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der Abgesandte aber ist nicht mehr Sikinnos, sondern Arnakes, natürlich ein Eunuche, denn diese Diener des Perserkönigs waren den Griechen besonders interessant.

So ist die Darstellung des Herodot soweit geändert, dass sie keinen Anstoss mehr bietet. Nur über Einen Punkt müssen wir noch staunen, über den hohen Grad von Gutmütigkeit des Xerxes, der sich zum zweiten Male von einem Sendling des Themistokles täuschen lässt. Duncker beseitigt auch diesen Anstoss: Themistokles war klug genug zu wissen, dass Xerxes der Botschaft keinen Glauben schenken, vielmehr das Gegenteil für wahr halten werde. Er liess ihn demgemäss wissen: „Die Absicht der Griechen ist, die Brücken abzubrechen, der Führer der Athener hält die Griechen zurück, der König kann seinen Rückzug in Ruhe bewerkstelligen." Xerxes glaubte das Gegenteil und beschleunigte seinen Rückzug. Duncker kommt hiernach zu folgenden Ergebnissen: „Die zweite Sendung ist von Salamis, wie Thukydides angibt, nicht erst von Andros aus erfolgt; sie

φύγῃ· Θεμιστοκλῆς ἀντιβουλεύεται λέγων βασιλεὺς ἀποληφθεὶς ἀναμαχεῖται (Ausdrücke des Herodot) τάχα πολλάκις δὲ ἀπόνοια δίδωσιν, ὅσα μὴ ἔδωκεν ἀνδρεία". πέμπει δὴ πάλιν ὡς βασιλέα εὐνοῦχον ἄλλον Αρσάκην - augenscheinlich der gleiche Name wie bei Plutarch οὕτωσὶ προσαγορεύοντα· εἰ μὴ φύγοι διὰ τάχους, ἡ γέφυρα τοῦ Ἑλλησπόντου διαλύεται κτέ; endlich bei Frontin. 11 6, 8. Nach der Angabe des Sokratikers Aeschines bei Aristid. II S. 293 Dind. wollte Themistokles die Athener überreden, die Brücke zu zerstören, und als sie auf seinen Plan nicht eingingen, meldete er dem Perserkönig, dass er der Absicht der Athener, die Brücken abzubrechen, entgegengetreten sei, um den König zu retten. In dem Fragment des Aristodemos endlich (C. Müller Fr. h. Gr. V p. 3) heisst es : ηττηθέντων δὲ τῶν βαρβάρων καὶ φυγόντων οἱ Ἕλληνες ἐβούλοντο λύειν τὸ ἐπὶ τοῦ Ελλησπόντου ζεῦγμα καὶ καταλαμβάνεσθαι Ξέρξην ἐν τῇ Ἑλλάδι. Θε μιστοκλῆς δὲ οὐκ οἰόμενος ἀσφαλὲς εἶναι οὐδὲ τοῦτο, δεδοικώς μήποτε, ἐὰν ἀπογνῶσι τὴν σωτηρίαν οἱ βάρβαροι, φιλοκινδυνότερον ἀγωνίσονται ἐξ ὑποστροφῆς, ἀντέπρασσε. κεκυρωμένων δὲ οὐδὲν ἰσχύων ἔπεμψε κρύφα Ξέρξη δηλῶν ὅτι μέλλουσιν οἱ Ἕλληνες λύειν τὸ ζεῦγμα,

ist nicht erfolgt, um dem Themistokles ein Guthaben in Persien zu sichern, sondern in bester hellenischer Absicht, um Xerxes zum Rückzug zu bringen; sie ist nicht durch. den Sikinnos geschehen; sie sollte das Gegenteil ihrer Fassung bewirken und hat es bewirkt; ihre Fassung erlaubte den Themistokles fünfzehn Jahre später, sie, mit einem geeigneten, aber unwahren Zusatze versehen, in gut persischem Sinne auszulegen; diese Auslegung und dieser Zusatz sind ihm dann als ursprüngliche Absicht von seinen Gegnern angedichtet worden und in dieser Gestalt in Herodots Relation übergegangen."

