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In den Händen die Gottesfahne,
Von Christus gegeben,
Von Reinheit benannt,
In Reinheit Gott wohnt
Und für uns leidet,

Den Tod er stirbt.
Die treuen Seelen versammelt er,
In Putz sie kleidet er,

Zu uns er ruft:
„Kleidet euch, ihr Mädchen,
Weisse Täubinnen,
In Reinheit kleidet euch,
Durch Glauben erhöhet euch. -
Doch auf dem reinen Feld euch zu ergeh'n hütet euch,
Mit der bösen Welt nicht befasset euch,
Bei ihr nicht belehret euch.
Es fuhr umher, uns verliess
Das Mütterchen, das geborne.
Ihr, Täubchen, Schwesterchen,
Das Mütterchen liebet,
Auf sie immer blicket,
Hinter ihr her gehet,

Keusch lebet,
Damit den Kranz flechtet;
Ihr nach rückwärts blicket nicht,
Sondern nach vorwärts strecket euch.
Wer aber zurückblicken wird,
Der nachbleiben wird;
Und weg von dem Herdchen er bleibt,
Nicht wieder schliesst er sich an.
Gott der Ruhm, die Ehre, die Macht
In alle Ewigkeit. Amin.

1 Unter dem Bilde der jungfräulichen Jungfrau wird hier die Christuskirche in vollem Ähmucke, d. i. die Gesellschaft der Gottesmenschen und Skopzen vorgestellt. Auf dem ÄPe der Kranz, der Sieg ist ein unumgängliches Zubehör sowohl der ganzen Gechaft als eines jeden Mitgliedes, des Väterchens, der Propheten und aller Irro ubig en, insbesondere nach dem schrecklichen Gericht, wenn der Erlöser seinen treuen "dchen goldene Kränze austheilt. Die Gottesfahne – die Reinheit sei das vorzügliche “ "veränderliche Kennzeichen der israelitischen Heere, mit welchem diese auch zu Ä*chrecklichen Gericht gehen und welches sie in Ewigkeit auch nach dem schreck" Gericht erhalten. Das Väterchen, der Erlöser habe geliebt und liebe einzig die Reinheit, lasse nur "bindung mit ihr in sein Reich. Seliwänow sagt in den Todeskämpfen“: Aber "nheit ist Entfernung von allen Schwächen, so anfänglich von Prachtliebe (TBIIoTa), und dann von Lästerung und Neid, von Ehre und Eitelkeit, von Stolz und Eigenliebe, von Lüge und leerem Geschwätz, mit einem Worte, dass man von allen Gebrechen und Schwächen des Herzens rein sei und das Gewissen mit gar nichts beschmutzt sei. – Doch im wirklichen Leben verstehen die Gottesmenschen und Skopzen unter Reinheit nur die körperliche Reinheit und ausnahmsweise die Enthaltsamkeit, obgleich sie nicht selten auch dieser Weisung zuwider handeln.

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Du singe, Nachtigallchen, im Garten,
Du tröste mich, den guten Jungen, im Gemache.
Schon auch mir wohl, dem Jungen, in Gefangenschaft traurig zu leben,
An der fremden Seite – in der Stadt, in Russland;
Das Städtchen nicht gross, sich ergeh'n in dem Garten nicht sich lässt.
Schon ich aus Leid, aus Kummer,

Schicke dem Väterchen einen Brief;
Schreib' ich das Briefchen nicht mit Tinte,
Nicht mit der Feder – mit entzündbaren Thränen.
Schick auf göttlichen Pfaden

Zu dem Väterchen ich in die Höhe,
Zu dem Gebieter, zu dem Schöpfer.

Unser Väterchen mir schreibt,

Seine Gnade mir er schickt,

Zu belohnen er verspricht,

Mit seiner Stimme verkündet er:
„Schon du, Sohn wohl mein, Söhnchen,
Söhnchen, helles Fälkchen,
Du lebe, Freund, nicht härme dich,
Immer an den Herrn halte dich.“

Dieses Lied beschreibt die bedrängte Lage der Irrgläubigen in der Fremde, d. i. in dem rechtgläubigen Russland, unter einer rechtgläubigen Regierung und tröstet durch die Aussicht auf zukünftige Belohnungen. Die Absendung von Briefen auf göttlichen Pfaden, auf dem göttlichen Wege, sei allen russischen Secten, welche mehr oder weniger Bedrängniss von Seite der rechtgläubigen Regierung erleiden, und besonders den sogenannten schädlichen Secten eigenthümlich. Für einen solchen Briefwechsel gebe es bei ihnen auch eine besondere Sprache.

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Und mit dem heiligen Geist erfüllten uns. D *chriften der phil.-hist. Cl. XXXIV. Bd. - 30

Doch noch der Herr gegen uns gütig,
Sehr mitleidig,
Er schickte, der Herr, seine Freuden,

- Um zu trösten die Jugendzeiten;
Er schickte, der Herr, den Paradiesesvogel,
Uns den heiligen Geist aus seinem himmlischen Reiche,
Aus dem Paradiese des Herrn, aus dem seligen.
Begannen die Vöglein hinüber zu fliegen,
Ihre Flügelchen zu schwingen,
Von weissem Angesicht den Staub zu schütteln.

In diesem Liede erzählen die Sectirer von der Besorgung, welche am Abend vorher stattgefunden. In derselben erfreuten sie sich an dem Angesichte des Väterchens selbst und wurden von dem Segen des heiligen Geistes erfüllt. Bei der Besorgung wird nur derjenige in die Gesellschaft zugelassen, welcher sich weiss gewaschen, sich mit hässlichem Staube nicht bestäubt hat.“ Es geschehe, dass die Gottesvögel auf das Feld fliegen und sich daselbst mit Staub bestäuben, mit Koth beschmutzen. In einem solchen Falle kehren sie unterwürfig zu dem Väterchen zurück und bitten, dass er sie von Neuem in sein Reich, in sein seliges Paradies einlasse.

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