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aber es ist ihnen schon zur Gewohnheit geworden. Sie denken oft nicht einmal mehr daran, daß es Schimpfworte find.

Auch Kinder, sogar unmündige Kinder, haben unter den ersten wenigen Worten, die sie nicht einmal verstehen oder recht aussprechen fönnen, immer schon den halben Theil Schimpfworte. Sie lernen diese von denjenigen, die mit ihnen umgehen und die Kinder sogar dazu anlernen, die eine Freude haben und dazu lachen, wenn das Kind es ihnen nachsagt. Dadurch wird das Kind ermuntert und sagt die Schimpfworte recht oft. Man kann beobs achten, daß die Kinder bei ihren Spielen oder auf dem Weg mit einander wetteifern, welches das Andre mehr schimpfen und schmähen kann. Hören es die Erwachsnen, oder Vater und Mutter, so strafen sie das Kind nicht, sondern entschuldigen es und sagen: „Das Kind versteht es nicht besser,“ oder fie geben ihm sogar recht und lachen darüber. Man wird nicht leicht ein Kind antreffen, das noch kein Schimpfwort gesagt hätte. Gewiß, das Schimpfen ist sowohl unter den erwachsnen Leuten wie unter den Kindern sehr allgemein.

Es ist aber wohl Niemand, der solche Schimpfund Schmähworte billigt; auch nicht einmal derjenige, der die Gewohnheit hat, Andre zu beschimpfen. Und wenn es auch Leute gibt, welche sich mit Schimpfen groß machen wollen, so werden doch die Meisten das Schimpfen nie gutheißen. Man beschimpft sich eigentlich nur selbst, wenn man Andre schimpft; denn dadurch zeigt man sich als einen groben unkultivirten Menschen. Man reizt auch Andre gegen fich, daß sie gleichfalls schimpfen. Freilich sollte ein Christ nicht Schimpfworte mit Schimpfworten vergelten; aber es geschieht halt doch fast alle Mal.

Oft gibt man denen, die man bessern will, Schimpfnamen. Aber gerade da ist das Schimpfen höchst unvernünftig, weil man dadurch die gute Abficht verfehlt. Ihr wollt euch z. B. bei euren Rindern, Dienstboten und Untergebenen Ehrfurcht, Achtung, Gehorsam verschaffen; deßwegen schimpft und fchmäht ihr sie. Aber ihr werdet erfahren, daß ihr euch dadurch nach und nach nur verächtlich macht. Sie werden euch auf euer Schimpfen grob begegnen, oder nur dazu lachen und spotten und euch übel nachreden. Sie werden noch mehr Abneigung und Unwillen gegen euch haben, und oft, um euch Verdruß zu machen, nur das thun, was euch zum Zorn bringt. Schimpfen ist nicht nur etwas sehr Unvernünftiges und Unanständiges, sondern auch etwas fehr Unchristliches und Sündhaftes.

Man hört oft Leute, die Andre schimpfen nnd sagen: „Wie will man denn daraus eine Sünde machen, wenn ich meinem Kinde oder meinem DienstDreer, Früblebren. III.

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boten einen Schimpfnamen gebe ?" Es ist ja nicht böse gemeint. Aber uns Christen find die Schimpfworte ausdrüdlich untersagt. Jesus Christus verbietet sie ausdrücklich im heutigen Evangelium. Er sagt, daß man sich durch selbe sogar des höllischen Feuers schuldig macht, d. i. die Hölle verdient. Und warum das? Deßwegen, weil Schimpfworte gemeiniglich Zeichen und Wirkungen eines lieblosen, zornigen und rachgierigen Herzens sind. Freilich geschieht es auch oft aus Uebereilung oder Gewohnheit, daß man Schimpfworte gebraucht, weil man sich schon in seiner Jugend angewöhnt hat, ohne daß man dabei etwas Böses im Sinne bat. So ein unbesonnenes oder unüberlegtes Schimpfwort, das nicht aus bösem Herzen kommt, macht noch nicht des höllischen Feuers schuldig. Wenn aber Femand mit einem haßerfüllten, rachgierigen, bösen Herzen seinen Nächsten schmäht, schändet nnd beschimpft; wenn er eß thut, um seinem Nächsten zu schaden, ihn zu beleidigen und grob zu verachten: dann verschuldet er offenbar das höllische Feuer nach dem Ausspruch Jesu im heutigen Evangelium.

Man darf es zwar wohl glauben, daß die Meisten eben kein so böses Herz und keine so schlimme Absicht haben, wenn sie Andre schmähen oder schimpfen. Aber der Nächste wird dadurch grob beleidigt. Es betrübt ihn und macht ihm Verdruß, wenn er fieht, daß man ihm so verächtlich begegnet. Schimpfund Schmähworte thun auch dem geringsten und schlechtesten Menschen weh. Und das ist schon Sünde, wenn man seinem Nächsten Verdruß und Betrübniß verursacht, ohne die Absicht zu haben, ihn zu bessern. Allein auch gegen euern Willen könnt ihr durch Schimpf- und Schmähworte seinen guten Namen schwächen oder ihn an seinem Glück hindern. Und das wäre noch dazu eine Sünde der Ungerechtigkeit. Dieß sind Ursachen genug, die euch bewegen sollen, die Schimpf- und Schmähworte als etwas Unchristliches und Sündhaftes anzusehen und zu unterlassen. Darum, meine Christen! ermahne ich euch, wie der h. Apostel Paulus sagt, an Christi Statt: nehmt euch vor den Schimpf- und Schmähworten in Ucht. Legt ab diese böse Gewohnheit, die ihr vielleicht angenommen habt. Denkt, ihr seid Christen, und diejenigen, die ihr beschimpft, sind eure Mitchristen. Erinnert euch öfters an die Worte Jesu im heutigen Evangelium: „Wer zu seinem Nächsten sagt: du Narr! - $. i. wer seinen Nächsten aus þaß und Feindschaft beschimpft oder durch harte Reden beleidigt, – der ist der höllischen Feuers schuldig." Amen.

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frühlehre auf den sechsten Sonntag

nach Pfingsten. Wie heilsam die Gewitter an der Erde

und an unsern Herzen wirken.

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Ich habe euch, meine Christen! aus dem heutigen Evangelium das große Wunder vorgelesen, wo unser Herr sieben Brode und etliche Fische mit seinem Segen so vermehrt hat, daß sich daran viertausend Mann satt gegessen haben, und noch dazu sieben Körbe voll solcher Stücklein übrig geblieben sind.

Da werden wir nun erinnert, daß es nur der Segen Gottes sei, welcher den Samen im Ackerfeld aufgehen, wachsen, blühen und zeitigen läßt. Darum wird auch alle fahre ein Felderumgang angestellt, wobei wir zu Gott fleben, daß er die Früchte der Erde geben und erhalten wolle.

Durch die Schauerämter und Rosenkränze, durch den kirchlichen Wettersegen und durch das sogenannte Donativgebet, welches der Priester alle Tage vom Frühjahr bis zur Erntezeit bei der h. Messe betet, bitten wir Gott um Abwendung alles Schadens, den die Donnerwetter anrichten können, und auch heuer wieder in vielen Gegenden angerichtet haben.

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