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man bei dieser Stelle unwillkürlich an die Stelle bei Geber, Cap. 1, Cap. 15. (Vergl. den Abschnitt: Einleitung in die Zeichen-Interpretation der Tab. smar.)

Praeterea non potest una pars hujus tincturae plus quam quinque partes transmutarc, Ausserdem kann ein Theil dieser Tinctur nicht mehr als 5 Theile transınutiren.“ Hierbei wird an die Stelle von vorhin angelehnt. Man hat im Quecksilber der beiden Pp. solares 2 partes, welche transmutirt werden. Die Luna wird doppelt gefasst: sind wieder 2 partes, also im Ganzen 4 partes. Die Luna endlich zieht den Sol zu sich hinüber, und damit wären 5 partes da. Diesem Sachrei hältnisscntgegen kann der magnus Lapis philosophorum unendliches bewirken.

P. 316. Das Mineral, aus dem der Lapis ignis gemacht wird, ist die terra Antimonii,

Basil fisst jetzt in's Auge, dass die Arcana überliaupt, Lapides sind, was er einleitend ausdrückt, es würden viele Arten Lapides gefunden, welche particulär tingiren. Hierbei fasst er denn auch die Arcana als Metalle in's Auge.

P. 318 Indem nun die Metalle aus Sal, Sulphur und Mercur bestehen, spielen bierbei das Sulphur und der Mercur die Hauptrolle. Der Sal bewirkt blos das Festsein der Metalle.

P. 319. Mit der Materie“ des Lapis fasst Basil das in's Auge, dass trotzdem, dass man die Metalle an und für sich hat als Sal, Sulphur, Mercur, dass trotzdein der Lapis philos. zu ihnen hinzutritt.

P 322. Alle Tincturae metallorum müssen derartig zubereitet werden, dass sie einer besonderen Liebe gegen die Metalle theilhaftig werden, und eine Neigung, ein Verlangen erhalten, sich mit ihnen zu vereinigen, und sie in einen besseren Zustand zu bringen. (,,Alle“ Tincturae metallorum sind alle Lapides philosophici, wobei es namentlich abgesehen ist auf die beiden Lapides philosophici des Quecksilbers und des Antimons.) Nachdem Basil das Obige gesagt, fährt er fort: Willst du einen Vergleich, ein Beispiel? Hier hast du den Vergleich, das Beispiel in Bezug auf den Menschen. Und nun schildert er uns die Liebe, und zwar in so brennenden, glühen. den Farben, dass ein erotischer Schriftsteller nicht kräftiger auftragen kann. Die Schilderung (P. 322-326) ist übrigens durchaus rein. Und wie er damit fertig ist, versäumt er es nicht, hinterdrein die Mönchskutte überzuziehen, und sagt:

P. 326. Doch genug hiervon! Es ziemt sich nicht für einen Geistlichen, derartigen Gedanken länger nachzubängen, oder jener Flamme cinen Platz in seinem Herzen einzuräumen. Bis jetzt habe ich mich, ohne damit übrigens prunken zu wollen, von ihr mein ganzes Leben hindurch frei gehalten, und ich bitte Gott um die Gnade, dass ich ihm, zuirieden mit meiner geistlichen Braut, welches da ist die heilige rechtgläubige Kirche, den geschworenen Eid unverbrüchlich halte.

Hiergegen ist zu sagen, dass ein Mensch, der nicht selbst einniel verliebt war, die Liebe schwerlich so schil. dern kann, wie Basil es thut, ganz abgesehen davon, dass ein solcher sich nicht bewogen fühlen dürfte, die Liebe in einer alchemistischen Abhandlung zu bringen, und obendrein bei einer solchen nüchternen Gelegenheit, wie die Relation der Tincturae metallorum zu den Metallen ist, vorzuführen.

P. 327. Basil will nun zur Darstellung des Lapis übergehen, den Gebrauch desselben für das Ende verschiebend. Dieser Lapis von penetrativer und feuriger Natur wird durch das Feuer selbst gekocht und zur Reife geführt, nicht weniger als Alles übrige, was auf der Welt ist. Da nun dieses „Alles übrigen verschieden geartet ist, so muss man auch verschiedene Feuer in's Auge fassen:

1) Das himmlische Feuer, von Gott in unserem Herzen angezündet. Es führt uns zur Liebe zu Gott, zu der Trinität, zu Christus.

2) Das Elementar-Feuer. Es geht von der Sonne aus und bringt im Makrokosmos alles zur Reife.

3) Das corporale Feuer. Durch dasselbe werden alle Speisen und Medicamente gekocht und präparirt. Ohne dasselbe können die Menschen die Gesundheit und die Erhaltung des Lebens nicht erzielen.

4) Jenes Feuer, welches vor dem letzten Urtheil Gottes diese sichtbare Welt zerstört.

5) Das Höllenfeuer.

Diese 5 Feuer bezwecken nun wieder nichts anders, als uns die 5 Interpretationen der Tab. smar, an der Hand der Principien vorzuführen. Wir haben in diesen 5 Interpretationen fünfmal die drei Principien, das ist fünfmal den Verbrennungs-Process, fünfmal das Feuer.

P. 330. Der Lapis ignis muss gekocht und gereift werden durch das corporale Feuer im Mikrokosmos, wie die übrigen Medicinen uod die Speisen präparirt werden. Wo nämlich das grosse Feuer des Makrokosmos anfhört, da muss der Mikrokosmos zu schaffen anfangen. Es ist wie beim Getreide, welches reif wird durch das Elementar-Feuer des Makrokosmos, welches aber durch das corporale Feuer des Mikrokosmos eine neue Coction erleidet. und dadurch geniessbar wird.

P. 331. Das wahre Oel des Antimons, aus dem der La pis ignis dargestellt wird, ist über die Massen süss. Es wird von seiner Erde so gereinigt und separirt, dass, wenn man es in ein Glas giebt, und in die Sonne setzt, dass es dann verschiedene und wunderbare Strahlen wirft.

Es folgt jetzt die Darstellung des Sulphur aurat. Die Beschreibung dieser Darstellung ist im Genre der Darstellung der Antimon-Präparate im 2. Theile des Buches gehalten. Wir wollen sie hierher setzen. Basilschen Kunstausdrücken gehen wir dabei so wenig als möglich aus dem Wege.

