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αλλοιωτός ist verändert. Der Sinn ist, wie wir ihn in der Uebersetzung oben gegeben haben: „es hat ein verschieden situirtes Verhältniss statt."

Die Nicäer haben bei ihrem avadɛμatíšeiv im Grunde gar nichts anders im Auge, als für den ersten Abschnitt des Evangelium des Johannes einzutreten. Sie befürchten, dass dieser Abschnitt im genannten Evangelium unmöglich wird, wenn die Aoyos-Interpretation der Tab. smar, wieder zur Geltung kommt. Sie wollen dem einen Damm entgegensetzen, dass an der Bibel gerüttelt wird: das ist die Haupttriebfeder ihres Thuns.

Macht der Leser nun einen Rückblick, so wird es ihm sofort vor Augen stehen, dass den Nicäern etwas menschliches widerfahren ist. In dem Eifer, mit dem sie sich auf ihre neue Lehre von der Materia prima warfen, vergassen sie den heiligen Geist. Sie erwähnen zwar den heiligen Geist, indem sie von лæðóντα an summarisch den Inhalt des Apostolischen Symbols bringen, sie ziehen ihn aber nicht näher in den Bereich ihrer Reflexionen, was sie thun müssten. Es war ihre Aufgabe, eben so zu entwickeln, wie derheilige Geist Gott dem Vater und dem Sohne gegenübersteht, als wie sie das entwickelten, wie Gott der Vater Gott dem Sohne gegenübersteht. Indem sie es nicht thun, tritt der heilige Geist gegen den Vater und den Sohn in den Hintergrund, ein Datum, dessen sich die Nicäer nicht bewusst waren, welches dagegen die Konstantinopolitaner auf dem Concilium zu Konstantinopel (381) in's Auge fassten. Das Symbolum Constantinopolitanum lautet ff. Πιστεύομεν εἰς ἕνα θεὸν πατέρα παντοκράτορα, ποιητὴν οὐρανοῦ καὶ γῆς, ὁρατῶν τε πάντων καὶ ἀοράτων. Καὶ εἰς ἕνα κύριον Ἰησοῦν Χριστὸν, τὸν υἱὸν τοῦ θεοῦ τὸν μονογενῆ, τὸν ἐκ τοῦ πατρὸς γεννηθέντα ποὺ πάντων τῶν αἰώνων, φῶς ἐκ φωτός, θεὸν ἀληθινὸν ἐκ θεοῦ ἀληθινοῦ γεννηθέντα, οὐ ποιηθέντα, ὁμοούσιον τῷ πατρὶ, δι' οὗ τὰ πάντα ἐγένειο, τὸν δι' ἡμᾶς τοὺς ἀνθρώπους καὶ διὰ τὴν ἡμετέραν σωτηρίαν κατελθόντα ἐκ τῶν οὐρανῶν, καὶ σαρκωθέντα ἐκ πνεύματος ἁγίου καὶ Μαρίας τῆς παρθένου, καὶ ἐνανθρωπήσαντα, σταυρωθέντα τε ὑπὲρ ἡμῶν ἐπὶ Ποντίου Πιλάτου καὶ παθόντα καὶ ταφέντα καὶ αναστάντα τῇ τρίτῃ ἡμέρᾳ κατὰ τὰς γραφὰς, καὶ ἀνελθόντα εἰς τοὺς οὐρανοὺς, καὶ καθεζόμενον ἐκ δεξιῶν τοῦ πατρὸς, καὶ πάλιν ἐρχόμενον μετὰ δόξης κρῖναι ζώντας καὶ νεκρούς. οὗ τῆς βασιλείας οὐκ ἔσται τέλος. Καὶ εἰς τὸ ἅγιον πνεῦμα, τὸ κύριον, τὸ ζωοποιὸν, τὸ ἐκ τοῦ πατρὸς ἐκπορευόμενον, τὸ σὺν πατρὶ καὶ υἱῷ συμπροςκυνούμενον καὶ συνδοξαζόμενον, τὸ λαλῆσαν διὰ τῶν προφητῶν. εἰς μίαν, ἁγίαν, καθολικὴν καὶ ἀποστολικὴν ἐκκλησίαν. ὁμολογοῦμεν ἓν βάπτισμα | εἰς ἄφεσιν ἁμαρτιῶν. προςδοκώμεν ἀνάστασιν νεκρῶν καὶ ζωὴν τοῦ μέλλοντος αἰῶνος. Αμήν.

"Wir glauben an einen Gott Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer von Himmel und Erde, so wie von allem Sichtbaren und Unsichtbaren. Und an einen Herrn, Jesus Christus, den einzigen Solin Gottes, der vom Vater geworden vor aller Zeitlichkeit, ein Licht vom anderen, ein wahrbafter Gott vom anderen wir sagen geworden, nicht geschaffen. Er ist von gleicher Wesenheit mit dem Vater, von dem Alles wurde. Er ist wegen uns Menschen, und uns zu retten vom Himmel gekommen, Fleisch geworden vom heiligen Geiste und von der Jungfrau Maria, Mensch geworden, für uns gekreuzigt worden unter Pontius Pilatus, auferstanden am dritten Tage zufolge der Schrift, zum Himmel aufgestiegen, sitzt zur Rechten des Vaters, und kommt wieder, um nach heiligem Befinden die Lebenden und Todten zu richten. Sein Reich wird kein Ende haben. Und (wir glauben) an den heiligen Geist, den Herrn-Seienden, den Belebenden, den aus dem Vater Hervorgebenden, den mit dem Vater und dem Sohne Anzubetenden und zu Verehrenden, den, der durch die Propheten geredet hat; an eine einzige, heilige, rechtgläubige und Apostolische Kirche. Wir bekennen eine einzige Taufe zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten eine Auferstehung der Todten und ein Leben in der Zukunft. Amen."

