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DIE

LOCI COMMUNES

PHILIPP MELANCHTHONS

IN IHRER URGESTALT

NACH

G. L. PLITT

IN ZWEITER AUFLAGE VON NEUEM HERAUSGEGEBEN

UND ERLÄUTERT

VON

D. TH. KOLDE,
O. PROFESSOR DER THEOLOGIE ZU ERLANGEN.

ERLANGEN & LEIPZIG.

A. DEICHERT'SCHE VERLAGSBUCHH. NACHF.

(GEORG BÖHME).

1890.

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Aus G. L. Plitts Vorwort zur ersten Auflage.

Es mag Manchem befremdlich vorkommen, dass abermals eine Ausgabe von Melanchthons Locis erscheint, und die Berechtigung einer solchen Arbeit dürfte hie und da in Zweifel gezogen werden. Ist es doch in vielen Kreisen Sitte geworden, die reformatorische Theologie als für Gegenwart und Zukunft nicht mehr brauchbar hintenanzustellen. Aber solche Verachtung der Vergangenheit rächt sich an einer derartigen theologischen Richtung selbst, indem sie den Grund unter den Füssen verliert und nicht im Stande ist, selbst etwas für die Zukunft bleibendes, ja nur für die Gegenwart wirklich Taugliches an die Stelle des Verschmähten zu setzen.

Das wir in der evangelischen Kirche am Ende der Lehrentwickelung ständen, würde nur der Unverstand behaupten können; wir befinden uns mitten im Flusse derselben, der ja gerade in der neueren Zeit einen schnelleren und tiefer gehenden Lauf zu nehmen beginnt. Dabei gibt es denn ja immer wieder zwei sich stets erneuernde Irrtümer zu vermeiden. Ein blosses Reproduzieren nämlich des aus den Zeiten der reformatorischen Väter überkommenen Lehrschatzes, wie solches hie und da noch beliebt und als sicherer Halt für die Kirche angepriesen wird, ist eben so unberechtigt wie das gleichgültige Wegwerfen dessen, was von der Kirche selbst durch harte Kämpfe erarbeitet ward. Beide irrtümliche Richtungen sündigen gegen die Geschichte der evangelischen Kirche, indem die

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