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οιόν ποτ' ενί Κνωσό ευρείη Λαίδαλος ήσκησεν καλλιπλοκάμω

Apiádvn. Es ist diese Hinweisung auf ein Werk des Dädalus indessen kein Beispiel in dem hierher gehörigen Sinne, durch welches ein Allgemeineres zur Anschauung käme, es vertritt das Angegebene nur sich selbst. Dagegen passt das Beispiel bei Polyb. Sard. (1. c.) Od. 5, 118 sq., durch welches er zeigt, dass das napád. auch åródziğiv tivav" gebe, denn an Orion, Iason wird der vorausgestellte Satz veranschaulicht. So steht z. B. jedes einzelne Beispiel als pars pro toto bei Goethe (Faust, T. II): „Nun soll ich zahlen, alle lohnen; Der Jude wird mich nicht verschonen, Der schafft Anticipationen, Die Speisen Jahr um Jahr voraus. Die Schweine kommen nicht zu Fette, Verpfändet ist der Pfühl im Bette, Und auf den Tisch kommt vorgegessen Brot“; und so bei Hor. Od. III, 1, 18: non Siculae dapes dulcem elaborabunt saporem, da allgemein bekannt war: diapóntoi Elouvéni tqven ai tūv Eixéłwv Toánegai (Athen. Deip. XII, 3). – Shylock bei Shakesp. (Merch. of Ven. 4, 1) zeigt an Beispielen, deren Auswahl ihn selbst charakterisiert, dass Hass und Abneigung ohne vollen Grund vorhanden sein können:

- it is my humour; Is it answer'd?
What if my house be troubled with a rat,
And I be pleas'd to give ten thousand ducats
To have it baned? What, are you answer'd yet?
Some men there are, love not a gaping pig:
Some, that are mad, if they behold a cat;
And others, when the bag-pipe sings i' the nose,
Cannot contain their urine; For affection,
Mistress of passion, sways it to the mood

Of what it likes, or loaths: – Man sehe Hor. Sat. I, 1, 4–12, und denselben Sinn Ep. I, 14, 43: optat ephippia bos piger, optat arare caballus.

Es kann solche Vertretung eines Ausdrucks von allgemeinerer Bedeutung durch ein dessen Inhalt entnommenes Einzelne oder ein Beispiel auch wohl als dessen Umschreibung erscheinen, und so erklärt es sich, dass man bei den Alten z. B. die Periphrasis unter den Tropen aufgeführt findet (vid. oben p. 28 sq.). Die Umschreibung eines Begriffs ist dem gewöhnlichen Sprachgebrauch nicht fremd (vid. Bd. I, p. 449; 453 sq.), sie kann ebenso rhetorischen Zwecken dienen, für die ästhetischen Figuren jedoch, bei denen es sich um die Bedeutung, nicht um die Form des Ausdrucks, also

um das Sprachmaterial, nicht aber um die Sprachtechnik handelt,
ist es nebensächlich, ob die Darstellung sie anwendet. Als solche
Umschreibungen führen Tryphon (1. c. p. 197), Greg. Cor. (1. c.
p. 220), Georg. Choerob. (l. c. p. 251), Kokondrios (l. c. p. 238)
Ausdrücke an, wie IlogeidĆovos oFévos, Bin Hocxanein für Po-
seidon, Herakles, και,βοών ίφθιμα κάρηνα αντί τους βούς", wo nach
Art der Antonomasie (mit Verkehrung des Subst. und Attrib.) ein
Epitheton für das eigentliche Wort steht. Ähnlich bei Theokr.
22, 184: σείων καρτερόν έγχος υπ' ασπίδος αντυγα πρώτην ως
Do aŭroç čxpaç Êtivočato dovgatos e xuds Kéotog; – dass
Telemach klug ist, bezeichnet Od. 20, 309: ñón yão voćw xaì oida
xa Ta, 91 to o ng; Romani unschreibt Virg. Aen.
1, 282 mit gens togata neben der eigentlichen Benennung; auf
jede Weise, alles Mögliche, in jedem Falle ist Ter. Andr. 1, 3, 9:
jure – injuria; Virg. Aen. IX, 595: digna et indigna; Hor. od. II,
18, 40: vocatus atque non vocatus. Goethe (Mig.) umschreibt
„Italien“: Kennst du das Land, wo die Citronen blühn;
Schiller (Jungfrau von Orl.) für „Gott“: „Der zu Mosen auf
des Horebs Höhen Im feur'gen Busch sich flammend
niederliefs Und ihm befahl, vor Pharao zu stehen, Der
einst cet. – Er sprach zu mir.“ – Dahin gehören denn auch
Wendungen, wie sie Quintilian und die römischen Grammatiker
unter die Periphr. „ornandae rei causa“ stellen, z. B. (Virg. Aen.
IV, 584): et jam prima novo spargebat lumine terras Tithoni
croceum linquens Aurora cubile statt jam lucebat, (Don. III, 6, 6)
oder (Virg. Aen. 2, 268): „tempus erat, quo prima quies mor-
talibus aegris incipit“ cet. statt prima nocte (Quint. VIII, 6, 61);
so bei Schiller (Tell): „Ich will dich führen lassen und verwahren,
wo weder Mond noch Sonne dich bescheint“; Kein Augustisch
Alter blühte Keines Mediceers Güte Lächelte der deutschen
Kunst. Schiller (Die deutsche Muse); Shakesp. (Caes. II, 1): I have
seen more days than you.
Wenn Horaz (Od. III, 29, 13) an Maecenas schreibt:

