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gen Gott.

Der gläubige Christ bringt den Sonntag ans

Dachtig hin.
Aufmunterung.

P. 84, 1. 2. 3.
Wie lieblich sind deine Wohnungen, bere

Zebaoth! Meine Seele verlanger und sebnet sich nach den Vorhofen des Serrn, mein

Leib und Seele freuet sich in dem lebendi: Unter andern herrlichen Wohlthaten, welche

Gott dem Menschen erwiesen, ist auch diese, daß er ihm einen Ruhetag in der Woche bes stimmet, darinnen er von aller Arbeit, Last und Bemühungen sou befreyet seyn, ja er hat auf dies sen Tag auch einen sonderbaren Segen gelegt, welches Segens die werden theilhaftig werden, die ihn andåchtig hinbringen. Sit es nun eine Wohlthat, ro roll ein wahrer Christ sich húten 1) daß er den Tag nicht mit Faulheit und Mürs siggang zurücklege; denn so feyern Pferde und Ochsen und aridere Lastthiere den Sonntag. 2) Er fou sich húten, daß er den Tag nicht ans wende zum Fressen, Saufen und Ueppigkeiten; denn was alle Tage Sünde ist, das ist des Sonntags doppelt Sünde. 3) Sol er sich húten, daß er nicht den Sonntag mit Arbeit entheilige, mit ir: dischen Geschäften, als Spazieren fahren, Schule den eintreiben, Rechnungen durchgehen, Arbeits. leute bestellen; denn alle dergleichen Bemühungen zerstreuen das Gemüth. Hiezú ist zu rechnen, wenn man des Sonntags gerne Gastereyen anstels let, zu Gaste gebet, oder spielet, tanzet, lustige

Gesellschaft

Gesellschaft suchet; diefes alle verhindert die Seele an ihrer Erbauung, an der Ruhe in Gott, an dem Wachsthum im Christenthum und ist ganz wi: der den Endzweck des Sabbaths, und die solches thun, sind noch keine rechte Kinder Gottes, rondern Maul-Christen, welchen, wie sie sagen, kein Tag so lang wird, als der Sonntag. Ein wahrer Christ weiß den Tag beffer anzuwenden, zur Ehre Gottes und seiner Seelen Bejten. 1) Zur Ehre Gottes mit Beten, Loben, Singery Bes trachtung der Güte und Wohltlat Gottes, die er die Woche und die Zeit feines Lebens empfangen. 2) Zu seiner Seelen Besten, daß er den Tag widine zum Gelör göttlichen Worts, damit ex in der Erkenntniß Gottes und seinem Christens thum zunehmen moge. 3) Dieses alles aber fo! cr thun, nicht etwa eine oder halbe Stunde, rons dern den ganzen Tag: denn das dritte Gebot redet von dem ganzen und nicht von dem halben Tag. Ach gewiß, an der and ächtigen Feuerung des Sonntags liegt viel, daran hångt ein grosser Ses gen. Wer weiß, warum viele Menschen der Fluch und unfegen drücfct. Die Alten haben gesagt: Wie man höret Gottes Wort, so gehet auch die Nahrung fort. 4) Hat man Gottes Wort ges hört, so behalte man cg in einem feinen guten Herzen, man lebe darnad), und bringe die Lebensregeln fo bald in die Uebung, und fammle sich Dabei einen Vorratis

Trostlehren und Machts sprüchen, deren man sich in Noth und Tod bedies men fónne.

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Gebet. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat,

lasset uns freuen und frölich darinnen seyn. Heut ist des Herren Tag, und der mir von Gott geschenkte Ruhetag: deßhalben will ich ihn zu Gottes Ehren, mit Danken und Beten hinbringen. Ich danke dir, o Gott! für seine vielfältige Gas ben, die du an diesen Tage mir ertheilet. Auf einen Sonntag ist Jesus mein Heiland aus dem Grabe auferstanden, und der heilige Geist über die Apostel ausgegoffen, darum erinnere ich mich an diesem Tage billig meiner Erldsung, die durch Jesum Christum geschehen ist, und der Mittheis lung des heiligen Geistes, welcher in der heiligen Taufe reichlich über mich ist ausgegossen worden. Ich danke dir für dein heiliges reines Wort, so du an diesem Tage låfjest predigen zum Unterricht und Erbauung ineiner Secten. Ich danke dir für alle teibliche und geistliche Wohlthaten, die ich Zeit meines Lebens von deiner Vaterhand empfangen habe, daß du mich von Jugend auf geleitet, geführet, erhalten und sehr viel gutes an Leib und Seele gethan hast. D, wer kann doch deine Wohlthas ten alle nennen, die da unzählig sind! Nicht allein aber soll dieser Tag mein Danktag, sondern auch mein Bettag feyn. Ich bitte did), mein Gott und Vater ! laß mich diesen Tag in deiner Furcht hinbringen. Behüte mnich vor Verfülrungen, eitelen Gedanken, bösen Gesellschaften. Ach! daß alle meine Adern Zungen, und meine Bluts: tropfen Stimmen. wåren, Did), dreyeiniger Gott, Vater, Soln und heiliger Geist zu loben und zu preisen. Ach! daß keine Stunde vergieng,

