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duplex libelli dos est: quod risum movet,

et quod prudenti vitam consilio monet. Noch deutlicher ist, von welcher Beschaffenheit die Handlung der Parabel nur sein kann, da diese ihr Bild überhaupt lediglich ihrem Gedanken gemäss gestaltet. Täglich zwar kann z. B. sich ereignen, was die Parabel (Luk. XII, 16 — 20) erzählt von dem Reichen, der sich mit den gewonnenen Gütern zur Ruhe setzen will und dann vom Tode überrascht wird, aber weder in der Person noch in den Umständen liegt es, dass es notwendig oder auch nur wahrscheinlich so sich ereignen werde, und so haben wir es nur mit einer Veranschaulichung des Gedankens zu thun (ibid. vs. 21): „Also gehet es, wer sich Schätze sammelt, und ist nicht reich in Gott, für welche einzig der Stoff der Wirklichkeit entnommen ist. Die Handlung also der Fabel, Parabel und Allegorie ist nichts als der Schein einer Handlung, der die Wahl des Ziels, die Freiheit der Entschliessung abgeht. Die Handlung der Fabel verläuft notwendig nach den Naturbedingungen des erschauten Bildes; die der Parabel gestaltet sich nach dem Inhalt der Vorstellung und duldet kein Abweichen; die der Allegorie ist gebannt an die Züge des Urbildes und beansprucht selbst nur eine Existenz für die Phantasie. Wird aber so die Handlung der ästhetischen Sprachbilder als eine blofs scheinbare erkannt, so leuchtet ein, dass von einem Dichten, einem poetischen Schaffen bei ihnen nicht die Rede ist. (Vide Bd. I, p. 52 fg.) Als Kennzeichen dafür, dass sie Werke der Sprachkunst sind, nur Einen Moment der Seele darstellen, mag ferner dies angeführt werden, dass sie sämtlich auch im Zusammenhang der Rede als Figuren zur Verwendung kommen. Von der Parabel und der Allegorie ist dies oben gezeigt (Bd. II, p. 70 fg.; 96 fg.), von der Fabel als Figur ist noch zu sprechen. Was endlich die Völker und Zeiten betrifft, welche wir für alle Werke der Sprachkunst als die besonders günstigen schon öfter bezeichnet haben, so begnügen wir uns hier zu erinnern, wie die Tierfabel und Parabel als alte und angesehene Erzeugnisse des Orients bekannt sind, und in Bezug auf die Zeit, in welcher die Fabel im Abendlande zu blühen pflegte, finde die allgemeine Bemerkung von Gervinus (Gesch. d. dtsch. Dicht. Bd. I, p. 129) Platz: „Nur solche Zeiten, welche die Dichtkunst zur Verstandessache machten, haben auch von je die Fabel begünstigt; das Epos seinerseits hat sich mit solchen Zeiten nie vertragen“. So fehlt z. B. dem klassischen Zeitalter der Griechen die Fabeldichtung.