Plerumque gratae divitibus vices
Mundaeque parvo sub lare pauperum
Coenae sine aulaeis et ostro

Sollicitam explicuere frontem; so giebt er in „mundae pauperum coenae sine aulaeis et ostro" für „sine magna pompa“ (Sch. Cr.) ein synekdochisches Beispiel, ebenso in „mundae coenae sollicitam explicuere frontem“ für oblectarunt (doch kann hier auch Metonymie angenommen werden), aber auch der Sinn des ganzen Verses stellt sich nur in Form des napádelyuce dar, denn mundae parvo sublare pauperum coenae sollicitam explic. fr. ist nur ein Beispiel für: „gratae divitibus vices“. So werden Tropen nicht bloss zu ästhetischen Satz-Figuren, sondern auch zu selbständigen liedartigen Gedichten.

d. A esthetische Figuren, in denen sich Synekdoche

und Metonymie berühren. Zusammengehörigkeit von Begriffen, wie sie für die Wahrnehmung oder Anschauung sich ergiebt, kann zugleich auch vermittelt sein durch die Reflexion, den Gedanken; im ersteren Falle würde ein Begriff als den anderen umfassend vorgestellt werden, im zweiten würden sie von einer höheren, begrifflichen Einheit zusammengehalten werden; je nachdem also der Sinn, wie er aus dem Zusammenhang der Rede gewonnen wird, das bessere Verständnis aus der einen oder der anderen Auffassung erhält, wird man Synekdoche oder Metonymie anzunehmen haben. Sage ich: „Scipio zerstörte Carthago“, so kann hierdurch „ab insigni parte“, durch den Heerführer, das totum: Römerheer bezeichnet sein. Aber Sc. ist mehr als pars des Heeres; schon vor ihm belagerte das Heer Carthago, ohne es erobern zu können. So erscheint denn das Verhältnis des Sc. zum Heere auseinander gerückt für die Anschauung, denn Sc. tritt aus dem Verbande mit dem Heere als dessen bloss zugehöriger Befehlshaber; und nun hebt sich die stärkere Gedankenbeziehung hervor, vermöge welcher Sc. metony

