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thius (zu Ilias 2, 87, p. 176, 21–177, 46) angiebt: &oti nuocpoin νόημα πιστούμενον εκ των καθεκάστην γινομένων τα λεγόμενα, ή λόγος διδάσκων και πιστούμενος το υποκείμενον εκ των ειωθότων dci yiveofai cet.

Um nun im einzelnen beurteilen zu können, ob Paradigma oder Parabel anzunehmen sei, ist festzuhalten, dass bei dem Paradigma ein einzelner bedeutender Fall der Wirklichkeit entnommen wird, um damit auf irgend einen zu ihm passenden Vorgang Licht zu werfen; dass bei der Parabel dagegen zwar ebenfalls ein einzelner Fall (ob wirklich oder fingiert, ist in dieser Beziehung Nebensache) zur Vergleichung herangezogen wird, dass dieser aber nicht als Vorgang in Betracht kommt, sondern nach seiner inneren Wahrheit, seiner Bedeutung. *) So giebt Schiller (Tell, 1, 4) in der Nebenstellung einzelner Fälle eine Parabel: „Jedem Wesen ward Ein Notgewehr in der Verzweiflungsangst; Es stellt sich der erschöpfte Hirsch und zeigt Der Meute sein gefürchtetes Geweih; Die Gemse reisst den Jäger in den Abgrund; Der Pflugstier selbst, der sanfte Hausgenofs Des Menschen, der die ungeheure Kraft Des Halses duldsam unter's Joch gebogen, Springt auf, gereizt, wetzt sein gewaltig Horn, Und schleudert seinen Feind den Wolken zu.“ Parabel ist es, wenn Properz (eleg. II, 1, 43 sq.) zu dem Verse: „qua pote quisque, in ea conterat arte diem“ fügt: navita de ventis, de tauris narrat arator, enumerat miles volnera, pastor oves; es ist Parabel, wenn auch ein historischer Name der Vergleichung dient (Prop. eleg. I, 2, 21): „sed facies aderat

*) Wie wir oben (p. 45) bei den auf der Synekdoche beruhenden ästhetischen Figuren bemerkten, kann der zur Vergleichung hingestellte Einzelvorgang auch als Periphrasis erscheinen für einen Ausdruck von allgemeinerer Bedeutung. So können auch metonymisch bestimmte Vorgänge durch den Gedanken, welchen sie darstellen, zu Umschreibungen werden. Es drückt z. B. Schiller (Tell) den Begriff „immer“ aus durch „So lang' die Berge stehn auf ihrem Grunde“; bei Virgil (Ecl. V, 76 sq.) wird derselbe Begriff bezeichnet: Dum juga montis aper, fluvios dum piscis amabat, Dumque thymo pascentur apes, dum rore cicadae —; der Begriff „niemals“ wird (Ecl. I, 60 sq.) umschrieben: Ante leves ergo pascentur in aethere cervi, Et freta destituent nudos in litore pisces cet. --- quam nostro illius labatur pectore voltus. - Entschiedene Verneinung einer Möglichkeit findet sich bei Herodot (V, 92) in den Worten: 'H dn öte ovouvoş črto šventɛ tñs yns, και η γη μετέωρος υπέρ του ουρανού, και οι άνθρωποι νομών έν θαλάσση εξουσι κ. τ. λ. ότε γε υμείς, ώ Λακεδαιμόνιοι - τυραννίδας ες τας πόλεις xur ÚYELV TVQUOXEvÚČEGI. Ähnlich verneint bei Shakesp. (Macb. I, 2) der Soldier die Frage Duncans: Dismayed not this Our captains, Macbeth and Banquo? (Sold.): Yes: As sparrows, eagles; or the hare, the lion.

nullis obnoxia gemmis, qualis A pelleis est color in tabulis“, und so geht das Paradigma bei Prop. (II, 1, 57 sq.) in jene Art der Parabel über, welche bei Rufus (vide oben p. 67) „xaf úró Jediyheilst: Omnes humanos sanat medicina dolores: Solus amor morbi non amat artificem. Tarda Philoctetae sanavit crura Machaon, Phoenicis Chiron lumina Phillyrides – Hoc siquis vitium poterit mihi demere, solus Tantaleae poterit tradere poma manu: Dolia virgineis idem ille repleverit umbris, Ne tenera adsidua colla graventur aqua: Idem Caucasia solvet de rupe Promethei Brachia et a medio pectore pellet avem.