Nimm im Namen Gottes von der Minera Antimonii, welche hinter dem Sonnen-Aufgang gewachsen ist (wahr. scheinlich in einem hohen Berg, um die Waldecke, wo Fuchs und Has sich gute Nacht sagen. L.) und von Sal Nitri gleiclic Theile, reibe sie fein, mische sie, setze sie auf mässiges Feuer, brenne sie zugleich mit bequemer Encheirese, in der das Hauptsächliche des Werkes besteht. Es wird eine Materie zurückbleiben, die einen Stich in's Schwarze hat. Aus ihr mache ein Vitrum. Dies Vitrum reibe fein, und ziehe aus ihm jene hohe rothe Tinctur mit einem scharfen destillirten Essig, welcher aus einem eige. nen Mineral gemacht ist. Ziehe den Essig aus durch Destillation im Bade. Es wird ein Pulver zurückbleiben. Dieses ziehe abermals aus mit höchst rectificirtem Weingeist, dann bleiben Faeces zurück, und du hast eine schöne, rothe, süsse Extraction, die in der Medicin von hobem Gebrauch ist. Das ist der reine Schwefel des Antimon, so gut separirt als möglich. Wenn du von dieser Extraction 2 Pfund hast, so nimm 4 Unzen Sal Antimonii, wie ich es dich darzustellen gelelırt habe. Ueber sie gitsse die Extraction, circulire wenigstens einen ganzen Monat in einem gut verschlossenen Gefässe, und der Sal wird sich vereinigen mit dein extrahirten Sehwefel. Wenn er die Faeces niedergelegt hat, so separire sie, und ziehe abermals einen Spiritus vini durch das Balneum Mariae aus. Das Pulver, welches dem Künstler zurückbleibt, treibe mit heftigem Feuer. Es wird, nicht ohne Bewunderung, übergehen ein vielfarbiges, süsses Oel, angenehm, durchsichtig, röthlich. Rectificire dieses Oel abermals im Balneum Mariae, so dass der vierte Theil daraus hervorgeht, und dann ist es präparirt.

Nachdem diese Operation absolvirt ist, nimm lebendiges Quecksilber des Antimons, dessen Darstellung ich dich gelehrt, und giesse hinzu röthliches Oleum Vitrioli, über Eisen gemacht und höchst rectificirt, schaffe durch Destillation im Sande das Phlegma vom Quecksilber fort. Dann erhältst du ein köstliches Präcipitat von einer Farbe, schöner als die man sich nichts denken kann. Es wird in chronischen Krankheiten und bei offenen Wunden zur Erlangung der Gesundheit mit Nutzen angewandt. Denn es trocknet stark die symptomatischen Humores aus, von denen die Morbi Martiales kommen. Hierbei hilft kräftig der Spiritus Olei, welcher beim Mercur bleibt, und sich mit ihm verbindet und einiget.

Nimm von diesem Präcipitat und vom obigen süssen Oel des Antimons gleiche Theile. Infundire zugleich in einem wohlverschlossenen Gefäss (phiala). Das Präcipitat wird sich mit der Zeit in dem Dele bei geeigneter Wärme auslösen, und sich fixiren. Auch das Phlegma wird durch das Feuer fortgenommen, und es entstheht daraus ein rothes, trocknes, fixes und flüssiges Pulver, welches auch nicht den mindesten Rauch von sieh giebt.

P. 335. Basil fährt fort: Jetzt, mein Apostel und Schüler der Arcana, will ich nach Art der Propheten redeu.

Wenn du deine philosophischen Studien auf die Weise, des Tartarus ; ich verpflichte dich eidlich bei Hermes und wie ich es vorgeschrieben, zu diesem Ende geführt hast, Anubis und beim Bellen des seinen Schlangenschwanz so hast du eine Medicin der Menschen und der Metalle. fressenden Drachen und dreiköpfigen Hundes Cerberus, des Sie ist angenehm und süss im Gebrauch, hat nichts ge Wächters des Hades; ich verpflichte dich eidlich bei jenem fährliches. Sie ist durchdringend, treibt keine Sedes, ver- Fährmann und Acherontischen Schiffer ; ich verpflichte dich bessert und treibt das Uebel aus. Benutze sie, wie es eidlich bei den drei Nothwendigkeiten, Geisseln, Schwert: sich ziemt, und sie wird dir viele Vortheile bringen u. s. w. bei alle dem verpflichte ich dich, nichts zu verrathen,

Hier wird es mir, der ich ein Geistlicher bin, etwas und dich blos mitzutheilen deinem Kinde und deinem ängstlich zu Muthe. Ich weiss nämlich nicht, ob ich wahren Freunde. gut oder schlecht handele, ob ich zu viel oder zu wenig NB. Der Cerberus wird auf der einen Seite der drei. sage.

köpfige Hund, und auf der anderen Seite der xEqxovgoNun, zu viel hat Basil nicht gesagt, darum braucht Bópos Soczwv genannt. Notorisch hat der Cerberus einen ihm nicht ängstlich zu Muthe zu werden. Dann sagt er: Schlangenschwanz. Dass er denselben nun aber verschlin

P. 337. Jam satis dixi, satisque scripsi, et docui tam gen, fressen soll, ist nichts anderes als ein Anlehnen an den clare, tam aperte, tam luculenter, ut scriptis id fiere possit Abendländischen Drachen, der seinen eigenen Schwanz nec manifestius, nec dilucidius, nisi perditus quis et teme- frisst. (Vergl. bei den Lambsprinckschen Bildern.) rarius sciens volens se ad inferos velit praecipitare, ut ibi Die drei , Nothwendigkeiten“ sind wohl die drei subnergatur et pereat; quia a rerum creatore severissime Parzen. est interdictum, haec ulterius recludere, et comedere de Die Geisseln“ sind wohl die Gorgonen, deren einer, arbore, quae plantata erat in medio paradiso.

