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Wir besitzen in einer alten, freilich auch nicht fehlerfreien Abschrift eine Notification des Prinzen von Asturien und Girona (Thronfolgers von Castilien und Aragon), Don Juan, vom 3. Januar 1496 zu Gunsten des Franz von Rojas, Präceptor des Ordens von Calatrava, Botschafters und königlichen Rathes. Er bekennt am 25. Januar 1495 diesem in Madrid Gewalt gegeben zu haben, die Heirat mit der Prinzessin Margaretha mündlich abzuschliessen und ebenso in Betreff der Mitgift die Vereinbarung zu treffen.” Franz von Rojas habe dann den Vertrag abgeschlossen und in Mecheln am 5. November mit dem Erzherzoge und der Prinzessin gewisse Vereinbarungen wegen der Heirat getroffen, die nun der Prinz vollkommen bestätigte. Er beschwor die Heirat und stellte darüber eine Urkunde mit seinem Siegel aus. Vier Zeugen, an ihrer Spitze der Beichtvater des Königs (des Prinzen?), Didacus (Diego), Bischof von Salamanca, bestätigten den Eid. Dr. Puebla, Botschafter der Könige in England, verargte es später dem spanischen Diplomaten, dass er bei dem Mecheler Vertrage die Stellung König Heinrichs zum Brüsseler Hofe nicht mehr in Acht genommen habe. Der Botschafter wurde am 28. März 1496 von König Ferdinand und der Königin Isabella belobt, weil er den Ausbruch eines Krieges zwischen König Heinrich und dem Erzherzoge verhindert habe.

Nachdem aber die gegenseitige Verlobung festgesetzt worden war, begab sich der Bastard von Burgund im Auftrage König Maximilians und seines Sohnes. nach Valladolid, auch hier die Vermälung mündlich vorzunehmen. In Brüssel wurde unter ausdrücklicher Hinweisung auf die bevorstehende Vermälung auf Befehl des Königs und mit Zustimmung des Erzherzogs der ganze Hofstaat genau geregelt. Die drei grossen Niederlagen Herzogs Karl des Kühnen, die französische Invasion, die langen Bürgerkriege hatten den sprüchwörtlich gewordenen Reichthum des burgundischen Hofes erschöpft, die kostbaren Juwelen waren abhanden gekommen oder verpfändet.

Der Herzog von Burgund, Erzherzog von Oesterreich, Sohn des römischen Königs, ward angewiesen, seiner Braut, der Königstochter Donna Juana, den Brautring zu überreichen, den seine Mutter, die Herzogin Maria, bei ihrer Vermälung von seinem Vater 1477 empfangen hatte. Maximilian ordnete selbst an, wer die neue Erzherzogin in Middelburg empfangen und bei ihr bleiben solle, bis ihr ein anderer Aufenthalt angewiesen werden könne, nicht minder wer die Prinzessin von Asturien geleiten solle, und da ihm das Recht zugestanden worden war, 60 Damen zu diesem Zwecke zu ernennen, betrieb der spanische Gesandte bei dem Erzherzoge das gleiche Recht für König und Königin bei Donna Juana, und wurde es auch ihm, wenn gleich sehr ungerne, zugestanden.

Die Hauptschwierigkeit beruhte aber nicht in dem Zustande der Finanzen, so gross diese auch sein mochte. Die Heirat war vom spanischen Standpunkte aus eine durchaus politische. Man hoffte den Erzherzog in die gleiche Abhängigkeit zu bringen, in die sich König Manuel als Schwiegersohn König Ferdinands und der Königin Isabella begeben. Man hielt die Doppelheirat für das einzige Mittel, um den König der Römer unter spanischen Einfluss zu stellen, rechnete aber hiebei auf die politische Thätigkeit der neuen Erzherzogin, freilich in der Voraussetzung, dass sie so klug sei wie ihre Mutter', was freilich sehr fraglich war.

i Per verba de praesenti. 2 In oppido videlicet de cimitres 20 Jan. 1495. Das sind doch offenbar irrige Angaben. Soll es vielleicht Juni heissen? Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXV. Bd.

