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DER RÖMISCHE STAAT

UND

DIE ALLGEMEINE KIRCHE

BIS AUF DIOCLETIAN.

Von

KARL JOHANNES NEUMANN,

A. 0. PROFESSOR DER GESCHICHTE AN DER UNIVERSITÄT STRASSBURG.

IN ZWEI BÄNDEN.

ERSTER BAND

LEIPZIG,

VERLAG VON VEIT & COMP.

1890.

150863
MAR 7 1911
DA
.N39

EDUARD HILLER

IN VEREHRUNG UND FREUNDSCHAFT

ZUGEEIGNET.

VORWORT.

Untersuchungen über die Christenverfolgung des Decius haben den Ausgangspunkt dieser Studien über den römischen Staat und die christliche Kirche gebildet; aber den Gedanken an monographische Behandlung einer einzelnen Verfolgung musste ich bald aufgeben. Denn hier greift Alles so ineinander, dass die Einzelbetrachtung kaum zu einer richtigen Beschreibung, geschweige denn zur Hervorhebung der charakteristischen Momente und zum Einblick in die Motive führen kann. Ich musste mit meiner Untersuchung rückwärts schreiten, um die Massregeln des Decius zu verstehen und zu würdigen. Die Macht der Kirche, welche Decius und Diocletian vergebens gesucht haben zu brechen, war in gleichem Schritte mit der Ausbildung der Kirchenorganisation gewachsen; jetzt war dieselbe in ihrer Gliederung so weit fertig, dass sie der Organisation des Staates an innerer Kraft überlegen war. Nur im Zusammenhange mit der Entwickelung der Kirchenverfassung konnte die Stellung des Staates zu der Kirche gewürdigt werden.

Der Stoff des Buches ist in zusammenhängender Lektüre der Quellen, in erster Linie der einschlägigen Werke der Kirchenväter beschafft worden.

Aber ich bin mir der Förderung wohl bewusst, die ich den Untersuchungen der letzten Jahre über die Geschichte der Kirchenverfassung zu danken habe; sie haben auf die Anlage meines Buches einen entscheidenden Einfluss ausgeübt. Dagegen habe ich mich bei der Beantwortung der Frage, wie die Kirche sich zum Staate und zur Welt gestellt hat, auf Vorarbeiten kaum stützen können.

Die Prüfung der Acta Sanctorum wurde nicht in der Hoffnung unternommen, das brauchbare Quellenmaterial für die Geschichte der Verfolgungen dadurch beträchtlich zu erweitern. Aber ich mochte nicht

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