Obrazy na stronie
PDF
ePub
[ocr errors]

Interpretation der Tab. smar. ein Zeugniss abgiebt. Wir haben also das Gegenüberstehen der Neuplatoniker und der Anhänger der metaphysischen Interpretation der Tab. smar., oder wie wir sie auch nennen können, der Aristoteliker, darin in Bausch und Bogen gezeichnet, dass die ersteren der Physik huldigen, die letzteren der Metaphysik. Platoniker sein, heisst mit anderen Worten Physiker sein, Aristoteliker sein, heisst mit anderen Worten Metaphysiker sein. Demokrit calculirt nun ff. So lange wir Anhänger der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. ganz im Allgemeinen, den Toleranz-Standpunct einnehmend, sagten, wir haben Plato gegenüber weiter keinen Intoleranz-Standpunct; dem, was wir von dem Manne gebrauchen können, das ist, seiner Arcanen-Lehre, kehren wir weiter nicht den Rücken, das, dem wir den Rücken kehren, ist das, was wir nicht gebrauchen können, weil wir, ihm Rechnung tragend, uns selbst negiren würden, so lange wir so sprachen, sagt Demokrit, nahmen wir einen Allgemeinstandpunct ein, mit dem Jeder in specie es halten konnte, wie er wollte. Jetzt aber, sagt er, nachdem die Sache so weit gekommen, dass das Recurriren auf Plato durch die Tab. Memphitica, wenn gerade auch nicht kanonisch geworden ist, so doch durch die Allgemein-Annahme dieser Tabula einen Stempel erhalten hat, der so halb-kanonisch ist, jetzt kann Keiner mehr der Sache aus dem Wege gehen, jetzt ist Plato legalisirt worden, das heisst mit anderen Worten, die Metaphysik hat in die Physik hinübergegriffen, die Metaphysiker sind nicht strenge mehr Metaphysiker, sie sind halb Methaphysiker, halb Physiker. Und dem, sagt Demokrit, muss strict ein Ausdruck gegeben werden, damit diejenigen, welche etwa noch den alten Standpunct einnehmen, kraft dessen sie sagen, nun, wir sind gerade nicht intolerant gegen Plato, mag der, dem seine Arcanen-Lehre gefällt, daraus nehmen, was er will, kraft dessen sie das so ganz im Allgemeinen sagen, ohne sich inviduell irgend eine Fessel anzulegen, damit diese ihren stricten Standpunct angewiesen bekommen. Ich, Demokrit, aber gebe der Sache strict einen Ausdruck in der Tab. Democritica. In diesem Sinne ist nun die Interpretation der Tab. Democritica ff.

[ocr errors]

Erste Zeile: ̔Η φύσις τῇ φύσει τέρπεται. Die erste Physis ist die Physik der Aristoteliker, die zweite die der Platoniker. Eine freut sich der anderen, die beiderseitigen quos näheren sich. Indem man Metaphysiker ist, wendet man darum noch nicht der Physik den Rücken. Zweite Zeile: Η φύσις τὴν φύσιν νικά. Indem aber der Standpunct von so eben statt hat, geben die Aristoteliker ihren Standpunct nicht auf. Toleranz gegen Plato, und sich absorbiren lassen von Plato sind noch zwei verschiedene Dinge. Das letztere zu thun, dazu haben die Aristoteliker keine Lust. Ihre Metaphysik ist und bleibt ihnen die Hauptsache. Sie lassen der Physik Gerechtigkeit wiederfahren, geben ihr aber einen subordinirten Standpunct. Die Metaphysik siegt über die Physik, die Physik der Aristoteliker siegt über die der Platoniker.

Dritte Zeile: Η φύσις τὴν φύσιν κρατεῖ. Diese Zeile könnte beim gegenwärtigen Gesichtspunct der Tab. Der mocritica, welcher das Recurriren auf Plato in's Auge fasst, fallen. Denn wenn die quois der quais gegenüber einmal gesiegt hat, so braucht der Platonischen Physik gerade doch nicht in dem zoatɛiv der Fuss auf den Nacken gesetzt zu werden, das stumpft das тéолɛσ9αι der ersten Zeile ein wenig sehr ab. Indessen die Sache lässt sich nicht anders machen. Denn die Tab. Democritica hat nicht nur die Mission, auf Plato zu recurriren, sondern auch die, uns die metaphysische Interpretation der Tab. smar. vorzufübren, und indem sie das letztere thut, kann das Ἡ φύσις τὴν φύσιν κρατεῖ nicht umgangen werden

Fassen wir nun den ersten Gesichtspunct der Tab. Democritica, das Vorführen der metaphysischen Interpretation der Tab. smar., in's Auge.

[blocks in formation]

oder Gold gefasst wird, und dieser Theil sich zum Herrn des ganzen Arcani aufwirft, so dass wir also die Arcana nach der einen Auffassung als Gold, nach der anderen Auffassung als Mercur haben. Nun, die Situation mit dem Mercur in dieser Beziehung haben wir ja gerade in dem betreffenden Passus Hacc est totius fortitudinis etc. Die Situation mit dem Gold in der genannten Beziehung haben wir in diesem Passus zwar streng genommen nicht, denn den Goldstandpunct bezeichnet die gloria, nicht aber die fortitudo. Indessen man bedenke, dass wir gar nicht wüssten, was wir mit der gloria anfangen sollten, wenn wir nicht bei Sic habebis gloriam supplirten: quia vincet omnem rem subtilem, omnemque solidam penetrabit. Also den Hauptlebensfaden erhält die gloria aus dem FortitudoPassus, und daher kann man wohl sagen, wenn man die fortitudo hat, so hat man auch die gloria. Hierzu kommt, dass, wie wir oben gesagt, sich dem Fortitudo-Passus der Hinweis auf den Hermes trismegistus anschmiegen soll, auf dass aus dieser Rubrik die metaphysische Interpretation der Tab. smar. in nuce hervorgehe. In dem Hermes trismegistus aber haben wir den Drei-Standpunct: Hydrargyrum oxydatum rubrum, Quecksilber, Gold. Nun damit ist gezeichnet, dass wir, wenn wir den Mercur haben, auch das Gold haben. Sollte dieser Hinweis nicht auf das Gold deuten, auf den Gloria-Standpunct, sollte er nicht darauf deuten, dass wir da, wo wir den Mercur haben, auch das Gold haben, dass wir da, wo wir den FortitudoStandpunet haben, auch den Gloria-Standpunct haben, wozu brauchten wir denn neben dem Passus Haec est totius fortitudinis etc. auch noch auf den Hermes trismegistus zu reflectiren?