Wir gestehen, dass an dieser Darstellung nichts mehr unwahrscheinlich ist; höchstens erweckt noch der eine Punkt Zweifel, dass Themistokles überhaupt auf den Gedanken einer zweiten Sendung gekommen sein soll. Aber ist es statthaft, die Ueberlieferung des Herodot, auf welcher die Darstellung bei Diodor und Plutarch in letzter Linie beruht, so zu zerpflücken, eine Unwahrscheinlichkeit um die andere auszumerzen und zuletzt eine ganz neue Vorstellung von dem Vorgange zu konstruieren? Ist es nicht methodischer, die ganze zweite Sendung als eine gehässige Nachrede, mit der die Gegner des Themistokles den Ruhm der ersten Sendung vernichten wollten, zu verwerfen? Besonders muss es bedenklich sein, in Betreff einer Thatsache, welche den politischen Sympathien und Antipathien entrückt war, den Bericht des Herodot zu verwerfen, nämlich in Betreff der Beratung in Andros, und diese Beratung nach Salamis zu verlegen. Doch eben diese Verlegung stützt sich auf eine Stelle des Thukydides, welche uns glücklicher Weise in diesem Streite über die kritische Behandlung der historischen Quellen sehr zu statten kommt, nämlich auf den I 137 mitgeteilten Brief des Themistokles an Artaxerxes: Θεμιστοκλῆς ἥκω παρὰ σέ, ὃς κακὰ μὲν πλεῖστα Ἑλλήνων εἴργασμαι τὸν ὑμέτερον οἶκον, ὅσον χρόνον τὸν σὸν πατέρα ἐπιόντα ἐμοὶ ἀνάγκῃ ἠμυνόμην,

πολὺ δ ̓ ἔτι πλείω ἀγαθά, ἐπειδὴ ἐν τῷ ἀσφαλεῖ μὲν ἐμοί, ἐκείνῳ δὲ ἐν ἐπικινδύνῳ πάλιν ἡ ἀποκομιδὴ ἐγίγνετο. καί μοι εὐεργεσία ὀφείλεται γράψας τὴν ἐκ Σαλαμῖνος προάγγελσιν τῆς ἀναχωρήσεως καὶ τὴν τῶν γεφυρῶν ἣν ψευδῶς προσεποιήσατο τότε δι ̓ αὐτὸν οὐ διάλυσιν – καὶ νῦν ἔχων σε μεγάλα ἀγαθὰ δρᾶσαι πάρειμι διωκόμενος ὑπὸ τῶν Ἑλλήνων διὰ τὴν σὴν φιλίαν κτέ. Duncker erklärt die Worte τὴν ἐκ Σαλαμῖνος προάγγελσιν τῆς ἀναχωρήσεως καὶ ... διάλυσιν: „Die Vormeldung d. h. rechtzeitige Benachrichtigung von Salamis aus bezüglich des Rückzugs und die Nichtzerstörung der Brücken. Er betrachtet τῆς ἀναχωρήσεως als gen. causae und vergleicht damit ἀπόβασις τῆς γῆς (Ι 108) und ἡ τῶν Πλαταιῶν ἐπιστρατεία (ΙΙ 79). Jeder Grammatiker weiss, dass von einem gen. causae keine Rede sein kann und dass απόβασις τῆς γῆς ein gen. obiect. ist wie γῆς πατρώας νόστος und anderes der Art. Vgl. Krügers Gr. Gr. II 47, 7, 7. Richtiger übersetzt Krüger in seiner Ausgabe die Worte die vorausgemeldete Aufforderung zum Rückzuge" und vergleicht υπόμνησιν τοῦ θαρσεῖν (ΙΙ 88) und αἱ παραινέσεις τῶν ξυναλλαγών (IV 59). Classen gibt den Gedanken in ähnlicher Weise: Den zu rechter Zeit, ehe es zu spät war, mit Hinweis auf die drohenden Gefahren dem Xerxes gesandten Rat zum Rückzug". Man kann diese Auffassung immerhin mit dem Text der Botschaft, wie er bei Herodot vorliegt, vereinbaren, wiewohl in καὶ νῦν κατ ̓ ἡσυχίην πολλὴν κομίζεο nicht die Auforderung zum Rückzuge, sondern der Sinn liegt: „nun magst du in aller Ruhe ziehen und brauchst bei deinem Rückzug nicht in Angst zu sein, da ich die Griechen abgehalten habe, die Brücken zu zerstören. Aber es ergeben sich andere unlösbare Schwierigkeiten. Ueber die eine, dass es ἐκ Σαλαμῖνος, nicht ἐξ Ανδρου heisst, sucht Classen mit der Bemerkung hinwegzukommen, dass ἐκ Σαλαμῖνος für jeden griechischen Leser um der Veranlassung willen deutlicher gewesen sei. Duncker

