Obrazy na stronie
PDF
ePub

ist. So erscheint Locke hier auf der einen seite als mensch in der ganzen liebenswürdigkeit und verständigen klarheit seines wesens, anderseits als denker in seiner vielseitigen, überallhin fruchtbare keime ausstreuenden geistigen thätigkeit, durch die er das gesamte geistige leben des aufklärungszeitalters in England beherrscht und zugleich einen grossen einfluss auf die deutsche und französische litteratur und wissenschaft ausgeübt hat.

Das buch ist einfach und klar geschrieben. Allerdings hat der styl oft härten, und viele störende druckfehler enstellen den text. Doch thun diese kleinigkeiten dem werte des tüchtigen, interessanten werkes keinen wesentlichen eintrag.

Berlin, September 1898.

Phil. Aronstein.

O. Schädel, Edmund Burke. Leipzig, Fr. Wilh. Grunow, 1898. 103 ss. kl. 8o.

Der titel des buches täuscht uns eigentlich über den inhalt. Es ist kein werk über Burke, sondern nur eine auszugsweise übersetzung seiner »betrachtungen über die französische revolution mit anmerkungen uber die weltanschauung des grossen englischen politikers. In der einleitung wird der allgemeine standpunkt Burke's gekennzeichnet, und seine historische auffassung vom staate der rationalistisch-phantastischen Rousseaus im Contrat social gegenübergestellt. Der standpunkt des verfassers ist ein einseitig und etwas unkritisch bewundernder, und seine auffassung unterscheidet sich durchaus von der John Morleys in seiner ausgezeichneten biographie Burke's in den English Men of Letters. Die anmerkungen enthalten neben sachlichen erklärungen seitenblicke auf heutige zustände und politische fragen.

Berlin, April 1899.

Phil. Aronstein.

CHRESTOMATHIEN UND SCHULAUSGABEN

English Poems and Proverbs. Für den schulgebrauch ausgewählt und bearbeitet von J. Ph Offermann. Mit anmerkungen und wörterbuch Dresden. Gerhard Köhtmann. 1897. X + 137 ss geb Anmerkungen 8 ss und wörterbuch 47 ss. geh. Pr.: mk. 1,20.

Die sammlung ist für das zweite und die folgenden englischen unterrichtsjahre an höheren lehranstalten, vornehmlich målenenschulen im sinne der teen

lehrpläne bestimmt. Sie umfasst 84 gedichte, von denen die ersten 36 dem ersten, die folgenden dem zweiten teile eingereiht sind. Diese beiden nach zahl und schwierigkeit des inhalts ungleichen teile sollen dem unterrichte auf einige jahre genügen und dabei eine erwünschte abwechslung bieten. Auf den seiten 114 und 115 sind die namen der dichter mit ihrem geburts- und todesjahr angegeben, und s. 116-137 folgen Lives and Short Characteristics of the more Remarkable Poets, ein aus englischen quellen veranstalteter auszug, der insbesondere den lehrerinnenseminaren zu gute kommen soll. Während auf s. VII bis auf s. X die gedichte mit ihren verfassern nach der im buche befolgten reihenfolge angegeben sind, bieten s. V und VI die gedichte nach dem inhalte geordnet: a) Heimat und ausland, b) Häusliches leben, c) Religion und nächstenliebe, d) Lebensschicksale, e) Geschichte, f) Natur und jahreszeiten, g) Meer und schiffahrt, h) Handel und industrie, so dass der lehrer, wenn er die im buche beobachtete reihenfolge nicht annehmen will, leicht das für seinen zweck passende auffinden kann. Die 52 anmerkungen sind eine dankenswerte zugabe, die vielleicht eine erweiterung vertragen hätte; ebenso wird man es dankbar anerkennen, dass auf fünf seiten (s. 109 ff.) 90 sprüche (meist sprüchwörter) gesammelt sind, da man dergleichen sonst nicht findet und doch ein reichlich teil lebensweisheit darin niedergelegt ist. Das wörterbuch bedarf wohl auch hin und wieder einer ergänzung, da z. b. wild-hanging fehlt, und unter wild und hang darüber nicht der nötige aufschluss geboten wird. Die sammlung dürfte ihrem zwecke entsprechen, da der inhalt mit geschmack ausgewählt ist.

Eisenach, März 1898.

Th. Lion.

