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hat, Liquor hepatis zu sein.

Denn sobald der Liquor hepatis weiss wird, ist er kein Liquor hepatis mehr, sobald Vischnu auf seinem weissen Rosse kommt, annullirt er sich in -sich selbst. Trotzdem, dass ich also auf der einen Seite den Liquor hepatis bringe, bringe ich ihn auf der anderen Seite doch nicht, und ich habe sowohl beim Bringen des Avatars als solchen, als beim Bringen dessen, um was es sich bei ihm handelt, den Nicht-Standpunct, und einen solchen einzunehmen, kann nicht unlogisch sein.

Auf die Weise würden wir denn, entgegen der vorangehenden Aufstellung erhalten: 1) Thier, 2) Thier, 3) Thier, 4) Halbmensch (Halbthier), 5) Mensch, 6) Heros, 7) Heros, 8) Heros, 9) Gott, 10) Buddha, 11) Kalki. Damit haben wir nun aber eine Verkörperung zu viel, und das ist der Grund, weshalb im 6. Avatar zwei Heroen zusammengedrängt werden, so dass wir die Aufstellung erbalten: 1) Thier, 2) Thier, 3) Thier, 4) Halbmensch (Halbthier) 5) Mensch, 6) Doppelheros, 7) Heros, 8) Gott, 9) Buddha, 16) Kalki, und dieser Aufstellung folgt denn der Autor bei den Verkörperungen. Dieselbe vor Augen habend, brauchen wir in Bezug auf die Verkörperungen Vischnus nur weniges specialisirend nachzutragen.

- Fisch, Schildkröte, Eber haben wir in den 3 ersten Avataren. Es kommt also der 4. Avatar an die Reihe. Auf diesen muss der vorigen Aufstellung gemäss der Halbmensch oder das Halbthier kommen. In dem 3. Avatar lag, wie wir gesehen, der Löwe nahe, er war aber nicht gut zu employiren, und wurde daher zurückgedrängt. Der zurückgedrängte wird jetzt wieder hervorgehoben. Hier im 4. Avatar knüpfen sich nicht mehr die Scrupel an ihn, wie in dem 3. Avatar. Im 3. Avatar konnte man fragen, aber was soll uns denn der Löwe, an den sich doch gar keine Relation zur Darstellung des Liquor hepat, knüpfen lässt? Dasselbe lässt sich nun zwar auch im 4. Avatar fragen, aber hier kann man abbiegend antworten, freilich in Bezug auf die Darstellung des Liquor hepatis liegt der Löwe fern, aber das verschlägt hier nicht. Wir haben ein zwiefaches in's Auge zu fassen, die Darstellung des Liquor hepatis und das Substrat der Verkörperung Vischnus. Als letzteres aber passt der Löwe ganz vorzüglich, weil es sich im 4. Avatar um den Halbmenschen oder das Halbthiee handelt den Indern war nämlich ein Mensch mit einem Löwenhaupte oder ein Löwe mit einem Menschenhaupte eine geläufige Figur. Weil es sich also um den Halbmenschen oder das Halbthier handelt und weil zu diesem Zweck der Löwe so gut auszubeuten ist, deswegen, sagt der Autor, kann man dem Löwen schon nachsehen, dass er den Standpunct der Darstellung des Liquor hepatis nicht vertritt. Was ihm aber hieran abgeht, das ersetzt er als Repräsentant des Halbmenschen oder des Halbthieres auf der anderen Seite, und darum mag er, ohne Scrupel zu erregen, eintreten. Nebenbei wollen wir noch erwähnen, dass, abgesehen von der, den Indern geläufigen Figur des Halb-Löwen-Menschen oder Halb-Menschen-Löwen, der Löwe sich auch deshalb für die Verkörperung als Halbmensch oder Halbthier naheliegend ausbeuten lässt, weil er zwar Thier, als solches aber der König der (Land) Thiere ist. Der König der Thiere steht aber bereits mit einem Fusse in der Classe Monsch.

Nun käme der 5. Avatar an die Reihe, der also der obigen Aufstellung gemäss den Menschen zu bringen hat. Wie hierbei der Nensch zum Zwerg wird, haben wir oben in dem 5. Avatar kennen lernen.

Es folgen der 6. und 7. Avatar, welche uns den Heros in der Drei-Zahl zu bringen haben. Als solch dreifacher Heros figurirt denn der Drei-Râma.

Es folgt der 8. Avatar, welcher uns der vorigen Aufstellung gemäss den Gott zu bringen hat. Als solcher figurirt Krischna, der einerseits an den Griechischen

Apoll erinnert, welcher dem Admetus die Heerden hütet, und in dieser Beziehung etwas harmlos dasteht, der aber andererseits, nach der Schilderung die wir oben mitgetheilt, als ein ausserordentlich mächtiger Gott figurirt. Dann kommt der 9. Avatar, welcher uns bringt, der also über Krischna steht.

Buddha

Im 10. Avatar macht denn endlich die Verkörperung Vischnus als Kalki den Schluss.

Fassen wir nun, den Verkörperungen Vischnus in den einzelnen Avataren gegenüber, den Liquor hepatis speciell in's Auge, so haben wir, wie wir wissen, im ersten

Avatar die Doppelauffassung des Liquor hepatis als Ge gebenes und vom Standpuncte der Darstellung. Dieser Doppelstandpunct ist mit Vorbedacht in denselben hineingebracht. Auf der einen Seite nämlich will der Autor, wie im 2., 3. u. s. w. Avatar, der Darstellung des Liquor hepatis Rechnung tragen, auf der anderen Seite will er aber auch den Gegensatz zum 10. Avatar haben, damit der Anfang der Avataren ein Gegenstück zu ihrem Ende darbietet. Will er aber einen solchen Gegensatz haben, so muss der Liquor hepatis im 1. Avatar a u f treten, wie er im 10. Avatar a b tritt. Das thut er nun aber eben, wenn der 1. Avatar uns den Liquor hepatis einfach bringt. Der zweite Avatar ist der hauptsächlichste DarstellungsAvatar.