der Medusa, Perseus den Kopf ablieb. Daher kommt auch ,Jetzt habe ich genug gesigt und geschrieben. Ich das Schwert in die Sache. Zunächst ist dies Schwert habe so klar, so offen, so deutlich gelehrt, dass ein Autor dann das Schwert des Perseus, in weiterer Verfolgung es nicht deutlicher kann, es müeste denn sein, dass ein der Sache aber das Quecksilber als Schwert. Da den heilloser und verwegener Wissender sich mit Vorsatz in Geisseln gegenüber, dem Schwerte zu Liebe, die Medusa die Hölle stürzen wollte, um in ihr zu versinken und un- in den Vordergrund tritt, so haben wir damit ein Anlehterzugehen. Denn es ist vom Schöpfer auf's strengste nen an den Lapis in so fern, als das Schangenbaupt der verboten, das Geheimniss klarer darzulegen, und zu essen Medusa jeden, der es ansah, in Stein verwandelte. vom Baume, der mitten im Paradies gepflanzt worden.“ Aehnliche Stellen, wie die angeführten, giebt es bei den

Das ist so der Glaube, den alle Alchemisten hatten; sie verschiedenen alchemistischen Schriftstellern, namentlich meinten gündhaft zu handeln, wenn sie die Geheimnisse der Abendländischen Periode, in Menge. der Alchemie offen darlegten. Daher auch ihre mysteriöse P. 338. Anwendung des Lapis ignis am Krankenbette. Schreibeweise, ihr verdecktes Auftreten. Arnaldus de P. 341. Schluss. Villanova sagt in dieser Beziehung im Rosarium philosophorum, Liber 11., Cap. 32:

Alchemisten zwischen Basilius ValentiEt qui habes istum librum, in sinu tuo reconde, nullique nus und Paracelsus, resp. deren ipsum reveles, nec manibus impiorum offeras: quia secre

Zeitgenossen. tum secretorum omnium philosophorum plenarie comprekendit. Talis siquidem et tantus margarita non est porcis Von ihnen erwähnen wir: et indignis largiendus, quoniam est donum Dei magnum, Lambsprinck. Schrift: De Lapide philosophico. et Deus, cui vult, largitur ipsum et aufert. Quapropter, Joannes Aurelius Augurellus. Schrift: Chrysocharissime, qui habes istum librum, digito compesce label- poeia. Diese alchemistische Abhandlung ist in Lateinischen lum, filius existens philosophorum, ut merito merearis dici Hexametern abgefasst, und mit diesen Hand in Hand geet esse de numero sapientum antiquorum. „Und du, der hend, durchzieht ein poëtischer Schwung das Ganze. Sie du jenes Buch hast, verbirg es in deinem Busen, verrathe ist dem Papst Leo X. gewidmet. Der hohe Herr fasste Keinem seinen Inhalt, biete es nicht den Händen der Gott- die Sache aber ziemlich prosaisch auf, wie aus folgenden losen dar, denn es enthält das Geheimniss der Geheimnisse Worten des Olaus Borrichius in seinem Conspectus scrialler Alchemisten vollkommen. Eine solche edele Perle ptorum chemicorum celebriorum, Sectio 42., hervorgeht: ist nicht vor die Säue zu werfen und Unwürdigen zu Certum quoque est, Leonem X., Pontificem Romanum, lireichen, denn sie ist ein erhabenes Geschenk Gottes, und brum hunc sibi dedicatum irrisisse, et laborem ejus inanem Gott giebt es und nimmt es nach seinem Willen. Deshalb, crumena vacua ad Augurellum remissa instituisse compenLieber, der du jenes Buch hast, halte reinen Mund als sare, addito mordaci dicterio, nihil illi, qui hanc artem wabrer Sohn der Philosophen, auf dass du verdienst ge- calleret, deesse, praeter crumenam, caetera de suo posse nannt zu werden und zu sein ein Mitglied der alten subministrare. „Es steht auch folgendes fest. Der RöWeisen.“ (NB. Es ist ein Lapsus, wenn margarita hier mische Papst Leo X. lachte über diese ihm gewidmete männlich gebraucht wird.)

Schrift. Er beschloss, die eitele Arbeit derartig zu honoFerner Lullius, Practica, Cap. 30 :

riren, dass er dein Augurellus einen leeren Beutel zuEt quando scies (secretum), sub anathemathis poena schickte mit dem beissenden Scherze: Demjenigen, der prohibemus, ne alicui discooperias, nam a Deo maledictus eine solche Kunst (nämlich die Goldmacherkunst) verest, qui discooperuit. Et ideo philosophi sic celaverunt, stände, fehle nichts als ein Beutel, das Uebrige könne er et, Deo dante, celabunt futuris temporibus. „Und wenn sich ja auf eigene Hand verschaffen. du das Geheimniss kennst, so verbieten wir dir, bei Strafe Joan. Fr Mirandula (Picus Mirandolanus). Schrift: rles Bannes, dass du es enthüllest. Denn wer es enthüllt, Opus aureum de auro tum aestimando, tum conficiendo, ist von Gott verflucht. Daher kommt's, dass die Alclie- tum utendo, ad conjugem. misten es so geheim gehalten haben, und mit Gottes Hülfe Joan. Lacinius. Er gab den Petrus Bonus heraus. auch in Zukunft geheim halten werden.“

Ausserdem ist noch einiges von ihm. Ferner Isis an den Horus :

Joan. Braceschus. Er schrieb einen Commentar Ορκίζω σε εις ουρανόν, γήν, φως και σκότος ορκίζω | iiber Geber. σε εις πύρ, αέρα, ύδωρ και γίν' ορκίζω σε εις ύψος Agrippa von Nettesheim. Als sein Geburtsjahr ουρανού και γής και ταρτάρου βάθος σκίζω σε εις wird 1486 angegeben, als sein Sterbejahr: 1535. HauptΕρμήν και 'Αννουβιν και εις ύλαγμα του κερκουρο- schrift: De occulta philosophia. βόρου δράκοντος και κυνός τρικεφάλου του Κερβέρου, του φύλακος του Αϊδου·ορκίζω σε εις τον πορθμέα

