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von einem Augustinerchorherrn in Neuss verfasst, nennt Gerbald, Bischof von Tongern (Lüttich), einen „vir nobilis, filius regis Bavariae. Mater eius erat matertera Ogeri ducis de Danimarchia; duodecim filii ducis Metensis erant avunculi eius; coepit autem anno d. 785." 1) Hiernach wären also Bischof Gerbald ( Garibald, ein bekannter Agilolfingername) und Otgar Geschwisterkinder gewesen und beide hätten bayerisches Blut in ihren Adern gehabt. Die Nachricht weist auf eine alte Lütticher Tradition. Dass sich in dieser Gegend früh eine Lokaltradition über Ogier gebildet hat, ist auch durch andere Zeugnisse erwiesen.2)

Nicht nur die letztere Nachricht spricht dafür, dass Metellus, wenn er mit der Identifizirung Otkars und Ogiers keinen Missgriff beging, auch darin Recht hatte, Otkar und Adalbert Verwandte Pipins zu nennen. Sage wie Geschichte. erklären sich in diesem Falle am besten unter der Voraussetzung, dass auch die Gründer Tegernsees zu jener vornehmen, mit den Karolingern und Agilolfingern verwandten fränkisch-bayerischen Familie gehörten, aus welcher Swanahild und Grifo in der Dichtung fortleben. v. Freyberg hat in seiner ältesten Geschichte von Tegernsee (S. 191 f.) „über Stamm und Geschlecht der Stifter" in einer besonderen Beilage gehandelt. Er hat auf die Stelle Aventins 3) hingewiesen, wonach unter Karl Martell, Alberto, Otogerioni et Utoni, quos quidam filios Grimoldi fuisse suspicantur, Bargiones et Tigurini inter Isaram et Oenum subditi Alpibus traduntur." Freyberg bemerkt erläuternd, dass unter diesem Grimoald nicht der Sohn Pipins, sondern der Bayernherzog dieses Namens zu verstehen sei, und schliesst sich der An

1) Gams, Series episcoporum p. 248 verzeichnet Gerebald von 787-809 als Bischof von Tongern Lüttich.

2) S. Voretzsch, S. 24.

3) Turmairs Werke II, 383.

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sicht des Benediktiners Angelus März an, dass in Adalbert und Otgar Söhne Grimoalds, jedoch nicht aus seiner Verbindung mit Plektrude (Pilitrud), sondern aus einer früheren Ehe zu suchen seien. Dass Söhne aus einer solchen lebten, werde durch Arbeo's vita Corbiniani, c. 10 erwiesen. Nach dieser Hypothese wäre also Plektrudis, die ebenso wie Otkar als Gönnerin von St. Martin in Köln genannt wird, Otkars Stiefmutter gewesen. Indessen lässt sich aus Arbeo's Worten: pollicebatur (Crimoldus) eum (Corbinianum) conparticipem facere filiorum suorum1), nur mit Willkür folgern, dass Grimoald bereits aus einer Verbindung vor jener mit Pilitrud Söhne besass. Seine Söhne von Pilitrud können damals allerdings noch nicht erwachsen gewesen sein, aber es ist nirgend gesagt, dass sein Corbinian gegegebenes Versprechen sich auf die Gegenwart oder eine nahe Zukunft bezogen habe. Dass aber in Adalbert und Otgar nicht Söhne Grimoalds und der Pilitrud gesucht werden können, zeigt die Nachricht der Vita Corbiniani), dass die Söhne sub multa tribulatione regno privati vitalem amiserunt flatum.

Aventin aber wird für seine Nachricht, abgesehen von der citirten Conjektur über die Abstammung der Grafen, keine weitere Quelle gehabt haben als die auch uns vorliegende Tegernseer Ueberlieferung. Denn es ist wohl nur Ungenauigkeit, wenn er Uto, Adalberts und Otgars Verwandten, als deren Bruder nennt. Der Name Bargiones kommt in der Tegernseer Ueberlieferung nicht vor, ist aber von Aventin nur aus ihr gefolgert. Es sind darunter die Bewohner von Warngau nördlich vom Tegernsee zu verstehen, wie unter den Tigurini die Anwohner des Tegernsees. Da die Ueberlieferung besagt, dass die Klostergründer Güter im Sundgau besassen, die vom Tegernsee durch einen grossen Wald geschieden waren, hat Aventin diesen Besitz bestimmter nach

1) P. 255 meiner Ausgabe.

