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Apollonius von Tyana.

den Himmel, gehe! Das heisst so viel, fügt Philostratus

bei, als: TSi ¿x tñs yñs čvw. „Steige aufwärts von der Apollonius war zu Tyana, einer Stadt in Kappadocien, Erde" womit denn auf die Worte der Tab. smar.: geboren. Er war ein Zeitgenosse Christi, ein Pythagoräischer Ascendit a terra in coelum hingewiesen wird. Philosoph und Magier (- die Pythagoräische und magische Schliesslich wollen wir, indem wir vom Magierthum ab. Richtung excludiren sich nicht). Wir haben bereits berichtet, biegen, darauf hinweisen, dass ein Magier Griechisch uayos das der ältere Philostratus sein Leben beschrieben heisst, das ist Lateinisch magus. Durchschnittlich wird hat. Philostratus schrieb dies Buch, um den Apollonius nun auch yóns von den Lateinischen Uebersetzern als mit Christus zu parallelisiren. Er will Christus als einen magus wiedergegeben. Das ist aber nicht richtig. Mit hervorstechenden Magier aufgefasst wissen. Nun, denkt er, einem udyos wird ein edeler Sinn- verbunden, wenigstens das ist Apollonius auch, und somit decken sich die Perso- denn in Neuplatonischer Anschauung, mit einem yóns nalitäten Christus und Apollonius. Vieles, was wir im neuen aber ein unedeler. Man vergleiche, was wir bei der maTestament iiber Christus finden, finden wir im Philostratus gischen Interpretation in Bezug auf Jamblichus in dieser ähnlich über Apollonius. Es liegt für uns fern, dies im Beziehung gesagt. Und in Bezug auf das, was wir in dem Einzelnen durchzugeben, im Einzelnen zu zeigen, wie an vorliegenden Abschnitt besprochen, weisen wir darauf hin, Begebenheiten aus dem Leben Christi ähnliche aus dem dass die Vorsteher des Tempels den Apollonius nicht als Leben des Apollonius gereiht werden. Nur zwei Dinge einen udyos ergreifen, sondern als einen yóns. haben wir für unseren Zweck speciell in's Auge zu fassen, das sind die Himmelfahrt Christi und sein descendere in Platonische Interpretation der Tabula terram, und die Analoga dazu für Apollonius beim Philo

smaragdina. stratus.

Philostratus nämlich hat die magische Interpretation der Diejenigen, welche sich auf den Boden dieser InterpreTab. smar. vor sich, und schiebt nun an die Stelle des tation stellen, huldigen einer ganz besonderen Art von Magiers überhaupt (vierte Rubrik) den concreten Magier Neuplatonismus. Sie gehen direct auf den Altplatonismus Apollonius, womit denn in der fünften Rubrik die gloria zurück, sind also im eigentlichen Sinne keine Neuplatoniker, auf Apollonius fällt, wie sie in der Pythagoräischen Inter- sondern Altplatoniker. Auf den Namen Neuplatoniker pretation der Tab. smar. auf Pythagoras fällt.

haben sie nur in sofern Anspruch, als sie das, was Plato In der vierten Rubrik wird also der Pater omnis telesmi in seiner alten Weise gesagt, in neuer Weise sagen. totius mundi est hic auf Apollonius bezogen. Das virtus Viel anziehendes hat diese neue Weise gerade nicht. ejus integra est, si versa fuerit in terram. Separabis terram Bei der vorliegenden Interpretation vergleiche man die ab igne, subtile a spisso — lebnt sich der Auffassung in Interpretation des Timaeus. der magischen Interpretation an. Dann weist das suaviter

Erste Rubrik. magno cum ingenio darauf hin, dass eben Apollonius, und nicht der Magier im Allgemeinen in's Auge zu fassen ist. Verum bis verissimum. Einleitung. Und pun kommt das : Ascendit a terra in coelum, iterumque descendit in terram.

Zweite Rubrik. Hier wird einerseits das Christliche: Aufgefahren gen Quod est inferius bis adoptione. Himmel, und andererseits das descendit ad inferna des Die beiden superius und inferius sind, wie bei der Grie Apostolischen Symbols in dem Sinne in's Auge gefasst, chischen Interpretation der zweiten Redaction der Tab. dass es heisst: Niedergefahren zur Hölle, was also smar.: die Elemente. In der vorliegenden Interpretation zeigt, dass man schon früh das descendere Christi in terram erhalten die Elemente den Namen von superius und inferius als Höllenfahrt interpretirte. Wenigstens scheint es das hervorstechend dadurch, weil sie in Bezug auf das Plato zu zeigen, denn der stricte Beweis ist nicht gegeben, dass nische Schema die Mission haben, sich herumzudreben, das descendere in terram, wie es bei Apollonius ausgebeutet wodurch das Obere zum Unteren, und das Untere zum wird, an die Höllenfahrt Christi lehnt.

Oberen wird. Diese sich umkehrenden Elemente dienen Descendit in terram.

dazu, die Wunder der res una zu Stande zu bringen, welche Pbilostratus, Liber 8. Cap. 19. Zu Lebadea war eine res una das Weltenthier, das Platonische gezeichnete Schema Erdöffnung (oróulov). Diese war dem Trophonius, dem ist. Durch das Umkehren der Elemente erhalten wir ja Sohne des Apollo heilig, und nur für die zugänglich, die die Platonische Zeichnung, welche die Platonische Welt das Orakel befragen wollten. Diese Erdöffnuug wird nun repräsentirt. Diese Zeichnung repräsentirt die eine Welt, mit der Hölle parallelisirt 80 scheint es wenigstens. In und ist damit eine res una. Plato sagt in dieser Beziehung sie geht Appollonius. Er verweilt dort 7 Tage, wie nie ausdrücklich, Timaeus, P. 31. am Anfange: nótepov oùy Jemand vor ihm, und wie er herauskommt, hat er ein Buch ορθώς ένα ουρανόν προςειρήκαμεν, ή πολλούς και in der Hand. Dieses Buch entbielt die Lehrsätze, Soxas, απείρους λέγειν ήν ορθότερον, ένα, είπερ κατά το des Pythagoras. Er war zu den elben gekommen, indem παράδειγμα δεδημιουργημένος έσται. Sollen wir nun er in der Höble gefragt: 0 Tropbonius, welche Philosophie in der Zeichnung des Weltenthieres eine Welt constatiren, hältst denn auch Du für die beste und reinste! - (Dieses oder liegt es sachgemässer, dass in Bezug auf sie mehrere Buch wurde übrigens zu Antium aufbewahrt und gezeigt. Welten angenommen werden ? Wir constatiren eine Welt, Philostratus Lib. 8. Cap. 20.)

