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den Himmelslichtern, die zu Varuna hinübergezogen werden, weniger auf die Himmelslichter als solche abgesehen, sondern vielmehr auf ihre Anheftung an das Firmament. Varıma hat das Siebengestirn nicht gemacht, er hat es an den Himmel gesetzt; er hat den Mond nicht gemacht, derselbe wandelt nach seinen Gesetzen, Und er hat die Sonne nicht gemacht, sondern er hat ihr eine breite Bahn gemacht, in der sie andeln soll. Diese Bahn machte er dazu, auf dass „die Sonne ihre Füsse in das Bodenlose setze“, das heisst, wenn das Firmament nicht da wäre, so hätte die Sonne keinen Boden, keine Unterlage, keinen Halt.

Varuna kennt die 12 Monate und den einen, der luinzu entsteht. Bei diesem Hinübergreifen von Varuna zu Agni ist es nicht sowohl auf den Zodiacus, als vielmehr auf den Mond abgesehen. Es handelt sich nicht sowohl um die Monate, die dadurch entstehen, dass die Sonne, die 12 Himinelszeichen passirt, als vielmehr um die Monate, welche sich an den Mondwechsel knüpfen, mit einem Worte nicht um die Monate des Sonnen-Jahres, sondern um die des Mond-Jahres. Wäre dem nicht so, so brauchte Varuna nicht den einen Monat zu kennen, der hinzu entsteht, das ist den Schaltmonat. Den Schaltmonat haben wir wohl beim Mondjahr nöthig, nicht aber beim Sonnenjahr.

3) Agni, der Gott von Sonne, Mond und Sternen. Als solcher wird er aber nicht hervorragend geschildert, weil durch Varuna die Lichter des Himmels bereits präoccupirt sind. Geht man dieser Präoccupation seitens Varuna auf den Grund, so handelt es sich bei Varuna, als dem Gotte der Nacht, mehr um das Hinüberziehen von Mond und Sternen zu ihm, als um das Hinüberziehen der Sonne. Diese kann also noch am ehesten dem Agni verbleiben. Das wird denn auch nun in's Auge gefasst, indem Agni als Gott der Sonne in den Vordergrund gedrängt wird. Als solcher ist er der Jüngling. Dies erinnert an Psalm 19, Yers 6: Und dieselbige (die Sonne) geht heraus, wie ein Bräutigam aus seiner Kammer. Als solcher bringt er den Menschen die Schätze und namentlich die Nahrung von den Göttern: fruchtbringende Kraft der Sonne; als solcher beschützt er die Menschen gegen die Feinde und die Raxas, die er verbrennt: versengende Kraft der Sonne. Als solcher ist er der Vermittler zwischen Menschen und Göttern. Indem nämlich die Sonne aufgeht, geht sie von der Stelle, wo die Himmelskuppel auf der Erde steht, zu den himmlischen Regionen; indem sie untergeht, geht sie von den himmlischen Regionen zur Erde: damit ist denn die Vermittlung zwischen Himmel und Erde, zwischen Göttern und Menschen gegeben.

Mehr als Sonne, Mond und Sterne generaliter genommen steht Agni als solcher da, der stets bei allen Menschen wohnt. Denn entweder ist es Tag, dann ist Agni als Some bei den Menschen, oder es ist Nacht, dann ist er als Mond und Sterne bei den Menschen. Und ebenfalls als Sonne, Mond und Sterne generaliter steht er da als solcher, dessen Glanz die Menschen reinigt.

Indessen das sind alles mehr oder weniger vage Beziehungen, hervorragend wird in ihnen Agni als der Gott von Sonne, Mond und Sternen nicht geschildert. Aber gerade auf eine solche nicht hervorragende Schilderung Agni's wird losgesteuert. Man vergleiche das im Eingange bei Varuna Gesagte.

Noch mehr tritt die Schilderung des specifischen Agni in den Hintergrund, indem er als Opferpriester aufgefasst wird. Diese Auffassung lehnt sich an Agni als den Gott der Sonne. Die Sonne wird nämlich als das Weltenfeuer, als eine Hauptrepräsentantin des Feuers aufgefasst, und vom Feuer wird dann zum Opferfeuer gesprungen. Bei einer theistischen Auffassung der Kosmologie liegt der Sprung vom Feuer zum Opferfeuer sehr nahe. Als Opferpriester weckt Agni die Götter, und führt sie zum Opfer auf seinem, mit rothen Stuten bespannten Wagen. Deshalb wird er der Bote und Rufer genannt. Hier wird wieder vom Opferfeuer zur Sonne zurückgesprungen, zur aufgehenden Sonne. Es wird nämlich angenommen, dass die Götter ihr hanptsächlichstes Opfer verrichten, wenn die Sonne aufgeht.

Was nun, dem Agni mit der einen Hand genommen wird, wird ihm mit der anderen Hand gegeben, das ist, es

werden ihm Gottheiten zur Seite gestellt, welche, um
zu sagen, für ihn in den Riss treten. Es werden ihm ze
Seite gestellt:

Der Sonnengott, Sûra, Sûrya, und wie die Name
alle heissen, mit denen es auf den Sonnengott abgesebe,
ist. Durch den Sonnengott, resp. die Sonnengötter si
Agni als der Gott der Sonne in den Vordergrund gesche
ben werden, ein Sachverhalt, welcher dadurch gegebel
ist, dass man dem Varuna, als Gott der Nacht den Mos:
und die Sterne belässt. Der Sonnengott hat übriges!
rothe Pferde, ganz analog wie Agni rothe Stuten hs
Ihre Zahl ist sieben, welcher Siebenzahl natürliche
sieben Arcana zu Grunde liegen.

Die Göttin der Morgenröthe, Ushas. Indem sie as
Tochter des Himmels aufgefasst wird, wird ihr im Allge
meinen eine Stelle in der Indischen Himmels-Kosmologie
angewiesen. Indem sie als Tochter der Sonne aufgeises
wird, wird ihr in specie ihre Stelle neben Agni als das
nengott angewiesen. Indem sie von der Nacht gebore
wird, wird ihr in specie ihre Stelle neben Agni als Gör
von Mond und Sternen gegeben. Was nämlich das letz
tere betrifft, so ist die Morgenröthe ein Mittelding zwi
schen Nacht und Tag, zwischen Mond und Sternen einer-
seits und Sonne andrerseits. Die dem Agni zugewiesene
Morgenröthe nimmt gewissermassen dem Varuna den Mond
und die Sterne und schiebt sie den Agni zu. Dass Usha
dem Agni zur Seite steht, wird dadurch markirt, dass ihr
rothe Kühe oder auch Pferde als Attribut gegeben werden.

