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Am nächsten liegend wäre es, unser Object für einen Prachtfächer zu erklären, ähnlich den auf altegyptischen Bildern dargestellten Prachtfächern auf hoher Tragstange, mittelst welcher die Sklaven ihren Gebietern Schatten spenden oder Luft zufächeln, oder an die aus Palmblättern und bunten Federn zusammengesetzten Riesenfächer, wie sie heute noch bei den Reichen und Grossen in Indien gebräuchlich sind. Man könnte sich mit dieser Erklärung begnügen, da das mexikanische Kunstwerk, wenn man sich dasselbe auf eine Tragstange befestigt denkt, zu demselben Zwecke gebraucht werden könnte und seiner Pracht und Schönheit halber wahrhaft fürstlich genannt werden müsste.

Allein ich glaube nachweisen zu können, dass unser „Fächer“ doch nicht als Fächer gedient hat, sondern vielmehr eine Standarte oder ein Banner war.

In der Bilimek'schen Sammlung mexikanischer Alterthümer, welche das k. k. naturhistorische Hofmuseum 1878 acquirirt hat, fand sich nämlich ein in Oelfarben auf eine roth grundirte Leinwand gemaltes Bild (Inv. 1878, Nr. 4601) vor, das schon in sehr verdorbenem und brüchigem Zustand auf Papier, und zwar auf einen spanischen Druck aus Mexiko vom Jahre 1783 aufgeklebt worden war. Auf diesem Papier steht mit Tinte geschrieben rückwärts die Adresse: „Al Sr. Cn. Pedro de Elizalde“, vielleicht der Name des einstigen Besitzers dieses Bildes.

Dieses Bild (Siehe Tafel II) stellt einen altmexikanischen Krieger dar, und zwar in voller Ausrüstung und mit allen seinen militärischen Abzeichen. Zu seinen Füssen liegen die abgeschlagenen Köpfe der getödteten Feinde, auf deren einen er mit dem rechten Fusse tritt. In der Rechten hält er die mit scharfen Obsidianstücken (itzli) besetzte Kriegswaffe – Macuahuitl der Azteken, in der Linken einen mit Federschmuck behangenen kreisrunden Schild, auf welchem ein Arm dargestellt ist. Bekleidet ist der Krieger, wie sich an dem rechten Arm und an den Füssen erkennen lässt, mit abgezogener Menschenhaut, Haupt und Lenden sind mit Federnschmuck geziert. Rückwärts aber, das Haupt überschattend oder wie ein Strahlenkranz dasselbe umgebend, ragt eine buntfarbige, in Gold, Grün, Roth und Braun gemalte fächerförmige Standarte empor, an deren unterer Seite ein Pfeil angebunden erscheint. Unter der Standarte rückwärts ist der Palast oder die Burg des Kriegers angedeutet.

first. That wich he holds in his hand is a cane, which they composed of a certain sort of perfume, which they called pogtl. In his other hand is a nosegay of roses or other flowers, which they form with great art and which they prize so highly that they have them during the entire year, of many varions sorts. They esteem them so much that all the lords had and still have, vassals, who have not been entirely deprived of the inheritances from which they have been ejected. God knows by what right. The ornament of the hair was confined to the lords and valiant men: it was accordingly granted as a great privilege to warrior, who had killed a certain number of the enemy in battle. They were accustomed, for greater state to go without shoes; as they observed that it was for the lower orders of people, such as the tameines and couriers to wear shoes. They all wore for a covering to the lower part of the body a kind of breeches, which consisted of a cloth of cotton, of a yard or rather more in length and very narrow, about a spam in breadth, nearly resembling the tocas of dicammino used on journeys in Castile, girded to the body and with this which they called a mashle, decency was consulted in their dress. It is said that this king never in his life wore twice the same mantle or mashle, but that every day he put on new ones. Die erwähnte Stelle bei Prescott (a. a. O. S. 337) aber lautet: „Vi muchas mantas de à dos haces labradas de plumas de papos de aves ten suaves, que trayendo la mano por encima à pelo y à pospelo, no era masque vna manta zebellina mui bien adobada, hice pesar vna dellas no peso mas de ses onzas.“

