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Auszeichnung deutlich abhebt, bei welcher die Kuustthätigkeit nicht ohne ein reflektierendes Bewusstsein, nicht ohne die Helligkeit einer Absicht geübt wird, welche deshalb ihr Wesen als Kunst leicht zu erkennen gab. Wie man sieht, verhält sich die „Sprache als Kunst“ etwa so zur „Sprachkunst“, wie im Gebiete der Poesie die sogenannte Volksdichtung zur Kunstdichtung

Cicero (Brut. 79, 275) sagte über „verborum et sententiarum illa lumina, quae vocant Graeci oxņu ata“, dass durch sie die ganze Rede Glanz erhalte, gleichwie durch Prachtstücke eine architektonische Ausschmückung: tanquam insignibus in ornatu distinguebatur omnis oratio, cf. or. 39, 134, 135; de or. III, 25, 96. Freilich betrachtet er sie lediglich als Mittel und denkt nicht eben hoch von den „auctores et inventores harum sane minutarum rerum“ (de or. III, 37). Quintilian (IX, 1, 4, 14) definiert die rhetorische Figur als „arte aliqua novata forma dicendi“; Alexander (Rhet. Gr. Sp. Vol. II, p. 11) als εξάλλαξις λόγου επί το κρείττον; deutlicher Tiberius (1. c. p. 59): έστι σχήμα το μή κατά φύσιν τον νούν εκφέρειν μηδε επ' ευθείας, αλλ' εκτρέπειν και έξαλλάσσειν την διάνοιαν κόσμου τινός τη πλάσει ή χρείας ένεκα; ebenso Caecilius Calactinus: σχήμα έστι τροπή εις το μή κατά φύσιν το της διανοίας και λέξεως; und nach der erfreuenden Wirkung eines Werkes der Kunst Athenaeus Naukratides und Apollonius Molon: σχημά έστι μεταβολή εις ηδονήν εξάγουσα την ακοήν (1. C. p. 44); Phoeba m m on (1. c. p. 43) vergleicht die Sprachkunst mit der Kunst der Pantomime Tanzenden oder der Bildhauer und fügt hinzu: ότι ου φύσει εστίν ούτως, άλλα τέχνη προσγίνεται. Freilich decken sich die Begriffe unserer Kunstiund der Téxvn nicht durchaus (vid. Steinthal, Gesch. d. Sprachw. p. 525 sq.), aber es ist doch eine bewusst kunstmässige Behandlung eines Stoffes zu verstehen, und es ist im übrigen für den Teil der Sprachkunst, welcher sich in den Dienst der Rede stellt, ganz richtig, wenn die Alten seinen Nutzen als ein Wesentliches hervorheben. Sie finden ihn darin, dass durch die hierher gehörigen Figurationen der Ausdruck an Nachdruck gewinne (επίτασιν γαρ δύναται των πραγμάτων εμφαίνειν παρέχει έμφασιν ήθους χρηστου, (Αlex. περί σχημ. 1. c. p. 13 sq.), an Lebhaftigkeit und Anmut (ποικιλίαν τινα τώ λόγω παρέχει (1. c.); το δε έξαλλάττον και ξενίζον ηδύτερόν εστι του μονοσχήμου και ωσαύτως έχοντος Phoeb. 1. c. p. 43), so dals er die Uberredung erleichtere (ότι πιθανώτεροι δια των σχημάτων φαίνονται οι λόγοι Phoeb. 