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in terra, nach der Spur eines Codex: hinc sudor udorei quamvis. Es ist mir daher wahrscheinlicher, dass statt des nicht eben der Analogie widerstreitenden Wortes udor vielmehr humor (wie rumor von ruere gebildet) als Ab-, stractum von udus im Gebrauche war und die Adjectiva udus und humidus vermittelte.

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7. Nämlich udum und uvidum ist eigentlich das Nasse, was ganz aus Wasser oder andern flüssigen Theilen besteht, wirklich oder scheinbar, oder nur nach einer hyperbolischen Ausdrucksweise; humore constans; dagegen humidum das Feuchte, was von Wassertheilen nur durchdrungen ist, humore mixtum. Sen. N. Q. II, 25. Dicis nubes attritas edere ignem, cum sint humidae, imo udae. *) Beide Wörter verhalten sich demnach wie luteus und lutosus, und udus ist synonym mit dem von Tertullian ziemlich analog gebildeten aquanus, so dass es seinen negativen Gegensatz in sudus, seinen positiven in solidus hat. Ovid. Met. XV, 262.

Vidi ego, quod fuerat quondam solidissima tellus,
Esse fretum.

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Humidus dagegen, opp. aridus, ist synonym mit aquosus, nur dass man bei aquosus das Trockene und Nasse noch gesondert nebeneinander, bei humidus gemischt und verbunden denkt; demnach unter pratum aquosum eine Wiese mit Bächen oder Teichen, dagegen unter pratum humidum eine wässerige Wiese zu denken ist.

*) Anders Servius ad Virg. G. II, 184. Uliginosus ager semper est humidus; uvidus dicitur, qui aliquando siccatur. Papias: Udum fit extra, humidum vero ex se dat hu

morem.

8. Zwischen uvidus und der Contraction udus kann ich den Unterschied nicht anerkennen, welchen Ernesti n. 1252 darin findet:,,udus, angefeuchtet, nass gemacht, ,,uvidus wird von einer abtropfelnden Feuchtigkeit gesagt." Uebrigens sind beide Formen der Prosa des goldenen Zeitalters überhaupt ziemlich fremd geworden. Daher Cic. Tusc. I, 17, 40. Ut. terrena et humida.

suo pondere in terram et in mare ferantur.*)

9. Was humidus als Adjectivum, das ist humectus áls Participium, entweder von humeo, etwa wie fluctus von fluo; oder eine Nebenform von humigatus, wie sublestus von sublevatus. Daher Popma p. 389 mit Recht: ,,Humidum est quod humorem habet, humectum quod humorem inducit. Pacuvius [ap. Varr. L. L. p. 41. Sp.] Terra exhalabat auroram humidam, humectam."

10. Wiederum aber ist humidus, feucht, was sich auf die innere Beschaffenheit eines Körpers bezieht, wesentlich verschieden von madidus, triefend, wobei blos das Aeussere, die Oberfläche des Körpers ins Auge gefasst und siccus als Gegensatz gedacht wird. Cic. Phil. XIV, 3. Imbuti sanguine gladii legionum exercituumque nostrorum, vel madefacti potius duobus consulum; denn imbuere als Causativum von imbibere (Vgl. Th. I. S. 200) bezieht sich auf eine humectatio, Befeuchtung des Innern, madefieri aber auf eine redundatio, deren Grund eben so

*) Umgekehrt ist es mit dem deutschen nass, welches eigentlich, wie der Kaufmannsausdruck,,nasse Waaren" bezeugt, eine blose Flüssigkeit bezeichnet, gewöhnlich aber nur als eine Steigerung von feucht gebraucht wird.

gut darin liegen kann, dass das Innere mit Feuchtigkeit überfüllt ist, als darin, dass die Feuchtigkeit gar nicht in das Innere eingedrungen ist. Schon Acron lehrt: Madidus, extrinsecus, uvidus intrinsecus; aber Popma p. 389 stellt alles auf den Kopf.

11. Im Griechischen ist wenigstens etymologisch vypós unstreitig mit humidus, ὑγρότης, χυλός, χυμός mit humor, und μυδαλέος (von μυδάω oder μαδάω) mit madidus zusammenzustellen. Ein dem udus entsprechendes Adjectiv ist in vades und valós zu suchen. Denn durch einen offenbaren Missgriff, welchen schon Cic. N. D. II, 43 anerkennt und Gell. XIII, 9 umsonst läugnet, haben die alten Römer die Hyaden durch Suculae übersetzt, anstatt durch udae, wie Rutilius Itin. I, 633 (T. V. p. 188 ed. Wernsd.) gewissermassen thut:

Iam matutinis Hyades occasibus udae.

