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geneigt ist, und dieses also um so lieber nachmacht. Wie oft muß man nicht hören: „Thun's Andre auch“, und weil's Andre thun, macht man es ihnen nach, so sündhaft es auch immer sein mag.

Wenn an Sonntagen vor dem pfarrlichen Gottesdienst die vier Evangelien um den Friedhof gehalten werden, so soll man denselben mit der gebührenden Andacht und Ehrfurcht beiwohnen und Gott bitten, er möchte die lieben Feldfrüchte vor allem Unglück behüten und bewahren. Aber so wird dieser Umgang von Vielen nur als ein Spaziergang angesehen, bei dem man nach Belieben schwägen und lachen, Handel und Wandel treiben kann. Warum? „Undere thun's auch !"

Es ist eine große Sache, ein Gebot Gottes und der Kirche: „Du sollst die Sonn- und gebotnen Feiertage heiligen," d. h. mit guten Werken zubringen. Es ist freilich ein gutes Werk, wenn man dem h. Meßopfer mit gebührender Andacht beiwohnt. Aber wie hören Einige die h. Messe an, und wie betragen sie sich dabei? Dpfern sie sich mit dem Priester auf? Bereuen sie ihre Sünden? Danken sie unserm Herrn für ihre Erlösung? Nehmen sie sich vor, ihr Leben nach der Lehre Jesu einzurichten? Dwie Biele denken nicht einmal an dieses, find schon zufrieden, wenn sie nur bei der h. Messe gegenwärtig gewesen sind, und thun den übrigen Tag, was sie freut; gehen dem Müssiggang, dem Spiel, dem Trunt oder andern fündhaften Ergößlichkeiten nach, und meinen den Feiertag gehalten und wohl gar geheiligt zu haben. Manche drücken oder drängen auf dem Chor und auf der Emporkirche wie die Schweine zuim Trog, und meinen doch ihre Schuldigkeit gethan zu haben. Sie würden nicht so denken und thun, wenn sie wüßten, wie man den Sonntag heiligen soll. Aber Einige wissen es und thun es doch nicht. Warum?

Andre thun es auch nicht.“

Es ist eine große Sache, ein Gebot Gottes, welches gebietet: ;, Du sollst Vater und Mutter ehren, ihnen in allen billigen Sachen gehorsamen." Großen, erwachsnen Kindern steht dieses so gut zu, wie den kleinen, ja noch mehr, weil sie um so mehr Verstand haben und besser erkennen sollten, wie viel sie ihren Eltern zu verdanken haben, wie billig es ist, ihnen zu gehorchen. Sie gehorsamen aber nicht, jie lassen sich nichts verbieten; das so gefährliche lange Ausbleiben und nächtliche Herumschwärmen lassen fie sich nicht verbieten. Warum aber nicht? „Andre thun's auch.“

Seht also, meine Christen! was das böse Beispiel vermag, wie gern man dieses nachahmt. Nichts macht man leichter und öfters nach, als wenn man bei Andern eine schöne Kleidung sieht, wenn sie schon vielleicht gar wider die Ehrbarkeit oder wenigstens über seinen Stand ist. Es ist wahrlich kein gutes Zeichen, daß so viele ihre vorige gemeine, so ehrbare, für den Bauernstand so schidliche Kleidung in eine ganz andre, mehr städtische Kleidung verändert haben. Ihr seid ja vom Bauernstand, nicht wahr? Schämt ihr euch denn, daß ihr von diesem so alten und ehrwürdigen Stand seid ? Nun woher kommt denn diese Eitelkeit und Hoffart? Eine sah es bei der Andern, und jede sagte: „Die hat es auch ;“ Eine machte es der Andern nach. Das böse Beispiel ist an Alem, es ist an vielen tausend Sünden Schuld. Aber sie erkennen es nicht, und kehren sich wenig oder gar nicht daran.

Wir wissen nun, meine Christen! wer in unsern Zeiten die falschen Propheten sind, vor denen wir uns, wie Christus im heutigen Evangelium sagt, hüten sollen. Es find nämlich jene Menschen, die Andre sowohl durch ihre Neben, als durch ihr böses Beispiel vom Guten abwendig machen. Und es gibt Viele, die es mit Worten thun und noch Mehrere, welche es durch ihr Beispiel thun.

Hast du , mein Christ! noch nie einen falschen Propheten gemacht? nie durch deine Reden? nie durch dein böjes Beispiel? Hast du dich aber auch noch niemals von falschen Propheten verführen lassen? Hast du dich nie damit ausgeredet: „Andere

Dreer, Frühlehren. III.

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thun es auch.“ Was ist bisher geschehen? Was werdet ihr in Zukunft thun, meine Christen? Nehmt euch in Acht und hütet euch vor den falschen Propheten! Nehmt diese Warnung so an, als wenn ihr sie aus dem Munde Jesu selbst gehört hättet. Amen.

Luc. 16,

2.

rühlehre auf den achten Sonntag

nach Pfingsten. Wie nothwendig es ist, auf unsere Rechenschaft immer gefaßt zu sein.

,,Gib Rechenschaft von deiner

Verwaltung!" Was uns das heutige Evangelium von einem reichen Mann und seinem Haushälter erzählt, das ist keine wirkliche Begebenheit, die sich einmal zuges tragen hat, sondern eine Gleichnißrede oder eine Parabel, in welcher uns der göttliche Heiland lehrt, daß wir einmal unserm gerechten allwissenden Nichter von all unserm Thun und lassen werden Rechenschaft geben müssen. Das ist nun der kurze Inhalt unser8 heutigen Evangeliums. Laßt uns dieses etwas näher betrachten und eine heilsame Lehre für uns herausnehmen.

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Der Herr segne meinen Vortrag und eure Aufmerksamkeit.

Was der reiche Mann im heutigen Evanges lium mit seinem Haushalter gethan hat, als er ihn zu sich forderte und Rechenschaft von ihm verlangte, das wird Gott auch einmal mit einem Feden von uns thun; denn der reiche Mann im heutigen Evangelium ist Gott selbst, und der Haushalter find wir Menschen.

Als der reiche Mann von der schlechten Wirthschaft seines Haushalters gehört hatte, ließ er ihn zu fich kommen und sagte zu ihm: „Was hör ich von dir! Nichts als Klagen gehen über dich ein. Man sagt: du seiest ein Verschwender. Das kann ich nicht länger mehr hingehen lassen. Du mußt mir über deine bisher geführte Haushaltung Rechenschaft geben; du kannst fortan nicht mehr mein Haushalter sein."

Nicht umsonst ist der Haushalter in große Furcht und Angst gerathen, als sein Herr die Rechnung von ihm verlangte, wie er seine ihm anvertrauten Güter verwaltet hätte; denn es war ihm noch gar nie eingefallen, daß er einmal über seine Verwaltung Rechenschaft ablegen sollte. Er dachte daher auf nichts Anders als auf das Fortiagen. Fort muß

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