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ne fut pas longtemps sans porter des fruits.“ Dagegen giebt Goethe (Egm.) die gemischte Allegorie: „Wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, gehen die Sonnenpferde der Zeit mit unseres Schicksals leichtem Wagen durch: und uns bleibt nichts als, mutig gefasst, die Zügel festzuhalten, und bald rechts, bald links vom Steine hier, vom Sturze da, die Räder wegzulenken.“ – In der Allegorie des Psalm 80 (79), in welcher Israel (vs. 9-17) unter dem Bilde eines Weinstocks erscheint, wird das Verständnis teils durch den Zusammenhang (vs. 5—8 und 18—20), aber auch durch Hindeutungen zu Anfang der Allegorie gesichert. Solche gemischten Allegorieen mag man dann auch wohl zu den Gleichnissen rechnen, wie z. B. bei Wash. Irving (Sketch-Book): The stream of literature has swoln into a torrent-augmented into a river-expanded into a sea. –

2. Das Gleichnis. (Eixwv, simile.) . Wie oben bemerkt (p. 40 sq.; p. 74 sq.), fassen Aristot. und Quintilian das Gleichnis als Nebenstellung der Metapher neben den eigentlichen Ausdruck, womit deren weitere Ausführung verbunden sein kann. Aristoteles fügt richtig hinzu (Rhet. III, 10), dass das Gleichnis weniger angenehm sei, als die Metapher, weil es gedehnter sei, und die Phantasie schwächer errege, da es ihr nichts zu suchen überlasse.*) Caesar bei Shakesp. (J. C. III, 1) bedient sich, um die Festigkeit seines Willens zu bezeichnen, Cassius gegenüber, eines Gleichnisses: „I am constant as the northern star Of whose true-fix'd and resting quality There is no fellow in the firmament“; mit wachsender Stärke sagt er dasselbe dem weiter bittenden Cinna in der Metapher: Hence! Wilt thou lift up Olympus? – Man findet so nicht selten bei Dickens kühnere Metaphern durch vorausgeschickte Gleichnisse eingeführt. So heilst es (Our Mutual Friend I, ch. 3): The figure looked like a bird of prey – nachher weiter in der Erzählung: the bird of prey statt des Namens; (A Tale of Two Cities, II, ch. 24): Like the mariner in the old story, the winds and streams had driven him within the influence of the Loadstone Rock – (d. h. nach Paris) - bald heisst es dann: He must go to Paris. Yes. The Load

*) Da das Gleichnis das Bild als solches hinstellt, schien es den Alten mehr für den Gebrauch der Poesie geeignet. Ar. (Rhet. III, 4): xorotuov ñ cixwv xoi ļv hóyo ohiyoxış mountıxov yuo. Ebenso urteilt Demetrius (de eloc. S 90. Sp. Vol. III, p. 283).

stone-Rock was drawing him, and he must sail on, until he struck. – Dies finden wir auch bei Homer z. B. Ilias 8, 163. Dem fliehenden Diomed ruft hier Hektor das Gleichnis zu: yuvaixòs äg' åvrì tétvšo – und fährt mit der Metapher fort: řggę, xoxn yanvn

-; andererseits erweitern sich auch wohl Metaphern zu Gleichnissen, wie Ilias 4, 274 sq. aus der Metapher: dua végos Eineto ne@v sich das Gleichnis entwickelt: os dör anò oxoniñs εidev νέφος αιπόλος ανήρ ερχόμενον κατά πόντον υπό Ζεφύροιο ιωής.,

Die Nebenstellung des Bildes durch das Gleichnis ist natürlich nicht so äusserlich zu fassen, dass sie durch ein us, ut, like cet. angezeigt sein müsste: *) das Gleichnis kann sich enger mit der Rede verbinden und gewinnt dadurch an Energie. Derart sind die „similitudines breves“, wie z. B. „vagi per silvas ritu ferarum“, von denen Quintilian (VIII, 3, 81) spricht, und die Cornificius (IV, 47) meint: dictum autem simile per brevitatem; non enim — res ab re separata est, sed utraque res conjuncte et confuse comparata. – Wenn z. B. Here (Ilias 21, 483) zur Artemis sagt: επεί σε λέοντα γυναιξίν Ζεύς θήκεν, s0 zeigt λέοντα (dtsch.: als Löwin) ein Gleichnis in der Form einer Metapher. So ist es Gleichnis bei Goethe (Faust): „Bist Du es? der – zittert, ein furchtsam weggekrümmter Wurm!" In lauter Gleichnissen wird des Erdgeistes Wirken geschildert: „Geburt und Grab, Ein ewiges Meer, Ein wechselnd Weben, Ein glühend Leben, So schaff" ich am sausenden Webstuhl der Zeit Und wirke der Gottheit lebendiges Kleid.“ Die Worte: „Des Geistes Flutstrom ebbet nach und nach“ werden durch den Genitivbeisatz zum Gleichnis, und die nun folgenden Worte sind es durch diesen Zusammenhang nicht minder: „Ins hohe Meer werd' ich hinausgewiesen, Die Spiegelflut erglänzt zu meinen Füssen, Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag.“ Bei Schiller (Unüberw. Flotte): „Da steht sie, eine wetterschwangre Wolke;“ bei Lamartine (IX. Harmon.): Et qu'est-ce que la terre? Une prison flottante, Une demeure étroite cet. (So 4 Verse lang.). Uberhaupt kann eine bestimmte Person nicht von sich oder zu einer anderen so reden, dass sie durch Metapher oder durch reine