Der dritte Avatar ist abermals ein Darstellungs-Avatar. Der vierte Avatar ist dagegen kein Darstellungs-Avatar. Anlehnend an den Löwen haben wir wohl die gelbe Farbe des Liquor hepatis, weiter aber auch nichts. Der Löwe bietet eben keinen Anhaltspunct für die Darstellung des Liquor hepatis. Weshalb er trotzdem herangezogen wird, wissen wir aus dem Vorigen. Die Darstellung des Liquor hepatis weicht der Verkörperung Vischnus als Halbmensch oder Halbthier. Wir haben im Vorigen darauf hingewiesen, dass die ausnehmende Qualification, welche der Löwe dazu hat, den Vischnu als Halbmenschen oder Halbthier zu repräsentiren, den Scrupel schon paralysiren mag, dass die Darstellung des Liquor hepatis in den Hintergrund tritt. Wenn nun aber auch der Scrupel paralysirt werden mag, hält man sich strict an den Liquor hepatis, so bleibt es immer, an und für sich betrachtet, eine Lücke, dass wir denselben vom Standpuncte seiner Farbe, das ist generell genommen, vom Standpunct des Seins erhalten, und nicht vom Standpunct der Darstellung. Hier deckt sich nun aber der Autor derartig, dass er sagt, es ist absolut nöthig, dass wir den Liquor hepatis neben dem Standpunct der Darstellungsweise, auch vom Standpuncte des Gegebenseins haben. Diese Doppelauffassung muss da sein, dem ersten Avatar zu Liebe, seiner Situation dem 10. Avatar gegenüber zu Liebe. Weil wir nun aber beim zweiten, beim dritten Avatar den Standpunct der Darstellung haben, so könnte sich leicht Jemand durch die Analogie fortreissen lassen, und beim 1. Avatar sich versucht fühlen, blos den Standpunct der Darstellung des Liquor hepatis zu constatiren. Dem wird entgegen gearbeitet, wenn ein Avatar den Liquor hepatis blos vom Standpunct des Gegebenseins bringt. Dann rückt ein solcher Avatar uns handgreiflich vor Augen, dass wir neben der Darstellung auch das Gegebensein berücksichtigen sollen, und damit ist denn da rauf hingewiesen, dass der erste Avatar in Bezug auf den Liquor hepatis einen Doppelstandpunct einnimmt. Der Avatar nun, der eine solche Mission übernimmt, ist eben der vorliegende.

Der fünfte Avatar ist nun in weiterer Folge wieder ein Darstellungs-Avatar.

Dann aber tritt im sechsten, siebenten, achten und neunten Avatar der Liquor hepatis in den Hintergrund, und endlich tritt er

im zehnten Avatar wieder in den Vordergrund, um abzutreten. Das weisse Ross im zehnten Avatar ist übrigens bereits im zweiten Avatar vorbereitet, denn bereits dort taucht aus dem Amrita ein weisses Ross hervor. An diesen zehnten Avatar knüpfen wir noch die Notiz, dass wir später bei Plato kennen lernen werden, wie dieser uns sein Weltenthier bringt, es ausbeutet, und nachdem er es ausgebeutet hat, wieder reconstruirt, rückgängig macht. Das ist eine ganz ähnliche Situation, wie hier bei den Avataren, wo der Liquor hepatis erst gebracht, dann ausgebeutet wird, und nachdem er ausgebeutet worden, wieder rückgängig gemacht wird.

Und nachdem wir nun die Verkörperungen Vischnus und des Liquor hepatis speciell in's Auge gefasst, wollen wir auch speciell die, sich an den Liquor hepatis knüpfen. den Kämpfe in's Auge fassen. Die Riesen, Dämonen u. s. w. sind nichts anderes als die Schulärzte, mit denen die alchemistischen Aerzte Kämpfe zu bestehen haben. Diesen Kämpfen werden wir namentlich bei den Abendländern Gelegenheit haben, in's Gesicht zu schauen. Wie uns aber die Avataren zeigen, sind sie bereits sehr alt. Kaum erscheint der Götterarzt mit dem Amrita, so entsteht

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Das ist ein ganz entgegen gesetzter Standpunct, als der, den der Abendländer Basilius Valentinus (s. diesen) einnimmt. Basilius ruft in seinem Triumphwagen aus: Aendere, o Gott, diese Zeiten, mach' ein Ende mit diesem arroganten Uebermuthe. Reisse jene Bäume aus, dass sie nicht bis in den Himmel wachsen. Stürze jene Giganten, damit sie nicht alle Berge über einander thürmen, und vertheidige die, welche treu und redlich handelnd, dir dienen, damit sie vor diesen ihren Verfolgern bestehen können! Nun, die antipodarischen Standpuncte liegen in den verschiedenen Gesichtspuncten. Der Indische Autor der Avataren denkt, wenn ich das beste Part am Krankenbette gewählt habe, so wohnt in mir ein innerer Richter, der mir die Palme des Triumphes reicht, und dieser innere Richter setzt mich über den Geifer des Neides hinweg. Der Abendländische Autor des Triumphwagens aber denkt, wir Menschen sind Menschen und keine Engel. Wir müssten aber Engel sein und keine Menschen, wenn wir dem kalt zuschauen könnten, wie unser edles Thun, vom Neid herabgesetzt, in den Koth getreten wird. Nun, uns dünkt, der Inder hat das beste Theil erwählt. Leicht ist es ihm nicht geworden, dem wackern Kämpen, sonst würde er uns die Kämpfe mit den Riesen und ihren Verwandten nicht so complicirt schildern. Aber trotzdem ist er Sieger geblieben: doppelter Sieger!

Und nun genug hiervon! Wir haben zu Eingang der Avataren den Leser gebeten, v. Bohlen zu vergleichen. Was dieser Gelehrte und seine Gewährsmänner sich in der Deutung der Avataren zusammenarbeiten, bitten wir den Leser selbst nachzusehen, er erhält dann durch Selbstanschauung ein Bild davon, wie die Indologen sich drehen und wenden, um das zu deuten, was ohne den Schlüssel der Alchemie platterdings nicht gedeutet werden kann, ohne von einer Abenteuerlichkeit in die andere zu stürzen.

Vischnu's Frau ist Sri. Sie bedeutet den Schwefel, entgegen dem Ammoniakwasser, welches dann auf den Gemahl geschoben wird.