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Der römische König war entschlossen, seine eigenen Wege zu gehen, und machte aus dem Hasse gegen die Franzosen kein Hehl. Er war selbst auf die Gefahr hin, von dem Reiche nicht gehörig unterstützt zu werden, zu einem Zuge nach Italien im Jahre 1496 entschlossen! Er rechnete auf die Unterstützung und Begleitung des Erzherzogs, und wenn wir auch leider in dieser Beziehung die Correspondenzen nicht mehr besitzen, so ersehen wir doch aus denjenigen, welche auf uns gekommen sind, dass der König im Jahre 1495 deshalb mit dem Erzherzoge sich benommen und dieser gegen ihn Verpflichtungen eingegangen hatte, von welchen die, bei der Ankunft seiner Braut mit ihrem zahlreichen Gefolge nicht im Lande zu sein, somit die Vermälung in das Unbestimmte hinausschieben zu müssen, während die Braut im fernen Lande ihres Bräutigams harrte, so drückend sie war, vielleicht nicht einmal die härteste gewesen ist.

S. 3.

Die Vermälung der Infantin Donna Juana mit dem Erzherzoge Philipp. Wenn man in Spanien der Ueberzeugung war, durch die Doppelheirat nicht blos den Erzherzog, sondern auch den römischen König in Abhängigkeit von einer Politik zu versetzen, die den allgemeinen Interessen wenig förderlich war, aber den Plänen des Königs von Aragon und der Königin von Castilien Vorschub leisten sollte, übersah man, dass der römische König gewohnt war, seine eigenen Wege zu gehen, dass der Erzherzog und die Regierung von Burgund den von ihm ausgehenden Impulsen zu folgen gewohnt waren und Maximilian gerade jetzt mehr als je entschlossen war, weittragende Impulse zu geben, aber nicht zu empfangen. Der König, mit der Reform des Reiches nicht minder beschäftigt als mit dem Plane, das Kaiserthum, das auf der politischen Verbindung Deutschlands und Italiens beruhte, vor den Franzosen ein- für allemal in Sicherheit zu bringen, konnte die deutschen Reichsstände nicht mit sich in den Krieg mit Frankreich fortreissen; er musste sich, je schmerzlicher die Erfahrungen waren, welche er in dieser Beziehung auf dem Reichstage zu Worms 1495 gemacht hatte, desto mehr mit dem Gedanken befreunden, die unabhängigen italienischen Staaten und diejenigen, welche noch durch das schwache Band der Vasallität mit dem Reichsoberhaupte zusammenhingen, im Angesichte der französischen Zwingherrschaft, die trotz der unfreiwilligen Rückkehr König Karls nach Frankreich noch immer wie das Damoklesschwert über ihnen hing, zur gemeinsamen Aufraffung zu vermögen, um das Werk der Befreiung Italiens in ihre Hand zu nehmen. Vielleicht, wenn sie all den Jammer und das entsetzliche Elend, den Untergang der Freiheit und der Selbstständigkeit Italiens, den langen Krieg bis zum Jahre 1559 und das darauffolgende Joch der Fremdherrschaft vorausgesehen hätten, dann, vielleicht, wären sie auch zur Erkenntniss gekommen, dass jetzt, 1496, oder nie mehr der Augenblick war, durch Anschluss an das Reichso berhaupt die Allen drohende Gefahr zu überwinden. In Maximilian aber reifte der Gedanke heran, was er nicht mit Hilfe des Reiches, obwohl so sehr in dessen Interesse gelegen, durchführen konnte, durch Aufbietung der Gesammtmacht ,der Häuser Habsburg-Burgundund ihrer Bundesgenossen zu erreichen. Sind wir leider nicht im Stande, die Sache in das Einzelne zu verfolgen, so wissen wir doch sehr wohl, dass, während Don Francisco de Rojas die Heiratsverhandlungen zu Ende führte und die Königin ein besseres Verhältniss zwischen König Heinrich und dem Hofe zu Brüssel bei dieser Gelegenheit anzubahnen

