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nüge, dass die Psalmen schon damals in einer Sammlung vorhanden waren, und dass auch die Anordnung dieselbe war, wie sie heute ist (Luc. 2042, 2444, Apostelgeschichte 120, 1383). Ja noch mehr: seit Sirach sind alle Psalmen, wie Zunz treffend bemerkt, trotz Inhalt und Ueberschrift als davidisch angenommen11) (synag. Poesie pag. 3). Es ist natürlich der ideale David, dessen Verherrlichung sich die katholische Kirche ganz besonders angelegen sein liess.

Das Wesen des Psalms ist Danken und Beten, letzteres ist im Gebete, ersteres im Lobgesang ausgedrückt. Und solche Psalmstücke, die sich selbst als Gebet und Hymne geben, wurden bald, selbst wenn sie ursprünglich nicht für diesen Zweck gedichtet waren, die öffentlichen Gesangsstücke im Dienste des Heiligthums und namentlich an Festtagen, in Synagogen und Privatvereinen gesungen. In ihrer Schilderung von Tempelfeierlichkeiten meint die Chronik unsere Psalmen, insonderheit die 18 Halleluja, Hodu und Hallel-Stücke. (P. 105 107, 111-118, 135, 136, 146-150.12)

Und obwol Christus die Psalmen selbst gebetet, wurden dieselben erst nach Constantin dem Grossen als Messenmusik gesungen. (Delitzsch.)

Lüft18) hingegen äussert sich in gedrungener Kürze, wie folgt, über die Psalmen aus: „Christus selbst hat die Psalmen gebetet und durch seinen Gebrauch geheiligt; in der christlichen Kirche bildeten sie von den apostolischen Zeiten an die Basis des kirchlichen. Officiums; sie wurden gebetet und gesungen14) bei der heil. Messe, Exequien, beim Morgen- und Abendgottesdienste. Die Kleriker mussten sie auswendig lernen und auch das Volk war mit ihnen vertraut Ihr Ge

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11) S. Hebr. 4', wo die Psalmen 2 und 95, die im hebr. Text anonym sind, als davidisch angeführt werden.

12) Zunz a. ir. O. p. 3.

18) Lüft, Liturgik II. Th., p. 123–131.

14) Es verstrich eine geraume Zeit, bevor die Psalmen gesungen wurden, da die Musik der Juden den Christen im Anfange verpönt war.

brauch verdrängte die profanen Lieder, besonders blühte in den Klöstern die Psalmodie. Für den öffentlichen Gottesdienst wurden die Psalmen anfangs vom Bischof ausgewählt, 15) oder die Auswahl durch Ordensregel bestimmt, doch hatte man schon früher und für bestimmte Zeiten und Feste auch schon bestimmte Psalmen, so z. B. für den Morgengottesdienst den Psalm 63: Deus meus te de luce vigilo (psalmus matutinalis), für den Abendgottesdienst den Psalm 140 (psalmus vespertinus). Drei Psalmen, welche bei der Messe zum Introitus, Offertorium und Communion gesungen werden sollten, wurden bald abgekürzt116). Für das Brevier wurden die Psalmen auf die Wochentage so vertheilt, dass in jeder Woche das ganze Psalterium verkömmt17). Der Psalmengebrauch findet sich auch im Rituale und Pontificale, namentlich bei den feierlichen Consecrationen und Benedictionen, ja selbst bei den gewöhnlichen kleinen Andachten, z. B. bei der Vorbereitung und Danksagung zur Messe, in dem Itinerarium, beim Asperges und am Schlusse der grossen Liturgie. . Die Psalmen sind ein Compendium des A. T., seiner Geschichte, Gebote und Weissagungen (Bellarmin praefatio in psalmos) eine gedrängte Darstellung der ganzen heil. Schrift (Athen. ep. ad Marcell.), die Summe der ganzen Theologie. (Randulph. Tungr. 3.) Jeder Act des Gebetes, jedes religiöse Gefühl findet dort seinen passendsten Ausdruck, sie sind nach dem Gebete des Herrn das höchste Muster alles und jedes Gebetes (Innoc. III. prooemium in septem psalmos poenitentiales) .

