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auf welchem wiederum die als Hand haben dienenden zwei ledernen Wülste befestigt sind. Ueber diese Unterlage spannt sich als widerstandsfähigster Theil ein dickes Pergament, an der Oberseite ist es eingefasst von einem rauhen, geflochtenen Kranz von kleinen zum grössten Theile durch Mottenfrass zerstörten Federquasten, circa 15 mm. breit. Die Fläche der Oberseite ist geschmückt durch dicht aufgeklebte, grössere und kleinere Federn in Naturfarben, schwarz, roth, gelb, grün, blau. Die Federn sind nach den Farben in Schichten aufeinandergelegt, zunächst wohl nur in roheren Umrissen der beabsichtigten Zeichnung entsprechend; diese wurde dann mit einem scharfen Messer herausgeschnitten.

Ueber die Provenienz der Schilde sagt der Katalog nur, dass dieselben 1809 vom Kloster Weingarten übernommen wurden."

Der Federmantel in Brüssel ist im Directionsgebäude des Museums der Port du Hal in einem Saal, welcher altmexikanische und altperuanische Gegenstände enthält, auf bewahrt. Dieser Mantel, angeblich von Montezuma stammend, ist circa 14/, m. lang, oben schmal, nach unten sich verbreiternd. Er besteht aus 6–8 cm. langen rothen Federn, die an ein dichtes Netz aus Bastschnüren befestigt sind und hat am unteren Rande eine Bordüre, in welcher rothe, schwarze und blaue Federn gemischt sind.

Das bei weitem werth vollste Prachtstück ist jedoch in der k. k. Ambraser Sammlung erhalten geblieben, wenn dasselbe auch bisher kaum irgend welche Beachtung gefunden hat.

Ich selbst wurde ganz zufällig darauf geführt, als ich im Frühjahr 1878, mit der Ordnung und Bestimmung der von D. Bilimek für die ethnographische Abtheilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums angekauften Sammlung mexikanischer Alterthümer beschäftigt, mich zum Vergleiche nach den in der Ambraser Sammlung befindlichen altmexikanischen Gegenständen umsah, und dabei in der Beschreibung der Ambraser Sammlung von E. Baron von Sacken (Wien 1855, II. Theil pag. 143) ,unter den Seltenheiten verschiedener fremder Völker folgendes angeführt fand:

,Nr. 3. Ein hoher mexikanischer Hauptschmuck aus herrlichen grünen goldglänzenden Federn und Streifen von anderen verschiedenfarbigen bestehend, mit Plättchen von geschlagenem Golde besetzt. Ungefähr drei Fuss hoch. Im Inventar von 1596 ain mörischer Huetgenannt.

Da ich wusste, dass die Ambraser Sammlung ein berühmtes Unicum, angeblich aus dem alten Mexiko, besitze, nämlich eine steinerne Streitaxt, die als die Streitaxt Montezuma's bezeichnet wird und nach der Angabe der Inventare von dem Eroberer von Mexiko, Ferdinand Cortez, dem Papst (damals Clemens VII.) und von diesem dem Erzherzog Ferdinand von Tirol, dem Gründer der Ambraser Sammlung, verehrt worden sein soll, so schien es mir von vorherein nicht unwahrscheinlich, dass auch der sogenannte ,mexikanische Hauptschmuck aus der Zeit der Eroberung von Mexiko herrühre, und war daher auf das höchste gespannt, das Stück zu sehen.

Mit Hilfe des gegenwärtigen Custos der Ambraser Sammlung, des Herrn Dr. Ilg, war das gesuchte Stück auch bald gefunden. Es hing zusammengefaltet in der Ecke des Wandkastens XVI im Saal 5 neben einer Bischofsmütze, zusammen mit verschiedenen ethnographischen Gegenständen aus Nordamerika, China und von den Sundainseln, unbeachtet und in dem überfüllten Kasten auch kaum bemerkbar. Leider befand sich dasselbe in einem so defecten, von den Motten zerfressenen Zustande, dass ich fürchtete,

