sibylle, die Könige werden die Loose bekannt machen.

Das siebente Geschlecht, welches nun kommt, das Geschlecht der Titanen, sind die Neuplatoniker. Diese haben den Typus des ersten Geschlechtes, sie gehen nämlich auf die alte Alchemie wieder zurück. Sie kämpfen gegen den Himmel an, welcher gemäss des Räthsels Vers 137 das Quecksilber ist. Diese Sonderbündler sind für die göttliche Strafe reif, und so wäre es am füglichsten, dass über sie eine neue Sündfluth käme. Gott aber hat versprochen, keine neue Sündfluth mehr eintreten zu lassen. Also über die kommt kein Quecksilber-Wasser mehr, aber ein Analogon kommt über sie, das ist der Lapis philos. Gott dämmt das Meer ein, er verkleinert das Quecksilber, er drängt einen Theil desselben zurück, umgiebt es mit Schwefel. Und nun kommt Christus. Christus ist der Lapis philos., oder das 'Apoɛvizov, was sich gleich bleibt, da, wie wir oben gesehen, 'Agoɛrizov und Lapis philos. zusammenfallen.

Wir haben sub a da aufgehört, wo Christus kommt. An Christus knüpft sich das zweite Räthsel, Vers 326 ff. Dann macht uns Vers 330 und 331 auf die Räthsellösung 'Inoous aufmerksam. Und nun kommt

Vers 332. Er wird das Gesetz Gottes erfüllen, nicht auflösen, er trägt ein Gegenbild (dvrítvлov μíμqua) und wird alles lehren.

Auf Jesus bezogen, lehnt sich das Nicht-Auflösen, sondern Erfüllen, an die Schrift.

Auf '400εvizov bezogen, zielt es darauf, dass, wie bereits erwähnt, der Autor des Buches der Lapis philosophicus-Interpretation keine gegnerische Stellung zur metaphysischen Interpretation der Tab. smar. giebt, er hält die erstere blos für ein drtíiväov μíμqua der letzteren, wie auf Jesus bezogen, das neue Testament ein drtítuлоv μίμημα des alten Testamentes ist.

Vers 334. Ihm bringen Priester Gold, Myrrhen und Weihrauch.

Auf Jesus bezogen, bringen dem Jesus die Priester, das sind die 3 Könige aus Morgenland, Gold, Myrrhen, Weihrauch. (Evang. Matth. Cap. 2. Vers. 11.).

Auf 'Apoεvizor bezogen, bringen die Alchemisten diesem die 3 Arcana. Die Lapis philosophicus-Interpretation der Tab. smar. nimmt ja 3 Arcana an. Gold ist das Arcanum P. solaris ruber, weil aus ihm zat' ¿§oxiv der Lapis philos. dargestellt wird, welcher schon an und für sich Gold ist (vergl. Lapis philosophicus Interpretation der Tab. smar.). Myrrhen und Weihrauch sind dann die beiden anderen Arcana.

Vers 336. Aber wann eine Stimme durch die Wüste erschallt (Ev. Matth. Cap. 3. Vers. 3; Ev. Marc. Cap. 1. Vers 3; Ev. Joannis, Cap. 1. Vers. 23.) verkündend den Sterblichen die Pfade gerade zu machen, aus dem Herzen die Schlechtigkeit fortzuwerfen, durch Wasser jeglichen Menschen-Körper zu erleuchteu, dann

Auf Jesus bezogen, bedarf das keiner weiteren Exposition. Auf 'Apoɛvixov bezogen, ist Johannes der Täufer, der Vorläufer des 'Aqoɛvizòv, das Quecksilber. Johannes der Täufer wird als Wasser, als Taufwasser gefasst, das Was ser, das Taufwasser aber als Quecksilber. Gott, der sich dem Noah offenbart, der Wasser-Gott, überträgt sein Wasser-Emblem auf Johannes.

Vers 343. Dann wird plötzlich den Sterblichen ein Zeichen sein, wenn aus Aegyptenland der schöne Stein kommt. An diesen stösst sich das Hebräer-Volk. Aber die Völker sammeln sich um seine Lehre. Denn den hochwaltenden Gott erkennen sie durch ihn, und den Pfad im gemeinsamen Lichte. Denn er zeigt das ewige Leben den Erwählten, den Ungerechten das Feuer.

Auf Jesus bezogen ist Jesus der Stein. Epistol. prim. Petri, Cap. 2:

Vers 4. Πρὸς ὃν προσερχόμενοι, λίθον ζῶντα, ὑπὸ ἀνθρώπων μὲν ἀποδεδοκιμασμένον, παρὰ δὲ θεῷ ἐκλεκτόν, ἔντιμον.

