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auf seine Briefe nicht antworte, werde er ihr auch nicht mehr schreiben. Der Hauptgrund aber, weshalb er ihr am 1. September 1498 schrieb, nachdem er die Königin in Saragossa, aber in einem gefährlichen Zustande getroffen, war, um sie vor Pariser Franciscanern, die nicht von der strengen Observanz waren, zu warnen. Sie solle nicht diesen Trunkenbolden (esos bodegones de Paris) beichten, von welchen sie einem auch noch 30 fl. geschenkt, damit er sich einen guten Tag anthue. Es muss nach der strengen Auffassung religiöser Verhältnisse am Hofe der Königin Isabella viel Grund zur Klage gegen die Erzherzogin gegeben haben, welche sich offenbar von ihren spanischen Traditionen stark emancipirt hatte, da auch ihre frühere Aya ihr Vorstellungen machte und der Bischof von Astorga am 17. August berichtete, ihr Leben habe sich in Folge dieser Ermahnungen gebessert. Am 15. November – nach Anderen am 30. – 1498 gebar die Erzherzogin ihr erstes Kind. Man hoffte einen Sohn; es war eine Tochter, die in Löwen geboren, mit grosser Feierlichkeit getauft, den Namen Leonore erhielt nach der portugiesischen Mutter König Maximilians. Es ist dieselbe Prinzessin, welche zwei Male wider ihren Willen einen Königsthron, erst den von Portugal, dann von Frankreich bestieg, auch den zweiten Gatten überlebte und ihren Bruder auf der letzten Reise von den Niederlanden nach San Just in Estremadura, nachdem sie ihm, Kaiser Karl V., das Glück ihres Lebens geopfert, in treuer Schwesterliebe begleitete. Das uns erhaltene dritte Schreiben des Subpriors vom 15. Januar 1499 an die Königin ist eine kleine Abhandlung, die einen tiefen Blick in die Wirren des erzherzoglichen Hofes gewährt. Die Königin hatte den Prior, welcher ihr kurz vorher umständlich über sein Verhalten am erzherzoglichen Hofe Bericht erstattet, beauftragt, der Erzherzogin ihren Tadel auszusprechen, und der Mönch nicht verfehlt ihr zu sagen: sie habe ein hart es un d rauhes Herz ohne Mitleid, wie es in Wahrheit auch so sei. Man klagte vorzüglich, dass ihre spanische Dienerschaft schlecht bezahlt sei, sie selbst aber so wenig ihrem Haushalte vorstehe, dass sie nicht über einen Maravedi verfügen könne. Der Subprior berichtete, wie sehr die Erzherzogin gewünscht habe, dass Donna Marina Manuel, Frau des Bastards von Burgund, dama de honor der kleinen Prinzessin werde; dass Marina bei der Erzherzogin so in Gunst gestanden, dass sie selbst bei der Niederkunft der Donna Juana sich keinen Augenblick entfernen durfte. Seit aber Moxica” gekommen sei, der von der Frau von Aloyn abhänge, wie diese von den Räthen des Erzherzogs, sei davon keine Rede mehr, so sehr man auch wünschen müsste, dass Donna Marina als Dame von unbeflecktem Rufe jene Stelle erhalte. Der Subprior führte noch mehrere Belege des schlechten Haushaltes an, erwähnte der Furcht, die die Erzherzogin vor ihm habe, so dass er mit Mühe sie zu irgend einer Mittheilung vermöge; er bekämpfte die Meinung, als wenn der Erzherzog, der gerade zu seinem Vater gegangen sei, der Königin ungehorsam wäre, beklagte sich über den Erzbischof von Besançon, der auch ein spanisches Bisthum wünsche, erwähnte aber zuletzt, dass der Erzherzog der Donna Marina das Ehrenamt zu verleihen sich entschieden habe. Er verlange aber,

König und Königin befanden sich damals seit Mai 1498 in Saragossa, um an die Stelle des am 4. October 1497 bereits verstorbenen Prinzen von Asturien die Huldigung der Cortes für ihre älteste Tochter vornehmen zu lassen, die aber am 23. August 1498 nach der Geburt des Prinzen Don Miguel starb. Nach den Cronicas de los reyes de Castilla sei das im October geschehen (c. 155), nach Galindez aber am oben erwähnten Tage. ? Moxica, den die Königin Donna Juana 1505 von ihrem Hofe verwies, der König aber zurückhielt.

