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aber einfach daher, dass die Natur eines Index, die Dinge Uebertragen wir nun für omnes res natae: omnis telesmus kurz aufzuführen, in's Auge gefasst wird. Totus mundus totius mundi, so erhalten wir: omnis telesmus totius mundi also = res natae. Entgegen nun den res natae der zwei- fuit ab Acido sulphurico - Natro igue. Nehmen wir nun ten Rubrik, werden die res natae, welche die dritte Ru- wieder beim esse a, das väterliche Verhältniss, so erbrik bringt, und welche, wie wir wissen, die Arcana halten wir für: omnis'telesmus totius mundi fuit ab Acido Liquor hepatis und P. solaris sind, telesmus rerum na- sulphurico-Natro igne Acid. sulphur.-Natron est pater tarum, das ist perfectio rerum natarum, das ist perfectio omnis telesmi totius mundi igne. Nun haben wir in Bezug totius mundi genannt, das heisst die Vollkommenheit der darauf, dass der omnis telesmus totius mundi aus den Welt. Das also, was die arcanologische zweite Peri- beiden Theilen Liquor hepatis und P. solaris besteht, ein ode bringt, wird zu etwas vollkommenerem gestempelt, als ähnliches Verhältniss, wie oben, wo wir es der Zwei: das, was die kosmologische zweite Periode bringt, Acid. sulphur., Natron gegenüber, mit der Zwei: Osiris womit denn dem hohen Werthe der Arcana überhaupt ein und Isis zu thun hatten. Also liegt die Zersplitterung des Tribut gezollt wird. Telesmus totius mundi ist aber vor- pater in pater und mater nahe, und damit die Uebertraläufig nicht der Inbegriff dessen, was die zweite Schöp- gung des pater auf den Liquor hepatis und der mater auf fungs-Periode bringt, es ist nur ein Theil desselben, wie ja den P. solaris. Dann erhalten wir für: Acid, sulphur.die res natae erst ein Theil dessen waren, was anorganisch Natron est pater omnis telesmi totius mundi igne Acid. auf die zweite Schöpfungs-Periode kam. Um die res natae sulphur, est pater Liquoris hepatis, Natron est mater Pulvis vollständig zu machen, mussten sie durch ein omnes solaris, igne, oder was dasselbe bleibt: Pater Liquoris hecumulirt werden, und so erhalten wir in analoger Weise patis est Acid. sulphur., mater P. solaris est Natron igne. hier, um den telesmus totius mundi vollständig zu machen, Nun aber muss weiter das Arcanum fallen, und einem statt telesmus totius mundi: omnis telesmus totius mundi. Pronominal-Ausdruck Platz machen. Und damit wird

Nun müssen wir noch den Ausdruck telesmus näher in's aus: Pater Liquoris hepatis est Acidum sulphur., mater Auge fassen. Er ist das intacte Griechische redeouos. P. solaris est Natron igne Das Grichische telequus liegt gerade so, wie das Latei- Pater ejus est hic, mater ejus est haec igne. nische perfectio und das Deutsche „Vollendung“. Einer- Das wäre doch nun aber eine Zeichnung, die in ihrer seits wird bei diesem Ausdrucke das Ende in's Auge ge- Dunkelheit lächerlich undurchdringlich wäre. Darum kann fasst, andererseits die Vollkommenheit. Das liegt darin, der Autor nicht auf die ventilirte Weise zu Werke gehen. dass in gewisser Beziehung sich Ende und Vollkommenheit Bevor wir nun weiter gehen, wollen wir die Pronomiberühren. Machen wir uns das an einem Beispiele klar. nal-Ausdrücke näher in's Auge fassen. Diese PronominalWir sagen im Deutschen das ist eine vollendete Ausdrücke sind im Griechischen immer neutral gehalten. Sehönheit“ und sagen damit ganz dasselbe, al wenn wir Wenn es also heisst: Pater ejus, so steht im Text navio uns ausdrücken das ist eine vollkommene Schönheit“. του μεν, und ist das του μέν der Genitivus neutrius, Der Grund liegt darin, dass wir uns die Schönheit gene- nicht der Genitivus masculini. Wenn es heisst: mater rell in die speciellen Schönheitstheile a, b, c, d.... ejus, so steht im Text nicht etwa urine rñs dè, sonde'm splittern. Handelt es sich nun um eine unvollkommene wieder neutral: urine toj . Beim Portavit illud ist Schönheit, so zählen wir auf a, b, c und sind damit fertig. illud eo ipso neutral, es ist das Griechische {xčivo. Beim Handelt es sich aber um eine vollkommene Schönheit, so nutrix ejus ist das ejus wieder toň dě neutral genommen. zählen wir in diesen Schönheitstheilen weiter d, e, f.... Nun sagten wir vorhin: Pater ejus est hic (und analog bis wir mit allen Theilschönheiten zu Ende gekommen hat der Lateinische Text: Pater omnis telesmi totius mundi sind. Auf die Weise involvirt bei der Schönheit das est hic). Müsste das nicht vielmehr auch neutral hoc Ende die Vollkommenheit. Und so analog in anderen statt hic heissen? Antwort: Nein, man kann im LateiFällen. So ist denn Teleouds Vollendung und Vollkom- nischen nicht sagen pater est hoc. Im Deutschen kann menheit, und ebenso ist perfectio Vollendung und Voll- man wohl sagen das ist der Vater, im Lateinischen kommenheit. An und für sich genommen, brauchte also heisst's aber unter allen Umständen der ist der Vater. derjenige, der die Griechische Tab. smar. in's Lateinische Aehnlich liegt's im Griechischen. Darum steht hier auch übertrag, den Griechischen Ausdruck TELEOuds nicht in im Griechischen Text bei Pater omnis telesmi totius mundi seinem telesmus intact zu lassen. Nahm er an seiner est hic nicht toŭto (Neutrum), sondern oủios (MascuStelle den Ausdruck perfectio, so war er durchaus gedeckt. linum). Dass er es aber nun nicht thut, das muss seinen Grund Und nun weiter. Wir haben vorhin gesehen, dass der haben, und der Grund liegt darin, dass das Wort tehe- Autor mit dem Zersplittern des omnis telesmus totius quos einen Hinweis anf etwas giebt, welcher Hinweis mundi in Liquor hepatis und P. solaris nicht durchkommt, so befirchtete der Uebersetzer verwischt würde, wenn und das ist nun der Grund, weshalb er den Ausdruck der Ausdruck einem anderen Platz machte.