Zu welchem ihr gekommen seid, als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber bei Gott ist auserwählt und köstlich. (Luther.)

Das Uebrige ergiebt sich von selbst.

Auf Apoεvizov bezogen ist dieses der Stein, der Lapis philos. Das Hebräer-Volk, welches sich an ihn stösst, sind die Neuplatoniker. Aber die Völker, die Anhänger der früheren metaphysischen und jetzigen Lapis philosophicusInterpretation sammeln sich um seine Lehre. Sie erken

nen in ihm die wahre Alchemie. Dem Gegner zeigt sich das 'Agoevizor als verbrennender Höllenschwefel. Vers 351. Die Blinden werden sehen, die Lahmen gehen, die Tauben hören, die Stummen reden. Dämonen wird er austreiben. Todte werden auferstehen. Ueber Wasser wird er dahin gehen. In einsamer Gegend wird er mit fünf Broden und einem Fische fünftausend Mann sättigen, mit den Ueberresten dieser noch zwölf Körbe füllen.

In Bezug auf Jesus verweisen wir auf die Geschichte Christi.

Auf 'Agoεvizov bezogen, wird der Lapis philos. als Arcanum genommen, denn durch ihn werden ja die Arcana, was er selbst ist, das ist Schwefel und Mercur. Die Arcana aber heilen den Menschen. Das Wunder mit den Broden und den Fischen bezieht sich derartig auf den Lapis philos., dass der Lapis philos. an und für sich selbst Gold ist. Durch das wenige Gold seiner Substanz macht er aber das Viel der unedelen Metalle zu Gold. Wie die wenigen Brode, der eine Fisch, der Vielheit der sich Sättigenden gegenüber treten, so tritt das wenige Gold des Lapis philos. dem vielen Gold gegenüber, in welches die unedelen Metalle durch ihn permutirt werden. Der Meeresgang ist das Schreiten" des Schwefels über den Mercur, durch welches der Lapis philos. herauskommt.

Vers 360. Und dann will das berauschte Israel noch nicht zu Verstand kommen, es will nicht hören mit seinen dünnen Ohren. Aber wann über die Hebräer kommen wird der wüthende Zorn des Höchsten, und ihnen den Glauben nimmt, weil sie das himmlische Kind Gottes geschädigt haben, dann wird Israel diesem Backenstreiche geben und giftigen Speichel auf die Lippen. Und die Verblendeten werden ihm geben Galle als Speise und ungemischten Essig als Trank.

In Bezug auf Jesus vergleiche die Leidensgeschischte Christi.

Auf 'Agoεvizdy bezogen, haben wir ff. Aber wann über die Gegner des ̓Αρσενικὸν kommen wird der wiithende Zorn Gottes und ihnen den Glauben benimmt, weil sie das Hydrarg. oxyd. rubr. und den Lapis philos. geschädigt haben, dann werden diese Gegner das Hydrarg. oxyd. rubr. und den Lapis philos. verketzern. Sie geben ihnen Galle als Speise und unvermischten Essig als Trank. Galle ist wegen der Farbenähnlichkeit: P. solaris ruber, und der unvermischte Essig (č§os axqarov): Acid. nitricum. Der Sinn ist: Sie sagen, P. solaris ist eben P. solaris als solcher; der Abzug, den ihr von ihm als Lapis philos. macht, geht uns nichts an. Und was das Hydrarg. oxyd. rubr. im Anlehnen an die metaphysische Interpretation der Tab. smar. betrifft, so wird dasselbe einfach mittelst Acid, nitricum dargestellt, und damit ist die Sache fertig. Nicht aber (vergl. metaphysische Interpretation der Tab. smar.) bietet uns das zum Quecksilber hinzukommende Acid. nitricum den Pater omnis telesmi totius mundi, wir erhalten auf die betreffende Weise nicht das, worauf alle Arcana hinauskommen.

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Vers 372. Aber wann er mit den Händen ausgespannt worden, wann er alles gelitten, die Dornenkrone trägt, wann sie ihm die Seite mit Lanzen durchbohrt haben auf Grund dessen mitten am Tage dreistündige Nacht sein wird dann wird der Salomonische Tempel den Menschen ein grosses Wunder zeigen, wann er in die Wohnung des Hades geht, Auferstehung verkündend den Todten. Aber wenn er nach drei Tagen wieder hervorkommt, und den Sterblichen seine Gestalt gezeigt, und sie alles gelehrt hat, dann wird er auf Wolken zur Wohnung des Himmels aufsteigen, das Diadem des Evangelium über die Welt deckend. (Wir halten uns an die Lesart, wie sie nun einmal in den Codd. dasteht: zakúpas diásηua, und finden gar keinen Grund, es zu corrigiren: nahkɛiwas Sia nua, die Satzung hinterlassend). Nach seinem Namen

wird ein neuer Spross aus den Völkern hervorblühen, indem die Menschen geleitet werden durch das Gesetz des Grossen. Aber darauf werden die oólo Wegweiser sein, und die Propheten werden dann aufhören.