Indem wir uns nun an den Passus Haec est totius fortitudinis etc. mit Berücksichtigung des Hermes trismegistus halten, indem wir auf Grund dessen mit der fortitudo zugleich die gloria haben, fällt die achte Rubrik, sie wird absorbirt. Sie soll uns ja darauf verweisen, dass das, was von der fortitudo gilt, auch von der gloria gilt, sie soll uns auf die xovooлotia verweisen. Das aber haben wir bereits, wenn wir uns auf den obigen Standpunct stellen. Also die achte Rubrik wird absorbirt.

Ebenso wird, wenn wir uns an den Passus Haec est totius fortitudinis etc. mit Berücksichtigung des Hermes trismegistus halten, die zweite Rubrik absorbirt. Denn in ihr handelt es sich um das Hydrargyrum oxydatum rubrum. Das aber haben wir im Hermes trismegistus, dessen Drei-Standpunet uns ja Quecksilber, Gold und Hydrargyrum oxydatum rubrum bietet. Hierzu kommt noch, dass, wenn wir den Hermes trismegistus haben, dass wir dann vorab einmal den Hermes haben, das ist den Hermes unicus, und dieser extendirt sich erst, nachdem wir ihn haben, zum trismegistus. Damit bietet uns das Anlehnen an den Hermes trismegistus zugleich den Hermes unicus. Dieser aber reiht sich sehr naheliegend an die res una, welche = Hydrarg. oxyd. rubr.

Ebenso wird die dritte Rubrik Pater ejus est Sol etc. absorbirt. Denn diese Rubrik verweist uns darauf, wie sich das Hydrarg. oxyd. rubr. zu Quecksilber überhaupt einerseits, und zu Gold andererseits extendirt. Nun, dieses Hinweises bedarf es weiter nicht, wenn wir uns von vorn herein auf den Standpunet stellen, wir haben das Quecksilber im Allgemeinen, wir haben das Gold.

Der vierten Rubrik Pater omnis telesmi etc. brauchen wir von dem Standpuncte aus, auf den wir uns hier stellen, weiter unsere Aufmerksamkeit nicht zu widmen. Es handelt sich ja nicht darum, dass wir, indem wir den Passus Haec est totius fortitudinis etc. mit dem Hinblick auf den Hermes trismegistus haben, dass wir dann Schritt vor Schritt den Wortlaut der ganzen Tab. smar. haben, sondern darum handelt es sich, dass das alchemistische Problem, welches in der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. vertreten ist, sich in dem Passus Haec est totius fortitudinis etc., an den sich der Hinweis auf den Hermes trismegistus knüpft, concentrirt. Mit einem solchen alchemistischen Problem aber, wenn es in seine engsten Gränzen gedrängt wird, und bei einer Auffassung in nuce handelt es sich ja eben um ein Drängen in die engsten Gränzen, mit einem solchen Problem hat die Darstellung des Hydrarg. oxyd. rubr. weiter nichts zu thun.

Dass es nun auch bei einer solchen in nuce-Fassung der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. weiter

nicht auf die erste Rubrik, die Einleitung, nicht auf die sechste Rubrik, den Index, ankommt, versteht sich von selbst. Diese gehen also den Weg, welche die DarstelInng des Hydrarg. oxyd. rubr. geht.

Es hat also das statt, was wir oben sagten, dass wenn wir den Passus haben: Haec est totius fortitudinis etc., wenn wir mit ihm den Hermes trismegistus (siebente Rubrik) Hand in Hand gehen lassen, dass wir dann die Tab. smar. in der metaphysischen Interpretation in nuce haben.

Das fasst nun Demokrit in's Auge. Er bietet uns in seiner Tabula den Passus Haec est totius fortitudinis etc., er bietet uns den Hermes trismegistus, und präsentirt uns damit die metaphysische Interpretation der Tab. smar. in nuce, er bietet uns damit die dritte Redaction der Tab. smar., wie uns die Tab. Memphitica die erste Redaction der Tab. smar. bietet. Sehen wir nun, wie das des Näheren liegt.

Die Tabula Democritica bat drei Zeilen. Diese drei Zeilen repräsentiren den Hermes trismegistus.

Erste Zeile: Η φύσις τῇ φύσει τέρπεται. Demokrit theilt die totius fortitudinis fortitudo fortis in zwei Theile, in die tota fortitudo und die fortitudo fortis. Den einen Theil schiebt er der gloria zu, den anderen der fortitudo. Wir haben oben gesehen, dass auf Grund dessen, dass das quia vincet omnem rem subtilem etc. der Lebensfaden der gloria ist, auf Grund dessen, dass der Hermes trismegistus uns da, wo wir das Quecksilber haben, auch das Gold bietet, dass wir auf Grund dessen da, wo wir das Quecksilber haben, auch das Gold haben. Das nun bewegt den Demokrit, die totius fortitudinis fortitudo fortis in die so eben genannten zwei Theilen zu zersplittern, und den einen der gloria, den anderen der fortitudo zuzuschieben. Die gloria ist die eine quois, die fortitudo die andere. Beide quos erfreuen sich eine der anderen, bieten kein ExclusivVerhältniss dar. Sage also nicht, wenn ich die fortitudo habe, so habe ich eben die fortitudo, nicht aber die gloria. Sage so nicht. Hältst du dich strict an die Worte, so hast du recht, gehst du aber auf den Sinn der Situation ein, so hast du, indem du die fortitudo hast, zugleich auch die gloria..

