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fachem adiit" kann ich in dieser Zeit anderswo nicht nachweisen, ebenso wenig das geschraubte præmium perennium perennis vitæ. Dagegen fand ich den Reim „nullo inquietante sed domino opitulante" allerdings (nur mit „deo“ statt ,domino“) in einer Urkunde Arnolfs vom 2. Mai 899.*) Aber augustalis" und "imperialitas" kommen in keiner anderen Urkunde vor, welche Arnolf als Kaiser ausstellte. Indess beruhen eben Urkunden dieser Art grossentheils auf freiem Diktate, welches individuellem Sprachgebrauche Spielraum liess. Es wird daher solch' seltener Ausdrücke halber die Aechtheit unseres Diplomes nicht zu bezweifeln sein.

Auch der Inhalt scheint mir dazu keinen Anlass zu bieten. Frühere Regenten hatten Güter verschenkt, Arnolf hatte dieselben eingezogen, dann, nach seiner Kaiserkrönung, zurückgegeben. Zum dauernden Beweise seines Eigenthumes wünschte der Restituirte ein kaiserliches Diplom, welches er in Form eines Schenkungspräzeptes erhielt.

Wer aber war der wieder zu seinem Rechte Gelangte? Der Diktator bezeichnet ihn als des Kaisers Getreuen, als dessen und seiner Vorfahren unablässigen Diener, hebt wiederholt den häufigen und treuen Dienst desselben hervor und spricht von Gütern, welche Letztere ihm geschenkt. Doch unter so vielen überlieferten Gunstbeweisen der nächsten Vorgänger Arnolfs für Getreue, Diener und Ministerialen betrifft keiner einen Poppo. Die Einziehung seiner Güter geschah suggestu quorundam municipiorum eius“, also auf Klagen hin, die aus einigen seiner Burgflecken eingelaufen. Mithin scheint er ein Reichsbeamter gewesen zu sein, der Gebiet zu verwalten hatte. Ein solcher war sechs Jahre früher abgesetzt worden und hatte seine Lehen verloren. Diess war Graf Poppo von der Sorbenmark, aus dem Ge

*) Reg. imp. I. 1, Nr. 1900.

schlechte der Babenberger.*) Sein Missgeschick verknüpft man gewöhnlich mit dem Untergange des Bischofs Arno von Würzburg auf der Rückkehr von einem Zuge nach Böhmen (893), zu welchem ihm Poppo gerathen aber vielleicht nicht genügenden Beistand geleistet hatte. Der Abgesetzte gilt für verschollen, doch seine Söhne erblickt man wieder als Grafen in den fränkischen Gauen Grabfeld und Tullifeld. **)

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In Franken und in Thüringen werden auch die Orte gelegen sein, von denen unsere Urkunde spricht. Leider kann ich sie nicht sämmtlich nach ihrer heutigen Namensform bestimmen. Königshofen im Grabfelde reicht in jene Zeit zurück, und wohl auch Saalfeld an der sächsischen Saale. Radaha" heisst im elften Jahrhundert jene Rodach, an welcher die Dörfer Ober- und Unterrodach östlich von Kronach liegen. ***) In Jura. et Chioluesheim“ scheinen mir einige Lesefehler zu stecken, welche die Erklärung vereiteln. Ueber Rahanuelde" habe ich vorerst nur eine Vermuthung. Mit aller Bestimmtheit aber glaube ich „Vuigmara" so ist sicher statt Viugmara" zu lesen und ,Affolesto" zu erkennen: als Wechmar (Wegmar, Weichmar) und Apfelstedt (Aphilste, Apphelste), beides Dörfer südlich gegen Osten von Gotha. †)

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*) Vergl. Waitz, Deutsche Verfassungsgeschichte V, 46, VIII, 196, wonach der befestigte Ort in den slavisch-deutschen Grenzbezirken „Burgward", urkundlich,municipium" hiess.

**) Dümmler, Geschichte des ostfränkischen Reiches III, 356. ***) Dronke, Traditiones et antiquitates Fuldenses p. 54; K. Roth, Kleine Beiträge I, 130.

†) Aug. Beck, Gesch. des gothaischen Landes III, 11. 370.

Herr von Reber hielt einen Vortrag:

„Die Gemälde der herzoglich bayrischen Kunstkammer nach dem Fickler'schen Inventar von 1598."

Während die Erwerbungen der Galerien Italiens wie der Hauptsammlungen Italiens, Frankreichs, Spaniens und Oesterreichs in ausgedehntem Maasse bis in das 16. Jahrhundert zurück geschichtlich nachweisbar sind, finden sich für die Anfänge des bayrischen Gemäldeschatzes in der Ueberlieferung wie in den bayrischen Archiven auffallend wenig Nachweise. Für die Zeit Wilhelms IV., welchen von 1508-1550 regierenden Herzog wir nach den erhaltenen Objekten als den ersten Gemäldeliebhaber betrachten müssen, fehlen sogar alle auf Bilderkäufe bezüglichen Urkunden. Mehr einschlägiges Correspondenzmaterial findet sich für die Zeit Albrecht des V. Allein der überschätzte Sammeleifer dieses als bayrischer Medici geltenden Fürsten streifte das Gebiet der Malerei nur nebenbei und ohne alles eigentliche Kunstinteresse und Verständniss. Die etwas zerrütteten Finanzverhältnisse aber, welche sein Luxus seinem Nachfolger Wilhelm dem V. hinterliess, machten es diesem schwer, seiner Hauptleidenschaft kirchlicher Gründungen wie seinen Passionen für Prachtcodices und kirchliche Musik zu genügen, so dass für eine werthvolle Mehrung der Gemäldesammlung wenig abfiel.