In Bezug auf Jesus verweisen wir im Allgemeinen auf die Geschichte Christi. Im Besonderen und in Bezug auf Αρσενικὸν bemerken wir f.

Das Niedersteigen zum Hades und das Auffahren zum Himmel wird nicht nur auf Christus bezogen, sondern auch auf das ascendere und descendere des Lapis philos. resp. des Hydrarg. oxyd. rubr. in der Tab. smar. Das Diadem des Evangelium ist in übertragener Weise das Diadem der Tab. smar. in der Lapis philosophicus-Interpretation. Der Spross im eigentlichen Sinne sind natürlich die Christen, deren Kanon das Evangelium ist, in übertragenem Sinne sind es die Alchemisten, deren Kanon die Tab. smar. ist, und die sich nach dem Lapis philos. in so fern nennen, als sie ihren Namen Philosophen mit dem Lapis philosophicus im Einklang bringen. (Vergl. Lapis philosophicus-Interpretation, 7. Rubrik.) Auf Jesus bezogen, sind die oólo die Apostel. Diese σólo sollen sein: eherne, geharnischte Männer im figürlichen Sinne; oólos ist nämlich eine Metall - Masse. Auf 'Αρσενικὸν bezogen, sind die σólo die unvollkommenen Arcana als Metalle gefasst. Diese werden die neuen Wegweiser sein, nämlich bei der xovoonoita. (Vergl. die achte Rubrik der metaphysischen und Lapis philosophicus-Interpretation der Tab. smar.) Endlich hören, auf Jesus bezogen, die Propheten deshalb auf, weil die Hauptmission der Propheten war, den Messias zu verkünden. Indem nun der Messias, Christus, da ist, sind keine Propheten mehr nöthig. Auf 'Apoɛvixòv bezogen, sind die Propheten die Haupt-Stimm-Führer in der Alchemie überhaupt, und seit dem Aufkommen der Tab. smar. diejenigen, welche mit einer neuen Interpretation der Tab. smar. hervortreten. In letzterer Beziehung glaubt der Autor des Buches, mit der Lehre vom Lapis philos. sei die Alchemie an ihre Gränzmarken gelangt. Damit hat er nun in Bezug auf seine Person, indem er von seinem Standpunct aus rückwärts blickt, Recht. In Bezug dagegen auf das, was nach ihm kommt, hat er Unrecht. Da kommen noch manche „Propheten" der Tab. smar.

Und hier hat denn das Buch sein Ende. Die 14 Verse 387-400 sind das Anflicksel eines Späteren. Sie haben zum Vorangehenden keine Relation.

Interpretation der Tabula smaragdina, wie sie dem ersten Buche der Oracula Sibyllina zu Grunde liegt.

Der Grundstock für das, was wir im ersten Buche der Oracula Sibyllina finden, knüpft sich an eine BesonderInterpretation der Tab. smar.

Wie bei der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. werden acht Rubriken angenommen. Diese reprä

sentiren die acht Geschlechter. Es ist im betreffenden Schriftstücke zwar nur von sieben Geschlechtern die Rede, man wolle aber darauf reflectiren, dass mit Christus das achte Geschlecht anfängt.

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Zweite Rubrik.

Quod est inferius bis adoptione.

Diese Rubrik wird aus zwei Gesichtspuncten gefasst. Auf diese beiden Gesichtspuncte führt das Quod est inferius est sicut id quod est inferius.

Das ist: Nimm entweder den einen Gesichtspunct als superius, den anderen als inferius, oder den einen Gesichtspunct als inferius, den anderen als superius: die Sache kommt auf Eins hinaus.

Erster Gesichtspunct. Superius und inferius sind die Geschlechter. Das eine von diesen Geschlechtern steht zwar höher, als das andere, ist also ein superius, wo das andere ein inferius ist. Trotzdem aber dienen die Geschlechter dazu, um die Wunder der res una zu Stande zu bringen. Die res una ist das Abtreten: ein Geschlecht hat dem anderen Platz zu machen.

Dies Abtreten wird nun auch in's Auge gefasst beim Et sicut etc. Dieser Passus ist zu nehmen, als wenn da stände:

Et sicut res omnes fuerunt ab uno, meditatione unius. ab hac una re, sic omnes res natae fuerunt ab uno, adoptione unius, ab hac una re.

