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hierfür noch den Zusatz upeol oder Ivuố nötig hat z. B. II. y. 76: aŭrn yơq xvi gpeoi Jóqoos Afhvn Iña', so 5, 140; 2, 146; §, 227; I, 459; 8, 729; N, 121 oder 0, 561, 661: aidő Jéol' Êvi Ivua, so Z, 326; W, 248; 2, 102; a, 361 cet. – So (p. 21) bedeutete zaigɛ Ivua anfänglich noch: er glänzte im Geiste, und, so lange noch die Wurzel yag in der Bedeutung glänzen vorkam, war Ivuố wirklich erforderlicher Zusatz; nachher wurde xaige Ivuon formelhafter Ausdruck, und Ivuç erscheint als pleonastisch. Man vergleiche hierzu lateinische Ausdrücke, wie concipere mente, versare animo, volvere animo, agitare in mente, corpus horret. (Plaut.), animus horret (Vergil) cet. –

F. Lassalle (Die Philosophie Heraklits des Dunklen cet. Vorrede p. VI) sagt von der Heraklitischen Philosophie: „bei ihr komme es infolge ihrer inneren Eigentümlichkeit mehr als bei jeder anderen auf den Ausdruck selbst und seine sprachliche Wurzel zum Verständnis an,“ sie habe „vielleicht in höherem Grade, als die meisten Philosophieen an der Erfüllung jenes allgemeinen Gesetzes der Sprachentwickelung mitgearbeitet, die ursprünglich sinnliche Bedeutung der Wortwurzeln in begriffliche Bestimmungen überzuführen,“ und nehme deshalb , die eigentümliche Mittelstellung ein, dass ihr die ursprünglich sinnliche Bedeutung des Wortes noch ebenso wesentlich ist, als die von ihr selbst mit ihm vorgenommene und nur mit Hilfe jener Primärbedeutung wahrhaft erkennbare Verarbeitung desselben zum geistigen Begriff.“ cet. Man vergleiche bei Heraklit Bilder, wie rūg, xgóvos, móhɛuos, siucquévn, odòs ävw xáto, Sixn, Eignon. (Lasalle l. c. T. I, p. 17.)

Wir können das Wesen der Mythenbildung hiermit zusammenstellen. Die Fetische stehen noch auf der Stufe der Einheit von Sinnlichem und Unsinnlichem. Es ist zur Personifikation, gerade, wie wenn die Sprache leblose Gegenstäude mit maskulinar- oder femininal-Formen bezeichnet. Sobald die Differenz sich dem Bewusstsein des Menschen aufdrängt, bemüht er sich um Ausgleichung, legt entweder seine Kunst in das Objekt und gestaltet es so seiner Idee gemäss, oder er erkennt das Sinnliche als blosses Symbol – womit dann die Trennung im Bewusstsein vollzogen ist. Preller (Griechische Mythologie Bd. I. p. 2) sagt, dass bei der Mythenbildung „die Anmut und Kühnheit der sinnbildlichen Übertragungen, welche die Vorstellung von einer Gedankenreihe zur andern zu finden weiss, nicht genug zu bewundern ist, aber sehr natürlich

mit den Schöpfungen der Sprache und den Abwandlungen jedes älteren Wortstammes verglichen werden kann, dessen Geschichte ja auch die einer fortlaufenden Reihe von Übertragungen eines elementaren sinnlichen Eindrucks auf immer entlegnere und künstlichere Vorstellungen zu sein pflegt. Weiter wurde, wie dieses gleichfalls bei den Wörtern zu geschehen pflegt, bei fortschreitender Entwickelung die erste Naturempfindung oft vergessen und nur das ethische Bild von Mut und Kraft, Schnelligkeit und Jugend

- festgehalten und – ausgeführt.“ – H. D. Müller (Mythologie der griechischen Stämme. T. II, p. 12) sagt, dass die Vergleichung der Sprach-Entstehung mit der Mythenbildung selbst Analogieen nachweisen könne zwischen den einzelnen Arten des Tropus: Metapher, Metonymie, Synecdoche, Personifikation und den mythischen Symbolen. Ein Symbol, z. B. Schwert und Wage des Richters ist in der Rede oft als Tropus zu gebrauchen, z. B. Schwert der Obrigkeit, Wage der Gerechtigkeit, der Entscheidung cet.