A. Kippenberg, Englische gedichte für höhere mädchenschulen. 1899. Norddeutsche verlagsanstalt O. Goedel. 92 ss. 8o.

[ocr errors]

Hannover

Der herausgeber, der das büchlein zunächst für eine Bremer anstalt geschrieben hat, an der das Englische früher als an andern anstalten beginnt, teilt es in zwei teile, von denen der erste, der 25 nummern bringt, für eine unterste stufe, der zweite, der in 55 nummern von leichterem zu schwererem fortschreitet, für immer höher steigende stufen bestimmt ist. Der herausgeber erklärt im vorwort, dass es ihm weniger darum zu thun war, möglichst viele verfasser zu worte kommen zu lassen, als dass er gedichte bringen wollte, die dem inhalt nach leicht verständlich sind und sprachlich nicht zu grosse schwierigkeiten bereiten. Besonders bevorzugt sind 8 dichter: F. E. Weatherley mit 4. A. Tennyson mit 6, Felicia Hemans mit 4, Th. Moore mit 6, H. W. Longfellow mit 6, W. Scott mit 4, R. Burns mit 6 und Lord Byron mit 6 gedichten. Nr. 1 des ersten teiles besteht aus 16 Nursery Rhymes", die allerdings zum teil so kindlich sind, dass sie nur für ganz kleine mädchen oder für philologen interesse haben können. Der elfte Nursery Rhyme „There was an old woman who lived in a shoe etc." scheint mir inhaltlich zu undeutlich und fernliegend zu sein. Die übrigen dichtungen des ersten teiles sollen nach dem vorwort sämtlich englische kinderdichtungen sein, und einige derselben, wie z. b. 4:

What became of them", 10: „I'll try“, 15: „Too clever“, 18: „Home for the Holidays" (von Eliza Cook) sind in der that als solche äusserst niedlich; nament

lich das letztere, in dem die ungeduld der in die ferien heimreisenden schulkinder sehr hübsch zum ausdruck kommt, wird seine wirkung bei den kleinen und auch bei den grösseren sicher nicht verfehlen. Andere gedichte wie 6, 9 etc. schlagen einen lehrhaften ton an, ohne langweilig zu werden. Mary Howitt's The Coming of Spring (nr. 16) mit den althergebrachten frühlingsschilderungen, in denen auch die üblichen frühlingslämmer nicht fehlen, wird zu lang und nicht von genügendem interesse sein. Einige gedichte der ersten abteilung, wie die beiden schönen Weatherley'schen „The song of the wood“ (17) und „A Winter's tale" (22) werden wohl erst auf einer höheren stufe den nötigen wiederklang finden. Ebenso scheint mir nr. 20 (Dolly and Dicke“ von E. Coxhead) für diese stufe inhaltlich recht schwer verständlich und daher wenig geeignet zu sein.

Der zweite teil bringt ebenfalls eine menge sehr schöner und brauchbarer gedichte für die verschiedensten altersstufen. Natürlich war es nicht immer möglich, wenn man die einzelnen dichter nicht zu sehr zerreissen wollte, überall vom leichteren zum schwereren fortzuschreiten, wie es sich das buch im allgemeinen zum grundsatz gemacht hat. So werden die schönen Tennyson'schen gedichte: The Brook (36) und „The New Year" (37)1) erst auf der obersten stufe gewürdigt werden können. Nr. 44: The Mountain and the Squirrel", von Ralph Waldo Emerson, hätte seinen platz wohl besser ganz im anfang von II. oder noch im ersten teile gefunden. Dass die lyrischen gedichte bei weitem überwiegen, scheint mir in einer gedichtsammlung für mädchenschulen durchaus das richtige. Von perlen der englischen dichtung, die ihre bildende wirkung auf das gemût der mädchen nicht verfehlen werden, will ich. ausser den zwei genannten, etwa nur aufmerksam machen auf Felicia Hemans' „The Graves of a Household (41), die bekannten Burns'schen My Heart's in the Highlands" (65), The Author's Farewell to his Native Country (66), John Anderson, my Jo* (70), die tiefsinnigen, zum teil allerdings etwas schwermütigen gedichte Th. Moore's, wie The last Rose of Summer (45). „The Minstrel-Boy" (46). Those Evening Bells (48), anderseits auf die selbst beim anschlagen der ernstesten tone (wie 53) stets frischen und hoffnungsfreudigen lieder Longfellow's, wie „Daybreak“ (51). The Children's Hour (52), The Rainy Day (53), sowie den lehrreichen „Psalm of Life“ (54), endlich die herrlichen, gedankenreichen und wegen ihres pathetischen characters zur ausbildung der declamation geeigneten, bekannten lyrischen stellen aus Byron's Childe Harold's Pilgrimage": .Childe Harold's Adieu to England (71), wo übrigens, wie leider üblich, die 8. strophe mit dem paramour fehlt, während sich anderseits der herausgeber nicht fürchtet, zwei recht verliebte gedichte von Burns (67 und 68) abzudrucken; ferner: The Crag of Drachenfels (72), „Lake Leman (73) und „The Ocean (74). Dass bei der ersten dieser stellen die das eigentliche hied einleitenden 18 verse mit abgedruckt sind, wird zur erhöhung der zu dem liede nötigen stimmung vorteilhaft beitragen. Wenig geeignet scheinen mir die folgenden gedichte: Th. Moore's All that's bright must fade (49) ist, wenn es auch von erwachsenen tief empfunden wird, für kinder viel zu trübe; man lese die verse: .Better far to be In utter darkness lying. Than to be bless'd with light, and see That light for ever flying"; das ist doch keine stimmung für jugendliche gemüter!

