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scheint, das Einzelne vernachlässigend, gewählt, vornehm, wie z. B. „die Sterblichen“ für Menschen“, „sich aneignen“ statt „stehlen“, „der Planet“ für die Erde“, „das Getränk“ für das Bier“.

a) Der Teil für das Ganze; das Ganze statt des Teils.

Wegen des engen Zusammenhangs der Begriffe sind zuweilen Zweifel möglich, ob Synekd. anzunehmen. Wenn z. B. Schiller (Ring d. Pol.) sagt:

„Bedenk', auf ungetreuen Wellen,
Wie leicht kann sie der Sturm zerschellen,

Schwimmt deiner Flotte zweifelnd Glück“, so weiss man nicht zu entscheiden, ob (pars pro toto) Wellen hier für Meer stehe; so ist zweifelhaft, ob bei Simrock (Gudr. 104): „Sie hatten noch kein Feuer, Wald hatten sie genug“ (totum pro parte) Wald statt Holz steht. –

Wenn die Synekdoche Vertauschung der Begriffe von quantitativer Verschiedenheit zeigt, so liegt es nahe, auch z. B. mit Cicero (l. c.), Quintilian u. a., wenn Einzahl mit Mehrzahl vertauscht wird, Synekdoche anzunehmen. Cicero hat: „aut ex uno plures: At Romanus homo, tamenetsi res bene gesta est, corde suo trepidat (Ennius); aut cum ex pluribus intellegitur unum: Nos sumus Romani, qui fuvimus ante Rudini (Enn.).“ Aber eine Vertauschung dieser rein formellen Art ist kein Tropus; Zahl für sich ist ohne Inhalt, stellt kein Bild vor. Wenn Schiller (Maria Stuart) sagt:

„Kein Feind bedrängte Engelland, dem nicht
Der Schotte sich zum Helfer zugesellte;
Kein Bürgerkrieg entzündet Schottlands Städte,

Zu dem der Britte nicht den Zunder trug,“ oder Tieck (Zerbino): „der Sommergast, die Schwalbe, zieht,“ so giebt der statt des Sing. zu denkende Plur. doch nur denselben Begriff, erweitert ihn nur formell. (Es ist dies als „Enallage in Bezug auf den „Numerus“ Bd. I, p. 501 sq. behandelt) Longin (de subl. 23 sq.) rechnet Fälle, wie Soph. Oed. T. 1416 sqq. o uot, yo poi cet. mit Recht zu den žvakaćşeis dQ1Iuôv; freilich ist: Ý Teo nóvvnooş åraga dielorýnet (Dem. cor. p. 231) oder siç dárova ŠTEQE féntgov (Herod. VI, 21), was er ebenfalls als Vertauschung des Plural mit dem Singular auffasst, Tropus

(Metonymie), denn hier sind Begriffe vertauscht: Theater = Zuschauer. *) –

Man mag dagegen zur Synekdoche ziehen die Vertauschung bestimmter Zahlenangaben mit unbestimmten, denn man kann dies Verhältnis auffassen als das von species zum genus mit begrifflichem Unterschied. So bei Hölty (Elegie): „Wandelst über Millionen Sternen, Siehst die Hand von Staub, die Erde, nicht, Schwebst im Wink durch tausend Sonnenfernen“ cet. Matth. 18, 22: Aéyεi ajrý ó Inooûç. Oů, abyw oot, {&ntóxıçı ali koç <B8ouqxovtáxıç šntá. Hor. (Od. I, 31, 13): Dis carus ipsis, quippe ter et quater anno revisens aequor Atlanticum impune. – Auch wie Il. V, 860: ó do xßoaxe xáaxeos Aons, occov i' VVEá x1201 łnioxov daxé xion à véges. Wenn Jean Paul (Ges. Werke Bd. 47, p. 169) sagt: „Mad. de Necker bemerkt, bestimmte Ausdrücke, wie 21, 22 cet. seien der französischen Poesie verboten. Auch unsere erlaubt solche Bestimmungen nicht; das Epos kann wohl tausend Millionen sagen, aber nicht 41, 17 u. s. w.“, so hätte er hinzufügen können, dass doch auch bestimmte Zahlen eben dieser charakterisierenden Bestimmtheit wegen (z. B. im ironischen Sinne) verwendbar sind, wie etwa bei Schiller (Picc.): „Wollte man's erpassen, Bis sie zu Wien aus vier und zwanzig Ubeln Das kleinste ausgewählt, man passte lange.“ – Ähnlich stehen bestimmte Zeitangaben statt unbestimmter, wie Hiob (8, 9): „Denn wir sind von gestern her, und wissen nichts; unser Leben ist ein Schatten auf Erden;“ Seneca (de ira 2, 22): veritatem dies aperiet statt tempus. –