Zweite Zeile: Η φύσις τὴν φύσιν νικᾷ. Die erste quois ist hier der generelle Standpunct von gloria und fortitudo, auf den uns die vorige Zeile geführt, sie ist einerseits das Gold, andererseits der Mercur. Das νικάν ist dasselbe Wort, welches uns der Griechische Urtext in dem Passus quia vincet omnem rem subtilem bietet, und damit ist denn die zweite quois die res subtilis, das, was die metaphysische Interpretation der Tab. smar. unter res subtilis versteht. Also haben wir in dieser zweiten Zeile: die fortitudo, welche zur fortitudo und gloria extendirt ist, vincit omnem rem subtilem.

Dritte Zeile: Η φύσις τὴν φύσιν κρατεῖ. Die erste quois ist hier dasselbe, wie in der zweiten Zeile, und analog, wie diese in dem vixäv tầy quoi hat: vincere omnem rem subtilem, analag hat die dritte Zeile in dem κρατεῖν τὴν φύσιν das: penetrare omnem rem solidam, Dass Demokrit uns hier für das penetrare das zoateĭv bietet, damit geht er auf den Vers 14 des Psalm 19 (vergl: Jüdische Interpretation der ersten Redaction der Tab. smar.) ein, damit verweist er uns darauf, dass das vincere et penetrare auf Grund des „dass sie nicht über mich herrschen" in die Tab. smar. kommt. Demokrit benutzt also seine Tabula nebenbei dazu, um uns die Quelle des vincere et penetrare vorzuführen. Er thut das aber in alchemistischer Weise versteckt. Denn das xpatεiv des Vers 14 des Psalm 19 ist die Concentration des vincere et penetrare. Vincere und penetrare schieben sich zum xoarεīv zusammen. Die Sache liegt also im Grunde nicht so, dass Demokrit hat penetrare xpatεiv, sondern so, dass er hat: vincere x = xqatεïv, wo x das penetrare repräsentirt. Er hätte uns also nicht das zoareiv für penetrare zu bieten, sondern einen anderen Ausdruck, und dieser Ausdruck, additionsweis mit dem vixav zusammengehalten, würde erst das zoareiv ergeben. Das ist nun schon recht. Aber wollte Demokrit in der Weise verfahren, wollte er sich strict bei der Stange halten, so könnte er uns ja nicht das zoutεiv bieten, und darauf, es uns zu bieten, steuert er ja eben los. Uebrigens schlägt ein Alchemist bei derartigen Situationen immer gedeckt. So auch hier Demokrit. Der ist mit seinem xgarɛiv an der Stelle des penetrare da

durch gedeckt, dass die Septuaginta im Vers 14 des Psalm 19 haben: καὶ ἀπὸ ἀλλοτρίων φεῖσαι τοῦ δούλου σου. ἐὰν μή μου κατακυριέυσωσι, τότε ἄμωμος ἔσομαι, καὶ καθαρισθήσομαι 'από αμαρτίας μεγάλης. Also die Septuaginta haben nicht κρατεῖν, sondern κατακυριεύειν. Daran kann sich nun Demokrit halten, und sagen, nicht νικάν + x = κρατεῖν, sondern vielmehr νικᾶν + x κατακυριεύειν. Ich setze nun an die Stelle des x das κρατεῖν. Damit trete ich dem κατακυριεύειν nicht zu nahe, und weil ich ihm nicht zu nahe trete, deswegen bin ich gedeckt.

=

Wir sehen also, dass die Tab. Democritica den Passus Haec est totius fortitudinis etc. bringt. Dazu kommt der, in den drei Zeilen der Tabula repräsentirte Hermes trismegistus, und wir haben also in der Tabula Democritica, wie oben gesagt, die metaphysische Interpretation der Tab. smar. in nuce.

una.

Wir haben nun noch Eins in's Auge zu fassen. Bereits oben haben wir darauf hingewiesen, dass wir da, wo wir den Hermes trismegistus haben, auch den Hermes unicus haben. Denn der Hermes trismegistus kommt erst heraus, wenn wir vorab den Hermes, den Hermes unicus haben, und dann von ihm weiter gehen, ihn extendiren. Diesen Hermes unicus haben wir nun in der Tab. Democritica derartig vertreten, dass diese Tabula zwar 3 Zeilen hat, welche den Hermes trismegistus repräsentiren, dass sie aber eine Tabula ist, im Ganzen eine Eins bietet, und diese Eins repräsentirt dann den Herines unicus. Sobald wir aber beim Hermes unicus sind, auch darauf haben wir bereits oben hingewiesen, liegt es nahe, an diesen Hermes unicus die res una zu reihen. Auf Grund des Hermes unicus, der einen Tabula Democritica, sind wir also bei der res Wir wissen aber (vergl. Jüdische Interpretation der zweiten Redaction der Tab. smar.), dass die res una auf dic Materia prima führt, und somit sind wir, indem wir bei der res una sind, bei der Materia prima. Nun sagt Aristoteles, Metaphys. ▲ (nach Anderen E). 4: qúois dè ἥ τε πρώτη ὕλη, die φύσις ist die Materia prima. Also die eine Tabula Democritica (der Hermes unicus) führt uns auf die Materia prima, diese führt uns im Anlehnen an Aristoteles auf die quois, und damit haben wir denn Aristotelisch die quos legalisirt, um welche sich die Tabula Democritica dreht. Das ist nicht unerheblich, denn man kann dem Democrit ff. vorhalten. Du sagst, nachdem die Tabula Memphitica da ist, ist die quos bei den Aristotelikern legalisirt worden. Darauf weisest du mit deiner Tabula Democritica hin. Gut, wir pflichten dir hierin bei. Aber dass du das nun so prägnant thust, dass du die quois immer wieder in den Vordergrund drängst, dass du die ganze Tab. smar. sich um die quos drehen läseest, was heisst zu weit gehen, das sieht aus, als wolltest du unsere Metaphysik von der Physik absorbiren lassen. Dem gegenüber ist es nun dem Demokrit wichtig, in Aristoteles selbst eine Deckung zu haben, eine Deckung, die, wie ge sagt, darin liegt, dass Aristoteles die Materia prima quos nennt. Nun sagt Demokrit: Ihr könnt doch nichts gegen die drei Zeilen meiner Tab. haben, und damit gegen den Hermes trismegistus. Ihr könnt doch nichts gegen meine eine Tabula haben, und damit gegen den Hermes unicus. Ihr könnt nichts dagegen haben, dass ich mit dem Hermes unicus an die res una anlehne. Ihr könnt nichts dagegen haben, dass ich mit der res una an die Materia prima anlehne. Nun gut, könnt ihr gegen alles dieses nichts haben, könnt ihr mir also schliesslich die Materia prima nicht streitig machen, was wollt ihr denn gegen meine quois, auf die mich Aristoteles selbst führt, indem er, da er sagt, φύσις ἡ πρώτη ύλη, selbst darauf hinweist, man solle sich in Bezug auf die Materia prima an die quois halten.