Wie man sieht, ist im ersten Theile des vorliegenden Schriftstückes das Symbolum Nicaenum um ein weniges modificirt, und es wird näher auf das Apostolische Symbolum eingegangen. Wir wollen das nicht weiter ventiliren, da es sich hierbei nicht um den Schwerpunct des Schriftstückes handelt. Der Schwerpunct ist der, dass hervor.

ragend der heilige Geist in's Auge gefasst wird. Nur ff. wollen wir in's Auge fassen:

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"

Die Konstantinopolitaner machen sich derartig an den Vers 3 der Schöpfungsgeschichte, dass sie sagen, wenn es heisst: Und Gott sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht", so ist hier im „Und Gott sprach": Gott der Vater, im Es werde Licht": Gott der Sohn, im „Und es ward Licht": der heilige Geist gegeben. Und hierbei ist denn die nähere Sachlage eine analoge, wie wir sie bei dem quia vincet omnem rem subtilem in der ersten Drei-Einigkeits-Interpretation haben kennen lernen. Wir haben den Gesammtsieg der Drei. In Bezug auf das an den Vers 3 arlehnende φως haben wir: φῶς ἐκ φωτὸς ἐκ φωτός. Gerade weil die Konstantinopolitaner an den Vers 3 der Schöpfungsgeschichte lehnen, deshalb steht hier yɛvvθέντα πρὸ πάντων τῶν αἰώνων. Man kann nämlich sagen, wie könnt ihr auf den Vers 3 ein solches Gewicht legen, da Himmel und Erde bereits da sind, ehe das Licht kommt. Jenes principielle Gewicht würde erst herauskom. men, wenn die Schöpfungsgeschichte mit dem Vers 3 anfinge. Dem gegenüber sagen die Konstantinopolitaner, ihr müsst euch denken, der Vers 3 stände zu Anfange. Dass er es nicht thut, fällt nicht in die Wagschale. Denn das, was die erste Schöpfungsperiode bringt, ist (vergl: Neue Interpretation der Jüdischen Schöpfungsgeschichte) auf einen Guss da, ob dieses oder jenes früher im Text steht, bleibt sich gleich. Die erste Schöpfungsperiode wird überhaupt als eine ausserhalb der Zeit liegende genommen, und deshalb wird die erste Schöpfungsperiode in's Ange gefasst, wenn von der Zeitlosigkeit, von dem n πάντων τῶν αἰώνων die Rede ist. Auf dies Sachverhältniss mit der ersten Schöpfungsperiode weist das Schriftstück gerade da, wo es dasselbe thut, hin, um das quç ex qwids, in welchem der Vers 3, um so zu sagen wie er leibt und lebt vorgeführt wird, einzuleiten.

Mit dem κατὰ τὰς γραφὰς hinter τῇ τρίτῃ ἡμέρᾳ geben die Konstantinopolitaner einen Wink, dass der Pontius Pilatus und der dritte Tag eigentlich nicht in das Apostolische Symbolum gehören. Wir haben im vorigen Abschnitt auf die Sachlage ebenfalls hingewiesen. Das x. T. ye. soll heissen, es passt zwar nicht zur Tab. emar., es passt aber zur Bibel, drum lasset es ruhig stehen.

Mit dem οὗ τῆς βασιλείας οὐκ ἔσται τέλος wird der heilige Geist eingeleitet. Es soll heissen, redet euch nicht vor, dass wir, wenn wir, den Nicäern entgegen, auch den heiligen Geist in den Vordergrund schieben, dass wir damit Christus zu nahe treten. Keineswegs, Christus bleibt Christus, dessen Reich ist ohne Ende, der bleibt, was er ist, auch indem das statt hat, was wir vom heiligen Geiste

lehren.

Es wird nun der heilige Geist, anlehnend an die Stelle der Tab. smar.: Haec est totius fortitudinis fortitudo fortis, quia vincet omnem rem subtilem, omnemque solidam penetrabit von einem sechsfachen Gesichtspuncte aufgefasst. Es werden nicht nur die res subtiles herangezogen, sondern auch die res solidae, und jeden von ihnen auf Grund der dreifachen fortitudo eine Drei gegeben, wodurch eine Sechs herauskommt. Die Konstantinopolitaner machen also nicht den Unterschied zwischen der res subtilis und solida, dass letztere eine Elementar-Beziehung hat, sondern sie nehmen die res solida mehr synonim mit der subtilis. In Bezug auf das nun, was der heilige Geist vincit et penetrat, nehmen die Konstantinopolitaner den Standpunct ein, dass sie sich die Frage vorlegen, wenn der θεὸς ein παντοκράτ zwp u. s. w., wenn Christus ein xúgios u. s. w. ist, was ist dann von einem ähnlichen Gesichtspuncte der heilige Geist? Und da bekommen sie denn, an die Sechs anlehnend, ein Sechsfaches heraus, was der heilige Geist ist. Nämlich 1) der heilige Geist ist ein zugios (als Adjectiv genommen). Indem Christus ein xúgios ist, ist der heilige Geist, der in der Trinität dieselbe Stelle einnimmt, als der Vater und der Sohn, ebenfalls ein xúgios. Angelehnt wird hierbei an Epistol. Pauli ad Cor.,2, Cap. 3, 17: % đề xử pos 18 пveŭμá čotiv. „Denn der Herr ist der Geist." (Luther.) 2) Der heilige Geist ist ein woлoιóç. Angelehnt wird hierbei einerseits an Philo, der bereits w und avevμa parallelisirt, andererseits an Evangel. Joann., Cap. 6, 63: Τὸ πνεῦμα ἐστι τὸ ζωοποιοῦν. Der Geist ist es, der da lebendig macht. (Luther.) 3) Der heilige Geist ist ein ἐκπορευόμενος ἐκ τοῦ πατρός. Das ist, er geht,

