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Malte - Brun bemerkt, die erwähnte Entdeckung von Vinland könnte dem Columbus bekannt gewesen reya, als er im Jahre 1477 die Reise nach der Nordsee machte , *) und da die Karte des Zeno in der öffentlichen Bibliothek in London in einem danisdhen Werke zu dzr Zeit zu finden gewesen, als Bartholomeo Columbus in jener Stadt mit Zeichnen von Srekarten beschäftigt war, so möge er etwas davon erfahren und seinem Bruder mitgetheilt haben. **) Båtte Malte: Brun die Geschichte des Columbus mit seiner gewohnten Genauigkeit durchforscht, so würde er gefunden haben, daß derselbe in seiner Correspondenz mit Paolo Tos: canellt im Jahre 1474 die Absicht ausgedrückt hatte, Indien auf dem geraden westlichen Wege aufzusuchen. Seine Reise nach Norden unternahm er erst drei Jahre spåter. Was den Aufenthalt Don Bartholomeo's in London betrifft, so fand dieser erft statt, als Columbus dem pofe pon Por: tugal, wenn nicht auch schon den Höfen anderer Nationen, seine Vorsd;låge gemacht hatte. Wenn es daher gewiß ift, daß er erft spåter die zweifelhaften Erzählungen von Vina land und von den Abenteuern des Fisders hörte, wie sie Zeno oder wenigstens Marcolini erzählte, so konnten dlese offen: bar ihn nicht zu der großen Unternehmung bewegen. Seine Fahrt hatte keinen Bezug auf sie, sondern war ein gerader westlicher Seeweg, nicht nach Vinland, Eftottland und

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*) Malte - Brun hist. de Geogr. t. I., l. 17.
**) Malte - Brun Geogr. universelle t. XIV.,

sur la decouverte de l'Amerique,

note

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Drogeo, sondern um Cipango und Cathay und die anderen Lånder aufzusuch:n, die nach Marro Polo an den äußersten Enden Indiens liegen sollten.

Nro. XIV.

Umschiffung von Afrika bei den Alten.

Die Kenntnisse der Uiten von der atlantischen Küfte Afrika's sind von neueren Forschern får welt minder aus: gedehnt gehalten worden als man früher angenommen hatte, und es wird bezweifelt, ob sie irgend eine praktische Uuto: ritåt für den Glauben Hatten, daß Afrika umschifft werden könne. Die angeführte Reise des Eudoxus von Cyzicus von dem rothen Meere nach Gibraltar, wiewohl sie von Plintus, Pomponius Mela und Underen erzählt wird, bez ruht gånzlich auf den Worten des Cornelius Nepos, wel: cher nicht sagt, woher er diese Nachricht hat. Possidonius (welchen Strabo citirt) gibt einen ganz verschiedenen Bes richt von dieser Reise und verwirft jenen mit Unwillen.

Die berühmte Reife Hanno’8 des Chartagintensers roll ungefähr tausend Jahre vor der christlichen Zeitrechnung stattgefunden haben. Der Periplus Bannonis bleibt ein kurzer und dunkler Bericht von dieser Fahrt und ein

Gegenstand weitläufiger Huslegungen und Streitigkeiten. Einige haben ihn für eine Erdichtung unter den Griechen gehalten, aber seine Autenticitat ist mit Geschicklichkeit gerechtfertigt worden. Es erscheint jedoch binlänglich erwiesen, daß man die Reife dłefes Seifahrers sehr übertrieben hat, und daß er nie das äußerste Ende von Afrika umschiffte, Berr von Bougainville *) verfolgt seinen Beg bis zu einem Vorgebirge, welches er das Weft : Horn nennt, und welches man für das Cap der Palmen fünf bis sechs Grade vom Dequator hielt; von da fuhr er nach einem anderen Vorges birg in derselben Linie, welches er das Súd: Born nannte, und vermuthlich das Vorgebirg der drei Spigen ift. Br. Gosselin in seinen Nachforschungen über die Geographie der alten (t. 1, p. 162 etc.) behauptet jedoch nach einer scharfen Prüfung des Periplus pannonis, daß Banno nicht weiter als zum Cap Non gekommen feny. Plinius, welcher den panno die ganze Küste von Afrika umschiffen läßt, von der Meerenge von Gibraltar bis zu den Grången von Ura: blen, hat nie den Periplus gesehen, vielmehr die Vorstellung aus den Werken Xenophong von Lampsacus entnommen. Die Griechen überluden die Erzählungen der Reisenden mit allen Arten von Fabeln und auf ihre ungetreuen Abschriften gründete Strabo viele seiner Behauptungen. Nach Berrn Sofselin führen uns die eetsetagebücher des Banno, Scys lar, Polybius, Statius, Sebosus und Zuba, die Erzábs lungen des Plato, Ariftoteles, Plinius und Plutarch, und

*) Memoires de l'Acad. des Inscript. t. XXVI. Jrving's Columbus. 10–12.