1. c.). – Man sah auch, wie in diesen Gattungen der Kunst sich eben ein Individuelles geltend mache, ein die Momente besonderer und affektvoller Seelenerregung abspiegelndes Umschaffen der znm blossen Material gewordenen Sprachelemente, durch dessen Kraft und Schönheit sich von den Ungebildeten die Sprachgewaltigen und diese unter sich nach dem Masse ihrer Begabung unterschieden. Alexander (1. c. p. 11 sq.) widerlegt diejenigen, welche meinten, dass die Sprachkunst sich in nichts von der gewöhnlichen Rede unterscheide, u. a. dadurch, dass er auf die besonderen Seelenbewegungen hinweist, welche sie ausdrücke: xdxɛīvo héyou tış äv, öt xaÌ Ý yuxn xai' ανάγκην μεν διηνεκώς εσχημάτισται, έστι δ' όμως και ψυχής κατά φύσιν τινά κινήματα και παρά φύσιν επί τε της καθεστώσης και φρονούσης και επί της εν πάθεσιν ούσης, αφ' ής οι παθητικοί hóyor, so dass ein Unterschied der Individuen sich ergäbe: ei un ήν διανόημα το μέν κατά φύσιν, το δε έσχηματισμένον, ούτ' αν των ιδιωτών οι ρήτορες διέφερον ούτ' αλλήλων, ταύτα οι μεν απλούστερον και άνευ κόσμου τινός μετά λόγου λέγοντες, οι δε εναργέOtepov xai uetà åxoguíaç cet. So führt Aquila Romanus ans (de figg. sent. et eloc. in den Rhet. Lat. min. ed. Halm p. 22): quo maxime orator ab oratore differat, unum hoc aut certe esse praecipuum, figuras sententiarum atque elocutionum. — Schien nun die Verwendung der Figuren vor allem eine Sache der Redner zu sein, so bemerkte man einen besonders häufigen Gebrauch der Tropen bei den Dichtern, wie Tryphon (repà rpórov Rhet. Gr. III, p. 191) nach Aufzählung der Tropen, unter die er freilich auch Figuren grammatischer und rhetorischer Art mischt, hinzufügt: τούτους δε ποιητικούς καλούσιν, επεί κατά γε το πλείστον η τούTwv roñoış napd rontais. (Vide auch Anon. negi nomrıxov Toónov I. c. p. 207; Georg. Choerob. l. c. p. 244.) Natürlich wird leicht von einem jeden, wenn etwa ein Willensakt, ein Affekt sich kraftvoll ankündigen soll, oder die Phantasie sich lebendiger regt, eine der Sprachkunst angehörende Figur oder Trope gebildet, aber es wird dann solche Gestaltung eines Seelenmoments eben als ein Neues empfunden und hebt sich von den gewöhnlichen Formen des Sprachgebrauchs ab durch den Reiz individuellen Schaffens, welcher ihr dauernd zu eigen ist. Auf dieser Neuheit beruht dann auch der Unterschied dieser Figuren und Tropen der Sprachkunst von den Figuren und Tropen der Sprache selbst (den sogenannten grammatischen Figuren), welche ursprünglich ebenso mit rhetorischem oder poetischem Charakter hervortraten, allmählich aber dem usus verfielen. Indem wir dazu kommen, diesen Punkt genauer zu erörtern, erinnern wir zuvor, dass nur diejenigen