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H. Fischer (a. a. O. pag. 275). „Dann ist die furchtbare Waffe Macuahuitl (verdorben aus Macana = Schwert bei den Spaniern) abgebildet, mittelst dessen nach Aussage der Zeugen der Eroberung Mexiko's man den Schädel eines Pferdes bis zur Wurzel nnd einen Menschen geradezu in zwei Theile spalten konnte. Jenes bestand aus einem dicken Stock von hartem und schwerem Holz, in dessen Seiten man sehr scharfe Obsidian-Lamellen von 4–5 cm. Breite und 5–6 cm. Länge eingekittet hatte.“

So schematisch die Zeichnung der Standarte auch ist, und so unvollkommen die Malerei, so ist doch die allgemeine Uebereinstimmung in der Form und selbst in den Farben mit dem Object, um dessen Deutung es sich hier handelt, eine so sehr in die Augen springende, dass man nicht zweifeln kann, dass der Maler des Bildes eine FächerStandarte malen wollte, wie die uns vorliegende. Die inneren Farbenbänder, das charakteristische, höher emporragende Mittelstück, die radial gestellten, im Halbkreis ausstrahlenden langen grünen Federn, alle diese Einzelnheiten auf dem Bilde entsprechen den betreffenden Theilen des wirklichen Objectes; nur der Strahlenkranz von Quetzalfedern ist auf dem Bilde in roher, unbeholfener und schematischer Weise wiedergegeben. Wiewohl nun dieses in Oelfarben auf Leinwand gemalte Bild kaum älter sein dürfte als 150 bis 200 Jahre, so stellt dasselbe doch unzweifelhaft einen altmexikanischen Krieger dar, sei dasselbe nun von einem Spanier, oder von einem eingebornen Künstler, der von den Spaniern das Malen mit Oelfarben erlernt hatte, gemalt. Dass aber die alten Mexikaner, und zwar die grossen militärischen Würdenträger des Reiches, derartige Standarten oder Banner als Abzeichen wirklich gehabt haben, dafür finde ich eine Bestätigung in einer Stelle des oben erwähnten Werkes von Castro, Rodriguez und Campillo, welchem eine Bildertafel: „Mexikanische Alterthümer“ mit erklärendem Texte von Jos. T. Ramirez“ beigefügt ist. Dieser Text enthält S. 7 eine Stelle, welche auch H. Fischer (a. a. O. S. 275) anführt, und folgendermassen lautet: „Militärische Waffen und Abzeichen. Auf Nr. 8 aufliegend ist eine Art von Fächer oder Standarte abgebildet, das Abzeichen eines der vier grossen Würdenträger „Huitznahuatl“ des mexikanischen Hofes. Diese Standarte besteht aus einem Gewebe feiner Federn in ihren natürlichen Farben. Die Federn sind in parallelen Streifen angeordnet, roth und weiss abwechselnd mit zwei Reihen von Quetzalfedern, die auch den oberen Theil der Standarte bilden. Den Knopf oder Fuss der fächerförmigen Standarte bilden blaue Federn mit rothen und gelben Schnürchen (Quasten). Diese Standarte wurde emporgerichtet auf einer Stange (Lanze) getragen, aber nicht wie unsere Militärfahnen von dem Fähnrich mit der Hand in einem Wehrgehänge gehalten, sondern bei den Mexikanern war das Banner auf der Achsel des Trägers befestigt und zwar so ungemein stark, dass es nicht möglich war, dasselbe an sich zu reissen, ohne den Bannerträger zu tödten. Ausserdem war ihm durch diese Befestigungsweise für seine Bewegung und Bravour vollkommen freie Hand gelassen. Eine solche Standarte ist im Codex Mendozino abgebildet.” Ebenso sieht man über Nr. 26 und hinter der Graburne Nr. 29 ein Banner; dasselbe ist das Abzeichen, gewissermassen das Wappen eines der grossen Würdenträger der Krone, eines Generals Namens Tizoyahuacatl. Der untere Theil ist in grüne, gelbe, rothe und blaue Bänder abgetheilt, das Ende machen Quetzalfedern, alles wie bei dem früher beschriebenen Banner. Auch dieses Banner ist im Codex Mendozino abgebildet.“ Diese Beschreibungen passen nicht allein vollkommen auf unser Bild (Tafel II), wo ein solcher militärischer Würdenträger mit seinem Banner auf der Achsel dargestellt ist, sondern auch auf das Prachtstück der Ambraser Sammlung, so dass mir die Deutung desselben als einer Fächer - Standarte ausser Zweifel zu sein scheint.