intact lässt. Es weist nun aber der tehe duos hin auf die Tages- Er könnte nun, anlehnend an die vorhin entwickelte Erschaffung, und das ist darin begründet, dass es in Aufstellung: Pater Liquorig hepatis est Acid. sulphur., den Septuaginta heisst, 1. Buch Mosis, Capitel 2,

mater P. solaris est Natron, bei Nichtzersplitterung des Vers. 1. Και συνετελέσθησαν ο ουρανός κ. τ. λ. telesmus sagen: Vers. 2. Και συνετέλεσεν ο Θεός κ. τ. λ.

Pater omnis telesmi totius mundi est hic, mater omnis Der Vers 2 aber besagt hier des Näheren: OUVETÉRE gev telesmi totius mundi est haec. Es ist ihm aber die Wieο Θεός εν τη ημέρα της έκτη τα έργα αυτού, Gott be- derholung des omnis telesmi totius mundi zu schleppend, endete seine Werke am sechsten Tage. Das ouvielEiv, scheint ihm nicht mit der gedrängt Lakonischen Wortdas Télos hat also eine Relation zum Tage, und damit fassung einer Tab. smar. vereinbar. Und so fängt er zielt eben der rede ouds auch auf den Tag, auf den Tag, den Passus denn wohl an: Pater omnis telesmi totius dem bei der Jüdischen Schöpfungsgeschichte Rechnung mundi est hic dann aber bricht er ab zu etwas ganz getragen wird, kurz er zielt auf die Tages-Schaffung. In der zweiten Rubrik haben wir gesehen, wie der Autor Indem er nämlich das Pater omnis telesmi totius mundi der Tages - Schaffung aus dem Wege ging. Er ging dem est hic hat, und er sich für das mater omnis telesmi toTage aus dem Wege, um den Griechen nicht anstössig zu tius mundi est haec nach einer neuen Fassung umsieht, werden. Die sind, wenn sie die zweite Rubrik lesen, be- denkt er, wie, wenn du nun mit dem ersten Passus ganz ruhigt, dass der Tag nicht auf's Tapet gebracht wird. aufhörtest, und den zweiten Passus unterwegs liessest, wie Jetzt, da er sie in Ruhe hat, düpirt er sie in der Arcanen- dann? Das wäre auch noch keine Ungeheuerlichkeit. Rubrik, wo sie sich der Sache nicht versehen, mit dem Denn wenn man Acid. sulphur.-Natron als Ein-Arcanum Teleguds, der doch den Tag bringt. So liegt der nähere hat, so muss man auch einen Eingesichtspunct für das Sachverhalt mit dem Teleouðs, und auf Grund dieses Arcanum haben, und als solchen kann man dann das näheren Sachverhaltes bringt die Lateinische Uebersetzung Acid. sulphur. ohne Natron nehmen. Das ist denn eine nicht perfectio. Durch die perfectio glaubte der Ueber- ähnliche Situation, wie in der Indischen Alchemie, wo setzer den directen Anknüpfungspunct an die Septuaginta Siva auf der einen Seite Acid. sulphur.-Natron repräsenzn verwischen.

tirt, auf der anderen Seite aber das Acid. sulphur. allein. Und nun weiter. Wir hatten in der Parallelstelle: Gedeckt ist der Autor bei einer solchen Restringirung des onines res natae fuerunt ab Acido sulphurico-Natro igne. Doppel-Arcanı durch den Parallelsatz: omnes res natae

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neuem.

fuerunt ab una re, von einem Ding. Nun denkt er weiter, aber wie liegt es denn, dass man Acid. sulphur.Natron als Acid. sulphur. allein nehmen kann? Darauf giebt er sich die Antwort, dafür giebt das Wasserverwandlungs - Experiment den Anhaltspunct. Nehmen wir Acid. sulphnr. als Wasser. Wir lassen es stehen, nehmen an, es ginge nuu das Wasserverwandlungs-Experiment vor sich, dann er ten wir die Erde von selbst, welche Erde Natron ist, da das Wasser Acid. sulphur. ist. Und das führt den Autor auf die Idee, zum Wasserver wandlungs-Experiment abzubiegen, das ist natürlich hier, wo wir ims in der arcanologischen Rubrik befinden, zum arcanologischen Experiment. Dies zeichnet er

nun ff.

Den Satz Pater omnis telesmi totius mundi est hic hat er. Er wird kurz übersetzt: Dies hier ist das Acidum sulphuricum.

Nun fügt er hinzu: virtus ejus integra est, si versa fuerit in terram. Seine Tugend ist vollkommen, wenn sie, die Tugend, oder es, das Acid. sulphur. in Erde um gewandelt worden. Das ist, lasse das Acid. sulphur., nur stehen, so erhälst du Natron von selbst. Dieser Sinn lehnt sich denn auch dem an, was wir oben gesagt, dass nämlich in dem Passus von Pater ejus est Sol bis versa fuerit in terram in allen drei Sätzen im Vordersatz auf das Acid. sulphur., im Nachsatz auf das Natron losgesteuert wird. Nun bemerke man ff

. Durch die Fassung, wie wir den Passus hier haben, tritt die Parallele mit dem: omnes res natae etc. in den Hintergrund. Es steht also gar nichts im Wege, dass die adoptio, resp. der ignis füllt. Geschieht das nun, so ist die Sache fertig, und bei Separabis fängt etwas neues an. Der Autor will aber nicht, dass das absolut geschieht. Und das bewirkt, dass er einen doppelten Standpunct einnimmt. Kraft des einen Standpunctes fällt der ignis nicht. Dann wird angenommen, es würde jetzt l'euer unter das arcanologische Wasser gelegt, und in Folge dessen ginge vor sich, was Separabis etc. gelehrt wird. Kraft des anderen Standpunctes fällt der ignis, und bei Separabis etc. wird, indem etwas neues an die Reihe kommt, der Liquor hepatis für sich, und der P. solaris für sich gebracht, so dass wir dann im Pater ejus etc. das Acid. sulphur.-Natron, im Separabis etc. den Liquor hepatis, im Ascendit etc. den P. solaris haben.