sich bemühte, der römische König seinen Sohn zu bestimmten Zusagen in Betreff der Politik zu bewegen suchte, die er selbst für das Jahr 1496 – dem Vermälungsjahre in Ausführung zu bringen entschlossen war und wobei er der Mitwirkung seines Sohnes bedurfte. Da es auch nicht Aufgabe dieser Darstellung sein kann, Maximilians Politik in Betreff Italiens zu verfolgen, so genügt hervorzukehren, dass der Erzherzog auf den Wunsch, um nicht zu sagen auf den Befehl seines Vaters, gerade als die Vorbereitungen zu seiner und seiner Schwester Vermälung getroffen wurden, sich im Frühlinge 1496 mit 150 Pferden und der entsprechenden Anzahl von Fussgängern nach Deutschland begab. Nicht blos dass er mit dem römischen Könige in Ulm zusammentraf und nun über Augsburg seinem Vater in das Oberinnthal nachzog, Maximilian verlangte, dass die Vermälung des Erzherzogs in Mainz stattfinde und die Infantin sich dahin begebe, und als der Erzherzog, wie es scheint, von seinen burgundischen Räthen zurückgehalten, die Höhen der Finstermünz nicht überschritt, dem Kriegsrathe im Kloster Marienberg nicht beiwohnte, begab sich Maximilian nach Imst zurück und fanden nun daselbst sehr ernste Auseinandersetzungen statt. Der Erzherzog musste zwar keinen Antheil an dem italienischen Feldzuge nehmen, der Maximilian nach Vigevano, der Residenz Ludovico Sforza's, nach Genua, nach Pisa und vor Livorno führte, aber über Bregenz nach Lindau gehen, um den Reichstag zu eröffnen. Erst auf die Sendung des Maistre Jacques Degoudobault nach Vigevano entschied sich am 15. September 1496 König Maximilian von dem Verlangen, dass die Hochzeit in Mainz gehalten werde, abzustehen, seinem Sohne zu gestatten, den Reichstag zu verlassen und nach Belgien zurückzukehren, jedoch unter der Bedingung, dass er sich am 1. Februar 1497 in Luxemburg einfinde, um die deutschen Fürsten daselbst zum Einfall in Frankreich zu erwarten. Offenbar in der Meinung, dass die Braut bereits in den Niederlanden angekommen sei, hatte ihr schon am 25. Juni König Maximilian aus Reuti' geschrieben, versprach selbst zu kommen, sobald es seine schwierigen Angelegenheiten erlaubten, und erklärte, seinen Sohn zu ihr zu senden, ein Ausdruck, der freilich stark im Widerspruche mit dem steht, was wir sonst aus den Verhandlungen Maximilians wissen. Er wies seine Schwiegertochter und ebenso König und Königin, sowie seinen Schwiegersohn und andere nicht genannte Personen an Don Francisco de Rojas und dessen mündliche Auseinandersetzungen

Die Sprache, welche Maximilian noch in dem Briefe aus Vigevano vom 15. September gegen seinen Sohn führte, war sehr herb und bewies eine tiefe Verstimmung, namentlich weil Personen es sich zur Aufgabe gemacht hatten, dem Prinzen zu sagen, dass sein Vater die erlaubten Grenzen seiner Machtbefugnisse überschritten habe. Man darf wohl als sicher annehmen, dass der König, welcher nach dem Tode IIerzog Sigismunds unbestritten ganz Oesterreich besass und verwaltete, besondere Pläne in Betreff der künftigen Stellung seines Sohnes im deutschen Reiche verfolgte und deshalb so oft und so nachdrücklich darauf bestanden hatte, dass die Hochzeit in Mainz gehalten werde. Will doch der Aragonese Çurita wissen, die Zerwürfnisse zwischen Vater und Sohn seien so weit gegangen, dass Maximilian mit Preisgebung Erzherzog Philipps sich in Betreff der deutschen Verhältnisse auf den Prinzen von Asturien und Girona, seinen Schwiegersohn, zu stützen beschlossen habe. Unsere Quellen sagen nichts davon, wohl aber, dass, als Don Juan die Prinzessin heiratete, die Missstimmung wieder geschwunden war.

an.