2) P. 267, c. 25.

der Oertlichkeit bezeichnet, die nördlich dieses Waldes liegt, d. i. Warngau. 1)

Alle die oben gesammelten Indizien reichen nun freilich noch nicht hin, die Identität des Tegernseer Mitgründers Otgar mit Ogier dem Dänen sicher zu beweisen. Was der Tegernseer Dichter als Thatsache hinstellte und noch Leibnitz ohne Vorbehalt annahm, bleibt für uns, da kein einziger entscheidender Grund dafür spricht, Hypothese, aber eine Hypothese, welcher das Zusammentreffen einer Reihe von beachtenswerten Gründen eine gewisse Wahrscheinlichkeit sichert. Dass Metellus ausser den gleichen Namen und den von Voretzsch hervorgehobenen Analogieen noch weitere Anhaltspunkte hatte, die ihm als Brücke zwischen dem bayerischen Otkar und der Sage dienten, ist eine Möglichkeit, die sich nicht leugnen lässt. Bei dem lebhaften, durch nationale Schranken nicht gestörten Verkehr, den die Klöster jener Zeit unter sich unterhielten, läge es am nächsten, in Klostertraditionen, die zwischen befreundeten Klöstern ausgetauscht wurden, diese Brücke zu suchen. Solchen Traditionen dürfte Metellus auch die Kunde jener Klöster verdanken, welche entweder zu den Tegernseer Gründern oder zum hl. Quirinus Beziehungen hatten. Dass jedoch das letztere nicht immer auch das erstere bedingt, ersieht man deutlich an Neuss. Von diesem Kloster singt Metellus (p. 83):

Nuscia) virgineae me fugerat aula choreae
Rhenicolis propior,

Qua bibitur scypho vivis signis anaglypho,
Unde medela patet.

1) Scheid, Origines Guelf. I, Tab. I ad p. 54, reiht Otgar und Adalbert als Söhne eines ungenannten bayerischen Grafen, der 687 mit Alachis von Trient kämpfte, in seinen bis zum Jahre 442 (!) hinaufgeführten Stammbaum der Welfen eine haltlose Conjektur, auf die ich nicht näher einzugehen brauche.

2) So oder Nussia ist zu lesen statt: Hustia.

In der That besass das 825 oder 855 gestiftete Benediktinerinnenkloster Neuss Reliquien eines hl. Quirinus, aber dieselben wurden erst im Jahre 1050 unter der Aebtissin Gepa übertragen und zwar direkt aus Rom, wo Gepa's Bruder als Papst Leo IX. regierte.1)

1) S. Tücking, Geschichte der kirchlichen Einrichtungen der Stadt Neuss, (1890), S. 4, 8.

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Verzeichniss der eingelaufenen Druckschriften

Juli bis December 1892.

Die verehrlichen Gesellschaften und Institute, mit welchen unsere Akademie in Tauschverkehr steht, werden gebeten, nachstehendes Verzeichniss zugleich als Empfangsbestätigung zu betrachten. Die zunächst für die mathematisch-physikal. Classe bestimmten Druckschriften sind in deren Sitzungsberichten 1892 Heft III verzeichnet.

Von folgenden Gesellschaften und Instituten:

Historische Gesellschaft des Kantons Aargau in Aarau:

Argovia. Bd. I-XXIII. 1860-1892. 8°.

Société d'émulation in Abbeville:

Bulletin. 1890. Nr. 1-4.

Mémoires in 80.

Mémoires in 4o.

8o.

Tom. XVII. (IVe Série Tom. I) partie 2. 1890. 8o.
Tom. I. fasc. 1. 1891. 4o.

Archaeologische Gesellschaft in Agram:

Viestnik. Bd. XIV, 3. 1892. 8o.

Südslavische Gesellschaft der Wissenschaften in Agram:

Rad. Band 110. 1892. 8o.

Starine. Band 25. 1892. 8°.

Djela (Opera). Band 12. 1892. 80.

Stari pisci hrvatski. Band 19. 1892. 8o.

Société des Antiquaires de Picardie in Amiens:

Bulletin. 1891. Nr. 1-3. 8o.

Mémoires. IV. Série. Tom. 1. Paris 1891. 8°.

K. Akademie der Wissenschaften in Amsterdam:

Jaarboek voor 1891. 8°.

Verslagen. Letterkunde. III. Reeks, 8. Deel 1891-92. 8o.
Verhandelingen. Letterkunde. Deel 20. 1891-92. 4o.
Catalogus van de Boekerij. I. Vervolg. 1891. 8o.
Veianius. Carmen Johannis Pascoli. 1892. 8o.

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