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272 FRANz MiklosICH. DIE slavischEN ORTsNAMEN AUs APPELLATIvEN. 11.

Schematismus cleri dioecesis Jaurinensis. Jaurini 1855. Schematismus cleri dioecesis ritus latini Premysliensis. Jaslo 1864. Schematismus dioecesis Neosoliensis. Neosolii 1866. Schematismus Segniensis et Modrussiensis seu Corbaviensis dioecesium. Zagrabiae 1847. Schmaler, J. E., Die slavischen Ortsnamen in der obern Lausitz. Bautzen 1867. Schmutz, C., Historisch-topographisches Lexicon von Steyermark. Gratz 1822–1823. Skorowidz, Najnowszy, wszystkich miejscowošci w Galicyi. Przemysl 1868. Sláma, F. J., Pokus vysvêtlens éesky.ch jmen mistnych slabikami i a vice se ukončujicich ajen ve mnoZném poétu uZivanych. Cas mus. Gesk. 1834.394. Status cleri et animarum dioecesis Rhacusinae. Venetiis 1857. Statystyka, Krotka, gubernij krolewstwa polskiego. Warszawa 1870. Stupnicki, H., Galicya pod wzgledem geograficzno - topograficzno - historycznym Lwow 1849. Safarik, P. J., Slovanské staroZitnosti. V Praze 1863. Safarik, P. J., Slovansky närodopis. II. vydäni. V Praze 1842. Safarik, P. J., Geschichte der südslawischen Litteratur. Prag 1865. III. 1. 140–156 Saranevič, J., Izslèdovaniema poliotecestvennoj geografii i istorii. Vo Lvové 1869. Sembera, A., Zäpadni Slované. Ve Vidni 1868. Tabella miast i wsi w krolewstwie polskiem. Warszawa. s. a. Tangl, K., Die Grafen von Ortenburg in Kärnten. Archiv für Kunde österr. Geschichts-Quellen. XXX. II. 203. Urkundenbuch des ehemaligen Cistercienserstiftes Goldenkron in Böhmen. Bearbeitet von M. Pangerl. Wien 1872. Fontes rerum austriacarum. XXXVII. Urkundenbuch des Hochstiftes Meissen. Herausgegeben von E. G. Gersdorf Leipzig 1867. Vašek, A., Vyklad slovansky.ch mistnich jmen v Opavsku. Opava 1872. Schulprogramm. Verzeichniss, Alphabetisches, sämmtlicher Orte im Herzogthume Kärnten. Klagenfurt 1860. Verzeichniss, Alphabetisches, sämmtlicher im Markgrafthume Mähren befindlichen Ortschaften. Brünn 1855. Verzeichniss, Alphabetisches, sämmtlicher Orte Kroatiens und Slavoniens. Agram 1857. Vojevodstvo Koroško. V Ljubljani 1866. Vojevodstvo Kranjsko. V. Ljubljani 1866. Weigand, F. L. K., Oberhessische Ortsnamen. Archiv für hessische Geschichte und Alterthumskunde. Darmstadt. VII. 1853. Zahariev, St., Opisaniena Tatar-Pazardzisk b t B kaazb. Viena 1870. Zahn, J., Codex diplomaticus austriaco - frisingensis. Wien 1870. Fontes. Diplomataria et acta. XXXI. XXXV. Zwahr, J. C. F., Niederlausitzisch - wendisch - deutsches Handwörterbuch. Spremberg 1847.

ÜBER DIE

MUND ARTEN UND DIE WANI)ERUNGEN
ZIGEUNER EUROPAs. IV.
Märchen und Lieder der Zigeuner der Bukowina.

Erster Theil.

Text mit lateinischer Interlinearversion.

VON

D* FRANZ MIKLOSICH,

WIRKL. MITGLIEDE DER KAIS. A KAIO EMIE DER WISSENSCHAFTEN.

WORGELEGT IN DER SITZUNG AM 20. MAI 1874.

