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Kreon

οἱ τηλικοίδε καὶ διδαξόμεσθα δὴ φρονεῖν ὑπ ̓ ἀνδρὸς τηλικοῦδε τὴν φύσιν; Haemon μηδὲν τὸ μὴ δίκαιον· εἰ δ ̓ ἐγὼ νέος,

οὐ τὸν χρόνον χρὴ μᾶλλον ἢ τάργα σκοπεῖν. Sophokles.

Vor zwei Jahren erliess eine Reihe der angesehensten Philologen folgenden Aufruf:

,,Zu Ostern 1864 werden es fünfundzwanzig Jahre, dass „Friedrich Ritschl seinen Lehrstuhl in Bonn betrat. ,,Schaaren begeisterter Zuhörer, die sich von Generation zu ,,Generation gemehrt haben und noch mehren, bekennen sich ,,freudig zu seiner nachhaltig heilsamen Schule' und unter ,,ihnen bedarf es wortreicher Verständigung nicht über das, ,,was sie derselben für ihr wissenschaftliches und amtliches „Leben zu danken haben.

,,Schon vor neun Jahren bei dem 25jährigen Doctorjubi„läum Ritschls hat dieses Dankgefühl seinen Ausdruck gefun,,den. Um Wiederholung einer solchen Huldigung, die über,,dies in erster Linie dem bedeutenden Gelehrten galt, kann ,,es sich bei dem bevorstehenden festlichen Anlass nicht ,,handeln.

„Dagegen, glauben wir, würde der Bedeutung des Tages „und dem Sinne unseres theuren Lehrers am besten ent,,sprochen durch Zusammenstellung eines philologischen Fest„buches, welches in würdiger, obschon anspruchsloser Weise ,,wissenschaftliche Gaben solcher, die ehemals dem Ritschl,,schen Seminar in Bonn angehört und seitdem durch ,,selbständige Arbeiten sich an irgend einem Gebiet ,,der Alterthumsforschung betheiligt haben, zu einem ,,möglichst vollständigen und ausdrucksvollen Ge

,,sammtbilde der Bonner Philologenschule zu ver,,einigen hätte. Gelingt eine solche Sammlung von Probe,,stücken, die verschiedenartig nach Wahl des Stoffs und ,,individueller Behandlungsweise gleichsam auf den gemeinsamen ,Grundton derselben Methode gestimmt sind, so wird für den ,,Werth dieser letztern damit ein Zeugniss abgelegt, das dem „Meister tiefere Befriedigung gewähren muss, als andere glän,,zendere Zeichen der Erkenntlichkeit."

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*)

Man sah an dem Kreise der Theilnehmer, wie viele und bedeutende Philologen an Universität und Schule sich wohl bewusst waren, dass Ritschl der höchste Segen zu Theil geworden, der einem akademischen Lehrer zu Theil werden kann, dass er das Haupt einer Schule sei, die es vermöge ,,ein ausdrucksvolles Gesammtbild" ihres Wesens und Strebens darzulegen. Unerklärlich ist es, dass, nachdem Männer, wie J. Bernays, Brunn, Bücheler, Herbst, Keil, A. Kiessling, Reifferscheid, Ribbeck, Schleicher, L. Schmidt, Usener, Vahlen mit Zustimmung vieler ebenso bewährter Philologen diese Ansicht ausgesprochen, auch ein Philologe**) es für sich allein unternommen hat, da es praktisch nicht angehen will, theoretisch das Gegentheil zu beweisen, dass es nämlich im eigentlichen Sinne des Wortes eine Bonner Philologenschule gar nicht gebe. Ein vernünftiger Mann, der sich mit einer Ansicht bewährten Meistern gegenüber sieht, bescheidet sich so lange mit seiner Unkenntniss der Sache, bis er schlagende Beweismittel für sich zu finden vermochte. Das war freilich einem,,rheinischen Schulmanne" nicht eingefallen, und es lohnt sich desshalb nicht, seinem Gedankengang in all seinen

*) Abgedruckt in den Jahrb. f. class. Phil. 1864. p. 801.,

**) oder vielmehr ein,,rheinischer Schulmann“ über,,das philologische Studium in Bonn". Köln, J. G. Schmitz 1865. 27 S. 8. Da der Verfasser seinen Verleger in Stand setzte, sein Machwerk im Literarischen Centralblatt Nr. 28 vom 8. Juli d. J. als,,die Bonner Philologenschule" anzukündigen, so ist ihm über die Nichtexistenz einer solchen wohl erst inter scribendum ein Licht aufgegangen.

Krümmungen zu folgen, wenn wir versuchen, das Wesen der Bonner, oder was dasselbe ist, der Ritschlschen Schule darzustellen. Dabei haben wir es für zweckmässiger gehalten, von den zu bekannten wissenschaftlichen Erfolgen dieser Schule in einer besonderen Zusammenstellung zu handeln (Anlage I); hier wollten wir darthun, welche Anforderungen überhaupt an das philologische Studium zu stellen sind und in wie weit sie Ritschl erfüllt. Zu diesem Zwecke war es nothwendig, den Studiengang zu beschreiben, welchen ein Student vom ersten Semester ab durchgehen soll, um dann zu zeigen, in wie fern Ritschl die Bonner Studenten zu diesem Studiengang anleitet. Nothwendig war es auch, die Ansicht zurückzuweisen, die der ,,rheinische Schulmann" über Jahns Thätigkeit neben Ritschl ausgesprochen hat.

Schule entsteht überhaupt, wenn der Lehrer die ihm anvertraute Jugend so anregt, dass der Erfolg ihrer Studien zu seiner Lehre sich verhält, wie Wirkung zur Ursache. Pflanzt sich ein solcher Einfluss des Lehrers von ,,Generation zu Generation" fort, treten die Leistungen der Schüler im Verein mit den seinigen als organischer Bau auf, das heisst, fügt sich das Arbeiten und Schaffen beider so ineinander, dass es in seiner Gesammtheit das Ganze oder einen Theil einer Wissenschaft zu vertreten vermag, so kann man mit Recht sagen, es habe sich eine wissenschaftliche Schule gebildet. Gleichgiltig ist es, ob der Lehrer einen ihm allein eigenen Weg wandelt, oder ob sein Weg von vielen gekannt ist. So ist Richard Bentley nicht das Glück zu Theil geworden, einen zahlreichen Schülerkreis die neue Bahn zu führen, auf die er das ganze moderne Studium der Philologie gelenkt hat: andere haben seine Lehren in ihrem Schülerkreise zur Geltung gebracht und sich als Schulhäupter wohlverdienten Ruhm erworben. Gleichgiltig ist es ferner, ob in einer Schule dieser oder jener Zweig der Wissenschaft besonders cultivirt wird: wohl der Schule, die es unternimint, das Ganze ihrer Wissenschaft zu umfassen. Freilich ist es

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