Ja noch weiter. In der citirten Stelle des Aristoteles heisst es nicht nur: φύσις δὲ ἥ τε πρώτη ὕλη, sondern es wird auch hinzugefügt: xai avtŋ dixws, und zwar in zwiefacher Weise. Nun ist Demokrit sogar durch den Aristoteles gedeckt, dass er immer und immer wieder mit seiner quois aufwartet. Nun sagt er, die Eins ist nicht nur in der einen Tab. Democritica gegeben, sondern auch in jeder einzelnen Zeile derselben. Wie der Hermes trismegistus aus dem Hermes unicus hervorgeht, so gehen die drei Zeilen der Tab. Democritica aus der Eins jeder einzelnen Zeile hervor. Indem ich nun in jeder einzelnen

Zeile die Eins habe, habe ich in jeder den Hermes unicus und, daran anlehnend, die Materia prima, die quois. Da sich nun aber an die Materia prima eine doppelte quois knüpft, so ist es ganz Aristotelisch, durch Aristoteles legalisirt, dass ich in einer Zeile zwei quotes bringe, in jeder einzelnen Zeile zwei quoɛs bringe. Somit, sagt Domokrit, ist es nicht nur durch Aristoteles legalisirt, dass ich mich überhaupt in der Tabula Democritica an die qúois halte, sondern es ist auch durch ihn legalisirt, dass ich sie in cumulirter Weise bringe.

Zu den Φυσικὰ καὶ μυστικά haben Synesius (s. den folgenden Abschnitt) und Pelagius (De divina et sacra arte) je einen Commentar geschrieben. Synesius sagt in seinem Commentar, das Η φύσις τῇ φύσει τέρπεται κ. 7. A. rübre ursprünglich von Ostanes her. Dieser habe es im Tempel zu Memphis den Demokrit gelehrt, wo er ihn überhaupt in die Geheimnisse der Alchemie eingeweiht. Das ist nun nichts anderes, als ein Histörchen, welches Synesius dem Serapis-Priester Dioscorus, dem er seine Abhandlung widmet, vorredet. Ein Seitenstück zu dieser Anekdote des Synesius ist folgendes: Demokrit habe den todten Ostanes aus der Unterwelt citirt, nnd ihn über die Alchemie befragt. Da habe denn Ostanes gesagt, ein Dämon hindere ihn, zu beichten, seine Schriften aber würde man im Tempel finden, dort seien sie verborgen. Nun habe man nachgesucht, und das Lakonische H vois tỷ φύσει τέρπεται κ. τ. λ. gefunden.

Synesius.

Wie wir bereits in vorigem Abschnitte erwähnt, hat Synesius einen Commentar zu Demokrits proizà zai μvστικά geschrieben. Derselbe führt den Titel: Συνεσίου φιλοσόφου πρὸς Διόσκορον εἰς βιβλίον Δημοκρίτου ὡς ἐν σχολίοις, Synesii philosophi ad Dioscorum in librum Democriti scholia. Den Griechischen Text findet man in des Fabricius Bibliotheca Graeca, Band 8, S. 233. In diesem Commentar sagt Synesius, jener Demokrit sei der Demokrit von Aldera, welchen wir als den lachenden Philosophen kennen. Daran ist nun gar nicht zu denken. Der Autor der Φυσικὰ καὶ μυστικά ist ein Alchemist, welcher in die zweite Alexandrinische Periode fällt, und hat mit dem Abderiten Demokrit nichts anderes gemein, als den Namen. Uebrigens glaubt Synesius auch selbst nicht daran, dass der Autor jener Schrift der Abderit Demokrit sei, es redet es nur dem Serapis-Priester Dioscorus vor, an den er seinen Commentar richtet, eben so wie er ihm vorredet, Demokrit habe sein Natura natura gaudet etc. vom Ostanes.