Die Sprache hält zuweilen die sinnliche und unsinnliche Bedeutung mit demselben Worte verbunden fest z. B. bei: vorstellen, Herz; zuweilen lässt sie die Urbedeutung fallen z. B. Angst. (gleich: Enge.) Je entschiedener nun das Bewusstsein den Laut von der Bedeutung zu trennen vermag, desto grössere Unabhängigkeit von der Sprache scheint der Geist zu gewinnen, so dass sie ihm zuletzt als eine Sammlung blosser Zeichen erscheint, welche er als Mittel für seine Äusserungen mit Willkür verwendet. – Von dieser Stufe spricht Bopp (Vokalismus p. 1): „Die Sprachen sind als organische Naturkörper anzusehn, die nach bestimmten Gesetzen sich bilden, ein inneres Lebensprinzip in sich tragend sich entwickeln, und nach und nach absterben, indem sie, sich selber nicht mehr begreifend, die ursprünglich bedeutsamen, aber nach und nach zu einer mehr äusserlichen Masse gewordenen Glieder oder Formen ablegen, oder verstümmeln, oder missbrauchen d. h. zu Zwecken verwenden, wozu sie ihrem Ursprunge nach nicht geeignet waren.“

Es ist dies jener Standpunkt, von dem aus wir auch von der Herrschaft des Menschen über die Natur zu sprechen pflegen, vermöge welcher er sie nämlich seinen Zwecken dienstbar mache. Aber dies Verhältnis ist vielmehr als eine erweiterte Hilfsleistung der Natur aufzufassen, welche, je tiefer in ihr Wesen eingegangen wird, sich immer mehr als einziges Förderungsmittel für alle unsere Bedürfnisse nach jeder Richtung hin darstellt, so dass sie für alles schon im voraus Befriedigung darbietet, was wir erst nach und nach als Bedürfnis in uns entdecken. Es zeigt sich damit die zunehmende Herrschaft des Menschen über die Natur in Wahrheit als immer mehr erkannte Abhängigkeit von derselben.

So auch wird der Mensch die Herrschaft der Sprache, d. h. die wesentliche Abhängigkeit seiner Geistesentwickelung von derselben nur scheinbar los; das Wort hält ihn um so fester, je weniger er dies bemerkt oder sich eingestehen will. Wir verfolgen jedoch dies zunächst nicht weiter, sondern erkennen an, dass die Sprache schliesslich den Menschengeist zum abstrakten, zweckmässigen, verständigen Denken erzieht, welches dann um so erfolgreicher sich äussert und um so schneller zu arbeiten vermag, je mehr es das Wort als gleichgiltiges Zeichen zu verwenden versteht. Diese Fähigkeit der Sprache ist die dem „gesunden Menschenverstande“ sofort einleuchtende, und sie wird bewundert und durch viele Übungen in der Erziehung und im Leben selbst ausgebildet; die Sprache wird so zuletzt — im weitern Sinne – zur „Geschäftssprache“.

Um aber zu finden, was und wie Sprache bezeichnet, haben wir die bildliche Natur des Wortes wie des Satzes noch weiter zu untersuchen; wir haben bestimmter anzugeben, wie die Frage zu lösen ist, welche Max Müller (Vorles. T. I, p. 319 sq.) bespricht, „die Frage nach dem primum cognitum“, „ob die Sprache aus allgemeinen Appellativen oder aus Eigennamen entsprungen ist“, d. h. ob „jedes Wort so, wie es zuerst in Gebrauch kam, einen individuellen Gegenstand bezeichnete“, oder ob „allgemeine Bezeichnungen zur Konstituierung der Sprache unbedingt notwendig sind“ (p. 321). Als Verfechter der ersteren Ansicht nennt M. Müller „die Philosophen Locke, Condillac, Adam Smith, Dr. Brown und wenigstens bedingt auch Dugald Stewart, als Vertreter der letzteren: Leibnitz. Es heisst bei diesem (Nouveaux Essais, lib. III, c. 1. p. 297. ed. Erdmann): „Les termes généraux ne servent pas seulement à la perfection des langues, mais même ils sont nécessaires pour leur constitution essentielle.“ „Et il est sûr que tous les noms propres ou individuels ont été originairement appellatifs ou généraux.“ – Adam Smith ist dagegen überzeugt (vide M. Müller l. c. p. 319 sq.), dass Aufstellung besonderer Namen in Form von Substantiven einer der ersten Schritte zur Bildung der Sprache gewesen sei; es sei also eine besondere Höhle, ein bestimmter Baum cet. mit einem besonderen Namen belegt worden, der dann weiter den ähnlichen Dingen zuerteilt wurde, und so wären die ursprünglichen Eigennamen zu Gemeinnamen geworden. M. Müller selbst kommt „durch eine nach den Grundsätzen der vergleichenden Sprachforschung durchgeführte Analyse der Sprache“ zu der Ansicht, dass jede Wurzel „eine generelle, nicht eine individuelle Idee ausdrückt“. Adam Smith, sagt er, habe ohne Zweifel darin recht, dass die erste Benennung auf ähnliche Dinge angewandt worden sei, aber die Entstehung der Namen selbst gehe aus einer allgemeinen Anschauung hervor. So sei z. B. antrum, Höhle vom sanskritischen antar, zwischen, drinnen abzuleiten, und „antrum bedeutete daher ursprünglich alles, was sich innerhalb der Erde oder sonst eines Dinges befindet.“ – „Ebenso (p. 324) verhalte es sich mit allen Nominibus. Sie drücken alle ursprünglich eines der vielen Attribute eines Gegenstandes aus, und dieses Attribut, mag es nun eine Qualität oder eine Thätigkeit sein, ist notwendigerweise eine allgemeine Idee. Das so gebildete Wort war zuerst nur auf einen Gegenstand berechnet, obgleich es naturgemäss fast augenblicklich auf die ganze Klasse ausgedehnt wurde, welcher dieser Gegenstand anzugehören schien.“

Sagen wir nun zunächst genauer, dass die Wörter nicht nur nach ihrem Ursprunge Allgemeines bedeuten, sondern dass sie als Laut bilder notwendig und immer die Vorstellung nur allgemein zu bezeichnen imstande sind. Wie allerdings schon in der Natur der Wurzeln die ganze Fortentwickelung der Wörter in Bezug auf ihre Funktion, die Vorstellungen darzustellen, gegeben ist, werden wir später noch sehn.