Die Asvin. Mit ihnen ist es auf das Glänzen, aut
das Strahlen der Himmelslichter abgesehen, auf den glän-
zenden, strahlenden Agni. Es hat nicht statt, wie das
Lassen will, dass sie die, der Morgenröthe vorauseilenden
Lichtstrahlen bedeuten. Nein, sie bedeuten die Lichtstrah-
len von Sonne, Mond und Sternen überhaupt: deswegen
kommen sie des Morgens, des Mittags, des Abends zun
Opfer, worauf ja Lassen selbst hinweist. Hier haben wir
die Strahlen der aufgehenden, der hoch am Himmel ste
henden, der untergehenden Sonne. Sie kommen auch
dreimal in der Nacht, worauf Lassen noch besonders is
einer Anmerkung hinweist. Nun, damit haben wir sie als
den Glanz, als die Strahlen von Mond und Sternen.
Die Asvin werden in mannigfache Relation za der Zahl
Drei gebracht.

Wir haben also das folgende Sachverhältniss; Varuna
präoccupirt den Agni, dadurch wird Agni in den Hinter-
grund geschoben. Aus diesem Hintergrunde holen ihn
aber der Sonnengott, die Morgenröthe, die Asvin prägnant
hervor. Auf die Weise kann denn nun der beeinträch-
tigte Agni dem, ihm Concurrenz bietenden Varuna leicht-
lich Schach bieten. Aber so weit soll denn nun die Sachi
doch nicht getrieben werden, dass Varuna gänzlich is
den Hintergrund gedrängt wird. Varuna soll dem Agr
nicht unterliegen, und das ist der Grund, dass auch ihu
Nebengötter zu Seite gestellt werden. Auf Grund dieser
Nebengötter kann er sich denn mit Agni, der mit seinen
Nebengöttern dahin geht, messen. Wir haben als Neben-
götter des Varuna:

Den Wind oder die Winde. Wir haben die Relation des Varuna zum Winde bereits oben kennen lernen Das Firmament wird als Luft aufgefasst, und Luft wieder als Wind. Hervorstechend als Gott des Windes steht Rudra da. Er heisst auch der Menschenvertilger, und man fleht ihn an, dass sein, Kühe und Menschen tödtender Pfeil feru bleibe, dass er Greise und Jünglinge, Söhne und Enkel, Vater und Mutter nicht tödte. Damit ist es denn auf die bösen, Krankheiten nach sich ziehenden Winde abgesehen. Er wird aber auch angefleht, Menschen und Heerden Glück zu bringen; er trägt die vorzüglichsten Heilmittel in der Hand. Damit haben wir den, die Luft reinigenden Wind.

Den vedischen Visc hnu. Lassen lässt sich von den Vedologen auf's Glatteis führen, wenn er sagt, Vischnu bedeute das glänzende Firmament, seine höchste Stelle den mittäglichen Theil desselben, die beiden anderen den Aufgang und den Untergang. Ach nein; wenn der Himmel nicht ganz mit Wolken bedeckt ist, wenn die Wolken so daher ziehen, dass man zwischen ihnen das Firmament erblickt, so sind diese Firmament-Flecke: Vischmu. Wir sagen, die Wolken ziehen, der Inder sagt, die Wolken schreiten, Indem nun Wolken und Firmamentflecke

1

sers.

in Relation gesetzt werden, geschieht das derartig, dass į Jie Flecke in den Vordergrund geschoben werden, das

ist es ja eben, was den Vischnu ermöglicht. Indem nun aber die Firmamentflecke in den Vordergrund geschoben werden, ziehen nicht die Wolken, sondern die Firmamentflecke ziehen, und damit haben wir den weitschreitenden Vischnu, in Bezug auf den es heisst: ,,Zu deinen Wohnungen möchten wir gehen, wo die vielf irmigen, wandelnden Kiihe sind, von dort scheint herah gewaltig des weitschreitenden Gottes hehste Stelle“. Hier sind unter Kühen nicht, wie Lassen will, gerade die bunten, lichten Wolken zu verstehen, sondern die Wolken überhaupt. Wenn nun aber an den weitschreitenden Vischinu gerade drei Schritte gereiht werden, so haben wir damit wieder nichts anderes, als die in den Vordergrund geschobene Drei, die wir auch bei den Asvin haben kennen lernen.

Dem Rivalisations - Verhältnisse zwischen Varuna und Agni zu Liebe haben nun beide Nebengötter zur Seite gestellt erhalten. Es ist daher auch sachentsprechend, dass Indra, auf dass er nicht zurückbleibe, seine Nebengötter erhalte. Streng genommen ist so etwas freilich nicht nöthig, denn es lässt sich nicht verkennen, dass die Indische Götter-Kosmologie den Indra als den ältesten Gott am höchsten stellt, womit denn die iibrigen Gottheiten mehr oder weniger alle seine Nebengötter sind. Indessen der äusseren Form zu Liebe erhält, un mit Varuna und Agni in den speciellen Neben-Gottheiten rivalisiren zu können, auch Indra seine Nebengötter. Und solche sind kosinologisch das mit der Kosmologie nicht direct in Verbindung stehende Götterverhältniss der Vedas geht uns von unserem alchemistischen Standpunct weder hier, noch überhaupt etwas an die Aptja, die Götter des Was

Dass sie zu Indra in einer besonderen Relation stehen, hängt damit zusammen, dass durch den Regen (Indra) die Gewässer schwellen.

Dic, der vorliegenden Phase zukommenden philosophischen Zahlen sind die Drei und die Eins. Die 3 haben wir in den 3 Hauptgöttern, Indra, Varuna, Agni, und in manchen Nebenbeziehungen, wie bei den Asvin, dem Vischnu, vertreten.