I. Die Fabel. Über die termini, mit welchen die Griechen die Fabel bezeichneten, berichtet Theon (Prog. Rhet. Gr. Sp. Vol. II, p. 73): προσαγορεύουσι δε αυτούς των μεν παλαιών οι ποιηταί μάλλον αίνους, οι δε μύθους: πλεονάζουσι δε μάλιστα οι καταλογάδην συγγεγραφότες το λόγους αλλά μή μύθους καλεϊν, όθεν λέγουσι και τον Αίσωπον λογοποιόν. Πλάτων δε εν διαλόγω τω περί ψυχής πη μεν μύθον, πη δε λόγον ονομάζει· είρηται δε μύθος οίον λόγος τις ών, έπει και μυθεϊσθαι το λέγειν εκάλουν οι παλαιοί: αινος δε ότι και παραίνεσίν τινα περιέχει αναφέρεται γαρ όλον το πράγμα είς χρησίμην υποθήκην νύν μέντοι και τα αινίγματα αίνους τινές καλούσι. Τheon selbst, der die Fabel als Ubungsstoff für die Rhetorenschulen im Auge hat, begreift unter dem allgemeinen Namen der äsopischen Fabeln nur diejenigen, welche ihre nützlichen Lehren entweder zu Anfang oder zu Ende der Erzählung ausdrücklich hinstellen, sie also entweder (cf. Aphthon. Prog. 1. c. p. 21) mit προμύθιον oder mit επιμύθιον (Prisc. [praeexerc. rhet. I]: επιμύθιον vocant, quod nos affabulationem possumus dicere.“) ausstatten. Äsopisch werden die Fabeln im allgemeinen genannt, weil Äsop in ihrer Abfassung besonders geschicht war: Αισώπειοι δε ονομάζονται ως επίπαν, ουχ ότι Αίσωπος πρώτος ευρετής των μύθων εγένετο, ("Ομηρος γαρ και Ησίοδος και Αρχίλοχος και άλλοι τινές πρεσβύτεροι γεγονότες αυτού φαίνονται επιστάμενοι, και δη και Κόννις ο Κίλιξ, και Θούρος και Συβαρίτης, και Κυβισσός εκ Λιβύης, μνημονεύονται υπό τινων ως μυθοποιοί) αλλ' ότι Αίσωπος αυτούς μάλλον κατακόρως και δεξιώς έχρήσατο.

Bei den Römern wurde eine allegorische Erzählung und besonders die äsopische Fabel meist ánóhoyos genannt, ein terminus, welchen wir bei den Griechen in dieser Bedeutung nicht nachweisen können. Er findet sich z. B. bei Cornificius (I, 6, 10); Cicero (de or. II, 66); Quintilian (VI, 3, 44); Gellius (N. A. II, 29: „haec Aesopi fabula“ und „hunc Aesopi apologum“); Mart. Capella (V, 558: apol. Aesop.). Auch fabula ist terminus. Bei Isidor (or. I, 39, 1): Fabulas poetae a fando nominaverunt, quia non sunt res factae, sed tantummodo loquendo fictae. Quae ideo sunt inductae, ut ficto animalium mutorum inter se colloquio imago quaedam hominum vitae nosceretur. So bei Phaedrus (Prol. 7; Ι, 1, 14); Cicero (Att. ΧΙΙΙ, 33, 4: lupus in fabula"); Quintilian (I, 9, 2; V, 11, 19: „Aesopi fabellae“), der über den

edeutu

ntilian: bei

Namen bemerkt (1. c. 20): Aivov Graeci vocant et arownsiovş, ut dixi, λόγους et λιβυκούς; nostrorum quidam, non sane recepto in usum nomine apologationem. *) Bei den Deutschen hiels die Fabel im Mittelalter bîspel, Beispiel d. i. Beirede, Rede als Gleichnis, unter welchem Namen z. B. der Stricker seine Fabeln, Gleichnisse, Parabeln zusammenfasste. So wurde auch bîschaft gebraucht, wie z. B. bei Boner (Edelst.: Von dem Ende diss Buoches): dar umb list man ein bîschaft guot, daz wsser werd des menschen muot. hundert bîschaft hab ich geleit an diz buoch. (Auch bîwort, bîwurti, pîwurte ist Gleichnis, Parabel, Sprichwort.) Wir finden übrigens auch bei den Alten die Fabel dem Begriff des Beispiels untergeordnet. Wie schon bemerkt (Bd. II, p. 42) sind bei Aristoteles (Rhet. II, 20) Fabel (Loyot, olov oi Aiooteidu zaì Alpuxoi) und Parabel diejenigen Arten des it apádecypa, welche man selbst erfindet, und so sagt Hermog. (Prog. Sp. Vol. II, p. 4) vom u✓ Joç: gaivovrai xai oi ontopes aưro zonoćuevoi avrà napadžiyu atos. Ebenso behandelt Quintilian (V, 11, 19 sq.) die Fabeln als exempla, und Phaedrus (Prol. II) sagt: Exemplis continetur Aesopi (apologi al. l.) genus. (cf. Hor. Sat. I, 1, 33, sicut parvula, nam exemplo est, magni formica laboris —).