Erster Standpunct. Es wird dem ignis Rechnung getragen. Der Autor macht im Separabis darauf aufmerksam, dass von den Arcanis Liquor hepatis und P. solaris, welche mittelst des arcanologischen Experimentes erzielt werden, dass von diesen Liquor hepatis Luft, Feuer, Wasser, P. solaris : Luft, Feuer, Erde (s. den Abschnitt: Das arcanologische Experiment in Jüdischer Fassung), dass wir also in Summa in diesen Arcanis haben: Luft, Feuer, Erde, Wasser. Darum steht hier der Passus:

Separabis terram ab igne, subtile a spisso, suaviter magno cum ingenio.

Hier ist, wie in der Griechischen Interpretation der ersten Tab. smar.:

terra Erde,
ignis Feuer,
subtile = Luft,
spissum Wasser.

Also: Mache trennend einen Unterschied (separabis) zwischen Erde, Feuer, Luft, Wasser. Das ist, fasse in's Auge, dass es sich bei den beiden Arcanis, die zu erzielen sind, um diese 4 Dinge handelt.

Das suaviter magno cum ingenio weist darauf hin, dass wir bei der Sache mit Umsicht zu Werke gehen sollen. Und dieser Hinweis hat deswegen statt, um uns einen Fingerzeig zu geben, dass wir uns im Bereiche des ersten Standpunctes befinden, bei dem der adoptio, resp. dem ignis Rechnung getragen wird.

Nach dieser Vorbereitung kommen wir nun zum Feuer. Zuerst wird die Flüssigkeit, die über dem Präcipitat steht, mittelst Feuers behandelt. Dann entwickelt sich der Dampf des Acid. sulphur. (dieser wird zum Ammoniak). Es wird weiter erhitzt, und das Wasser steigt als Dampf, als Feuer - Dampf in die Höhe. Damit haben wir denn das Arcanum Liquor hepatis, bestehend aus Luft, Wasser, Feuer. Das nun liegt hier in dem :

Ascendit a terra in coelum. Das heisst das Feuer steigt

auf, und das soll heissen, derjenige Theil, welcher beim Experiment von vorhin in die Höhe gegangen ist, das Acid. sulphur., wird mittelst Feuers behandelt.

Nachdem nun so der aufgestiegene Theil von vorhin mittelst Feuers behandelt worden, wird auch das Präcipitat mittelst Feuers behandelt. Dann wird dieses, welches an und für sich Erde war, zu Luft - Feuer - Erde. Damit haben wir denn das Arcanum Pulv. solaris, bestehend aus Luft, Feuer, Erde. Das liegt nun hier in dem

iterumque descendit in terram. Das heisst das Fener steigt ab, und das soll heissen, derjenige Theil, welcher beim Experiment von vorhin abwärts gestiegen, das ist das Präcipitat, wird mittelst Feuers behandelt.

Die Situation mit dem ascendere und descendere liegt am Ende etwas geschraubt. Daran darf man sich aber nicht stossen, weil die Stelle auch einer zweiten Interpretation (zweiter Standpunct) unterliegt, wo die Zeichnung direct liegt, und da muss denn die Zeichnung in der einen Interpretation der Zeichnung in der anderen Interpretation (der zweite Standpımct dem ersten) anter die Arme greifen. Das liegt ähnlich wie oben mit dem im Bauche tragen und der Amme. Diese zweite Inter pretation einerseits, und andererseits der Umstand, dass der Autor das Separabis bis inferiorum von der ersten Redaction übernehmen muss, sind denn auch der Grund, dass das arcanologische Experiment gerade in der Weise gezeichnet ist, wie wir es hier finden. Im Grunde liegt die Sache, worauf wir auch in dem Abschnitt „Das arcanologische Experiment in Jüdischer Fassung hinge wiesen, derartig, dass man Acid. sulphar. - Natron als arcanologisches Wasser nimmt, und nun das untergelegte Feuer von Anfang bis zu Ende auf das Ganze wirken lässt, ohne sich speciell erst diesen Theil hervorzuheben, und dann jenen Theil. Nun kommt noch:

et recipit vim superiorum et inferiorum. Die saperiora und inferiora sind die terra, ignis, subtile, spissum beim Separabis. Also: Und das, was du auf die vorhin ventilirte Weise erhälst, das erhält die Kraft von Feuer, Laft, Wasser, Erde, das ist, constituirt die Arcana: Liquor hepatis und Pulvis solaris. Vorhin, beim Separabis, wurde darauf hingewiesen, die 4 Dinge in's Auge zu fassen. Hier wird direct darauf hingewiesen, dass wir in den betreffenden Arcanis die 4 Dinge haben.

Auf die Weise handelt es sich denn beim ersten Standpunct, bei der ersten Interpretation der Stelle von Pater omnis telesmi totius mundi an bis inferiorum um das dreitheilige Wasserverwandlungs-Experiment, resp. das mit ihm parallel laufende arcanologische Experiment. Und da das statt hat, so kann man auch einen Schritt weiter gehen, und wenn auch gerade nicht direct, so doch indirect den Standpunct einnehmen, als handele es sich in der ganzen Rubrik om dieses Experiment. Das geschieht nämlich derartig, dass man in Bezug auf das Pater ejus est Sol, mater ejus est Luna sagt: Hier handelt es sich um die Gottheit. Die Gottheit aber führt auf den Gott der Schöpfungsgeschichte, welcher als Alchemist gedacht wird. So führt uns denn die Stelle auf den Alehemisten, welcher das arcanologische Experiment leitet. Und was die Stelle Portavit illud ventus in ventre suo betrifft, so führt diese, wie wir oben gesehen, auf des Weltengefäss. Dieses aber kann man alsdann in iibertragener Weise als das Gefäss nehmen, in welchem das arcanologische Experiment instituirt wird. Dann haben wir also in der ganzen Rubrik 1) den Alchemisten. 2) das Gefäss zum arcanologischen Experiment, 3) das arcanologische Experiment mittelst Feuers instituirt.