An und für sich ist aus dem Commentar des Synesius nicht viel zu lernen. Die Wichtigkeit der Schrift liegt darin, dass wir wissen, wann Synesius gelebt. Er lebte nämlich um 400 p. C. Dem entgegen wissen wir nun nicht, wann Demokrit gelebt. Da aber sein Commentator nothwendig später fallen muss, so haben wir den feststehenden Rückschluss, dass Demokrit vor 400 gelebt haben muss. Synesius führt uns also auf das wichtige Datum, dass der Autor der Φυσικὰ καὶ μυστικὰ vor 400 p. C. fällt, das ist also, da wir die methaphysische Interpretation der Tab. smar. in den dritten Abschnitt der ersten Alexandrinischen Periode setzen, ungefähr zwischen 1 und 400. Das ist nun zwar ein ziemlicher Spielraum, innerhalb dessen sich Demokrit bewegt, indessen eine nähere Feststellung der Zeit, wann Demokrit gelebt, lässt sich nicht geben. Seien wir zufrieden, dass wir wenigstens diesen Anhaltspunct in Bezug auf die Zeit haben, in welcher jener, bei den Alchemisten so sehr in Ansehen stehende Autor gelebt. Wtr haben bei der Platonischen Interpretation der Tab. smar. einen Synesius kennen lernen, welchem die Abhandlung Περὶ ἐνυπνίων fälschlich zugeschrieben wird. Es ist der Cyrenäer, der 410 Bischof von Ptolemais wurde. Nun, eben von jenem Synesius, dem Cyrenäer, rühren die Scholien zum Demokrit her.

[blocks in formation]
[ocr errors]

Abhandlung Περὶ ἐνυπνίων intergesehoben wurde, passt auch ganz gut dazu, dass er der Autor der Demokritschen Scholien ist. Es wurmte nämlich einen Stock-Neuplatoniker, dass auf den hervorragenden Namen Synesius blos eine „Aristotelische“ Abhandlung kommen sollte, und so knüpfte er an denselben auch eine „Platonische Abhandlung. Wir sehen daher gar nicht ein, was denn im Wege stehen könnte, den Cyrenäer Synesius als den Autor der Scholia in librum Democriti anzunehmen.

Anderer Ansicht ist Reinesius. Er sagt, Fabricii Bibliotheca Graeca, Band 12., S. 752 ff.

Quod ad Synesium attinet, cujus scholia in Democriti Physica et Mystica ad Dioscorum sacerdotem magni Serapidis f. 71 seqq. exstant, vixit sane Theodosiorum tempore Synesius aliquis, Athenisque et Alexandriae litteris operam dedit, et postea A. C. 410 Episcopus Cyrenes in Libya creatus, cujus scripta publicis typis novissime A. 1633 Lutetiae a Dionysio Petavio cum notis mandata sunt. Huic autem jam dicta scholia tribui nequeunt, quoniam in illis error puerilis de Ostane ac Democrito, de quo infra dicam, deprehenditur: Synesium autem illum peritissimum doctissimumque scripta ipsius testantur, quem tam crassae inscitiae arguere nefas. Neque in ejus scriptis vola vel vestigium de arte hac chemica, neque de familiaritate cum Dioscoro, cum tamen vitae suae curriculum integrum Epistola LVII. prolixe descripscrit, etiam de genere suo, de studiis, connubio, liberis, fratre, amicis et variis cum quibus luctandum ipsi fuit rebus adversis mentionem passim faciat.

Was den Synesius betrifft, dessen Scholien zu des Demokrit Physica et Mystica an den Dioscorus, den Priester des grossen Serapis, f. 71 ff. (der Schriften, welche Reinesius vor sich hat) stehen, so lebte freilich zur Zeit der Theodose ein Synesius. Er lag zu Athen und Alexandria den Studien ob, und wurde hernach im Jahre 410 zum Bischof von Cyrene in Libyen ernannt. Seine Schriften wurden jüngst, 1633, zu Paris von Dionys Petavius, mit Anmerkungen versehen, herausgegeben. Diesem nun dürfen die erwähnten Scholien nicht zugeschrieben werden, weil in ihnen ein kindischer Irrthum in Betreff des Ostanes und Demokrit, von dem ich weiter unten sprechen werde, vorkommt. Jener Synesius ist aber ein sehr kluger und sehr gelehrter Mann, das zeigen uns seine Schriften, dem darf man keine solche crasse Ignoranz aufbürden. Und dann kommt auch in seinen Schriften keine Spur von dieser Chemie und von seiner Freundschaft mit dem Dioscorus vor, trotzdem dass er in der Epistel 57 ans führlich sein (des Synesius) Leben beschreibt, dann auch stellenweise von seiner Abstammung, seinen Studien, seiner Verheirathung, seinen Kindern, seinem Bruder, seinen Freunden, und von manchen Unannehmlichkeiten spricht, mit denen er zu kämpfen hatte."

Reinesius geht davon aus, dass Synesius das selbst glaubt, was er dem Dioscorus vorschwatzt. Ach nein, daran ist gar nicht zu denken. Um der Schrift des Demokrit, resp, dem Natura natura gaudet etc. eine hervorstechende Folie zu geben, bindet Synesius dem Dioscorus auf, sie sei schon so alt, dass sie bereits vom Abderiten Demokrit herstamme. Und um des Dioscorus Nationalstolz zu kitzeln, sagt er, Demokrit habe seine ganze Weisheit vom Ostanes, dem grossen Aegyptischen Priester. Wo ist denn da die crasse Ignoranz des Synesius? Wenn von Dummheit die Rede sein soll, so kann sie doch nur auf Seiten des Dioscorus fallen, von dem sich Synesius versehen konnte, dass er solches Geschwätz glaubte.

am

Uebrigens ist der Dioscorus, der Serapis-Priester, Ende gar nichts anderes, als eine fingirte Person. Nach demselben Princip, nach welchem die Tab. Memphitica aus Memphis stammt, nach demselben mystificirenden Princip hat Ostanes im Tempel zu Memphis dem Demokrit Unterricht ertheilt. Und weil demnach, so kann man weiter sagen, die Tab. Democritica „Aegyptisch" ist, deswegen dedicirt der Commentator Synesius, die AegyptenMystification weiter ausbeutend, seine Schrift einem Aegyptischen Priester. Eine solche Auffassung der Sache liegt gar nicht so fern.