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Schöpfungen der Sprachkunst hier in Betracht kommen, welche im Dienste der Rede verwandt werden. Eine Abgrenzung ist unnötig in Bezug auf jene, welche wir später als selbständige Werke zu besprechen haben. Es wurden allerdings von den Rhetoren dergleichen Bildungen, wie z. B. Wortspiel, Parabel, Allegorie häufig unter den Figuren der Rede mit aufgeführt, aber wenn diese auch in den Zusammenhang der Rede verflochten vorkommen können, so werden sie dann eben als Beiwerk, als Einschaltungen, Unterbrechungen empfunden. —

Es kann scheinen, als läge der Unterschied zwischen den Figuren und Tropen der Sprache und denen der Sprachkunst nur in der Art, wie man sie betrachtet; bei jenen fasse man die Sprache als in ihrer Bildung begriffen, bei diesen als eine fertige, und ein wesentlicher Unterschied bestehe also nicht, da Sprache nur unter dem Scheine der Gegenwart sich als eine fertige darstelle. Auch sind in der That die Mittel, durch welche die Werke der Sprachkunst hervorgebracht werden, keine anderen, als die, welche für die Figuren der Sprache zur Verwendung kommen: Wendungen der Bedeutung, Zusätze, Wegnahmen, Vertauschungen, welche entweder den Laut berühren oder den Sinn. Dennoch besteht ein wesentlicher Unterschied. Er beruht darauf, dass die Figuren der Sprache sich als individuelle Bildungen von dem Gemeingut der Sprache des Bedürfnisses, der Mitteilung absondern, während die der Sprachkunst sich abheben von der litterarischen Sprache, der Sprache der Gebildeten; dass jene hervorgehen aus hlofsem Sprachgefühl, gestaltet werden nach unbewusstem Kunsttrieb, sich daher auch leicht wieder verlieren in die Sprache aller, welche desselben Ursprungs ist, während diese in bewusster Eigenbehandlung einer als giltig anerkannten Sprache innerhalb eines bestimmten Redeganzen geschaffen werden und sich damit als derartige Abweichungen von dem gewöhnlichen Ausdruck darstellen, welche man als solche immer empfindet, und die sich deshalb dem allgemeinen Gebrauche entziehen.

Sobald sich eine litterarische Sprache bildet, zuerst in gebundener Rede, dann für die Darstellungen der Prosa, kommt bei der Wahl des Ausdrucks dessen Angemessenheit zu dem Charakter der Komposition in Betracht, ob diese ein Werk der Kunst ist oder etwa den praktischen Zwecken eines Redners dient, oder ob sie einfach Belehrung beabsichtigt. Je mehr dies letztere der Fall ist, je mehr also vor allem ein allgemeines und sicheres Verständnis erreicht werden soll, desto mehr ist es ratsam, möglichst nur diejenigen Sprachmittel zu verwenden, deren bildliche Natur vergessen ist, die also zu blossen Zeichen geworden sind. Zu vermeiden ist dagegen deren individuelle Neubelebung und Umgestaltung durch die Sprachkunst, denn die Entwickelung der Sprache selbst zu einem usus führt vom Bilde weg zur Befriedigung des Verstandes, die Sprachkunst aber legt diesen Weg wieder zurück und erneuert so im Material wie in der Technik das ursprüngliche Kunstleben der Sprache. Aber auch für Werke der Poesie, welche eine bilderreiche Sprache zieren mag, oder für die der Rhetorik, welche die Affekte durch besondere Formierung des Ausdrucks darstellen und damit zu ähnlichen Stimmungen anregen wollen, bleibt die Frage nach der Angemessenheit bei Verwendung vou Tropen und Figuren der Sprachkunst. Die Beantwortung wird davon auszugehen haben, dass die Werke der Sprachkunst Darstellungen sind eines bestimmten Seelenmoments, dass also, sobald sie als Sprachmittel der Rede dienen, sie dem Ganzen der Komposition derart unterzuordnen sind, wie der einzelne Seelenmoment aufgeht in jener Bewegung und Entfaltung, zu welcher die Seele sich bestimmt hat, um sie zu irgend einem beabsichtigten Abschluss zu bringen. Sie dürfen also für sich selbst Geltung nicht erzwingen wollen, kein selbständiges Interesse kommt ihnen zu, wie der Verf. der Abh. TIEọì pos (Gr. Rhet. Sp. Vol. I, p. 269) sagt: có6 ảọioToy dozeĩ oxqua, ötav ajrò toūro dialavfcvn, ötı oxñuć łotiv, und deshalb dürfen sie weder durch ihre Menge die Darstellung unruhig machen, noch in irgend welcher Absichtlichkeit sich hervordrängen. Bei Aquila Romanus (Rhet. Lat. min. ed. Halm p. 37) heisst es: Illud ad postremum praecipiendum videtur, ne proposita tibi figura, quaerens elocutionem ei subjungere, cito verba colligas, ut in eam figuram, quam destinaveris, incidant; infirmum enim hoc et puerile erit, und: Ne tamen, dum copiam imitamur (M. Tulli), in nimietatem incidamus, cavendum est. (Man sehe auch Quint. IX, 3, 100 sq.) – Wenn nun schon überhaupt der Gebrauch einer litterarisch befestigten Sprache Bildung und damit Reflexion voraussetzt, so fordert namentlich diese Rücksicht auf Angemessenheit der Darstellung eine gewisse Klarheit des Bewusstseins, ein Wissen, durch welches die Sprachkunstwerke im Dienste der Rede zwar nicht hervorgebracht werden, welches sie aber begleitet. Der Stellung der Sprachkunst in dem System der Künste gemäss wird dies Bewusstsein bestimmter und heller hervortreten als bei den Schöpfungen der Musik, es wird aber die höher und weiter entwickelte Besonnenheit und Reflexion, ohne welche ein Werk der Poesie nicht entsteht, nicht erreichen.