Zweiter Standpunct. Wie wir kennen gelerut, haben wir im Pater ejus est Sol etc.: Acid. sulphurNatron, ebenso im Portavit illud etc., ebenso im Pater omnis telesmi etc. Also haben wir im Ganzen von Pater ejus est Sol bis versa fuerit in terram: Acid. sulphur.-Natron. Um damit wird dann hinter dieses ein Abschluss - Punctum gemacht, und von ihm, dem ersten Arcanum, wird zum zweiten und dritten Arcanum, das ist zum Liquor hepatis und Pulvis solaris übergegangen. Der Passus Separabis bis ingenio bringt den Liquor hepatis für sich; der Passas Ascendit bis inferiorum bringt den P. solaris für sich.

Separabis terram ab igne, subtile a spisso, suaviter magno cum ingenio.

Nach vorangegangenem Acid. sulphur. - Natron kommt

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ignis Hydrothiongas

der Liquor hepatis an die Reihe. Derselbe wird vom Standpunct seiner Darstellung aufgefasst, das heisst von den Standpunete, dass man Schwefel, Salmiak, Kalk destillirt, und so Liquor hepatis erhält. Der Autor nimmt an, dass der Destillationsprocess darin besteht, dass man das Destillatum vom Destillandum trennt. Er nimmt an, wie der Autor der ersten Redaction, dass der Liquor hepatis aus Hydrothiongas und Ammoniak besteht, dass also Hydrothiongas und Ammoniak das Destillatum bilden, welches vom Destillandum Schwefel, Salmiak, Kalk zu trennen ist. Weil er nun ferner Hydrothiongas als luftförmigen Schwefel fasst, und Ammoniak aus Salmiak mit Kalk dargestellt wird, so nimmt er an, dass in specie gerade das Hydrothiongas vom Schwefel, und das Ammoniak vom Salmiak und Kalk getrennt werde. Und indein nun angenommen wird, dass terra = Erdschwefel

wie bei der ersten Redaction, subtile =Ammoniak,

spissim = Verbindung von Salmiak und Kalk, besagt unsere Stelle Separabis etc. das obige letztere, indem sie lehrt, man solle den ignis von der terra, das subtile vom spissum trennen.

Es sollte nun statt haben, dass man, so wie man das subtile vom spissum trennt, dass man so auch den ignis von der terra tvennt, dass also da stände: Separabis ignem a terra und nicht umgekehrt: Separabis terram ab igne. Nun, das ist das Hysteron - Proteron von der ersten Redaction her, was sich nicht umgehen lässt, da ja, wie wir wissen, der Autor der zweiten Tab. smar, zur ersten Redaction blos Zusätze macht, nicht aber etwas ändert.

Das suaviter magno cum ingenio wird auf die Vorsicht bezogen, die man bei der Destillation des Liquor hepatis soll obwalten lassen. Das kann nun in besonderer und allgemeiner Fassung genommen werden. In besonderer Fassung würde das in's Auge gefasst werden, dass man die Vorlage fest ankittet, und mit einem Gasleitungsrohre versieht, und dass man die Vorlage gut abkühlt. In allgemeiner Fassung wird zur Vorsicht ermahnt, damit es einem nicht geht, wie den Amrita-Schüttlern.

Ascendit a terra in coelum, iterumque descendit in terram, et recipit vim superiorum et inferiorum.

Wie bei der ersten Redaction heisst wieder ascendit a terra in coelum einfach: es steigt auf, und descendit in terram: es steigt ab.

Es handelt sich um den P. solaris (ruber).

Auch dieses Arcanum wird vom Gesichtspunct der Darstellung in's Auge gefasst,, und da sind es denn der rothe Dampf des Hydrarg. oxyd. rubr. und das Hydrothiongas, welches sich auf Zugiessen von Acid. sulphur. zu der Lösung des Schlippeschen Salzes entwickelt, welche die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wie der Autor der ersten Redaction nimmt auch der Autor der zweiten Redaction an, dass nicht aller rother Dampf, nicht alles Hydrothiongas in die weite Welt geht, sondern dass ein Theil umkehrt, sich verdichtet, und dass diese verdichteten Luftarten nun das Hydrarg. oxyd. rubr. und das Sulphur aurat., d. h. den P. solaris, constituiren. Also der P. solaris entsteht auf Grund eines Auf- und Absteigens.

Ascendit a terra in coelum, er steigt auf nämlich der P. solaris vom Eingesichtspunet, nicht vom Doppel. standpunct des Hydrarg, oxyd. rubr. und des Sulphur aurat. gefasst. Er steigt auf, indem Dampf in die Höhe geht.

Iterumque descendit in terram, er der P. solaris von jenem Eingesichtspunet steigt auch wieder ab, indem der Dampf herunter geht..

Et recipit vim superiorum et inferiorum, und wird theilhaftig der oberen und unteren Dinge, das ist der aufsteigenden und absteigenden Dämpfe. Da nämlich der P. solaris vom Eingesichtspunct aufgefasst wird, so sollte man meinen, es handele sich blos um ein Aufsteigendes, um ein Absteigendes, Nein, lehrt dem entgegen diese Stelle, es handelt sich um zwei aufsteigende Dinge, nämlich den rothen Dampf und das Hydrothiongas, und ebenso um zwei absteigende Dinge, nämlich wieder um den rothen Dampf und das Hydrothiongas.