anlehnend an den Vers 3 der Schöpfungsgeschichte, aus dem Vater als pus hervor, und ist in dieser Beziehung gerade sowohl pws ix yards als Christus. Die Konstantinopolitaner umgehen hier Adjective wie words, φωταγικός, φωτεινός, weil sie befürchten, man möchte erleuchtend" übersetzen, weil sie in derartigen Ausdrücken das quç iz qords, auf welches sie lossteuern, nicht so prägnant gezeichnet finden, als eben in dem Exлogɛvóμενος ἐκ τοῦ πατρός. Gedeckt wird das letztere noch besonders durch Evangel. Joannis, Cap. 15. Vers. 26: Ὅταν δὲ ἔλθῃ ὁ παράκλητος, ὃν ἔγω πέμψω ὑμῖν παρὰ τοῦ πατρὸς, τὸ πνεῦμα τῆς ἀληθείας, ἃ παρὰ τοῦ πατρὸς ἐκπορεύεται, ἐκεῖνος μαρτυρήσει περὶ ἐμοῦ. Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, den Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir." (Luther.) 4) und 5) Der heilige Geist ist ein σvμлgosκυνούμενος καὶ συνδοξαζόμενος σὺν πατρὶ καὶ υἱῷ, ein mit dem Vater und dem Sohne Anzubetender und zu Verehrender. Das sind Allgemein - Bezeichungen, welche herangezogen werden, um einen vierten und fünften Gesichtspunct zu erhalten. 6) Der heilige Geist ist ein λαλῆσας διὰ τῶν προφητῶν, einer der durch die Propheten geredet hat. Dies lehnt an die Stelle der Tab. smar.: omnes res natae fuerunt ab hac una re adoptione. Die res natae werden als nati, und diese als die Propheten genommen. Die una res als 4s wird als heiliger Geist qua qus genommen, was herauskommt, wenn man, dem Vorangehenden entsprechend, den heiligen Geist als pws ex qwids nimmt. Uebrigens hätte, wenn wir uns strict an das qws halten, der heilige Geist die Propheten zu erleuchten, nicht durch sie zu sprechen. Das Sprechen ist ein Hinübergreifen in den lóyos. Dies Hinübergreifen in den óyos hat statt auf Grund des Vers 14 im ersten Capitel des Evangelium des Johannes, wo es heisst, ὁ λόγος σάρξ ἐγένετο.

Nachdem auf die Weise an der Hand des vincere et penetrare die sechs Gesichtspuncte absolvirt sind, aus denen der heilige Geist aufgefasst wird, wird dem Rechnung getragen, was das Apostolische Symbol in analoger Weise bringt. Und hier wird denn die sancta ecclesia in den Vordergrund gesetzt. Sie wird, der dreifachen resp. vierfachen fortitudo entsprechend, dreifach resp. vierfach aufgefasst. Dreifach haben wir sie 1) als uía, 2) als αγία, 3) als καθολικὴ καὶ ἀποστολική. Vierfach haben wir sie, indem das katholische und Apostolische jedes besonders in's Auge gefasst wird. Die sanctorum communio, ἁγίων κοινωνία, des Apostolischen Symbols (voriger Abschnitt sub 6) fällt, indem angenommen wird, sie gingen in der Kirche auf. An ihre Stelle tritt die Taufe: ßantioμa, im Anlehnen an Johannes den Täufer, welchen heranzuziehen nahe liegt, da vorhin das omnes res natae fuerunt ab hac una re adoptione herangezogen worden ist, und da die Niçäer bei ihrem Anathem hauptsächlich die Legalisirung des ersten Abschnittes im Evangelium des Johannes in's Auge fassten, in diesem Abschnitte Johannes der Täufer aber so sehr im Vordergrunde steht. An die Taufe wird alsdann die remissio peccatorum, aqɛois duaqtov geknüpft. Die Taufe ist da zur Vergebung der Sünden. Und nachdem das dann absolvirt ist, kommt die resurrectio carnis und die vita aeterna des Apostolischen Symbols an die Reihe. Die erstere erhält statt ihres Apostolisch - symbolischen Namens: σαρκὸς ἀνάστασις den Namen: νεκρῶν ἀνάστασις, die letztere wird aus der ζωὴ αἰώνιος eine ζωὴ τοῦ μέλλοντος αἰῶνος.

Auf Grund der Verschmelzung des Symbolum Nicaenum, wie wir es haben kennen lernen, und des Symbolum Constantinopolitanum entsteht das zar' ¿ox Symbolum Nicaenum genannte Symbol, welches ff. lautet:

Credo in unum Deum Patrem omnipotentem, factorem coeli et terrae, visibilium omnium et invisibilium.

Et in unum Dominum Jesum Christum, Filium Dei unigenitum et ex Patre natum ante omnia saecula, Deum de Deo, lumen de lumine, Deum verum de Deo vero, genitum, non factum, consubstantialem Patri, per quem omnia facta sunt. Qui propter nos homines et propter nostram salutem descendit de coelis, et incarnatus est de Spiritu Sancto ex Maria virgine et homo factus est; crucifixus etiam pro nobis sub Pontio Pilato, passus et sepultus est; et resur

rexit tertia die secundum sripturas, et ascendit ad coelos; sedet ad dexteram Patris, et iterum venturus est in gloria judicare vivos et mortuos, cujus regni non erit finis.

Et in Spiriritum Sanctum, Dominum et vivificantem, qui ex Patre filioque procedit, qui cum Patre et Filio simul adoratur et glorificatur, qui locutus est per Prophetas. Et Unam, Sanctam, Catholicam et Apostolicam Ecclesiam.

Confiteor unum Baptisma in remissionem peccatorum, et exspecto Resurrectionem mortuorum et Vitam venturi saeculi. Amen.