Es wird durch diese termini auf die für den Begriff der Fabel wesentlichen Bestimmungen hingewiesen, teils auf deren bildliche Natur (uūgos), teils auf das Bedeutsame ihres Gehalts (aivos), teils auf die Entwickelung eines Vorganges in Form der Erzählung (cóyos). Die deutsche Benennung „Beispiel“, welche wir für die der Fabel entsprechende ästhetische Figur wählten, vervollständigt dann, richtig verstanden, den Begriff der Fabel. Das Beispiel in dem hierher gehörigen Sinne ist nicht ein Exemplar unter vielen - --

*) Motoç wird definiert (Theon. I. c.) als hóyoş yevdns eixoviçwv áhn gatav. Airoç ist eine Rede von Bedeutung und die der Deutung bedarf. Bei Suidas: aivoç, hóyog Tv.powiadns. ñ é noivos xoà èyxuuiov. uivós tíç ¿ouw, ws avno xoox dvne oovitu. cet. (Es folgt der bekannte Griphus, der u. a. bei Athen. X, 76 mitgeteilt wird.) alvos dragépet μύθου τω τον αινον μη προς παίδας αλλά προς άνδρας πεποιήσθαι, και μη προς ψυχαγωγίαν μόνον, αλλά και παραίνεσιν έχειν τινά. βούλεται Yoo & tx003104410s T404E0 It xa: JJ áoxen. He sind. (01. 201) 1 ent seine Fabel vom Habicht und der Nachtigall airos, ebenso Archilochos (Anth. lyr. ed. Bergk 86, 89) die vom Fuchs und Adler und vom Affen. 1óyos giebt nur den Begriff der Erzählung; Herodot (I, 141) nennt so die Fabel von dem Flötenspieler und den Fischen (bei Ba brios 9), welche Kyros den Ioniern erzählt, und bezeichnet den Äsop (II, 134) als hoyonotóv. (cf. Victorinus in Rhetor. Cic. I, 28, Rhet. lat. H. p. 228: Per exemplum tunc simile facimus, si in exemplo ipso qualitas ostendatur. Saepe enim exemplum in quantitate versatur cet.), sondern ein solches, welches, wie die Synekdoche, als einzelnes das (ianze, als eine Art eines Vorganges die Gattung solcher Vorgänge vertritt und damit deren Wesen und Regel. Das Beispiel wird ferner, wie die Synekdoche, durch die Anschauung gegeben; es wurzelt also in den Vorgängen der Wirklichkeit, die von ihm als Bilder geschaut werden — anders als die Parabel, welche für den Gedanken die passenden Vorgänge sucht, für welche die Wirklichkeit dann nur den Stoff zur Einkleidung liefert. Und endlich steht das Beispiel, nicht, wie die Synekdoche, an Stelle des Ganzen, der Gattung, der Regel, welche es vertritt, sondern als ein selbständiger Vorgang daneben, wie ein Gleichnis, und verhält sich also als Allegorie zu dem, was es bedeuten soll.