Paracelsus. εκείνον και 'Αχαίροντα ναυτιλον' ορκίζω σε εις τας τρείς ανάγκας και μάστιγας και ξίφος τούτοις πάσι In der Neuzeit ist es namentlich J. G. Rademacher, με εφορκίσας παραγγέλλειν επεχείρησε μηδενί μετα

der die Aufmerksamkeit des ärztlichen Publicums auf dieδιδόναι, ει μή μόνον τέχνη και φίλω γνησίω. η Ich sen, von seinen Feinden so sehr verketzerten und in Folge verpflichte dich eidlich beim Himmel, bei der Erde, beim dessen von Unkundigen so sehr verkannten Mann geLicht, bei der Finsterniss; ich verpflichte dich eidlich bei lenkt hat. Feuer, Wasser, Luft und Erde ; ich verpflichte dich eidlich Paracelsus, geboren 1493, gestorben 1541, ist ein treuer bei der Höhe des Himmels und der Tiefe der Erde und Schildknappe des Basilius, und stellt sich, wie er, auf den

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Boden der Drei-Principien - Lehre. Auch darin' stelt er ihm treu zur Seite, dass er gegen die der Alchemisten aufsässigen Schulärzte tapfer zu Felde zieht, wo möglich überbietet er ihn noch in dieser Beziehung. Er griff aber in ein Wespennest, und verbitterte sich dadurch sein Leben. Basil hatte gut den Fehdehandschuh hinwerfen; einerseits wusste kein Mensch, wo denn dieser Basil stak, und andererseits hielt die Mönchskutte, die er schlau iiber den Kopf zu ziehen wusste, das profanum vulguis von ihm ab. Paracelsus dagegen trat frei hervor, und lieb mit dem Schwerte, welches sich auch auf seinem Conterfei in seinen Händen befindet, tapfer drein, indem er sagte, hier bin ich, wer etwas will, der komme heran: und das war eine ganz andere Sache.

In Bezug auf die derben Reden des Paracelsus fällt immerhin das mit in die Wagschale, dass der Verfasser in derb-plumpen Zeiten lebte, dass er sich der Deutschen Sprache bedient, die zu der damaligen Zeit recht derbplump war. Das letztere tritt ganz deutlich hervor, wenn man in Bezug auf den Triumphwagen des Basil den Thölden mit dem Kerckring vergleicht. So z. B. hat Kerckring pag. 99: Quid tu vermis terrae miserabilis et esca vermium, wogegen Thölden hat: Ach du armer, elender, stinkender Maden-Sack! Du armer Erdenwurm und elende Creatur. Und ein ähnliches Verhältniss an anderen Stellen. Indessen lassen wir uns hierauf nicht zu tief ein. Nehme man den Paracelsus, wie er ist. Was seine Gegner ihm sagten und thaten, wie sie ihm Gift in's Brod buken, wie sie ihm Galle in's Getränk träufelten, davon schweigt die Geschichte: bei ihnen, davon dagegen, dass er auf den Klotz den Keil setzte, dass er ihnen zeigte, wo die Hacke den Stiel hatte, davon machten sie ein grosses Geschrei. Man liebt es, auf folgende Stellen des Paracelsus hinzuweisen:

Wie ich aber die Vier für mich neme, also müsset jhrs auch nemen, und müsset Mir nach, Avicenna, Galene, Rhasis, Montagnana, Mesue etc. Mir nach, und nit jch euch nach, Ihr von Pariss, jhr von Mompelier, jhr von Schwaben, jhr von Meissen, jhr von Cöln, jhr von Wien, und was an der Thonaw und Rheinstrom ligt, jhr Insulen im Meer: Du Italia, du Dalmatia, du Sarmatia, du Athenis, du Griech, du Arabs, du Israelita, Mir nach, unnd ich nicht euch nach, ewrer wirdt keiner im hindersten Winkel bleiben. an den nicht die Hunde seichen werden: Ich wirdt Monarcha, unnd mein wirdt die Monarchey sein, und ich füre die Monarchey, und gürte euch ewere länden. Wie gefelt euch Cacophrastus ? diesen Dreck musst jhr essen.“ (Paragranum. Vorrede. Paracelsi Bücher und Schriften. Basel 1589. 4. 2. Theil. P. 10.)

Nun ja, fragen wir, warum denn nicht? Soll Paracelsus dem Galen, dem Avicenna nach? Das wäre in der That zu hübsch. Er soll seine Arcana aus der Hand legen und nach Galens Heil-Indicationen curiren? Und sollen die von Paris und von Montpellier und Cöln und Meissen u. s. w. ihm, dem Paracelsus, etwa nicht nach, soll er ihnen nach ? Wozu? Um ihnen zu Liebe seine Arcana fortzuwerfen, und von ihnen zu lernen, wie man mit Bezoar, Hundedreck, Mäusedreck, Fischgräten u. s. w. mit 100 und 1000 Kräutlein, die sich recht gut als Ziegenfutter qualificiren mögen, kranke Menschen curirt (!!!)?

Der Hunde-Seich hätte wohl unterwegs bleiben können. Indessen wollen wir, können wir in dieser Beziehung mit dem persönlich gekränkten Verfechter der gekränkten Alchemie rechten?

Mit dem Monarchen und der Monarchie liegt die Sache gar nicht so, wie man sie missverstehend gedeutet hat. Paracelsus will nicht sagen, ich, in so fern ich der Paracelsus bin, bin der Monarch, der erste unter den Aerzten. Daran denkt er nicht. Er will blos sagen, die alchemistische Medicin ist der Schulmedicin überlegen, sie steht als Königin des Krankenbettes da. Auf die Weise hat er die Monarchie, und er, als Jünger der alchemistischen Medicin, wird nun auf Grund der betreffenden Monarchie zum Monarchen (Baoikeus).

Ferner: „Ich sage euch, mein Gauchhaar im Gnick weiss mehr dann jhr unnd all ewere Scribenten : Unnd meine Schuchrinken seindt gelehrter, dann ewer Galenus unnd Avicenna: Unnd mein Bart hatt mehr erfaren, dann alle ewere Hohe Schulen. Ich wil die stundt greiffen, das euch die Sew im kaat müssen umbziehen, wie gefellt euch

der Peregrinus? Wie gefellt euch der Waldesel von Eynsidlen? Brecht herfür? Was steckt in euch ?“ (Paragranum, p. 18.)