es werde uns in der Hand zerfallen, als wir es herausnahmen. Da die nähere Betrachtung des Stückes keinen Zweifel darüber aufkommen liess, dass dasselbe ein Erzeugniss altmexikanischer Kunstindustrie sei, und dass es sich durch sorgfältige Restaurirung und Auf bewahrung vor weiterem Verderben schützen lasse, so stellte ich an Se. Excellenz den Herrn Grafen Folliot de Crenneville, welchem die Ambraser Sammlung untersteht, die Bitte, mir das Stück, da ohnehin eben an der Zusammenstellung des Verzeichnisses derjenigen ethnographischen Gegenstände aus der Ambraser Sammlung, welche an die ethnographische Abtheilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums überwiesen werden sollten, gearbeitet wurde, schon jetzt zu überlassen. Durch die Erfüllung dieser Bitte kam ich in die Lage, den ,mexikanischen Hauptschmuck' näher zu untersuchen und der Restaurirung unterziehen zu lassen, deren er dringend bedurfte, sollte er anders erhalten bleiben.

Diese Restaurirung ist auch in der vollkommensten Weise gelungen und zwar durch die gefällige Mithilfe der seither verstorbenen Frau Christine von Luschan, Frau des seither ebenfalls verstorbenen Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. von Luschan in Wien, welche sich der mühevollen, die grösste Geduld und Geschicklichkeit erfordernden Arbeit aus freien Stücken unterzog und dabei ein wahres Meisterstück lieferte. In einem geschmackvollen Rahmen hinter Spiegelglas und auf schwarzem Sammtuntergrund präsentirt sich nunmehr das kostbare Stück fast wie neu in seiner ursprünglichen Schönheit und Farbenpracht und wird als eine Zierde unserer Sammlungen hoffentlich noch weitere Jahrhunderte überdauern.

Die Beschreibung des Stückes wird mir Gelegenheit geben, speciell zu erwähnen, welche Theile desselben der Restaurirung unterzogen werden mussten.

Grosse Schwierigkeit machte die richtige Deutung des Objectes.' Die alten Inventare der Ambraser Sammlung, in denen noch andere, leider spurlos verschwundene Prachtstücke ohne Zweifel ebenfalls mexikanischen Ursprungs angeführt sind, enthalten in dieser Beziehung die verschiedenartigsten Auffassungen.

Das älteste Inventar der Sammlung vom Jahre 1596, welches nach dem Tode des Gründers derselben, des Erzherzogs Ferdinand von Tirol (gest. 1595), auf Befehl des Kaisers von der Testaments-Commission verfasst wurde, erwähnt Fol. 472 als Inhalt des neunten Kastens ,darynen sachen von federné neben den anderen Gegenständen unser Stück mit folgenden Worten: „Aber ain mörischer Huet, Von langen schenen, gleissenden, grienlechten Und gulden Federn, oben hinauf mit weissen Roten und Plauen federn mit gulden Roslen Und geflunder aussgesezt, hat Vorn auf der stirn ain gannz gulden schnabl.

Dies ist die älteste Beschreibung des Stückes, aus welcher hervorgeht, dass dasselbe an seiner Stirnseite (als solche ist wohl der untere Kreisausschnitt zu nehmen) ursprünglich noch einen goldenen Schnabel hatte, der leider verloren gegangen ist. Doch ist diese Angabe von Bedeutung, weil sie unsere später zu motivirende Ansicht, dass das Kunstwerk die Gestalt eines Vogels mit ausgebreiteten Flügeln nachahme, unterstützt.

1 Herr T. Maler, welcher sich längere Zeit in Mexiko aufgehalten hat und sich für mexikanische Alterthümer in hohem

Grade interessirt, hat das Object, um welches es sich hier handelt, kurz nach seiner Restaurirung im Jahre 1878 bei mir in Wien gesehen und mit meiner Erlaubniss eine Skizze davon genommen. Zu meiner Ueberraschung fand ich diese Skizze bald darauf in der französischen Zeitschrift ,La Nature' Nr. 300 vom 1. März 1879, von Herrn Maler unter dem Titel ,Un vêtement royal de l'Ancien Mexique' nebst einer Beschreibung veröffentlicht, welche zahlreiche Unrichtigkeiten enthält, und namentlich in der Deutung des Stückes als ,königlichen Mantels' gänzlich verfehlt ist.