denn es handelt sich um ein Schema, und damit auch um Ascendit a terra in coelum.

eine Welt.“ Diese res una wird auch die éves genannt, Philostratus, Lib. 8. Cap. 30. Einige sagen, Apollonius was von selbst nahe liegt. Dann: das aprov a yasov sei zu Ephesus gestorben. Andere sagen, er sei zu Lindus oder reyaIdv, weil Plato, Timaeus, P. 29. zu Anfang ausgestorben. Er sei hier in den Tempel der Minerva ge- drücklich sagt, dass sein xóquos : xalos ist, was schon gangen, und daselbst unsichtbar geworden (dvariseofa) an und für sich mit ayafos synonim ist, hier aber um Endlich wird aber erzählt und das ist es, worauf Phi- 80 mehr, als die Welt dem oqulovgyos ayalds gegen. lostratus hinaus will er sei auf Kreta gestorben. Dort übergestellt wird, indem es heisst: el uěy 8 xalós kommt er zum Tempel der Diktynne (Diana) bei Nacht έστιν όδε ο κόσμος, και τε δημιουργός αγαθός, δηλον und Unzeit (ewpi). Der Tempel wird von Hunden be- X. 1. d. Dann wird die res una ferner das aŭtaqxes, das sich wacht. Diese bellen noch nicht einmal den Apollonius an, selbst Genügende genannt, weil es Timaeus, P. 33. gegen wedeln ihn vielmehr mit den Schwänzen an. Die Vor- Ende heiset: ηγήσατο γαρ αυτο και ξυνθείς αυταρκες ον steher des Tempels aber ergreifen ihn, binden ihn wie άμεινον έσεσθαι μάλλον ή προσθεές άλλων. Denn der

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„ einen Gaukler (yóns) und Räuber, und sagen, er bätte Demiurg glaubte, dass das Weltenthier besser sein würde den Hunden ein Besänftigungsmittel vorgeworfen. Um als ein solches, welches sich selbst genug ist, sich selbst Mitternacht löst Apollonius seine Banden, ruft diejenigen genügt, als ein solches, welches Andere nöthig hat.“ Und herbei, die ihn gebunden, damit die Sache nicht im Ge. was dergleichen Ausdrücke beim Plotinus und Proclus heimen vor sich gehe, und läuft auf die Thüren des Tem- mehr sind. pels zu. Diese öffnen sich, und wie Apollonius eingetreten, Wenn man nun das umgekehrte Platonische Schema mit fallen sie wieder in's Schloss. Aus dem Tempel aber ertönt einem Kreise umgiebt, und dann umkehrt, so führt das die Stimme singender Jungfrauen. Sie sangen : Oteize yas, zum Bauchkreise des Weltenthieres mit dem diagonalisirten στείχε ες ουρανόν, στείχε. η Gehe von der Erde, gehe in Quadrat und zum Kopfkreise desselben, es führt aber nicht

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zum Schwanze desselben. Also führen im Grunde die kehrt: das, was Sonne, Mond und Planeten repräsentirt, ist superiora und inferiora zum Weltenthiere ohne Schwanz, der Schwanz. Der Passus heisst also in Bausch und Bogen: sie führen nicht erschöpfend zur res una. Hiergegen muss Der eine Theil des Weltenthieres ist der Schwanz, nun bemerkt werden, dass der Schwanz des Weltenthieres Portavit illud ventus in ventre suo. Ventus

= Luft und nicht von dem Bauchkreise absteht, sondern mit der Peri. Luft = Himmel. Illud, das ist den Kopkreis, trug der Himmel pberie des Bauchkreises verschmilzt. Wenn man also den im Bauche, der Himmel ist seine Mutter. Und analog wie Bauchkreis hat, so hat man gewissermassen den Schwanz vorhin: Der Himmel repräsentirt das illud, und was durch zugleich mit. Dies ist auch ursprünglich Platos Idee, denn das illud repräsentirt wird, das ist der Himmel. Also in sonst bätte er keinen Grund, nachdem er sich Bauchkreis, Bausch und Bogen: Der andere Theil des Weltentbieres Kopfkreis, diagonalisirtes Quadrat nach bestimmten Prin- ist der Kopfkreis. cipien entwickelt, den Schwanz hinzuzufügen; dieser Schwanz Nutrix ejus terra est. Die Nährmutter des ejus ist die würde alsdann etwas willkürliches dastehen.