Die 1 haben wir darin, dass wir, wenn wir auch den IIimmel in das Firmament, die Himmelslichter, die Wolken zersplittern, dennoch, im Ganzen gefasst, nur einen Himmel haben. Indische Alchemie vom Gesichtspunct

der Arcanologie. Vergl. wieder Lassen's Indische Alterthumskunde. Die Indische Alchemie vom Gesichtspunct der Arcanologie ist späteren Datums, als die Alchemie vom Standpunct der Kosmologie. Sie lehnt sich an die Götterdrei: Brahma, Siva, Vischnu (welcher letztere nicht zu verwechseln ist mit dem Vischnu, den wir im vorigen Abschnitt haben kennen lernen). Hier haben wir den theistischen Standpunct der Alchemie derartig, dass die Arcanendrei: Acid. sulphur-Natron, Liquor hepatis, Pulv. solaris direct an die betreffenden Götter gelelint wird.

Lassen gagt ff.: „Das Mittel, alle drei neben einander bestehen zu lassen und sie (Brahma, Siva, Vischnu) unter eine höhere Einheit zusammenzufassen, bot die, in dem Veda ausgesprochene Ansicht dar, dass das höchste Wesen drei Zustände habe, Schöpfung, Fortbestehen und Zerstörung; die Welt ewig in ihm sei, aus ihm hervorgehe und sich wieder in ihm auflöse. Brahma wurde der Schöpfer, Vischnu der Erhalter, Siva der Zerstörer. Die epische Poesie erkennt diese drei Götter als die höchsten neben einander an, ihre Einheit tritt aber nicht entschieden hervor, und die Lehre von der Trimûrti, der Einheit der drei grossen Götter, muss erst der nachfolgenden Zeit zugeschrieben werden. Auch ist Siva keineswegs ausschliesslich der zerstörende Gott, wie er dem Systeme gemäss sein müsste. Das Mahâbhârata beweist sogar, dass versucht worden ist, die zwei Volksgötter (Siva und Vischnu) zu einem einzigen zu machen, indem die Namen beider mit einander verbunden werden. Da dieses in einer Anrufung des Siva vorkommt, erscheint dieser hier als der mächtigere unter beiden, besonders da ihm auch ein Name des Brahma beigelegt, und er als höchster Gott dargeStellt wird“.

Nun, Lassen, wie unsere Indologen iiberhaupt, hat keine Ahnung von dem arcanologischen Standpunct der Sache. Doswegen wirft er sich solchen Traumbildern in die Arme.

Man muss vorab folgendes in's Auge fassen. Sach der Indisch-arcanologischen Speculation hat man da, wo man von der Arcanendrei Acid. sulphur-Vatron und Liquor hepatis hat, den Pulv. golaris eo ipso; Acid sulphur.Natron und Liquor hepatis gehen im P. solaris auf. Lässt man nämlich den P. solaris ruber, unter dessen Eingesichtspunet der generell. P. solaris aufgefasst wird, in seine beiden Theile Sulphur aurat. unil Hydrarg. oxyd. rubr. zerfallen, so haben wir fl. Verhältniss:

1) Sulphur auratu. a) Um dasselbe darzustellen, giesst man zur Solution des Schlippeschen Salzes Schwefelsäure. Damit ist im Sulphur aurat. Schwefelsäure vertreten. Da es sich nun beim Arcanum Acid, sulphur.-Natron eo ipso um Schwefelsäure handelt, so wird angenommen, dass, da man anf beiden Seiten Acid. sulphur. hat, dass man auf Grund dessen da, wo man das Arcanum Acid. sulpliwiNatron hat, auch das Sulphur aurat. hat.

b) Um dasselbe darzustellen, macht man sich die Lösung des Schlippeschen Salzes. Dazu ist aber Natron carbonicum nöthig. Da es sich nun beim Ircanum Acid. sulphur.- Vatron um Vatron handelt, so hat man in ilım, so wie im Sulphur aurat. das Natron vertreten. Und das wird so aufgefasst, dass man da, wo

man das Acid. sulphur.-Natron hat, auch das Sulphur aurat. hat.

c) Um dasselbe darzustellen, macht man sich die Lisung des Schlippeschen Salzes. In diese gehen aber Schwefel und Kalk ein. Schwefel und alk werden aber auch zur Darstellung des Liquor hepatis verwandt. Da man nun Schwefel und Kalk auf beiden Seiten hat, so wird das aufgefasst, als wenn man da, wo man das ircanum Liquor hepatis hat, auch das Sulphur aurat. lat.

2) Hydrargyrum oxydatum rubrum. a) Bei seiner Darstellung entwickeln sich die charakteristischen rothen Dämpfe. Man hat also den Rauch. Aber auch Acid. sulphur. crudum raucht. Da man nun den Rauch auf beiden Seiten hat, so wird das so aufgefasst, dass man da, wo man das Arcanum Acidum sulplur.-Natron hat, auch das IIydrargyr. oxyil. rubr. hat.

b) Der Rauch, die Luft, ist aber auch im Liquor hepatis vertreten. (Man vergleiche bei Empedokles). Somit hat man auch, wenn man Liquor hepatis und Hydragyr. oxyd. rubr. gegenüberstellt, auf beiden Seiten den Rauch. Und das wird so anfgefasst, dass man da,

man das Arcanum Liquor hepatis hat, auch das Hydrarg. oxyd. rubr. hat.

Da man nun, zufolge der beriihrten Auffassung, da, wo man Acid, sulphur.-Natron und Liquor hepatis hat, einerseits Sulphur aurat. und andererseits Hydrarg. oxydl. rubr. hat, so hat man im Ganzen da, wo man Acidl. sulphur.Natron und Liquor hepatis

auch den P. solaris, und damit gehen denn Acid. sulphur.-Natron und Liquor hepatis in P. solaris auf. Es repräsentirt nun:

Acid. sulphur.-Natron den Siva,
Liquor hepatis den Vischnu,
P. solaris

den Brahma. Damit haben wir denn das Sachverhältniss, dass 50 wie die 3 Arcana, Acid, sulphur.-Natron, Liquor hepatis, P. solaris neben einanderstehen, dass so auch die 3 Götter Siva, Vischnu, Brahma neben einander stehen, und dass dabei, so wie Acid. sulphur.-Vatron und Liquor hepatis in P. solaris aufgehen, dass so Siva und Vischmu in Brahma aufgehen. Wie im P. solaris, der vorangehenden Auffassung gemäss, ideell das Acid. sulphur.-Natron und der Liquor hep. vertreten sind, so sind im Brahma ideell Siva und Vischnu vertreten. Brahma wird auf diese Weise zur Idealität. Er wird zum Priestergotte, und hat als solcher keinen öffentlichen Tempel. Dem Volke wurde mit freigebiger Hand ein materieller Polytheismus geboten, die Priester aber hielten sich an dio Idealität der Gottheit, welche sie zu profaniren glaubten, wenn sie dieselbe dem grossen laufen preis gäben.

