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bung des Globus von der Wagenbescheinigung eines Corre: spondenten ab. Der Globus in der Bibliothek zu Nürn: berg ward im Jahre 1520 von Johann Schöner, Professor der Mathematik *), lange nach den Entdeckungen und dem Dode von Columbus und Behalm verfertigt. Die wirtliche Erdkugel des Behaim, welche derselbe im Jahre 1492 machte, enthält nicht eine einzige Insel oder Küste der neuen Welt und beweist auf diese Urt, daß er mit ihnen oduig unbekannt war. Eine Abzeichnung oder ein Planisphårium von Behaims Globus" tft den Untersuchungen des Cladera beigefügt.

Nro. XIII.
Scandinavische Entdedungen.

Es find viele gelehrte Abhandlungen geschrteben worden, um zu beweisen, daß die Scandinavier lange vor der Zeit des Columbus an der Nordküfte von Umerika Entdeckungen gemacht hatten, allein der Gegenstand scheint noch vielen Zweifeln unterworfen und in großes Dunkel gehüllt zu senn.

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*) Cladera investig. hist. p. 115.

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Man hat behauptet, die Norweger håtten schon in dem neunten Jahrhundert eine große Strecke Landes westlich von Søland entdeckt, welcher sie den Namen Groß- Island gegeben, doch ist dieses von Underen wieder für eine fabelhafte Iradition erklärt worden. Die wahrscheinlichste Nachricht ist von einem Namens Snorro Sturleson in seiner Saga oder Chronik vom König Olaus. Nach diesein Uutor wurde einer Namens Biorn von Island, der nach Gröna land Tchiffre, um seinen Vater aufzusuchen, von welchem er in ein’m Orkan getrennt worden war, von dem stürmischen Wetter weit nach Südwesten verschlagen, bis er ein nie: driges Land, mit Waldungen bedeckt und mit einer Insel in dessen Nåhe, zu Gesicht bekam. Als das Wetter günstig wurde, wandte er sich, ohne zu landen, nach Nordwesten und kam wohlbehalten in Grönland an. Seine Erzählung von dem gesehenen Lande reizte , -To spird erzählt, den un: ternehmung&geift Leifs, des Sohnes von Eric Rauda oder Rothkopf, dem ersten Unsiedler von Grönland. Es wurde ein Schiff ausgerüstet und Belf und Blorn gingen mit einander nach dem unbekannten Bande ab. Sle fanden eine felfige und unfruchtbare Insel, welcher fie den Namen Helleland gaben, dann ein niedriges, fandiges Land, mit Wåldern bedeckt, welches sie Markland nannten; zwei Sage spåter entdeckten fie eine fortlaufende Hüfte, und nordlich davon ein Elland. Diese legtere Beschrieben fie als fruchtbar, mit schönen Waldungen befeßt, welche liebliche Früchte uad insonderheit Weintrauben trügen, eine Frucht, welche sie noch nicht kannten. Da einer threr

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Gefährten, ein Deutscher, sie von dem Namen und den Eigen: schaften unterrichtete, so nannten sie darnach die Gegend Winland. Sie fuhren einen Fluß hinauf, wo es viele Fische gab, besonders Salmen, und kamen zu einem See, aus welchem der Fluß entsprang. Hier brachten sie den Winter zu. Das Clima schien ihnen mild und angenehm; denn sie waren an die heftige Råtte des Nordens gerdhnt. In den kürzesten Tagen blieb die Sonne acht Stunden am Kimmel : man hat hieraus g-schlossen, daß das Land ungefähr im 49ften Grade nördlicher Breite gelegen und entweder Neu: fundland oder ein Theil der Küste von Nordamerika in der Nähe des Meerbusens St. Coreng gewesen sey. *) Es wird hinzufügt, die Verwandten Leifs håtten mehrere Reisen nach Vinland unternommen, mit den Eingebornen in Pelzs werken Sandel getrieben, und im Jahre 1121 sey ein Bischof Namens Eric von Grönland nach Vinland gegangen, um die Bewohner zum Christenthum zu bekehren. Von dieser Zeit an erfahren wir nichts mehr von Vinland, sagt For: fter; und allem anscheine nach ist der Stamm, welcher noch im Innern von Neufundland eriftirt und von den an: dern Pilden Nordamerika's, sowohl in dem Deußeren der Menschen als auch in ihrer Lebensweise, so verschieden ist, und stets im Krieg lebt mit den Eskimo's der Nordküste, die Fortpflanzung jener alten Normannen.

