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In den japanischen Wörterbüchern, unter welchen jedoch nur die von Japanern verfassten für das Verständniss der Bücher von erheblichem Nutzen sind, findet sich die alte Sprache sehr unvollständig vertreten. In dem besten dieser Werke, dem chinesisch geschriebenen und von den Herren v. Siebold und Hoffmann herausgegebenen Wa-kanwon-seki-sio-gen-zi-kd sind obsolete Wörter in bedeutender, aber nicht genügender Anzahl enthalten. So kommen bei dem Studium des Man-jeó-siá (der Sammlung der zehntausend Blätter) in den Fällen, wo nicht Wörterschrift, sondern Sylbenschrift angewendet wird, häufig Ausdrücke vor, die selbst mit dem oben genannten Hilfsmittel unverständlich bleiben. Herr Prof. Dr. Hoffmann in Leiden, gegen den ich mich hierüber äusserte, hatte die Güte, mir das - s | s Inisje-wo tattomu ka-na kaku die das Alterthum schätzenden Muster geborgter Schriftzeichen“, ein zwar kleines und unscheinbares, aber werthvolles Werk zu übersenden, in welchem ich nebst der Erklärung einiger Wörter des Man-jeó-sis noch eine Anzahl anderer, von dem japanischen Verfasser aus alten Werken zusammengestellter Wörter und Formen fand. Die von dem genannten Werke gebrachten Aufzeichnungen legten den Grund zu dieser Abhandlung, für deren Zustandekommen ich hauptsächlich Herrn Hoffmann Dank schulde.