Erde. Was also die Erde zur Nährmutter hat, was somit Et sicut res omnes etc.

selbst Erde ist, das ist das, was auf ejus zu beziehen ist. Die res omnes sind der Inbegriff der Theile, welche der Auf die Erde zu beziehen ist aber der Bauchkreis. Also Timaeus enthält. Dieser Theile werden nicht zwei ange- in Bausch und Bogen: Der dritte Theil des Weltenthieres nommen, nämlich η κόσμου γένεσις und η ανθρώπων ist der Bauchkreis. Wir haben bereits bei der Jüdischen yúois, auf welche im Timaeus, P. 27. hingewiesen wird, Interpretation der zweiten Redaction der Tab. smar. darauf es werden vielmehr drei Theile angenommen, nämlich 1) Aufmerksam gemacht, dass Plato selbst die Erde eine tooyos το δια νού δε δημιουργημένον 2) το δι' ανάγκης γι- nennt, das passt für den vorliegenden Passus ganz besonγνόμενον 3) η ανθρώπων φύσις. Ηiermit wird dann ders, er bringt eigens einen Platonismus. an Timaeus, Ende P. 47. angelehnt, wo Plato sagt, td dia voŭ sednutovornuéva seien absolvirt, und er komme

Vierte Rubrik. jetzt zu den Arcanis. In der vorliegenden Interpretation Pater omnis telesmi bis inferiorum. der Tab. smar, wird nur dem ersten Theil des Timaeus Hier kommt der Mensch an die Reihe. Rechnung getragen. Die Mission dieser Interpretation der Pater omnis telesmi totius mundi wie bei der PhiloniTab. smar, wird als erledigt angenommen, wo die Arcana schen Interpretation : der Mensch. Gauz besonders wird anfangen, wobei in's Auge gefasst wird, dass derjenige, also das Weltenthier als Mensch in's Auge gefasst, was dem es um die Arcana zu thun ist, sich an die meta- ein Seitenstück ist zu den übrigen Neuplatonischen Interphysische Interpretation der Tab. smar, balten kann. Der pretationer, der Tab. smar. Mensch wird in der vorliegenden Interpretation nur in so Die virtus ejus, des als Mensch aufgefassten Weltenfern in's Auge gefasst, als er bereits in jinem ersten Theile thieres, ist eine integra, wenn sie, die vis, oder es, das des Timaeus zur Sprache kommt, es ist nicht der Mensch, Weltenthier, in terra verwandelt worden, das ist in den der sich in Philos Sinne an den dritten Theil des Timacus Bauchkreis, welcher die Erde repräsentirt. Das zielt darschmiegt.

auf, dass der Ungerechte die vier Arten der MetamorphoDie res omnes sind also die Theile des Timaeus, des sen durchmacht, bei deren vierter nur der Bauchkreis übrig Buches, welches die Alchemie so erschöpfend enthält, dass bleibt. Die vis des als Mensch anfgefassten Weltenthieres es keines anderen Buches neben ihm bedarf. Diese res ist also erst dann eine integra, wenn das Weltenthier leomnes oder dies Buch stammt her vom unus, welcher construirt worden ist. unus: Plato ist. Plato ist der Autor, der Vater dieses An die Reconstruction des Weltenthieres, welche durch Buches. Der Timaeus stammt her vom Plato, vom Lóyos die versio in terram auf's Tapet gebracht worden ist, wird Platos, er ist ein Product des Verstandes Platos. Beim nun weiter angelehnt, und in dem Separabis etc. gezeigt, lóyos wird zugleich ein Seitenblick darauf geworfen, dass wie denn nun des Näheren die Reconstruction statt haben derselbe Gott zukommt, und wenn er also dem Plato zu. soll. Es soll getrennt werden: der ignis, das ist der geschoben wird, so wird Plato zum Gotto, als welchen er Schwanz, welcher die hervorstechendsten Welt-Feuerkörsich ja selbst im Demiurgen präsentirt.

per, das ist die Sonne und den Mond enthält, von der Die omnes res natae sind die sachlichen Kinder der res terra, das ist dem Bauchkreise. Es soll ferner getrennt una, des Weltenthieres. Sie repräsentiren alles das, was werden : das subtile, das ist die subtile Luft, das ist der sich im ersten Theile des Timacus an das Weltenthier Himmel, das ist der Kopfkreis, von dem spissum, das ist schmiegt, das ist also: Ideelles Element, reelles Element, von dem Bauchkreis, der als Erde der Luft, als etwas Zahl; Himmel, Erde, Sonne, Mond und Planeten u, s. w.

compacteres, gegenübersteht. Und so bleibt denn der Für diese res natae ist die res una der Vater. Die Vater- Bauchkreis übrig. schaft liegt aber anders, als die Vaterschaft, welche Plato Das suaviter magno cum ingenio bezieht sich darauf, dass dem Timaeus gegenüber hat, und daher kommt auf die man sich nicht soll verführen lassen, auf Grund dessen, res una die Adoptiv-Vaterschaft. Diese Vaterschaft des dass bei der Trennung von so eben zweimal der BauchWeltenthieres ist wohl geeignet, der Vaterschaft Platos kreis genannt wird, auf Grund dessen nun auch zwei gegenüber als uneigentliche Vaterschaft, als Adoptir-Vater- Bauchkreise anzunehmen. schaft hingestellt zu werden. Immerhin ist aber auf beiden Man hat also an der Hand der vorherigen Reconstruction Seiten ein Vaterschafts-Verhältniss, und daher die Verknüp- nicht mehr das Weltenthier, sondern blos noch dessen fung von Vorder- und Nachsatz vermittelst des Et sicut Bauchkreis, und aus diesem wird nun wieder das den sic.

Menschen repräsentirende Weltenthier construirt. Nämlich. Dritte Rubrik.

Ascendit a terra in coelum, er, der Bauchkreis, steigt auf

wärts, indem die Quadratseiten, welche links und oben Pater ejus est Sol etc. bis terra est.

liegen, oder auch eine von diesen Quadratseiten und eine Hier wird das Weltenthier näher durchgenommen, und Diagonale nach oben hin verlängert werden. Iterumque zwar der Schwanz zuerst. Es passt ganz gut, dass dieser descendit in terram, und er, der Bauchkreis, steigt auf zuerst geboten wird. Damit wird er mit Prägnanz aus der anderen Seite abwärts, indem die Quadratseiten rechts dem Hintergrunde hervorgehoben, in welchen ihn das ver- und links, oder die Diagonalen nach unten verlängert setzt hat, dass das superius und inferius streng genommen werden. Damit sind also Arme und Beine bereits da, es blos auf den Kopfkreis und den Bauchkreis mit dem dia. fehlen noch Kopf und Schwanz, deswegen heisst es jetzt: gonalisirten Quadrat führt.

