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Herr Generaldirektor NERING - BOEGEL in Isselburg und Herr AUGUST LANCELLE in Emmerich stellten in der liebenswürdigsten Weise ihre reichen Kenntnisse und ihre Bibliotheken in den Dienst des Unternehmens. Herr SYLVESTER FESTEN zu Rees gestattete die Benutzung seiner reichen Sammlung älterer Flurkarten und Pläne. Bei der Aufnahme der Willibrordikirche in Wesel fand der Verfasser weitgehende Unterstützung bei Herrn Regierungsbaumeister LEHMGRÜBNER; Herr Architekt THEODOR Gelsing in Emmerich stellte mit rühmenswerter Liberalität Aufnahmen der Münsterkirche zu Emmerich und der Pfarrkirche zu Hochelten zur Verfügung. Bei der Beschreibung des Schatzes der Münsterkirche zu Emmerich stand Herr Domkapitular SCHNÜTGEN in Köln dem Verfasser mit seinem sachkundigen Rat zur Seite.

Weiterhin gebührt der Dank des Verfassers Seiner Durchlaucht dem Fürsten NICOLAUS LEOPOLD ZU SALM-SALM in Anholt, Seiner Durchlaucht dem Fürsten Otto ADALBERT ZU SALM-HORSTMAR in Koesfeld, der Freifrau AMALIE VON WIDDENHORST - SONSFELD zu Schloss Hueth, Herrn Bürgermeister MAASSEN zu Schermbeck, dem Herrn Dechanten Troost, Herrn Pfarrer AENGENVOORT und Herrn Kaplan Kota zu Emmerich, den Herren Plarrern BRAAM zu Hochelten, HENRICHS zu Dornick, WESSELMANN zu Haffen, GIETMANN zu Haldern, Dr. BoELITZ, KISSELSTEIN und ROELOFS zu Wesel, Herrn Beigeordneten MÜLLER, Herrn Dr. med. E. EICHELBERG, Herrn Steuerrat Born, Herrn Architekten OTTER, Herrn Sekondelieutenant IRGAHN, Herrn B. SCHMITHALS in Wesel, Herrn Geheimen Archivrat Dr. HARLESS und Herrn Regierungs- und Baurat HASENJÄGER zu Düsseldorf, Herrn Professor Dr. NORDHOFF zu Münster i. W., Herrn Professor Dr. Aus’M WEERTH in Kessenich bei Bonn, Herrn Dr. FIRMENICH - Richartz in Bonn, Herrn Religionslehrer Dr. SCHOLTEN in Kleve.

Die Abbildungen Nr. 5, 6, 9, 17, 25, 26, 27, 29, 30, 31, 36, 37, 57 sind nach Zeichnungen des Herrn Architekten ADOLF BAUM in Köln, Nr. 41, 50, 58, 65, 66, 67, 74, 75 nach Zeichnungen des Herrn Architekten FRIEDRICH Pützer in Aachen, Nr. 10, 11, 12, 13, 14, 15, 32, 33, 34, 35 nach Zeichnungen des Herrn Architekten THEODOR GELsing in Emmerich, Nr. 59,60 nach Zeichnungen des Herrn Kreisbauinspektors HILLENKAMP, Nr. 61, 62, 63, 64 nach Zeichnungen des Herrn Architekten OTTER in Wesel, Nr. 1, 2, 3, 4, 18, 19, 21, 23, 42, 43, 48, 49, 51, 52, 55, 56, 70, 71 nach Zeichnungen und Aufnahmen des Verfassers, Nr. 16, 47 nach Vorlagen des Herrn Professors Aus’M WEERTH in Kessenich, Nr. 7, 8, 20, 22, 38, 39, 40 sowie die Tafeln I–VI nach Aufnahmen des Hofphotographen ANSELM Schmitz in Köln hergestellt. Die Karte des Kreises Rees hat Herr Landmesser HEINRICH KÜNKLER zu Bonn angefertigt.

Zu den Kosten der Drucklegung haben der Kreis Rees und die Stadt Wesel in Anerkennung des grossen Nutzens dieser Veröffentlichungen Beiträge gespendet.

'Bonn, im Dezember 1892.

PAUL CLEMEN.

EINLEITUNG.