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Im Inventar vom Jahre 1613 ist die Beschreibung noch wörtlich dieselbe, im Inventar von 1621 heisst es aber Fol. 199 ,indianischer Huetstatt mörischer Huet', im Uebrigen ist auch in diesem Inventar der Wortlaut der Beschreibung identisch, ebenso im Inventar von 1730. Im Inventar vom Jahre 1788 ist aus dem Hut auf einmal eine Schürzer geworden. Es heisst da im III. Band Fol. 52. (IV. Kasten):

Aine indianische Schürze, von langen grünen glänzenden Federn, oben mit einem schmalen Streif von weissen, dann mit einem breiten von grünen, hernach wieder mit einem schmalen von rothen und zu lezt mit einem breiten von blauen Federn geziert, und diese Streifen mit Halbmonden, oder Hufeissen, mit runden Plättchen, und anderen Stücklein von Rauschgold besezt. Ist in dem alten Inventar als ein indianischer Hut beschrieben.

Hier ist das Stück zum erstenmal als eine indianische Schürze bezeichnet, und von dem goldenen Schnabel auf der Stirn nicht mehr die Rede, der also zwischen 1730 und 1788 verloren gegangen sein muss.

In dem von Alois Primisser verfassten und im Jahre 1821 vollendeten geschriebenen Inventar heisst es Fol. 453 von demselben nunmehr mit der Inventarnummer Nr. 3 versehenen Stück, identisch mit dem Inventar vom Jahre 1788:

Nr. 3. Eine indianische Schürze von langen, grünen, glänzenden Federn, oben mit einem schmalen Streif von weissen, dann mit einem breiten von braunen, hiernach wieder mit cinem schmalen von rothen, und zuletzt mit einem breiten von blauen Federn geziert, und diese Streifchen mit Halbmonden, mit runden Plättchen und anderen Stücken von Rauschgold besetzt. (Das alte Inventar nennt dieses Stück einen indianischen Hut.)'

In Baron von Sacken's Beschreibung der Ambraser Sammlung endlich wird das Stück, wie ich schon oben angegeben habe, als ein hoher mexikanischer Hauptschmuck aufgeführt. Hier kommt also zum erstenmale die Bezeichnung mexikanisch vor, und zwar wurde auf die mexikanische Provenienz ausschliesslich aus den goldgrünen Federn geschlossen, welche Dr. Fitzinger als dem Trogon pavoninus angehörig bestimmt hatte.

Das sind die Angaben der Inventare und der Beschreibungen der Ambraser Sammlung in Bezug auf das noch vorhandene und erhaltene Prachtstück.

Aus den alten Inventaren aber geht gleichzeitig hervor, dass die Ambraser Sammlung früher noch mehrere ähnliche altmexikanische Prachtstücke enthielt, die jetzt leider spurlos verschwunden sind.

Im Inventar von 1596 werden nämlich neben dem „mörischen Hut' noch weiter folgende Stücke erwähnt:

1. (Fol. 472.) Item ain Mörischer Roekh, die Federn davon seer abgeschlissen, ist Von Plaw Rot, Vnd gelben Federn, Die Erml vnd der Leib sein von gulden schiepen aufm Ruggen sein 2 Cristallene Augen, das ain Zerbrochen.

2. (Fol. 472.) Mer ain Rundell Von Roten federn darynnen ist gestückht Von grober Arbait, ain Plawer drackh mit guldin Plech Versezt.'

3. (Fol. 473.) Aber ein mörischer Feder Puschen, so aim Ross auf die Stirn gehört, die Federn oben sind grien, von golt glannzenndt, hermüber ssin gelb, Rot und leibfarbe Federn auf baiden Seiten mit gulden Plech.'

4. (Fol. 474.) ,Ain Wedler von Federn, das hefft daran Von griene Federn und samet sunst von allerlay Rot, weiss und leibfarben Rosen, sambt allerlay negelen Und Pluemen gemacht, darynn auch gannze Erdtpör und Rote Perlen.

Ich glaube nicht irre zu gehen, wenn ich auch diesen Stücken mexikanischen Ursprung zuschreibe. In den Inventaren von 1613, 1621 und 1730 sind sie alle noch mit fast gleichlautender Beschreibung erwähnt.