*) Eigentümlich wird das Gleichnis als solches bezeichnet Talvi (Th. Jakob, Serbische Volksl. 2, 159): „Wuchsen einst zwei Kiefern bei einander, Mitten eine Tanne schlanken Wipfels. Aber nicht zwei grüne Kiefern waren's, War nicht eine Tanne schlanken Wipfels. Waren Brüder, Söhne eines Leibes, Zwischen ihnen Jelitza, die Schwester.“

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sagt:

Allegorie diese Personen bezeichne; es ist dies vielmehr als Gleichnis aufzufassen. *) So sind es drei Gleichnisse:

„Sitzt ihr nur immer! Leimt zusammen,
Braut ein Ragout von andrer Schmaus,
Und blast die kümmerlichen Flammen

Aus eurem Aschen häufchen 'raus!“ –
Ebenso, wenn Caesar bei Shakesp. (J. C. II, 2) von sich sagt:

Danger knows full well,
That Caesar is more dangerous than he.
We are two lions litter'd in one day,

And I the elder and more terrible; – statt eines Genetivs kann auch eine Zusammensetzung das Gleichnis bewirken: „Ein Donnerwort hat mich hinweggerafft“, d. h. ein Wort gleich dem Donner in seiner Wirkung; „wenn Glück auf Glück im Zeitenstrudel scheitert“, d. h. wenn Glück fort und fort von der Zeit vernichtet wird, wie die Schiffe im Strudel des Meeres u. d. m.

Man sieht, wie leicht Metapher und diejenige Allegorie, welche wir oben (p. 100) die gemischte nannten, ineinander übergehen. Metaphern, Katachresen, Allegorieen sind nicht fester zu bestimmen. In Bezug auf die Katachresen sagt Jean Paul (Vorsch. d. Aesth. II, p. 181): „Es ist viel Willkür in den anbefohlenen Fernen, in welchen man verschiedene Metaphern auseinander halten soll. Darf man schon im Nachsatze eine neue bringen oder erst in der nächsten Periode? Oder muss in dieser ein uneigentlicher Satz als Schranke dastehen, um die Schlagweite für die neue Metapher leer zu halten? – Oder mehr als eine ?" – In Betreff der Metapher und Allegorie bemerkt Adelung (Dtsch. Styl, T. I, p. 423): „Die Grenzen zwischen Metapher und Allegorie lassen sich nicht allemal genau angeben. – Diejenigen gehen unstreitig zu weit, welche die Metapher bloss auf ein einziges Wort einschränken, und jede

*) Es sind darum auch Schimpfwörter, wie: „Du bist ein Esel“ nicht als Metaphern zu betrachten, sondern als zu Met. zusammengezogene Gleichnisse. Homer (II. 2, 337) hat dabei auch die Form des Gleichnisses: naigàv ovxóreç oyoqúuolɛ (so auch Il. 2, 289); – und Mr. Morgan verteidigt sich bei Smollet (Rod. Rand. ch. 30) ganz richtig: He acknowledged himself in the wrong for calling the image of God a beast. But, said he, I spoke by metaphor, and parable, and comparison, and types: as we signify meekness by a lamb, lechery by a goat, and craftiness by a fox, so we liken ignorance to an ass cet.

anschauliche Vorstellung, sobald sie aus mehreren Wörtern besteht, eine Allegorie nennen; indem es hier nicht sowohl auf die Zahl der Wörter, als auf das Ganze der Vorstellung ankommt“ cet.

Es ist klar, dass die Tropen und ästhetischen Figuren, welche die Sprache selbst schaffen und umbilden, einer bestimmten, Übergänge ausschliessenden, Rubrizierung weniger gehorchen, als die der Sprachtechnik angehörenden grammatischen und rhetorischen Figuren.