dass die Erzherzogin die Kosten des Unterhaltes der Prinzessin trage, wie die für einen Prinzen ihn träfen. Ihre Diener gingen aus Entbehrung zu Grunde, während sie willenlos unterzeichne, was man ihr vorlege. In ihrem Hause gehe es übrigens so andächtig zu wie in einem Kloster von der strengen Observanz, und sehe sie sehr darauf, worüber man sie loben müsse, wenn man auch in Flandern an derer Meinung sei. Noch war in Betreff der Auszahlung der Gehalte keine Ordnung geschaffen worden und erhielten die spanischen Diener erst nach den Eingebornen ihre Gehalte, wenn sie sie überhaupt erhielten. Der Bericht wirft ein scharfes, aber nicht günstiges Licht auf den Charakter der Prinzessin, welche mit allem Ungestüm begehrt, was sie, von anderen Personen beherrscht, nicht durchzuführen wagt; sie ist schwach gegen diejenigen, welche sie zu beherrschen verstehen, und dadurch ungerecht gegen die, denen sie eigentlich wohl will. Sie ist misstrauisch gegen den Abgesandten ihrer Mutter und ohne Autorität in Betreff der Räthe ihres Gatten. Sie besitzt nichts von der Energie ihrer Mutter, ist unbekümmert um das Schicksal derjenigen, welche ihr im Leben am nächsten standen, l)er Mönch verharrt, obwohl sie erklärt, sie könne nicht ohne Thränen an die Trennung von ihrer Mutter denken, sie sei hart und ohne Mitgefühl. Sie erscheint schwach, wo sie stark sein soll, und stark nur in unzeitiger Nachgiebigkeit. Noch tritt die Anlage zur Melancholie, die sie später beherrscht, nicht so auffallend hervor, dass der Subprior davon Erwähnung thut. Es ist vorderhand nur die Thatsache sicher, dass ihr alle Eigenschaften fehlen, die ihre Mutter gross machten, und wenn diese durch heftige Eifersucht Don Fernando die Untreue an ihr vergalt, so muss bis dahin bei Donna Juana kein Anlass dazu vorhanden gewesen sein, aber immer genug Eigenschaften, die zur Frage berechtigten, ob sie ihren Gemal glücklich machen, ob sie selbst glücklich werden konnte. Von einer politischen Rolle, die sie spielen sollte, war vollends keine Rede. Davon mochte sich Donna Isabel zu ihrem Schmerze bereits überzeugt haben.

§. 5.
Die Geburt des Prinzen Karl.

Während die Erzherzogin ihr Stillleben vollführte, das nicht geeignet war, sie für ein thätiges Eingreifen in Weltbegebenheiten vorzubereiten, noch überhaupt eine Empfänglichkeit dafür in ihr bemerklich zu machen, hatte sich die äussere Lage der Dinge wesentlich verändert. Triumphirend hatte am 8. September 1496 Karl VIII. dem Könige Maximilian aus Montilz-les-Tours geschrieben, seine Gemalin, Anna von der Bretagne, habe ihn mit einem schönen Sohne beschenkt. Er möge sich an seinem Glücke erfreuen. Es war der zweite Dauphin. König Karl erfreute sich noch mehrfach dieses Glückes. Am 7. April 1498 sah aber die Königin Anna, nachdem sie alle ihre Kinder verloren, ihren 27jährigen Gemal an dem unreinlichsten Orte des Schlosses Amboise, der Galerie Halquelebac, auf einem Strohsacke liegend, mit dem Tode ringen. Er eilte mit ihr, dem Ballschlagen zuzusehen, in die Galerie, stiess mit aller Gewalt, durch eine niedere Thüre hindurch gehend, mit