„Ich glaube an einen Gott Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer (лoητys) von Himmel und Erde, von allem Sichtbaren und Unsichtbaren. Und an einen Herrn, Jesus Christus, den einzigen Sohn Gottes, und vom Vater (geboren) geworden vor aller Zeitlichkeit, ein Gott vom anderen, ein Licht vom anderen, ein wahrhafter Gott vom anderen wir sagen geworden, nicht, erschaffen. Er ist von gleicher Wesenheit mit dem Vater, von dem Alles gemacht worden. Er stieg wegen uns Menschen und zu unserem Heil (uns zu retten: did thy μɛtégav owTηglav) vom Himmel, wurde Fleisch vom heiligen Geiste und der Jungfrau Maria (das Verhältniss vom de und ex kennen wir) und Mensch. Er wurde auch für uns gekreuziget unter Pontius Pilatus, litt und wurde begraben, stand am dritten Tage wieder auf, wie die Schrift es bezeugt, und stieg zum Himmel auf. Er sitzt zur Rechten des Vaters, und wird wiederkommen, um nach heiligem Befinden (uɛrá dóns; gloria dósa) die Lebenden und Todten zu richten. Sein Reich wird kein Ende haben.

Und (ich glaube) an den heiligen Geist, den Herrn und den Belebenden, der ans dem Vater und dem Sohne hervorgeht (nämlich auf Grund des φῶς ἐκ φωτὸς ἐκ φω Tos), der zugleich mit dem Vater und dem Sohne angebetet und verehrt wird, der durch die Propheten gesprochen hat.

(An) eine (die) eine, heilige, rechtgläubige und Apostolische Kirche.

Ich bekenne eine (die) eine Taufe zur Vergebung der Sünden, und erwarte eine (die) Auferstehung der Todten, und ein (das) Leben in der Zukunft. Amen."

Das sogenannte Symbolum Athanasii macht es sich zur Hauptaufgabe, jeglichen Zweifel in Bezug auf das paritätische Nebeneinanderstehen von Vater, Sohn und Geist zu heben, ein Zweifel, der dadurch Vorschub erhalten könnte, dass die Konstantinopolitaner zwar für das gás ἐκ φωτός εκ φωτός eintreten, dies aber mehr indirect als direct aussprechen. Dies Symbolum, welches auch Symbolum Quicunque genannt wird, lautet ff.

Quicunque vult salvus esse, ante omnia opus est, ut teneat Catholicam fidem.

Quam nisi quisque integram inviolatamque servaverit, absque dubio in aeternum peribit.

Fides autem Catholica haec est, ut unum Deum in Trinitate et Trinitatem in unitate veneremur,

Neque confundentes personas, neque substantiam sepa

rantes.

Alia est enim persona Patris, alia Filii, alia Spiritus Sancti.

Sed Patris et Filii et Spiritus Sancti una est Divinitas, aequalis gloria, coaeterna majestas.

Qualis pater, talis Filius, talis Spiritus Sanctus. Increatus Pater, increatus Filius, increatus Spiritus Sanctus.

Immensus Pater, immensus Filius, immensus Spiritus Sanctus.

Aeternus Pater, aeternus Filius, aeternus Spiritus Sanctus. Et tamen non tres aeterni, sed unus aeternus: Sicut non tres increati, nec tres immensi, sed unus increatus, et unus immensus.

Similiter omnipotens Pater, omnipotens Filius, omnipotens Spiritus Sanctus.

Et tamen non tres omnipotentes, sed unus omnipotens. Ita Deus Pater, Deus Filius, Deus Spiritus Sanctus. Et tamen non tres Dii sunt, sed unus est Deus. Ita Dominus Pater, Dominus Filius, Dominus Spiritus Sanctus.

Et tamen non tres Domini, sed unus est Dominus. Quia sicut singulatim unam quamque personam Deum ac Dominum confiteri Christiana veritate compellimur:

Ita tres Deos, aut tres Dominos dicere Catholica religione prohibemur.

Pater a nullo est factus, nec creatus, nec genitus. Filius a Patre solo est, non factus, nec creatus, sed genitus.

Spiritus Sanctus a Patre et Filio, non factus, non creatus, nec genitus, sed procedens.

Unus ergo Pater, non tres Patres; unus Filius, non tres Filii; unus Spiritus Sanctus, non tres Spiritus Sancti. Et in hac Trinitate nihil prius aut posterius, nihil majus aut minus,

Sed totae tres personae coaeternae sibi sunt et coaequales: Ita ut per omnia, sicut jam supra dictum est, et Trinitas in unitate et unitas in Trinitate veneranda sit.

Qui vult ergo salvus esse, ita de Trinitate sentiat. Sed necessarium est ad aeternam salutem, ut incarnationem quoque Domini nostri Jesu Christi fideliter credat. Est ergo fides recta, ut credamus et confiteamur, quod Dominus noster Jesus Christus Dei filius, Deus et homo est. Deus ex substantia Patris ante saecula genitus, et homo ex substantia matris in saeculo natus.

Perfectus Deus, perfectus homo, ex anima rationali et humana carne subsistens.

Aequalis Patri secundum Divinitatem, minor Patre secundum humanitatem.

Qui licet Deus sit et homo, non duo tamen, sed unus est Christus.

Unus autem non conversione Divinitatis in carnem, sed assumtione humanitatis in Deum.

. Unus omnino, non confusione substantiae, sed unitate personae.

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Nam sicut anima rationalis et caro unus est homo: ita Deus et homo unus est Christus,

Qui passus est pro nostra salute, descendit ad inferos, tertia die resurrexit a mortuis,

Ascendit ad coelos, sedet ad dexteram Dei patris omnipotentis,

Inde venturus est judicare vivos et mortuos.

Ad cujus adventum omnes homines resurgere habent cum corporibus suis,

Et reddituri sunt de factis propriis rationem,

Et qui bona egerunt, ibunt in vitam aeternam, qui vero mala, in ignem aeternum.