Die Fabel bewahrt, weil sie Allegorie ist, also weil ihr Vorgang in einer für ihre Anwendung fremden Sphäre verläuft, auch als Figur, im Zusammenhang der Rede, mehr den Charakter der Selbständigkeit, als ihn das ästhetische Beispiel zeigt (cf. Bd. II, p. 40 fg.), dessen Art sie ist. Sie wird entweder besonders vorgetragen und erhält dann, weil auf bestimmten Anlass und in bestimmter Absicht erfunden oder verwandt, epigrammatischen Charakter, oder sie wird nur angedeutet, um von der Rede nicht zu weit abzulenken, ist dann meist Citat, welches eine Bekanntschaft mit der selbständigen Fabel voraussetzt, und beansprucht damit die Geltung eines Sprichworts. Von ersterer Art ist z. B. die Fabel, welche bei Schiller (Fiesco II, 8) Fiesco den emporten Genuesern vorträgt, um sie für die Monarchie zu gewinnen; ebenso die von Lessing (Von dem Vortrage der Fabeln), welche er sich selbst nacherzählt: „Freilich geht es dem la Fontaine und allen seinen Nachahmern, wie meinem Manne mit dem Bogen (B. III, 1); der Mann wollte, dass sein Bogen mehr als glatt sei; er liess Zierraten darauf schnitzen: und der Künstler verstand sehr wohl, was für Zierraten auf einen Bogen gehörten; er schnitzte eine Jagd darauf; nun will der Mann den Bogen versuchen und er zerbricht. Aber war das die Schuld des Künstlers? Wer hiess den Mann, so wie zuvor damit zu schiessen? Er hätte den geschnitzten Bogen nunmehr fein in seiner Rüstkammer aufhängen und seine Augen daran weiden sollen! Mit einem solchen Bogen schiessen zu wollen!“

- Die zweite Art giebt Quintilian (V, 11, 20) an; Horatius ne in poemate quidem (Ep. I, 1, 73) humilem hujus generis usum

putavit in illis versibus: quod dixit vulpes aegroto cauta leoni. – cui confine est naporu í aç genus illud, quod est velut fabella brevior et per allegorian accipitur: non nostrum, inquit, onus: bos clitellas. (cf. Cic. [Att. V, 15, 3]: Clitellae bovi sunt impositae; plane non est nostrum onus, sed feremus.) Aschylos citierte (wie Schol. Aristoph. ad Aves v. 809 angiebt) in den „Myrmidonen“ (cf. Fab. Aes. 4);

Ως δ' εστί μύθων και Λιβυστικών λόγος
Πληγέντ' ατράκτων τοξικώ τον αετόν
Είπεϊν ιδόντα μηχανήν πτερώματος:
Τάδ' ουχ υπάλλων, αλλά τοϊς αυτών πτερούς

Ahoxóuerfa. Der Scholiast sagt: Arozvaoç Aißvouxrv aitnv xasi nagovui av, und man findet über den sprichwörtlichen Gebrauch der Fabel Angaben bei Schütz (Aesch. Trag. T. III; frgm. 116) und Porson (zu Eurip. Med. 139, VIII). Letzterer citiert eine schöne Wendung der Fabel von „Wallerus nostras“. To a Lady singing one of his songs.

„That Eagle's fate and mine are one,
Who on the shaft that made him die,
Espied a feather of his own,

Where with he wont to soar so high.“ *)
Wir geben noch einige Beispiele von dieser Verwendung der
Fabeln als Schmuck der Rede. Buch der Richter (IX, 8—15):
Jothams Fabel an die Männer von Sichem vom Dornbusch als
König der Bäume; Plutarch (Phoc. 9): Phocions Fabel an die
Athener vom avro decīós und krächzenden Raben; Plut. (Them. 18.
cf. Fab. Aes. 133): Themistokles erzählt einem aufgeblasenen Stra-

*) Auch Byron (Engl. Bards and Scot. Rev.) hat die Stelle:

So the Struck eagle. strech'd upon the plain,
No more through rolling clouds to soar again,
View'd his own feather on the fatal dart,
And wing d the shaft that quiverd in his heart -
Keen were his pangs, but keener far to feel,
He nursed the pinion which impell'd the steel;
While the same plumage that warmd his nest

Drank the last life-drop of his bleeding breast.
Bei Scott (The Fair Maid of Perth. cp. 33), macht Douglas dem Duke of
Albany den Mord an seinem „royal nephew“ zum Vorwurf, den er durch die
Fabel verhüllt ausspricht: „Men say the eagle was killed with an arrow
fledged from his own wing.“

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