das Heer ist nichts als sein Werkzeug. Hiesse es also etwa im Zusammenhang der Rede: Erst Scipio eroberte Carthago, so wäre Metonymie anzunehmen; hiesse es: und so eroberte zuletzt Scipio auch Carthago selbst, so könnte man sich für Synekdoche entscheiden. So dürfte gesagt werden: „Wir pflücken uns Kränze“ statt: Wir pflücken uns Blumen; was als totum pro parte gefasst wird, wenn man sich die Blumen als Teile des Kranzes vorstellt, aber Metonymie ist, wenn man bedenkt, dass ein Kranz erst infolge einer bestimmten Verwendung der Blumen entsteht und so etwas anderes wird, als eine blosse Blumenmenge. Es kann also z. B. Quintilian, der im allgemeinen (VIII, 6, 23) die Meton. als „non procul discedens“ von der Synekdoche bezeichnet und auch einzelne Fälle anführt (1. c. 6, 28), um die der Metonymie eigene „quaedam cum synecdoche vicinia“ zu zeigen, mit Recht Sätze, wie „ab Hannibale caesa apud Cannas sexaginta milia“ zur Metonymie stellen; und nicht leicht wird jemand bei den Worten Schillers (Tell): „Was Hände bauten, können Hände stürzen“ an partes pro hominibus denken; vielmehr stehen so Werkzeuge statt derer, welche sich ihrer bedienen. Adelung (Dtsch. Styl T. I, p. 385) erkennt in dem Ausdruck: „der Schweiss des Landmannes“ eine doppelte Metonymie, und er führt p. 390 auch die von uns bezeichnete Art an, in der „der Trope eigentlich gedoppelt“ sei, wie in dem totum pro parte: „die ganze Stadt trauert“ und: „aller Welt bekannt“, denn beide Beispiele bestünden „erst aus einer Metonymie des Ortes für das darin Befindliche, welche dann wiederum zu einer Synekdoche erhoben worden. In der That muss man zufrieden sein, wenn aus den Rubriken einer Theorie sich für das Verständnis sichere Anhaltspunkte ergeben, keineswegs ist aber zu fordern, dass der einzelne Fall immer auch einer einzelnen Rubrik sich einreihen lasse. Wenn es z. B. bei Ovid (Met. 1, 114) heisst: subiit argentea proles auro deterior, fulvo pretiosior aere (ähnlich wie bei Hor. Od. IV, 2, 40: quamvis redeant in aurum tempora priscum), so steht ein totum: aurum, aes für ein Besonderes derselben Art: aurea, aenea proles, was Synekdoche ist; vielmehr aber ist hier der Stoff genannt als das Wesentliche statt eines aus diesem Stoffe Bestehenden, also Metonymie; da endlich die Bezeichnung einer glücklichen Zeit als aurum, aes Metapher ist, so berührt der Ausdruck jede Art des Tropus. Vossius (or. inst. T. II, p. 117) bespricht weitläufig, ob eine MET w vvuí a materiae anzunehmen sei, welche „pro materiato“ stünde, wie z. B. lignum pro cruce e ligno (1. Petr. 2, 24) pelles pro tentoriis inde factis (2. Sam. 7, 2) cornu für laterna cornea (Plaut. Amph. 1, 1) oder für arcus corneus (Virg. Ecl. 10, 59) und entscheidet sich, dass dies richtiger zur Synekd. zu rechnen sei, „quandocunque pars essentialis, cujusmodi est materia, ponitur pro toto, quod constat materia et forma“, doch möge man auch sagen: „esse simul metonymiam materiae et synecdochen partis.“ - Auch sonst sucht er abzugrenzen, z. B. (1. c. p. 127): es sei nicht, wie manche meinten, Synekdoche, sondern Metonymie: „cum per locum signamus substantiam, quae locum illum occupat“ z. B. Roma für Romani; dagegen liege Synekdoche, nicht Metonymie vor (1. c. p. 131) in der Stelle Ter. Andr. 3, 5: ubi illic scelus est, qui me perdidit, denn „scelus non pro homine ponitur, sed pro scelesto“.

Dass Synekdoche und Metonymie oft ineinander spielen, gründet sich darauf, dass zu dem Quantitätsverhältnis der Synekdoche qualitative Beziehungen leicht hinzutreten. Tit. 1, 12: Konteç đưi vīgiat, xcxd Inoia, yaotéges doyai; und Lucilius (sat. 2, 24): vivite, ventres! zeigen deutlich partem pro toto, und dennoch ist nur Metonymie anzunehmen, weil yactégęs, ventres nur Metaphern sind für die besondere Qualität der „faulen Bäuche“.

IV. Die Metonymie und die auf ihr beruhenden ästhetischen

Figuren.

Durch die Synekdoche wird der Vorstellung eine Linie vorgezeichnet, auf welcher sie, aufwärts oder abwärts, den eigentlichen Begriff erblickt; zum Verständnis der Metonymie dagegen führt erst eine Umschau des Gedankens, welche die geistigen Beziehungen zwischen dem Tropus und dem eigentlichen Begriffe erkennt, deutet, ermittelt. Das Bild der Metonymie verliert so die sinnliche Nähe und Klarheit der Synekdoche, aber es erregt die Arbeit der Reflexion, und erzeugt durch seine Umnennung grösseren Reiz für die Phantasie.

Die Definitionen der Metonymie bei den Alten drücken mit mehr oder weniger Bestimmtheit das Gesagte aus. Cornificius (IV, 32) sagt: denominatio est, quae ab rebus propinquis et finitumis trahit orationem, qua possit intellegi res, quae non suo vocabulo sit appellata. Cicero (or. 27): Immutata (ea dico), in quibus pro verbo proprio subjicitur aliud, quod idem significet, sumptum ex re aliqua consequenti. Quod quamquam transferendo fit, tamen alio modo transtulit, quum dixit Ennius: arce et urbe orba sum, et alio modo, si pro patria, arcem dixisset; et: horridam Africam terribili tremere tumultu quum dicit, pro Afris immutat Africam. Hanc únadhay nv rhetores, quia quasi summutantur verba pro verbis, uerwvvuí a v grammatici vocant, quod nomina transferuntur. Er bemerkt weiter (de orat. III, 42): ne illa quidem traductio atque immutatio in verbo quandam fabricationem habet sed in oratione: Africa terribili tremit horrida terra tumultu. Pro Afris est sumpta Africa; neque factum verbum est, ut: Mare saxifragis undis; neque translatum, ut: mollitur mare, sed ornandi causa proprium proprio commutatum. *) – Als Beispiele führt

*) Schütz, Ellendt, Piderit streichen die in den Handschriften befindlichen Worte: sed in oratione, da ja die Metonymie ein Wort für das andere

Gerber, die Sprache als Kanst. II. Band. 2. Aufl.

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