• Virgil (Aen. VIII, 596) bildet den Vers: Quadrupedante putrem sonitu quatit ungula campum. Heyne in der Anm. hierzu will in Bezug auf die phonetische Wirkung, welche der Vers hervorbringt, von einem bestimmten Bewusstsein, einer beabsichtigten Formierung des Dichters nichts wissen: Versum felicem, ipso verborum sono rem referentem, mirati sunt multi: comparato quoque vss. 465. 466 Iliad. B. Odimus subtilitatem molestam in talibus: Ipsum inflammati impetum ingenii in haec natura ducente incidere necesse est; quomodo enim aliquis celeriter facta languida oratione reddere malit? Und so heisst es in der Disquis. de carm. epico Virg. p. XLV: „Mihi utique ad poetices indolem propius esse videtur statuere, ipsam orationis naturam ita esse comparatam, ut multarum rerum sonos exprimat; inflammatum autem phantasmatum specie objecta animum, cum, rerum species sibi observantes ut oratione vivide exprimat, laborat, necessario in ista vocabula incidere, vel orationis proprietate ducente. Ita graves et celeres, lenes ac duros sonos vel non id agens et curans ad rerum naturam accommodabit et orator quisque bonus et multo magis poeta.“ Aber wenn nun Heyne nach den Angaben des Macrobius (Sat. VI, 1), der zeigen will, „quantum Vergilius noster ex antiquiorum lectione profecerit“, drei Verse des Ennius anführt (z. B. „consequitur, summo sonitu quatit ungula terram“), nach denen sich Virgil bei Bildung seines Verses gerichtet hat, so ist schon damit ein Wissen um die Wirkung und eine Absicht, sie hervorzubringen, erwiesen. Allerdings kommt es durch vielfachen Gebrauch auch bei der litterarischen Sprache zu einer Gewöhnung, welche dann die Wahl der Ausdrucksformen ohne Reflexion durch blosses Sprachgefühl bestimmt, aber nicht von dieser zu einer zweiten Natur gewordenen Routine, welche vom Nachahmen lebt, ist Aufklärung über die Entstehung der Sprachkunstwerke zu erwarten, wenn ihr auch selbst in extemporierten Darstellungen Schmuck und Bilderreichtum zur Verwendung steht. Auch tritt solche mechanische Fertigkeit, welche die litterarische Sprache zur gewöhnlichen macht, erst in verhältnismässig später Zeit der Sprachentwickelung hervor und bleibt auf kleinere Kreise beschränkt.

Die Eutstehung der Sprachkunstwerke ist aus unbewusst wirkendem Mechanismus nicht zu erklären. Genügen dem Darstellenden, dem Dichter, dem Redner die vom usus gebotenen Ausdrucksmittel nicht zur Ausprägung eines bestimmten Moments seiner

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