3) Brahma, der Repräsentant des P. solaris. Wir wissen, dass und wie Brahma der ideelle Gott ist, dass er der Priestergott ist. Als solcher ist er nun eo ipso der höchste Gott, denn dem Priester gehört in dieser Beziehung das Erste, das ist selbstredend. Indessen auch auf andere Weise kommt heraus, dass Brahma von den drei Gottheiten, mit denen wir es hier zu thun haben, die erste, und dem Siva und Vischnu überlegen ist. Denn so wie man sagen kann, wenn wir Acid. sulphur-Natron und Liquor hepatis haben, dann haben wir den P. solaris eo ipso, so kann man auch umgekehrt sagen, wenn wir den P. solaris haben, so haben wir das Acid sulphur.-Natron und den Liquor hepatis eo ipso. Auf die Weise kommt denn aber heraus, dass man im Brahma bereits den Siva und den Vischnu hat, und das ist ein Anhaltspunct dafür, dass Brahma beiden überlegen ist Schlechtweg arcanolo. gisch hat man in dem Verhältniss, dass man da, wo man den P. solaris hat, dass man da das Acid. sulphur.-Natron und den Liquor hepatis implicite hat, hat man, sagen wir, in diesem Verhältnisse den P. solaris als Einarcanum, wohingegen man da, wo man den P. solaris neben Acid. sulphur.-Natron und Liquor hepatis gehen lässt, das Dreiarcanum hat.

Der, dem Brahma geheiligte Vogel, sein Fuhrwerk, wie sich Lassen ausdrückt, ist die Gans, hansa. Lassen lässt diesen Vogel richtig eben die Gans sein, und nicht den Schwan, wie das bei Anderen unrichtiger Weise statt hat. Trotz seines richtigen Standpunctes mit der Gans, kann sich indessen Lassen nicht ganz von dem Schwane emancipiren. Er setzt die Gans des Brama dem Schwan der Griechen und der alten Deutschen zur Seite, ein Thun, welches zwar berechtigt sein kann, aber nicht zu sein braucht. Es ist allerdings möglich, dass die Griechen die Gans den Indern entnahmen, dabei uun dachten, der gracile Schwan it sublimer, als die plumpe Gans, und in Folge dessen in ihrem ästhetischen Sinn den Schwan an die Stelle der Gans setzten. Von den Griechen können alsdann die alten Deutschen ferner den Schwan erhalten haben. Das ist allerdings möglich, ob aber die Sache in der That so liegt, ist und bleibt dahingestellt.

Lassen springt mit einer viel zu grossen Nonchalan: von der Gans auf den Schwan, ein Thun, welches dar begründet ist, dass er, trotz scines richtigen Standpunes mit der Gans, dem Schwan Anderer nicht mit vollem b wusstsein seines richtigen Standpunctes den Rücken kehr, Viel näher hätte es gelegen, wenn Lassen uns die Gäri des Capitols statt des Schwanes der Griechen und alte Deutschen präsentirt hätte. Diese Capitolinischen Gän zeigen uns, dass eine mythologische Gans eben recht g eine Gans verbleiben kann, ohne sich zum Schwane at zuschwingen.

Die Gans des Brahma muss eine ächte, veritable Gaz verbleiben, und hat mit dem Schwane nichts zu schaffer Bei der Darstellung des Sulphur aurat. sowohl als de Hydrarg. oxyd. rubr. entwickelt sich oben Dampf un unten ein Präcipitat (man vergl. den Abschnitt: Darste lungsweise der Arcana). Fassen wir nun das Sulph aurat. in's Auge. Wir haben die Lösung des Schlippescher Salzes. Nun gessen wir Schwefelsäure hinzu. Es entsteht ein intensiver Dampf (Hydrothiongas). Die Damp Entwickelung setzt sich mit grossem Eclat in Scene, m sollte meinen, das Ganze ginge in die Luft. Aber než trotz der Eclat-Scene hat es mit dem Dampfe nicht vie auf sich. Unten bildet sich das Sulphur. aurat, als Pri- | cipität, und das ist es, was uns zum intendirten Präparate führt. Der Gesammteindruck, den die Sache macht, ist daher der: das Fluidum macht zwar einen grossen Aula dazu, in die Luft zu gehen, aber es hat damit nicht vie auf sich, es muss zur Erde. Die analoge Sachlage kan man nun auch in Bezug auf das Hydrarg. oxyd. rub: constatiren, weil wir bei seiner Darstellung ebensowohl. als bei der Darstellung des Sulphur aurat. oben Dami und unten Pricipität haben. Und damit haben W denn in Bezug auf den P. solaris überhaupt die al chemistische Speculation: Bei der Darstellung desselbe macht das Präparat zwar einen grossen Anlauf dazu, iz die Luft zu gehen, es bleibt aber bei dem Anlaufe, e muss hinunter, zur Erde hinab, erst so erhalten wir das worauf es uns arcanologisch abgesehen ist. Diese alche mistische Speculation ist nun in der Gans des Brahma repräsentirt. Die Gans macht zwar einen grossen Anlan dazu, in die Luft zu gehen, zu fliegen, aber es ist eitel Demonstration. Hinab muss sie, zur Erde hinab, dort es | füllt sie ihre Mission, nicht aber im Reiche der Lüfte. Nicht nur also, dass die Gans des Brahma ein Gans ist, und kein Schwan, nicht nur das. sondern man kann dieser Gans auch keine grössere Entstellung geben, als wenn man sie zum Schwane transformirt. Als Schwas würde ja diese Gans sich in die Lüfte schwingen, und damit P. solaris zu einem luftförmigen Präparate werdes. ! Gerade darauf soll ja aber das Bild zielen, dass P. solaris cin Erdpräparat, ein festes Präparat ist, trotzdem, dass e hei seiner Darstellung den Anlauf dazu nimmt, zum Luftpräparate zu werden. v. Bohlen lässt Hansa eines Kranich oder Flamingo sein.