et recipit vim superiorum et inferiorum. Das so weit entPater ejus est Sol, mater ejus est Luna. Sonne und wickelte Weltenthier, oder vielmehr der auf die vorliegende Mond sind die bervorragendsten Himmelskörper. Indem Weise entwickelte Bauchkreis erhält die vis superioris, die sie genannt worden, sind die Planeten, welche sich, wie Kraft des Kopfkreises, und die vis inferioris, die Kraft des sie, bewegen, mit inbegriffen. Vater und Mutter des Schwan- Schwanzes. Nun werden aber superius und inferius zum xes, ejus, sind also : Sonne, Mond und Planeten. Da nun

Plural, indem tớy dyw und tãy xátw steht. Der Geniein Kind das ist, was die Eltern sind, da das Kind ein tiv wird als Genitiv von oi dyw und oi xátw genommen, Mensch ist, wo die Eltern Menschen sind u. 6. W., so ist und analog wie bei der magischen Interpretation der Tab. da, wo die Eltern Sonne, Mond und Planeten sind, das

smar, auf die Götter bezogen. Wir erhalten damit statt Kind ebenfalls: Sonne, Mond und Planeten. Der Schwanz ist

Kopfkreis: Götter des Kopfkreises, statt Schwanz: Götter also, repräsentirt: Sonne Mond und Planeten, und umge- des Schwanzes (Dämonen). Dass nun aber an die Stelle von

Kopf und Schwanz die Götter des Kopfes und Schwanzes rücken, macht sich ganz gut, weil dadurch der Mensch zum Gott wird, wozu ihn ja Plato stempeln will. Uebrigens kann man auch die Plurale uuf das Thier beziehen, indem das Welten - Soov ja nicht nur Mensch, sondern auch Thier ist. In diesem Falle muss man beim descendere die Quadratseiten und die Diagonalen verlän. gert nach unten treten lassen, damit vier Beine herauskommen.

Hünfte Rubrik.
Sie habebis gloriam bis penetrabit.

Gloria ist der körperliche Mensch, wogegen fortitudo der geistige Mensch ist.

In Bezug auf die nach der Drei gezählten fortitudo werden vom psychischen Standpunct angenommen: 1) λόγος, 2) νούς, 3) ψυχή. Der λόγος kommt auf den Kopfkreis, der voňs auf den Bauchkreis, die puxr auf auf den Schwanz des Weltentlıieres. Indessen vom lóyos, wie wir ihn oben in der zweiten Rubrik ausgebeutet haben, und wie er sich an Jüdische Vorstellungen anlehnt, kommt im Timaeus nichts vor, und daher gehen ihm Plotinus und Proclus so viel als möglich aus dem Wege. In Bezug auf das ζωον έμψυχον έννουν haben wir streng Platonisch nur den vous und die wpuxón. Diese beiden treten daher in den Vordergrund, und aus der psychischen Drei wird eine Zwei. In Bezug auf die Tab. smar. geschieht dies auf Grund dessen, dass, trotz der dreifachen fortitudo, das sich an die fortitudo Knüpfende nur ein Zwiefaches ist, nämlich das vincere der res subtilis und das penetrare der res solida. Das vincere der res subtilis kommt auf den vous, das penetrare der res solida auf die puxo. Uebrigens kann man beim psychischen Zwei-Standpunct auch die fortitudo nach der Zwei zählen.

Die omnis res subtilis, welche besiegt wird, ist der Kopfkreis und der Schwanz. Der Kopfkreis ist eine res wubtilis, weil der Himmel als ventus etwas subtiles ist. Der Schwanz ist eine res subtilis, weil er dem Bauchkreis gegenüber eine gracilere, subtilere Gestalt hat, und spitz zuläuft. Die omnis res solida, welche durchdrungen wird, ist der Bauchkreis, die solida terra, mit dem diagonalisirten Quadrat. Vom Standpunct der psychischen Drei kommt also der dóyos auf den Kopfkreis, der vous auf den Bauchkreis, die buxin auf den Schwanz. Vom Standpunct der psychischen Zwei dagegen kommt der vous auf den Kopfkreis und den Schwanz, die puxr auf den Bauchkreis. Dies Letztere fällt mit der Philonischen Auffassung zusammen, kraft derer die buxh auf das Thier kommt. Bei der Reconstruction des Weltenthieres behalten wir nämlich zuletzt den Bauchkreis übrig. Dieser repräsentirt die niedrigste Thiergattung, die vom Menschen am entferntesten stehende Thiergattung, und damit gewissermassen xat' E0%rv das Thier. Und so kommt denn, indem die wul) auf den Bauchkreis kommt, die vuxn) zugleich iu besonderer Auffassung auf das Thier, was eben mit der Philonischen Auffassung zusammenfällt.

Also Haec est totius etc.: Der geistige Mensch besiegt und durchdringt den λόγος, den νούς, die ψυχή; oder den γούς und die ψυχή.

Was die obscuritas fugiens betrifft, so passt sie weniger für die gloria, als, in Bezug auf die Difficultät mit dem nicht Platonischen loyos, vielmehr für die fortitudo. Es ist daher sachgemäss, den Passus Ideo fugiet a te omnis obscuritas, wie unter Umständen bei der ersten Redaction der Tab. smar., zum Haec est totius fortitudinis hinüberzuziehen.

Der Hermes ist der Timaus, nicht Timaeus, wie in der zweiten Rubrik gefasst als das Buch des Plato, welches gerade Timaeus heisst, und statt dessen irgendwie anders heissen könnte: sondern der Timaeus, welcher in dem betreffenden Buche des Plato die Person ist, der Plato die Rolle zuertheilt, als Hauptredner zu figuriren, und welcher daher bewirkt, dass das Buch Timaeus heisst.

