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des hl. Petrus sinft“ 1) u. 1. F.; wenn es unläugbar ist, daß die faiholische Kirche und der hl. Stuhl auf das öffentliche und sociale Leben tiefgehenden und organisirenden Einfluß wieder gewonnen haben, so sieht jeder treue Sohn der Kirche ein, daß für diese Großthat der Vorsehung kein Dank innig genug ist. Aber die belebende Seele dicjes Wiedererwachens und der innerste Grund für alles, was daraus folgte, ist, daß starfer und fühner, thatfräftiger und opferbereiter Glaube an Christus aus dem dunklen Grab der Aufklärung sich wieder erhoben hat.

Denn das war es, was die Aufklärung, die von Ferney und Paris ausging, vornehmlich wollte: den Glauben an Christus begraben und das Grab amtlich versiegeln. Dem Rückblick auf die Wiedergeburt fatholischen Lebens muß darum die Aufflärung zum historischen Hintergrund gegeben werden. Der Eintritt der Wiedergeburt stellt sich dann dar als Auferstehung.

Robert N ost iß S J. (Zweiter Artitel folgt.)

III.

Presse und Schule. Im Lichte der Encyklita Sr. Heiligkeit Papst Leo XIII. über die drei:

hund ertjährige Gedädytnißfeier des sel. Petrus Canisius.

Am 21. Dezember 1897 sind drei Jahrhunderte verflossen, seit der selige Petrus Canisius, dieser zweite Apostel Deutschlands, zu Freiburg in der Schweiz jein verdienstreiches Leben beschloß. Zur Feier dieses Tages hat unjer glorreich regierender Papst Leo XIII. ein Kundschreiben er: lassen an die Erzbischöfe und Bischöfe Deutschlands, Deiterreichs und der Schweiz. Er preist in demselben das Wirfen

1) D'Alembert an Friedrich II. 10. April 1769. ELS 497

des Seligen und fordert zur Nachahmung auf. Er schreibt: „Unsere Zeit gleicht nicht wenig dem Zeitalter des seligen Betrus, in welchem Neuerungssucht und Ungebundenheit in der Lehre eine ungeheuere Schädigung des Glaubens und Verwilderung der Sitten nach sich gezogen haben. Dieses doppelte Verderbniß fuchte Deutschlands zweiter Apostel nach dem hl. Bonifatius, von allen, aber ganz besonders von der Jugend fern zu halten wie durch geeignete Predigten und gelehrte Erörterung, so vorzüglich durch Einführung von Schulen und durch Herausgabe guter Bücher“.

Der Heilige Vater also ermahnt uns zur Nachahmung, und als Felder, auf welchen sich dieselbe vorzüglich zu bethätigen hat, erblicken wir in obigen Worten die Schule und die Prejie. Somit ist es am Plake, auf diejen Gebieten eine Umschau, eine Gewissenserforschung zu halten, um 311 prüfen, wie wir dem Beispiele des Seligen gefolgt sind, und was etwa für die Zukunft zu thun erübrigt.

1. Hinsichtlich der Presse fönnen wir Natholifen mit gewisser Befriedigung auf die Leistungen des Ratholicismus im deutschen Sprachgebiete hinblicken. In mancher Beziehung haben wir die protestantische Presse überholt. Einem Geschichtswerke Janssens havia die Protestanten Ebenbürtiges nicht entgegenzustellen. Die

Die innige religiöse Wärme der nevieren fatholischen Presse wird von der protestantischen wohl schwerlich erreicht. Unsere fatholische Tagespresse mit ihren mehr als hundert Blättern steht in geschlossener Einheit da, ähnlich dem fatholischen Centrum in unserer Volfsvertretung. Früher, vor dem Jahre 1848, war das nicht so. Wir hatten keine Preßfreiheit; unsere Presje war dem Belieben der weltlichen Regierung über : lassen. Es ist aber bekannt, wie manche Regierungen ihren Beruf darein jeßten, den Protestantismus zu fördern, dem Natholicismus dagegen die Adern zu unterbinden. Das gilt nicht bloß von protestantischen, das gilt theilweise auch vont fatholijden Regierungen. Der Grund ist, weil die katholische Kirche von Christus als ein sichtbares, unabhängiges Reich gestiftet ist, während die dem Christenthum entfremdeten Staaten feine derartige unabhängige Gewalt neben sich dulden mödyten. uls einst in Köln eine fatholische Zeitung sich aufthun wollte, da wurde ihr die obrigkeitliche Erlaubniß versagt mit dem Vemerfen, daß ein Bedürfnis für eine solche Zeitung nicht vorliege. Seit dem Jahre 1848 ist das anders geworden. Zwar hat auch jeßt noch unsere Presse mit Hindernissen zu fämpfen. Bücher mit ausgesprochen fatholischem Charakter werden nicht leicht als Schulbücher ein: geführt. Jene Berufsart, welche durch die Natur der Sache am ineisten auf schriftstellerische Thätigfeit angewiesen ist, die der Universitätsprofessoren, wird nicht eben häufig durch fatholische Männer vertreten, dank der Bevorzugung der nichtfatholischen Richtungen. Eben diese Bevorzugung ist auch der Grund, daß jene Berufsklassen, welche für die Erzeugnisse der Presse vorherrschend das faufende Publikum bilden, meist nicht aus Katholifon bestehen. Troß all dieser Hemmniffe brauchen wir Katholiken indeß, wie gejagt, der Leistungen unserer Presse uns nicht zu schämen.