! Descripcion de alcunos objetos del Museo nacional de Antigüedades de Mexico, por Don José F. Ramirez Mexico 1857. ? Siehe Kingsborough Pl. 68.

Ramirez hebt noch hervor, dass sowohl die Form der Standarte, als auch die Art, sie zu tragen, genau mit dem übereinstimme, was man bei gewissen Befehlshabern in der chinesischen Armee beobachte und verweist dabei auf das Werk: Mémoires concernant l'hist. etc. des Chinois par les Missionaires de Peking, Paris 1782, Tom. 7, pag. 373, Pl. XXXI, Num. XIV. „Les analogies orientales se presentent à chaque pas dans les ancients usages mexicains.“ Eine ähnliche, aber kleinere und einfachere Standarte trägt auch der in Kingsborough's Werk (Vol. II, Pl. 82) abgebildete Krieger in der linken Hand, die gleichzeitig den Schild hält. Ich reproducire auf Tafel III dieses charakteristische Bild, dessen Gegenstück der auf Pl. 81 abgebildete Krieger ist, und füge die erklärenden Bemerkungen Kingsborough's bei: Zu Plate 81. „Their captains went to war in the costume represented by the following figures. The weapon in their right hand is a kind of wooden sling with which they trow a dart with great force. The armour for the body consisted of a cotton vest quilted, called an escaupile, of great avail in their manner of fighting; since after the arrival of the Spaniards, not only the natives used it, but the Spaniards also employed it against the Indians; for it repels arrows, which pass trough the strongest coats of mail and even cuirasses but cannot pass through these escaupiles.“ Zu Plate 82. „This was the second description of dress worn by the captains. The left hand of the figure holds a certain kind of shield in common use amongst them, so light that they sheltered themselves with great expedition under it and repelled the stroke of their adversary and with much dexterity wared off arrow. That which is above is the banner, which each carried distinguished by his own arms.“ Bemerkenswerth ist, dass der ebenfalls reich mit Quetzalfedern ausgestattete Kopfschmuck dieses Kriegers in ganz ähnlichem Styl gehalten ist, wie das Banner. Dass aus kostbaren Federn zusammengesetzte Fächer bei den alten Mexikanern als Abzeichen verschiedener Würden und der einzelnen Stände getragen wurden, geht auch aus folgender Stelle bei Ramirez hervor. Seite 7 a. a. O. heisst es: „Zur linken sieht man einen Gegenstand von ovaler Gestalt mit Stiel, ähnlich der Art von Fächern, die man Mosqueador (Fliegenwedel) nennt. Diesen Namen haben in der That die Eroberer diesem Gegenstand gegeben, der bei den alten Mexikanern je nach dem Stoff, der Form und den Farben und dem Gebrauch verschiedene Bezeichnungen hatte. Solche Fächer waren das gewöhnliche Abzeichen der Gesandten, sowie einer gewissen Classe öffentlicher Beamten, genannt Tequihua, besonders der Adjutanten, Agenten und Vollzieher der Befehle des Oberherrn. Auch die reisenden Kaufleute, welche in Mexiko eine ausgezeichnete Classe bildeten, gebrauchten den Fächer sowohl als Unterscheidungszeichen, als auch als Schattenspender.“ Solche Fächer mögen die im Inventar der Ambraser Sammlung vom Jahre 1596 verzeichneten und schon oben erwähnten Objecte: Fol. 473 „ein mörischer Federbuschen“ und Fol. 474 „Ein Wedler von Federn“ gewesen sein. Es entsteht nun noch die interessante Frage, ob sich nicht bezüglich der Provenienz der Pracht-Standarte in der Ambraser Sammlung etwas bestimmteres nachweisen lässt. In dieser Beziehung hat mich mein verehrter College Prof. Dr. Büdinger auf eine Stelle in der Geschichte der Eroberung von Mexiko von Prescott (The history of the Conquest of Mexico by W. H. Prescott, London 1860, I. S. 198–199) aufmerksam gemacht. Es