Wir wollen nun die einzelnen der 3 Götter näher charakterisiren.

1) Siva, der Repräsentant des Acid. sulphur.-Natron. Vorab ist zu bemerken, dass, wenn man sagt, Acid. sul

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cum.

phuricum und Natron stellen ein Arcanum dar, dass man wasser gelacht wird, wobei denn Ammoniakwasst! sich dann auch das Recht nehmen kann, sie realiter zu- der eine, und Schwefel als der andere Theil gedacht sammen in ein Gefiss zu werfen. Thut man das aber, Aber die Zweitheiligkeit tritt doch bei keinem der : so hat man nicht mehr einerseits Acid. sulphur. und an- cana so sehr in den Vordergrund, als beim Aeidun dererseits Natron carbon. (welches den Eingesichtspunct phur.-Natron. Denn beiin Liquor hepatis ist die 27 für Natron carbon. und Natron nitricum abgiebt), sondern theiligkeit etwas kiinstliches. Beim P. solaris ist sie man hat im Ganzen ein Neues, nämlich Natron sulphuri- nielts künstliches, indem P. solaris ruber und P.

Hieran wird mannigfach in der Charakterisirung niger jeder ein Arcanum fiir sich sind. Beim Acid. Sivas angelehnt. Wenn es walır ist, dass Siva der phur.-Natron dagegen haben wir nicht nur im Acid. Wachsende heisst, so haben wir hierin bereits das An- plur. ein Arcanum für sich, und im Natron ein Arel lehnen an das berührte Verhältniss: Siva ist nicht nur für sich, sondern das Acid, sulphur. distendirt sich oinerseits Acid. sulphur., andererseits Natron, sondern er neue zum Acil. sulphur. und Ferrum, und Natron di wächst auch zum Dritten, zum Natron sulphuricum heran. dirt sich zum Natron carbonicum und Natron nitri Im Anlehnen an dasselbe Verhältniss fülırt er auch wohl Hier ist also die Zweitheiligkeit ganz besonders vert: (las Netz als Symbol. Es wird alsdann angenommen, dass und es ist wohl sachentsprechen, dass diese Zwei er, von einer Seite betrachtet, hauptsächlich Acid. sulphur. Siva ganz besonders markirt wird. Auf Grund da ist, und dass er dann das Natron vollkommen in sein nun erhält Siva zwei Hörner. So wenigstens ist die ein Netz fängt. Es liegt nämlich nale, den Siva von einer tende Idee bei der Sache. In der näheren Realisire Seite hauptsächlich als Acid. sulphur. aufzufassen, weil Idee umgeht man es aber, den Siva durch 2 HDi ihm eine Frau beigegeben wird, und in dieser dann das zu verthieren, und so giebt man ihm ein Hiornthier Natron repräsentirt ist. Auch das Allopfer, welches dem Symbol. Bei dem Hornthier tritt nun besonders der Siva zugeschrieben wird, bei dem er alle Wesen, und in den Vordergrund, weil dieser sich durch sein Sun hauptsächlich sich sellist opfert, lehnt an das Natron sul- auszeichnet, durch die Thätigkeit seiner Hörner ausz. phuricum-Verhältniss. Indem er nämlich als Acid. sulphur. net. So kommt der Stier als Symbol des Siva here. aufgefasst wird, opfert er sich, sich dem Natron hingebend, Um nun aber dem Siva selbst die Hörner nicht ganz i selbst. Siva lört auf, Icid. sulphur. zu sein, und wirel benehmen, erhält er einen Mond auf den Kopf. b Natron sulphuricum. Ganz vom selbigen Gesichtspunct diesem Monde ist es auf die beiden Spitzen des Vieri ist er auch der Bisser, denn der Büssende kasteit sich, mondes abgesehen, welche die Inder, wie wir, als Hörp opfert sich selbst. Indem sich aber das Acid, sulphur. des Mondes bezeichnen. -Siva führt einen Dreizack, ha selbst opfert, den Büisser abgiebt, indem es sich dem Na- drei Augen. Hierin haben wir analog, wie bei den redi tron carbonicum opfert, giebt auch das Natron carbon. den schen Asvin, beiin vedischen Vischnu das Lossteuern aui Biisser ab, indem es sich dem Acid. sulphur. opfert. Da

die Drei. raus ergiebt es sich leicht, dass nicht nur Siva, als Acid. Das Natron wird, wie wir bereits erwähnt, als Fran! sulphur. gefasst, als Büsser dargestellt wird, sondern auch des Siva gefasst. Diese Frau des Siva heisst Parvati seine Frau, die als Natron gefasst wird. Siva ist auch die Berggeborene, Durgâ, die Schwernahbare, das in der Gott der gewaltigen Zeugungskraft der Natur. Das wieder eine Berg-Relation, indem man sich den Fels hat nun in mannigfacher Beziehung statt. Die erste Be- schwer nahen kann. Nun, diese Bezeichnung liegt sei ziehung ist die, dass er, als Acid, sulphur. gefasst, welches nale, da Natron carbonicum aus den Felsen auswitter eine litzige Fliissigkeit ist, mit dem Sperma virile paral- Seiner Frau zu Liebe beisst denn auch wieder Siva selim lelisirt wird, welches ebenfalls cine hitzige Feuchtigkeit

der Herr der Berge. ist. Die zweite Beziehung ist die, dass er, als Acidum 2) Visclnu, der Repräsentant des Liquor hepati sulphur. gefasst, arcanologisch nicht nur Acid. sulphur. Am hauptsächlichsten treten bei ihm die Avataras i als solches ist, sondern zugleich auch Eisen. Denn wenn den Vordergrund, iiber welche viel gefabelt worde man ja bei der Arcanendrei das Acid. sulphur. vertreten

