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macht, daß uns zu wohl ist; wir fallen in allerhand Sünden, an welche wir in schlimmen Zeiten gar nicht gedacht hätten. Weil man Gott nicht mehr braucht, hat man ihn vergessen. Und was entsteht aus der Gottvergessenheit? Das entsteht Daraus, daß man fich seinem Willen widerseßt. Man fragt nichts mehr nach seinen Geboten, man tritt fie gleichsam ungescheut mit Füßen.

Zweitens gibt es aber auch andre Menschen, die nichts weniger als gottvergessen sind, und sich dennoch dem Willen Gottes widerseßen. Das sind diejenigen, denen es übel geht. Sie beten in ihrem Anliegen zu Gott. Aber Gott sollte es just so machen, wie sie es baben wollen, sonst sind sie mit ihm nicht zufrieden. Sie wollen gescheider sein als Gott, ihm einreden, und dieß heißt auch rich ihm widerseßen.

D, wie viele bitten um die Hilfe Gottes nicht so, wie sie bitten foliten! Was fie fich einmal in den Kopf gesegt haben, was sie glauben, daß für fie gut sei, das wollen sie durchaus von Gott haben, es mag ihm dann recht sein oder nicht. Wie Viele find denn wohl, die mit einer solchen Ergebung in den Willen Gottes bitten: „Herr! ich bin jeßt in diesem großen Kreuz. Ist es meiner Seele nüglich, so bitte ich dichy, befreie mich davon. Willst du aber, daß ich es noch länger trage, so geschehe dein Wille Dreer, Früblehren. III.

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und nicht ber meine!“ Und Alle, die nicht so beten, widerseßen sich ebenfalls dem Willen Gottes.

Ich sage es noch einmal: sehr Wenige beten auf diese Art. Man kann es daraus abnehmen, weil fie hernach klagen und murren, wenn Gott nicht thut, was sie haben wollen, oder wenn er nicht sogleich hilft. Sie klagen dann, daß sie von Gott verlassen seien. Wären sie mit dem Willen Gottes zufrieden, so würden sie denken: es war der Wille Gottes nicht, es wäre nicht mein Nußen gewesen, sonst hätte mir Gott gewiß gegeben, was ich von ihm begehrt habe. Aber so denkt und redet man nur selten, und eben darum widerseßen sich auch diejenigen dem Willen Gottes, denen es übel geht.

2.

Aber es ist auch eine große Thorheit, fich dem Willen Gottes zu widerseßen; denn Niemand kann seiner Allmacht widerstehen. Der Prophet Jonas weigerte sich, dem göttlichen Befehl zu gehorchen und den Einwohnern der Stadt Ninive die Buße zu predigen. Jonas widersegte sich aber nicht darum, weil ihn Gott zu einem Propheten auserwählt hatte. Er wäre gern Prophet gewesen; aber das ging ihm nicht ein, daß er just zu Ninive predigen follte, wo er mit seinen Bußpredigten gar keinen Nußen zu schaffen glaubte. Seine Widerseßlichkeit half ihm aber nichts. Als er sich auf dem Schiff in einem Meer befand, erhob sich ein gewaltiger Sturmwind, der sich nicht eher legte, bis Jonas ins Meer geworfen und von einem Wallfisch verschlungen wurde.

Der König Herodes hörte so allerhand von einem neugebornen Judentönig und fürchtete sich daher, durch ihn um sein Königreich zu kommen. Herodes wollte nun die Sache recht schlau angehen und Gott einen Strich durch die Rechnung machen. Er bestellte das her die drei Weisen aus dem Morgenland zu fich, daß sie ihm sagen sollten, wo sie den neugebornen Judentönig angetroffen hätten. Dann ließ er alle Knaben in und um Bethlehem herum ermorden. Und da meinte er etwas ausgedacht zu haben, was ihm gar nicht fehlen könnte. Aber welche Thorheit! Gott, der im Himmel wohnt, hat das Kind Jesus in Schuß genommen, und es war schon aus seinem Land, ehe er seinen Mordbefehl gab. Es hat ihm also gar nichts geholfen, daß er sich dem Willen Gottes widerseßte, - und am Ende wurde er noch lebendig von Würmern gefressen.

Als Moses von Gott den Befehl erhalten hatte, das israelitische Volt aus der ägyptischen Sklaverei zu erlösen, ging er mit diesem Befehl zum König Pharao. Was gab ihm aber dieser gottlose König für eine Antwort? „Wer ist der Herr, dessen Stimme ich hören soll. Ich weiß nichts von einem Herrn.“ Und als Moses die Israeliten aus Aegypten führt, da wüthete und tobte dieser übermüthige König wie ein Rasender und eilte ihnen mit seinem ganzen Kriegsheer nach. Er wollte die Israeliten mit Gewalt wieder nach Aegypten zurückführen. Was half es ihn aber? Nichts! Gott ließ ihn mit all seinen Soldaten im rothen Meere ertrinken; die Israeliten aber gingen ungehindert durch's rothe Meer.

A18 Nabuchodonosor, König von Babylon, hörte, daß drei israelitische Knaben nicht ihn, sondern nur den wahren Gott anbeten wollten, ließ er sie binden und in den brennenden Feuerofen werfen, wobei er die Gotteslästerung ausstieß: „Bin nicht ich Gott? ich will sehen, welcher Gott euch meinen Händen entreißen wird!" Wahrlich, eine schreckliche Gotteslästerung! Allein, was half ihm seine Widersetlichkeit gegen Gott? Nicht die drei Knaben, sondern die Knechte, welche dieselben in den Feuerofen werfen sollten, wurden vom Feuer verzehrt, und Nabochodonosor mußte zulegt noch Gras fressen wie ein Ochs.

Erkennen wir also, meine Christen! aus diesen Beispielen, wie thöricht es sei, sich dem Willen Gottes zu widerseßen; denn es muß und wird doch geschehen, was Gott einmal beschlossen hat.

Gott will, daß wir Ades thun, was gut ist, was er befohlen hat. Gott will, daß wir alles unterlassen, was ihm mißfällt, was bös ist. Gott will, daß wir alles gern leiden, was er uns zu leiden zuschidt. Was aber Gott will und anordnet, oder auch nur zuläßt, ist für uns allemal das Beste; denn Er allein weiß, was uns heilsam und verderblich ist; wir wissen es nicht. Wenn wir gern und freiwillig seinen Willen thun, so belohnt er uns als seine gehorsamen Kinder; seben wir uns aber seinem Willen oder seiner Anordnung mit hartem Sinn entgegen, dann treibt er uns mit Gewalt zum Gehorsam. Ist es also nicht besser, wenn wir gern und mit Freuden Gottes Willen thun, um von ihm dafür belohnt zu werden? Amen.

frühlehre auf den fünften Sonntag nach dem

Feft der h. drei Könige. Die Priester verfünden Gottes Wort und die Laien sollen es hören.

„Das Himmelreich ist gleich einem Ader, auf welchem sein Herr guten Samen ausgestreut

hat." Matth. 13, 24, Die Parabel oder Gleichnißrede unsers heutigen Evangeliums hat Jesus wieder aus dem Landleben

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