Dieser Hermes - Timaeus ist ein trismegistus, weil er über die drei Theile verhandelt, die, wie wir oben exponirt, die drei Theile des Platonischen Buches „Timaeuss bilden. Er hat 3 Theile der philosophia totius mundi, der Tab. smar., die 3 Theile nämlich, die der Index bringt, und welche die Quintessenz der Tab. smar. bilden. Im Grunde hat nun der Hermes-Timaeus nicht drei Theile der Tab. smar., sondern drei Theile des Platonischen Buches Timaeus. Damit ist denn gegeben, dass die Tab. smar. als synonim mit dem Buche Timaeus genommen wird. Wie die Tab. smar. der Kanon der Alchemie ist, so ist auch das Buch Timaeus der Kanon der Alchemie. Das ist nun eine Verherrlichung des Platonischen Buches, die absolut etwas stark gegriffen ist, an der aber relativ nichts auszusetzen ist, weil sie im Gesammt-Sinne der vorliegen., den Interpretatior. der Tab. smar. liegt.

Die Ehre, die der Person des Timaeus wiederfährt, indem er zum Hermes gestempelt wird, ist übrigens nicht zu hoch anzuschlagen. Bei Lichte betrachtet schrumpft sie sehr zusammen. Denn erstens ist es ja im Grunde nicht die Person Timaeus, welche in dem betreffenden Buche des Plato spricht, sondern es ist Plato selbst, welcher spricht, und blos die Dialogs - Marionette Timaeus vorschiebt. Und zweitens ist in's Auge zu fassen, dass strict zwar Hermes die Person ist, und die philosophia totius mundi das Buch, in welchem er das Wort führt, dass aber hier Person und Buch zusammenfallen, indem Person und Buch beide Timaeus heissen. Bei so bewand. ter Sachlage aber liegt es zu nahe, dass man, wenn man auch die Person Timaeus neunt, doch unwillkürlich an das Buch Timaeus denkt. Auf die Weise geht denn, bei Lichte betrachtet, die Ehre, in der Timaeus prunkt, auf Plato nnd sein Buch über.

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Schlussbemerkungen. Wir haben in der zweiten Rubrik gesagt, dass in der vorliegenden Interpretation der Tab. smar, dem ersten Theile des Timaeus Rechnung getragen wird. Dem gegenüber könnte man erwidern, dass dies Rechnung - Tragen doch nur lückenhaft sei, und am endlichen Ende auf nichts anderes linauskomme, als auf das Weltenthier und die Anlehnung des Menschen an dasselbe. Dem ist aber nicht

Es wird in der That in der vorliegenden Interpretation, wenn auch nicht gerade direct, so doch indirect auf Alles das hingewiesen, was im ersten Theile des Timaeus zur Sprache kommt. Man wird sehen, wie.

Wenn man das superius und inferius in der zweiten Rubrik auf die Elemente bezieht, so kommt man am Ende auch mit einem superius und inferius aus, und braucht kein doppeltes superius und inferius heranzuziehen, wenn man superius collectiv die Elemente superiora, umd inferins collectiv die Elemente inferiora nennt. Alsdann hat man aber in dem doppelten superius und inferius, was in der zweiten Rubrik vorkommt, die Elemente zweimal vertreten. Das aber lässt sich nun sehr nahe liegend derartig ausbeuten, dass das eine Mal die ideellen, und das andere Mal die reellen Elemente in's Auge gefasst werden. Hierzu kommt, dass das superius und inferius dazu dient, das Wunder der res una zu Stande zu bringen, die res una aber als eine Sache, eine gezählte Sache ist, und damit dazu angethan ist, die Zahl zu vertreten. Damit haben wir denn in dem Passus Quod est inferius bis rei anius: das ideelle Element, das reelle Element und die Zahl, welche Plato an das Weltenthier anlehnt.

In der zweiten Rubrik haben wir ferner in dem fuerunt das „Werden“. Dieses Werden kommt auf die res omnes, indem die res omnes fuerunt. Das Vorderglied des Wer dens ist das Sein. Das Vorderglied der res omnes ist der unus, indem er der Urheber der res, omnes ist. Somit repräsentirt der unus das „Sein“, wie die res omnes das Werden repräsentiren. Wir haben damit die Anknüpfung des Werdens an das Sein oder an die Ewigkeit. Nun haben wir noch ein zweites fuerunt, ein zweites Werden.

Sechste Rubrk. Siç mundus bis est hic.

Die creatio mundi ist in der zweiten Rubrik vertreten, welche den Demiurgen Plato bringt.

An das was die zweite Rubrik bringt, das ist an das Weltenthier, die res una, wird in der vierten Rubrik der Mensch adaptirt. Die Adaptationen der menschlichen Theile an das Weltenthier fallen also auf die vierte Rubrik,

Der modus der Adaptationen, das sind die Psychica des Menschen fallen auf die fünfte Rubrik.

Siebente Rubrik. Itaque vocatus sum bis mundi.

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uns

„Ueber

res omnes.