Auch hier stellt sich Paracelsus in Eifer der Gereiztheit auf den Standpunct seines Ich, wo es doch im Grunde nur auf den objectiven Standpunct abgesehen ist, das ist darauf, dass die alchemistische Medicin der Schulmedicin weit überlegen ist.

Und was dergleichen Stellen mehr sind, welche man als Blüthen Paracelsischer Arroganz und blumiger Schreibeweise hervorzusuchen beliebt hat. Ich will noch eine Stelle beifügen, die in ihrer Art ein non plus ultra ist. Es heisst (Paragranum, pag. 11):

„O eweres armen Galeni Seel, wer (wäre) er untödtlich bliben in der Artzney, so weren (wären) seine Manes nit in abgrundt der Hellen vergraben worden, darauss er mir geschriben hatt, des Datutn in der Hellen standt. (Galen hat an den Paracelsus einen Brief geschrieben, der aus der Hölle datirt ist.) Ich hett nicht vermeinet, Ich hett nicht vermeinet, dass der Fürst der Artzten dem Teufel in Årss solt gefaren sein: nemlich seine Discipul faren jhm nach, oder am wenigsten seiner Mutter ins F. L. Solt das ein Fürst der Artzney sein, unnd die Artzney auf jhm stehn? so müssen die grösten Schelmen in der Artznei sein, so under der Sonnen leben, sie beweisens auch wol dass sie jbm trewlich nachfolgen.“

Man kann hiergegen blos bemerken, dass es sich um eine rohe Zeit, eine rohe Sprache, einen gekränkten Verfechter der gekränkten Alchemie handelt.

Wo die Umstände es erheischten, da verstand es Paracelsus, sehr gemessen aufzutreten und sich einer Sprache zu bedienen, die, von einem berechtigten Selbstbewusstsein getragen, jeder Demonstration aus dem Wege ging. Zum Beweis dessen führen wir einen Aufruf an die Studirenden der Medicin an, den er als Professor zu Basel erliess. Er ist in Lateinischer Sprache abgefasst und steht zu Anfange des 7. Bandes der Baseler Quartausgabe seiner Schriften (Basel 1590). Sein Wortlaut ist folgender:

Theophrastus Bombast ex Hobenheim, Eremita, utriusque medicinae Doctor ac Professor, medicae artis Studiosis S. D.

Quum sola omnium disciplinarum medicina, tanquam divinum quoddam munus, tum sacrorum tum prophanorum scriptorum suffragio, necessitatis titulo laudetur, atque paucissimi Doctoruin eam feliciter hodie tractent, visum erat, illam ad pristinam suae autoritatis laudem revocare, et quam quidam a faece barbarorum, nos ab erroribus gravissimis purgabimus. Non veterum addicti praeceptis, sed iis duntaxat, quae partim indicatione rei naturae, partim nostro Marte invenimus, et longo rerum usu atque experientia comprobavimus. Quis enim nescit, plurimos Doctorum hac tempestate, vel summo aegrorum discrimine, foedissime lapsos ? quum nimis anxie Hippocratis, Galeni et Avicennae aliorumque dictis adhaeserint, perinde ac ex tripode Apollinis haec veluti oracula manaverint, a quibus ne digitum latum discedere liceret. His enim autoribus splendidissimi quidem Doctores, si Diis placet, non autem medici nascuntur. Non titulus, non eloquentia, non linguarum peritia, nec multorum librorum lectio, etsi baec non parum exornent, in medico desideranda: sed summa rerum ac my. steriorum cognitio, quae una facile aliorum omnium vices agit. Rhetoris quidem est, diserte posse loqui ac persuadere, atque judicem in suum sententiam trahere: medici autem, affectuum genera, causas ac ovuntuata novisse, et iis insuper sua sagacitate et industria pharmaca applicare, atque pro cujuslibet ingenio ac ratione vel cun. ctis mederi. Caeterum ut paucis modum docendi depingam: Imprimis igitur, quod ad me attinet, ego, amplo Dominorum Basiliensium stipendio invitatus, duabus quotidie horis, tum activae tum inspectivae medicinae et physices et chirurgiae libros, quorum et ipse autor, summa diligentia magaoque auditorum fructa, publice interpretor: illos tamen non aliorum more ex Hippocrate, aut Galeno, aut quibuslibet emendicatus, sed quos summa rerum doctrice experientia atque labore assequutus sum. Proinde si quid probaturus, experimenta ac ratio autorum loco mihi suffragantur. Quare, optimi lectores, si quem hujus Apollineae artis mysteria oblectant, amor desideriumque tenent, cupitque brevi admodum temporis spatio, quicquid hujus disciplinae est, perdiscere, ad nos evestigio Basileam se conferat, et longe alia atque majora, quam paucis de

w.

scribere possim, comperiet. Sed ut nostrum institutum cla- Stelle ein. Er lehnt an die 3 Principien, die vor ihm rius Studiosis innotescat, non piget exempli loco subjicere, da waren, er lehnt an Magie und Mystik, die ebenfalls nos in complexionum ac humorum ratione veteres nequa- vor ihm da waren, und damit ist die Sache fertig. Aber quam imitari, qui sane omnes aegritudines illis falso ac- darin steht der Mann gross da, dass er Viele, namentlich ceptas ferunt: unde nullis aut certe paucissimis Doctorum in seiner Stellung als Professor zu Basel, die Arcana hodie morbos, causas ac decretorios dies exacte novisse lehrte. Offen freilich bat er sie nicht bekannt gemacht, contingit. Postremo baec veluti per transennam demon- aber, um an die Worte seines oligen Programms anzustrata sufficiant: vobisque tamen de his non, nisi audito knüpfen, quem oblectabant hujus Apollineae artis mysteria, prius Theophrasto, temere judicandum permitto. Valete et quem tenebant amor et desiderium, qui cupiebat perdiscere, hunc nostrum instaurandi medicinam conatum boni con- quicquid esset hujus disciplinae: der konnte sich nach sulite.

Basel begeben und dort lernen, was er erstrebte. Und Datae Basileae nonis Junii, anno M. D. XXVII.