Die res omnes, die Welt, war von Gott durch Christus (lóyos) ab hac una re. Das ist die Welt hat durch Vermittelung Christi abzutreten. Das ist spirituell zu fassen. Die sündhafte Welt tritt durch Christus ab, indem Christus für die Sünden der Menschen stirbt. So ist die Situation im Vordersatze. Im Nachsatz sind die res omnes natae wieder die Welt, entgegen den res omnes aber eine andere Welt, nämlich die Welt, welche durch die Vermittelung der adoptio abtritt. Wie die meditatio nämlich auf Christus zielt, so zielt die adoptio auf Noah. Noah ist es, der als Zeuge der untergehenden res nataeWelt dasteht, der das Vermittelungsglied für die untergehende und neu erstehende Welt dasteht. Noah tritt als Vicarius für Johannes ein, der früher in diesem Passus vertreten war.

Das Abtreten, welches sich an das esse a knüpft, bekommt darin einen Anhalt, dass das Perfect fuerunt steht. Das Sein, das esse, liegt durch dies Perfect hinter uns.

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Die Parallele für Vordersatz und Nachsatz: Et sicut sic, liegt im Abtreten. Es ist also der ganze Passus so zu nehmen, dass auf ab hac una re, welches im Vordersatz supplirt wird, der Nachdruck fällt.

Das Gegenüberstehen von Christus, meditatio, und Noah, adoptio, bringt es mit sich, dass wir bei Christus und Noah die Räthsel in der betreffenden Schrift geboten bekommen.

Zweiter Gesichtspunct. Das superius ist das Quecksilber, das inferius das Hydrarg. oxyd. rubr. Die res una wieder Quecksilber. Also: Das Quecksilber dient wie das Hydrarg. oxyd. rubr. dazu, um die Wunder einer Sache zu Stande zu bringen, welche Sache wieder Quecksilber ist. Eine solche Auffassung liegt durchaus im Geiste der metaphysischen Interpretation der Tab. smar.

Und nun ist ferner das ab uno der Ablativ von unum, und dies unum wieder die res una.

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Adoptio Hydrarg. oxyd. rubr. (Kıvváßagis).

Also: Und wie die Arcana entstanden vom Quecksilber durch das Αρσενικὸν: durch welches Verhältniss also der Lapis philos. gegeben ist - so entstanden die Arcana vom Quecksilber durch das Hydrarg. oxyd. rubr. -WOdurch das Quecksilber der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. gegeben ist.

Die Parallele des Vordersatzes und Nachsatzes ist einfach dadurch gegeben, dass res omnes die Arcana wie omnes res natae, dass unum res una. Dass wir aber in Bezug auf das erstere die Arcana einerseits als res omnes, andererseits als omnes res natae geboten bekommen, hängt damit zusammen, dass die Arcana dem Lapis philos. gegenüber sich anders machen, als dem Quecksilber gegenüber.

Dritte Rubrik.

Pater ejus est Sol bis terra est.

Wir haben hier das Substrat, die Quintessenz des Substrates für das Quecksilber in Vers 187 bis 140 des ersten Buches der Oracula Sibyllina, und daran anlehnend für Gott. Sol und Luna entsprechen dem zoods ǎorgwv, ventus der die und dem οὐρανὸς, terra der γαῖα, die bei terra an der Hand der Schöpfungsgeschichte (-die Erde war ein Durcheinander) zu supplirende aqua der 9áλασσα.

Zugleich haben wir hier aber auch das Hydrarg. oxyd. rubr. (Kivváßagis). Nämlich:

Pater ejus est Sol bezieht sich auf die Sonnenfarbe desselben.

Mater ejus est Luna bezieht sich darauf, dass Hydrarg. oxyd. rubr. immerhin Quecksilber bleibt.

Portavit illud ventus in ventre suo bezieht sich darauf, dass sich bei seiner Darstellung Dämpfe entwickeln. Nutrix ejus terra est bezieht sich darauf, dass wir es mit einem Festen, mit einem Präcipitate zu thun haben.

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Vierte Rubrik.

Pater omnis telesmi bis inferiorum.

Einerseits haben wir hier Christus, und in Bezug auf diesen sind die beiden Drei-Einigkeits-Interpretationen der Tab. smar. zu vergleichen. Andererseits haben wir hier das Agoɛvizór. In Bezug auf das Letztere macht sich die Interpretation ff.

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Pater omnis etc. Hier hast du den Lapis philosophicus. Virtus ejus etc. Du musst ihn in einen wirklichen Lapis verwandeln. Ein solcher wirklicher Lapis resp. Mineral ist: Αρσενικόν.