ist. Mit ihnen liegt es folgendermassen. Wenn hat, so ist das Acid. sulphur. nicht nur Acid. sulphur. als

den Siva und den Vischnu haben, so haben wir, w soleiies, sondern es bietet den generellen Gesichtspunet

wir wissen, den Bralıma eo ipso, oder anders gesa für Acid. sulphur. und Eisen dar. Nun wird aber das wenn wir Acid. sulphur. - Natron und Liquor hepat. Acid. sulphur. aus dem Eisen (Eisenvitriol) dargestellt, und haben, so haben wir P. solaris eo ipso. In der B es zeugt von der grossen Zengungskraft der Natur, dass ziehung treten also Acid. şulphur. - Natron und Liqu aus dem Eisen, ohne Zusatz einer Ingredienz, blos durch liepatis in den Vordergrund, und P. solaris tritt in d. Vermittlung des Feuers, Acid. sulphur. hervorgeht. Die Hintergrund. Die in den Vordergrund tretenden Po dritte Beziehung ist aber wieder das Natron sulphuricun- parate werden nun an der Hand ihrer Darstellung i Verhältniss. Hier wird vom Siva als Acid. sulphur. aus- Auge gefasst. Und da sagt man denn, am Natron, we gegangen, und es zeugt von seiner grossen Zeugungskraft, wir es als Natron carbon. auffassen, ist weiter nichts da dass er das Natron als Theilarcanum nicht nur zu sich zustellen, denn das kommt natürlich vor. Analog lieg" hinüberzielt, sondern aus ihm auch das Natr. sulphur. es mit dem Acid. sulphuricum. Das kommt natürlich vu zeugt. Die erste Beziehung, die Parallelisirung des Acid. wenn wir es nicht sowohl als Acid. sulphur., als vielmehr sulphur. mit dem Sperma virile, legt es nahe, den Siva als Eisen auffassen. Wollen wir uns aber auch, da doc! unter dem Embleme des Phallus zu verehren, und wenn beim Siva das Acid. sulphur. und nicht das Eisen in der auch hierfür in den epischen Gedichten kein Anhalts- Vordergrund gedrängt wird, wollen wir uns auch specie punct geboten ist, einerlei, es liegt gar zu nahe, dass an das Acid, sulphur. halten und nicht an das Eisen, & sich aus dem Sperma-virile-Siva der Phallus-Siva ent- verrückt das den Standpunct doch nicht. Denn das Acid wickelt. Siva ist auch der Gott des Todes, und trägt als sulphur. wird aus dem Eisenvitriol ohne irgend einen solcher eine Halskette von Schädeln. Das zielt auf das Zusatz, blos durch Anwendung des Feuers dargestellt. Acid. sulphur. als Causticum, welches tödtet, indem es Hierbei aber, sagten die Inder, handelt es sich nicht um seine caustischen Eigenschaften entwickelt. Analog haben einen chemischen Process, es handelt sich

um eine wir auch die Relation zum Acid. sulphur. áls Causticum, einfache Transmutation des Eisens in Schwefelsäure. Wo wenn Siva der Vertilger böser Geister ist. An den Siva aber nicht der eigentliche chemische Process eintritt, de als Tödtenden schliesst sich nun aber wieder das an, stehen wir noch auf dem Boden des natürlichen Vor dass er die göttlichen Waffen verleiht und angerufen kommens, und von dem Gesichtspuncte aufgefasst, haben wird, den Sieg zu verleihen. Indem nämlich der, der in wir das natürliche Vorkommen des Acid, sulphur. gerade den Kampf geht, der Kämpfende, Gott um Sieg anfleht, sowohl als das des Eisens, resp. des Natron. Dem entfleht er den tödtenden Gott an, er fleht ihn in objectiver gegen haben wir nun aber bei der Darstellung des LiBeziehung an, das ist, er fleht ihn nicht an, sich, den quor hepatis, entgegen dem natürlichen Vorkommen. Flehenden, zu tödten, sondern den Feind. Man kann den eigentlichen chemischen Process, der darin gegeben sich den P. solaris vom Standpunct der Zwei denken, ist, dass man Schwefel nimmt, die chemischen Ingredienindem P. solaris ruber und P. solaris niger jeder für sich tien Salmiak und Kalk zusetzt, und nun destillirt. Hier in's Auge gefasst werden. Man kann sich selbst den Li- kann von einem natürlichen Vorkommen nicht die Rede quor hepatis vom Standpunct der Zwei denken, indem das sein, hier muss der eigentliche Darstellungsprocess einPräparat als eine Lösung von Schwefel in Ammoniak. treten. Demgemäss haben wir denn im Sinne der Inder

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9

ma

ein charakteristisches Gegenüberstehen von Acid. sulphur.- cieller, als die allgemeine Auffassung Meer für MilchNatron einerseits und Liquor hepatis andererseits. Li- meer). Ein isolirter Berg, Manclara, wird dem Meero qnor hepat. fallt dem chemischen Process anheim muss darge- zugefiihrt, die grosse Schlange, Vasuki, um den Berg stellt werden, Acid. sulphur. • Natron nicht. Dass nun geschlungen. Die Götter ergreifen den Schwanz der

aber Liquor hepatis dem chemischen Processe anheim- Schlange, die Dämonen den Kopf, und so wird unter - fällt, dargestellt werden muss, das wird bei den Avataren furchtbaren Anstrengungen 1006 Jahre geschüttelt.

des Vischun wenigstens denn ursprünglich in's Das Milchmeer, welches umgebuttert wird, ist die LöAuge gefasst. Avatara heisst Herabsteigung, und ist die sung von Schwefel in Kalkwasser. Der Berg, der dem Erscheinung vies Vischnu in irgend einer Verkörperung Meere zugeführt wird, ist Salmiak. Die Schlange das auf der Welt. Man nimmt zehn Avaturen an.