Haec est fides Catholica, quam nisi quisque fideliter firmiterque crediderit, salvus esse non poterit.

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Wer selig sein will, muss vor allem eine richtige Anschauung haben vom rechten Glauben.

Wer diesen Glauben nicht ganz und unverletzt hält, der ist ohne Zweifel ewig verloren.

Der rechte Glaube ist aber der, dass wir den Ein-Gott in der Drei-Einigkeit, und die Drei-Einigkeit im Eingott verehren.

Dabei müssen wir nicht die Personen confundiren, nicht die Wesenheit trennen.

. Eine andere ist nämlich die Person des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des heiligen Geistes. Aber die Göttlichkeit des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes ist eine einzige, die Herrlichkeit ist eine gleiche, die Majestät ist eine gleich-ewige.

Wie der Vater, so ist der Sohn, so ist der heilige Geist. Unerschaffen ist der Vater, unerschaffen der Sohn, unerschaffen der heilige Geist.

Unermesslich ist der Vater, unermesslich der Sohn, unermesslich der heilige Geist.

Ewig ist der Vater, ewig der Sohn, ewig der heilige Geist. Und doch handelt es sich nicht um drei Ewige, sondern einen Ewigen,

Ebenso wie es sich nicht um drei Unerschaffene, drei Unermessliche handelt, sondern um einen Unerschaffenen, einen Unermesslichen.

In ähnlicher Weise ist der Vater allmächtig, der Sohn allmächtig, der heilige Geist allmächtig.

Und doch handelt es sich nicht um drei Allmächtige, sondern um einen Allmächtigen.

So ist der Vater ein Gott, der Sohn ein Gott, der heilige Geist ein Gott.

Und doch handelt es sich nicht um drei Götter, sondern um einen Ein-Gott.

So ist der Vater ein Herr (xug105), der Sohn ein Herr, der heilige Geist ein Herr.

Und doch handelt es sich nicht um drei Herren, sondern um einen Herrn.

Denn wie es unsere Obliegenheit ist, in Christlicher Wahrheit einzeln jede Person (von den Dreien) als Gott und Herrn zu bekennen,

So verbietet uns der rechte Glaube, sie drei Götter oder drei Herren zu nennen.

Der Vater ist von Keinem gemacht, geschaffen, geboren. Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht, nicht geschaffen, aber geboren.

Der heilige Geist ist vom Vater und vom Sohne, nicht gemacht, nicht geschaffen, nicht geboren, aber ausgehend. Also ein Vater, nicht drei Väter; ein Sohn, nicht drei Söhne; ein heiliger Geist, nicht drei heilige Geiste. Und in dieser Drei-Einigkeit ist nichts das Erstere oder das Letztere, nichts das Grössere oder das Kleinere, Sondern die ganzen drei Personen sind unter sich gleich ewig und gleich gross.

Also Alles in Allem, wie schon oben gesagt: es ist sowohl die Drei-Einigkeit in der Einheit, als die Einheit in der Drei-Einheit zu verehren.

Wer demgemäss selig sein will, muss so über die Drei Einigkeit denken.

Aber es ist nöthig zum ewigen Heil, dass er auch an die Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus getreulich glaube.

Es ist also der rechte Glaube, dass wir glauben und bekennen, dass unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, dass er Gott und Mensch ist.

Als Gott ist er aus der Wesenheit des Vaters, vor der Zeitlichkeit geboren, als Mensch ist er aus der Wesenheit der Mutter in der Zeitlichkeit geboren.

Er ist ein vollkommener Gott, ein vollkommener Mensch, bestehend aus einer vernünftigen Seele und aus menschlichem Fleische.

Gleich ist er dem Vater in Bezug auf die Göttlichkeit, er steht unter dem Vater in Bezug auf die Menschlichkeit. Obgleich er nun Gott und Mensch ist, so ist er doch nicht ein zweifacher Christus, sondern ein einziger.

Ein einziger ist er aber nicht durch die Verwandlung der Göttlichkeit in Fleisch, sondern durch die Annahme der Menschlichkeit in Gott. (Sinn der Mensch Christus geht in dem Gott auf, nicht aber geht der Gott Christus in dem Menschen auf.)

Ueberhaupt ist er ein einziger, nicht durch Confundirung der Wesenheit, sondern durch die Einheit der Person. Denn wie eine vernünftige Seele und das Fleisch einen Menschen constituiren, so constituirt der Gott und der Mensch einen Christus.

Er hat gelitten zu unserem Heil (um uns zu retten), stieg hinab zu denen, die da unten liegen, stand am driten Tage von den Todten wieder auf.

Er stieg zum Himmel auf, sitzt zur Rechten Gottes des Vaters, des Allmächtigen,

Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Todten.

Wenn er kommt, müssen alle Menschen mit ihren Körpern auferstehen,

Und sie müssen Rechenschaft geben von ihren eigenen Handlungen.

Diejenigen dann, welche Gutes gethan haben, gehen in das ewige Leben ein, diejenigen aber, welche Böses gethan haben, gehen in's ewige Feuer.

Das ist der rechte Glaube. Wer nicht treu und fest an ihn hält, kann nicht selig sein."