Vierte Rubrik. Gloria-Rubrik.
Sic habebis gloriam bis obscuritas,
Sic, so, indem du nämlich das, hast; was die vorige

Rubrik bringt, hast du die gloria totius mundi, die Verherrlichung der Welt, der arcanologischen Welt. Beim telesmus totius mundi war es auf zwei Arcana abgesehen, auf Liquor hepatis und P. solaris. Hier, bei der gloria totius mundi, ist es auf drei Arcana abgesehen, auf Acid, sulphur.Natron, Liquor bepatis, P. solaris. Wie wir in dem Abschnitt „Die zweite Redaction der Tab. sm.“ haben kennen lernen, stellt der Autor seine Arcanen-Drei: Acid. sulphur.Natron, Liquor hepatis, P. solaris auf eine Rangstufe mit der eigentlichen Arcanenzahl, der Arcanen - Sieben. Und weil sie diese Rangstufe einnimmt, deswegen erhält sie hier den Titel: gloria totius mundi.

Dass die Arcanen-Drei zu der Besonder-Ebre gelangt, mit der Arcanen-Sieben auf eine Rangstufe zu treten, dass damit in der Jüdischen Zahlenphilosophie die 3 mit der 7 ebenbürtig wird, ist ein so wichtiges Factum, dass es wohl verdient, in einer Besondern Rubrik der Tab. sm. abgebandelt zu werden.

Ideo fugiet a te omnis obscuritas. Auf die Weise, dadurch dass du einsiehst, welche Stellung die 3 erhält, wird dich die Obscurität fliehen in Bezug auf die neue Epoche, in welche die neue Jüdische Zahlenphilosophie tritt, die nicht mehr, wie sonst, auf der einen Seite hatte: 1, 2, 3, 4, 5, 6 und auf der anderen Seite: 7, sondern die jetzt auf der einen Seite hat: 1, 2, 4, 5, 6 und auf der anderen Seite: 3, 7. Fünfte Rubrik.

Pathologische Rubrik.

Fortitudo-Rubrik.
Haec est totius fortitudinis bis penetrabit.

Es handelt sich hier, wie bei der ersten Redaction, um die pathologische Rubrik.

Die cumulirte fortitudo zählt nach der 3, und diese 3 zielt auf die Arcanen-Drei. Vermöge des Gloria - Standpunctes tritt die Arcanen Drei auf die Stufe der ArcaninSieben. Damit ist es denn gegeben, dass man (imaginär) 3 Arcana am Krankenbett anwendet und nicht 7 Aroan., und das ist der Fortitudo-Standpunct.

Der Autor der ersten Redaction der Tab. sm. fällt in die Zeit des Herrschens der Alexandrinischen Schule, sonst würde er die pathologische Rubrik, um die es sich hier handelt, nicht gerade so bringen, wie er sie eben bringt. Der Autor der zweiten Redaction muss, gemäss seines Princips, an der Tab. sm, nichts zu ändern, die fünfte Rubrik hier so bringen, wie sie sein Antecessor gebracht hat, nnd damit muss er in die Fussstapfen der pathologischen Auffassung desselben treten. Entweder nun fasst er diese patbologische Rubrik ganz im Geiste des Autors der ersten Redaction, und dann würde der Autor der zweiten Redaction ebenfalls in die Zeit des Herrschens der Alexandrinischen Schule fallen. Oder aber er fasst diese Rubrik nicht im Geiste seines Antecessors, und dann fällt er in eine spätere Zeit. Dann bleibt ihm nichts anderes übrig, als die dogma tische Fassung des Pneuma-Humor-Solidum fallen zu lassen. Da er aber um die Stelle, wie sie einmal von seinem Antecessor in die Welt gesetzt, nicht herum kann, so ist er dann gezwungen, ganz allgemein, vom Alexandrinischpathologisch-dogmatischen Standpuncte absebend, zu sagen:Mag man sich wenden wie man will, darüber kommt man nicht hinweg, dass der Körper aus festen, flüssigen und gasartigen Theilen besteht, und auf diese muss eben das Heilmittel wirken. Die Interpretation der Stelle bleibt in einem Falle dieselbe, wie im anderen.

Wir glauben übrigens nicht, dass der Autor der zweiten Redaction der Tab. smar. bereits in die Zcit des Herrschens der Alexandrinischen Schule fällt. Schwerlich ist die zweite. Redaction der ersten Redaction so schnell gefolgt, wie es unter solchen Umständen statt haben müsste. Schwerlich ist die zweite Redaction bereits vor 280 -- 270 a. C. zu setzen, zu welcher Zeit bereits die Alexandrinische Schule mit dem Auftreten der empirischen Schule fällt.

Sechste Rubrik. Inder. Sio mundus creatus bis est hic,

Sic mundus creatus est. Das bezieht sich auf die zweite Rubrik. Es ist gerade so, als wenn da stände: Sic babes creationem mundi oder Haec est creatio mundi. In der zweiten Rubrik nämlich hast du die creatio mundi, die zweite Rubrik bringt die creatio mundi, denn da steht ja omnes res fuerunt ab uno, Gott bat die Welt erschaffen.

smar.

Mundus, darauf haben wir schon in der zweiten Rubrik hingewiesen, steht, entgegen der sonstigen Fassung der Tab. smar., da, statt: totus mundus. Diese kurze Fassung mundus statt totus mundus entspricht der Natur eines Index.

Das creatus weist noch besonders darauf hin, dass das esse a in der zweiten Rubrik zu fassen ist als creari, geschaffen werden. Denn es heisst ja zu Anfang der Schöpfungsgeschichte: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“

Es bringt also der Index in dem Sic mundus creatus est das, was die zweite Rubrik enthält.

Hinc erunt adaptationes mirabiles.
Das bezieht sich auf die dritte Rubrik.