Sodann aber ist nötig, dass der Sinn bestimmt werde, in welchem wir das Wort allgemein hier zu nehmen haben. Wenn wir sagen, das Wort bedeute ein Allgemeines, so ist keineswegs gemeint, dass seine Bedeutung alles Einzelne in sich schliesse, worin die Vorstellung zur Erscheinung kommt, sondern gerade dies, dass es mit den Einzelnen als solchen nichts zu thun 'habe. Die Vorstellung ist kein Einzelnes, sondern ein Bild, veranlasst freilich durch eine Erscheinung oder durch einen Vorgang; und so ist das Wort ein Lautbild dieses Innenbildes, aber weder die Vorstellung noch das Wort ist ein Ausdruck des Dinges. Antrum ist also nicht Bezeichnung für alle einzelnen Höhlen, sondern es ist ein Lautbild, welches die Vorstellung von einem Innerhalb darstellt und deshalb für die Zwecke der Mitteilung geeignet ist, um Höhlungen zu bezeichnen. Das Wort: Der Mensch bezeichnet keinen einzelnen Menschen, aber ebensowenig alle Einzelnen; – an diese denkt das Wort gar nicht sagen wir aber etwa: der Mensch ist sterblich, und meinen wir so alle Menschen, oder die Menschheit, so haben wir es schon mit einer Figuration der Sprache zu thun.

Nichts ist falscher, als anzunehmen, dass wir durch die Sprache die Dinge in der Welt bezeichnen. Wir haben an der Sprache freilich ein Mittel, um uns mit allen Dingen theoretisch in Verbindung zu setzen, aber ein durchaus künstliches, künstlich in dem doppelten Sinne, dass die Sprache wesentlich nur Menschenwerk ist, Naturgiltigkeit nicht besitzt, nur unsere Beziehung zu den Dingen ausdrückt; und dass es nur Werke der Kunst sind, durch welche dies gelingt: mittelst eines Einzelnen, nämlich mittelst eines Lautbildes, ein Allgemeines, nämlich die vorgestellte Idee, zu bezeichnen. Dies Lautbild kann als Symbol nur allgemein d. h. unbestimmt bezeichnen, es ist, innerhalb gewisser Grenzen, mehrfach zu deuten, bleibt mannigfacher näherer Bestimmung zugänglich, passt auf alle ähnlichen Vorgänge und Dinge, wie diejenigen, welche zur Vorstellung Anlass gaben. Man kann sagen, dass die Vorstellung von den Dingen nur dasjenige entnimmt, auf was sie merkt, dass die Lautbilder nur Bezeichnungen dieser Merkmale sind, und dass sie also an sich auf alles anwendbar sind, was nur in die Sphäre ihrer Merkmale gerät. Baum ist Baum, ob Feigenbaum oder Ceder, glänzen heisst glänzen, ob es von einem Feuer ausgeht oder aus einem Auge hervorzubrechen scheint. Aus dieser Unbestimmtheit der Lautbilder erklären sich die Synonyma in den Sprachen. Curtius bespricht in Bezug auf „Das Vage der Wurzelbedeutung“ (Grundz. d. griech. Etym. p. 95) die Wörter für die Vorstellung: sehen, also die Wurzeln skav (ahd. scawôn, schauen), spak (gr. Oxorós, Späher), ak (lit. akis, Auge, oculus), Fid (idɛīv), dark (dédoqxo), Fog (ogów), und sagt: „Ausser diesen sechs Verben des Sehens haben wir nun noch eine Reihe anderer, die grösstenteils sich als uralt erweisen, so, um beim Griechischen stehn zu bleiben, noch aɛvoow, BhéTW, gecoua. Dieselbe Vielheit lässt sich aber bei vielen anderen Begriffen nachweisen. Man denke nur an die vielen Wurzeln, welche sagen bedeuten, an die mannigfaltigen Verba des Glänzens und Schimmerns. In dieser Mannigfaltigkeit konkreter und ganz individueller Vorstellungen, welche alle die Fähigkeit, verallgemeinert und gleichsam Zeichen des Begriffs zu werden in sich tragen, liegt der Haupterklärungsgrund für die rolvovvuía, mithin auch für die Vielheit der Sprache und für die Abweichungen selbst nahe verwandter Sprachen unter einander.“

Hält man fest, dass die Wurzeln Darstellungen waren, Aus

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