Dieses bezieht sich auf das Gegenüberstehen von Werden clus aufhört, und wo die Arcana des Näheren an die Reihe und „Zeit“. Das zweite Werden nämlich kommt auf die kommen (τα μέν ούν παρεληλυθότα των ειρημένων κ. res natae, indem res natae fuerunt. An diese res natae t. 2.) von Schlaf- und Traumbildern redet. Es heist nämknüpft sich indirect die Zeit. Die res natae sind doch lich Timaeus, P. 45. zu Ende und Anfang P. 46: Owingiev alles das, was sich im ersten Theile des Timaeus an | γαρ ήν οι θεοί της όψεως εμηχανήσαντο, την των βλεdas Welthenthier knipft. Stellt man sich nun auf den | φάρων φύσιν, όταν ταύτα ξυμμύση, καθείργνυσι την Standpunct dessen, der dies durchgehen will, so kann του πυρός εντός δύναμιν η δε διαχεί (διαχείται) τε dieser nicht alles zusammen durchgehen, sondern er ab- και ομαλύνει τας εντός κινήσεις, ομαλυνθεισών σε solvirt erst das Eine und dann das Andere. Er nimmt ησυχία γίγνεται, γενομένης δε πολλής μεν ησυχίας zuerst durch: ideelles Element, reelles Element, Zahl, dann: βραχυόνειρος ύπνος εμπίπτει, καταλειφθεισών δέ τιSein, Werden, Zeit u. 8. w. Zu jedem ist ein Zeittheil νων κινήσεων μειζόνων, οίαι και εν οίοις αν τόποις nöthig, beispielsweise eine Stunde. Ist nun die erste Stunde λείπωνται, τοιαύτα και τοσαύτα παρέσχοντο αφομοιüber das Erste verbracht, so wird die zweite Stunde über ωθέντα εντός έξω τε εγερθείσιν απομνημονευόμενα das Zweite verbracht, die dritte Stunde über das Dritte pavicouata. „Denn die Götter richteten die Augenlieder u. $. w. Damit knüpft sich denn an das Durchgehen der den Augen zum Heil ein. Wenn die Augenlieder sich schliesres natae, und damit an diese selbst, die Zeit. Aber, wird sen, so versperren sie die Macht des inneren Feuers. Dadurch man vielleicht sagen, diese Zeit hat man auch in den res werden dann die inneren Bewegungen verscheucht und beomnes. Denn wie sich an die res natae die verschiedenen sänftigt. Das Besänftigen zieht Ruhe nach sich. Entsteht Dinge lehnen, die sich an das Weltenthier knüpfen, so nun viele Ruhe, so ist die Folge davon ein von kurzen lehnen sich an die res omnes die verschieden Dinge, die Träumen unterbrochener Schiaf. Bleiben aber einige grössich an den Timaeus knüpfen. Soll sich nun an jene die sere Bewegungen, so kommt es darauf an, welche Bewe. Zeit schmiegen, so muss sie sich auch an diese schmiegen. gungen, und wo sie zurückbleiben, und darnach richten Mit Verlaub, das liegt doch anders. Denn indem die res sich qualitativ und quantitativ die Vorstellungen, die inomnes fuerunt, handelt es sich um die drei Theile des nerlich und äusserlich im Einklang stehen, und deren sich Timaeus. Diese drei Theile gehen uns aber für die vor- die Erwachenden erinnern.“ Diese Stelle namentlich fasst liegende Interpretation der Tab. smar. nichts an, es geht | Synesius in's Auge für seine Abhandlung.

nur der erste Theil etwas an, das ist nur ein Was nun die Personalität des Synesius betrifft, so giebt Theil. An den Ein-Theil knüpft sich aber die Ein-Ueber- es einen zu den Kirchenvätern gezählten Synesius, von sicht. Diese Ein-Uebersicht ist das Resultat dessen, das dem wir mehrere Schriften besitzen. Derselbe wurde zu Product dessen, dass man alles das, was sich an das Wel- Cyrene geboren, trat 401 zum Christenthum über, und tenthier knüpft, successiv, das ist in verschiedenen Zeit- wurde 410 Bischof von Ptolemais. Es fragt sich, ob dieser theilen, entwickelt und durchgenommen hat. Nachdem Cyrenäer Synesius der Autor der Abhandlung man sich an der Hand der Zeit die res natae entwickelt, Träume“ ist? Die Aldinieche Ausgabe der Abhandlung hat man den ersten Theil des Timaeus, der sich an die figt den Titel bei : δ τινές Συνεσίου ειναι φασίν, «ης res omnes knüpft, als etwas fertiges vor sich liegen. Das ist: angeblich von Synesius. Und wir glauben, las also, was sich in Bezug auf die Zeit an die res natae pangeblich“ ist nur zu gerechtfertigt, wenn man sich an die knüpft, knüpft sich in analoger Relation nicht an die Jahreszahlen hält, wie sie gewöhnlich angegeben werde.

Ihnen zufolge ist Proclus 412 p. C. geboren, und dieses Dem Exponirten gemäss haben wir in dem Passus Et soll auch das Sterbejahr des Synesius sein. Nun wird sicut res omnes bis adoptione: das Sein (Ewigkeit), das das letztere zwar nicht bestimmt behauptet, als absolut Werden, die Zeit, welche Plato an das Weltenthier an- zuverlässig wird aber angegeben, dass Synesius 431 bereits knüpft.

todt war. Nun bedenke man, dass die Proklischen ‘Y10Das Anlehnen von Sonne, Mond (und Planeten), von uvnuata erst das Motiv abgegeben haben zu dem SyneHimmel und Erde an das Weltenthier haben wir in der sischen llegi įvuilviwy. Wäre nun Synesius selbst erst dritten Rubrik eo ipso.

431 gestorben, so war damals Proclus 19 Jahr, Vor 19 Das Anlehnen des Menschen an das Weltenthier haben Jahren wird er aber doch nicht seine Platonischen Abhandwir in der vierten Rubrik eo ipso.

lungen geschrieben haben. Gesetzt nun er habe sie, und In der vierten Rubrik haben wir in dem et recipit vim in specie seinen Commentar zum Timaeus als 19 jähriger superiorum et inferiorum auch das Anlehnen der Götter Jüngling geschrieben, dann liegt doch der Autor, der den an das Weltenthier. Freilich ist mit den superiores und Lóyos nepi {vuaviwy schrieb, eine Zeit hinter 481, und inferiores nur den Göttern des Kopfkreises und des kann also unmöglich Synesius der Cyrenäer sein. Ein Schwanzes Rechnung getragen, und nicht der Gottheit besonderes Gewicht hat übrigens die Abhandlung Ilegi der Erde. Indessen kann man nachhelfend sagen, das, {yunviwr nicht, viel instructiver ist die Erklärung, 'Equnworin nicht der Keim der Gottheit liegt, kann sich nicht vela, derselben, welche den Nicephorus zum Autor hat. zu etwas Göttlichem emporschwingen. Wenn als der Bauchkreis theilhaftig werden soll der vis superiorum et

Die Einleitungs-Rubrik der inferiorum in Beziehung zu den Göttern, so muss in ihm Tabala smaragdina in Neuplatonischer der Keim der Gottheit liegen, denn sonst könnte er nimmer

Auffassung. dazu gelangen, sich zur vis superiorum et inferiorum aufzuschwingen. Damit haben wir aber die Gottheit des Es ist für den Anfangs-Passus der Tab. smar.: Verum Bauchkreises.

est sine mendacio, certum et verissimum epochemachend, Das Anknüpfen des Psychica an das Weltenthier haben und verdient daher in einem Besonder-Abschnitt bervorgewir in der fünften Rubrik eo ipso.

hoben zu werden, dass er an der Hand des Neuplatonismus Und so haben wir denn die Relation der Tab. smar, zu eine Interpretation erbält, die er früher nicht gehabt. Es alle dem, was im ersten Theile des Timaeus hervorstechend wird nämlich davon abgebogen, diesen Passus auf die zur Sprache gebracht wird.

