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T-T ! Petersburg.

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Berühmtes Piter, berühmte Stadt,
Der Erlöser ist über dich froh.
Die Kasanische Gottesmutter
Wie sie betete, so erschien sie,
Ueber die Wunder ganz sich verwunderte sie.
Das Kasanische Gottesbild,
In Räzan der Schrecken gross.
Sie ordnete, schmückte,
Den Gottessohn sie auferweckte,
Auf den Thron ihn setzte;
Die ganze Macht verwunderte sich,
Die Engel und die Erzengel,
Die Apostel und die Propheten,
Die Märtyrer, die göttlichen.
Von dem Thron, von dem Strahle
Ausgehen schreckliche Wolken,
Von dem Thron, von den Schleissen
Trauer sie der Treuen, von den Gewölken.
Geh' ich dahin in der Reihe,
Ein weisses Pferd ich führe.
Und wer liebt, der auch kauft;
Wer nicht liebt, der nicht kauft.

Das Väterchen, Väterchen,
Was es uns sagte, den Schwänen,
Dass wir Brod nicht essen.
Wenn man gäbe, würden wir nehmen,
Wenn man sich setzte, würden wir essen.
Es versammelten sich die Kinder, es fuhren zu einander die Jungen,
Es setzten sich die Kinder in die Gesellschaft bei dem Vater,
Es baten die Kinder um siebengranigen Wein,
Es blickten die Kinder zurück auf hundert Werst;
Dort der Dom, die Kirche steht.
Indess verschlossen wird das Gotteskreuz,
Wir beginnen den Mittagsdienst zu singen.
Wohin mich Sündigen bringen?
Geh' ich in das Kloster,

Ich für Jeden kalt;

Gerath' ich in Kümmerniss,
Ich fahre nach Moskau –
Nach des Väterchens Hof.
Ich stosse hindurch das Haupt,

Lasse mir Blut.
Es hörte das Väterchen, das geborne,
Schickte mir wohl Schutz für mein Haupt.

Der in den Liedern der Gottesmenschen und Skopzen oft erwähnte Schutz bedeute den Schutz vor den jüdischen Händen“, „vor den Bösen, vor den Bösewichten“ durch den heiligen Geist. Zu den Glückwünschen in den skopzischen Briefen zähle man unabänderlich auch den Schutz des himmlischen Vaters. Als dessen sichtbares Zeichen diene ein weisses Tuch.

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Sie das ganze Paradies erleuchtet,
Durchaus die Sündigen nicht einlässt.
Dort steht ja der Gottesthron,
Rings herum dienen sehr reine Mächte;
Sie schwingen die Flügel,
Selbst sie sich ergötzen,
Mit dem Geiste sich klären,
Durch den heiligen sich vermehren.

In diesem Liede wird die Gesellschaft der Gottesmenschen und Skopzen, das selige Paradies mit der schönen Sonne, dem auf dem Gottesthrone sitzenden Väterchen und mit den sehr reinen Mächten, d. i. dessen Anhängern vorgestellt. So wie die Engel, Erzengel, Cherubim und Seraphim, alle verstorbenen Mitglieder der irrgläubigen Gesellschaft die himmlische Macht bilden, so bilden mit ihnen zugleich auch die noch lebenden Irrgläubigen, besonders die geheimnissvoll Auferstandenen, die himmlische Macht in dem geistigen Reiche Christi. Sie singen zu Christus, indem sie ihn zu dem schrecklichen Gericht herbeirufen: „Die ganze Welt, das Licht, die Macht in Bereitschaft sind zu begegnen dir, dem lebendigen Lamm.“

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Was ist dies um das Väterchen für eine Freude bei uns!
Nicht das schöne Sönnchen aus dem Paradiese rollt,
Mit sehr hellen Strahlen zum Herzen leuchtet.
Was ist dies für ein Vöglein bei uns in dem Garten,
Was ist dies für ein paradiesisches bei uns in dem grünen!
Und wo dies das Vöglein der Klage bringt!
Ist es nicht das Mütterchen von der östlichen Seite,
Von dem Seitchen, von der Himmelshöhe, der Schönheit Thron.
Ich glaubte, Nachtigallchen, doch ein anderer, der heilige Geist.