Wenn Reinesius sagt, in des Synesius Schriften, (das ist, exclusiv die Scholien), käme keine Spur von Chemie, Alchemie, vor, so irrt er darin. Wir verweisen unter anderem auf seine Briefe und namentlich die Epistel

142. Freilich steht da nichts von zuela, indesse iloσοφία ist oft gleichbedeutend mit χημεία, und das ist eben eine Sache, von der Reinesius keine Ahnung hat. Dass sonst nicht bei Synesius von Dioscorus die Rede ist, ist höchst irrelevant. Sehr nahe liegt so etwas, wenn Dioscorus eine fingirte Person ist. Und ist er auch keine fingirte Person, wozu muss denn irgendwo, und namentlich im 57ten Briefe die Rede von ihm sein? Das verstehen wir nicht. Will aber Reinesius, dass wir auf seine Idee nolens volens eingehen sollen, nun dann sagen wir ff. Für einen Christlichen Bischof passt der Umgang mit einem Heidenpriester schlecht. Die Scholien zum Demokrit waren vor dem Uebertritt des Synesius zum Christenthum geschrieben. Da figurirte nun einmal der Dioscorus, und war nicht mehr rückgängig zu machen. Wo er aber rückgängig zu machen war, da strich ihn Synesius. Er war aber rückgängig zu machen, resp. wurde vom Christen gar nicht mehr erwähnt in den übrigen Schriften, welche wir vom Synesius besitzen.

Fabricius erwähnt in einer Anmerkung zur oben angeführten Stelle, dass Morhof in seinem Polyhistor auch gegen Reinesius ist, den Brief 142 aufführt, und anderes vorbringt. Wir für unseren Theil haben Morhofs Polyhistor nicht gelesen.

Erweiterung der metaphysischen Inter

pretation der Tabula smaragdina.

Nachdem sich die Anhänger der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. eine lange Zeit, wir wollen in Bausch und Bogen ein halbes Jahrtausend sagen, an diese gehalten, kommen sie auf die Idee, dieselbe zu erweitern.

Sie sagen, kraft der methaphysischen Interpretation steht das Hydrarg. oxyd. rubr. an der Spitze der Arcana. Es ist schon recht, dass dies Hydrarg. oxyd. rubr. im Grunde nichts anderes ist, als der, als Hydrarg. oxyd. rubr. gefasste Pulv. solaris. Indessen an und für sich hat man eben nichts anderes, als das Hydrarg. oxyd. rubr., und es bedarf erst des Umweges, der Calculation, damit man aus dem Hydrarg. oxyd. rubr. den P. solaris erhält. Geht das nun gar nicht anders, so muss man sich damit begnügen. Geht es aber anders, so liegt es näher, dass man den P. solaris an die Spitze der Arcana stellt, als das Hydrarg. oxyd. rubr.

Nun versucht man, ob man, natürlich mit den betreffenden Modificationen, nicht durchkommt, wenn man in der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. an die Stelle des Hydrarg. oxyd. rubr. den P. solaris ruber setzt, Der Versuch liegt ff.

Zweite Rubrik. Es ginge schon, dass das superius und inferius für das Hydrarg. oxyd. rubr. und Sulphur aurat. ausgebeutet würde, und damit P. solaris ruber zur res una würde.

Dritte Rubrik. Im Sinne der eigentlichen metaphysischen Interpretation wird Hydrarg. oxyd. rubr. zu Mercur. Da nun die Alten Sulphur aurat. als Schwefel auffassten (vergl. bereits erste Redaction der Tab. smar.), so könnte man als Seitenstück dazu das Sulphur aurat. als Schwefel nehmen. Damit erhielte man denn in dieser Rubrik anstatt Hydrarg. oxyd. rubr. und Sulphur aurat.: Mercur nnd Schwefel. Das Gold unterzubringen, dem steht an der Hand des Pater ejus est Sol nichts im Wege. Vierte Rubrik. Es ginge schon, diese Rubrik für die Darstellung des P. solaris ruber auszubeuten. Denn da bei der Darstellung des Sulphur aurat. ebenso ein Aufsteigen und ein Absteigen statt hat, als bei der Darstellung des Hydrarg. oxyd. rubr., so ist eine gemeinschaftliche Basis für die Darstellung des Hydrarg. oxyd. rubr. und des Sulphur aurat. gegeben.

Fünfte Rubrik. Wir haben in der eigentlichen metaphysischen Interpretation für die fortitudo die weisse Farbe im Aulehnen an den Mercur, für die gloria die gelbe Farbe im Anlehnen an das Gold. Die gelbe und weisse Farbe wäre also auch für die ausgedehnte methaphysische Interpretation zu verwerthen. Nun ist aber Schwefel gelb und Mercur weiss. In dem Fortitudo - Standpunct, der sich an den Schwefel und Mercur anzulehnen hätte, wie er sich in der eigentlichen metaphysischen Interpretation blos an den Mercur lehnt, hätten wir also bereits die weisse und die gelbe Farbe. Der Fortitudo - Standpunct

[merged small][ocr errors][merged small]

Also mit einem derartigen Anlehnen einer neuen Interpretation der Tab. smar. an die metaphysische Interpretation, dass so schlechtweg an die Stelle des Hydrarg. oxyd. rubr. der P. solaris ruber rückt, ist es schon einfach deswegen nichts, weil man in der fünften Rubrik reinweg stecken bleiben würde, ganz abgesehen davon, dass, wenn wir auch in Bezug auf die vorangehenden Rubriken so im Allgemeinen geurtheilt haben, bei ihnen liesse sich durchkommen, dass dies Durchkommen im Besonderen doch mannigfache Schwierigkeiten bieten möchte.