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die Safeln des Ptolemåus alle zu demselben Resultate, und bestimmen, ungeachtet ihrer fcheinbaren Widersprüche, body die Grången der Schiffahrt nach Süden auf die Nachbara Ichaft des Cap Non oder des Cap Bojador.

Die Meinung, Afrika Ten eine Balbinset, welche Ansicht die Perser, die Egypter, und vielleicht auch die Griechen mehrere Jahrhunderte vor der christlichen Zeitrechnung uns terhielten, war nach seiner Meinung nicht auf irgend bes kannte Ihatsachen begründet, sondern nur eine Vermuthung aus der Betrachtung der unermeßlichkeit und Einheit des Oceans, oder vielleicht beruhte fie nur auf alten Iraditioa nen, oder auf Vorstellungen, welche die carthaginienfischen Entdeckungen jenseits der Straße von Gibraltar und die der Egypter jenseits des arabischen Meerbusens erwecktene Er meint, es habe eine ganz frühe Zeit gegoben, wo die Geographie weit vollkommener gewesen sen als in den Zeiten der Phönizier und der Griechen, deren Kenntnisse nur verwirrte Spuren deffen gewesen, was man früher besser gekannt håtti.

Die Unsicht, daß das indische Meer sich mit dem westlichen Oceane verbinde, war bei den Griechen und in der Schule von Alexandria bis zu der Zeit des p!pparchus ana genommen. Sie schlen ihre Bestätigung zu finden in dir Richtung, welche die Küste von Ufrika hinter dem Cap Uromata 'welter nach Westen nimmt, so viel fie von See: fahrern ausgekundschaftet wurde. Man glaubte, die weft: liche Küste von Afrika runde fich der öftlichen entgegen und 098 ganze fer in der Nähe des aequators, nördlich von demselben , vom großen Weltmeere begrånzt. Dleser Unsicht mar Crates, weldjer zur Zeit Alexanders lebte, dann Ura:

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tus, Cleanthos, Olromedes, Strabo , Pomponius Mela, Macrobius und viele andere.

Sipparcjus ftellte ein anderes System auf und brachte die Welt in einen Irrthum, welcher auf lange Zeit die Meeres-Communication zwischen Europa und Indien aufschob. Er vermuthete, die Meere waren durch abgesonderte Bajsins getrennt und die öftlichen Küsten von Afrika bildeten einen Umkreis rings um das indische Meer, so daß sie die Küsten von Ufien jenseits der Mündung des Ganges bes rührten. Spätere Entdeckungen regten, statt den Irrthum fu widerlegen, nur die Verbindung der Festlande weiter hinaus. Marinus von Iyrus und Ptolemåus nahmen diese Meinung in ihren Werken an und erläuterten sie auf ihren Karten, weldie Jahrhunderte lang den allgeme'nen Glauben der Menschen leiteten und die Idee foripflanzten, daß Ufrika fich nach dem Südpol erstrecke, und daß es unmöglich sey, zur See bet den Küsten von Indien anzukommen. Dennoch gab es Geographen, welche sich zu der ålteren Idee nelgten, daß eine Verbindung zwischen dem in: dischen Meere und dem atlantischen Ocean existire. Sie hatte ihre Vertheidiger in Spanien und wurde von Pomponius Mela und von Ifidor von Sevilla unterhalten. Auch ein'ge Gelehrte Staliens im dreizehnten, vierzehnten und fünfgeheten Jahrhundert glaubten daran, und fr blieb fie theilweise geltend, bis Prinz Heinrich von Portugal fie kräftig verfolgte und endlid Basco de Sama fie im Iriumph biffátigte, indem er das Vorgebirg der guten Hoffnung umschiffle..

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