Adaptatio ist kein classisch Lateinisches Wort. Der Uebersetzer lehnt dasselbe an das Particip adaptatus (Sueton), welches „passend gemacht, angefügt“ heisst. Er inacht sich dabei nach Griechischem Muster, anlehnend an das Griechische Wort, welches im Griechischen Text der Tab. smar, steht, ein Substantiv. Wir wollen „Anpassungen“ übersetzen. Es sind unter den Anpassungen die Arcana zu verstehen, welche sich auf Grund des arcanologischen Experimentes ergeben. Da nun das arcanologische Experiment dem WasserverwandlungsExperiment im Grossen parallel läuft, sich an dasselbe manpasst“, so werden in übertragener Weise die Arcana selbst Anpassungen genannt.

Hinc, von hier, von hier aus, nämlich von dem, was die 80 eben besprochene zweite Rubrik bringt, werden sein (über die Futural-Sprache vergl. bei der ersten Redaction der Tab. smar.), sind, hieran lehnen sich, an das, was die zweite Rubrik bringt, lehnen sich: die wunderbaren Anpassungen, welche die dritte Rubrik bringt. Die dritte Rubrik der Tab. smar. lehni sich nämlich in so fern an die zweite Rubrik, als die dritte Rubrik mit dem Acid, sulphur.Natron beginnt, in welchem, der ersten Schöpfungs.Periode parallel laufend, die erste Periode des arcanologischen Experimentes repräsentirt ist; und analog, wie sich in dem umnes res natae fuerunt ab una re die res natae an die erste Schöpfungs - Periode schmiegen, so schmiegen sich auch Liquor hepatis und P. solaris an das Acid. sulphur. Natron.

Dass die Arcana mit einem mysteriösen Worte bezeichnet werden, kann weiter nichts auffallendes haben. Darum darf man sich an das Wort adaptationes weiter nicht stos

Ebenso wenig kann es etwas auffallendes haben, dass, da die Arcana wunderbare Dinge sind, die adaptationes das Epitheton mirabiles bekommen.

Es bringt also der Index in dem Hinc erunt adaptationes mirabiles das, was die dritte Rubrik enthält.

Quarum modus est hic.
Das bezieht sich auf die fünfte Rubrik.

Modus ist entweder τρόπος oder μέτρον. Ηier ist es jedenfalls uét gov. Also im Griechischen Text der Tab. smar, steht uérgov, und nicht 1ponos. Der Autor will sagen, hier hast du die Fortitudo - Rubrik. Statt fortitudo sagt er aber quét gor, Mass, weil in cumulirter Weise von der fortitudo die Rede ist, die fortitudo uns „zugemessen“ wird, wir, um so zu sagen, die fortitudo scheffelweise zu. gemessen bekommen. Also mit dem uétpov, welches auch, statt mit modus, mit mensura wieder gegeben werden könnte, steuert der Autor auf die fünfte Rubrik, und sagt des Näheren, anknüpfend an die adaptationes mirabiles : deren fortitudo, deren Anwendung am Krankenbette diese ist.

Es bringt also der Index in dem quarum modus est hic das, was die fünfte Rubrik enthält.

Und blicken wir nun auf die ganze sechste Rubrik, so würde sie, wenn sie nackt, wenn sie schlechtweg geboten würde, heissen :

Index: Creatio mundi, Adaptationes, Modus. Sie wird nun aber nicht nackt, schlechtweg geboten, sondern wie die übrigen Rubriken der Tab. smar. wird sic uns in verdeckter Weise geboten. Und um diese verdeckte Weise beraus zu bekommen, verschmilzt der Autor die Index - Theile zu einem Ganzen, wodurch die Rubrik sich dann so gestaltet, wie wir sie eben vor uns haben, nämlich: So ist die Welt erschaffen, daher stammen, daran lehnen sich die wunderbaren Anpassungen, deren Kraft die ist, welche in der fünften Rubrik, die so eben abgehandelt worden, die dem Index unmittelbar vorangeht, auseinander gesetzt worden. Das demonstrative Pronomen hic beim mo. dus est hic wird nämlich in Bezug darauf gebracht, weil

unmittelbar vor dem Index die Anwendung der Arcana am Krankenbette zur Sprache kommt.

Wie man sieht, bringt der Index nicht alle Theile der Tab. smar., sondern blos die hauptsächlichsten, und diese sind die Creatio mundi, Adaptationes, Modus. Einleitung, Schluss, Gloria-Rubrik werden als Neben-Rubriken angesehen, was sie auch in der That sind, denn der Hauptinhalt der Tab. smar. bezieht sich auf die kosmologische Schöpfungsgeschichte (Creatio mundi), auf die Arcanologie (Adaptationes mirabiles) und auf die Anwendung der Arcana am Krankenbette (Modus).

Siebente Rubrik. Schluss-Rubrik. Itaque vocatus sum etc.

In dem Abschnitte „Das Aegyptische Gepräge der zweiten Redaction der Tab. emar. haben wir geseben, wie der Thoth, resp. Hermes, dazu kommt, unter der Tab.

zu figuriren. Thoth bat zur Seele eine besondere Relation, er steht dem Todtenrichter Osiris zur Seite, indem dieser die Seelen wägung vornimmt. In dieser seiner Eigenschaft passt Thoth zur Aegyptisch-spirituellen Interpretation der Tab. smar., und so rückt er denn überhaupt in die Schlussrubrik der Tab. smar. ein. Im Anlcbnen an den Ερμής ψοχοπομπός wird alsdann aus dem Aegyptischen Thoth der Griechische Hermes oder der Lateinische Mercur.

Es hat vielfach statt gefunden, dass man Thoth und Hermes in eine nähere Relation brachte, als dies mythologisch gerechtfertigt ist. Thoth deckt den 'Equns voxon0unds, eine weitere Relation haben beide nicht. Man hat dem Thuth allerlei Eigenschaften gegeben, die er nicht hat. Diese Eigenschaften kommen einfach daber, dass man den Thoth gräcisirte, hermetisirte, mit anderen Worten, dass man die Eigenschaften des Griechischen Hermes auf den Aegyptiscben Thoth übertrug.