Separabis etc. Bei diesem 100vizov musst du nun

trennen, trennend einen Unterschied machen zwischen dem Mineral als solchem, 'Aqoɛvizor, und dem Schwefel, ignis, der in diesem Mineral vertreten ist. Und nicht nur das musst du thun, sondern du musst auch trennend einen Unterschied machen zwischen spissum, gewöhnlichem Schwe fel, und subtile, dem subtilen Schwefel, dem ideellen Schwefel, wie er im 'Agoɛvizor vertreten ist.

Suaviter magno cum ingenio, die Sache liegt nämlich nicht nahe.

Ascendit a terra in coelum. Das subtile, was wir im Αρσενικὸν-Schwefel haben, qualifcirt das ̓Αρσενικὸν, als 4s aufgefasst zu werden. In diesem qws haben wir denn Christus, der sich über das Irdische erhebt. Iterumque descendit in terram. Auf der anderen Seite ist aber auch wieder 'Apoɛvizov überhaupt als Schwefel gefasst etwas materielles, irdisches.

Durch die zuletzt genannten beiden Standpuncte aber, die wir im 'Agoɛvizov haben, bekommen wir ein Recht, einerseits dasselbe an Christus anzulehnen, andererseits es materiell als Schwefel zu fassen.

Et recipit vim superiorum et inferiorum. Das 'Agoεvizov wird einerseits als Schwefel genommen, andererseits aber auch, wie wir wissen, als Lapis philosophicus. Sobald wir nun aber das 'Apoɛvizov als Lapis philos. haben, haben wir den Hinzutritt von Quecksilber zum Schwefel, und wenn wir das Quecksilber haben, haben wir auch implicite das Hydrarg. oxyd. rubr. Somit haben wir im Anlehnen an das ̓Αρσενικὸν vier Dinge: ̓Αρσενικὸν, Lapis philos., Quecksilber, Hydrarg. oxyd. rubr. vier Dinge werden in zwei superiora und zwei inferiora getheilt, und wenn hier gesagt wird, das 'Agoɛrızòv werde theilhaftig der oberen und unteren Dinge, so heisst das eben, man solle in Bezug auf dasselbe die genannten vier Dinge in's Auge fassen.

Fünfte Rubrik.

Sie habebis gloriam bis penetrabit.

Diese

Die gloria ist das erste Buch der Oracula Sibyllina überhaupt. Dasselbe ist eine gloria, insofern es über gloriose, über biblische Dinge handelt.

Die fortitudo repräsentirt die Räthsel. Diese Räthsel fassen hauptsächlich Zahlen in's Auge und in der fortitudo haben wir ja das uέroor, das Mass, an welches sich die Zahl anlehnt.

Entweder zählt nun die fortitudo nach der Zwei, dann handelt es sich um zwei Räthsel, das erste bei Noah und das zweite bei Christus. Oder es zählt dieselbe nach der Drei. Dann handelt es sich um drei Räthsel, um das Quecksilber-Räthsel, das Kivrúßagic-Räthsel, das '4008Viz V-Räthsel.

Die fortitudo haben wir bei den Räthseln, indem diese die Schwerpuncte der ganzen Abhandlung bringen. Hat man sie, so hat man gewissermassen die Quintessenz der Abhandlung, denn in ihnen geht auf (vincere et penetrare), die omnis res subtilis, Gott und Christus, und die omnis res solida, das Quecksilber der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. und der Lapis philos.

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Man hat aber

Der Hermes trismegistus ist die Trinität. doch nur Gott den Vater, und den Sohn. Wo bleibt der heilige Geist? Nun, es wird angenommen, als wenn der in Noah vertreten ist. Der heilige Geist wird nämlich unter der Gestalt einer Taube abgebildet. Noah aber hat eine besondere Relation zur Taube, denn er lässt eine Taube aus der Arche aufsteigen. In der Schrift (1. Buch Mosis, Cap. 8) lässt Noah zuerst den Raben fliegen und dann die Taube. Im ersten Buche der Oracula Sibyllina liegt die Sache umgekehrt. Noah lässt erst die Taube fliegen und dann den Raben. Dass der Autor unseres Schrifstückes sich diese Licenz nimmt, hängt damit zusammen, dass er eben die Taube in den Vordergrund drängen will, um einen prägnanten Hinweis auf den heiligen Geist zu haben.

Die tres partes philosophiae totius mundi sind die drei Theile der Tab. smar, auf die der Index hinweist.

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Schwefel = Αρσενικόν.