Der Verfasser dieses Werkes befaß nicht die Mittel, diese Erzählung bis zu ihren ursprünglichen Quellen zu

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*) Forster$ nördliche Reifen, II. B, 2. Cap.

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verfolgen. Er thellt fie nach der Gewährschaft Malte: Brun's und Forsters mit. Der lektere zog sie aus der Saga oder Chronie des Snorro aus, der im Šahr 1179 geboren war und um 1215 schrieb, so daß sein Bericht lange nach der Zeit gebildet wurd', von welcher er handelt. Forster, sagt, die Data, welche hier erzählt worden, leyen aus einer großen Unzahl isländischer Manuscripte gesammelt und uns von Dorfåus in seinen beiden Werten: Veteris Groenlandiae Descriptio, Hafniae 1706 und Historia Winlandiae Antiquae, Hafniae 1705 überliefert. Forster scheint keinen Zweifel gegen die Hechtheit der Facta gehegt zu haben. Soweit der Verfasser des vorliegenden Wertes

. den Spuren solcher Undeut ungen hinsichtlich früher Ents deckung von Ihellen der neuen Welt zu folgen im Stande war, hat er in ihnen sehr zutrauensvolle Erörterungen aus fehr unbestimmten und zweifelhaften Quellen gefunden. Ges lehrte Männer geben sehr gerne bloßen Schatten Wirklich kelt, wenn sie ihren vorgefaßten Iheorieen zu Hülfe kommen. Die meisten dieser Berichte zeigen sich, wenn man sie der gelehrten Erläuterungen ihrer Herausgeber entkleidet, wenig glaubwürdiger als die überlieferten Fabeln von den erträumten Inseln St. Borondon und der Sieben Städte, die an einer anderen Stelle dieses Werkes erläutert werden.

Indessen ift es gar nicht unwahrscheinlich, daß solche unternehmende und umberschweifende Seefahrer, wie die Scandinavier, nach den Nordküsten von Amerika, in die Gegend der Küste von Labrador oder der Gestade von Neufundland gekommen seven, und wenn die telånbischen

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Manuscripte, welche aus dem dreizehnten Jahrhundert hers rühren sollen, ale acht und zuverlässig gelten können, allen neueren Interpolationen frei erscheinen, und richtig ausgelegt werden, so scheinen sie die Ihatsache allerdings zu bewrisen. Uber wenn man auch die Wahrheit der angeführten Entdeckungen axnimmt, fo führten diese doch zu keinem anderen Resultate, als zur Communication zwis schen den Eingebornen von Grönland und den Eskimo's.

Ihre Bekanntschaft scheint sich nicht auf andere Nationen | ausgedehnt zu haben und bald von ihnen selbst vernach låssigt und vergessen worden zu seyn.

Eine andere Bihauptung einer frühzeitigen Entdeckung des Festlandes 'von Umerika geschieht auf den Grund einer Srekarte und Beschreibung zweier Brüder aus Benedig, Namens Zenò, aber sie scheint minder glaubwürdig als die fo eben erwähnte zu renu. Folgendes ist der Inhalt derselben:

Nicolo Zeno, ein edlar Venetianer, soll im Jahr 1380 eine Reise nach Norden unternommen haben, in einem Schiff, welches er auf seine eigene Kosten ausrüstete, um damit nach England und Flandern zu fahren. Uuf dieser nördlichen Fahrt erhob sich ein fürchterlicher S urm, der ihn mehrere Tag?, er wußte nicht wohin, verfihlug, bis er nach Friesland kam, einer Insel, worüber bei den Geographen viel Strelt ist, die aber für den Urchip?l, der Faroer Inseln gehatten wird. Die fchiffbredhigen Reifenden wurden von den Eingebornen ang'griffen, aber wieder befreit von Zichmni, einem Fürsten der Inseln, welche nach der Südseite von Friesland liegen, und Berzog eines anderen

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