2. Wie aber steht es mit der Schule? „In diejer Beziehung", so mahnt der hl. Vater, „sind besonders zwei Dinge zu erstreben. Das erste ist, daß die Katholifen sich nicht mit Mischschulen begnügen, jondern überall ihre eigenen Sculen haben, und daß an denjelben gute und bewährte Lehrer angestellt werden".

Eine höchst wohlvegründete Mahmung! Wie soll auf Dijdschulen ein warmer, lebensfrider, warmer Statholicismus sich entwickeln? Wird die Religion, weil Schüler verschie: dener Religioren nebeneinander sigen, gänzlich aus der Schule verbannt, so liegt die Gefahr sehr nahe, daß man Menschen heranbildet, welche aller Religion entbehren. Vilft man sich damit, daß den Angehörigen der verschiedenen Religionen der Religionsunterricht gejondert ertheilt wird, so weist man der Religion einen untergeordneten Plaz aul, jo huldigt man bis zu einem gewissen Grade dem socialdemofratischen Grundsaß: „Religion ist Privatsache“. Schon der stete Verfehr mit nichtkatholischen Mitschülern und Lehrern ist ja durchaus geeignet, den religiösen Zweifel in der Jugend anzuregen, die religiöse Gleichgültigfeit zu fördern. Und wie erst joll ein fatholischer Geschichtsunterricht ertheilt werden in einer Mischschule, in welcher Katholifen, Protestanten und Juden nebeneinander sißen. Soll man wegen der Juden davon schweigen, daß Christus, unser Erlöser, der menschgewordene Sohn Gottes, den Mittelpunkt der geiammten Weltgeschichte bildet? Soll man in ihm nichts jehen als einen großen Mann, wie es deren auch andere gab? Dann würde jelbst der Tertianer den Widerspruch herausfühlen zwischen dem Religionsunterricht und dem Unterricht in der Weltgeschichte. Das Gift des Zweifels würde in sein jugendliches Herz geträufelt.

Und wie soll man an Mischschulen einen Luther behandeln? A15 den Mönch, welcher seine Gelübde brach, eine neue Jrr: lehre stiftete und hierdurch unsägliches Elend über unser Vaterland heraufbeschwor? Oder als den „theuern Gottess mann“, welcher „das Evangelium wieder unter der Bank hervorzog“ und das sautere Wort Gottes" predigte? Ersteres geht nicht wegen der Protestanten und leşteres nicht wegen der Katholifen, und gänzlich schweigen über Luther geht auch nicht. Wie sehr also hat der hl. Vater Recht, wenn er fordert, ,, daß die Katholifen sich nicht mit Michichulen be: gnügen, sondern überall ihre eigenen Schulen haben!"

Ter Statthalter Christi fügt hinzu: „und daß an denjelben gute und bewährte Lehrer angestellt werden".

„Gute und bewährte Lehrer" ! Ja, darauf fommt es hauptsächlich an. Was nüßen alle Schulpläne, was nüßen alle Visitationen, was nüßt alles Uebrige, wenn die Lehrer nicht gut sind! Das gilt vom Unterricht in den Sprachen, in der Geschichte, in den Naturwissenschaften, in der Mathe

matif 11. 1. W. Das gilt aber vor allem in dem wichtigsten Theil der Heranbildung, in der Erziehung zu braven, christlichen Männern. Oder was soll aus den Gymnasiasten werden, wenn einer ihrer Lehrer sich um die Erfüllung seiner firchlichen Pflichten gar nicht fümmert? wenn ein anderer gelegentlich sogar seiner Verachtung gegen firchliche Dinge oder gar gegen fatholische Glaubenslehren unverhohlen Ausdruck gibt? wenn ein dritter oder vierter als Altfatholif oder Freimaurer in offener Auflehnung gegen unsere Kirche lebt? Wird der Staat an seinen Cadettenhäusern etwa den Unterricht und die Erziehung seiner fünftigen Difiziere einem Socialdemokraten oder Anarchisten anvertrauen? Und wir Katholifen sollten die Heranbildung unserer Jugend oder wohl gar unserer demnächstigen Geistlichen ausgesprochenen Feinden unseres Glaubens und unserer Kirche überlassen? Mit Recht also fordert der hl. Vater, daß wir Natholifen uns nicht mit Mischschulen begnügen, sondern überall unsere eigenen Schulen haben, und daß an denselben gute und bewährte Lehrer angestellt werden.

So sehr diese Worte uns aus dem Herzen gesprochen sind, so wären wir dennoch versucht, in aller Demuth und Unterwürfigfeit dem Statthalter Christi zu antworten :

„Heiligster Vater! Wie sollen wir, in Preußen z. B., Deiner Mahnung entsprechen? Du verlangst, daß wir Katholifen eigene Schulen haben. Aber man gestattet uns dieselben so gut wie gar nicht! Neine Schule darf errichtet werden ohne Erlaubniß der weltlichen Regierung. Wenn aber ein fatholischer Bischof oder ein fatholischer Lehrorden ein eigenes Gymnasium errichten wollte, jo fönnen wir darauf rechnen, daß es ihnen entweder gar nicht oder nur inter sehr ungünstigen Bedingungen gestattet würde.

„Veiligster Vater! Du verlangst, daß wir uns nicht mit Mischschulen begnügen. Aber in ganz Preußen ist ja

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