„Die Psalmen wurden bald gemeinschaftlich von der ganzen Gemeinde, bald blos von einem Sänger, bald responsorisch, bald antiphonisch gesungen." (Lüft II., p. 131.)

15) Dies ist auch aus der jüdischen Liturgie und der Differenzirung des deutschen und spanischen Ritus zu ersehen. Vergl. ganz bes. Zunz, Ritus der syn. Poesie.

16) Ein Gleiches ist bei den einleitenden Versen vor den Selichot der Fall, wo mit Ausnahme des Pismon stets einige Bibelverse, sehr oft jedoch Psalmverse, gesagt werden.

17) Auch in der jüdischen Liturgie werden die 150 Psalme in 7 Theile eingetheilt.

Mit diesen Worten ist die Stellung der Psalmen in der christlichen Liturgie am besten gekennzeichnet. Die Detailbeweise hiefür werden wir in der Folge bei jedem Psalm einzeln erbringen.

Metrum der Psalmen.

b) Die Frage, ob die hebräischen Psalmen irgend ein Metrum haben, ist eine sehr alte und trotzdem noch nicht völlig erledigte. Es kann hier nicht unsere Aufgabe sein, eine Lösung dieser schwierigen Frage zu versuchen, jedoch dürfen wir davor nicht ohne Stillschweigen vorüber gehen. Der Vater der modernen Kritik im Judenthum, Asarja de Rossi aus Mantua, urtheilt in seiner „Augen

ובפרט שירי דוד :hierüber wie folgt מאור עינים leuchte האמורים לפני מזבח ה' אין ספק כ ברי הכוזר. מאמר ב' שהיו אל המוסיקה, ושמה בודאי נגמרה ושמה היתה מתישבים מעוררת את הנפש כסגולתה מכל האמור בדרוש הזה עד הנה יצא לנו כי דברי הכוזרי ודון יצחק אשר זכרנו בתחלת הפרק שהם מכחישים היות שירי הקדש על משקל. יתדות ותנועות כאותם הנוהגים בזמננו הם דברי חכמים ישרים למצא דעת

(ed. Wien, p. 294 a).

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Dieser Ansicht schlossen sich fast sämmtliche jüdische Forscher bis auf den heutigen Tag an, dass nämlich ausser dem Parallelismus membrorum oder dessen Entgegenstellung (antithesis, vtíveσis) von einem eigentlichen Metrum nicht die Rede sein könne. Erst Professor Gustav Bickell in Innsbruck war es vorbehalten, diesbezüglich eine abweichende Ansicht aufzustellen, die der Wahrscheinlichkeit nicht entbehrt. In seinem Buche „Carmina veteris testamenti" findet sich am Schlusse die dissertatio De re metrica Hebraeorum“ und er gelangt zu dem Schlusse, dass die Syrer und Byzantiner den Hebräern nachahmend in ihren Psalmendichtungen den metrischen Accent mit dem grammaticalischen übereinstimmend setzten (Ars metrica apud Hebraeos apud Syros et Byzantinos cum grammatico coincidit). In eben dieser Abhandlung erbringt er (pag. 219-236) diesen Nachweis aus den ältesten Hymnen der Thera

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peuten: „Syri ergo, a quibus antiquissimi hymnographi graeci christiani e Syria oriundi et utrius linguae periti poësin syllabicam et rhythmicam sive accentu grammatico regulatam mutuo sumpserunt, ipsi eum iam ab initio eum populo cognato et vicino Hebraeorum communem possedebant, ut probabile fit descriptione, hymnorum Therapeutarum, syriacis in omnibus simillimorum, certum ex accurata poeseos biblicae indagatione.

Prof. Bickell stellt ferner den sehr zu beachtenden und den ernsten Forscher sicherlich befriedigenden Satz daselbst auf, dass die gesammte Poesie der Hebräer eine strophische ist und dass ein Distichon oft eine Strophe für sich bildet. (Poesis Hebraeorum nullum omnino patitur stichum solitarium, sed semper binos parallelos coniungit.

Omnia carmina hebraica strophica sunt, cum simplicia quoque disticha pro strophis haberi queant.)

