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Höfling

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Dr. Joh. Wilhelm Friedrich Höfling,

ord. Prof. der prakt. Theol. und Ephorus.

Erster Band,

welcher die dogmatisch-historische Einleitung und Grundlegung, so wie die
Darstellung des Katechumenates und der Laufe der Proselyten enthält.

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Vorwort.

Es gehört unstreitig zu den erfreulichsten Erscheinungen unserer Zeit, daß in den Gläubigen überall wieder mehe kirch licher Sinn und kirchliches Bewußtsein sich regt, und daß demgemäß auch das Interesse, wie für das Bekenntniß, so auch für die Liturgie der Kirche in einem fortschreitenden Wachsthum begriffen ist.

Die frühere relative Gleichgültigkeit gegen diese Seite des religiösen Lebens ist gewichen; mit dem, was die fängste Vergan genheit auf dem Gebiete derselben hervorgebracht und überliefert hat, ist man nirgends mehr recht zufrieden; in den sögenannten Verbesserungen, welche vorgenommen worden sind, erkennt man größtentheils Verschlimmbesserungen; ein wahres, ein eigentliches Besserungsbedürfniß fühlt man durch sie nicht sowohl befriedigt, als vielmehr erst recht erzeugt und hervorgerüfen. Unter diesen Umständen glauben die Einen einer unbedingten Rückkehr zu den alten Ordnungen und Formen das Work reden, die Ans deren aber vor jedem Répristinationsbestreben warnen und zur Handhabung einer besonnenen und selbstbewußten Kritik, zur Bewahrung der rechten Freiheit und zur Gerechtigkeit gegen die besonderen Bedürfnisse jeder Zeit ermahnen zu müssen.

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Was bei solcher Sachlage und solchem Widerstreite der Meinungen am dringendsten gewünscht werden muß, ist jedenfalls das, daß das Urtheilen und Handeln auf keiner Seite möge zu leicht genommen werden, daß Alle, welche auf die künftige Gestaltung unseres Cultus einen Einfluß ausüben wollen oder sollen, dazu auch mit der rechten Kenntniß und dem rechten Verständniß der Sache ausgerüstet, und über die Willkühr ihres rein persönlichen Geschmacks, ihres blos subjektiven Gutdünkens und Meinens hinaus gekommen seyn möchten.

Wie sehr in unseren Tagen das Bedürfniß einer principiellen Erkenntniß und einer wissenschaftlichen Verständigung auch in Sachen des Cultus wirklich bereits gefühlt wird, dafür legen die vielen Liturgiken und liturgischen Monographien, welche in den lezten Jahren kurz nach einander und zum Theil gleichzeitig erschienen sind, das beste Zeugniß ab. Vieles und Treffliches ist in der That schon geleistet worden; aber doch wird, wie es uns scheint, der wissenschaftliche Aufbau der Liturgik einer recht festen und sicheren Begründung, eines größeren Vers trauens von Seiten der Praxis und eines bedeutenderen Einflusses auf diese erst dann sich erfreuen können, wenn er mit einer recht erweiterten und vertieften Anschauung der ganzen Entwicklungsgeschichte des christlichen Cultus Hand in Hand geht, und als auf dem Boden dieser erwachsen, als eine Erkenntnißfrucht dieser sich darstellt und auszuweisen vermag.

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Wohl ist der christliche Cultus überhaupt und der freie evangelische insbesondere kein Gegenstand, hinsichtlich dessen die Möglichkeit oder das Bedürfniß einer principiellen Auffaf

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