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stellung und ersten Auftammerung der Wiffenschaften fieng man an, der Schaubühne mehr von ihrer ehemaligen Form, besonders der rdmnischen, wieder zu geben; und nun entstans den eine Menge von Sdriftstellern für die komische Bühne, die man beim Qugdrio, fontanini, und am vollfåndigsten Dom Apoftolo Zeno in der vermehrten Ausgabe der Dramgtargie des Leone Älacci, nachgewiesen findet.

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Ohne uns hier bei den mannichfaltigen Gattungen und Ubarten italiänischer Schauspiele zu verweilen, deren es bei dieser Nation mehrere, als bei irgend einer andern gab, führen wir nur ganz summarisch die vornehmften chicksale des eigentlichen und regelmäßigern Lustspiels an. Man folgte dabei, wie gesagt, zuerst dem Muster der Alten, und Thrieb daher auc, Tchon im ersten, planmåßigent, Stucedehnten Jahrhunderte, die

Art Eprache." - Selbst Petrarca schrieb in derselben , in seinen jüngern Jahren, nach seinem eignen Zeugnisse, (Epift. L. VII. ep. 16.) einë Komodie, so wie im folgenden funfzehnten Jahrhunderte, Gregorius Corratus , Lgaðivius, U. a. m. Eins der betanntesten darunter ist das Lustspiel Philodorcos von Leone Batista Alberti, welches man lange für ein Wert des Alterthums hielt. In der Landessprache selbst wurden schon frühe Bersuché gemacht, die aber wenig Regelmäßiges hatren, und broß aus Liedern und Erzähluns gen bestanden zu haben scheinen. Auch waren die Handluns gen und Personen von sehr vermischter Art; und die Stude felbst wurden Farfe, Trottole, Tragicomedie, genannt. Bis jebt hat man indeß den eigentlichen Anfang der bessern und regelmäßigern Lustspiele in Italien nicht mit Gewißheit anzugeben geroußt; denn die Calandra des Kardinals Bis bieng, die gegen das Ende des funfzehnten Jahrhunderts geschrieben wurde, war wohl gewiß nicht der erste Bersuch dieser Art, Selbst die Cafirin des Arioft wurde früher get

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schrieben; und die überfekten Menecmen des plautus wurden schon im J. 1486 zu Ferrara gespielt. Im seches zehnten Jahrhundert wurde die Menge italiant cher Romos dien überaus zahlreich), und. Riccoboni zaht der måhrend desselben und in der ersten Såifte des folgenden Jahrhuns derts gedruckten Lustspielé mehr als sechstehals hundert, und der tomischen Dichter über neunzig; obgleich sein Verzeichniß beider nicht vollståndig ist. Im Ganzen blieb der, Charat ter sowohl der tomischen als tragischen Gattung noch immer dem Muster des Alterthums nur allzu ångstlich treu., und es fehlte den meisten Stücken, bei aller Regelmäßigkeit des Plans, bei aller Korrettheit und Eleganz der Schreibart, dennoch meistens an Leben, treffender Charatterisirung, wahs rem Interesse und åchter tomischer Stårte, während des fiebzehnten Jahrhunderts hatte der mertlich verder bte Ger Ichmack der Staliåner in allen Werken des Wibes auch auf ihr Lustspiel einen sehr mertlichen und nachtheiligen Einfluß; und man tann fast ohne Ausnahme ein Stück dieses Zeital: ters für fehlerhaft, und schlechter, als die bessern túde des golonen sechszehnten Jahrhunderts, im Borqus ertlås ren. Durch die Oper wurden die übrigen dramatischen Gats tungen in der Folge bei den Italiånern fast ganz verduntelt und verdrångt. Um die Verbesserung und großere Verfeis nerung ihrer komischen Bühne hat aber Goldoni unstreitig dasi groffte Verdienst. Jhm folgten mehrere neuere Dichter, obgleich nicht alle die von ihm vorgezeichnete Bahn einidlus gen. Gozzi betrat vielmehr einen ganz neuen Weg, und besiegte die Schwierigteiten desselben durch die Kraft seines originalen Genies. Und die neuesten italianischen Lustspiels dichter benugten die vorzüglichsten Muster der franzofischen, der englischen, und selbst der deutschen Bühne; zum Theil nicht ohne glücklichen Erfolg.

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1. Ber.

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Bernardo da Bibbiena.