Der Frau des Brahma (Sarasvati, Vâk) kommt die Gans eben sowohl zu, als ihm selbst. Dabei wird denn Sulphur aurat, und Hydrargyr. oxyd. rubr. unter Mann und Frau getheilt, und darauf hingewiesen, dass der Anlauf, ein Luftpräparat zu werden, ein Erd- Präparat aber zu sein, auf das Sulphur aurat. wie auf das Hydrargyr. oxyd. rubr. au das Hydrargyr. oxyd. rubr., wie auf das Sulphur aurat. kommt. Dass Vâk die Göttin der Rede ist, verdankt sie selbstredend der ihr zukommenden Gans als Schnatterthier. Die, der vorliegenden Phase zukommenden philosophischen Zahlen sind die Zahlen: 1, 2, 3, 4. Die Drei haben wir eo ipso in den 3 Arcanis: Acid. sulphur-Natron, Liquor hepatis, P.-solaris, resp. den 3 Göttern: Siva, Vischnu, Brahma. Die Zwei haben wir darin, dass der P. solaris ideell das ist, was Acid. sulphur-Natron und Liquor hepatis sind. Haben wir also die Zwei: Acid. sulphur-Natron und Liquor hepatis so können wir cigentlich schon mit ihnen abschliessen, denn der P. sol. kommt von selbst heraus. Ganz gleichliegend haben wir denn in Bezug auf die Götter die Sachlage, dass wir mit Siva und Vischnu bereits abschliessen können. In der, zu Eingang dieses, Abschnittes citirten Stelle von Lassen heisst es: das Mahâbhârata beweist sogar, dass versucht worden ist, die zwei Volksgötter zu einem einzigen zu machen". Hierbei führt Lassen in einer Anmerkung die Stelle auf, wo es heisst: Heil dem Vischnu-gestalteten

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Siva, dem Siva-gestalteten Vischnu". Das liegt nun ganz anders als Lassen meint. Es handelt sich nicht um die Ein-Verschmelzung von Siva und. Vischnu, sondern es handelt sich darum, Siva und Vischnu als die Repräsentation der Zwei in den Vordergrund zu drängen, Brahma dagegen in den Hintergrund zu drängen, den man, wenn man sich auf den Standpunct der philosophischen Zwei stellt, bei Seite schiebt. Vischnu ist wie Siva und Siva wie Vischnu gestaltet, weil Liquor hepatis dem Acid. sulph.-Natron, und Acid. sulph-Natron dem Liquor hepatis zur Seite steht, um vom Standpunct des Zweiarcanum dem P. solaris Schach zu bieten. Wie man nun aber, indem man Acid. sulphurNatron und Liquor hepatis hat, den Pulv. solaris eo ipso hat, so hat man auch umgekehrt da, wo man den P. solaris hat, das Acid. sulphur-Natron und den Liquor hepatis. Denn wie man sich Acid. sulphur-Natron und Liquor hepatis in P. solaris concentriren kann, so kann man sich auch, vom Pulv. solaris ausgehend, diesen zu Acid. sulphur-Natron und Liquor hepatis distrahiren, dann hat man im Pulv. solaris bereits Acid. sulphur.-Natron und Liquor hepatis, das ist mit anderen Worten, man hat ein Arcanum, statt dreier, und damit ist denn das Einareanum, die Eins gegeben. Vom Standpunct der philosophischen Eins treten also die beiden Arcanen Acid. sulphur-Natron und Liquor hepatis gegen den P. solaris zurück, wie bei analogem Götter-Verhältniss Siva und Vischnu gegen Brahma zurücktreten. Das Einverhältniss mit Brahma kann man nun aber auch anders auffassen. Man kann sagen, Brahma ist eine Idealität, - und als solche der Priestergott. Da er nun aber der Priestergott ist, so haben wir das Recht, diese Idealität ganz besonders auszubeuten. Wenn wir nun aber sagen, wo wir Acid. sulphur.-Natron und Liquor hepatis haben, da haben wir den P. solar. ideell, so ist das eine beschränkte Idealität, eine Idealität, welche der Pulv. solaris mit dem Acid. sulphur.-Natron und Liquor hepatis theilt, weil man ja auch diese ideell hat, wenn man vom P. solaris ausgeht, und sagt, wo man den P. solar. hat, da hat man ideell auch das Acid. sulphur.-Natron und den Liquor hepatis. Dem Brahma kommt aber keine beschränkte, sondern eine absolute Idealität zu, und diese hat man, wenn man sagt, der Ein-Brahma ist nicht ein Theil der übrigen Götter, sondern zuerst hat man diese, und dann kommt Brahma hinzu, und steht über ihnen allen zumal. Damit kommen aber 4 Götter heraus, und hierin hat man denn die philosophische Zahl Vier. So ganz nackt für sich betrachtet, scheint eine solche Speculation sehr gezwungen zu liegen, denn wenn man Siva, Vischnu und Brahma hat, so hat man eben den Brahma, wie kann er also noch als ein Viertes hinzukommen? Und areanologisch: Wenn man Acid. sulphur.-Natron, Liquor hepatis und P. solaris hat, so hat man eben den P. solaris, wie kann er also noch als ein Viertes hinzukommen? Indessen die Sache wird klar, wenn man auf das kosmologische Verhältniss des vorigen Abschnittes zurückgeht, und sich die Berechtigung nimmt, an dieses anzulehnen. Dort haben wir das Firmament, die Himmelslichter, die Wolken als 3, und daneben haben wir obendrein den Himmel als Eins, collectiv als Eins, ohne im Einzelnen zu sagen, dieser Himinel muss, wenn er Eins sein soll, doch nun entweder Firmament, oder Wolken, oder Himmelslichter sein. An eine solche Auffassung wird dort Keiner Anstoss nehmen, und ebensowenig nimmt man denn auch hier Anstoss, den einen Brahma ausserhalb der übrigen Götter zu setzen, trotzdem, dass er eigentlich als Ein-Gott doch nun entweder der erste, oder der zweite, oder der dritte dieser Götter sein müsste. Noch viel einfacher macht sich aber der Vierstandpunct, wenn man die Sache reinweg arcanologisch auffasst, und den P. solaris in den P. solaris ruber und P. solaris niger spaltet. Dann sagt man, Brahma, als der, der das 3. Arcanum repräsentirt, und Brahma, als der, der das Einarcanum repräsentirt, ist der P. solaris ruber. Brahma aber als Idealität par excellence ist der P. solaris niger, denn dieser ist vom Indischen Standpuncte rein weg ideell, weil sich an ihn keine der alchemistischen SpecuJationen knüpft, die wir oben haben kennen lernen, und welche die Basis der Indischen arcanologischen Alchemie bilden. Der philosophischen 4 zu Liebe wird Brahma dargestellt mit 4 Köpfen und 4 Armen. Vielleicht ist auch dabei in's Auge gefasst, dass Brahma - Pulv. solaris

ist 1.) Hydr. oxyd. rubr. 2) Sulphur aurat. 3) Hydrarg. oxyd. rubr. 4) Stibium sulphur. nigr.