Wahrheit des Jobaltes der Tab. smar. zu beziehen, vielEndlich haben wir noch ff. zu erwähnen:

mehr wird cr auf Gott bezogen. Hiermit hängt es denn Proclus, der Commentator des Timaeus, stellt sich auf beispielsweis zusammen, dass die Vita Pythagorica des den Neuplatonischen Standpunct, gemäss dessen der Ti. Jamblichus mit der Anrufung Gottes beginnt. maeus abscbliesst, wenn die Arcana an die Reihe kommen. Wir haben bei unserer Interpretation des Timaeus da Dem entsprechend bätten dann seine 'Ynouvnuata da angefangen, wo das, was der Autor sich vorgenommen, aufzuhören, wo es im Timaeus, P. 47. zu Ende heisst: im Besonderen in seinem Buche abzubandeln, anfängt, das επί ταύτα υπό τών αυτών εδόθη. Sie hören aber be- ist P. 27. gegen Ende bei den Worten: ZOTIV oùy Diy rat' reits auf P. 44. gegen Ende, wo es heisst: xai xatd taŭ- turiy dóžav. Das ist nun keine Willkür unsererseits. Es τα (ενταύθα) πορευομένοις διεξιτέον. Das faest nun ist ein sachentsprechendes Thun, welches sich von selbst Synesius in's Auge, und dem verdanken wir seine Ab- ergiebt, dass man eben beim čotiv oùv anfängt, wenn man bandung Λόγος περί ενυπνίων oder Περί ενυπνίων: das in's Auge fasst, was Plato sich vorgenommen, im BeUeber Träume. Die Träume, um welche Synesius seine sonderen im Timaeus abzuhandeln. Nun aber fängt der Neuplatonische Abhandlung sich drehen lässt, kommen daher, Wortführer Timaeus nicht bei žotiv oủv zu sprechen an, dase Plato in der Stelle, die zwischen dem liegt, wo Pro- er beginnt schon früher mit all w Euxgates seine

Rede, und kommt erst nach einleitenden Worten auf das čoriv oủv. Die Hauptsache, um welche sich diese einlei. tenden Worte drehen, ist eine Anrufung der Götter und Göttinnen. Indem nun die Neuplatoniker das in's Auge fassen, was sich Plato vorgenommen, im Besonderen im Timaeus abzuhandeln, beginnen sie nicht da, wo dasselbe in der That anfängt, sondern da, wo der Wortführer Ti. maeus seine Rede beginnt. Damit haben sie denn am Anfange des eigentlichen Timaeus die Anrufung der Gottheit, und das übertragen sie auf die Tab. smar. So kommt denn heraus, dass der Anfang der Tab. smar. sich mit der Gottheit befasst. Im Sinne einer solchen Auslassung ist das, was verum sine mendacio, certum et verissimuin ist, das Numen Dei. Also haben wir in strict Neuplatonischer Auffassung nicht: das, was die Tab. smar. bietet, ist wahr ohne Lüge, gewiss und sehr wahr, sondern: die Gottheit ist wahr, ohne Liige, gewiss und sehr wahr.

Wir weisen bei dieser Gelegenheit in Bezug auf die Drei-Einigkeits-Interpretation der Tab. smar. darauf hin, lass, wenn man die Einlei.ungs-Rubrik nach der Drei zählt verum und verissimum als gleiches Grundwort: Eins, sine mendacio: Zwei, certum : Drei; oder auch verum sine mendacio: Eins, certum: Zwei, verissimum : Drei dass man dann im Anlehnen an die Gottheit bei freier Lebersetzung erhält: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes !

Die Tabula Memphitica. Wir kommen wieder zu den Anhängern der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. Wir wissen, dass dies die „Aristoteliker“ sind, entgegen den „Platonikern.“ Es wäre nun sehr verkehrt, wenn man glauben wollte, die Aristoteliker bätten den Platonikern mit einem gewissen Fanatismus gegenüber gestanden. Ach nein, die Anhänger der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. waren sehr tolerante Leute; die verleugneten ihren Ursprung nicht, welcher Ursprung eben die Toleranz war. Dem Plato standen diese Aristoteliker nicht gerade feindlich gegenüber, sondern sie sagten blos, dies und jenes von dem Manne könen wir nicht gebrauchen, denn dass wir es nicht gebrauchen können, das ist ja gerade unser Standpunct. Das verhinderte sie aber nicht, den Plato in dem zu ehren und zu achten, was ihnen nahe lag, das ist in seiner Lehre von den Arcanen Auf die Weise erklärt es sich denn leicht, dass wir auf einmal bei den Anhängern der metaphysischen Interpretation der Tab. smar. die astrologische Richtung vertreten finden, Diese Richtung findet ihren Wurzelpunct in der magischen Interpretation der Tab. smar. Die Astrologie, welche sich in ihr mit der Arcanologie verbunden findet, diese Astrologie, sagten die Anhänger der metaphysischen Interpretation der Tab. smar., liegt auch uns so fern nicht. Den Plato in seiner Arcanologie erkennen wir an. Thun wir aber das, so können wir auch einen Schritt weiter gehen, und vor Augen habend, dass die Platonischen 7 Arcana sich an den Schwanz des Weltenthieres knüpfen, welcher Schwanz auf der anderen Seite auch Sonn", Mond und Sterne repräsentirt, das vor Augen habend, können wir an die Arcana auch Sonne, Mond und Sterne knüpfen, und damit haben wir denn eine mit der Arcanologie Hand in Hand gehende Astronomnie, welche sich, mystisch gefasst, zur Astrologie extendirt, wie sich die %ovo0n01ie, mystisch gefasst, zur mystischen Goldmacherkunst extendirt. So weit gekommen, ging man einen Schritt weiter, entwickelte eine neue Idee. Durch die zweite resp. dritte Redaction der Tab. smar., sagte man, ist die erste Redaction so weit gekommen, dass sie nahe daran ist, in Vergessenheit zu gerathen. Ein solches Schicksal verdient sie aber nicht, im Gegentheil, diese erste Redaction verdient wohl einmal wieder in den Vordergrund geschoben zu werden. Wie soll das aber geschehen ? Soll man sie über die zweite, resp. dritte Redaction hinüber den Alchemisten mit Emphase reichen ? Das geht nicht, das würde so ausschen, als wolle man diesen beiden Redactionen Schach bieten, als wolle man sie der ersten Redaction zu Liebe in den Hintergrund drängen. Und da ist denn die Astronomie resp. Astrologie dazu angethan, ein tel zu bieten, um zum Zwecke zu gelangen. Nämlich man nimmt die erste Redaction der Tab. smar, vor, und knüpft an sie eine astrologische Interpre