Dass zur gründlichen Kenntniss einer Sprache Vocabulare nicht hinreichen, dass vielmehr dieselbe nur durch Texte ermöglicht wird, ist selbstverständlich. Wenn wir nun von jenen Texten, welche in der Mundart der englischen oder spanischen Zigeuner abgefasst in den Werken von G. Borrow, Ch. Leland und A. Jimenez zu finden sind, absehen, weil sie, für die Geschichte der Zigeuner und das Lexikon ihrer Sprache wichtig, für die Grammatik nur geringe Ausbeute gewähren, so beschränkt sich unser Vorrath an grammatisch verwerthbaren zigeunerischen Texten auf Folgendes: 1. A. J. Puchmayer, Romäni Cib, das ist: Grammatik und Wörterbuch der Zigeuner-Sprache, nebst einigen Fabeln in derselben. Prag 1821. Die Fabeln sind von Puchmayer selbst übersetzt: die Sprache ist die der böhmischen Zigeuner, die mit der der ungrischen auffallend übereinstimmt. 2. A. F. Pott, Die Zigeuner in Europa und Asien. II. 464–521. Vorwiegend Übersetzungen. 3. O. Böhtlingk, Über die Sprache der Zigeuner in Russland. Bulletin de la classe historico-philologique. St. Pétersbourg 1853. I. 261. Es sind einige Lieder in der Mundart der Moskauer Zigeuner. 4. Bornemisza János, A' czigäny nyelv elemei in: Üj magyar muzeum. Pest 1853. IV. 83. Fünf kurze Lieder mit etwas übersetzter Prosa in der Mundart der ungrischen Zigeuner. 5. J. A. Vaillant, Grammaire, dialogues et vocabulaire de la langue des Bohémiens ou Cigains. Paris 1868. Gespräche in der Mundart der rumunischen Zigeuner. 6. F. Müller, Beiträge zur Kenntniss der Romsprache. I. Sitzungsberichte LXI. 149. Märchen und Lieder in der Mundart der ungrischen Zigeuner. 7. A. G. Paspati, Etudes sur les Tchinghianés ou Bohémiens de l'empire Ottoman. Constantinople 1870. Märchen in der Sprache der griechischen Zigeuner. 8. F. Müller, Beiträge zur Kenntniss der Romsprache. II. Sitzungsberichte LXX. 85. Der Aufsatz enthält zwei von den in 6. bekannt gemachten

Märchen in die Mundart der böhmischen Zigeuner übertragen.
Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXIII. Bd. 35

Von diesen Texten sind für den Sprachforscher die unter 6. und 7. angeführten am werth vollsten, weil sie umfangreichere Originalerzählungen enthalten. Durch die ausnehmende Güte und aufopfernde Bemühung meines ehemaligen Zuhörers, gegenwärtig k. k. Professors an der Oberrealschule in Czernowitz, des Herrn Leo Kirilowicz, bin ich in den Stand gesetzt, die oben verzeichneten Texte um ein Ansehnliches zu vermehren. Was ich den Sprachforschern und Ethnographen biete, sind Märchen und Lieder der in der Bukowina lebenden Zigeuner: der Werth dieser Texte beruht auf der Stellung, welche die Mundart der rumunischen Zigeuner unter den Mundarten dieses Volkes einnimmt; auf der Originalität, da diese Märchen und Lieder nicht etwa von Nicht-Zigeunern in das Zigeunerische übertragen sind; und in nicht geringerem Grade auf der Treue, mit der mein verehrter Freund sie aufgezeichnet, und auf der Genauigkeit, mit der er sie erklärt hat, indem er dem Texte eine deutsche Interlinearversion hinzufügte und nicht müde ward, mir seine Bemerkungen über den nicht immer klaren Sinn der Erzählungen und Lieder, über den Ursprung einzelner Wörter und die Aussprache der Laute mitzutheilen. Was den Inhalt betrifft, so sind in den Märchen Elemente nachweisbar, die wir in rumunischen und magyarischen Märchen wiederfinden; auf die Lieder hat die Volkspoesie der Rumunen und Kleinrussen einen unverkennbaren Einfluss geübt. Die Lieder werden ohne Instrumentalbegleitung gesungen. Die Verse sind reimlos. Jeder Vers hat regelmässig zwei Hebungen. In der Hebung kann nur eine betonte Silbe stehen, der Ton mag der Wort- oder, bei einsilbigen Wörtern, Satzton sein. Die betonte Silbe in der Hebung bezeichne ich mit einem doppelten Acut. O Tidor Tudorél, näch les, so köröl, háj de termoró läs rajé. Haj de Sukär kaj säs, o/ türé bro bharóvazalé lész. Bitindäs, so säch les, haj le biröstar na potinaläs pe. Die Senkung kann fehlen: Háj le. Ajmorá rajé (lom. Es kömmt dies ziemlich selten vor. Die Sprache dieser Texte ist die der rumunischen Zigeuner, welche die zweite der dreizehn Gruppen bilden, in die sämmtliche Zigeuner Europas zerfallen. Der Mundart der ungrischen Zigeuner am nächsten stehend, unterscheidet sich die Sprache unserer Texte von der der ungrischen Zigeuner, abgesehen von den aufgenommenen Fremdwörtern, vor allem durch den sogenannten unbestimmten Vocal, den Lepsius durch ebezeichnet, und der in einer grossen Anzahl von Sprachen, namentlich in der rumunischen, eine Rolle spielt. Ich bezeichne ihn durch das altslovenische T. Da dieser Laut in den arischen Sprachen des heutigen Indiens dem altindischen a gegenübersteht,") so könnte man versucht sein anzunehmen, die Zigeuner hätten diesen Laut aus ihrer indischen Heimat mitgebracht: da jedoch dieser unbestimmte, neutrale Vocal allen anderen Zigeunermundarten fehlt, so muss er aus dem Rumunischen aufgenommen sein. Die Verbindungen ts (č) und dž verlieren meist ihren Anlaut: §at ungr. ëävo filius. Za/t ungr. džar eo. Vergl. rum. dial. §e für ée; Zune für dzune Revue de linguistique V. Seite 242. 243. Ein fernerer Unterschied besteht in dem Gebrauch des den anderen Mundarten fremden Artikels /e, la : o rakloró le 'mparatósko der Sohn des Kaisers; la raklasa mit dem Mädchen; im plur. nom. lautet der Artikel ol: ol rakli, bei den ungrischen Zigeunern o : orale die Jungen. Endlich hat das rumunische Zigeunerisch die Betonung der Endsilbe in den einheimischen Wörtern meist bewahrt, während die Mundart der ungrischen Zigeuner in der Accentuation vom Magyarischen beeinflusst wird: rum. parnó. ungr. párno. Was die Lehre von den Lauten anlangt, so biete ich hier eine Übersicht derselben und einige Bemerkungen über einzelne von ihnen.