Destillirgefäss. Mit dem Schütteln soll das Destilliren l'rspringlich existirte wahrscheinlich nur ein Avatar,

bezeichnet werden. nämlich der zweite. Und dieser wurde danní durch neun Nun erscheint das feurige Gift, und droht die ganze andere cumulirt. Diese neui entstanden aber auf einen

Welt zu vernichten. Die Götter wenden sich an Siva Guss, nicht successiv. An der Zelin darf daher nicht gerittelt dass er dasselbe zum Erbtheile in Empfang nelime. Je, werden, wenn man, die Einzahl des Avatars verlagsend, auf doch das Gift hatte sich mit Blitzesschnelle verbreitet die Mehrzahl iibergeht. Auf sie weisst auch in der 7. Avatara Siva konnte nur einen Theil desselben verschlucken, und der König von Ceylon mit zehn Nacken. Sie kommt

erhielt dadurch einen blauen Hals. höchstwahrscheinlich derartig in die Sache, dass die In- Das feurige Gift ist das Hyprothiovgas, resp. Ammco der bei der Darstellung des Liquor hepatis zehn Acte

niakgas, welches sich einen Jusweg verschafft.

Wer es constatirten. Einer derartigen Constatirung einer Anzahl

einathmet, kommt in Erstickungsgefahr. Das Ersticken von Acten bei der Darstellung eines Präparates werden legt das Verschlucken, das Einatlı men seitens Siva wir im Verlauf dieses Buches auch in Bezug auf das

nahe. Dass Siva gerade herangeholt wird, um das Hydrary gr. oxyd. rubr. begegnen. Es werden ansser den

Hyılrothion-Ammoniakyas cinzatlmen, liegt darin, dass 10 Arataras anch noch einzelne apokryphe einzuschwar

in ilim, Siva, das Acid. sulphur. repräsentirt ist. Der zen versucht, das zielt wahrscheinlich darauf, die Zahl Rauch des Acid. sulphur. fumus involvirt gerade sowohl 12, welche wir inn folgenden Abschnitt als eine wichtige die Erstickungsgefahr, als der Schwefelrauch, der AmmoIndische philosophische Zahl kennen lernen werden, an

niakrauch. Siva aber, dem der Rauch des Acid. sulphur. Ilie Stelle der Zahl 10 zu bringen. Die 10 Avataras zukomt, versteht sich auf das Einathmen eines giftigen stehen in einer fortlaufenden Reihe, jede von ilmen stelt Dunstes, würde es ilım schaden, so wäre er nicht qualivorbedachter Weise da, wo sie steht, und nicht friiher ticirt, das Acid. sulphur. zu repräsentiren. Dass Siva oder später. Ursprünglich wird, wie wir vorhin gesehen,

vom Einatlımen einen blauen Hals bekommt, zielt darauf, bei Avatira nichts anderes in's Auge gefasst, als die Dar- dass das fcurige Gift cine Luft ist. Die Luft aber, der stellung des Liquor hepatis, entgegen der Sicht-Darstel- Aether, ist blau. (Vergl. übrigens weiter unten.) lung des Acid. sulphur. Natron. Davon wird nun aber Die Götter waren bereits ermüdet. Da kommt der in dem Complex der Avataren des Vischnu, wie sie uns

Helfer in der Soth, Visclmu, unter der Gestalt einer vorgeführt werden, abgegangen. Wir wollen das bespre- Schildkröte, stellt sich unter den Berg, und hilft 1000 chen, nachdem wir die einzelnen Avataren haben kennen Jahre mit quirlen. Und das hilft. lernen. Also zuerst wollen wir die 10 Avataren durch- Dass die Götter nicht fertig werden können, liegt danehmen. Man vergleiche hierbei P. v. Bohlen: Das alte rin, dass sie Stümper in der Kunst sind, Amrita zu Indien: ein Buch, welches, worauf wir den Leser aufmerk- chen. Sie verstehen sich nicht darauf, Retortenhals und sam machen, im Allgemeinen dem Lassenschen Buche an Vorlage passend an einander zu kitten, sie verstehen das Zuverlässigkeit nachsteht.

„verlutiren“ nicht. Darun entweichen ihnen die Gase Erster Avatar. Es handelt sich um eine Indische

in die Luft. Vischnu als Schildkröte weiss Rath, weil Siindfluth. · Das Menschengeschlecht durch wilde

die Schildkröte cinen lörueren Pauzer hat. Der hat Riesen verderbt worden. Einer von ihnen, Hyagriva,

einen Kitt, welcher sich wie Schildpatt verhärtet. Vielhatte sogar die Vedas geraubt. Die Erde muss also in

leicht ist gar eine Hauptingredienz seines Kittes, seines I der Sündfluth untergehen.

Lutum ; Schildkrott. Wo Visclinu seinen Kitt anwendet Der Indische Noah heisst Manu. Vischnu (Brahma) erscheint ihm unter der Ge

und mit schütteln hilft, da hat die alte Noth ein Ende. i stalt eiues Fisches und giebt ihm den Befehl, ein Schitt

Indem mun die Schüttler zum Ziele kommen, tauchen (Arche) zu bauen, und dasselbe mit sieben heiligen Män

nach und nach grosse Schätze heryor: die Apsarasen oder seru (sieben Arcana) unl Samen aller Art (vijani sar

seegeborenen Nymphen von unvergleichlicher Schönheit; 1 vani), worin die Thierwelt mit begriffen, zu besteigen.

Varuni, auch Sura genannt; ein weisses Ross; ein köstDie Sündfluth geht alsdann vor sich, um wie Noal auf

liches Juwel, welches Visclinu zu seinem Schmuck erhiedem Gebirge Ararat landet, so landet Manu auf einem

sete; die Kuh des Ueberflusses, die Urmutter aller nachGipfel des Himavan, Die Sündfluth wird in diesemn

maliyen Kühe; der Mond, und andere Gegenstände mehr. Avatar als Wasser dem flüssigen Liquor hepatis gegen

Das alles nun sind verschiedene Bezeichnungen für den iiber gestellt. Dabei kann man sich nun auf den Stand

Liquor hepatis. Die Apsarasen zeigen den Fliissigkeitspunct stellen, dass die Darstellung des fliissigen

punct des Präparates, das weisse Ross werden wir in

der 10. Avatara kennen lernen, das Juwel des Vischnu Präparates ins Auge gefasst wird. Man kann aber auch einen anderen Standpunet einnehmen und, vom chemischen

liegt sehr nahe, weil Liquor liepatis ja das Arcanum des Process abselend, kurzweg das in's Auge fissen, dass