Schliesslich wollen wir nun noch in Betreff Brahmas, Vischnus und Sivas einige Notizen anfügen, und dabei an die Schilderung v. Bohlen's anlehnen.

Brahma. Seine Farbe ist roth. (Hier haben wir die Farbe des P. solaris ruber.)

Vischau. v. Bohlen sagt: Er wird als Luft oder Wasser gedacht. (Nun ja, Liquor hepatis ist Wasser, und dass auch nach der Auffassung der Inder die Luft in ihm vertreten ist, haben wir zu Anfange dieses Ahschnittes kennen lernen), Dann sagt er: Zu Anfange

der Regenzeit beginnt der Schlaf Vischmus, welcher 4 Monate lang dauert. In diesem Zustande wird er vorgestellt auf einem Blatte des Indischen Feigenbaumes auf dem Wasser fluthend, den Fuss im Munde haltend. Im dritten Monate wendet sich Vischun um, und der Inder feiert ein Fest, besonders mit Wasserschöpfen in heiligen Gefässen, welche mit den mystischen Zeichen des Vischnu versehen sind. Am Ende des vierten Monates, wenn die Ueberschwemmung des Ganges ihr Ende erreicht, erwacht Vischnu völlig, und seine Gattin. Sri oder Lakschmi, wird thätig, ihre Gaben zu verbreiten. (Hier haben wir Vischnu-Liquor hepatis als Wasser), v. Boblen fährt fort: Eine andere Darstellung, welche die Allegorie noch mehr versinnlichen will, ist ebenfalls sehr häufig. Vischnu ruht auf der Schlange Sescha, Unterscheidung (?), die auch den Namen Unendlichkeitsschlange, Anantanaga, führt, und die Göttin des Segens streichelt gelinde seine Füsse, um die wirkende Kraft des Gottes in's Leben zu rufen; aus dem Nabel Vischnus entspriesst dann erst die Lotusblume, welche, sich öffnend, den schaffenden Weltgeist Brahma an's Licht fordert; die Schlange selbst deutet auf den Ganges und hat sieben Häupter, weil der Fluss mit sieben Mündungen gedacht wird. (Die Schlange ist die des zweiten Avatars und nicht der Ganges. Ihre sieben Häupter deuten auf die 7 Arcana. Wo sollen denn die 7 Mündungen des Ganges herkommen? Vom Lotus sogleich.) Trotz der mannigfachen Darstellungen Vischnus, fährt v. B. fort, womit ihn seine Secte verherrlicht, bleibt er doch immer kenntlich, sei es an dem Lotus, der ihm und seinen Verkörperungen recht eigen, oder an der dunkelblauen und grünen Farbe, obgleich diese nicht immer bei ihm angetroffen wird. (Die Lotusblume, wohl Nelumbium speciosum, wächst im heiligen Ganges; es ist wohl die gelbe Varietät in's Auge gefasst, auf Grund der gelben Farbe des Liquor hepatis. Die grüne Farbe Vischnus rührt daher, dass, wie wir bei den Farben der Arcana geschen, Liquor hepatis auch als grün genommen wird. Wollen wir blau als blau gelten lassen, so ist das ein Anhalt an den blauen Aether, die Luft, die Luft aber führt auf den als Luft aufgefassten Liquor hepatis. Man kann die Sache aber auch auders fassen. Wenn Vischnu, der Liquor hepatis, auf der einen Seite als gelb, auf der anderen aber als grün gefasst wird, so kann man die Stelle des Grünen auch das Blaue schieben. Denn Grün entsteht aus der Mischung des Gelben mit dem Blauen. Man sagt alsdann, um auf das Blau zu kommen, wir haben das Gelb auf der einen Seite, das Grün auf der anderen Seite, das ist, wir kommen vom Gelb auf das Grün. Um aber vom Gelben auf das Grüne zu kommen, fiigen wir dem Gelben das Blaue hinzu, dann habon wir eben das Grüne. Auf die Weise wären denn in Indischer Fassung Blau im Grunde nichts anderes, als Grün, und der blaue Vischau wäre identisch mit dem grünen Vischnu. Wir brauchten also in Bezug auf den blauen Visehnu gar nicht an die Luft, den Aether, zu recurriren. Liegt die Sache so, so kann auch im 2. Avatar der blaue Hals des Siva als grüner Hals aufgefasst werden, das sich entwickelnde Gas wird alsdann dem grünen Liquor hepatis zu Liebe als Grün gefasst. Auch Krischna im 8. Avatar, der Blaue, wäre dann der grüne Liquor hepatis.) Einer der gewöhnlichsten Namen des Vischnu in alten Schriften ist Haris, gleichbedeutend mit harit, grün. (Nun das ist speciell der grüne Liquor hepatis). Sein Symbol ist ein Dreieck mit der Spitze nach unten: V. (v. Bohlen nimmt dies Ze ̊chen als Syn.bol des, als Wasser gedachten Vischnu, und lehut dabei an das chemische Zeichen V, welches Wasser bedeutet.

