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Geneigter Leser!

Während vorliegender vierte Band seiner Werke abgedruckt wurde, starb. Friedr. Heinr. Jacobi nach kurzer Krankheit am 10. März. Er hatte den Entwurf eines Vorberichts angefangen und schon früher für denselben Manches Einzelne niedergeschrie: ben, was Anordnung und Zusammenstellung von heiteren Augenblicken eines vorgerůdten mit körper: lichen Beschwerden heimgesuchten Alters erwartete. Ich übernehme iegt das Geschäft, statt seiner ein Vehnliches zu versuchen, wohlbekannt mit dem Inhalt seiner philosophischen Lehre, welche mich vor fünf und zwanzig Iahren zuerst durch die verwickelten Gånge andrer Systeme führte, und seitdem die Richtung meines philosophischen Nachdenkens ents

fchied; aber auch wohlbekannt mit der großen Schwica rigkeit, zerstreute und abgerißne Glieder eines Gane zen ohne Beyhülfe des Urhebers mit einiger Natürs lichkeit und Wohlgestalt zusammenzufügen. Oft über. mannten mich hiebey Behmuth und tiefe Trauer um den Hingeschiedenen; es war, als ob gebrochne Anklånge einer zweiten Welt in die sonreihe der gegenwärtigen übertragen werden sollten, und nicht ihren rechten Ort zu finden wüßten; als ob ihre wahre Vereinigung nicht zu suchen fey im bewegten irdischen Dafern, sondern in den Wohnungen des ewigen Friedens. Dennoch gab mir das unvergeßliche Andenken treuer Freundschaft und Liebe den Muth zum Versuche, und dieser schien fogar als wohlwollender Dienst über dem Grabe nothwendig gefordert. Darum bedente, lieber Leser, wenn dir Einigeb mangelhaft scheint, Anderes nicht ganz in der eigensten Art des Verblichenen, diz Schuld liege,

- obgleich er felber redend eingeführt worden nicht an ihm, sondern an der unzureichenden Hülfe feines Freundes, der gerne allen Ladel deßhalb tragen will, und sich nur bewußt ist nad) Kräften gethan zu haben, was er vermochte.

Ueber die ganz neu hinzugekommene dritte Abs theilung dieses Bandes wird eine ihr bengefügte eigne Vorrede das Nöthige erinnern.

Die noch fehlenden zwey Bånde der Berke, zu deren Herausgabe Ades vorbereitet ist, sollen ihrer Zeit folgen und die Sammlung vollståndig machen.

München, am so. Upril 1819.

Friedrich Koppen.

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