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXV. Bd. 13

ist an dieser Stelle von dem ersten Schreiben die Rede, welches Cortez an Kaiser Karl V. sandte, und in welchem er alles, was ihm seit seiner Abreise von Cuba zugestossen, beschrieb und meldete. Das Schreiben selbst ist in keiner Bibliothek von Europa mehr aufzufinden; aber man weiss, da er sich in seinem zweiten Brief darauf beruft, dass dasselbe vom 16. Juli 1519 datirt und von kostbaren Gegenständen begleitet war, welche Cortez von Montezuma als Geschenk erhalten und dem Kaiser nach Antwerpen übersandt hatte. Ein vollständiges Verzeichniss dieser Gegenstände soll ein Brief „Carta de Vera Cruz enthalten. Prescott erwähnt diese Gegenstände z. B. zwei Halsbänder aus Gold und Edelsteinen; einen grossen Alligatorskopf aus Gold; zwei Vögel aus grünen Federn, die Füsse, der Schnabel und die Augen von Gold; eine grosse Scheibe aus Silber 40 Mark im Gewicht und mehrere kleinere von demselben Metall; eine grosse Scheibe aus Gold, mit den Figuren fremdartiger Thiere darauf, im Gewicht von 3800 Unzen; zwei Kleidungsstücke mit Federn durchwirkt, ein anderes mit bunten Federn und wieder ein anderes mit weissen und schwarzen Figuren u. s. w. u. s. w. Dann werden weiter erwähnt: „a fan of variegated feather-work, with thirty-seven rods plated with gold five fans of variegated feathers, four of which have ten and the other thirteen rods embossed with gold.“ Hier sind also ausdrücklich Fächer erwähnt, ohne Zweifel Fächer, wie wir sie als Abzeichen mexikanischer Grossen und verschiedener Würden oder auch verschiedener Stände kennen gelernt haben. Und diese Fächer sind mit wenigen charakteristischen Worten beschrieben, die vollständig auf unser Object passen, das man kurz nicht besser beschreiben könnte als: a fan of variegated featherwork plated with gold.“ Da ist nun wohl die weitere Frage berechtigt, ob das Stück aus der Ambraser Sammlung nicht geradezu einer der in jenem Verzeichnisse der Geschenke von Cortez erwähnten Fächer ist, den wir glücklicherweise noch besitzen. Es sind an der mitgetheilten Stelle dreierlei Fächer erwähnt, vier mit 10, einer mit 13 und einer mit 37 „rods“. Was ist aber mit diesen „rods“, wörtlich „Stäben“ gemeint, oder wie soll man sie zählen? Ich möchte das Wort „rods“ in diesem Falle am liebsten mit „Strahlen“ übersetzen. Die Fächer-Standarte auf dem Bilde Tafel II hat, wenn man von dem Mittelstück absieht, zehn Strahlen, die so wie sie gemalt sind, wohl nicht nur aus je einer langen Schwanzfeder des Quetzal, sondern aus zehn Büscheln solcher Federn bestehend gedacht werden müssen, die an der Rückseite mit Stäbchen versteift waren, wie bei unserem Fächer. An unserem Fächer sind nun die langen Quetzalfedern weder einzelnstehend, noch büschelförmig gruppirt, sondern dicht neben- und übereinander stehend, so dass man keine Strahlen zählen kann. Sollte es aber nur ein Zufall sein, dass dieser Fächer gerade 37 Goldhalbmonde enthält, und zwar 28 an der Innenseite und 9 an dem Mittelstück, von welchen die strahlenförmige Anordnung der Quetzalfedern ausgeht? In obigem Verzeichniss der Geschenke Montezumas ist als erster, offenbar als vornehmster, ein solcher Fächer mit 37 Strahlen erwähnt, so dass man unwillkürlich auf den Gedanken kommt, der mexikanische Fächer der Ambraser Sammlung sei eben dieses Exemplar, welches von Cortez 1519 an Kaiser Karl V. geschickt wurde. Nimmt man das Wort „rods“ wörtlich, so hat unser Fächer rückwärts allerdings nur 27 Radialstäbe, wobei freilich zu bemerken ist, dass mehrere, früher vorhanden gewesene Stäbe, jetzt fehlen. Ich komme also zu dem Resultate, dass das Prachtstück altmexikanischer Kunstindustrie, welches in der Ambraser Sammlung glücklich die Wechselfälle dreier Jahrhunderte überdauert hat, ohne der vollständigen Vernichtung anheimgefallen zu sein, eine fächerförmige Standarte ist, welche einem militärischen Würdenträger höchsten Ranges am Hofe Montezuma's, vielleicht dem unglücklichen Kaiser selbst, angehörte, und dass diese Standarte, obwohl in alten Inventaren der Ambraser Sammlung über ihre Provenienz nichts Näheres enthalten ist, mit einiger Wahrscheinlichkeit jenes Prachtstück ist, welches unter den Geschenken des Eroberers von Mexiko an Kaiser Karl V. als „Fächer aus verschiedenfarbigem Federnschmuckwerk, mit 37 Strahlen und mit Goldplättchen besetzt erwähnt ist, und nebst anderen mexikanischen Merkwürdigkeiten später dem kunstsinnigen und sammeleifrigen Erzherzog Ferdinand von Tirol verehrt wurde.