In Bezug auf den Griechischen Hermes haben wir folgendes:

Die Griechen liebten es, die Eigenschaften ihrer Gottheiten mannigfach nach den Eigenschaften der Gottheiten anderer Völker zu modeln. Auf die Weise kommt es, dass verschiedene Griechische Gottheiten aus ganz verschiedenen Gesichtspuncten zu fassen sind, den einen ihrer Eigenschaften liegt dies mythologische Princip zu Grunde, den anderen jenes. Gerade beim Hermes aber finden wir, wenn auch nicht absolut consequent, so doch durchschnittlich consequent einen Gesichtspunct festgehalten, und an der Hand dieses einen Gesichtspunctes wickeln sich dann alle hervorragenden Eigenschaften dieses Gottes ab. Dieser eine Gesichtspunct ist der, dass Hermes oder Mercur der Gott des kommenden Tages ist, entgegen dem A pollo, welcher der Gott der Nacht ist.

Fassen wir zuförderst den A pollo als den Gott der Nacht in's Auge.

1) Apollo ist der Gott des Todes, der Rache u. 8. w. Als solcher erschiesst er mit seinen Pfeilen. So tödtet er im ersten Buche der Ilias die an der Pest sterbenden Griechen. So tödtet er die Kinder der Niobe. Herzuleiten ist diese seine Eigenschaft von dem Schauerlichen, Unbeimlichen der Nacht, von dem, unter ihrem Schutze, im Dunkeln Schleichenden.

2) Apollo ist der Orakelgott. Man hat hier an das Dunkle, Mysteriöse des Orakel-Dienstes zu denken, an das „nächtliche Grauen“ mit welchem dieser Dienst unter Umständen verknüpft war.

3) Apollo ist der Gott der Heerden, und wenn gerade dies nicht direct, so ist er doch der Hirt, welcher dem König Admet die Heerden bütet. Seine Heerden sind die Sterne.

4) A pollo ist der Gott der Musik. Das hängt mit der Nachtigall zusammen, die während der Nacht ihr Lied ertönen lässt.

Diesem A pollo als Gott der Nacht steht nun der Mercur als Gott des kommenden Tages, als der Gott gegenüber, welcher die Nacht verscheucht. An diese Vorstellung knüpfen sich die Haupteigenschaften Mercurs.

1) Er ist der Gott der Beredtsamkeit. Dem liegt die Auffassung zu Grunde, dass er die Nacht beredet, überredet, fortzugehen und dem Tage Platz zu machen.

2) Er ist der Gott der Palaestra. Dem liegt die Auffassung zu Grunde, dass er mit der Nacht kämpft, ringt, um sie zu verscheuchen.

3) Er ist ein Dieb. Dem liegt die Auffassung zu Grunde,

sen.

Griechisch oder Griechisch-Platonisch an Hermes lehnen, überträgt Plato auf seinen Theuth.

Horaz bringt uns die Eigenschaften des Hermes oder Mercur in seiner Ode ad Mercurium (Horatii carmina Lib. 1, Ode 10):

Mercuri, facunde nepos Atlantis,
Qui feros cultus hominum recentum
Voce formasti catus, et decorae

More palaestrae:
Te,canam, magni Joris et deorum
Nuntium, curvaeque lyrae parentem,
Callidum, quidquid placuit, jocoso

Condere furto.
Te, boves olim nisi reddidisses
Per dolum amotas, puerum minaci
Voce dum terret, viduus pharetra

Risit Apollo.
Quin et Airidas, duce te, superbos,
Jlio dives Priamus relicto,
Thessalosque ignes et iniqua Trojae

Castra fefellit.
Tu pias laetis animas reponis
Sedibus, virgâque levem coërces
Aureâ turbam, superis deorum,

Gratus et imis.

dass er der Nacht einen Stern nach dem anderen fortnimmt:

er stiehlt dem Apollo die Rinder. 4) Er ist der Erfinder des Brett- und Würfels-Spiels (Plato, vergl. unten). Dem liegt die Auffassung zu Grunde, dass er mit der Nacht Brett spielend, ihr einen Stein nach dem anderen, einen Stern nach dem anderen sehlägt, dass er, mit der Nacht Würfel spielend, ihr die Partie abgewinnt.

5) Er ist der Erfinder der Zahl (Plato, vergl. unten). Dem liegt die Auffassung zu Grunde, dass er die Sterne, die er zu beschwatzen, zu bekämpfen, zu stehlen, im Brettspiel zu schlagen, im Würfelspiel zu gewinnen hat, schlau überzählt.

6) Er ist der Erfinder der Geometrie und der Astronomie (Plato, vergl. unten). Im Allgemeinen knüpfen diese sich an die Zahl von vorbin, im Besonderen liegt die Astronomie, da Mercur es mit den Sternen zu thun hat, sehr nahe.

7) Er ist der Erfinder der Buchstaben. Als Gott der Beredtsamkeit liegen ihm diese sehr nahe.

8) Er ist Gott der Musik (curvae Tyrae parens). Dies hängt mit den Vögeln zusammen, welche, wie namentlich die Lerche, dem Tage entgegen singen und schmettern.

7) Er ist der, der die Seelen der Verstorbenen zur Unterwelt führt. Diese Auffassung lehnt sich an die Vorstellung, die sich mannigfach bei den Alten findet, die Sterne seien Geister, Seelen. Diese Geister, Seelen, führt Mercur dahin, wohin dio untergebende Sonne geht, hinab unter den Horizont, in die Unterwelt.