Wir führen einige Beispiele an, welche den Charakter des Tropus der bewussten Kunst zeigen. Schiller (Lager) lässt den Jäger sagen: „Ich wäre bald für Ungeduld wieder heimgelaufen zum Schreibepult"; die ganze Heimat erscheint dem wilden Menschen in dem Bilde des Schreibepults. Eurip. (Phoen. 806) nennt die Sphinx napféviov ntegóv, den jungfräulichen Fittig; (Iph. T. 141): o maĩ coỡ các Tooíay Truoros C180vrog ko vệ sày xoną Xiaiovaútą , WO xorn, Rudergriff, statt Schiff. Juvenal (I, 4, 25): hoc pretio squamam? potuit fortasse minoris piscator quam piscis emi, wo Schuppe für Fisch; so bei Schiller (Lager): „Weit herum ist in der ganzen Aue Keine Feder mehr, keine Klaue“; Mart. (XII, 50, 5): pulvereumque fugax hippodromon ungula plaudit; Schiller (Glocke): „ihm fehlt kein teures Haupt“; Hor. (Od. I, 24, 2): desiderium tam cari capitis; Ps. Seneca (Herc. Oet. 1665): hic nodus, nulla quem cepit manus, mecum per ignes flagret (nodus = clava); Ilias (8, 281): T&őxpɛ, gian xepalń. Schol. Il. I, 477: gododáxt vãoş ovvexdoxý• ånò uépouç ólov. Als totum pro parte steht z. B. Löwe für Löwenfell bei Lucian (quom. hist. conscr. 10): 'Ougóan tov déovta roŨ 'HoaxhéoUÇ TEQIBepanuévn; ebenso Claudian (Rapt. Pros. 1, 17): Jacchus — quem Parthica velat tigris. Ähnlich wie: „das ist Zobel“, „Hermelin“ cet. statt der Pelze, wie bei Chamisso: „Sammet und Hermelin und Zobel.“ –

*) Für solche Vertauschung von Einzahl und Mehrzahl gebrauchte man wohl auch den grammatischen terminus der Syllepsis (vid. Bd. I, p. 472), der so unter die Tropen gelangte (z. B. bei Tryphon). Bei Beda (de schem. H. p. 608) heisst es: „Sit etiam syllepsis in sensu, id est, ubi pro multis unus vel pro uno multi ponuntur, pro multis unus, ut (Ps. 78, 45): Inmisit in eos muscam caninam, et comedit eos, ranam, et exterminavit eos, cum non unam ad exterminandos Aegyptios muscam vel ranam, sed innumeras inmitteret“ cet. und so Eustathius (zu Ilias I, p. 145): „Æv xvuvéaıç επ' οφρύσιν, η όλη νοείται κεφαλή από μέρους συνεκδοχικώς και κατα σύλληψιν, ως οι τεχνικοί φασιν."

b) Art oder Individuum und Gattung. Der Name des Individuums bezeichnet oft die Gattung, indem er sie an einem scharf ausgeprägten Einzelwesen charakterisiert, welches nomen proprium trägt. Dergleichen Namen sind Nero, Aristarch, Adonis, Xanthippe, Phryne. Mit grosser Wirkung setzt Dickens (Two Cities Vol. II, c. 23), den Beginn der französischen Revolution schildernd, für die Bezeichnung der regierenden Klasse die ihren Mitgliedern zukommende Titulatur: Monseigneur (often a most worthy individual gentleman) was a national blessing, gave a chivalrous tone to things, was a polite example of luxurious and shining life — nevertheless, Monseigneur as a class had, somehow or other, brought things to this. Strange that Creation, designed expressly for Monseigneur, should be so soon wrung dry and squeezed out! – Monseigneur began to run away from a phenomenon so low and unaccountable, cet. So (aus Ov. Trist. III, 7, 42) bei Langbein (Abent. des Pastor Schmolke cet.): si hora mortis ruit, tum is fit Irus subito, qui modo Croesus fuit; bei Goethe (Faust, 2. T.): „Auch auf Parteien, wie sie heissen, Ist heutzutage kein Verlass; – die Ghibellinen wie die Guelphen Verbergen sich, um auszuruhn“; Goethe (Faust, 1. T.): Du siehst mit diesem Trank im Leibe Bald Helenen in jedem Weibe. Aelian (de nat. anim. XVII, 21): évfa 'Heódoroi ädovoi xai ärlor. Juv. (VI, 565): Consulit ictericae lento de funere matris, Ante tamen de te Tanaquil tua. Mart. VIII, 56, 5: Sint Maecenates, non deerunt, Flacce, Marones; Shakesp. (Merch. of Ven. IV, 1): A Daniel come to judgement! yea, a Daniel! La Bruyère (Les Caractères): „Jetez-moi dans les troupes comme un simple soldat, je suis Tersite; mettez-moi à la tête d'une armée dont j'aie à répondre devant toute l'Europe, je suis Achille.“ So ist es Synekdoche, wenn Cicero (de prov. cons. 4, 9) den A. Gabinius bezeichnet: „An vero in Syria diutius est Semiramis illa retinenda ?" aber Metapher, wenn er (in Pis. 17, 41) aus einer anderen Begriffssphäre denselben ,ille gurges“ betitelt. — Umgekehrt vertritt zuweilen der Name der Gattung den des Individuums, wie z. B. der Anon. (Trepi toon. Rhet. Gr. Spr. Vol. III, p. 227) statt Homer: ó noints sagt, Lactantius (instit. I, 9) Cicero meint, wenn er anführt: „ut ait orator“; oder Livius (wie 31, 32) mit „Poenus“, „Romanus“ die Feldherren bezeichnet (Cic. de or. II, 18). Es steht so bei Propertius (III, 10, 28) puer für Cupido, sorores (II, 30, 27) für die Musen, oder (II, 13, 44) für die Parzen, oder (IV, 11, 27) für die Danaiden; bei Rückert (Geh. Son.) wird Napoleon, der sonst „der Korse" heisst, „der Gewalt'ge“ genannt, „Der grosse Donnerer“; gewöhnlich ist: „der grosse Kurfürst“ (Friedr. Wilh.), „der grosse König“ (Friedr. II.) u. d. m. Lobeck (path. serm. Gr. prolegg. p. 44) bezeichnet als Antonomasie, dass „Apamea urbs 'Anaun dicitur ipso reginae nomine, ut Amastris, Nysa, Arsinoe“ cet. –