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AUGUsT PrizMAIER.

DIE GoTTEsMENscHEN UND SkopzEN IN RUssLAND.

Es sprang das Väterchen von dem siebenten Himmel,
Das Väterchen sprach, verkündete:
„O höret, Kindchen, was ich euch sage;

Versammelt euch, Kindchen, in einer einzigen Versammlung,
Betet ihr, Kindchen, zu dem Gottessohn.“

Die Vöglein der Klage seien die „theuren Lieder“, welche von allen Mitgliedern

der Gesellschaft der Gottesmenschen und Skopzen gesungen werden.

Es seien die

evangelischen, cherubinischen, seraphinischen Lieder, welc i anze himmlische lischen, cherub hen, h hen Lieder, lche die h lisch

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Mit dem Kindlein zu lesen: Mit den Kindlein.
unter Väterchen zu lesen: unser Väterchen.
BBHeII zu lesen: BobileIITB.

Dass nicht wissen zu lesen: Dies nicht wissen.

statt Hupaettb zu lesen: Hrpaett.

DIE

TÜRKISCHEN ELEMENTE

IN DEN

SÜDOST- UND OSTEUROPÄISCHEN SPRACHEN.

(GRIECHISCH, ALBANISCH, RUMUNISCH, BULGARISCH, SERBISCH, KLEINRUSSISCH,
GROSSRUSSISCH, POLNISCH.)

VON

D* FRANZ MIKLOSICH,

WIRKLICHEM MITGLIEDE DER KAIS. AKA l)EMIE DER WISSENSCHAFTEN.

VORGELEGT IN DER SITZUNG AM 2. JANUAR 1884.

Nach dem Zeugnisse der Sprachgeschichte haben die zahlreichen, unter verschiedenen Namen auftretenden türkischen Stämme auf die Slaven in drei von einander weit abstehenden Perioden eingewirkt.

Zuerst geschah dies in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung, bevor die slavischen Völker von dem Wandertrieb nach dem Westen ergriffen wurden. In ihrer osteuropäischen Heimat hatten die Slaven im Osten türkische Völker zu Nachbarn. In dieser Zeit und in diesem Lande fand in die slavischen Sprachen das Wort klobuk Eingang: aslov. klobuka, pileus. nsl. kroat. serb. klobuk. êech. klobák (koblák). oserb. klobuk. nserb. klobuk, klobyk. poln. klobuk. russ. klobukz. Das Wort beruht auf dem türkischen kalpak Goos, Mütze, oder einer diesem zu Grunde liegenden Form. Das hohe Alter der Entlehnung ergibt sich aus der nach den slavischen Lautgesetzen veränderten Form und aus dem Umstande, dass das Wort allen slavischen Sprachen bekannt ist: die weite Verbreitung desselben wird nur durch die Voraussetzung erklärbar, das Wort sei zu jener Zeit aufgenommen worden, wo die noch wenig zahlreichen Slaven ein Ganzes bildeten. Dasselbe Wort ward etwa ein Jahrtausend später aus der Sprache der osmanischen Türken entlehnt, ohne jedoch seine Form zu verändern und ohne wie klobuk zu allen slavischen Stämmen zu dringen: bulg. serb. rum. kalpak. magy. kalpag. ngriech. xa)Täxt. lit. kalpokas. klobuka ist nicht das einzige in jener Zeit aus dem Türkischen entlehnte Wort. Das persische tabar, tavar, teber, tebr, Hacke, Messer, Axtstock, dem armen. tapar gegenübersteht, ist durch ein türkisches Medium allen Slaven mitgetheilt worden: aslov. toporz, Axt. toporiste, Handhabe. nslov. topor, toporisée. bulg. topor. russ. toporz, toporisée. êech. topor, topojišté. poln. topor, toporzysko. oserb. toporo, toporiséo. Ebenso magy. topor. kuman. taouar. Kün 326. Man beachte auch kurd.

tefer, tevir. Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIV. Bd. 31

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