Operatio Wirksamkeits-Entfaltung, das ist alles das, was sich an das 'Agoɛrizov schmiegt. An dasselbe schmiegt sich aber, indem es als Lapis philos. gefasst wird, das Kivváßagis, und an dieses wieder das Quecksilber. Das Completum etc. weist also mit Prägnanz auf die Räthsel hin. Nun, die sind auch die Hauptsache beim ersten Buche der Oracula Sibyllina. (Vergl. die fünfte Rubrik.)

Das Alter des ersten Buches der Oracula
Sibyllina und der Lapis philosophicus-
Interpretation der Tabula smaragdina.

Die Neuzeit hat keine Idee davon, dass das erste Buch der Oracula Sibyllina eine alchemistische Schrift ist. Die Gelehrten verfolgen die Geschlechter an der Hand der Bibel, und können sich nun keinen Text darauf machen, dass vom sechsten goldenen Geschlecht und vom siebenten Geschlecht der Titanen plötzlich zu Christus gesprungen" wird. Daher hat man die Meinung aufgestellt, das Buch sei zu verschiedenen Zeiten entstanden, und rühre von zwei verschiedenen Autoren her. An so etwas ist aber auch im Traume nicht zu denken. Das Buch stellt ein fortlaufendes Ganze dar, und ist absolut von einem Autor. Wissen wir nun, wann dieser Autor gelebt, so haben wir auch einen Anhaltspunct dafür, wann die metaphysische Interpretation der Tab. smar. der Lapis philosophicus-Interpretation Platz gemacht hat. Forschen wir also dem ersteren nach.

Lactantius, ein Kirchenschriftsteller des 4. Jahrhunderts (stirbt ca. 330), citirt bei jeder Gelegenheit die Oracula Sibyllina, das erste Buch citirt er nirgendwo. Daraus kann man schliessen, dass zu des Lactantius Zeiten jenes erste Buch der Oracula Sibyllina noch nicht existirt hat. Einem solchen Schluss: steht nun aber wieder (scheinbar) das im Wege, dass in der Oratio Constantini ad sanctorum coetum von Eusebius Pamphili, der um 270 geboren wurde und um 340 starb, das erste Buch der Oracula Sibyllina wohl erwähnt wird, oder wenigstens ein Fingerzeig für dasselbe gegeben wird. Die Stelle befindet sich Cap. 18 und lautet:

ἡ τοίνυν Ερυθραία Σιβύλλα φάσκουσα ἑαυτὴν ἕκτῃ γενεᾷ μετὰ τὸν κατακλυσμὸν γενέσθαι.

Das ist, beiläufig gesagt, so zu übersetzen, dass man sich das μετὰ τὸν κατακλυσμὸν zwischen zwei Kommata denkt, womit herauskommt: Die Erythräische Sibylle, sagend, dass sie in der sechsten Generation, (nämlich) nach der Sündfluth, sich aufgethan habe, als Sibylle hervorgetreten sei. Es ist aber nicht zu übersetzen, wie das geschehen ist, in der sechsten Generation nach der Sündfluth“ in einem Tenor.

Diese Stelle weist also genau und zutreffend auf die Sibylle, wie sie im ersten Buche der Oracula Sibyllina vorkommt, und wer die Stelle so geschrieben, wie sie dasteht, der documentirt ganz unzweifelhaft, dass er das erste Buch der Oracula Sibyllina gekannt. Sagt man nun weiter: Eusebius aber hat diese Stelle geschrieben, so kommt damit heraus, dass bereits zwischen 270 und 340 p. C. nicht nur das erste Buch der Oracula Sibyllina, sondern

auch die Lapis philosophicus-Interpretation der Tab. smar. da war. Es ist aber unmöglich, dass zwischen 270 und 340 p. C. die Lapis phil.-Interpretation der Tab. smar. bereits da war. Damals lebte möglicherweise erst Demokrit, der noch nichts vom Lapis philos. weiss, und selbst der erst um 400 lebende Synesius weiss noch nichts vom Lapis philos., wie soll also dieser bereits zwischen 270 und 340 existirt haben können?

Es bleibt uns daher gar nichts anderes übrig, als anzunehmen, bei der betreffenden Stelle des Eusebius handele es sich um eine eingeschobene Scholie. Wir nehmen an, bei Eusebius habe ursprünglich also gestanden:

ἡ τοίνυν Ερυθραία Σιβύλλα, ιέρεια τοῦ ̓Απόλλωνος, διάδημα. φοροῦσα, καὶ τὸν τρίποδα...... περιέπουσα κ. τ. λ.

....

