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ALTDEUTSCHES

LESEBUCH

GOTHISCH ALTSÄCHSISCH ALT UND

MITTELHOCHDEUTSCH

MIT

LITERARISCHEN NACHWEISEN UND EINEM

WÖRTERBUCHE

VON

OSCAR SCHADE

ERSTER TEIL LESEBUCH

HALLE

VERLAG DER BUCHHANDLUNG DES WAISENHAUSES

1862

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Pilis

Ein Lefebuch, bequem, handlich, möglichst vollständig und vor allem

billig, um auch Unbemittelten nicht unerfchwinglich zu fein, das den Gang der deutschen Poefie währendes Mittelalters lebendig zeige, Proben der Sprache in ihren verfchiedenen Mundarten biete und die Entwickelung des Stiles lehre, war für meine Vorlefungen über die Geschichte der altdeutschen Poefie, für die Einübung der Grammatik mir ein dringendes Bedürfnis. Unter den vorhandenen hätte nur W. Wackernagels Buch in Betracht kommen können: die übrigen alle, meift zu unvollftändig oder unfelbständig, erwiefen fich für meine Zwecke als unbrauchbar. Allein auch Wackernagels Buch, deffen Vortrefflichkeit nicht mehr gerühmt zu werden braucht, das andere und weitere Abfichten verfolgt und glänzend erfüllt, entsprach meinen engeren Zwecken doch nicht ganz, felbft wenn der hohe Preis für die meisten meiner Zuhörer feine Anfchaffung nicht unmöglich gemacht hätte. Denn es bot mir des Stoffes zu viel und zu wenig zu viel namentlich für die spätere Zeit des finkenden Mittelalters, zu wenig befonders für die Übergangszeit vom 9ten bis 12ten Jahrhundert. Überhaupt brauchte ich mehr Vertretung der einzelnen Mundarten zum Behufe der Grammatik, worauf Wackernagels Augenmerk weniger gegangen zu fein scheint. Ich habe mit diefen Bogen nicht die törichte Abficht, jenes Werk zu verdrängen, fondern will meinen Zuhörern zunächst ein billiges für meine Zwecke paffendes Lehrbuch in die Hand geben, das fie vielmehr begierig und gefchickt mache, fpäter auch das wackernagelfche mit um fo größerem Nutzen zu gebrauchen. Es muß jedem frei ftehn unter dem vorhandenen Lehrapparate zu wälen was er für gut hält, aber auch zweckmäßiges hinzu zu fügen, wo es ihm zu felen scheint.

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