Aber so wenig vás, seiner unvollständigen Formation wegen, dem udus gleich steht, eben so wenig valòs, valós, seiner ganz veränderten Bedeutung wegen. Vielleicht hatte διερὸς (von. διαίνω, δεύω) diess zum Grundbegriffe; ge wöhnlich aber vertrat vyoós etc. das Bedürfniss eines solchen Adjectivs, wie bei Cicero humidus. Daher schon bei Homer κατὰ τραφερήν τε καὶ ὑγρήν, zu Land und zu Wasser, Doch darf man in dieser Phrasis nicht einen eigentlichen Gegensatz, sondern nur eine Vermengung eines doppelten Gegensatzes, von κατὰ τραφερήν τε καὶ ἀτρύγετον und von κατὰ στερράν τε καὶ ὑγρήν sehen.

12. Noch ist ein poetisches Synonymum von aqua zu behandeln, nämlich lympha. Varro leitete das Wort ab aquae lapsu lubrico her, aber er ist längst überstimmt

durch Festus: Lymphae dictae sunt a nymphis. Vulgo autem memoriae proditum est, quicunque speciem quandam

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fonte, id est, effigiem nymphae viderint, furendi non fecisse finem, quos Graeci vuoltovs vocant; Latini lymphatos appellant. Diese letzte Vergleichung von lymphatus und vνμgóληnτos veranlasste, wie es scheint, den Varro selbst später, auf seine Etymologie von lubricus zu verzichten. VII. p. 364. Sp. Lymphata dicta a lympha. Lympha a nympha. In Graecia commota mente quos huugohýпτoνç (sic) appellant, ab ea lymphatos dixerunt nostri. Den Uebergang des griechischen in ein lateinisches 7, welcher nach dem Charakter dieser Buchstaben ohnehin natürlich ist, will Kanne (Verw. p. 172) ohne dieses Beispiel anzuführen, unter andern auch in oxúviov, cilium nachweisen.

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13. Aber auf der andern Seite erscheinen auch Schwierigkeiten erstens die Existenz von nympha neben lympha; zweitens die grosse Verschiedenheit der Bedeutung; vúμon bezeichnet immer eine Person, lympha niemals; denn bei Varro R. R, I, 1, 6. Nec non etiam precor Lympham ac bonum Eventum, quoniam sine aqua omnisarida ac misera agricultura, beweist die Verbindung, in welcher dieses Wesen angerufen wird, dass die Lympha ein Geschöpf des Schriftstellers, nicht des Nationalglaubens war. Ferner bedeutet lympha nirgend etwas anderes als das Wasser; mit dem Wasser aber haben die Nymphen an sich nichts zu schaffen, denn es giebt ja mehr Baum-, Wald- und Bergnymphen als Wassernymphen.

14. Darauf gründet sich meine Ueberzeugung, dass lympha mit nympha so wenig Stamm als Bedeutung ge

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mein hat. Nuupn ist mit nubere von gleichem Stamme und noch im N. T. synonym mit vvós, nurus, gewöhnlich aber soviel als παρθένος, κόρη: lympha degegen ist ein altlateinisches Wort, wovon sich das Abstractum lymphor (wie humor von unda) aus Lucilius ap. Non. erhalten hat. Es ist mit seinem Adjectiv limpidus, vielleicht auch mit libare und lippus, wahrscheinlich auf Zeißo zurückzuführen.

15. In den Stellen, wo nympha statt lympha stehen soll, finden entweder Varianten oder Missverständnisse

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Statt. Virg. Aen. I, 701. Dant famuli manibus lymphas. Hor. Carm. III, 3, 15. Unde loquaces Lymphae desiliunt tuae. Epod. 16, 48. Levis crepante lympha desilit pede. Ovid. Heroid. V, 31. Xanthe, retro pro

pera, versaeque recurrite lymphae. Prop. III, 14, 4. Et cadit in patulos nympha Aniena lacus. Sil. It. XI, 420. Mollitae flammis lymphae languentia somno Membra fovent.

Martial. VI, 43.

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Dum tibi felices indulgent Castrice Bajae,
Canaque sulfureis nympha naiatur aquis.

und VI, 47.

Nympha mei Stellae, quae fonte domestica puro
Laberis et domini gemmea tecta subis.'

In den zwei letzten Stellen erkennt Bentley zu Hor. C. III, 13, 15 die Bedeutung von aqua an; aber warum? Da hier vom Wasser die Rede ist, kann natürlich die nympha ohne weiteres die Wassernymphe bedeuten, und in der ersten Stelle des Martial ist es unmöglich, dass nympha für aqua stehe, theils wegen des folgenden aquis, theils wegen des Epitheton cana d. h. grandaeva.

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