Ueber die angeblich. Von Montezuma herrührende Streitaxt in der k. k. Ambraser Sammlung.

Ueber dieses berühmte Stück, welches ich schon Seite 89 erwähnt habe, enthält die Beschreibung der Ambraser Sammlung von Baron von Sacken Seite 215 folgende Bemerkung: „XXI. Montezuma II., Inka von Mexiko (er kam 1503 auf den Thron, wurde von den Spaniern unter Ferdinand Cortez verhaftet und bei dem darüber entstandenen Aufstande durch einen Steinwurf getödtet 1520). Streitaxt: Beil und Axthelm aus dunkelgrün und grau gesprenkeltem Syenit, stark gekrümmt, etwas in den 3“ langen Stiel, aber nicht ganz am Ende desselben eingelassen und mit vielen gedrehten, bandartig gelegten Wollschnüren an demselben befestigt. Soll von Ferdinand Cortez dem Papst und von diesem dem Erzherzog Ferdinand verehrt worden sein. Diess enthält ein früher dabei gewesener Zettel.“ Bei der neuen Ordnung der kaiserlichen Sammlungen wurde das Stück in die zweite Gruppe der kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses eingereiht. Dasselbe ist in verschiedenen wissenschaftlichen Publicationen erwähnt und auch mehrmals abgebildet worden. Wir geben eine neue Abbildung auf Tafel V, Fig. 1. Das Material, aus welchem die Steinaxt gearbeitet ist, besteht aus einem syenitartigen Gestein, welches ein körniges Gemenge von zweierlei Feldspath, einem grünlichweissen und einem röthlichen, und von grünlichschwarzer Hornblende, in mässig grossen Partien gleichmässig zwischen dem Feldspath vertheilt, darstellt. Die Axtklinge ist

! Die erste Abbildung dieser Streitaxt erschien in Klemm's Allgemeiner Culturwissenschaft 1854, I. Band, S. 75, Fig. 136 mit der Bemerkung: „das kaiserl. Antiken-Kabinet in Wien besitzt in der Streitaxt Montezuma's II. ein trefflich erhaltenes Exemplar einer im Schaft eingebundenen Streitaxt. Zwei andere amerikanische Steinäxte werden im königl. historischen Museum zu Dresden aufbewahrt, und ich habe sie bereits in meiner Culturgeschichte II. Band, S. 62 (Tafel VI a und b) beschrieben und abgebildet. Zum zweitenmale finden wir die Streitaxt Montezuma's abgebildet in Evans, Ancient Stone Implements pag. 142, nach einer eigenhändigen Skizze von Evans zugleich mit einer Streitaxt der GaviGes-Indianer in Brasilien, welche im Besitze des britischen Museums in London sich befindet, und aus diesem Werke von Evans ist die Abbildung übergegangen in die im Archivos do Museu nacional do Rio de Janeiro 1876, Vol. I, pag. 46 erschienene Arbeit von Carlos Frederico Hartt: DescripÄo dos objectos de pedro de origem indigena conservados no Museo Nacional (Machado de Montezuma pag. 47.)

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