Mancher, Mancher bat ihm die hohe Kunst der Anwendung ,, Theophrast Bombast von Hohenheim aus Einsiedeln, der Arcana abgelernt. Doctor der Medicin und Chirurgie, Professor, an die Sty- Was den Standpunct des Paracelsus in der Alchemie direnden der Arzneikunde.

betrifft, so fasste er, worauf wir bereits vorbin bingewiesen, Die Medicin zeichnet sich unter allen Disciplinen, wie hauptsächlich ein Doppeltes in's Auge, die Drei-Principienein göttliches Geschenk, nach dem Urtheile geistlicher nnd Lehre und die Magie (Mystik). In Bezug auf die erstere weltlicher Schriftsteller dadurch aus, dass sie den Stempel lehnte er an Basilius Valentinus, nur huldigte er dessen der Nothwendigkeit trägt. Nur sehr wenige Doctoren aber Antimon-Lapis nicht, und hielt sich an die Quecksilberüben sie heute mit Erfolg aus, und so schien es uns pas- Lapides. send, sie wieder in ihre alte berechtigte Stellung zu Was die Magie betrifft, so reiht sie sich an das Ens bringen, und sie, die Andere vom Bodensatz der Barbarei universale Quecksilber. Wenn man nach der magischen reinigten, werden wir von gewichtigen Irrthümern reinigen. Interpretation der Tab. smar, res una als Magie hat, wenn Wir sind nicht Anhänger der Lehren der Alten, wir man dem gegenüber nach der Mercur-Interpretation der hängen nur den Lehren an, auf welche uns die Anzeige Tab. smar. res una als Quecksilber hat, so deckt das der Natur der Sache, auf welche uns die eigene Forschung Quecksilber die Magie und man hat an der Hand des geführt, und welche wir durch lange Erfabrung bestätigt Quecksilbers die Magie in der Abendländischen Alchemie, gefunden haben. Jeder weiss, dass die meisten Aerzte ganz abgesehen davon, dass man sie bereits im Anlehnen heute zum grossen Schaden der Kranken von grossem Irr- an Merlin hat. (Vergl. alchemistische Schriftsteller und thum belangen sind, indem sie zu ängitlich an die Aus- Schristen der ersten Abendländischen Periode.) Wenn sprüche eines Hippokrates, Galen, Avicenna u. s. daher Paracelsus der Magie Rechnung trägt, so nimmt er hängen, als wenn dieselben den Rang von Orakelsprüchen damit gar keinen Besonderstandpunct ein, er geht einfach einnähmen, die vom Dreifuss des Apollo herstammten und den Weg, auf den er durch die Abendländische Alchemie von denen man keinen Finger kreit abweichen dürfe. Ach im Allgemeinen gezogen wird. Es heisst durchaus das nein, mit Verlaub, von jenen Autoren stammen wohl gra- Wesen der Alchemie verkennen, wenn man sich an die duirte Doctoren, aber keine Aerzte. Nicht Titel, nicht Be- Magie in der Abendländischen Alchemie stösst, wenn man redtsamkeit, nicht Sprachkunde, nicht eine umfangreiche einen Scrupel darin findet, dass Paracelsus ein Magier Lectüre obgleich das alles ganz gut und schön ist war. Roger Baco in seiner Epistola de secretis operibus machen den Arzt, sondern eine genaue Kenntniss der artis et naturae et de nullitate magiae sagt Cap. 2; Quid natürlichen und mystischen Dinge: diese wiegt alles vero de carminibus et characteribus et hujusmodi aliis sit andere auf. Für den Redner ist es ganz gut, dass er tenendum, considero per bunc modum. Nam proculdubio treffend und überzeugend sprechen und den Richter zu omnia hujusmodi nunc temporis sunt falsa aut dubia, et seiner Meinung bringen kann; des Arztes Sache ist es quaedam irrationabilia, quae philosophi adinvenerunt in aber, die Arten, die Ursachen, die Symptome der Krank- operibus naturae et artis, ut secreta occultarent ab indiheiten zu kennen, scharfsinnig und correct Mittel gegen gnis. „Was also vom Zauber-Kram zu halten ist, darüber sie anzuwenden und nach Kräften zu heilen. Meine Lehr. habe ich die dargelegte Anschauung. Ohne Zweifel ist weise ist kurz folgende: Von den edelen Baselerer Herren alles derartige heut zu Tage falsch oder zweifelhaft, angestellt, interpretire ich öffentiich, täglich zweistündlich, einiges irrationell. Die Alchemisten haben es blos erfunden meine eigenen Schriften über praktische und theoretische in den Werken der Natur und der Kunst, um ihre GeheimMedicin, Naturkunde und Chirurgie mit grosser Sorgfalt nisse vor Unwürdigen zu verbergen.“ Vom alchemiund zu Nutz und Frommen der Zubörer. Diese Schriften stischen Standpunct ist das naiv genug gesprochen, dem babe ich aber nicht, wie das Sitte bei Anderen ist, aus Laien gegenüber legt es aber das Verhältniss der Magie Hippokrates, Galen u. s. w. zusammengebettelt, sondern zur Alchemie im engeren Sinn so unverholen dar, dass es sie sind das Product der Arbeit, der Erfabrung, welche kaum zu begreifen ist, wie man sich denn an den Paradie erste Lehrerin ist. Will ich daher etwas darthun, so celsus magus stossen konnte. Und doch stiess man sich stütze ich mich auf Erfahrung und Urtheil, statt auf Auto- sehr an ibn. Vergl. Libavius an mehreren Stellen, ritäten. Daber, Geebrteste, wenn Jemand von Euch Sinn, z. B. in der Vorrede zu seiner Alchymia. Unserem Leser Liebe, Verlangen hat zu den Mysterien dieser Arzneikunst, gegenüber würden wir es geradezu für lächerlich halten, wenn Jemand in kurzer Zeit zu lernen wünscht, was diese wenn wir es unternehmen wollten, den Paracelsus von dem Disciplin betrifft, so möge er sofort nach Basel kommen, Vorwurf der Magie zu reinigen. Der Alchemist wirft sich und er wird ein Näheres und Mehreres kennen lernen. als solcher der Speculation in die Arme, zu der ihm die Damit aber den Studirenden unser Lehr-Plan klarer werde, Arcana den Ausgangspunct bieten. Ob sich nun diese so beinerken wir, dass wir beispielsweis in den Lehren von Speculation auf die Kosmologie, das Wesen der Metalle, den Complexionen und Humoren den Alten nicht folgen, den Stein der Weisen, die Goldmacherkunst u. 6. w. oder welche fälschlich alle Krankheiten auf jene zurückführen: auf die Magie wirft, wird sich wohl gleich bleiben.