1 Ex oppido de Rete. Ms.

Die Königin Isabella hatte den Brautschatz ihrer Lieblingstochter, als sich diese endlich entschloss, ihre Hand dem Könige Don Manuel zu reichen, weit über das Herkommen bestimmt, das 100.000 Dublonen für eine Infantin festsetzte, wobei aber für Perlen und Juwelen etwa ein Viertheil abgezogen wurde. Die Auszahlung der Mitgift der Infantin Donna Catalina, Braut des Prinzen von Wales, führte noch spät zu Zerwürfnissen, die die letzten Jahre der Königin verkümmerten und die arme Prinzessin in ein Meer von Kummer und Elend stürzten. Donna Isabel besass einen Schatz von Edelsteinen, der hinter keinem anderen königlichen Schmucke zurückstand. Wir besitzen ein Verzeichniss der Juwelen, welche sie und ihr Gemal der Prinzessin Margaretha, Braut ihres Sohnes, zum Geschenke machten, eine Beschreibung der prachtvollen Krone der Königin von Castilien, ein langes Verzeichniss der Kostbarkeiten, welche im Auftrage der Königin Sancho de Paredes dem Don Juan Ortiz und dieser der Kammerfrau der Infantin Donna Maria, Aldonza Suarez, zu übergeben hatte, als König Manuel doch die jüngere Schwester der Donna Juana heiratete. In Betreff des Schmuckes der letzteren Infantin fehlt uns ein Verzeichniss, und es heisst, dass bestimmt worden sei, keine der beiden Bräute solle eine Mitgift erhalten; wahrscheinlich muss dieses auf die väterliche Aussteuer der Prinzessin Margaretha beschränkt werden.

Leider verlassen uns gerade in diesem Augenblicke die wünschenswerthen Behelfe und sind wir ausser Stande, weitere Aufschlüsse zu geben. Der römische König wünschte für seine Tochter, die man in Frankreich als Königsbraut, bereits als Königin bezeichnet hatte, einen königlichen Titel: Ferdinand und Isabella aber hegten mit der Absendung einer spanischen Flotte, welche die neue Erzherzogin nach Flandern, die neue Infantin nach Spanien bringen sollte, einen besonderen Plan. Die Besorgniss vor einem Einfalle der Franzosen in Aragon hielt den König in seinem Stammlande zurück, während die Königin, begleitet von der Bastard tochter ihres Gemals, der Donna Juana de Aragon, in Almazan in Castilien den Hofstaat der Herzogin von Burgund, Erzherzogin von Oesterreich, nach dem Gebrauche jener Tage ordnete. Die mütterliche Sorge, die nichts vergass, was ihrer Tochter das Leben angenehm machen konnte, zeigte sich auch hier. Ein grosser Hofstaat sollte sie nach ihrer neuen Heimat begleiten, wohl auch den spanischen Interessen dienen. Don Diego de Villascusa, von Geburt ein Navarrese, wurde ihr capellan mayor, Don Rodrigo Manrique, comendador von Yeste, mayordomo mayor (Obersthofmeister), Don Rodrigo Manrique Oberstallmeister, Francisco de Lujan Oberstmundschenk, Oberküchenmeister Juan Velez de Quevara aus einer Familie, die wir seitdem im habsburgischen Dienste finden, Kämmerer Diego de Rivera, Schatzmeister Martin de Mojica, wieder ein Name, der uns in den späteren Verwicklungen begegnet, Rechnungsmeister Francisco de Alvarez, Intendant Pedro de Godoy und Haushofmeister (maestresalas) Martin de Tavara und Hernando de Quesada. Unter den zahlreichen Ehrendamen befanden sich Donna Beatrix von Távara Gräfin von Camino, Donna Anna de Beamonte, Schwester des Condestable von Navarra, Donna Maria de Aragon, Tochter des Condestable von Navarra, Donna Blanca Manrique, Schwägerin des Herzogs von Nájera, Donna Maria Manuel, Tochter des nachher so oft genannten Staatsmannes Don Juan Manuel, Donna Maria Manrique, Tochter des Pedro Manrique, Donna Francisca de Ayala, Donna Aldara de Portugal,

1 Es füllt mehr als 5 Seiten in 40. Clemencin, Memorias VI. pag. 338.
2 Memoria de las joyas de oro, repostoros y otros efectos. 1. c. pag. 312–350.