an

Siva. Seine Farbe auf Bildwerken ist schneeweiss,

(,,Weiss“ Farbe des Natron nitricum, Natron carbonicum. Acid. sulphur. depuratum). Er hat 3 Augen (phil. Zahl 3). Er hat zuweilen 4 Arme wie Brahma und Vischnu (phil. Zahl 4.). v. Bohlen sagt ferner, Siva bezeichne im allgemeinsten Sinne das Feuer. (Das hat nun nicht statt, indessen in Bezug auf die kaustischen Eigenschaften des Acid. sulphur. liegt ihm das Feuer doch nicht absolut fern.) Als Symbol hat er ein Dreieck mit der Spitze nach oben, (v. B. sagt, dies Zeichen bezeichne die Flamme. Hiermit lehnt er nun wieder an das heutige chemische Zeichen A. welches Feuer bedeutet.) Und dann sagt er: die Anhänger des Siva pflegen den heiligen Stieren einen Phallus auf die Hüfte einzubrennen, oder selbst einen solchen auf der Brust zu tragen, und zwar, welches sehr merkwürdig ist, in der Gestalt eines Henkelkreuzes, mit dem wir noch gegenwärtig den Planeten Venus, die Erzeugerin, bezeichnen: Q. (Dies Planetenzeichen Q, als Phallus, ist die Ursache, dass v. B. sich unter dem chemischen Zeichen umsieht, und so heransbekommt, dass auf den Feuer

auf den Wassergott Vischnu, und gott Siva zu beziehen ist. Es ist aber bei dem hier aufgeführten Zeichen gar nicht an Wasser zu denken, es handelt sich um eine Dreifigur des Vischnu, der philosophischen Zahl 3 zu Liebe. Und ganz so ist bei dem Zeichen hier nicht an Feuer zu denken. Es handelt sich wieder um eine Dreifigur, die dem Siva zukommt, wie ihm auch der Dreizack zukommt. Dass in einem Falle die Spitze des Dreiecks nach unten steht, V, und im anderen nach oben, A, das hat, ohne weiteren Nebenzweck, das im Auge, das Zeichen des Vischnu nicht, wie das des Siva, und das Zeichen des Siva nicht, wie das des Vischnu zu bringen. Beim Henkelkreuz Q soll der Penis in vulva bezeichnet werden, 0) = vulva, += penis. Es handelt sich also nicht allein um den Phallus (Penis, Linga), sondern auch um die Vulva (Yoni). Dass das Zeichen des Phallus (Linga, Yoni) mit dem Planetenzeichen übereinkommt, hängt nicht damit zusammen, dass beide eine ursprüngliche Relation zu einander haben, sondern damit, dass die schönen Geister sich in allen Zonen begegnen. Die Araber, von denen, wie wir später sehen werden, das PlanetenzeichenQ herstammt, emblematisirten Venus unter der Gestalt einer Vulva, O, und indem sie nun nach einem Zeichen für die Venus suchten, verfielen sie eben auf das Zeichen Q. Auch die chemischen Zeichen und sind ganz unabhängig von den Vischnu- und Siva-Zeichen. Zu der Zeit, wo die Zeichen für die 4 Elemente, Wasser, A, Feuer, A, Luft, 7, Erde, aufkamen, (siehe die Alchemie bei den Abendländern), zu der Zeit dachte man nicht an Indische Mythologie. Die ganze Indologie, an die sich die Neuzeit so eifrig gemacht hat, schlummerte damals. Wo soll man damals zu Zeichen kommen, die Vischnu und Siva eigenthümlich sind? Und dann hat man ja gar nicht à la v. Bohlen und seinen Gewährsleuten den Sachverhalt, dass das Symbol des Vischnu als Wasser, des Siva als Feuer ist. Nein, man hat nichts anderes, wenn man an diese Zeichen aulehnt, als: ein Symbol des Vischnu ist, ein Symbol des Siva ist. Daran anlehnend könnte man denn ferner sagen Vischnu

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Indische Zahlenphilosophie.

Bereits die erste Phase der Indischen Alchemie huldigt einer Zahlenphilosophie. Wir haben gesehen, dass sich an die Kosmologie die philosophischen Zahlen 1 und 3 knüpfen. Die philosophischen Zahlen der ersten Phase werden in der zweiten Phase erweitert. An die arcanologische Auffassung der Alchemie reihen sich die philosophischen Zahlen 1, 2, 3, 4. Diese Zahlen 1, 3, resp. 1, 2, 3, 4 sind nun die Indischen philosophischen Zahlen im engeren Sinn, die Indischen philosophischen Zahlen im weiteren Sinne sind: 1, 2, 3, 4, 6, 12. Das ist also, bei den Indischen Zahlen im weiteren Sinne tritt zu den philosophischen Zahlen der arcanologischen Phase noch die 6 und die 12 hinzu. Mit ihnen liegt es ff:

und A = Siva. Und daran anlehnend könnte man ferner sagen Liquor hepatis und A = Acid. sulphur.-Natron. Damit wären wir dann aber auch fertig. Zwischen den hentigen Zeichen, Wasser, und A, Feuer, und den bereits in übertragener Weise herauskommenden Indischen Zeichen ▼, Liquor hepatis, und A, Acid. sulphur.-Natron, ist gar keine Relation). Endlich macht v, Bohlen darauf aufmerksam, dass des Siva Frau auch Kâli heisst. (Das steht wohl zur neueren Chemie in näherer Beziehung als jene Zeichen, indem diese Kâli wahrscheinlich die Basis ist für unser heutiges Kali. Es würde sich in diesem Falle dann nicht sowohl um ein directes Anlehnen an die Indische Alchemie, sondern darum handeln, dass es sich nun einmal zufällig so gemacht hat, dass der Indische Name für Natron sich erhalten hat. Auf die Weise haben wir denn auch die einfachste Erklärung dafür, dass die alten Chemiker Kali und Natron durcheinanderwerfen. Natron ist's, und Kali heisst's im Anlehnen an die Indische Göttin, da liegt eben das Durcheinanderwürfeln von Natron und Kali gar zu nahe.)