ein Grund, weshalb kein Arzt, oder denn nur sehr Eine allgemeine Uebersicht über den alchemistischen wenige unter ihnen, heute die Krankheiten, die Ursachen, Standpunct des Paracelsus erhält man durch seine Abdie entscheidenden Tage exact kennt. Das sei ein all- handlung De natura rerum, geschrieben zu Villach 1537 gemeiner Umriss dessen, was ich Euch biete. Ich bitte (Baseler Quartausgabe Theil 6, pag. 255. sequ.) Dieselbe Each aber, urtheilt nicht so leichtbin darüber, bevor Ihr zerfällt in neun Bücher: 1) de Generationibus, 2) de Creden Theophrast gehört. Und nun Gott befohlen, nehmet scentibus, 3) de Conservationibus, 4) de Vita, 5) de Morte, unsere Absicht, die Medicin zu erneuern, gut auf.

6) de Resuscitatione, 7) de Transmutationibus, 8) de SeBase), den 5. Juni 1527.“

parationibus, 9) de Signaturis. Diese Bücher lehnen folWenn man nie etwas näheres von Alchemie und alche- gendermassen an die Tab. smar. In der 2. Rubrik dienen mistischen Aerzten gehört hat, und liest nun den Rade- die superiora und inferiora dazu, um die Wunder der res macher, so wird man leicht zu der Ansicht verführt, Para- una zu Stande zu bringen. An diese res una wird dann celsus gehöre zu den ersten Alchemisten oder sei gar der das unum gelehnt in dem Passus Et sicut res omnes fuerste Alchemist, der je gelebt habe. Daran ist nun gar

erunt ab uno. Da man

an der Hand des esse der nicht zu denken. An und für sich nimmt Paracelsus in res omnes die Erschaffung hat, so repräsentirt die 2. Ruder Geschichte der Alchemie eine ziemlich bescheidene brik vom Anfang bis meditationo unius die Generatio. Auf

nun

Grund des sic omnes res natae fuerunt ab hac una re adoptione gehen aus der res una die res natae hervor, sie wachsen aus ihnen hervor, und so hat man an der Hand dieses Passils der 2. Rubrik das Crescens. Nachdem uns nun die 2. Rubrik das gebracht hat, was geschaffen ist, was wächst, bringt uns die 3. dessen Erhaltung, Conservatio. Ist doch in dieser Rubrik von Vater, Mutter, Amme die Rede, und die thun das ihrige, um ihr Kind, ihre Kinder zu erhalten, gross zu ziehen. Indem die Abendländische Alchemie die 4. Rubrik zu Christus in Relation setzt, ist in ihr das Gegenüberstehen von Leben, Tod, Auferstehung gegeben, und so haben wir denn in Anlehnen an diese 4. Rubrik: Vita, Mors, Resuscitatio. Die Transmutatio, lehnt an den Passus Haec est totius fortitudinis fortitudo fortis, indem hier der Lapis philos. gebracht wird, welcher die Metalle transmutirt. Die Separatio ist in dem Passus quia vincet omnem rem subtilem omnemque solidam penetrabit gegeben, indem die omnis res subtilis und solida an das subtile und spissum der Stelle Separabis terram ab igne, subtile a spisso lehnt, und damit ist man denn auf die Separatio Die Signatura lehnt sich an die 7. und 8. Rubrik. Dort erhalten wir nämlich an der Hand der philosophia totius mundi und der operatio Solis den Titel, die Signatur, der Tab. smar. Endlich reiht sich der Titel der ganzen Abhandlung, De natura rerum, an die 1. Rubrik der Tab. smar. Sich nämlich an den Titel der Demokritschen Schrift: De rebus naturalibus et mysticis, haltend, stellt sich Paracelsus in seiner Abhandlung die Aufgabe, in seiner Natura rerum: res naturales und res mysticae zu bringen. Die ersteren repräsentiren ein „verum“ die letzteren ein „sine mendacio.“ Res mysticae sind zwar gerade nicht wahr, man kann aber auf der anderen Seite auch nicht geradezu sagen, dass sie erlogen sind, dass sie cum mendacio sind. Sie sind ein zusammengeschwindeltes Etwas, welches in der Alchemie seine Berechtigung fin det; die Folie, welche ihnen die Alchemie giebt, schützt sie vor dem Charakter der Mendacität.

Die res naturales nun, welche Paracelsus in dieser Abhandlung bringt, stehen in alchemistischer Beziehung auf dem Standpunct der Abendländischen Alchemie in ihren verschiedenen Nüancirungen. Die res mysticae mit ihren magischen Diversionen machen es sich zur besonderen Aufgabe, uns das Quecksilber, mannigmal in mehr, mannigmal in weniger versteckter Weise vorzuführen, oder allgemein gesprochen, sie präsentiren uns das Quecksilber als Ens universale.

Wir wollen dem Leser einige res mysticae vorführen, weniger deshalb, weil sie, an und für sich betrachtet, vor anderen, welche die Abhandlung bringt, etwas voraus haben, als vielmehr deshalb, weil sie das Schicksal haben, von Nicht-Alchemisten in besonderer Weise berücksichtigt worden zu sein. An ihrer Hand erhält dann der Leser zugleich Fingerzeige, sich bei anderen rebus mysticis zu orientiren.

Die Naturgeschichte des Basilisken.

Wenn ein Weib ihre Menses hat, so hat sie ein verborgenes Gift in ihren Augen. Sieht sie in einen Spiegel, 80 bekommt der Spiegel Flecken. Sieht sie eine Wunde oder einen „Schaden“ an, so werden diese vergiftet, wohl gar unheilbar gemacht. Ebenso, wie sie durch ihren Anblick vergiftet, vergiftet, verdirbt sie auch etwas, was sie anathmet und anfasst. Wein und Essig, mit denen sie umgeht, verderben, Branntwein verliert seine Kraft, Bisam, Ambra, Zibet ihren Geruch, Gold, Korallen und viele Edelsteine ihre Farben.