Im Inventar von 1788, III, Band, Fol. 52 kommt aber nur noch der ,Rock vor; es heisst

(IV. Kasten): „Ain indianischer Rock mit sehr abgeschlissenen blauen Federn auf gelben Zeüge mit rothen und gelben Federn ausgeschlagen mit ebenso ausgeschlagenen Ärmeln und zwei blau gewesenen Glässern am Rücken, wovon eins zerbrochen ist, auch endlich mit Plättchen von Rauschgold allenthalben besezt.

In den späteren Inventaren fehlt auch der Rock, so dass man annehmen muss, dass alle diese Stücke schon im vorigen Jahrhundert verloren gegangen sind, oder als verdorben ausgeschieden wurden.

Auffallenderweise kommt in der gedruckten Beschreibung der Ambraser Sammlung von Alois Primisser (Wien 1819, pag. 208) noch einmal der ,mörische Federbuschení vor:

,N. 3. Ain Moerischer Feder Puschen, so aim Ross auf die Stirn gehört (wahrscheinlicher eine Indianische Schürze), die Federn oben sein grien, von gold glannzenntd (Pfauenfedern), herumber sein gelb, Rot und leibfarbe federn, auf baiden seüten mit gulden Plech.

Diese Beschreibung ist aber offenbar dem alten Inventar vom Jahre 1596 entlehnt. Primisser verwechselt den ,mörischen Federbuschen' mit der Beschreibung des ,indianischen Huet“ oder der indianischen Schürzer der anderen Inventare, denn in dem geschriebenen Inventar Primisser's vom Jahre 1821 wird dasselbe Stück mit der Inventarnummer Nr. 3 als indianische Schürzer angeführt, wie ich oben erwähnt habe.

Schliesslich habe ich noch ein merkwürdiges Prachtstück zu erwähnen, das in allen Inventaren mitten unter den mexikanischen Stücken erwähnt wird, mit diesen jederzeit in demselben Kasten aufbewahrt war und sich auch zuletzt noch neben dem sogenannten mexikanischen Hauptschmuck" in demselben Kasten XVI, im Saale 5 aufbewahrt vorfand. Es ist diess eine Bischofs-Inful, von der es im Inventar von 1596 heisst:

Fol. 472. ,Mer ain Pischoffs-Innful Von Federn, auf der ain seiten der stammen Israel, auf der anndern seiten Christus am Creiz, mit seinen Apostlen und Euangelisten, mit Roten Carmesin atlass gefüetert, an den Zween stollen sein geleiche Wappen gemacht, mit Cardinalhuet.

Im Inventar 1788, III. Band, Fol. 52 heisst es: (IV. Kasten). Aine Infel von Federn mit dem Namen und Wappen des Bischofs Buenagia.

Diese Bischofs-Inful, in wunderbarer Federnmosaik ausgeführt, ist wahrscheinlich ebenfalls eine mexikanische Arbeit, die aus der Zeit nach der Eroberung von Mexiko, aber noch aus dem 16. Jahrhundert herstammt, was sich aus dem Namen und Wappen des Bischofs ergeben muss, über den ich jedoch leider nichts Näheres eruiren konnte. Dieses letztere Stück ist den Kunstsammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses einverleibt.

Auffallend erscheint der Ausdruck ,mörisch in den Inventaren; allein in dem Inventar von 1596 heisst auch Montezuma ein ,mörischer Khünig“; denn in der Beschreibung der Gegenstände, welche der sechzehendte Casten, darynnen allerlay Pichsen und Wöhrn enthält, heisst es Fol. 525: aber ain indianischer streit-Hamer, das hefft daran ist Von holz, der Hamer daran Von Stain, soll einem Mörischen Khünige zuegehört haben, Wie dann an dem Zetl so daran genäet zu sehen ist. Das Inventar von 1621 Fol. 287, erwähnt diese steinerne Streitaxt mit den Worten:

Aber ain Indianischer Streuthamer, das Hefft daran ist von ziprianischem Holz, der Hamer daran von Stain, dem gewaltigen Muteazumo Khiinig Zu Mexico zuegehört gewest, wie dann an dem Zetl, so daran genäet, mereres Zusehen ist und das Inventar von 1788 Band I. Fol 215 sagt von diesem Stück:

480. Eine indianische Streitaxt, die Hake von schwarz und grau gesprengelten feinen Granit, der Stiel von braunen geraspelten Holze, worein die Hake eingeküttet ist, und mit einem Strikwerke von Spagat fest gehalten wird. Diess Gewehr ist vom Mantazume dem II. König von Temistitan und Mexiko, und hat solches der spanische Oberste Ferdinand Cortes erstlich dem Papste zugeschickt, von wannen es her nach dem Erzherzoge Ferdinand verehret worden."

Der ,mörische Khünig ist also der König Montezuma von Mexiko, und unter dem ,mörischen Huet ist ein mexikanischer Hauptschmuck gemeint. Auf die merkwürdige Steinaxt werde ich später zurückkommen; hier will ich nur noch bemerken, dass sich in der Ambraser Sammlung noch eine zweite ähnliche Streitaxt vorgefunden hat, jedoch ohne Etikette und ohne jede Erwähnung derselben in den Inventaren. Auch diese zweite Streitaxt werde ich später beschreiben.

Ich gehe nunmehr an die Beschreibung des einzigen von den in den Inventaren der Ambraser Sammlung erwähnten Federnschmucksachen noch erhaltenen Stückes.

Dasselbe hat (vgl. die Abbildung auf Tafel I), wenn es glatt ausgebreitet ist, im Allgemeinen die Form eines ausgespannten Fächers und bildet einen Kreisausschnitt von 120 Grad, der eine Fläche von 12.000 Quadratcm. oder nahezu 14/4 Quadratm. bedeckt. Der untere Theil besteht aus concentrischen Farbenbändern, die aus blauen, rothen, grünen und braunen weissgespitzten Federn zusammengesetzt und mit mehreren Reihen von Goldplättchen besetzt sind. Die farbigen Bänder nehmen zusammen in radialer Richtung eine Breite von 28.5 cm. ein. Diesem innern oder untern Farbensaum ist ein Mittelstück aufgesetzt, das aus denselben farbigen Bändern besteht und in gleicher Weise mit Goldblech besetzt ist. Dieses Mittelstück ist nach unten 18, nach oben 24 cm. breit und in der Richtung des Radius 29 cm. lang. Von diesen Farbenbändern strahlen circa 52 cm. lange, in metallischem Goldgrün schimmernde Federn aus und bilden einen Fächer, dessen grösste Breite 170 cm. hat, während die ganze Länge in radialer Richtung im Mittelstück 110 cm., in den beiden Seitentheilen aber nur 80 cm. beträgt.

Es gehört nicht viel Phantasie dazu, um in der Anordnung des Ganzen die Gestalt eines Vogels mit ausgebreiteten Flügeln, aber ohne Hals und Kopf, zu erkennen. Das Mittelstück entspricht dem Rücken des Vogels, die an demselben angebrachten längsten Federn entsprechen dem Schwanz oder Stoss, während die beiden Seitentheile als die ausgespannten Flügel des Vogels erscheinen. Diese Ansicht wird bestätigt durch die Thatsache, dass, wie die ältesten Inventare angeben, (siehe oben Seite 86) das Stück an seiner „Stirnseite' ursprünglich noch einen goldenen Schnabel hatte, der jedoch verloren gegangen ist. Wie dieser goldene Schnabel angebracht war, ist nicht mehr zu erkennen, und es ist nur eine Vermuthung, wenn ich die Ansicht ausspreche, dass den unteren Abschluss des Fächers wahrscheinlich eine Goldplatte gebildet hat, die in eine schnabelförmige Spitze auslief und den Kopf und Schnabel des Vogels darstellte.

Das Federnmaterial zu dem Prachtfächer haben Vögel geliefert, die zu den Hauptzierden der Urwälder des tropischen Amerika gehören. Die Farbenwahl und Farbenzusammenstellung kann nicht brillanter gedacht werden. Bei der Bestimmung der Federn

Denkschriften der phil.-hist. (!. XXXV. Bd.

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