Und dass diesen Strophen ein Responsorium folgte, erhellt aus Exodus Cap. 15, Vers 20-21, im syrischen ist auch, wie Bickell treffend bemerkt,18) das Wort 'unita gleichen Stammes wie das hebr. das einstimmen in den Gesang, antworten im ursprünglichen Sinne des Wortes avií entgegen reden" bedeutet. Im Talmud babyl. Sota 20 b wird erzählt, dass das Lied am Rothen Meere wie das Hallel gesprochen ward, dass nämlich nach jedem Satze der Chor mit dem Hauptanfange des Liedes einfiel. Die Stelle, die wichtig genug ist, um auf die zahlreichen Halleluja's in der christlichen Liturgie

18) Responsorium a choro post singulas strophas canendum expresse commemoratur in loc. Exod. 15, 20, 21, ille ipse radice designatum, e qua Syri pro eadem re suum efferunt terminum technicum unita quod sensum cum veteri Graecorum christianorum vяaxoŋ identicum. Ipse textus interdum addit responsorium recurrens vel in omnibus strophis (Ps. 46) vel alternis (Ps. 42-43) vel saltem pluribus (Ps. 80, 99, 144). Frequentius semel tantum in initio vel fine psalmi vel utrobique notatur nec tum partem textus constituit (Bickell 1. c). Solche sind: 1) Halleluja (Ps. 105, 111-118, 135, 147–150). 2) Benedic anima mea Dominum (Ps. 103, 104). 3) Alleluja confitemini Domino, quoniam in saeculum misericordia eius (Ps. 106, 107). 4) Confitemini Deo caeli quoniam in saeculum misericordia eius (Ps. 136). 5) Lauda anima mea Dominum (Ps. 146) u. a. m.

ein helles Licht zu werfen, lautet wie folgt: Npn 17:2

כגדול

ההלל והן עונין אחריו ראשי פרקים משה אמר אשירה לה' והן אמרים אשירה לה' משה אמר כי גאה גאה והן אמרים אשירה לה' :Die Tosifta daselbst sagt משה אמר עזי וזמרת יה והן א' אשירה לה' משה אמר ה' איש מלחמה וישראל אמר אשירה לה,

Nach Succa 38b wurde nach jedem kurzen Verstheile der Hallelpsalmen 113-117 das Halleluja-chorale gesprochen, während vom Psalm 118 ab das Choral lautete. (Joël Müller's Massechet Soferim p. 222 ff.)

Wir haben schon oben gezeigt, dass die Hymnen im Anfange in der christlichen Kirche nicht gesungen, sondern vorgelesen oder recitirt wurden; ein gleiches war mit den Psalmen der Fall und so haben wir auch thatsächlich in der jüdischen Liturgie zahlreiche Psalmen und Psalmenverse, die sicherlich nur recitirt wurden. Ob aber Joël Müller's Behauptung, dass das Hallel auch recitirt wurde, richtig ist, lassen wir vorläufig dahingestellt; denn der Gebrauch, den die Kirche von dem Recitativ des Hallel machte, ist noch nicht massgebend. Die Kirche setzte sich oft mit Absicht gegen die herrschende jüdische Einrichtung in Bezug auf die Liturgie, um etwas Besonderes und Unterscheidendes zu haben, wie wir diess zu zeigen Gelegenheit haben werden. So sagt Probst in seiner Liturgie der drei ersten christlichen Jahrhunderte (pag. 30): Das Hallel musste em christliches Gepräge erhalten. . Diess geschah dadurch, dass Psalm 113 und 114 zu einem grossen Psalm oder Lobgesang auf Gott als Schöpfer, 115 und 116 gestaltete sich zu einem Lobgebet für die Führung der Menschen bis auf Christus. Psalm 117 verwandelte sich in das vom ganzen Volke gebetete Trishagion. An die Stelle des Psalm 118 trat die Erzählung von dem Leben, Leiden und der Erhöhung Christi.

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Es darf ferner hier nicht unerwähnt bleiben, dass nach christlicher Anschauung die Psalmen zu den Propheten ge

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