[ocr errors]

1) Warum hier die 4. und die gerade sehr schöne 5. strophe fortgelassen werden, ist nicht recht ersichtlich.

Nr. 57: London River" (von F. E. Weatherley) und nr. 59: The Burial of Sir John Moore" (von Charles Wolf), das letztere namentlich seines fernliegenden inhaltes wegen, gehen wohl über die schule hinaus. Allzu stark dialektische dichtungen wie Burns' For the sake of somebody“ (68) und „Auld Lang Syne* (69) bereiten sprachlich zu viel schwierigkeiten, um inhaltlich interessant zu bleiben. Endlich hätte wohl auch Milton's sonett On his blindness" (77), das einerseits an und für sich sehr schwer ist, anderseits als einzige probe Milton'scher dichtung doch kaum eine vorstellung von des dichters kunst geben kann, besser fortbleiben können. Walter Scott's Lullaby of an infant chief“ (63) erinnert in sprache und form so stark an Scott's nachdichtung The Erlking", dass man dieses gedicht des interessanten vergleiches halber wohl hätte auch aufnehmen können, wenn auch sonst der herausgeber, und zwar mit fug und recht, es ausdrücklich vermeidet, übersetzungen deutscher gedichte zu bringen. Dass wir überhaupt in dem buche einige bekanntere gedichte nicht finden, dafür rechtfertigt sich der herausgeber in dem vorwort selbst, indem er darauf hinweist, dass man den bekannteren fehlenden gedichten ja wohl in englischen lesebüchern begegnen wird. Zu einer anzahl von sangbaren liedern, wie volksliedern (32, 60), weihnachtsliedern (21. 23. 33) etc. erbietet sich der herausgeber, die melodien, eventuell in einer neuen auflage des buches, bereit zu stellen. Die sachlichen und sprachlichen anmerkungen beschränken sich auf das allernotwendigste. Dem buche angehängt sind „Choice Quotations from Shakespeare“ (im ganzen 6) sowie Marc Anton's leichenrede und endlich „Short lives of the Leading Authors“, die, schlicht und sachlich, ihren zweck erfüllen werden

[ocr errors]

Von druckfehlern ist mir aufgefallen: s. 42 überschrift: 0 statt 40; s. 51 nr. 49 z. 3 ist das comma nach „made" zu streichen; s. 76 anm. z. 1: hi statt his. Jedenfalls wird das buch nicht verfehlen, die lust und liebe der mädchen für die englische poesie zu fördern und wird, da es auch viele, noch nicht in die meisten sammlungen aufgenommene schöne dichtungen bringt, seinen platz neben den andern sammlungen zu behaupten wissen.

Steglitz, Febr. 1899.

F. Strohmeyer.

FREYTAG'S SAMMLUNG FRANZÖSISCHER UND ENGLISCHER SCHRIFTSTELLER. 2. ABTEILUNG.

Stories from English History by various Authors. Für den schulgebrauch herausgegeben von J. Bube. Leipzig. G. Freytag 1897.

Eine mit geschick zusammengestellte auswahl kurzer historischer skizzen, deren hauptverdienst darin besteht, dass sie die historischen dinge den schülern menschlich nahe bringt. Ueberall wird der trockne pragmatismus durch individuelle züge belebt und das interesse in fortwährender spannung erhalten. Auch die eingestreuten illustrationen tragen zur veranschaulichung bei.