Das hier gelieferte Verzeichniss, nach den Classen des Irofa geordnet, enthält solche Wörter, die ehemals durch Sylbenschrift ausgedrückt wurden. Dieselben stehen in Sylbenschrift Firokana, während bei jeder Classe die früher einzig üblichen Zeichen der Sylbenschrift Ma-ga-na (unveränderte chinesische Zeichen) vorgesetzt werden. Die Weitere Anordnung geschieht nach der Sylbenzahl und, mit wenigen Ausnahmen, zugleich alphabetisch. Den Wörtern wird gewöhnlich der entsprechende chinesische Ausdruck und häufig auch eine Erklärung in Firokana und Pflanzenschrift beigefügt. Beides wird in dieser Arbeit wiedergegeben. Das Verständniss der Erklärungen war nicht immer leicht, da das Werk zu denjenigen gehört, die theilweise, und gerade hier an den wichtigsten Stellen, bis zur Unlesbarkeit klein und schlecht gedruckt sind. Bisweilen erscheint ein chinesisches Zeichen, das überdiess Pflanzenschrift ist, als ein schwarzer Fleck, dessen Entzifferung bei dem ersten Anblick unmöglich schien, nach langem Nachdenken und grosser Anstrengung der Augen aber dennoch gelang. Da die Zeichen der Pflanzenschrift in der Druckerei nicht vorhanden sind, wurden, wenn die Setzung der Wörterschrift nicht aus Rücksichten der Deutlichkeit geboten war, diese Erklärungen nur in einer Umschreibung mit lateinischen Buchstaben mitgetheilt. Bemerkt werde noch, dass ich in das hier gebrachte Verzeichniss nur diejenigen Wörter aufnahm, welche in den Wörterbüchern, namentlich dem Wa-kan-won-seki-so-genz-kő, fehlen, folglich ganz unbekannt sind. Es enthält nämlich das Insje-uo tattomu kana kaku auch vieles, das allgemein bekannt ist und in jedem Wörterbuche vorkommt. Wurde bisweilen eines dieser bekannten Wörter in das Verzeichniss aufgenommen, so geschah es der nothwendigen Erklärung willen, die in den übrigen Quellen fehlt. Zahlreiche schon in den alten Zeiten gebrauchte Wörter sind chinesischen Ursprungs. Dieselben weichen häufig von den jetzt üblichen mehr oder minder bedeutend in der Aussprache ab und können, wenn sie in Sylbenschrift vorkommen, nicht verstanden werden. Sie wurden, wo dieses der Fall ist, ebenfalls in das Verzeichniss aufgenommen. Bemerkenswerth ist ferner, dass manche Wörter und Formen, die gegenwärtig der gemeinen oder Umgangssprache eigenthümlich sind, auch in den alten Werken angetroffen werden. Das mehrmals genannte Werk ist übrigens nichts weniger als vollständig, indem viele mir in alten Schriften vorgekommene Ausdrücke darin vermisst werden. Bei dem gänzlichen Mangel anderweitiger Quellen muss jedoch auch das hier Gebotene willkommen sein und als eine wesentliche Erweiterung der Lexicographie betrachtet werden. Ein anderes ebenfalls von Herrn Prof. Hoffmann mir zum Gebrauche geliehenes Werk, das # ff. Ä. Ä. sl Wa-ka-kure-take-atsinte „Sammlung der grossen Bambusstauden des japanischen Liedes“, ein Wörterbuch der poetischen Sprache der Japaner, ist zwar durch die vielen von ihm gebrachten poetischen Ausdrücke und deren Erläuterungen durch Beispiele äusserst schätzbar und merkwürdig, trägt aber kaum etwas zur Kenntniss der obsoleten Wörter bei. Wo es diese jedoch erläutert, ist es gewöhnlich sehr gründlich. Die altjapanischen Ausdrücke weichen in Bezug auf Verbindung und Zusammensetzung bisweilen von den jetzt geltenden Regeln der Grammatik ab. Es möge vorläufig genügen, nur Einiges, das leicht die Quelle von Missverständnissen werden kann, an diesem Orte zu besprechen. Die einer Trübung fähigen Silben sind manchmal getrübt, wo sie in der neueren Sprache klar sind. So: Jeb-kadzura „die trunkene Schlingpflanze“, d. i. der Weinstock, statt jei-kadzura. Ama-no gawa, der Fluss des Himmels, die Milchstrasse, statt ama-no kaua. Foto-ts bi, „eine Fackel“, wörtlich: ein einzelnes Feuer. Statt fito-tsü f. Foto-ts basi, „die einzelne Brücke“, ein japanischer Geschlechtsname. Statt fito-tst fasi. Furu-koto-no basi, die Leiter der alten Wörter“, der Name eines Buches. Statt furtkoto-no fasi. Wenn Adjective dem Substantiv vorgesetzt werden, enden sie nach den Regeln der Grammatik auf die der Wurzel angehängte Sylbe ki, selten auf no. Enden sie auf si ohne Substantiv, so sind sie das adjective Verbum am Schlusse des Satzes. In zusammengesetzten Wörtern steht die Wurzel allein. Bei den einsylbigen Adjectivwurzeln to, jo und na findet sich jedoch in manchen Zusammensetzungen die Sylbe si eingeschaltet, wodurch dieselben in der Form mit dem am Schlusse des Satzes gebrauchten adjectiven Verbum identisch werden. Das Wahrscheinlichste ist, dass die auf diese Weise entstandenen Sylben tos, josi, nas eigentlich tos-no, jos-no, nas-no lauten sollten und dass das no ausgelassen worden. Tosi, „schnell“, wurde nur in dem Eigennamen Tosi-ma beobachtet. Derselbe ist so viel als das sonst übliche toki muma, ein schnelles Pferd. Nach der Regel sollte toki muma zu to-muma abgekürzt werden, was aber noch unverständlicher sein würde. Josi, gut, glückbringend“, steht für jo in den Eigennamen josi-da, „das glückbringende Feld“, josi-wi, „der glückbringende Brunnen“, jos-mine, der gute Berggipfel“, u. s. f., ferner in josi-asi, „Gutes und Schlechtes“. Hier würden ebenfalls Verbindungen wie jo-da, jo-wi, jo-asi noch weniger verständlich sein. In josi-mi, „Freundschaft, hat jedoch josi die Bedeutung EF5 josi, „von etwas ausgehen, sich an etwas halten“, und der Ausdruck besagt: der Leib, an den man sich hält. In jo-mi-sü, „auf gutem Fusse stehen“, scheint jo als Wurzel gebraucht zu sein. Nasi, „nicht vorhanden, ohne für na, wird verhältnissmässig oft beobachtet. Die folgenden Beispiele sind geeignet, die Bedeutung dieses Wortes ausser Zweifel zu stellen. ### FF - " Na-mas-jubi, der namenlose Finger, d. i. der Ringfinger. Die hier gesetzten chinesischen Zeichen sind auch in China in derselben Bedeutung gebräuchlich. Na-ma-jubi würde mit mana-jubi, „sieben Finger“, Aehnlichkeit haben und das getrennte na-naki an na-naki-me, „das den Namen singende Weib“, den weiblichen Fasan erinnern. f E. sf Ma-nasi-katsüma. „Ein augenloser Korb“, ein Korb ohne Lücken, in welchem der Meergott den Gott Fo-wor-nomikoto in das Meer versenkte. Ma-na-katsüma würde für „Fischkorb“ gehalten werden.