Der Kreis Rees bildet den nordöstlichen, zwischen den Rhein, die Provinz Westfalen und das Königreich der Niederlande hineingeschobenen Grenzstreifen des Regierungsbezirks Düsseldorf. Er wird nördlich von der niederländischen Provinz Gelderland, östlich von dem zum Regierungsbezirk Münster gehörigen Kreise Borken, südlich von dem Kreise Ruhrort begrenzt, von dem er durch die Lippe getrennt wird; jenseits des Rheines im Westen liegen die Kreise Moers und Kleve. Er umfasst die Städte Emmerich, Isselburg, Rees, Wesel nebst 40 Landgemeinden mit einer Einwohnerzahl von (1890) 65836 Seelen.

Das Hauptgebiet des Kreises gehörte zu dem ehemaligen Herzogtum Kleve, das nach dem Erlöschen des klevischen Mannesstammes mit dem Herzog Johann Wilhelm im Jahre 1624 durch den Düsseldorfer Vertrag an das Haus Brandenburg gelangt war. Während der linksrheinische Teil von Kleve schon 1794 an Frankreich verloren ging, wurde das rechtsrheinische Gebiet erst 1806 an Frankreich abgetreten und zum Grossherzogtum Berg geschlagen; die Stadt Wesel mit ihrem Rayon wurde am 21. Januar 1808 französischer Besitz und mit dem Roerdepartement, Arrondissement Kleve, vereinigt. Durch das kaiserliche Dekret vom 14. Dezember 1810 wurden die nördlich der Lippe gelegenen Teile des Grossherzogtums Berg dem französischen Kaiserreich einverleibt und zu dem Departement Ober- Issel geschlagen, von dem das Gebiet des jetzigen Kreises aber am 28. April 1811 wieder getrennt wurde, um dem neugebildeten Departement der Lippe als Arrondissement Rees zugeteilt zu werden. Das Gebiet des ehemaligen Frauenstiftes Elten im Norden des Kreises, dessen Territorialhoheit sich indessen nur über die Gemeinden Hoch- und NiederElten und den Eltenberg erstreckte, wurde 1802 durch den Reichsdeputationshauptschluss an Preussen als Entschädigung für die Abtretung des linksrheinischen Kleve überwiesen. Nach der Besetzung durch Frankreich im Jahre 1806 wurde die Prinzessin Laetitia, die Tochter Murats, durch kaiserliches Dekret zur Äbtissin ernannt und stand dem Stift vor, bis es 1811 von Napoleon aufgehoben und mit dem Lippedepartement vereinigt ward.

Nachdem im November 1813 die Heere der Verbündeten von diesem Besitz genommen, wurde das Gebiet des Kreises drei Jahre lang von der provisorischen Regierungs-Kommission zu Münster verwaltet, bis am 22. April 1816 die Verwaltung an die Königl. Regierung in Kleve überging. Durch den Grenztraktat vom 7. Oktober 1816 wurden von dem Königreich der Niederlande die Gemeinden Klein - Netterden,

n.

oran. --

Spelberg, Legmeer und Borghees an Preussen abgetreten, wogegen die ehemals Klevischen Gemeinden s'Grävenward, Spyck, Lobith, Kysward und Bilandswerd an die Niederlande kamen. Nachdem endlich im Jahre 1823 die Bürgermeisterei Schermbeck von dem ehemaligen Kreise Dinslaken abgetrennt worden, war die Bildung des Kreises Rees in seinem jetzigen Territorialstande vollendet.

Emmerich und Elten, zusammen mit den jetzt auf dem linken Rheinufer gelegenen Orten Kellen und Brienen, bildeten das ursprüngliche Archidiakonat Emmerich, das zur Diöcese Utrecht gehörte. Alle übrigen Pfarreien gehörten zum Kölnischen Dekanat Xanten. Schermbeck lag im Münsterischen Gebiet; als Filial der Kölnischen Pfarrei Drevenack gehörte es aber zur Kölnischen Diöcese.

Von ihrem niederrheinischen Hauptwaffenplatze aus, Castra vetera auf dem Fürstenberg bei Xanten, hatten die römischen Legionen ihre Züge nach dem Osten unternommen, zu beiden Seiten der Lippe liefen römische Heerstrassen hin, die alte Lippemündung selbst war befestigt, ein ganzes System von Befestigungen, Grenzwehren und Wällen erstreckte sich nach dem Osten zu.

Zur Zeit der ersten römischen Invasion hatten hier die Menapier ihre Sitze, später, nach ihrer unglücklichen Wanderung über den Rhein, die Usipeten und die Chamaver. Der ganze Landstrich, zumal die mittlere Hetter, stellte in den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung ein meilenweites sumpfiges Terrain dar, der westliche Streifen wurde durch den Ostrhein abgetrennt, der von Bislich durch das Sonsfelder, Aspeler und Millinger Meer bis Elten führte; nach der jetzigen westfälischen Grenze zu zog sich undurchdringlicher Buschwald.