Das Indische Sonnenjahr hat 365 Tage, 6 Stunden, 12 Minuten, 30 Secunden. Nimmt man sich nun das Recht, die 365 Tage in 360 Tage zu verwandeln, so erhält man im Anlehnen an die Zahl der Tage, Stunden, Minuten, Secunden des Jahres die Zahlen:

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Also, wenn man sich die philosophischen Zahlen der arcanologischen Phase nimmt und sie divisions- resp. multiplicationsweis mit der Zahl 12 in Verbindung bringt, so erhält man bei Anhängung der cumulirenden Null an betreffender Stelle die Tage, Stunden, Minuten, Secunden des Indischen Sonnenjahres, vorbehaltlich dessen, dass man an die Stelle der 365 Tage 360 Tage treten lässt. Weil nun die Zwölf es ist, die diese Sachlage vermittelt, dass das Jahr heraus kommt an der Hand der philosophischen Zahlen der arcanologischen Phase, deswegen säsirt man die Zwölf, und sagt, wir haben die Zahlen 1, 2, 3, 4 und mit ihnen das Recht, sie mit der Zahl 12 in Verbindung zu bringen. Indem man nun ferner die obige Aufstellung in's Auge fasst:

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12

13/1 13/8

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- 12 = 6

336 18/4

= 3,

sagt man. diese Aufstellung giebt uns die Zahlen 12 und 6. Denn 12, ist eben 12, und 12, ist 6, und damit haben wir auch die philosophischen Zahlen 6 und 12.

Wo bleibt denn nun aber die 36? Sie wird uns ja auch durch diese Aufstellung geboten und ist keine Indische philosophische Zahl. Die Antwort ist die, dass auf die 36 nicht weiter reflectirt zu werden braucht, weil sie auf doppelte Weise nicht direct in die Sache kommt, zuerst deshalb, weil sie multiplicationsweis herauskommt, entgegen den anderen Verhältnissen, bei denen dividirt wird, (wir haben ja 12:1, 12:2, 12:4 und dem gegenüber ausnahmsweise nicht 12:3 sondern 12.3), und dann deshalb, weil das Product 36, das ist mit der cumulirenden Null 360, im Grunde mit dem Indischen Jahre nichts zu schaffen hat, besteht dies doch aus 365 Tagen, und nicht aus 360 Tagen.

Und was soll denn die 3, welche diese Aufstellung bringt? Wir haben ja bereits die Drei, wozu sie hier noch einmal? Erregt das keinen Anstoss? Die Antwort ist, nein, es erregt keinen Anstoss. Bei den philosophischen Zahlen, welche sich an die Kosmologie knüpfen, sowie bei den philosophischen Zahlen, welche sich an die Arcanologie knüpfen, ist die 3 die Hauptzahl, sie knüpft sich auf der einen Seite an Varuna, Agni, Indra, auf der anderen Seite an Brahma, Siva, Vischnu, steht somit im Vordergrund. Dieses im Vordergrunde Stehen qualificirt die Drei wohl, mit besonderer Emphase, doppelt hervorgehoben zu werden, und das wird sie, wenn uns die 3, trotzdem wir sie bereits haben in den philosophischen Zahlen, die sich an die arcanologische Alchemie knüpfen, und welche bei der erweiterten Zahlenphilosophie den Ausgangspunct bilden, wenn uns diese 3 durch die Division 13 noch einmal geboten wird.

So erhalten wir denn die erweiterten Indischen philosophischen Zahlen als: 1, 2, 3, 4, 6, 12.

Unter diesen Zahlen ist nicht vertreten die 5, nicht die 7.

Der Sachverhalt mit der nicht vertretenen 5 liegt indess anders, als der Sachverhalt mit der nicht vertretenen 7. Die 5 ist absolut zurückzuweisen, es giebt absolut keine Indische philosophische Zahl 5. Die 7 indess ist nur relativ zurückzuweisen. Die Inder erkennen die 7 wohl an, geben ihr aber keine Stellung unter den philosophischen Zahlen. Dies hat auf Grund dessen statt, dass die Inder sagen, die Philosophie, die Speculation bemächtigt sich derjenigen Zahlen, welche an und für sich nicht gegeben sind, um sie herauszubekommen. Wo aber eine Zahl von vorn herein gegeben ist, so evident gegeben ist, so von selbst gegeben ist, wie die Zahl 7, welches die reelle Zahl der Arcana ist, da bedarf es der Speculation nicht ferner, um ihr Rechnung zu tragen.

Also wir haben die Indischen (erweiterten) philosophischen Zahlen 1, 2, 3, 4, 6, 12. Diese werden nun an die Indischen Weltalter angelehnt.

Die Indischen 4 Weltalter sind:

Erstes Weltalter: Kritayuga oder Satyayuga, Weltalter der Wahrheit.

Zweites Weltalter: Tretayuga, Weltalter der Frömmigkeit oder der 3 Opferfeuer.

Drittes Weltalter: Dvâparayuga, Weltalter des Zweifels. Viertes Weltalter: Kaliyuga, Weltalter der Sünde. Von den Indern her wird die Lehre von den Weltaltern oder Zeitaltern derartig aufgefasst, als wenn in ihr der Progress des Menschengeschlechts vom Guten zum Bösen im Allgemeinen gezeichnet würde. Zuerst, so ist die entsprechende Auffassung, seien die Menschen gut und brav gewesen, dann seien sie allmälig schlechter geworden, bis sie endlich so schlecht wurden, wie sie jetzt sind. Diese Auffassung der Lehre von den Weltaltern ist eine verkehrte, sie kam auf Grund dessen in das Publicum, dass die Alchemisten den Leuten etwas vormystificirten. Die WeltalterLehre ist reinweg eine alchemistische. Was sie aber unter ihr verstanden, das hielten die Alchemisten geheim, und indem sie es geheim hielten, trieben sie das Publicum in die Mystification hinein, es handele sich bei der WeltalterLehre im Allgemeinen um die Schilderung des Progresses des Menschengeschlechtes vom Guten zum Bösen.

Schauen wir doch einmal dieser Lehre, zuerst seien die Menschen gut und brav gewesen, dann seien sie allmälig schlechter geworden, bis sie endlich so schlecht wurden, wie sie jetzt sind, schauen wir dieser Lehre in's Antlitz.

Ihren Grund hat sie jedenfalls darin, dass man vom Allgemeinen auf den Einzelnen geht, und sich dann wieder vom Einzelnen einen Schluss auf das Allgemeine erlaubt. Beim Einzelnen haben wir das, dass der Greis häufig sagt: Ach, wie ich noch jung war, da waren die Menschen doch viel besser; die Welt ist ganz anders geworden, das Verderbniss ist über sie gekommen. Das wird nun generalisirt und damit kommt denn heraus, die Menschen im grossen Ganzen seien früher, in vergangenen Weltaltern, gut gewesen, allmälig sei aber das Verderbniss über sie gekommen.