Wir heben hervor, dass der Autor hat beim
Vater: non factus, non creatus, non genitus,
Sohn: non factus, non creatus, aber genitus,

Geist: non factus, non creatus, non genitus, aber procedens. Das stimmt nicht zu dem absolut paritätischen Nebeneinanderstehen vom Vater, Sohn und heiligem Geist, welches der Autor so wortreich bietet. Man muss sich die Sache derartig erklären, dass der Autor nicht mit seinen Antecessoren in Conflict gerathen will. Die Nicäer haben einmal das Geboren werden statt des Werdens gebracht, die Konstantinopolitaner sind darauf eingegangen, nun da muss unser Autor, wenn er nicht umstossen will, folgen. Und er folgt derartig, dass er Christo das Geborenwerden statt des Werdens giebt, dass er sich aber zugleich fragt, wenn Christo statt des Werdens das Geboren

werden zukommt, was kommt denn dem heiligen Geiste in ähnlicher Beziehung zu, und sich dies dahin beantwortet, dem heiligen Geiste kommt das „ausgehen" (procedere) zu. Dass in derselben Stelle der Pater est a nullo Filius a Patre

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Spiritus a Patre et Filio hat statt in Bezug auf das φῶς ἐκ φωτὸς ἐκ φωτός. Hier hat das erste pas keinen Vorgänger, das entspricht einem esse a nullo. Das zweite qus hat einen Vorgänger, das entspricht einem esse ab uno. Das dritte es hat zwei Vorgänger, das entspricht einem esse a duobus. Indem nun das erste pus zum Vater, das zweite zum Sohn, das dritte zum heiligen Geist wird, kommt das hier aufgestellte Verhältniss heraus, welches, streng genommen, wieder nicht paritätisch ist. Das paritätische Verhältniss kommt erst heraus, wenn wir sagen: der Vater ist vom Sohne und vom Geiste, wie der Sohn vom Vater und vom Geiste, und der Geist vom Vater und vom Sohne ist. Und ein solches Verhältniss verträgt sich auch ganz gut mit dem pus èx φωτὸς ἐκ φωτός.

Und dann weisen wir auf das descendit ad inferos hin, welches sich durchaus auf den Standpunct stellt, dass es sich beim descendit ad inferna, κατελθόντα εἰς τὰ κατώ Tata des Symbolum Apostolicum nicht um ein „niedergefahren zur Hölle" handelt.

Pythagoräische Interpretation der Tabula smaragdina.

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Man denke sich zuerst ein rechtwinkliges Dreieck in der Lage von a c b. Hier ist b c die untere Kathete, das inferius, und a c die obere Kathete, das superius. Das inferius steht auf gleicher Rangstufe mit dem superius, denn beide sind Katheten. Will man die gleiche Rangstufe" absolut gleich haben, so kann man auch das rechtwinklige Dreieck als ein gleichschenkliges nehmen, doch ist so etwas nicht nöthig. Weil nun das inferius est sicut id quod superius, das ist inferius superius, so kann man statt: inferius, superius auch sagen: superius, superius, oder was sich -gleich bleibt collectiv: superius. Hierauf weist hin das: · Quod est inferius est sicut id quod est superius.

Jetzt denke man sich das rechtwinklige Dreieck in der Lage von AC B. Hier ist die Hypotenuse A B das inferius, die beiden Katheten, A C und B C bieten das collective superius yon vorbin., Und wenn es nun heisst:

Quod est superius, est, sicut id quod est inferius, ad perpetranda miracula rei unius, so ist das:

Die beiden Katheten dienen dazu, wie die Hypotenuse. die Wunder der res una, das ist, wie wir wissen, des (rechtwinkligen) Dreieckes zu Stande zu bringen. Das Wunder besteht darin, dass uns das Dreieck den Pythagoräischen Lehrsatz bietet.

Et sicut etc. Und wie die Welt, die res omnes, von Gott herstammt, vom Plan, Gottes, oder vom Demiurgen, durch den Plan, das Schema, Platos, oder vom ideellen Eingott, der den Vielgöttern gegenübergestellt wird, so stammen die omnes res natae, das sind die Zahlen,

vom Dreieck durch Adoption. Die adoptio bietet bier ein

THE

indirectes väterliches Verhältniss, welches dem directen väterlichen Verhältnisse des welterschaffenden Gottes gegenübersteht.

Indem die res una dem unus gegenüber steht, wird das Dreieck zu einer göttlichen Figur. An dieses göttliche Dreieck knüpfen sich mannigfaltige Gott-Embleme. So z. B. macht man ein Dreick mit dem Namen Gottes in der Mitte, mit einem Auge in der Mitte, u. s. w. Für die Alchemie von besonderer Wichtigkeit (siehe bei den Abendländern) wird das sechsspitzige Gott-Emblem. welches herauskommt, wenn man nicht das einfache Dreieck, sondern das DoppelDreieck vertreten sein lässt. Dies aber vertreten sein zu lassen, liegt nahe, weil den beiden superius und inferius zu Liebe das Dreieck in zwei Lagen zu denken ist (s. oben). Auch kommt das Doppel-Dreieck heraus, wenn man sowohl der res una als dem unus das Dreieck zuertheilt.. Von den beiden hier folgenden Figuren