Unter der Herrschaft der Franken lief mitten durch den Kreis die Grenze zwischen dem Herzogtum Ripuarien und der Grafschaft Hamaland. Zum Düffelgau, dem nördlichsten Teile Ripuariens, gehörten Wesel, Bislich, Hamminkeln, Mehr, Haffen, Haldern, zur Hetter, die eine Unterabteilung des Düffelgaues darstellte, die späteren Pfarrbezirke Bienen, Millingen, Praest, Dornick, Vrasselt. Den Nordzipfel mit Elten, Emmerich, Kellen, Brienen nahm der mit dem ursprünglichen Archidiakonat von Emmerich identische Gau Leomerike ein, der neben dem Isselgau und dem Veluwegau zur Grafschaft Hamaland geschlagen war. Es war der Grenzstreifen der Franken gegen die sächsische Bevölkerung, vom 6. Jahrhundert an zugleich ihr Kampfplatz. Ungeheure weitausgedehnte Erdbefestigungen, Wälle und Wallburgen geben noch Kunde von der Zeit der Stammeskämpfe am Niederrhein.

Unter den Klevischen Grafen und Herzögen nahm das rechte Rheinufer teil an den Blüteperioden einer grossartig gesteigerten Baulust. Von der Zeit an, da der heilige Willibrord zuerst hier das Evangelium gepredigt, bis zum Ende des 12. Jahrhunderts entsteht ein monumentaler Bau neben dem andern. Nur zwei, das Münster zu Emmerich und die Abteikirche zu Elten, haben den Stürmen der Zeit getrotzt, die grosse Abteikirche zu Rees ist verschwunden, von der ehemaligen romanischen Willibrordikirche zu Wesel sind erst in den letzten Jahren die Fundamente wieder

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aufgedeckt worden. Die zweite grosse Blütezeit der kirchlichen und profanen Architektur im 15. Jahrhundert begann mit der Herrschaft Adolphs II. von Kleve. Der erste Klevische Herzog selbst ging mit seinem Beispiele voran: in Wesel, Schermbeck, Isselburg errichtete er starke und umfangreiche Burgen, die Mauerringe und Befestigungen aller seiner Städte erneuerte er; in seiner Regierungszeit liegen die Keime jenes raschen Aufblühens der Städte und des Bürgertums, das seinen sprechendsten Ausdruck in einer rein bürgerlichen Kunstthätigkeit fand: die grosse Kalkarer Bildschnitzerschule erhielt ihre Gegenstücke in Emmerich und Wesel. Für die kirchliche Architektur am Ausgange dieser Periode bezeichnen die Höhepunkte die Aldegundiskirche zu Emmerich, die Matena- und die Willibrordikirche zu Wesel. Die grossen rechtsrheinischen Kirchenbauten sind nicht unversehrt auf uns gekommen wie der Viktorsdom zu Xanten, die Nikolaipfarrkirche zu Kalkar. Die letzten Wellen des niederländischen Bildersturms schlugen bis nach Emmerich, und die Weseler Kirchen, wiewohl von der grossen Bewegung der Bilderstürmerei verschont, wetteifern in nüchterner Nacktheit mit den holländischen Domen. Die bewegliche Klage Vondels wird lebendig, die der Dichter über den Untergang von St. Katharina in Amsterdam anstimmte:

Een Koninghs Bruit, na d'overrompelingh
Van eenig Rijck, berooft op hare staetsi

Van sluierpracht, gesteente, parle, en ringh,

En jammerlijck mishandelt, en geschonden. Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts erst war der ganze Landstrich nördlich der Lippe mit Ausnahme von Elten Eigentum der Grafen von Kleve geworden. Die Herrschaft Ringenberg war schon 1257 an Kleve übergegangen, wie 1210 die Grafschaft Dinslaken; im Jahre 1392 wurde endlich auch die Grafschaft Aspel, die sich seit dem 1. Jahrhundert im Besitz des erzbischöflichen Stuhles zu Köln befunden hatte, an Kleve abgetreten. Wesel selbst gehörte zum Landdrostenamt Dinslaken, das nördliche Gebiet zu den Amtmannschaften Rees und Hetter, Bislich, Emmerich und Limmers.