daran

daran ich nicht dein Lob ausbreitete! Versiegle in meinem Herzen das gehörte Wort, daß ich daran ficißig gedenke, darnach mein Leben und Wandel einrichte, und da ich nun eine Woche åtter wors den bin, ro gieb, daß ich in deiner Erkenntniß, Liebe und Frömmigkeit zunehinen, und an dem inwendigen Menschen wachsen moge. Ich bitte dich, gieb mir deinen heiligen Geist, der mich die künftige Woche, und die ganze Zeit meines Les bens daran erinnere, mnich regiere, leite und führe. Gieb deinen Segen zu meiner Arbeit und Verrichtungen, und laß mich in Deiner Gnade meine übrigen Tage und Jahre ferner erleben, bis ich endlich werde dahin gelangen, da ich mit Dans ken und Beten dir einen ewigen Sabbath in dem Himmel feyern werde. Heut ist des Herren Rus betag, vergesset aller Sorg und Plag, verhins dert euch mit Arbeit nicht, kommt vor des Höchsten Angesicht. Halleluja.

Sonntags-Gesang. Mel. Allein Gott in der Höh sen Ehr. er Sonntag ist des Herren Tag, den läßt uns

Gott erleben, damit ein jeder ruhen mag dazu ist er gegeben: ach bringet doch denselben hin, daß Secle, Herg; Gemüth und Sinn, gen Him met sich erheben.

2. Den Tag hat Gott zur Ruh und Riast, und feinem Dienit geweihet, und ihn von aller Arbeitse last aus grosser Gnad befreiet: hie soll von allem feinem Thun, der Herr und das Gesinde ruhn, und sid, in Gott erbauen.

3. Verflucht ist der ein Werk vornimmt, das Gott nicht selbst erlaubet, und diese Zeit, die Gott bestimmt, mit Arbeit ibme raubet.

Wer Wot lust, Wucher, Súnden sucht, der ist und bleibt von Gott verflucht, und wird ohn Segen bleiben.

4. Dieß aber soll man eifrig thun, man soul den Tag binbringen, weil unsre Seel in Gott roul ruhn, mit

Lesen, Beten, Singen, man höre fleißig Gottes Wort, an dem von ihm bestimmten Ort, und diene Gott von Herzen.

5. Am meisten denk an Gottes Macht, wenn dein Aug uin dich schauet, wie er die Schöpfung hat vollbracht, da er die Welt gebauet, mit Wolken sie schön eingehüllt, mit reichen Gaben angefüllt, zum Nuß und Freud der Menschen.

6. Betrachte wie auch Jesus Christ, an diesem Tag erftanden und aus dem Grab gegangen ist, nachdem die Todesbanden, darinnen waren abges legt: Wohl dein, der gläubig das erivågt, und Jesum dafür preiset. in

7. Der heilig Geist ist sichtbarlich am Sonntag ausgegossen, o Reichthum! welcher gnädig: lich auf uns auch kommt gefloffen. Denn die fes Geistes Kraft und Lidyt, versaget uns den Hódyste nicht, zumn Glauben uns zu bringen.

8. An dicfein Tage sollt auch du dich deine Tauf erfreuen, und in der Itillen Seclenruh de Bund mit Gott crncuen, und denk daran di ganze Woch, ja auch ro lang du lebest noch, erfre dich deiner Taufe.

9. Hieber crwåge allezeit was Gott dir ho gegeben, wie er nach seiner Gütigkeit crhalt ar noch dein Leben, wie er dich schůget und ernähr

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