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ist die erste die sechsspitzige Figur, das Hexagramm, welche aus dem Doppel-Dreieck zusammen gesetzt wird. Ein Dreieck ist ba c, das andere e d f. Die zweite Figur ist der Drudenfuss oder das Pentagramm. Wir wollen hier weiter keine Untersuchungen darüber anstellen, wie weit es gerechtfertigt oder nicht gerechtfertigt ist, den Drudenfuss in's graue Alterthum zu versetzen. Den Drudenfuss, den wir hier in's Auge fassen, ist nichts anderes, als ein restringistes Hexagramm. Die Restriction wird vorgenommen, um es beim Zeichnen leichter zu haben. Zeichnet man sich nämn lich das Hexagramm, so muss man sich zuerst ein Dreieck zeichnen, dann aber unabweisbar die Feder, den Griffel u. s. w. aufheben, um das zweite Dreieck an die Reihe kommen zu lassen. Beim Pentagramm ist so etwas nicht nöthig. Man fängt bei der Zeichnung von a an, geht mit . der Feder nach b, von b nach e, von c nach d, von, d nach e, von e nach a: dann ist die Figur in ununterbrochenem Federzuge fertig. Aber wo bleibt denn beim Pentagramm das Doppel-Dreieck? Darauf ist die Antwort die, ein Dreieck hat man als d f c. Das andere Dreieck hat man als ba e, wobei die Basis be die Einknickung f hat, welche Einknickung man sich gefallen lässt, weil sie den Vortheil bietet, dass gerade auf Grund ihrer das Hexagramm zum Pentagramm wird, das ist, die Zeichnung des Hexagramms leichter wird. Da nun beim Pentagramm in der so eben genannten Weise das Doppel-Dreieck vertreten ist, so ist schon vom Allgemein-Standpunct das Pentagramm eine dem Hexagramm ebenbürtige Figur. Aber auch vom alchemistichen Besonder-Standpunct, das ist in Bezug auf den gekreuzigten Christus, welchen die Abendländer (s. bei diesen) an das Hexagramm knüpfen, ist das Pentagramm dem Hexagramm ebenbürtig, weil sich, wie wir dort sehen werden, dieser gekreuzigte Christus eben so wohl zum Pentagramm, als zum Hexagramm in Relation setzen lässt. Die Anwendung des Pentagramms, des Drudenfusses, gegen Hexereien, die ja allbekannt ist, hängt damit zusammen, dass das Pentagramm im Grunde nichts anderes ist, als das Hexagramm, wir in diesem aber theils allgemein, theils im Besonderen (auf Christus bezogen) ein Gott-Emblem haben. Dazu kommt aber noch, wenigstens bei den Deutschen, der Umstand, dass man Hexagramm zu Ilexengramm machte. Auf die Weise kommt man denn vom Drudenfuss auf das Hexagramm, und vom Hexagramm auf die Hexen. Dieser Auffassung gemäss läge denn die Sache so, dass man sagte, es giebt Individuen, welche Hexen heissen. Nun giebt es aber unter den heiligen Figuren eine, welche Haxagramm heisst, also muss diese besonders gut gegen die Hexen sein. Vielleicht aber liegt die Sache auch so, dass das Hexagramm den Grund zum Namen Hexe abgiebt. Dann würde die Situation die sein, dass man sagte, gegen eine diabolische Art von Individuen leistet das Hexagramm als heilige Figur gute Dienste. Auf Grund dessen ist es ein, Gramm" gegen die „Hexas“, und die betreffenden Individuen werden zu Hexen.

Dritte Rubrik. Pater ejus est Sol bis terra est.

K

Hat man einen Kreis, dessen Centrum C ist, zieht in diesem den Diameter A B, auf diesen C K senkrecht, verbindet K mit A und B, und beschreibt von K aus mit dem Radius K A einen Kreis, dem der Bogen A B angehört, so ist der Raum A D B E Dreieck A K B.

Diesen Satz soll Hippokrates von Chios erfunden haben, und desswegen heisst der Raum A D B E, welcher ein mondförmiger ist, die Lunula Hippocratis. Diese Lunula giebt nun einen Anhaltspunct an die Luna der Tab. smar. Weil wir nun aber in der Tab. smar. nicht nur die Luna, sondern auch den Sol haben, so liegt es nahe, die Peripherie A D B K auf den Sol der Tab. smar. zu beziehen. Das Dreieck A K B ist ein rechtwinkliges, also ein solches, an welches sich der Pythagoräische Lehrsatz lehnt, das ist die res una der Tab. smar.

Halten wir uns nun an die vorliegende Figur, zu welcher der Hippokratische Satz berechtigt, so befindet sich das Dreieck, die res una, in ihr. Und da uns die Figur die Sonne (A D B K), den Mond (A D B E), das sind Himmelsk örper bietet, Himmelskörper aber ohne Himmel nicht bestehen können, so kann man sagen, die res una befindet sich im Himmel. Damit haben wir aber: Portavit, es trug (trägt), illud, die res una, ventus, der Wind, die Luft, und da Himmel-Luft, der Himmel, in ventro suo, in seinem Bauche, in seinem Inneren. Wir haben also in der Figur das Portavit illud ventus in ventro suo legalisirt.

Auf die vorangegangene Weise ist ein mütterliches Verhältniss in die Sache gebracht. Und das legt es nahe, das mütterliche Verhältniss, resp. das väterliche Verhältniss auch auf die Theile auszudehnen, an der Hand derer wir vorher den Himmel erhielten, das ist auf die Sonne und den Mond. Damit ist denn die Legalisirung dafür da, an der Hand der Figur in Bezug auf Sol und Luna auf ein väterliches und mütterliches Verhältniss zu recurriren, womit denn herauskommt: Pater, der Vater, ejus, der res una, est Sol, ist die Sonne; mater, die Mutter, ejus, der res una, est Luna, ist der Mond.

So haben wir denn die Interpretation des: Pater ejus est Sol, mater ejus est Luna. Portavit illud ventus in ventre suo-im Anlehnen an die Figur von vorhin, zu welcher dcr Hippokratische Satz berechtigt.

Es bliebe nun noch zu interpretiren übrig: Nutrix ejus terra est. Das aber heisst: Wenn du auch die res una, das Pythagoräische Dreieck, im Anlehen an Sonne, Mond, Himmel, kurz an die Figur von vorhin hast, so hast du diese Dinge für das eigentliche Pythagoräische Dreieck doch nicht nöthig. Das hast du einfach, wenn du dir ein beliebiges rechtwinkliges Dreieck construirst, ein Dreieck, welches mit der Lunula und was sich daran schmiegt, ein Dreieck, welches mit jenen himmlischen Dingen nichts zu thun hat, welches sich, im Gegensatz zu jenen himmlischen Dingen, an die Erde hält, cujus nutrix terra est, dessen Amme einfach die Erde ist, welches ein mütterliches Verhältniss zur Erde hat, wie das Dreieck von vorhin ein väterliches und mütterliches Verhältniss zu Himmel und Himmelskörpern hatte.

Vierte Rubrik.

Pater omnis telesmi bis inferiorum.