Mag dem aber nun sein, wie ihm wolle, die neue Idee, an die Stelle des Hydrarg. oxyd. rubr. der metaphysischen Interpretation den P. solaris zu setzen, entsteht, ist einmal da, und sie hat so viel Verlockendes, dass man sich durch den misslungenen Versuch von vorhin nicht abschrecken lässt. Man fasst die Sache auf eine andere Weise an, und kommt so zur Lapis philosophicus-Interpretation der Tab. smar.

Lapis philosophicus, Stein des Weisen! Da wird man aufschauen, davon hat Jeder sein Lebtage schon öfter gehört. Was ist's mit diesem wunderbaren Dinge?

Man kann den Lapis philosophicus, den ursprünglichen Lapis philosophicus später werden wir noch einen anderen Lapis philosophicus kennen lernen von drei Allgemein-Gesichtspuncten auffassen 1) von dem Allgemeingesichtspuncte: Wasser, Erde, Luft, 2) von dem Allgemeingesichtspuncte: Erde, 3) von dem Allgemeingesichtspuncte: Luft und Erde. Vom Besonder-Gesichtspuncte aufgefasst, ist der Lapis philosophicus: Schwefel und Mercur. Wie dieses Etwas“ zu dem Namen Lapis philosophicus kommt, werden wir im folgenden Abschnitt, der die Lapis philosophicus- Interpretation der Tab. smar. bringt, kennen lernen, deren Quintessenz ff. ist.

[ocr errors]

Gemäss des vorhin aufgestellten Versuches, in der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. an die Stelle des Hydrarg. oxyd. rubr. den P. solaris ruber zu setzen, würden wir, nachdem die zweite Rubrik den P. solaris gebracht, in der dritten Rubrik an seiner Stelle Schwefel und Mercur erhalten. Dieser Schwefel und Mercur constituirt nun den Lapis philosophicus, und dieser Lapis philosophicus übernimmt denn die Rolle des Hydrarg. oxyd. rubr., so wie des aus ihm hergeleiteten Mercur und Goldes in der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. Es werden drei Arcana angenommen: Acid. sulphur.-Natron, Liquor hepatis, P. solaris. Jedes von ihnen zerfällt wieder in zwei Theile. Ein Theil wird als Lapis philo- . sophicus gefasst. Indem nun der als Lapis philosophicus gefasste Theil den anderen Theil absorbirt, wird einestheils das ganze Arcanum zu Schwefel und Mercur (wie es in der metaphysischen Interpretation zu Mercur wurde) und anderentheils zu Gold. Das Anlehnen an die Farbe wird hierbei fallen gelassen, und zwar wird dies folgendermassen bewerkstelligt. Bei der metaphysischen Interpretation nahm man zwei Theile eines jeden Arcanum an, und den ersten Theile traf die Calculation in Bezug auf Mercur oder Gold. Nämlich wird der erste Theil als Mercur aufgefasst (weisse Farbe), so wird das ganze Arcanum zu Mercur; wird er als Gold aufgefasst (gelbe Farbe), so wird das ganze Arcanum zu Gold. Hier, bei der Lapis philosophicus-Interpretation werden auch zwei Theile eines jeden Arcanum angenommen, es trifft aber die Calculation betreffs des Schwefels und Mercur einerseits, und des Goldes andererseits nicht den ersten Theil, sondern den zweiten Theil. Will man dazu gelangen, dass das ganze Arcanum zu Schwefel und Mercur wird, so constatirt man im zweiten Theile des Arcanum einen arcanologischen Theil. Will man aber dazu gelangen, dass das ganze Arcanum zu Gold wird, so constatirt man im zweiten Theile des Arcanum keinen arcanologischen Theil, sondern einen Mettalltheil, ein un edeles Metall, Absorbirt nun der Lapis phil. den zweiten Theil als arcanologischen Theil, so erhält man Schwefel und Mercur für das Gesammtarcanum; absorbirt aber der Lapis phil. den zweiten Theil als unedeles Metall, so erhält man Gold für das Gesammtarcanum. So wenigstens liegt die Sache im Allgemeinen, und benutzen wir eben diesen Allgemeinstand

[ocr errors]

punct, um übersichtlich zu zu zeigen, wie die Lapis philosophicus-Interpretation und metaphysische Interpretation in der Auffassung des vincere und penetrare differiren. Im Besonderen macht sich die Sache etwas anders, als wir es hier geschildert, indem das statt hat, dass nicht nur die Arcana je in zwei Theile zerfallen, sondern auch dass jeder Einzeltheil nun wieder auf's neue in je zwei Theile zerfällt. Damit haben wir denn bei jedem Arcanum vier Theile, und diese Theile kreuzen sich, auf dass Schwefel und Mercur einerseits und der arcanologische und metallische Theil andererseits herauskommen. Das wird beim Durchnehmen der Lapis philosophicus-Interpretation klar werden.

Lapis philosophicus-Interpretation der Tabula smaragdina.

Die acht Rubriken wie bei der metaphysischen Interpretation der Tabula smaragdina.

[blocks in formation]

Quod est inferius bis adoptione.

Quod est inferius bis rei unius. Die Interpretation ist im Allgemeinen wie bei der Jüdischen Interpretation der zweiten Redaction der Tab. smar. Das ist:

Wasser, Erde, Luft dienen dazu, um die Wunder der res una zu Stande zu bringen. Diese res una ist aber nicht das Weltenwasser, sondern der Lapis philosophicus. Es wird also constatirt, dass der Lapis phil. aus Wasser, Erde, Luft besteht. Nun ist aber der Lapis phil., wie hier ausdrücklich gelehrt wird, eine res una. Vom Standpuncte der res una ist der Lapis phil.: Erde. Es wird nämlich an die Bibel angelehnt, wie das nahe liegt, da die Interpretation des superius und inferius an die Jüdische Interpretation der zweiten Redaction der Tab. smar. anlehnt. Nun wird gesagt, die Luft ist das Himmelsei. In dies Himmelsei schuf Gott: Erde, und diese Erde ist, da sie ein Durcheinauder ist: Erde und Wasser. So läuft also der Lapis phil. vom Drei-Gesichtspunct parallel dem Himmelsei, der Erde und dem Wasser, welche letztere sich im ersteren befinden. Nun wird aber weiter gesagt, das Wasser war von Ewigkeit da, das brauchte Gott also nicht zu schaffen. Wir sagen also kurz: Am Anfange schuf Gott Himmel, das ist das Weltenei, und die Erde. Anlehnend hieran wird der Drei-Gesichtspunct des Lapis phil. als Wasser, Erde, Luft, auf den Zwei-Gesichtspunct reducirt, welcher ist: Luft und Erde. Nun aber geht man noch weiter und sagt, das Weltenei ist das Gefäss für die Erde. Das Gefäss geht uns aber in der Parallele mit dem Lapis phil. weniger an, denn wir fragen nach dem Lapis phil., nicht aber nach dem Gefässe, in dem er sich befindet. Somit restringirt sich der Zwei-Gesichtspunct des Lapis phil. als Erde und Luft auf den Ein-Gesichtspunct, Erde, und damit haben wir die

[blocks in formation]

Sonne als das Hauptweltenfeuer ist der Repräsentant des Feuers und somit des Schwefels. Des ejus, des einen Theiles des Lapis phil., Vater ist der Schwefel. Da nun das Kind die Natur des Vaters hat, da da, wo der Vater ein Mensch ist, auch das Kind ein Mensch ist, da, wo der Vater ein Thier ist, auch das Kind ein Thier ist, u. s. w., so ist da, wo der Vater Schwefel ist, auch das Kind: Schwefel. Und somit habenwir: der eine Theil des Lapis phil. ist Schwefel.

Mater ejus est Luna.

Luna ist im Anlehnen an die metaphysische Interpretation der Tab. smar. = Quecksilber. Des ejus, des zweiten Theiles des Lapis phil., Mutter ist das Quecksilber. Da nun das Kind die Natur der Mutter hat, so ist da, wo die Mutter Quecksilber ist, auch das Kind: Quecksilber. Und somit haben wir: der andere Theil des Lapis phil. ist Quecksilber.

Nachdem dies absolvirt wird dem Allgemeingesichtspunct Rechnung getragen.

Portavit illud ventus in ventre suo.

Jenes erstere, das ist, den Schwefel, trug ein Wind, das ist Luft, in seinem Bauche. Die Mutter des Schwefels ist also: Luft. Da nun das Kind die Natur der Mutter trägt, so ist da, wo die Mutter Luft ist, auch das Kind Luft. Und damit haben wir denn, der Schwefel ist Luft. Also vom Besonderstandpunct ist Schwefel eben Schwefel, und vom Allgemeinstandpunct ist Schwefel: Luft. Darans geht denn hervor, dass der Schwefel des Lapis phil. als Luft-Schwefel, das ist als Hydrothiongas aufzufassen ist. Nutrix ejus terra est.

Jenes zweiten, das ist, des Quecksilbers, Amme ist die Erde. Amme wird als Nährmutter, als Mutter aufgefasst, und somit ist die Mutter des Quecksilbers, und damit das Quecksilber als Kind selbst: Erde. Die nähere Erklärung dafür, dass die nutrix des Quecksilbers Erde ist, liegt darin, dass das Quecksilber in der Erde vorkommt, was in Bezug anf den Schwefel, der Hydrothiongas ist, nicht statt hat.

Nachdem nun das Pater ejus est Sol für den Schwefel ausgebeutet worden, wird es auch, analog wie bei der metaphysischen Interpretation der Tab. smar., für das Gold ausgebeutet.

Vierte Rubrik.

Pater omnis telesmi bis inferiorum.

Hier wird gezeigt, wie man denn nun eigentlich zum Lapis phil. gelangt, dann auf den Lapis als res una losgesteuert, und endlich werden dann der Zwei- und DreiAllgemeingesichtspunet in's Auge gefasst. Das Arrangement dieser Rubrik ist wie bei der metaphysischen Interpretation der Tab. smar.

Pater omnis telesmi totius mundi est hic.

Totus mundus sind die Arcana. Telesmus totius mundi ist das, worauf die Arcana am endlichen Ende hinaus kommen, wozu der Lapis phil. sie macht, das ist Schwefel und Quecksilber. Pater omnis telesmi totius mundi ist somit der Vater des Schwefels und Quecksilbers, der Vater des Lapis phil. Dieser Vater ist der P. solaris ruber. Von diesem Vater gelangt man zum Lapis phil., wenn man thut, was der folgende Passus bringt.

Separabis terram ab igne, subtile a spisso, suaviter magno cum ingenio.

Es besteht der P. solaris ruber aus Hydrarg. oxyd. rubr. und Sulph. aurat. Das Sulphur aurat. ist, das ist schon die Anschauung des Autors der ersten Redaction der Tab. smar.: festgewordenes Hydrothiongas. Das legt es nahe, dasselbe als Hydrothiongas und Erde aufzufassen, das ist als Schwefel und Erde, denn Hydrothiongas Schwefel.

Das Hydrarg. oxyd. rubr. wird aufgefasst als Quecksilber plus rothem Dampfe. Diese Auffassung ist neu. Sie liegt ff. Man nimmt Quecksilber, dies verwandelt sich bei der Darstellung des Hydrarg. oxyd. rubr. in Dampf, und dieser Dampf geht herab und bildet das Präcipitat. Also das Hydrarg. oxyd. rubr. ist Luft. Nicht jede Luft ist aber Hydrarg. oxyd. rubr. Es handelt sich um eine specielle Luft, nämlich um Quecksilber-Luft, und dies wird aufgefasst, als wenn man im Hydrarg, oxyd. rubr. hätte: Quecksilber+ Luft.

Somit hätten wir:

« PoprzedniaDalej »