tation. Dieser astrologischen Interpretation giebt man dann die äussere Form der ersten Redaction, lässt die Glieder der astrologischen Interpretation die Glieder der ersten Redaction decken, dann hat man die erste Redaction in astrologischer Form, man hat dann die erste Redaction in einer Form, die dem Missverständniss vorbeugt, als wolle man durch sie die zweite resp. dritte Redaction verdrängen, Zugleich hat man aber auch die Arcana mit der Astronomie resp. Astrologie in Verbindung gesetzt.

Die Interpretation nun der ersten Redaction der Tab. smar. in diesem Sinne ist ff.

Erste Rubrik. Quod est superius, est, sicut id quod est inferius, ad perpetranda miracula rei unius.

Man nimmt an, res una=Coelum, Himmel ohne Sonne Mond und Sterne. Diesen Himmel lässt man in zwei Theile zerfallen, in den Theil, welcher sich mehr um das Zenith befindet, und in den Theil, welcher sich mehr an den Horizont reiht. Der erste Theil repräsentirt das superius, der letzte das inferius, indem der erste über dem letzten, der letzte unter dem ersten ist. Also: Der obere Theil des Himmels, des Firmaments, dient, wie der untere Theil dazu, um die Wunder des Coelum, oúpavos, zu Stande zu bringen.

Zweite Rubrik. Separabis terram ab igne, subtile a spisso, suaviter magno cum ingenio. Ascendit a terra in coelum, iterumque descendit in terram, et recipit vim superiorum et inferiorum.

Wie es sich in der ersten Rubrik um das Firmament, Coelum, oupavos, handelt, so handelt es sich hier um Sonne, Mond und Sterne, welche collectiv als Astrum, d'oipov, gefasst werden.

Der Collectiv-Begriff Astrum zersplittert sich dann in die Separat-Begriffe: Sonne, Mond, Fixsterne, Planeten.

Terra, ignis, subtile, spissum knüpfen sich an die specielle Auffassung des Astrum, indem ist:

terra = Mond,
ignis Sonne,
subtile = Fixsternen,
spissum Planeten.

Die Sonne ist ignis als Hauptweltenfeuer. Der Mond ist deswegen terra, weil er giebt Zeichen, Feste, Tage und Jahre" (1. Buch Mosis, Cap. 1, Vers 14), womit er eine besondere Relation zu der Erde, die wir bewohnen, hat. Der Planet ist dem feineren Fixsterne, subtile, gegenüber, ein spissum.

Also Separabis etc.: Mache trennend einen Unterschied zwischen Mond, Sonne, Fixsternen, Planeten.

Das suaviter magno cum ingenio weist namentlich auf den Mond hin, dessen Auffassung als terra etwas weiter liegt.

Nachdem nun die Zersplitterung des Astrum in seine Theile absolvirt ist, wird das Astrum collectiv in's Auge gefasst, und von ihm gesagt:

Ascendit a terra in coelum, iterumque descendit in terram.

Das ascendere bezieht sich auf das Ausgehen des Astrum (Sonne, Mond, Sterne), das descendere bezieht sich auf dessen Untergehen. Also das Astrum geht auf und ab, wird dedurch zu einem superius und inferius, zu einem dvw und xéto, in ähnlicher Beziehung wie das Coelum, welches sich auch in das ivo und xatw zersplittert. Nicht aber dasselbe Verhältniss hat statt beim ovqavos wie beim αστρον. Denn das coelum ist in dem άνω und κάτω derartig situirt, dass das, was évw und zátw ist, auch dvw und rútw bleibt. Die Gegend um das Zenith ist å vw und bleibt dvw. Die Gegend um den Horizont ist xdtw and bleibt κάτω. Dagegen beim Astrum ist das άνω und κάτω dem Wechsel unterworfen, bald ist das Astrum ein á vw, bald ein xátw. Ein dva ist es, wenn es aufgeht, ein zátw ist es, wenn es abgeht. Und in der Beziehung:

recipit (Astrum) vim superiorum et inferiorum, erhile das Astrum die Macht των άνω και των κάτω, wobei der Nachdruck auf das xai, und, zu legen ist. Das Astrum erbält die Macht des čvw und des xára.

Streng uns an den Collectivbegriff Astrum haltepd, kämen wir nun, entsprechend dem Passus von so eben: das Astrum erbält die Macht des čvo und des xátw, mit einen: et recipit vim του άνω και του κάτω Aus. Es wird aber, im Anlehnen an das Separabis, das Astrum in seine Theile

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