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lässt, wie wir gesehen haben, die Sendung von Salamis ausgehen. Aber einmal ist, wie schon gesagt, die Erzählung des Herodot in diesem Punkte eine durchaus unverfängliche; dann ist es kaum denkbar, dass schon in Salamis der Plan aufgetaucht sein soll, die Brücke über den Hellespont abzubrechen, solange man noch gar nicht wusste, welche Absicht die feindliche Flotte verfolge. Die Hauptschwierigkeit bietet die Bedeutung des Wortes προάγγελσις. Dieses heisst, Vorherverkündigung" und nichts anderes. Krüger vergleicht προειπεῖν, aber dieses bedeutet öffentlich, feierlich verkündigen". Die Bedeutung Befehl, Aufforderung" hat παράγγελσις und zwar nicht ursprünglich, sondern infolge des Gebrauchs, das Kommando. des Feldherrn die Reihe entlang laufen zu lassen. Eigentlich hat προ, wenn man dem Worte die Bedeutung η Rat, Aufforderung gibt, keinen Zweck; aber mag man sich damit abfinden in der Weise, wie es Classen thut, die Bedeutung Vorherankündigung wird durch den Sprachgebrauch sichergestellt. Bezeichnend ist eine Stelle in Xen. Κύρ. παιδ. ΙΙΙ 3, 34 τῇ δ ̓ ὑστεραίᾳ πρω Κῦρος μὲν ἐστεφανωμένος ἔθνε, παρήγγειλε δὲ καὶ τοῖς ἄλλοις ὁμοτίμοις ἐστεφανωμένοις πρὸς τὰ ἱερὰ παρεῖναι. ἐπεὶ δὲ τέλος εἶχεν ἡ θυσία, συγκαλέσας αὐτοὺς ἔλεξεν, Ανδρες, οἱ μὲν θεοί, ὡς οἵ τε μάντεις φασὶ καὶ ἐμοὶ συνδοκεῖ, μάχην τ' ἔσεσθαι προαγγέλ λουσι κτέ. Es kommt noch ein dritter Punkt hinzu. Wortstellung scheint zwar den von Classen, Duncker u. a. angenommenen Sinn zu empfehlen; aber die naturgemässe Verbindung ist doch τῆς ἐκ Σαλαμῖνος ἀναχωρήσεως, für welche auch der Artikel bei αναχωρήσεως spricht. Mit der Stellung der Worte kann man Aristoph. Wesp. 29 περὶ τῆς πόλεως γάρ ἐστι τοῦ σκάφους ὅλου vergleichen. Auch Frö. 1436 muss es heissen: ἀλλ' ἔτι μίαν γνώμην ἑκάτερος εἴπατον περὶ τῆς πόλεως ἥντιν ̓ ἔχετον σωτηρίας, nicht σωτηρίαν, wie die Handschriften bieten. Wollte man bei dieser Verbindung die Bedeutung Rat, Aufforderung" gelten lassen,

Die

so misste es ἐκ τῆς Ἀττικῆς, nicht ἐκ Σαλαμῖνος heissen. Was Duncker einwendet, dass Themistokles nicht den Rückzug, sondern die bevorstehende Zerstreuung, das nächtliche Ausreissen der hellenischen Flotte dem Xerxes gemeldet habe, bedeutet wenig. Thatsächlich sollte es ja ein Rückzug oder Abzug nach dem Isthmos sein. Allerdings entsteht eine Schwierigkeit nach den vorausgehenden Worten zai uo εὐεργεσία ὀφείλεται. Und lässt man die Mitteilung von dem beabsichtigten Entweichen der Flotte, die ja auf Wahrheit beruhte, als Gefälligkeit gelten, so widerspricht, wie Krüger bemerkt, dieser Sinn wieder dem Vorhergehenden : ἐπειδὴ ἐν τῷ ἀφαλεῖ μὲν ἐμοί . ἡ ἀποκομιδὴ ἐγίγνετο.) Aber wir wissen nicht, mit welcher Wendung Themistokles diesen Punkt angebracht hat, da Thukydides diese Stelle nicht wörtlich angibt, sondern bloss allgemein referiert. Da Duncker selbst zugibt, dass, wenn unsere Auffassung der Worte τὴν ἐκ Σαλαμῖνος προάγγελσιν τῆς ἀναχωρήσεως richtig sei, die zweite Sendung des Sikinnos oder eines anderen Boten zu Xerxes als Anekdote oder vielmehr als eine Erdichtung, die sich mit und aus der Anklage des Themistokles gebildet habe, erscheine, so können wir den Nachweis als genügend erachten und daraus erkennen, mit welcher Vorsicht die abgeleiteten Geschichtsquellen zu be

1) Nipperdey freilich bemerkt zu Corn. Nep. Them. 9: Bei der Form, welche Thuk. hat, konnte jene Sache erwähnt werden, da durch die vorhergehende Angabe, Themistokles habe dem König bis zur Schlacht bei Salamis von allen Griechen am meisten Uebel, nach derselben noch mehr Gutes zugefügt, nicht gesagt ist, dass er ihm vor der Schlacht gar nichts Gutes gethan habe.“ Der Umstand, dass Nepos die Worte tǹv ¿x ἀναχωρήσεως nicht übersetzt hat, beweist, dass er sie ebenso wie wir verstanden hat. Allerdings bedeutet das nicht viel angesichts des famosen Missverständnisses von γράψας, woraus, wie ich schon früher bemerkt habe, Nepos sein literis entnommen hat (literis eum certiorem feci id agi ut pons quem in Hellesponto fecerat dissolveretur).

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