Lessing liebte es, seine Aussprüche mit Parabeln zu begleiten. So sagt er (Briefe, antiq. Inhalts, 7): „Ich kannte dergleichen Steine: aber Herr Klotz kennt einen mehr! Ei, welche Freude! So freuet sich ein Kind, das bunte Kiesel am Ufer findet, und einen nach dem andern mit Jauchzen der Mutter in den Schoss bringt; die Mutter lächelt, und schüttet sie, wenn das Kind nun müde ist, alle mit eins wieder in den Sand.“ Er weist nach (Br. 18), dass Herr Klotz die Quellenschriftsteller nachlässig benutzt, und sagt: „Wie gefällt Ihnen das? Was sagen Sie zu einem solchen Quellenbraucher, der aus der ersten der besten Pfütze schöpft, ohne sich zu bekümmern, was für Unreinigkeiten auf dem Grunde liegen ?“ (Br. 57): „Herr Klotz wird mir erlauben, den Abstand, der sich zwischen einem Geheimdenrate, wie Er, und zwischen einem Magister befindet, für so unermesslich eben nicht zu halten. Ich meine, er sei gerade nicht unermesslicher, als der Abstand von der Raupe zum Schmetterlinge, und es zieme dem Schmetterling schlecht, eine Spanne über den Dornenstrauch erhaben, so verächtlich nach der demütigen Raupe auf dem Blatte herabzublicken.“

Beispiele bei den Lateinern giebt Quintilian (V, 11, 24): ut, si animum dicas excolendum, similitudine utaris terrae, quae neglecta spinas ac dumos, culta fructus creat; aut si ad curam rei publicae horteris, ostendas, apes etiam formicasque, non modo muta sed etiam parva animalia, in commune tamen laborare. Er citiert anch Cic. p. Cluent. 53: ut corpora nostra sine mente, ita civitas sine lege suis partibus, ut nervis ac sanguine et membris, uti non potest. Andere Beispiele giebt er lib. VIII, 3, 75. – Aus dem Griechischen kann als Beispiel gelten, was Demetrius (de eloc. 90) als napapoan nointiań aus Xenophon citiert (Cyrop. I, 4, 21): ώσπερ δε κύων γενναίος, άπειρος, απρονοήτως φέρεται προς κάπρον, ούτω και ο Κύρος εφέρετο, μόνον ορών το παίειν τον

dłuczóuevov, äh2a ? où dè v novoő v. – Parabel ist auch, wenn Ilias 5, 784 das Rufen der Here verglichen wird mit dem des Stentor, oder Od. 6, 102 das Einherschreiten der Nausikaa mit dem der Artemis ú. d. m. – Wir nehmen keinen Anstand, auch jene scherzhaften Vergleichungen Parabeln zu nennen, in welchen der Volkswitz einen erdichteten Vorgang in komische Beziehung zu Sprichwörtern oder formelhaften Ausdrücken setzt: „So leb' denn wohl, säd de Pastor tauh'n Def, de schull hängt warden.“ „Rendlichkeit is't halbe Leben, säe de Söchtsche, da scheur se den Disch mit’m Bessen af.“ „Aller Anfang ist schwer, sprach der Dieb und stahl zuerst einen Amboss“ (Simrock, Sprichw. p. 18). Uber solche Vergleichungen in Sprichwörtern finden wir bei Aristoteles (Rhet. III, 11) die ausdrückliche Erklärung, dass sie der Metonymie (uetagood dnşüdoç &n' židovę, cf. oben p. 24 sq.) in ihrem Wesen entsprechen (vide die Stelle cit. oben p. 27 sq.) – Eine reiche Fundgrube dieser Art von Parabeln haben wir an Sam Weller in Dickens: The Posthumous Papers of the Pickwick Club. So heisst es z. B. Vol. I, ch. 25: „Business first, pleasure afterwards, as King Richard the Third said ven he stabbed the t'other king in the Tower, afore he smothered the babbies“; Vol. II, ch. 18: „I only assisted natur, ma'm; as the doctor said to the boys mother, arter he'd bled him to death.“ –