Tochter des Don Fernando de Portugal, Donna Beatrix de Bobadilla, Schwägerin der Marquesa de Moya, Vertrauten der Königin Isabella, und Donna Angela de Villanova. Die Sorge um die 16 jährige Erzherzogin war der Donna Teresa de Velasco, Gemalin des Almirante Don Alonso Enriquez, aus dessen Geschlechte die Mutter König Ferdinands war, übergeben. Ihr Sohn Don Fadrique Enriquez, almirante de Castilla, befehligte nebst Don Juan Enriquez Graf von Melgar die Flotte von 120 hoch bordigen Schiffen, die sich in Laredo sammelte und ein Heer aufzunehmen hatte, das auf 15000, selbst auf 25000 Mann angegeben wurde. Es handelte sich nicht blos, da der Krieg mit Frankreich bereits ausgebrochen war, um den Schutz der fürstlichen Bräute, sondern wohl auch um eine Diversion im Norden von Frankreich, wo nicht gar um einen Einfall in das Rhônegebiet. Die Königin konnte sich von ihrer Tochter nicht trennen. Sie übergab sie der besonderen Sorgfalt des Don Luis de Osorio, Bischof von Jaen, welcher, als Donna Isabel mit ihrer Tochter sich nach dem Hafen von Laredo in Biscaya begeben, sogleich mit Donna Teresa de Velasco, deren Sohne und einer grossen Anzahl von Cavalleros dahin abging. Der Infant Don Juan, der mit seiner Schwester seine Mutter begleitete, sandte seinem Schwager ausgezeichnete Pferde zum Geschenke, die zu maurischen Uebungen à la Gineta dressirt waren. Erst auf dem Schiffe trennte sich die Mutter von ihrer Tochter. Am 16. August erfolgte die Einschiffung, aber erst am 22. fand die Abfahrt statt. Schon am 24. kam die Flotte in den Canal, als erst Windstille eintrat, dann ein conträrer Wind die Flotte nöthigte, in englischen Häfen Zuflucht zu suchen. Am 2. September steuerte sie mit vollen Segeln den Niederlanden zu. Die Erzherzogin bestieg jetzt zu leichterer Landung ein viscaisches Schiff, das sie nach Middelburg brachte, während eine genuesische Carraca, die Don Juan Enriquez, Bastardbruder des Almirante und später Bischof von Osma traurigen Andenkens – befehligte, mit der ganzen Garderobe der Prinzessin beladen, bei einer Sandbank auf den Grund stiess und ein grosser Theil der reichen Ladung ein Raub der Wellen wurde. Kaum war die Flotte am 8., nach Anderen am 20. September in Sicherheit, als ein heftiger Sturm ausbrach, dass man das Schlimmste hätte besorgen müssen, wäre er ein paar Tage früher über die Flotte hergefallen.

Schon am 8. September kam die Gemalin Balduins, des Bastarden von Burgund, Schwester des nachher so oft genannten Botschafters König Ferdinands, Don Juan Manuel, die ihren Gemal während seines Aufenthaltes in Castilien als Botschafter König Maximilians geheiratet hatte, mit der alten Frau von Ravestein, ihrer Schwägerin, die Erzherzogin zu begrüssen, die, bis die Ausschiffung vollendet war, in Middelburg verweilte und dann nach Bergen ging, wo sie der frühere Ayo des Erzherzogs, nunmehr sein Oberstkämmerer, Mons. de Berghes, festlich empfing. Sie hob ein Kind desselben aus der Taufe.

Die neue Prinzessin von Asturien weilte im Schlosse von Namur, der Landesfürst in Lindau, wo er, wir können den Tag nicht angeben, zugleich erfuhr, dass Donna Juana von Laredo abgereist und dass sie in den Niederlanden angekommen sei, die Braut wohl in der Heimat, aber ohne Bräutigam. Am 18. September hielt die Erzherzogin, äusserst reich geschmückt, von schöner Haltung und graziösem Wesen, ohne Kopfbedeckung, auf einem Maulthier reitend, ihren feierlichen Einzug in Antwerpen, wo sie in der Prämonstratenserabtei von St. Michael abstieg. Das ist Alles, was der Zeitgenosse

1 Die Daten bei Molinet stimmen nicht immer mit denen Anderer überein.

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