Das werkchen kann für die anfangslectüre warm empfohlen werden; um so mehr als es auch sehr geeigneten stoff zu sprechübungen bietet. Zahlreiche, sorgfältig ausgearbeitete anmerkungen fördern besonders das sachliche verständnis. Dagegen vermisst man ungern genauere quellenangaben, wie es überhaupt immer mehr sitte zu werden scheint, bei schulausgaben alle philologischen nach

weise als überflüssig bei seite zu lassen; uns will dies eher eine unsitte bedünken; für den lehrer jedenfalls sind solche nachweise häufig geradezu unentbehrlich. Hier dürfen wir von den schulausgaben altklassischer schriftwerke lernen.

Einige einzelne bemerkungen und nachträge.

2

S. 4, z. 7 hätte darauf hingewiesen werden dürfen, dass to make headway ursprünglich ein seemannsausdruck ist. S. 4, z. 30 to suddenly sweep down, wenig elegant, vgl. Storm Engl. philologie 762. S. 7, 14 to make one's self at home sich häuslich einrichten, niederlassen, fehlt im wörterverz. S. 9, 5 to gospel ist sonst nicht bekannt, augenscheinlich eine buchstäbliche wiedergabe des ags. godspellian evangelizare vgl. die adjectivische anwendung bei Shak. Macbeth

III 1, 88/89:

Are you so gospell'd

To pray for this good man and for his issue.

"firm in Christian faith, acting up to the precepts of the gospel" A. Schmidt. S. 11, z. 29 "bishop's son" im wörterverz. mit: patenkind, täufling erklärt. Die wörterbücher kennen diesen ausdruck nicht, der ebenfalls nach dem Ags. durchgepaust zu sein scheint. Ebenso hat, in der folgenden zeile, hallow nicht die ihm zugeschriebene bedeutung „salben“; auch hier ist vielleicht nur eine buchstäbliche wiedergabe von ags. hälgian beabsichtigt. S. 12, z. 17 f, aber Pauli tritt für die echtheit dieser unter andern von bischof Asser in seinen Alfredi regis res gestae erzählten anecdote ein, vgl. Life of Alfred the Great, translated from the German of Dr. R. Pauli by B. Thorpe. London 1889 s. 57 f., vgl. auch Lappenberg I 30. S. 13, z. 11 came should come. S. 14, z. 12 one more blow fast = einen letzten schlag. So sagt bei Macaulay Virginius zu seiner tochter, bevor er sie ersticht:

=

Then clasp me round the neck once more, and give me one more kiss;
And now, mine own dear little girl, there is no way but this"

Lays of Ancient Rome. London 1877 s. 129. S. 16, z. 19 to swerve „zurück-
weichen", besser: weichen, wanken. S. 29, 7. 21 chance encounter; das adj.
chance fehlt im wörter verz. S. 35, z 15, das verb to ransom fehlt im wörter-
verz.; hier in ungewöhnlicher bedeutung. to set free against payment of a ransom,
to allow to be [to have themselves] ransomed. S. 36, z. 23 dame, früher anrede
an die königin, wie heut gracious lady. S. 42, z. 20, Hs. A. II, 4, 27 f. and
stands upon the honour of his birth besser ihm liegt an, er ist stolz auf. to
make much of, attach a high value to A. Schmidt, auch das folgende zu frei
übersetzt. S. 44, 7. 30 revlution hier
umwälzung, nicht revolution.
S. 54.
z. 29 hätte angegeben werden dürfen, dass that hier id quod ist, also
das erste that keine konjunction. S. 67, z. 30 zu frei übersetzt. S. 67, z. 12
"So perish all the Queen's enemies". Biblische Reminiscenz, vgl. Judges 5, 31.
"So let all thine enemies perish, o Lord“. S, 70, 19 f. zu der stelle aus Macau-
lay's Armada hätte vielleicht auf die berühmte schilderung der feuersignale bei
Aeschylos Agamemnon v. 294 ff hingewiesen werden dürfen, die m. e. Macaulay
vorschwebte. S. 80, z. 18 sweetheart in dieser anwendung anrede an ein
veraltet und ungewöhnlich. S. 82, z. 21 to drive to flight, augenschein-
lich ein germanismus, der sich bei Murray: flight sb.2 2 nicht verzeichnet findet.
S. 84, z. 9 mistress = geliebte; in dieser bedeutung nicht im wörterverzeichnis.
S. 88 z. 28 ff. der characteristische titel des Macaulay'schen gedichtes hätte ganz

kind

=

=

=

« PoprzedniaDalej »