Auf den Unterschied zwischen Parabel und Gleichnis kommen wir später noch zurück.

V. Die Metapher und die auf ihr beruhenden ästhetischen Figuren.

A. Die Metapher. Bei der Synekdoche und Metonymie bleibt dem tropischen Ausdruck der eigentliche Sinn irgendwie noch erhalten, nur ist er bei der ersteren quantitativ zu erweitern oder zu vereigern, bei der letzteren qualitativ in irgend welchen Bezug zu setzen. Wenn wir bei Schiller lesen: „er sah seine Schwelle verlassen“, bei Klopstock: „des Schweisses der Edlen wert“, so können wir diese Tropen zwar als mit den eigentlichen Wörtern vertauscht denken, finden aber in ihnen selbst den Begriff schon irgendwie angedeutet, den wir zu setzen haben. Interessant ist es, dass der berühmte Rhetoriker der Araber, Qazwînî, der die Metonymie nicht als besondere Art neben die Synekdoche stellt, doch die Metonymie von der Metapher nach dieser Rücksicht unterschied. Mehren (Rhetorik der Araber, p. 41) sagt: „Unter der Metonymie versteht man den Gebrauch eines Ausdrucks, nach welchem nicht allein dessen ursprünglicher Sinn für das Verständnis möglich ist, sondern zugleich ein Begriff, der mit jenem in nahem Zusammenhange steht und hierdurch angedeutet wird, gemeint ist. Indem die Metapher den ursprünglichen Sinn des Wortes nicht gestattet, ist sie eben hierin von der Metonymie verschieden.“ *)

Die Metapher also steht frei, versetzt die Vorstellung in eine neue Sphäre, und ihr Bild ist vor dem Verständnis nur durch sich selber gerechtfertigt: „car tel est mon plaisir!“ wie eben das Schöne überall sein Dasein zu rechtfertigen gewohnt ist. Wir haben oben (p. 26 sq.) ausgeführt, wie Aristoteles erkannte, dass der Metapher (uetagood xarà dváhoyov) das Schema der Proportion zu Grunde liegt. **) Es ist dieses Ortes nicht, näher zu betrachten, wie weit dieses Schema unser ganzes Leben, das innere, wie das äussere, beherrscht, aber die Worte fallen uns ein, mit denen Goethe seinen Faust abschliesst:

„Alles Vergängliche

Ist nur ein Gleichnis.“ Gleichnis ist Metapher, und Metapher ist Bild. –

Wie nun bei der Synekdoche und Metonymie wegen des Zusammenhanges des tropischen Begriffes mit dem eigentlichen die Möglichkeit gegenseitiger Vertauschung gegeben ist, so liegt es in dem Wesen der Proportion, aus welcher die Metapher hervorgeht, dass sie jedesmal die Möglichkeit giebt, zwei Metaphern zu bilden (cf. Arist. Poet. 21). Synekdochisch sagt man: „ich vertraue mich den Wellen an“ (= dem Meere), und: „ das Meer stürzt ins Schiff“ (= die Wellen); „stosse ihm deine Waffe ins Herz“ (= dein Schwert), und: „unser Schwert herrscht überall“ (= unsere Waffen); metonymisch: „Er liebt die Flasche“ (= den Wein), und: „stelle den Wein hierher" (= die Flasche); „den Verräter erwartet die Kugel“ (= der Tod), und: wir senden den Tod in die Reihe der Feinde“ (= die Kugel). So nun, wenn etwa die Proportion gegeben ist: Strahl : Sonne = Pfeil : Bogen, ergeben

*) Die Worte Qazwînîs selbst in der Übersetzung vid. I. c. p. 53 sq.