Der Basilisk nun ist das Monstrum der Monstra, weu er ansieht, der kann jählings davon sterben. Denn er ist das Gift der Gifte, und führt sein Gift in den Augen. Das hat 'er eben von den menstruirten Weibern. Denn er wächst und wird geboren aus den Menstruis der Weiber und aus dem „Blut Spermatis“. Dies giebt man nämlich in ein Glas oder „Kukurbit,“ lässt es im Venter equinus putreficiren, und die Putrefaction ergiebt dann den Basilisken. Wer will nun aber bei der Giftigkeit des Basilisken so keck und verwegen sein, so fragt Paracelsus, denselben zu machen, aus dem Gefässe zu nehmen und wiederum zu tödten? Er räth's Niemandem, der sich nicht zuvor mit Spiegeln bekleidet hat. Auf die Weise nämlich, 80 fügen wir hinzu, muss der Basilisk sich selbst ansehen, und da er das, was er ansieht, vergiftet, so ist er durch

das Kunststick mit den Spiegeln in die Lage versetzt, sic selbst zu vergiften.

Das Gift der menstruirten Weiber ist die Extension de Erfahrung oder Meinung, dass Stoffe, welche in Gährung sind dadurch dass Menstruirte sie anfassen, sich ihnen näheren verderben. Das Menstrualblut wird alsdann mit dem Hy drarg. oxyd. rubr., dem Quecksilber als Menstrualblut in Relation gebracht, indem dies aber als Venenum gefass wird, hat man seine Giftigkeit. In den giftigen Anges der Weiber haben wir das Quecksilber als Auge, in der Spiegel das Quecksilber als Spiegel, in den Spiegel flecken das Quecksilber als Macula, in der Wunde Queck silber als Vulnus. Im Hauch der Weiber haben wir da Quecksilber als Anima, in ihrem Anfassen das Queck. silber als Tactus, gerade der Tactus ist es ja, was den Ens universale Quecksilber seinen Rang als Fettigke: giebt. Wein, Essig, Branntwein repräsentiren la. Quecksilber als solches, ihr Verderben eine Fermenis tion, welche den falschen Weg eingeschlagen. Im Bisa. in der Ambra, dem Zibet haben wir das Quecksilber aus der Gesichtspuncte des Geruches, im Gold eben als Gold in Koralle und Edelstein vom Gesichtspunct der Farb. des Edelsteines. Ihr Verderben liegt darin, dass GO in Quecksilber geworfen, weiss wird, und Riechstoffe, Quecksilber geworfen, an ihrer Oberfläche geruchlos wer. den. Dass Korallen ihre Röthe verlieren. wenn sie vor Frauen während der Zeit ihrer Menstruation getraged werden, behaupten viele Frauen, und ihnen reihen sici dann andere Schmucksteine an.

Im Basilisken haben wir das Quecksilber als Basilisk Indem er als Gift der Gifte rangirt, wird das Quecksilba i als Gift an seiner Hand besonders in den Vordergrund gedrängt. Dass der, den er ansieht, stirbt, darin haber wir wieder das Quecksilber als A uge. Der Process de Putrefaction im Glase, dem der Basilisk sein Entstehen verdankt, bietet uns die Darstellung des Hydrarg. our rubr. im Aludel. Wer ihn aus dem Gefässe nimmt ual tödtet, der leitet den Exstinctions-Process des Quecksilbers. Sieht sich der Basilisk im Spiegel und stirbt davon, so exstinguirt sich das Quecksilber selbst

Die Lehre vom Homunculus (Menschlein).

Sperma virile wird in einem verschlossenen Kukurbit per se, mit der höchsten Putrefaction, Ventre equino, putreficirt auf 40 Tage, oder so lange bis es lebendig wird und sich bewegt, was leicht zu sehen ist. Nach soleber Zeit wird es etlichermassen einem Menschen ähnlich seben, doch ist es durchsichtig ohne ein Corpus. Die Gestalt wird nun täglich mit dem Arcano sanguinis humani gespeiset und ernährt bis auf 40 Wochen, und in stetiger gleiche Wärme des Venter equinus erhalten. Dann wird ein lebendiges menschliches Kind daraus, mit allen Gliedrassen. wie ein anderes Kind, welches von einem Weibe geboren. doch ist es viel kleiner. Auf Grund dieser Kleinheit heisst's denn auch Homunculus, Menschlein. Der Homunculos soll mit grossem Fleiss und grosser Sorgfalt aufgezogen werden, bis er „zu seinen Tagen“ und zu Verstand kommt. Kommen die Homuneuli zum männlichen Alter, so werden Riesen, Zwerglein und andere derartige „grosse Wunder. leute“ aus ihnen, die zu einem „grossen Werkzeug und Instrument“ gebraucht werden, die grossen, gewaltigen Sieg wider ihre Feinde haben, und alle heimliche und verborgene Dinge wissen, die andere Menschen nicht wissen. Denn durch Kunst bekommen sie ihr Leben, durch Kunst bekommen sie Leib, Fleisch, Bein und Blut, durch Kunst werden sie geboren, darum wird ihnen die Kunst einverleibt und angeboren; sie brauchen nicht zu lernen, man

von ihnen lernen. Sie sind aufgewachsen wie eine Rose oder sonstige Blume im Garten, und werden die Kinder der Waldgötter und der Nymphen genannt, deshalb, weil sie in Bezug auf ihre Kräfte und Thaten nicht mit Menschen, sondern mit Geistern zu vergleichen sind.

Das Sperma virile ist Quecksilber, aus welchem im Kukurbit, im Venter equinus, Hydrarg. oxyd. rubr. dargestellt wird. Nach 40 Tagen durchschnittlich wird es lebendig, weil sich dann nach der Lehre der Alchemisten das Caput corvi zeigt. Dies Caput corvi zeigt, dass aus der Sache doch etwas wird, dass der erste Weg angebahnt ist, auf dass aus dem Quecksilber das Hydrargyr. oxyd. rubr. wird. Mehr haben wir aber auch noch nicht, darum ist das Quecksilber, der Homunculus, noch durch

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