Vischnu ist, die Kuh zielt auf die Milch, und die Milch

wieder auf das Milchmeer. Liquor hepatis flüssig ist, entgegen dem Pulvis solaris,

Der Liquor hepatis entsteht, welcher fest ist, und entgegen dem Acid, sulphur.-Natrou,

wie wir oben gesehen, aus dem Milchmeere, es steht in welchem wir den festen und Hüssigen Standpunct zu

also gar nichts im Wege, il generaliter als Milchgleich haben. Vischnu verkörpert

sich in die

meer aufzufassen. Der Mond ist vom Siva erborgt. Siva sem Avatar als Fisch.

ist ja den Schiittlern eine Zuflucht beim Entweichieu der

Gase, und mag dafür schon die Ehre erhalten, dass man (Wir weisen luier nebenbei darauf hin, dass, wie hier die Indische Sündfluth dem Liquor hepatis gegenüber

seinen Mond im Liquor hepatis repräsentirt sein lässt.

Zuletzt erscheint der Götterarzt, Dhanvantara, mit dem gestellt wird, dass so in dem ersten Buche der Oracula

erwünschten Amrita in der Hand. Aber sofort entsteht Sibyllina der Mosaischen Sündfluth das Quecksilber ge

Hader und Zwietracht, weil sich die Asuras desselben zu genüber gestellt wird. Wir werden das später kennen

bemächtigen suchten. Einer derselben hatte bereits heimlernen.)

Jich davon getrunken, als ihm der Mondgott dafür den Z weiter Avatar. Die Himmlischen fangen an, Kopf abschlug. Allein die Wirkung des Trankes war ihre Sterblichkeit inne zu werden, und berathschlagen, nicht mehr zu paralysiren. Mit furchtbarem Krachen wie sie sich einen Trank, Anrita, darstellen, der ihnen fuhren Körper und Haupt von einander, unsterblich zum beständige Jugend und Unsterblichkeit verleiht.

Himmel hinauf, wo sie seitdein mit dem Monde in FeindAlso die Götter wollen den Liquor hepatis machen. schaft leben und die Eklipsen bewirken. Vischnu täuschte

Demzufolge beschliessen sie, das Milchmeer umzubut- die Asuras völlig, indem er nur den Suras zutrank, wotern. (Diese Auffassung, wie sic Râmàyına hat, liegt spe- durch jene der Unsterblichkeit berarbt wurden. Es be

war

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gannen fiirelterliche Kämpfe und die Götter siegten. Vischini nalım das Amrita ter seine Obhut, und die Dämonen zogen sich in die schauerlichsten Oeden der Erde zurück.

Dieser Avatar bringt also erstens die Darstellung des Liquor hepatis, ist in Bezug auf diesen der Hauptavatar, zweitens cinen Kampf von Riesen oder Dämonen, der sich an denselben kniipft, drittens die Verkörperung Vischinus als Schildkröte.

Dritter Avatar. Die Dämonenmutter Diti, Gattin dez Kasyapa, lat zwei Riesensölme. Den einen davon, Hiranyâkscha, erlegt Vischnu in seiner Verkörperung als Iber.

Der Eber wälzt sich nach · Art des Hausschweines, gern in morartigen Stellen. Darum hat er eine Relation zum Jorast, und durch diesen wird die Masse aus Schwefel, Salmiak, Kalkwasser repräsentirt, welche der Destillation unterworfen wird. Aus dem Maule des Ebers ragen die Haner (Eckzilme) hervor. Dieselben sind aufwärts gebogen, gelen in die Höhe. Sie laufen den DestillatGasen parallel, welche aufwärts steigen, wenn

man die vorige Masse destillirt.

Auch dieser Avatar bringt erstens wieder die DarstelImg des Liquor hepatis cinerseits, und andererseits einen Kampf, der sich an denselben kuiipft. Drittens bringt er daan die Verkörpering Vischinus als Eber.

Vierter Avatar. Der Riesa Hiranyakasipu will der, in der vorigen Avatara getödteten Riesen, seinen Bruder, rächen. Er bringt es durch fortgesetzte Bussübung in dalin, dass ihm Brahma verspricht, weder Gott, noch veusch, weder Riese, noch Thier solle ihn verwun

en können, und er solle weder bei Nacht, noch bei Tage, weder in, noch ausser dem Hause tödtbar sein. Wie min liranyakasipu, im Vertrauen auf diese Unverletzlichkeit, das Menschengeschlecht tyrannisch verfolgt, verwandelt sich Viselinu in einen Menschen mit einem Löwenhaupte, oder in einen Löwen mit einem Menschenhaupte, und erlegt den Riesen auf der Schwelle der Thiir in der Dämmerung. — Hier haben wir vom Liquor hepatis nichts anderes, als im Anlehnen an die Löwenhaut, die gelbe Farbe. Der böse Riese bildet die Fortsetzung des Dänionenkampfis im dritten resp. zweiten Avatar. Visehmu verkörpert sich als Löwe-Mensch oder Mensch-Löwe. In diesem Löwen-Menschen oder Mensch-Löwen haben wir, im so zu sagen, die Halbleit zwischen Mensch und Thier. Dieselbe Halbheit haben wir bei der Dämmerung in Bezug auf Tag und Nacht, bei der Thiirschwelle zwischen der Wohnung und dem Freien.

Fünfter Avatar. Ein Tyrann, Mahabali, aus dem Geschlecht des Riesen der vorigen Avatara, unterdrückt seine Unterthanen, versagt den Göttern den Dienst, und hat sein Reich so weit ausgedehnt, dass den Gottern Furcht überkommt, er möchte sich ihrer Regionen bemüelitigen. Vischnu erscheint ilım nun als Zwerg, und bittet um so viel Land, wie er mit 3 Schritten abmessen kann. Es wird ihm gewälmt. Nun schreitet Viselinu iiber Erde, Himmel, Luit hinweg, wodurch dem Mahabali nur die Unterwelt zum Aufenthalt verbleibt

Bei den rei Schritten fällt einem zwar sofort der vedische Vischmu ein, oh aber der schreitende Zwerg mit den 3 Schritten an die 3 Schritte des vedlischen Vischnuzu knüpofen ist, iso will z. B. Lassen), steht noch sehr vahin. Es handelt sich in der Basis um gar zn verschiedene Dinge. Der Zwerg hat als Land die festen Dinge Schwefel, Salniak, Kalk im Auge, und weil dieser 3 sind, darum will er 3 Schritte machen, Wie er nun ans Schreiten kommt, schreitet er über Erile, Ilimmel und Luft hinweg. Das ist, der Liquor hepatis erhebt sich als Destillat. Dem Mahâbali, der jun das Nachsehen hat, verbleibt nichts anderes, als das Residuum der Destillation, welches unten in der Retorte, das ist in der Unterwelt, zurückbleibt.