**) Varro (de L. L. X, 3) erklärt tò úvóhoyov: Ex eodem genere quae res inter se aliqua parte dissimiles rationem habent aliquam, si ad eas duas res alterae duae allatae sunt, quae rationem habeant eandem, quod ea verba bina habent eundem hóyov, dicitur utrumque separatim uvéhoyov; simul collata quatuor drúloyu.

sich zwei Metaphern: der Pfeil der Sonne, der Strahl des Bogens. Natürlich werden nicht beide bei jeder Proportion notwendig auch vorkommen.*) In diesem Falle ist „Pfeil der Sonne“ nicht ungewöhnlich, wie bei Schiller (Spazierg.): „Glühend trifft mich der Sonne Pfeil“, und dass „Strahl des Bogens“ leicht gesagt werden kann, ergiebt sich schon daraus, dass mhd. strâle eben „Pfeil“ bedeutete, wie Nibel. 879, 2: den schöz er mit dem bogen: eine scharpfe strâlen hêt er dar în gezogen. Wir haben zugleich hier ein Beispiel davon, wie die Metapher, welche die bewusste Kunst wählt, um dem Ausdruck sinnliche Anschaulichkeit zu verschaffen, den Weg wieder zurücklegt, welcher ihr durch die Geschichte der Sprache zugewiesen wurde. Sonnenstrahl ist uns zum eigentlichen Worte geworden, mit der Metapher „Pfeil der Sonne“ erneuern wir nur die Frische der früheren Auffassung. Wenn es bei Gutzkow heisst: „ das Geld lacht aus allen Truhen“; oder bei Kinkel: „zwischen den Eichen lacht das hellere Laub der Buchen“; wie Hor. (od. IV, 11, 6): ridet argento domus; so vertritt die Metapher hier den Begriff „glänzen“, aus welchem eben der des Lachens allmählich hervorging. Die Wurzel yah ist = hell sein, glänzen (cf. Curt. etymolog. Forschgn. p. 158), wie Nias 19, 362 es offenbar in dieser eigentlichen Bedeutung von yɛldu heisst: γέλασσε δε πάσα περί χθών χαλκού υπό στεροπής.

Man hat vielfach sich begnügt, die Metapher als ein abgekürztes, gleichsam in Eins zusammengezogenes Gleichnis zu definieren. So Quintilian (VIII, 6, 8): „in totum autem metaphora brevior est similitudo (= Gleichnis) eoque distat, quod illa comparatur rei, quam volumus exprimere, haec pro ipsa re dicitur.“ vid. auch Cic. de or. III, 39, 157. — Aristoteles selbt gab dies so, an (Rhet. III, 4): GIt ởề xam o tỉav u€Taq 0ọa: đuatéget Yao μικρόν: όταν μέν γαρ είπη τον Αχιλλέα πως δε λέων επόρoυσεν, εικών εστιν, όταν δε ,λέων επόρουσε μεταφορά δια γαρ το άμφω άνδρείους είναι, προσηγόρευσε μετενέγκας λέοντα τον Αχιλλέα (cf. oben p. 42 sq.); aber damit wird zwar ein charakteristisches Kennzeichen der Metapher angegeben, nicht jedoch ihr Wesen. Denn eben darauf kommt es an, dass Metapher und Gleichnis aus einer Proportion hervorgehen, deren Verhältnisse verschiedenen Sphären

*) Scherzhaft macht Plautus (Capt. 3, 5, 3) deutlich, dass nicht alle möglichen Metaphern auch wirklich werden: Heg.: Sator, sartorque scelerum et messor maxime. Tynd.: Non occatorem dicere audebas prius? Nam semper occant prius, quam sarriunt rustici.

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