Dann nehmen wir an, ein Abschreiber habe sein Licht wollen leuchten lassen, und zeigen, wer die Erythräische Sibylle gewesen. In Folge dessen schob er zwischen Σιβύλλα | und ἱέρεια den Passus ein: φάσκουσα ἑαυτὴν ἑκτῇ γενεί, μετὰ τὸν κατακλυσμόν, γενέσθαι.

Auf die Weise kommt heraus, dass wir bei Eusebius die betreffende Stelle haben, wie sie heute vorliegt. Auf die Weise kommt heraus, dass Eusebius selbst das erste Buch der Oracula Sibyllina nicht kennt, womit parallel läuft, dass Lactantius dasselbe nicht kennt, womit endlich parallel läuft, dass man zu des Eusebius Zeit vom Lapis philosophicus noch nichts wusste.

Bleek (Theologische Zeitschrift von Schleiermacher, de Wette und Lücke, Berlin 1819 und 1820) ist schwerlich auf richtigem Wege, wenn er annimmt, die Aussage der Sibylle von sich bei Eusebius Cap. 18 habe vordem wahrscheinlich am Ende unseres dritten Buches (des jetzigen dritten Buches) der Oracula Sibyllina ihren Platz gehabt. Damit ist er aber auf richtigem Wege, wenn er sagt, der Autor des ersten Buches habe gegen die Mitte des 5. Jahrhunderts gelebt. Wir glauben, er wäre der Wahrheit nicht zu nahe getreten, wenn er jenen Autor noch etwas weiter nach dem 6. Jahrhundert hin gerückt hätte. Wir für unseren Theil setzen die Lapis phil.-Interpretation der Tab. smar. um 450 p. C., übernehmen dabei übrigens die Garantie nicht, dass sie nicht etwa noch jüngeren Datums ist, das ist, dass sie nicht etwa mehr nach 500 hinrückt.

Die Schwindel-Goldmacherkunst.

Was die χρυσοποιΐα in alchemistischer Beziehung ist, wissen wir, und ebenso ist bereits darauf hingewiesen worden, dass die Lehre von der xQuooлoita von Narren und Betrügern derartig ausgebeutet wurde, als könne man in der That Gold machen. Wir wissen auch bereits, dass der Schwindel seine doppelte Methodik hat. Vor der Lapis

philos.-Interpretation der Tab. smar. wurde das Gold aus Hydrarg, oxyd. rubr. gemacht, resp. aus Stoffen, wie Auripigment, Mennige u. s. w., welche eine äusserliche Aehnlichkeit mit ihm haben. Auf Grund der Lapis phil.-Interpretation der Tab. smar. kam eine neue Methodik auf, welche von da an stereotyp blieb, und darin bestand, dass man irgend ein unedeles Metall nahm und diesem den Lapis philos. zusetzte, dann sollte der Lapis philos. das Metall in Gold verwandeln.

Die Geschichte der Schwindel-Goldmacherkunst ist in der neueren Zeit mannigfach abgehandelt worden. Keiner der betreffenden Schriftsteller hat aber einen richtigen Ausgangspunct. Alle gehen davon aus, die Alchemie sei die Lehre vom Goldmacher-Schwindel. Jene Schriftsteller können sich nicht von der perversen Idee losschälen, als seien Alchemie und Schwindel-Goldmacherkunst synonime Dinge. Nun, wir wollen dies Thema hier nicht breit treten. Wir denken, das ganze vorliegende Buch ist eine Widerlegung dafür, dass Alchemie etwas ganz anderes ist, als Goldmacherei.

Der Goldmacher-Schwindel tritt mit Eclat in den Vordergrund von der Zeit an, in welcher die Alchemie von Spanien aus zu den Abendländern kommt. Wir finden zwar schon früher Goldmacher-Geschichten und Geschichtchen, doch stehen sie vereinzelt da. Fasst man das in's Auge, so wäre es eigentlich geeigneter gewesen, dass wir die Sache bei den Abendländern abgehandelt hätten. Indessen, da bereits mannigfach von der Goldmacherkunst

die Rede war und noch sein wird, bis wir zu der Abendländischen Alchemie kommen, so konnten wir das Capitel, das doch einmal auf's Tapet gebracht werden muss, nicht länger hinaus schieben, und darum besprechen wir die Sache jetzt.