*) Whatever degradation from its pure open quality the a had suffered must have been it seems to me, in the direction

- - - - - * of the neutral vowel English short"“ in but, son, blood), which has so generally taken its place in the modern pronunciation of India, rather than toward an e or o, as suggested by Weber. W. D. Whitney im Journal of the American Oriental Society. VII. Seite 362.

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B lautet wie etwa u oder o im engl. but, son. . . und so stellen die verklingenden i und u im Auslaute rum. Wörter dar: zmparác plur. purkár. man's , adämt. kroitorési.

Ausserdem besitzt die Sprache der Zigeuner in der Bukowina den Hauch h, jedoch meist nur in entlehnten Wörtern: done hram scripserunt: hram, unmittelbar aus dem Kleinrussischen entlehnt, ist griech. (güpp.a.

Die übrigen Laute der Sprache, die in der obigen Tabelle nicht aufgeführt erscheinen, sind zusammengesetzt. Hieher gehören 1. c und é d. i. ts und ts. 2. Die erweichten Consonanten: k., g'; t, d; h; s, I. Sie entstehen durch Verschmelzung von k, g; t, d; n; r, 1 mit j: kiradó coctus vorausgesetzt in tradó aus kiradó. g/t triticum vorausgesetzt in die aus giv. sutás dormivit, das dedit. kaj gallina. fet nox. Ioo sumsit. Man beachte - katáñ neben ol katán milites. Dass baf lapis dem bar saepes gegenübersteht, befremdet, da man weiches r eher bei bar saepes, das bei Paspatibár lautet und fem. ist, als bei bar lapis masc., woher das demin. baroró, vermuthen möchte. 3. Die aspirirten Consonanten: kh, th, ph und bh: jakh oculus. thovópono. pheról impleo und bharó magnus, das einzige Wort mit aspirirtem b in der Sprache der Zigeuner der Bukowina, sonst findet man phabhi poma bei den ungr. Zigeunern Bornemisza 93. Die aspirirten Consonanten entstehen durch Verbindung von k, t, p, b mit dem Hauch h: nur in pchkó humerus wird nach p die Spirans ch vernommen. Der Hauch h scheint der Spirans ch