Die spätere Geschichte des Kreises ist auf das engste mit den Schicksalen der Stadt Wesel verknüpft, der eigentlichen Hauptstadt des Kreises, die durch ihre kommerzielle und militärische Bedeutung die alte Landeshauptstadt Kleve rasch überfügelt hatte.

Ob Kleve gleich das Haupt, ist Wesel doch das Herz
In diesem Herzogtum, drum ist es auch umgeben
Mit einer starken Brust – man sieht es wieder leben

Durch reiche Nahrungs- Kraft nach überstandnem Schmerz. singt der Magister Kayser in seinem Klevischen Parnass. Der Ort, ursprünglich eine Villa im Besitz der Abtei Echternach, später der Herzöge von Brabant, erst seit 1163 im erblichen Banne der Grafen von Kleve, erscheint schon in der Mitte des 12. Jahrhunderts am Rheinhandel beteiligt, nach der Erhebung zur Stadt im Jahre 1241 blüht Spelberg, Legmeer und Borghees an Preussen abgetreten, wogegen die ehemals Klevischen Gemeinden s'Grävenward, Spyck, Lobith, Kysward und Bilandswerd an die Niederlande kamen. Nachdem endlich im Jahre 1823 die Bürgermeisterei Schermbeck von dem ehemaligen Kreise Dinslaken abgetrennt worden, war die Bildung des Kreises Rees in seinem jetzigen Territorialstande vollendet.

Emmerich und Elten, zusammen mit den jetzt auf dem linken Rheinufer gelegenen Orten Kellen und Brienen, bildeten das ursprüngliche Archidiakonat Emmerich, das zur Diöcese Utrecht gehörte. Alle übrigen Pfarreien gehörten zum Kölnischen Dekanat Xanten. Schermbeck lag im Münsterischen Gebiet; als Filial der Kölnischen Pfarrei Drevenack gehörte es aber zur Kölnischen Diöcese.

Von ihrem niederrheinischen Hauptwaffenplatze aus, Castra vetera auf dem Fürstenberg bei Xanten, hatten die römischen Legionen ihre Züge nach dem Osten unternommen, zu beiden Seiten der Lippe liefen römische Heerstrassen hin, die alte Lippemündung selbst war befestigt, ein ganzes System von Befestigungen, Grenzwehren und Wällen erstreckte sich nach dem Osten zu.

Zur Zeit der ersten römischen Invasion hatten hier die Menapier ihre Sitze, später, nach ihrer unglücklichen Wanderung über den Rhein, die Usipeten und die Chamaver. Der ganze Landstrich, zumal die mittlere Hetter, stellte in den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung ein meilenweites sumpfiges Terrain dar, der westliche Streifen wurde durch den Ostrhein abgetrennt, der von Bislich durch das Sonsfelder, Aspeler und Millinger Meer bis Elten führte; nach der jetzigen westfälischen Grenze zu zog sich undurchdringlicher Buschwald.

Unter der Herrschaft der Franken lief mitten durch den Kreis die Grenze zwischen dem Herzogtum Ripuarien und der Grafschaft Hamaland. Zum Düffelgau, dem nördlichsten Teile Ripuariens, gehörten Wesel, Bislich, Hamminkeln, Mehr, Haffen, Haldern, zur Hetter, die eine Unterabteilung des Düffelgaues darstellte, die späteren Pfarrbezirke Bienen, Millingen, Praest, Dornick, Vrasselt. Den Nordzipfel mit Elten, Emmerich, Kellen, Brienen nahm der mit dem ursprünglichen Archidiakonat von Emmerich identische Gau Leomerike ein, der neben dem Isselgau und dem

Franken gegen die sächsische Bevölkerung, vom 6. Jahrhundert an zugleich ihr Kampfplatz. Ungeheure weitausgedehnte Erdbefestigungen, Wälle und Wallburgen geben noch Kunde von der Zeit der Stammeskämpfe am Niederrhein.

Unter den Klevischen Grafen und Herzögen nahm das rechte Rheinufer teil an den Blüteperioden einer grossartig gesteigerten Baulust. Von der Zeit an, da der heilige Willibrord zuerst hier das Evangelium gepredigt, bis zum Ende des 12. Jahrhunderts entsteht ein monumentaler Bau neben dem andern. Nur zwei, das Münster zu Emmerich und die Abteikirche zu Elten, haben den Stürmen der Zeit getrotzt, die grosse Abteikirche zu Rees ist verschwunden, von der ehemaligen romanischen Willibrordikirche zu Wesel sind erst in den letzten Jahren die Fundamente wieder

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