dem Kopfe an dieselbe an und stürzte leblos nieder. Er hatte sich eine tödtliche Gehirnerschütterung zugezogen. Ihm folgte sein Vetter von der Linie Orleans nach, der als König Ludwig XII. nichts eiliger zu thun hatte, als seine Gemalin, Tochter Ludwigs XI. und Schwester Karls VIII., zu verstossen und des Letzteren Witwe, Anna von der Bretagne, zu heiraten. Das französische Volk genoss das seltene Schauspiel, einen König zu besitzen, dessen beide Frauen noch am Leben waren. In Spanien hatte endlich die Königin Isabella den Widerstand ihrer Tochter besiegt. Die Witwe Don Alfonso's war bereit, dem Könige Don Manuel von Portugal–Algarve, Nachfolger König Johanns II., die Hand zu reichen, 1497. Die königlichen Eltern begaben sich nach Valencia de Alcantara, wohin der König von Portugal kommen sollte, die Braut aus ihren Händen zu empfangen. Allein Don Fernando musste zu dem Krankenlager seines Sohnes nach Salamanca, und hier starb Don Juan, Gemal der Prinzessin Margaretha, einziger Sohn der reyes catolicos, am 4. October 1497 in den Armen seines Vaters. Seine jugendliche Gemalin, ohnehin sehr leidend, gebar ein Töchterchen, das nicht lebensfähig war. Alle Hoffnungen der königlichen Aeltern auf die Nachfolge ihres Sohnes waren vernichtet. Donna Isabella, die jüngere, erfuhr die Nachricht von dem Tode ihres Bruders erst nach dem Vollzuge ihrer Hochzeit. Die Infantin Margaretha, mit 17 Jahren Witwe, begehrte Spanien so bald als möglich zu verlassen und nach ihrer Heimat zurückzukehren. Ihre Schwägerin, die nunmehrige Königin von Portugal, und ihr Gemal wurden als Erben der reyes catolicos ausgerufen, ganz Spanien mit Ausnahme Navarra's schien der Vereinigung mit Portugal–Algarve entgegenzugehen, als die Königin Isabella die jüngere, unfähig nach der Ascese, die sie so lange getrieben, die Mühen einer Geburt zu ertragen, nachdem sie dem Infanten Don Miguel, einem schwächlichen Knaben, das Leben gegeben, am 23. August 1498 starb. Der zweite Schlag überholte an Stärke noch den ersten, da Don Miguel als Erbe seines Vaters und seiner Grosseltern anerkannt, mehr mit dem Leben rang, als dasselbe genoss. Diese unerwartete Doppelkatastrophe veränderte die ganze Lage der Dinge in Westeuropa von Grund aus. Es ist eine Nachricht vorhanden, schon nach dem Tode Don Juans habe der Erzherzog den nicht zu behauptenden Titel eines Prinzen von Spanien angenommen. Don Manuel beeilte sich jetzt, seine erste Gemalin, die Königin Isabella (II.), durch deren jüngere Schwester Donna Maria zu ersetzen, wozu übrigens die päpstliche Dispens nothwendig war. Da erfuhr die Königin, dass ihre Tochter Donna Juana seit Mai 1499 zum zweiten Male gesegneten Leibes war. Es war wieder erlaubt, sich nach so bitteren Enttäuschungen frohen Hoffnungen hinzugeben. - Inmitten eines Festes, das man am 24. Februar 1500 in Gent gab, sah man spät Abends die Erzherzogin sich plötzlich in ein Cabinet zurückziehen, das man zu vermeiden pflegte. Besorgt über ihr langes Fernebleiben, eilten ihr endlich ihre Frauen nach und fanden Donna Juana in den Wehen begriffen. Wenige Augenblicke später