Bernardo Divizio da Bibbiena lebte zu Florenz in dér legten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts, und starb zu Rom 1520. Er war ein Günstling des Pabstes Leo X. der ihn zum Kardinal ernannte. Bon ihm ist das Lustspiel Calandra, welches? gewdhnlich, aber ünrichtig are

das erste förmliche Luftspiel der Stalidner genannt wird, und daher 'in der Geschichte ihres Theaters Tehr berühmt ist. Es wurde

ums Jahr 1490 geschrieben, und ju' Siena im J. 1521, Jž. zuerst gedruckt. Riccoboni *) liefert einen Auszug der eins zelnen Scémen; und folgendes ist der fúrje Inhalt diese's chauspielt: Demetrio, ein Bürger von Modone, hatte fwei Zwillinge, Lidio und Santilla, die einander lo áhris lich waren, daß sie ihre Eltern selbst, ohne die Verschiedens helt der månnlichen und weiblichen Kleidung, nicht von eins ander würden haben unterscheiden tonnen. Lidio und Sana tilla vertieren im sechézehnten Jahr ihres Alters ihren Watet und ihre Mutter. Die Túrten nehmen Modon ein, steden

die Stadt in Brand, und ermorden fast alle Einwohner. Der Knabe rettet sich mit seinem Hofmeister und seinem Bes dienten: Das Mädchen wird von ihrer Pflegemutter års ein Knabe vertleidet; und beide werden, nebst einem Be, dienten vom Hause, žu tlaven gemacht, und nach Kons ftantinopel geführt. Perillo, ein florentinischer Edelmann, taúft fie alle drei los, führt sie mit fid, nad Rom, wo sie, während eines Aufenthalts von zehn bis eilf Jahren, die Sprache und die Sitten des Landes erlernen. An eben dent Sage, da die Handlung der vorzustellenden Fabel ihren Änfang

nimmt,

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*) Hist. du Theatre Italien, T, 1. p. 107 (T.

theatrat. Bibliothek, St. I, 6, 241 fi.

Lessing's

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niinmt, til perillo seine einzige Tochter mit der von ihm für eine junge Mannsperson gehaltnen Santilla verheiras then, die er bei sich erzogen hat. Sie heisso Lidio, nach dem Namen ihres Bruderd, uno perillo liebt sie ungemein. Der wahre Lidio aber, der Bruder der Santilla, der sich in das Tostanite gerettet hatte, kommt in seinem achizehns ten Jahre yach Rom, wo er die Römerin Fulvia, eine Frau von Stande, liebt, die er mehrmals in der Kleidung eines Frauenzimmers besucht hat. Nach mancherlei Berwickeluns gen und Vorfällen, die meiftens aus der großen Lehnlichkeit der beiden Geichwister entstehen, erkennen diese einander. Lidio erhålt nun die Tochter des Perillo, und Santilla tvird mit dem Sohne der Fulvin verheirathet:

Unstreitig übertreibt Riccoboni die Lobsprüche gar sehr, die er diesem Schauspiele ertheilt, wenn er glaubt, daß wes der die Griechen, noch die lateiner, noch die Neuern, die Staliåner selbfi vor und nach dem Bibbiena nicht ausgenoms men, eine so vollkommene Somddie, als die Calandra rey, weder gemacht hatten, noch vielleidt je machen würden. Bon Seiten der Kunst und der glücklich durchgeführten Ins trigue, ist sie freilich nicht ohne Verdienst; auch ist der Dias log leicht, die Sprache torrett; desto weniger aber ist die Charakterzeichnung, und die Anlage, Husführung und Bes'. nugung der Situationen, dem B. gelungen. Sittsamteit und Wohlstand werden durch Sche: ze, Anspielungen und Zweideutigkeiten oft sehr arg beleidigt. Auch vertailt die Handlung nicht selten wider Wahrscheinlichkeit und Konsistenz.

Da dieß Stück in wenig Hånden ist, so will ich hier die redste Scene des zweiten Atts zur Probe geben, woraus sich Manier und Dialog einigermaßen werden beurtheilen lassen. Die fich darin unterredenden Personen sind Calandro, der Sulpis Gemahl, und Geffenis, ein räntevoller Bedienter,

der

der bei der ganzen, vielfachen Intrigue des Stüds vorzugs lich geschäftig ift.

Feslenio. Salve Padron, che ben salvo sei, da che la salute ti porto. Dammi la mano.

Calandro. La inano e i piedi.

Fell. Parti, che i pronti detti gli sdrucciolino di bocca.

Cal. Che c'è?
Fell. Che ah? el mondo è tuo, felice sei.
Cal. Che mi porti?

Fell. Santilla tua ti porto, che più t'ama, che tu non ami lei, e di esser teco più brama, che tu non brami, perché gli hò detto, quanto tu sei liberale, bello e favio, uh! uh! uh! tal che la vuole in fine ciò che tu vuoi. Odi, padrone, ella non senti prima nominarti, che io la vidi tutta accesa dello amor tuo. Hor sarai ben tu felice,

Cal. Tu di il vero, e ini par inille anni succiar quelle labbra vermiglianze, e quelle gote, vino e ricotta,

Fell Buono volse dire sangue e latte.
Cal. Hai Fellenio, Iinperator ti faccio.
Fel. Con che grazia l'amico acatta grazia,
Cal. Hor andianne da lei.

Fell. Come da lei? E che pensi tu che ella sia di bordello? Andarvi ti bisogna con ordine.

Cal. E come vi fi andera ?
Fej. Co i piedi.
Cal Sò bene; mà dico, in che modo?

Fel. Hai a sapere, che se tu palesamente vi an: dalli, saresti visto, e però sono rimasto con lei, perchè tu scoperto non fia, e perchè ella vituperata non resti,

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