Wenn es aber auch in den Correspondenzen des bayrischen Hofes der Epoche des 16. Jahrhunderts nicht ganz an einschlägigen Notizen fehlt, so würde doch die Ausbeute daraus auch nicht einmal andeutungsweise ein richtiges quantitatives wie qualitatives Bild von der herzoglichen Gemäldesammlung des 16. Jahrhunderts ergeben. Um so wichtiger ist daher das älteste Inventar der herzoglichen Kunstkammer, dessen Gemäldeverzeichniss einer sichtenden Betrachtung zu unterziehen von wenigstens kulturgeschichtlichem Interesse sein dürfte.

Es ist unter der Signatur Cod. Germ. 2133 in der k. Staatsbibliothek zu München bewahrt und trägt den Titel: Inventarium

Oder Beschreibung aller deren Stuckh vnd sachen frembder vnd Inhaimischer bekanter vnd vnbekanter selzamer vnd verwunderlicher ding, so auf Ir Fürstl. Dhlt. Herzogen in Bayern etc. Kunst Camer zusehen vnd zufinden ist, angefangen den 5. Februarij Anno MDXCVIII Beschrieben durch Joan Baptista Ficklern, der Rechten Doktorn Fürstl. Dht. zu Bayrn Hofrhat zu München etc.

Aus der Jahrzahl erhellt, dass die Herstellung des Inventars bei der Regierungsübernahme des Herzogs Maximilian I. nach der Abdication Wilhelm V. am 15. Oktober 1597 in Auftrag gegeben sein wird. Der rechtskundige Verfasser) ist nicht ohne die damals übliche unkritische Bildung und Belesenheit klassischer Richtung, wie auch nicht ohne Darstellungsfähigkeit bei übrigens bemerkenswerther Ungleichheit in orthographischer Beziehung. Sein Interesse ist ein blos gegenständliches ohne Vertiefung und Erklärungsbestreben, eingehend wird er lediglich bei jenen Objekten, die dem Gebiet der Curiosa angehören. Nur 13 Stück

1) Vgl. Föringer, J. B. Fickler, Allgemeine Deutsche Biographie Bd. VI. S. 775.

weiss er mit Künstlernamen zu verbinden, worunter wieder vier dadurch in Wegfall kommen, dass er unter den Gemälden auch einen Dürer'schen Kupferstich aufführt, und zwei Bilder des Speirer Domherrn Adolph Wolf genannt Metternich (Inv. 2726 u. 2806) wie eines des Jesuiten Jos. Valerianus (Inv. 2805), mithin Dilettantenarbeit, mitzählt. Von den 9 mit eigentlichen Künstlernamen versehenen Gemälden entfallen 2 auf Dürer, 2 auf Burgkmair, 2 auf Altdorfer, 2 auf Mielich, eines (fälschlich) auf Hans von Aachen. Wir werden in der Lage sein, die mit Künstlernamen verbundenen Gemälde des damaligen Bestandes beträchtlich zu vermehren, aber immerhin ist das bezügliche Ergebniss für eine grössere Gemäldesammlung noch ein geringes.

Denn man erstaunt über die Zahl der zusammengebrachten Werke, 778 Stück. Weniger aber befriedigt die Prüfung des Inhalts, welcher mit Ausnahme der von Wilhelm IV. bestellten Bilder nur selten eigentliche auch heutzutage galeriefähige Kunstwerke darbietet.

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So sind selbst die Andeutungen spärlich, dass der Sammlung bedeutsame Stücke der italienischen und niederländischen Kunst des 15. Jahrhunderts einverleibt waren. Als italienischer Quatrocentist kann das Bild erscheinen, welcher unter Inv. no 3331 folgendermassen beschrieben wird: Conterfeht eines vnbarteten Manns Brustbildt in einer roten kappen vber den Kopf gezogen mit einer gefüeterten roten Hauben (Schauben?), darauf soll ein Retract von dem Poeten Virgilio Maroni sein". No 2620,Ein Brustbildt eines Prelaten in rot klaidet wie ein Cardinal mit einem Chor Rockh de A° 1490 auf papier gemahlt" könnte ebenso gut niederländisch oder kölnisch wie italienisch sein. Zwei andere sind höchst wahrscheinlich niederländisch: n° 3245,Ain clain oben her rund altes wolgemaltes Däfele auf holz gemahlt in schwarzen zum Theil vergulten geleist, darauf ein Landschafft mit wasser vnd Landt mit St. Christo

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