Ne-nasi-gusa, „die wurzellose Pflanze“, eine Art Schmarotzerpflanze. Das Wa-ka-kuretake-atsüme sagt: Ne-nas-gusa FR. me-maki . kusa nar. „Ne-nas-gusa ist eine Pflanze

ohne Wurzel.“ Ne-nasi-goto. Ein eitles, unbegründetes Wort. Koto-nas-fu. Kure-take sagt: Koto-nasifu naki sama-ni i-i-nasunari. „Koto-nasifu heisst: etwas in gegenstandloser Weise vorbringen.“ Fu steht für furi, Weise. In dem Verzeichnisse steht koto-nasi-bi und als Erklärung koto-nas-buri. Die Verbindung koto-nas allein hat übrigens mit Zugrundelegung von H koto auch die Bedeutung ununterschieden.

## IE Z Uni-nas-gura. Ein Sattel ohne Meer. In dem So-gen-zi-kd unter den Geräthen angeführt, aber nicht erklärt.

Tana-nas-wo-bune. Ein kleines Schiff ohne Verdeck, ein Kahn. Mehreres kommt in den Erklärungen des Verzeichnisses vor.

In einigen Zusammensetzungen bleibt die Wurzel na. So in kami-na-dzik, „der götterlose Monat“, mi-na-dzüki, „der wasserlose Monat“.

In ada-si ist si ein Expletivum, da ada, ursprünglich „Feind“, dann „unwahr, vergänglich“, kein eigentliches Adjectivum, sondern ein Substantivum ist und als solches nicht gebogen werden kann. Die Wörter, in denen es beobachtet wurde, sind:

Adas-goto. Eine eitle Rede. Sonst ada-koto.
Adasi-gokoro. Ein feindliches oder falsches Herz. Sonst ada-gokoro.
Adas-no. Das feindliche Feld, ein Ortsname.
Adas-gami. Fremde Götter.

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# I, in der Schlafstätte schlafen. R I, schlafen. s I, übernachten. ## I, Galle. I, mit Pfeilen schiessen. Hi. I, fünf. Lesungen.

I. N-zi itsi-in. „Zwei Zeichen, Ein Laut.“ Fünfzig.
J. N-zi its-in. „Zwei Zeichen, Ein Laut.“ Die Stimme des Pferdes.

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# Ine. „Das Ergehen.“ Ge-dzi-no kotoba mari. „Ein Ausdruck für Erlass, Kund

machung an Niedere.“ Steht für ini, Wurzel von inuru, weggehen. Ä Ide. „O möchte doch!“ Mono-wo kokoro nar. „Bezeichnet die Bitte um

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I Ide. „Wohlan!“ Fats-go nar. „Ein die Rede eröffnendes Wort.

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Iki. „Gehen.“ Sonst ein dialectisches Wort der neueren Sprache für juki.

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f. „Ein der Aente ähnlicher Vogel, der sein Nest auf Bäumen baut.“

SE

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so Pu. Jasasi-ku sitojaka-naru kokoro. „Ein Wort im Sinne von weichlich und ungekünstelt.“

Drei Sylben. # Iro-fa. „Die Hausmutter. Zusammengezogen aus iro fawa, die eintretende

FF Mutter. Iro steht für iru, eintreten.

# Iro-se. „Der ältere Bruder in einem Hause.“ Mata iro-me-to-mo. „Man sagt

J, auch iro-ne, älterer Bruder, ältere Schwester.“ Iro wie oben für iru, eintreten. Se wird durch f* se „Rücken“ erklärt. Ne steht für ane, ältere Schwester.

Iroi. Zoku-nitor-atsuka-to iñ-ni onazi. „Mit dem im gemeinen Leben üblichen tor-atsukai „besorgen, behandeln“ gleichbedeutend.“

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Itoma. # E, Imi-buku-no E im-mari. „Ist das im (Vermeidung) in imi-buku (die Kleider der Vermeidung, die Zeit der Trauer).

ZF Its-bi. Kinari. „Der Name eines Baumes.“ Sonst bedeutet itsi-bi auch die f# japanische Brennessel.

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HR Iwo-me. „Ein Hühnerauge. Sonst auch bo-no me ein Warzenauge und iwo

H no me, ein Fischauge. Syn. -fi-bo. /

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# I-gata. „Eine Form zum Giessen. Für dieses Wort steht sonst i-kata.

# Ikasi. Streng.

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