Wie es in Aegypten um die Goldmacherkunst gestanden, ob sie dort grössere Dimensionen angenommen, darüber haben wir beim Quellenmangel keine rechte Uebersicht. Wenn die Rede auf diese Sache kommt, so wird Suidas herangezogen. In dessen Lexikon heist es:

Χημεία· ἡ τοῦ ἀργύρου καὶ χρυσού κατασκευή· ἧς τὰ βιβλία διερευνησάμενος ὁ Διοκλητιανὸς ἔκαυσεν. ὅτι διὰ τὰ νεωτερισθέντα Αίγυπτίοις Διοκλητιανό τούτοις ἀνημέρως καὶ φονικῶς ἐχρήσατο. ὅτε δὴ καὶ τὰ περὶ χημείας χρυσοῦ καὶ ἀργύρου τοῖς παλαιοῖς αὐτῶν γεγραμμένα βιβλία διερευνησάμενος ἔκαυσε, πρὸς τὸ μηκέτι πλοῦτον Αἰγυπτίοις ἐκ τῆς τοιαύτης προςγίνεσθαι τέχνης, μηδὲ χρημάτων αὐτοὺς θαῤῥοῦντας περιουσία τοῦ λοιποῦ Ῥωμαίοις ανταίρειν.

"

Chemie. Die Silber- und Goldmacherkunst. Diokletian spürte den auf sie bezüglichen Büchern nach, und verbrannte diese. Die Aegypter hatten sich gegen Diokletian empört, und deswegen ging dieser hart und grausam mit ihnen uu. So geschah es denn auch, dass er den Büchern nachspürte, die von ihren Altvorden über Gold- und Silbermacherkunst geschrieben worden waren, und dieselben verbrannte. Er bezweckte damit, zu verhindern, dass die Aegypter aus dieser Kunst nicht weiter Reichthümer schöpften, und, gestützt auf das Vertrauen zu Geld-Hülfsmitteln, sich ferner gegen die Römer erheben möchten."

Mit dieser Erzählung des Suidas ist mannigfach umgesprungen worden. Die Einen legten Gewicht auf sie, die Anderen nicht. Von den Gegnern wurde sie angezweifelt, weil ausser Suidas Keiner ihrer Erwähnung thut. Dann wurde gesagt κατασκευὴ ἀργύρου καὶ χρυσοῦ sei nicht Silber- und Goldmacherkunst, sondern hüttenmännische Goldgewinnung resp. Silbergewinnung: Diokletian habe die Recepte für diese verbrennen lassen, auf dass keine Privatleute jenes Geschäft betrieben. Und was derartiger Aufstellungen mehr sind.

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Die Sache liegt einfach so, dass Suidas die Magier-Verfolgung seitens der Römischen Kaiser in's Auge fasst. Diese Magier-Verfolgung seitens der Römischen Kaiser ist historisch, und selbst Diokletian steht bei ihr im Vordergrund. Im Codex Justinian. 9, 19: De maleficis et mathematicis steht das folgende Gesetz von Diocletianus und Maximianus:

Artem geometriae discere atque exercere publice interest. Ars autem mathematica darunabilis est et interdicta omnino.

"Die geometrische Kunst zu lernen und auszuüben, leistet dem öffentlichen Wohl Vorschub (- oder auch die geometrische Kunst zu lernen und öffentlich auszuüben, ist dienlich). Die mathematische Kunst aber ist verdammlich und absolut verboten."

Nun nimmt Suidas die Ars mathematica als Magie, was nahe liegt, setzt diejenigen, welche sie executiren, zu den Aegyptern in Relation, was auch nahe liegt, da namentlich gerade Aegyptische Magier Rom überschwemint haben mögen. Dann nimmt er Magie als synonim mit Alchemie, und Alchemie als synonim mit Goldmacherkunst. Und so haben wir die Quintessenz der Sache. Dass ein Römischer Kaiser, der die Magier verfolgte, dieser seiner Verfolgung auch den Ausdruck gegeben, dass er ihre Schriften verbrannte, hat weiter nichts auffallendes. Das Uebrige ist Reflexion, welche Suidas an seine Auffassung reiht, Magie sei Goldmacherkunst. Suidas denkt sich, aber was kann denn nun den Diokletian bewogen haben, die Goldmacher-Schriften zu verbrennen? Und da tischt er uns denn die sublimen Gedanken auf, wenn er sie nicht verbrannt hätte, so hätten die Aegypter sie gehabt, und wenn sie dieselben gehabt, so hätten sie dieselben gebraucht, und hätten sie sie gebraucht, so hätten sie sich Gold gemacht, und hätten sie sich Gold gemacht, so erhielten sie Geldmittel, und erhielten sie Geldmittel, so konnten sie sich empören. Zu diesem Convolut progressiven Unsinnes kommt nun noch die Voraussetzung des Suidas, ein Goldmacher würde aufhören, ein Goldmacher zu sein, wenn man ihm seine Bücher cassire und verbrenne.

Es liegt auf der Hand, dass mit der Nachricht des Suidas nicht viel anzufangen ist.

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