erblickte an einem nichts weniger denn königlichen Orte Prinz Karl, nachher Herzog von Luxemburg, König von Spanien, römischer Kaiser, das Licht der Welt. Die Freude, dass der habsburgische Stamm, der burgundische, der spanische gesichert waren, war grenzenlos. Couriere eilten den Grosseltern die Nachricht zu bringen. Das Loos ist auf Mathias gefallen (24. Februar), waren die Worte, mit welchen Königin Isabella die ereignissvolle Wendung der Dinge begrüsste, das erste freudige Ereigniss nach dem Verluste ihres Sohnes und ihrer Tochter, einem Doppelschlag, von dem sie sich nie wieder erholte. Die grossartigsten Festlichkeiten fanden zu Ehren des Prinzen statt. Er wurde durch dreimal 13 Pforten zur Taufe nach St. Johann getragen. Alles prangte in Blau und Ge 1 b, den Farben des Erzherzogs. Johann von Luxemburg Herr von Ville trug die kleine Prinzessin auf seinen Armen, zur Freude der Genter, die sie noch nicht gesehen, Margaretha von York, Herzog Karls Witwe, den Täufling. Vor ihr ging, mit welchen Gefühlen, kann man sich denken, Don Juans Witwe, die Infantin Margaretha, die erst zwei Tage vorher zur Freude ihres Bruders nach den Niederlanden zurückgekehrt war. Der Bischof, der den Prinzen taufte, machte ihm eine Bibel zum Geschenke, die die Aufschrift trug: Forschet in den heiligen Schriften. Sie entsprach dem Geiste des anbrechenden Jahrhunderts. Zehntausend Fackeln an den Thoren und die allgemeine Beleuchtung der Stadt, flammende Feuerzeichen nach allen Seiten verkündigten am Abende des 7. März die feierliche Handlung. Ehe Don Miguel starb, war er bereits ersetzt. Nicht Portugal und Spanien sollten vereinigt werden, aber Oesterreich und Westindien, Deutschland und Aragon, Neapel, Sicilien, Leon, Castilien und selbst Navarra mit Burgund. Don Lorenzo de Padilla hat in der Chronik König Philipps des Schönen, die er für Kaiser Karl aufzeichnete, die Begebenheiten dieses merkwürdigen Tages weitläufig beschrieben. Ein glänzendes Nationalfest war gefeiert worden. Jetzt erst konnte man hoffen, dass das Unglück des Jahres 1477 sich nicht erneuere, nicht der habsburgische Stamm in Burgund ende, wie der der Valois geendet hatte. In den Tagen der schwersten Bedrängniss 1488 hatten sich drei Generationen, Kaiser Friedrich, König Maximilian, der Erzherzog Philipp von Burgund in Mecheln die Hände gereicht. Jetzt hatte sich in Burgund die dritte Generation erneut, und zwar nach zwei Seiten, der deutschen–habsburgischen so gut wie nach der spanisch– castilianischen. Der kleine Prinz war die Verkörperung der Vereinigung Oesterreich–Burgunds und Spaniens. Man musste mit einer ganz neuen politischen Combination rechnen. Sie trat ein, als der Prinz Don Miguel, dessen Leben nur mühsam gefristet wurde, wenige Monate später (20. Juli) starb und das Recht der Succession in Spanien von der portugiesischen Dynastie hinweg sich der habsburgischen zuwandte, Donna Juana an der Stelle von Bruder und Schwester die legitime Erbin ihrer Eltern wurde und Erzherzog Philipp Erbe seines Vaters Maximilian, der kleine Herzog von Luxemburg Erbe beider Fürsten, beider Häuser.