Ein Zwerg ist hier Vischuu im Hinblick darauf, dass aus den winzigen Dingen Schwefel, Salmiak, Kalk das holie Arcanum Liquor hepatis gemacht wird. Winzig sind aber diese Dinge, weil Kalk jeder Maurer in der Hand lat, Schwefel sich als Fenerzeugmittel in jedem Hauso betindet, und Salmiak ein so niedriges Etwas ist, dass er selbst aus dem Kameelmiste dargestellt werden kann.

Dieser Avatar steht wieder auf dem Standpunct der Darstellung des Liquor hepatis einerseits und dann des Kampte andererseits. Vischnu incorporirt sich als Mensch.

Sechster Avatar. Vischnu unter der Verkörperung des ersten und zweiten Rama, Balarâma und Para- ! surama zicht gegen die Kshatriyas zu Felde.

Siebenter Avatar. Vischmu unter der Verkörperung des dritten Râma, Råmatschandra, zieht gegen Ceylon." Der Herrscher von Ceylon war Ravana aus dem Riesengeschlecht. Dieser wird auch Dasagrîva, das ist der Zelinnackige, genannt. Er hatte dem Rama seine Fran, die schwarzängige Sita geraubt, und daher der Feldzug gegen ihn seitens des Beraubten, dem sogar Affen zur Seite stehen und getreulich helfen. Ravana mit seinen Riesen wird besiegt, und Rama Herr von Ceylon, Wi Ramaviri seine Residenz wird. Die Sache ist der Stati zum Ramayana. In diesen beiden Avataren fällt der Liquor hepatis, der Kampf dagegen bleibt. Vischinu incorporirt sich als Heros.

Um von einem Indischen Ileros ein Bild zu bekommen wollen wir hierher setzen, wie das Epos Ramayana dei Rama schildert.

Er ist aus dem Stamme des Jxvâcu entsprossen, un die Völker feiern ihn unter dem Namen Rama. Er ist enthaltsam, tapfer, glänzend, der heiligen Schriften kundig, willtährig, erfinderisch, klug, beredt, glücklich, Erleger seiner Feinde, breitschulteriy, mit muskulosen Armell, mit muschelförmigem dreilinig bezeichneten Nacken. mit hervorspringenden Backenknochen, mit breiter, stark gewölbter Brust

, mit fleischigem Halse : ein Bekämpfer der Feinde; seine Arme reichen bis zu den Knicen, hat einen schönen Kopf, eine schöne Stirn, einen imponirenden Gang; er ist untersetzt mit proportionirten Gliedmassen, hat eine angenehme Farbe, ist majestätisch, har turgescirende Papillen, grosse Augen, ist glücklich, hat ein empfehlendes Aeussere; er ist gerecht, hält sein Versprechen, weiss seinen Zorn und seine Gemüthswallungen zu unterdrücken, ist weise, hat Lebensart, ist brav, stark er ist ein Rücher des Menschengeschlechtes, ein Beschützer der Gerechtigkeit, er ist in der heiligen Schrift und in ihren Erklärungen bewandert, ein vollkommener Schütze; fast alles hat er gelernt, ist des Reclites kundig, glänzend. gegen alle gütig; elrbar, edelmüthig, einsichtsvoll

; dir Guten gelien ihm nach, wie die Flüsse dem Ocean nach: gehen; Rama, er, der mit allen Tugenden begabt, ist die Freude seiner Mutter; er ist tief, wie der Ocean, fe wie das Gebirge Himaran; er ist lebhaft wie Visebili. lieblich anzusehen wie der Mond; wenn er zürnet. A sollte man sagen, die Welt ginge unter, gerluldig ist i wie die Erde; er ist freigiebig, wie Kuvêru, der Schätz Verleiher, zuverlässig wie ein zweiter Gott der Gerechtigkeit.

Achter Avatar. Visclumu unter der Verkörperur, des Gottes Krischua. Krischna wird als Königsson geboren, und bekundet sogleich nach seiner Geburt sein röttliche Abkunft durch eine Menge vou Wundern. Sei mütterlicher Oheim trachtet dem Kinde nach dem Lebe valier wurde es durch den Fluss getragen und unter Hir ten erzogen.

Hier erfand Krischna die Flöte, wird zuweilen tanzend als Balakrischna oder Kise vorgestellt. Seine rechtmässige Gattin ist Ràdha, er aber nicht treu ist. Im Bruchstücke aus dem Bral ma-Vaivarta-Purana, welches Steuzler herausgegel hat, ist die Liebesgeschichte mit der Hirtin Viraja tento seluildert. Sie ist ein bischen stark saftig gehalten, toto corpore Virajae gaudio eriguntur pili. Animi ! liquium patitur Viraja cuperline voluptatis cum Krisehu.

Virajae adhaeret Haris (Krisehna). Radha iibet rascht das Pärchen und die zu Tode erschreckte Virai: verwandelt sich in einen Fluss. Krischna aber transfir mirt sie wieder. Sie ersteht: clunium femorumque prondere laborans, turgentibus erectisque mammis praccio sie die Schöne unter den Schönen schreitet langsam da her wie ein Elephant (!) Quam cum vidisset formosu amore distinctam, mundorum dominus (Krischna), celerit? illam amplexus est, osculatusque iterum iterumque. Onirs generis amores, contrarium et reliquos princeps (Krisehns in solidutine amatam adeptus, exercuit iterum iterum ! Viraja illa, impetu acta, concipiens sperma illud, extemplo gravida facta est, dives illa, bona, gestavitque divinum.

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