Auf Grund des Hermes als solchen nun, der die Seelen, die Geister der Verstorbenen zur Unterwelt führt, lehnten die Griechen den Hermes an den Thoth, der dem Osiris bei der Seelenwägung zur Seite steht. Und da sie auf die Weise die Parallele von Hermes und Thoth batten, übertrugen sie die ferneren Eigenschaften des Hermes auf den Thoth. So erhält denn Thoth Eigenschaften, an welche die Aegyptische Mythologie nie gedacht hat, sie dem Thoth beizulegen. Thoth wird wohl mit einem Schreibzeuge abgebildet, nun darin hat man am Ende eine entfernte Relation zum Hermes, dem Erfinder der Buchstaben. Im Uebrigen haben Hermes und Thoth weiter keine Berührungspuncte, ja selbst der Ausgangspunct, hier 'Epuns muyonounos, dort der dem Osiris bei der Todtenwägung zur Seite stehende Thoth, liegt sehr willkürlich. Man muss

sich daber nicht düpiren lassen, wenn uns der Thoth mit | Eigenschaften des Hermes präsentirt wird. Ein Anderes ist

es, auf Grund eines car tel est notre plaisir, den Thoth mit Hermes-Eigenschaften vorgeführt zu bekommen, ein Anderes ist es, den eigentlichen Standpunct des Thoth in der Aegyptisben Mythologie in's Auge fassen.

Wie vielfach, so findet man auch bei Plato einen Sprung vom Griechischen Hermes zum Aegyptischen Thoth. Es heisst Phaedrus, P. 274:

"Ήκουσα τοίνυν, περί Ναύκρατιν της Αιγύπτου γενέσθαι των εκεί παλαιών τινά θεών, ου και το όρνεον το ιερόν, και δη καλούσιν ίβιν. αυτώ δε όνομα το δαίμονι είναι Θεύθ. τούτον δε πρώτον αριθμόν τε και λογισμών ευρείν και γεωμετρίας και αστρονομίαν, έτι δε πεττείας τε και κυβείας, και δη και γράμματα .

„Ich habe nun gehört, dass zu Naukratis in Aegypten eine von den alten Landesgottheiten gewesen, der auch der Vogel heilig war, den sie Ibis nennen. Der Gott hiesse ,Tbeuth“. Dieser habe zuerst die Zahl, die Proportion, die Geometrie, die Astronomie, das Brett-, das Würfel-Spiel, endlich auch die Buchstaben erfunden.“

Man vergleiche hiermit Plato, Philebus P. 18, wo auf den Thoth als Erfinder der Buchstaben losgesteuert wird.

Der vorhin citirten Stelle aus dem Phaedrus zu Liebe haben wir oben den Mercur als Erfinder der Zahl, der Geometrie, der Astronomie, des Brett- und Würfel-Spieles, der Buchtaben hingestellt. Diese Eigenschaften lehnen gar zu sehr an Hermes als Gott des kommenden Tages, als dass es einem Zwang unterläge, sie den übrigen aufgeführten Eigenschaften anzureihen. Was beim Bringen dieser Eigenschaften Plato sich selbst herauscalculirt, und was von ihnen notorisch Griechische Auffassung ist, wollen wir dahin gestellt sein lassen. Der loyiguos, die Proportion, ist jedenfalls eigens Platonisch; der Zahl reiht er die, für ihn in Bezug auf seine Zahlenphilosophie so wichtige Proportion an.

Mag die Sache aber in der eben genannten Beziehung liegen, wie sie will, das steht fest, dass Plato uns unter dem Namen De ūI dem Sachverhalt nach den Griechischen Hermes bringt; die Eigenschaften, welche sich

„Hermes, du wohlredender Spross des Atlas,
Der der Urwelt Menschen aus rohem Unfug
Durch des Worts Weisheit und der Leibesübung

Zierde gebildet.
Dir, dem Herold Jupiters und der Götter,
Sing' ich, dir Anordner der krummen Lyra,
Der du schlau, was auch dir gefiel, in leisem

Scherze verheimlichst.
Dich, wofern du trüglich entwandte Rinder
Nicht herausgäbst, schreckte vordem, den Knaben,
Durch der Stimm' Androhn, und beraubt des Köchers,

Lächelt Apollo.
Als von Troja Priamos kam der König,
Deiner Obhut froh, hat er selbst des Atreus
Stolze Söhn', auch Thessalerglut, und Feindes-

Lager getäuschet.
Du verleihst, dass Seelen, die fromm gewandelt,
Still in Wonn' ausruhn, mit dem Schwung des Goldstabs
Leichte Schwärm' abführend, der Höhe Göttern
Werth und des Abgrunds.“

Joh, Heinr. Voss. Hier haben wir den Mercur im facundus nepos Atlantis als Gott der Beredtsamkeit. Indem er die feros cultus voce format, ist mit der vox wohl unzweifelhaft, wenn auch nicht gerade direct, so doch indirect, auf die Buchstaben, die voeuuata Platos, losgesteuert. Wie es in der neueren Zeit, im Anlehnen an die Darvinsche Theorie, angenommen wird, dass die Urmenschen nur, ähnlich den Thieren, ohne eigentlich zu sprechen, Laute der Begierde, der Leidenschaft u. 8. W. von sich gestossen, so dass die vox, die vox humana, die menschliche Stimme, die menschliche Rede, erst ein Product der fortschreitenden Cultur

an so etwas bat Horaz schwerlich gedacht. Sprechen also konnten die rohen Unmenschen, die modulirte Sprache fehlte ihnen nicht, nur fehlte es ihnen an der Einsicht, wie die Worte, welche sie sprachen, organisch grammatisch ge. baut waren, zu bauen wären, fortzuentwickeln wären. Und das lehrt sie Mercur, indem er sie einmal vorläufig mit der Natur, dem Wesen der vox, der Buchstaben, bekannt macht, oder wenigstens, indem er sie mit etwas bekannt macht, was am endlichen Ende auf die Buchstaben hinauskommt. Catus, schlau, listig, ist Mercur, indem er als solcher, der die Nacht zum Weichen bringt, hervorstechend Schlauheit anwendet, und nicht Gewalt. Im formare more decorae palastrae ist er der Ringer, er ringt mit der Nacht. Figürlich ist palaestra auch ein Uebungsplatz zum Reden, eine Redner-Ringschule. In dieser Bedeutung kommt es selbst bei Cicero vor. Somit ist es gerade nicht unmöglich, dass Horaz nicht das körperliche Ringen, sondern

war:

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