sonders die von entschiedenem Charakter, weil sie an den Vortragenden die Anforderung machen, er solle sich aus seinem allgemein-gleichgültigen Zustande in eine besondere, fremde Anschauung und Stimmung versetzen, die Worte deutlich artikulieren, damit man auch wisse, wovon die Rede sei. Strophen sehnsüchtigen Inhalts dagegen fanden eher Gnade, und sie sind auch mit andern deutschen Erzeugnissen ihrer Art in einigen Umlauf gekommen. An eben diese Betrachtung schließt sich die vieljährige Richtung meines Geistes gegen die französische Revolution unmittelbar an, und es erklärt sich die grenzenlose Bemühung, dieses schrecklichste aller Ereignisse in seinen Ursachen und Folgen dichterisch zu gewältigen. Schau ich in die vielen Jahre zurück, so seh ich klar, wie die Anhänglichkeit an diesen unübersehlichen Gegenstand so lange Zeit her mein poetisches Vermögen fast unnützerweise aufgezehrt, und doch hat jener Eindruck so tief bei mir gewurzelt, daß ich nicht leugnen kann, wie ich noch immer an die Fortsetzung der "Natürlichen Tochter" denke, dieses wunderbare Erzeugnis in Gedanken ausbilde, ohne den Mut, mich im einzelnen der Ausführung zu widmen. Wend ich mich nun zu dem gegenständlichen Denken, das man mir zugesteht, so find ich, daß ich eben dasselbe Verfahren auch bei naturhistorischen Gegenständen zu beobachten genötigt war. Welche Reihe von Anschauung und Nachdenken verfolgt ich nicht, bis die Idee der Pflanzenmetamorphose in mir aufging, wie solches meine "Italienische Reise" den Freunden vertraute. Ebenso war es mit dem Begriff, daß der Schädel aus Wirbelknochen bestehe. Die drei hintersten erkannt ich bald, aber erst im Jahr 1790, als ich aus dem Sande des dünenhaften Judenkirchhofs von Venedig einen zerschlagenen Schöpsenkopf aufhob, gewahrt ich augenblicklich, daß die Gesichtsknochen gleichfalls aus Wirbeln abzuleiten seien, indem ich den Übergang vom ersten Flügelbeine zum Siebbeine und den Muscheln ganz deutlich vor Augen sah; da hatt ich denn das Ganze im Allgemeinsten beisammen. So viel möge diesmal das früher Geleistete aufzuklären hinreichen. Wie aber jener Ausdruck des wohlGOETHE XVI 44. wollenden, einsichtigen Mannes mich auch in der Gegenwart fördert, davon noch kurze vorläufige Worte. Schon einige Jahre such ich meine geognostischen Studien zu revidieren, besonders in der Rücksicht, inwiefern ich sie und die daraus gewonnene Überzeugung der neuen, sich überall verbreitenden Feuerlehre nur einigermaßen annähern könnte, welches mir bisher unmöglich fallen wollte. Nun aber durch das Wort gegenständlich ward ich auf einmal aufgeklärt, indem ich deutlich vor Augen sah, daß alle Gegenstände, die ich seit funfzig Jahren betrachtet und untersucht hatte, gerade die Vorstellung und Überzeugung in mir erregen mußten, von denen ich jetzt nicht ablassen kann. Zwar vermag ich für kurze Zeit mich auf jenen Standpunkt zu versetzen, aber ich muß doch immer, wenn es mir einigermaßen behaglich werden soll, zu meiner alten Denkweise wieder zurückkehren.. Aufgeregt nun durch eben diese Betrachtungen, fuhr ich fort, mich zu prüfen, und fand, daß mein ganzes Verfahren auf dem Ableiten beruhe; ich raste nicht, bis ich einen prägnanten Punkt finde, von dem sich vieles ableiten läßt, oder vielmehr, der vieles freiwillig aus sich hervorbringt und mir entgegenträgt, da ich denn im Bemühen und Empfangen vorsichtig und treu zu Werke gehe. Findet sich in der Erfahrung irgendeine Erscheinung, die ich nicht abzuleiten weiß, so laß ich sie als Problem liegen, und ich habe diese Verfahrungsart in einem langen Leben sehr vorteilhaft gefunden: denn wenn ich auch die Herkunft und Verknüpfung irgendeines Phänomens lange nicht enträtseln konnte, sondern es beiseite lassen mußte, so fand sich nach Jahren auf einmal alles aufgeklärt in dem schönsten Zusammenhange. Ich werde mir daher die Freiheit nehmen, meine bisherigen Erfahrungen und Bemerkungen und die daraus entspringende Sinnesweise fernerhin in diesen Blättern geschichtlich darzulegen; wenigstens ist dabei ein charakteristisches Glaubensbekenntnis zu erzwecken, Gegnern zur Einsicht, Gleichdenkenden zur Fördernis, der Nachwelt zur Kenntnis und, wenn es glückt, zu einiger Ausgleichung. (der Textanordnung entsprechend) ZUR GEOLOGIE UND MINERALOGIE . 7-104 9-13 14-20 21-38 Zur Kenntnis der böhmischen Gebirge Joseph Müllerische Sammlung Der Kammerberg bei Eger Zur Geologie, besonders der böhmischen Problematisch Karl Wilhelm Nose 21. 22 23-38 39-51 Kammerberg bei Eger 78.79 Bildung und Umbildung organischer Naturen. 131-141 Die Metamorphose der Pflanzen 142-177 Nachträge und Zusätze [zur Metamorphose]. 178-223 Der Verfasser teilt die Geschichte seiner bo Verstäubung, Verdunstung, Vertropfung Schema zu einem Aufsatze, die Pflanzenkultur ZUR ZOOLOGIE. 231-243 244 245-250 251-254 255-421 293-301 Über den Zwischenkiefer des Menschen und der Tiere. Versuch über die Gestalt der Tiere Bemühungen der vergleichenden Anatomie und Hindernisse, welche dieser Wissenschaft entgegenstehen Vorschlag zu einem osteologischen Typus. 297-301 Versuch einer allgemeinen Vergleichungslehre 302-306 Erster Entwurf einer allgemeinen Einleitung in die vergleichende Anatomie, ausgehend von der Osteologie. . . Von den Vorteilen der vergleichenden Anatomie und von den Hindernissen, die ihr entgegenstehen. . Über einen aufzustellenden Typus zu Er 307-343 307.308 leichterung der vergleichenden Anatomie 308-310 Allgemeinste Darstellung des Typus. . . 310-312 Anwendung der allgemeinen Darstellung des Typus auf das Besondere Vom osteologischen Typus insbesondere Der osteologische Typus in seiner Einteilung zusammengestellt. . Was bei Beschreibung der einzelnen Kno- Vorträge über die drei ersten Kapitel des Ent 344-348 Über einen aufzustellenden Typus zu Er- leichterung der vergleichenden Anatomie 349-353 Über die Gesetze der Organisation über- Die Skelette der Nagetiere, abgebildet und Principes de philosophie zoologique. Discutés en mars 1830 au sein de l'Académie Royale, |