Einen festen terminus der Alten für unser „Gleichnis“ in dem hierher gehörigen Sinne kann man nicht angeben. Nach Aristoteles ist eixóv der Name für die auf der Metapher (im engeren Sinne) beruhende ästhetische Figur, und er macht die Güte des Gleichnisses davon abhängig, dass es solche Metapher sei (Rhet. III, 11): cioè xaì ai cixóveç đưi εjdoxıuoīgai toortov tivà μεταφοραί. αεί γαρ εκ δυοϊν λέγονται, ώσπερ ή ανάλογον μεταφορά:

xỏ xotiv órav upray opà . *) – Wie wir oben (p. 42) anführten, bewahrt auch Minucian (1. c.) diesen terminus; dagegen macht sich bei Cornificius (IV, 49) und Cicero (de inv. 1, 49), wo imago definiert ist als: oratio demonstrans corporum aut naturarum similitudinem, dieser terminus schon von der Metapher: unabhängig, und auch Quintilian, der εizáv, „rerum aut personarum imago“, als „simile“ von parabole und similitudo getrennt hält, stimmt nur, soweit er Aristoteles versteht, mit diesem überein. (vide Quint. V, 11, 24 und VIII, 6, 8, wo er die uetayogó als „brevior similitudo“ bezeichnet); Aristoteles hält nämlich auch für das Gleichnis die Proportion als das zu Grunde liegende Denkgerüst fest, wie er es musste, wenn ihm eixov nur eben die auf der Analogie beruhende Metapher entfaltete, und gerade dies ist von den Späteren, wie wir oben (p. 75 sq.) ausführten, nicht verstanden oder doch nicht festgehalten worden. Wie wir dort sahen, dass Demetrius auch von Übertragungen sprach, die nur all ouocórntæerfolgten, so kam man dahin, unter Eixov (icon), imago die Gleichsetzung zweier Dinge zu verstehen, die gleich sind im Aussern, oder in einer bestimmten Rücksicht für gleich gehalten werden, mit einem durch die Phantasie geschaffenen Gleichsetzen des an sich gerade Unähnlichen aber nichts zu thun hatten.

*) Ausser Ar. Rhet. III, 4 cf. noch Cic. de or. III, 40: Unde simile duci potest – potest autem ex omnibus –, indidem verbum unum, quocl similitudinem continet, translatum lumen adferre orationi (potest).

Aristoteles (Rhet. III, 11) sagt: Bei den Gleichnissen handelt es sich immer um zwei Gebiete, wie bei der Metapher: (cici de xxì di tícó£g uf 00í. dtì rào duoi 1kY0vai, 0780 m dvalóyov Metal Oocé). Wenn man sagt: der Schild ist die Trinkschale des Ares, der Bogen ist eine Cither ohne Saiten, so ist dies noch nicht die einfache Angabe der zu Grunde liegenden Gebiete; diese' wäre vielmehr: der Bogen ist eine Cither, der Schild ein Becher. Derartige Gleichsetzungen wären, wenn man z. B. ähnlich findet einen Flötenbläser dem Affen, oder einen blinzelnden Kurz·sichtigen einer tröpfelnden Lampe, da beide sich verengen. (olov η ασπίς φαμέν έστι φιάλη "Αρεος, και τόξον φόρμιγξ άχορδος. ούτω μεν ούν λέγουσιν ουχ απλούν, το δ' ειπείν το τόξον φόρμιγγα ή thy donida qıćānu dniowv. xai xizázovou ouros, olov nutrzo αυλητήν, λύχνω ψακαζομένω μύωπα: άμφω γαρ συνάγεται.) Das eigentliche, gute Gleichnis ist aber nicht dieser Art, sondern ist Metapher; denn man kann eben durch Gleichnis z. B. den Schild machen zur „Trinkschale des Ares“, eine Trümmerstätte zu den „Lumpen eines Gebäudes“ cet. — (totiv ötav petagood ñ: έστι γαρ εικάσαι την ασπίδα φιάλη 'Αρεος και το ερείπιον φάκει oiziaş -.) Man hätte also z. B.

Lumpen : Kleidung = Ruinen : Haus, und könnte etwa ein altes Gemäuer mit einer Kleidung in Lumpen, eine zerrissene Kleidung mit den Trümmern eines Hauses vergleichen.

Es wird hieran der Unterschied von Parabel und Gleichnis am deutlichsten. In der Parabel zeigen die zwei zu vergleichenden Dinge in einem gewissen Punkte äusserlicher oder innerlicher Beschaffenheit für die Vorstellung eine Ahnlichkeit, einen Zusammenhang; und sie gehören also insofern einer und derselben Sphäre an. So reicht zur Parabel die Vergleichung der xaf' quoiótnia verbundenen Dinge hin: z. B. des Flötenbläsers, welcher das Gesicht übel verzieht, mit dem beständig grimassierenden Affen, während bei dem Gleichnis ein Zusammenhang zwischen den zu vergleichenden Dingen in Wirklichkeit nicht besteht, für jede der beiden Sphären also ein besonderes Verhältvis anzuschauen ist. Deshalb entbehrt auch die Parabel des Reizes, welchen die frei ihren Analogieen nachgehende Phantasie dem Gleichnis verleiht; sie ist ruhiger in der Stimmung. Auf die Parabel passt denn auch nur die von den Neueren angegebene Lehre von dem „tertium comparationis“, welches ausser der „res propria“ und der „res aliena“ von dem Gleichnis verlangt wurde. Nicht zwei Dinge,

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