Der totus mundus ist die Welt, die wir um uns sehen. Deren telesmus ist der Mensch, und der pater omnis telesmi, der an der Spitze der Menschheit stehende Mensch, ist Pythagoras. Wie also in der Drei-Einigkeits-Interpretation der pater omnis telesmi: Christus ist, so ist es in der vorliegenden Interpretation: Pythagoras. Wie die Mission Christi sich dadurch erst erledigen kann, dass seine virtus zur integra wird, si vertitur in terram, so erledigt sich analog

des Pythagoras Mission dadurch, das diese virtus, oder er, Pythagoras selbst, vertitur in terram, wenn man davon absieht, dass Pythagoras ein göttlicher Mensch ist, wenn man den Pythagoras rein weg als Mensch auffasst. Denn nur als Mensch, insofern er ein Mensch unter Menschen war, hat er segensreich gewirkt.

Hieran anlehnend müssen nun die höheren, die göttlichen Eigenschaften, ignis und subtile, von den reinweg menschlichen Eigenschaften, terra und spissum, getrennt werden, auf dass der Mensch als Mensch, der unter Menschen zu wirken hat, hervortritt Separabis terram ab igne, subtile a spisso.

Dies letztere ist ein Analogon zur dritten Rubrik, wo man auf das terra-Dreieck, aufgefasst als terra und spissum, weil es in der zweiten Rubrik in 2 Lagen betrachtet wurde, wo man dies Dreieck derartig erhielt, dass man es von der Luna und dem Sol, ignis, und dem Himmel, subtile, losschälte.

Suaviter magno cum ingenio. Bei der Trennung der göttlichen und menschlichen Eigenschaften des Pythogoras muss man vorsichtig zu Werke gehen. Zwar will man den Menschen erhalten, der nur als solcher unter Menschen seine Mission erfüllen kann. Dagegen kann man sagen, Pythagoras reinweg als Mensch konnte aber nicht das wirken, er gewirkt hat. Es stellt sich also die Difficultät heraus, wo man das Göttliche, was in Pythagoras liegt, will anfangen lassen, wo der Mensch als Mensch aufhört, und der göttliche Mensch anfängt. Diese Difficultät ist nicht leicht zu lösen, und darauf weist eben das suaviter magno cum ingenio hin.

was

WO

Ascendit a terra etc.

Hier ist es, wie bei der Aegyptischen Interpretation der Tab. smar., auf die Seelenwanderung abgesehen.. Jamblichus, De vita Pythagorica, Cap. 14 sagt: xai ἑαυτὸν δὲ ἀναμφιλέκτοις τεκμηρίοις απέφαινεν Εὔφορ βον γεγονέναι, Πάνθου υἱὸν, τὴν Πατρόκλου καταγωνιστήν. Und er Pythagoras bewies mit unbestreitbaren Beweisstücken, dass er früher Euphorbus gewesen sei, der Sohn des Panthus, der den Patroclus bekämpfte." Pythagoras war also während des Trojanischen Krieges: Euphorbus. Dieser Euphorbus starb, und seine Seele wanderte dann in den Körper des Pythagoras. Auf die Weise steigt denn Pythagoras in der, dem Euphorbus entflobenen Seele zum Himmel, und steigt wieder zur Erde zurück, indem jene Seele in den Pythagoras übergeht.

Et recipit vim superiorum et inferiorum.

Zur Interpretation dessen die Stelle beim Jamblichus, De vita Pythagorica, Cap. 6: Kai névu εvióywS TO100τον αὐτὸν ὑπελάμβανον, δι' οὗ περὶ θεῶν μὲν καὶ ἡρώων καὶ δαιμόνων καὶ κόσμου, σφαιρῶν τε καὶ αστέρων κινήσεως παντοίας, ἐπιπροσθήσεών τε καὶ ὑπολείψεων καὶ ανωμαλιῶν ἐκκεντρότητῶν τε καὶ ἐπικύκλων, καὶ τῶν ἐν κόσμῳ πάντων οὐρανοῦ καὶ γῆς καὶ τῶν μεταξὺ φύσεων ἐκδήλων τε καὶ ἀποκρύ φων ὀρθή τις καὶ ἐοικυῖα τοῖς οὖσι παρειςήλθεν ἔννοια, μηδενὶ τῶν φαινομένων ἢ δι ̓ ἐπινοίας λαμβανομένων μηδαμῶς ἀντιπαίουσα. "Und mit Recht schätzen sie ihn (den Pythagoras) so hoch, ihn, der richtige und sachentsprechende Kenntniss verbreitete über Götter, Heroen, Dämonen, Welt, die mannigfache Bewegung der Sphären und der Gestirne, Verdeckungen, Verfinsterungen, Ungleichförmigkeiten, Excentricitäten, Epicyklen, über alle sichtbare und verborgene Dinge in der Welt, des Himmels, der Erde, dessen, was zwischen ihnen ist, eine Kenntniss, welche nicht in Widerspruch stand, weder mit wirklichen noch mit abstrahirten Dingen."

Das aufgezählte sind res superiores und inferiores, superiora und inferiora, τὰ ἄνω und τὰ κάτω. Und indem Pythagoras Kenntniss darüber verbreiten konnte, musste er über diese superiora and inferiora: vim recipere.

Wie vorhin beim separare haben wir übrigens auch hier wieder ein Anlehnen an das Dreieck. Auch das Dreieck steigt, ascendit, von der Basis aufwärts bis zu der Spitze, die nach oben steht, a terra in coelum. Von dieser Spitze aus steigt es wieder abwärts zur Basis, iterum descendit in terram. Damit haben wir denn ein superius, die Spitze, welches dem inferius, der Basis, gegenüber steht. Das Dreieck erhält aber die vis superiorum et inferiorum (Plural), weil es in der zweiten Rubrik in zwei Stellungen betrachtet wird.

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