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Die Thatsache, dass das castilianisch–aragonesische Königsgeschlecht seinem Erlöschen entgegengehe; dass nicht etwa wie in Frankreich 1498 der ältere Zweig desselben Hauses durch einen jüngeren abgelöst werde: dass vielmehr die Gräber dreier spanischer Königskinder die Brücke bilden werden, über welche ein fremdes, deutsches, seinen Einzug in die Königsburgen Ferdinands und Isabellas halten werde; dass, wenn die Königin voraussichtlich ihren körperlichen Leiden und den Nachwehen so grosser Schicksalsschläge vor dem Tode ihres viel rüstigeren Gemales erliegen werde, die jetzt durch eine Personalunion vereinigte Monarchie in zwei Hälften zerfallen werde, waren Ereignisse, mit welchen man seit dem Sommer 1500 rechnen musste. Aber auch die in Aussicht gekommene Vereinigung der Königreiche Castilien–Aragon, Portugal–Algarve war verschwunden und dafür ein zwischen Frankreich und England gelegenes, von zwei mächtigen Nachbarstaaten mehr oder minder abhängiges Küstenland der Ausgangspunkt einer neuen Territorialverbindung geworden. Es war nicht blos der Schmerz um die theuren Todten, der am Leben der Königin nagte, auch die Sorge um die Zukunft ihrer Länder, um die Erhaltung dessen, was sie geschaffen, war es, was die letzten anderthalb Jahre die Königin mehr und mehr beunruhigte. Sie that, was möglich war. Der Erzherzog und die Erzherzogin, nunmehr Prinz und Prinzessin von Spanien, wurden berufen, die Huldigung der Cortes von Castilien und Aragon als künftige Könige in Empfang zu nehmen. Donna Maria war bereits Gemalin König Manuels, Donna Catalina wurde im Sommer 1501 nach England gebracht und mit dem ältesten Sohne König Heinrichs VII., dem Prinzen Arthur von Wales, vermält, drei Schwiegersöhne und drei Töchter in Burgund–Spanien, England, Portugal verbürgten den Bestand der Familienpolitik der Königin Donna Isabel. Aber auch das Ausland war durch die Katastrophe des spanischen Königshauses und die Aussicht einer sich daran knüpfenden bisher beispiellosen Vereinigung von entlegenen Ländern und getrennten Völkern in ungewöhnlichem Grade berührt. Die Verbindungen Burgunds mit Frankreich gestalteten sich besser; der Antrag des Erzherzogs, seinen Erstgebornen mit Madame Claude, dem am 14. October 1499 gebornen Töchterchen des Königs Ludwig XII. und der Königin Anna, zu vermälen, nahm 1501 eine greifbare Gestalt an; die Verlobung wurde bereits am 10. August 1501 durch den Lyoner Vertrag festgestellt, so dass Prinz und Prinzessin zu dem französischen Königshause sich durch Bande der Verwandtschaft mit dem Hause Valois kaum minder verbunden sahen als mit dem castilianischen Königshause; doch hinderte der Umstand, dass Donna Juana sich seit October 1500 wieder in gesegneten Umständen befand, eine baldige Abreise. Sie kam am 14. (27.) Juli 1501 mit der Infantin Isabella nieder, diesem zartbesaiteten Wesen, das als Königin von Dänemark zu so grossem Leide aufbewahrt war. Da der König von Frankreich so sehr darauf drang, dass Prinz und Prinzessin die Reise nach Spanien durch Frankreich einschlagen sollten, trennte sich Donna Juana am 31. October 1501 in Mecheln von ihren drei Kindern, um mit ihrem Gemal die Reise nach Spanien anzutreten, von welcher sie erst Sommeranfang des Jahres 1504 mit Zurücklassung ihres vierten Kindes nach Hause kehrte. Ein stattliches Gefolge von 2000 Personen, spanische und burgundische Bischöfe, Herren und Damen vom höchsten Adel, Räthe und Kämmerer des Erzherzogs begleiteten sie. Aber schon der Entschluss, in später Jahreszeit nicht den freilich gefährlichen Seeweg einzuschlagen, war wider den Willen König Ferdinands und die nun folgende Annäherung des Prinzen und des französischen Königs mochte die eingetretene Spannung eher vermehren als vermindern. Die Prinzessin Margaretha, der Liebling ihres Bruders, hatte es nicht über sich gebracht, von ihren Schwiegereltern persönlich Abschied zu nehmen. Der König von Frankreich bot selbst dem Prinzen seine Hilfe an, wenn ihm Jemand das spanische Erbe streitig machen würde, ein Beweis, dass er in dieser Beziehung trotz aller glatten Worte nicht ohne Sorge war. Der Graf von Ligny, begleitet von dem Adel der Pikardie, empfing im Auftrage des Königs den Prinzen, als er in Valenciennes die Niederlande verliess, die Gräfin von Vendôme und St. Paul die Prinzessin am (15. November) und geleiteten sie nach St. Quentin. Ueberall war das Volk angewiesen, den Prinzen und die Prinzessin mit Glockengeläute und Freudenfeuer zu empfangen, als nahe der König selbst, nur solle man ihm nicht die Schlüssel der Städte überreichen, ihn nicht sehr gefürchteter“, wenn auch sehr hoher,

3 cuchillos de dolore, heisst es in den cronicas,

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