Aber hat denn der Greis Recht? Ach nein, das redet der alte Mann sich ein, dass in seiner Jugend die Menschen besser waren. Der schaut in seine Jugend durch die Brille der Phantasie.

Und ebenso schaut der durch die Brille der Phantasie, der den vergangenen Zeitaltern einen höheren Standpunct der Moralität andemonstrirt. Durch die fortschreitende Cultur gewinnt das menschliche Leben im grossen Ganzen freilich eine andere Gestalt, und mit dieser Gestalten - Aenderung ändern auch die Sünden. Aber die Sünde, an und für sich genommen, war stets da, die brauchte nicht erst successiv in's Menschengeschlecht hineinzukommen, successiv anzuwachsen. Das zeichnet auch die Bibel ganz sachentsprechend. Schon der erste Mensch, Adam, sündigt im Paradiese, schon unter seinen Söhnen, Kain und Abel, hat der Brudermord statt. Was fehlt diesen Sünden, bedürfen sie noch des Progresses? Ist diese Zeichnung nicht viel richtiger, als die Progress - Lehre vom Guten zum Bösen auf der Basis der phantastischen Anschauung eines kindischen Greises?

Blicken wir auf die, uns allen geläufige Weltalter-Lehre der Griechen, wie sie uns in den Metamorphosen des Ovid

geboten wird eine Nachahmung der mystificirten Interpretation der Indischen vier Weltalter. Welches durchlöcherte Machwerk! Zuerst herrschte das goldene Zeitalter, dann kam das silberne, dann das eherne, endlich das eiserne. In goldenen waren die Menschen gut, im silbernen wurden sie sch'echter, im ehernen noch schlechter, und endlich im eisernen so schlecht, wie sie jetzt sind. Das goldene Zeitalter herrschte aber zur Zeit Saturn's, und damit präsentirt sich die Durchlöcherung des Problems. Saturn war ein Titane, ein Sohn des Uranus und der Gaea. Er stiess seinen Vater vom Thron, und besorgt, dass ihm dasselbe Schicksal seitens seiner Söhne bereitet würde, verschlang er seine Kinder. Durch Rheas List wurde aber Jupiter nicht verschlungen, und dieser stürzte dann in Verbindung mit seinen Brüdern, die, Dank einem dem Saturn gegebenen Emeticum wieder ausgebrochen wurden, den Vater vom Thron und in den Tartarus. Eine hübsche Chronique scandaleuse das! Hübsche Vorgänge für eine Zeit, die das goldene Zeitalter repräsentiren soll. So waren dainals, im goldenen Zeitalter, die Götter, wie müssen nun erst die Menschen gewesen sein! Wie verträgt sich eine solche heillose Zucht, ein solches Convolut von Sünden mit dem goldenen Zeitalter! Kommt hier nicht die Progress-Lehre vom Guten zum Bösen mit sich selbst in Conflict? Wir dürfen nun nicht übergehen, dass in Betreff Saturns noch ein anderer Mythus herrscht, der sich etwas erbaulicher anhört. Ihm zufolge herrscht Saturn nach seiner Vertreibung auf den Inseln der Seligen oder in Italien, und gerade hier wäre es denn gewesen, wo unter seiner Herrschaft das goldene Zeitalter blühte. Dieser Variante ist es leicht anzusehen, dass man mit der Progress-Lehre vom Guten zum Bösen in Conflict gerathend, sich bewusst wurde, dass man auf einem durchlöcherten Boden stände. Man stiess sich an den Mythus, wie er war, gemäss dessen Saturn, um so zu sagen der Präses des goldenen Zeitalters war, und kam nun auf den Ausweg, den Saturn dem alten Sündenpfuhl zu entreissen, und ihn in ein glückliches Land zu versetzen. In diesem glücklichen Lande steht dann dem goldenen Zeitalter nichts im Wege. Schade nur, dass dem Conflict dadurch nicht abgeholfen wird. Es ist nämlich zu bemerken, dass Saturn erst nach seiner Vertreibung nach Italien oder auf die glückseligen Inseln kommt. Damit ist dem goldenen Zeitalter aber wenig gebolfen. Saturns Antecedentien reichen hin, um einen Strich durch die goldene Zeit zu machen. Von ähnlichen durchlöcherten Standpuncten im silbernen und ehernen Zeitalter in sich und für sich wollen wir nicht weiter sprechen. Die Chronique scandaleuse Saturns drückt dem goldenen Zeitalter bereits den eisernen Stempel der, Eisernheit" auf, und damit sind das silberne und eiserne Zeitalter von vornherein präcoupirt.

So lösen diejenigen das Problem des Progresses vom Guten zum Bösen im Menschengeschlechte, welche auf dasselbe eingehen!

Nun aber zu der Basis der Weltalter-Lehre, zu den Indischen Weltaltern. Wie macht sich denn bei ihnen das Problem des Progresses vom Guten zum Bösen im Menschengeschlechte? Antwort: Noch viel schlechter, als bei den Griechen. Bei den Griechen haben wir die Zeichnung des Progresses ganz deutlich im Metallstandpunct. Gold ist besser, edler als Silber, Silber besser, edler als Erz (Kupfer), Kupfer besser, edler als Eisen Da haben wir also, vom Gold zum Eisen gehend, das Absteigen vom Guten (Gold) zum minder Guten (Silber), von diesem zum noch minder Guten (Erz) und von diesem endlich zum allermindest Guten, zum Schlechten (Eisen). Daraus lässt sich doch noch wenigstens ein Text machen. Saturn durchlöchert zwar das ganze Machwerk, aber dieses ist doch wenigstens da, um durchlöchert werden zu können. Dem entgegen haben wir bei den Indern noch nicht einmal das Machwerk. Es ist gar kein Text herauszubekommen, wenn man die Augen aufmacht, wie denn nun in den Indischen 4 Weltaltern der Progress vom Guten zum Bösen im gewöhnliehen Sinne des Problems gegeben sein soll. Wir haben:

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