sich zu nähern: phuv aus aind. bhumi terra möchte sich am ungezwungensten durch die Annahme erklären lassen, der zur Spirans ch gewordene Hauch h habe die Verwandlung des b in p bewirkt; in einigen Mundarten tritt entschieden die Spirans ein. Puchmayer und Andere schreiben ch, nicht h: pchuv, kchas, tchan. pch geht manchmal in pš über, oder vielmehr es ist kaum zu entscheiden, ob ch oder § gesprochen wird: pchikó und pskó humerus. pSidel statt pSirel ambulat neben pchjer ambula. Auch erweichtes t kann aspirirt werden: kath hic neben kath. Vergl. mafhin musca bei Puchmayer 44. thil Schmalz 49. athora oculi demin. bei Bornemisza 88. 122. Letzteres sonst wohl jakhora.

Bemerkungen über einzelne Laute.

I. Mit dem k verbindet sich vor e oder i ein parasitisches j: kj, k', welches in tj übergeht, das wie erweichtest, t gesprochen wird; t kann sich zu ë vergröbern. Mit dem t verbindet sich vor e oder i gleichfalls j, daher tj, t, é. Wie k in k', t, so kann auch g in g', d verwandelt werden. Und so wie t in t, so kann d in d übergehen. In vielen Fällen ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen, ob k’ oder f gesprochen wird. I. a. keraráva coquere. firadó coctus. trad', trag, richtig trag', coxerunt. firól coquitur aus firjól, frdól, traJöl. kermó vermis. termé, richtig fermé plur., das fast wie Germé lautet. – kflu paxillus. tlu, richtig tflu. Es ist nicht das klruss. köl. – kindiva emere. tinás emimus, richtig finds. éindót emit praet. aus tindóü. kru dominus. ksra domina. tru. tra. ngriech. «Ö0. «90%. tráte dominae. kis crumena. ksz, richtig kosz, tész, richtig tisz. – dkáva videre. dikól, ditól, fast wie diëól, es ist sichtbar, aus dikTöl, bei Paspati 208. dkol. pekáva coquere. pekiläs wie pečilás coctum est, aus pekisäs. Man erwartet pékIIas. skára docere. skiscs, richtig sikilás, sitlás didicit aus sikIIds, bei Paspati sklilas. – I. b. láte eif. láte. téju tilia wie kéju. Zouáte ex hordeo wie Souáke. rat nox: rat wie rak'. rátiove nox ingruit. part. rátilo und rakilo Paspati. ratilón, richtig ratils“, „rakisós, wohl rak'IÖl. sováva dormire. sutos, sucos, vielleicht suéjás, sué6 dormivit. éivava trahere, iacere: damit hängt wohl zusammen Sutás, šuéjás ingessit. – f/dvica calvaria, eigentlich cucurbita, ist klruss. tykvyéa. – II. a. giv triticum: dn wie gfu, richtig g/W. – II. b. dáva dare: das dedit aus dics, diñás. daj mater, daraus dej, dij, di, das fast wie gi d. i. g' gesprochen wird. – pandavára, bandaväva includere, wofür man phandaváva erwartet. pandadól, pandagóü. vázdava, lázdava tollere. vazden, wohl vazden, und vázgen für vázgen. – Der hier bezeichnete Lautwandel ist rumunischen Ursprungs: I. a. kedrucedrus: tedru. kée clavis: fêe. kiot de vestlie das Jubeln: tiot. okju oculus. otu. b. temü timeo: temü. timpü tempus: fimpü. vèrde viridis: vjerde. Auch im Slavischen ergibt die Erweichung des k und g dasselbe Resultat wie die des t und d: man vergleiche serb. éeramida aus xspopt; und madjistrat, von andern magjistrat geschrieben (dj, gjfür cyr. h), mit pozlaéen aus pozlatjen und kadjen (kagjen) aus kad-jen: cyr. kahen.

II. Für e und o tritt manchmal i und u ein: léste und lésti ei m. pendos und pindas dixit. amparatóste und ämparatóst imperatori. araklé und arakli invenerunt. balénca und balinca capillis plur. instr. chabé und chab cibus. lové und lov Pecunia. O und u scheinen nur in tonlosen Silben zu wechseln: chomér und chumér Teig. sordón und Furloo effudit.

III. O anderer Mundarten geht in uo über: cuon luna. lüon sal für con, lon Paspati. Ebenso wurdonuoro demin. von wurdón, vordón Wagen. Auslautendes o geht, wenn es betont ist, in oü über: gelóü ivit, geló Paspati.

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