Man kann diese Art der Synekdoche mit den Alten Antonomasie bezeichnen.*) Cornificius (IV, 31) bringt sie als pronominatio; Cicero (Part. or. 5, 17) deutet sie an: „aut propria sumuntur rerum vocabula, aut addita ad nomen“; Quintilian (VIII, 6, 29) nennt es Antonomasia, wenn entweder ein Epitheton statt eines Eigennamens gesetzt wird, wie Pelides, oder eine charakteristische Eigenschaft, wie Romanae eloquentiae princeps für Cicero, (cf. 1. c. VIII, 6, 43 und IX, 1, 6); die Grammatiker, wie Diomedes (art. gr. II, p. 454) stellten daher das Epitheton, welches immer bei seinem Namen stehe, als Unterart zur Antonomasie. (cf. Donat. III, 6; Charisius, inst. gr. IV, 4, 6; Isidor. orig. I, 36, 11; Beda, de trop. [Halm. p. 613].) Tryphon (Sp. Vol. III, p. 204) definiert: evrovoucoid forì légis spáois did ovvovúuwv óvouátwv xúgiov nradiotõoa z. B. Poiße statt ”Anodλον oder Λητούς και Διος νιός statt Απόλλων und bemerkt: ένιοι δε την έλλειψιν και την αντονομασίαν υποτάττουσι τη συνεκδοχή. Sch. I. I, 7: 40íởng: v0v 0 1 & 3 ( a tọócos dvì coũ AyacucuV0v, cóc xaì Tottoréva dao te ms 243mv@g. Serv. Aen. I, 23: Saturnia antonomasia est, non epitheton: quae fit, quotiens pro proprio nomine ponitur quod potest esse cum proprio nomine et epitheton duci. (cf. Anon. Trepi roint. Tpón. 1. c. p. 213; Gregor. Cor. p. 250; Kokondrios p. 234; Georg. Choerobosci p. 250; auch Anon. Tæpi oxqu. p. 134; Eustath. 121, 9; 39, 25; 1136, 25; Ps. Plut. de vit. et poes. Hom. II, 24.)

*) Will man bei der Antonomasie darauf das Hauptgewicht legen, dass sie in einem konkreten Einzelnen eine abstrakte Eigenschaft personifiziert darstellt, so wird man sie als Unterart der Metonymie zu betrachten haben. (vide unter „Metonymie“.)

Weiter steht Art für Gattung, wie in dem Sprichwort: Wer den Heller nicht ehrt, ist des Thalers nicht wert; Brot für Nahrung z. B. bei Chamisso (alte Waschfrau): sie hat ihr Brot in Ehr' und Zucht gegessen; Cic. (ad Att. 4, 15): his rebus actis Reatini me ad sua réuan duxerunt; so Heliconia Tempe bei Ov. (Am. I, 1, 15); somnus non fastidit Zephyris agitata Tempe bei Hor. (Od. III, 1, 24); Aufidus steht bei Hor. (sat. I, 1, 58) für flumen; sicarius nach Quintil. (X, 1, 12) für jeden Mörder; trabe Cypria steht bei Hor. Od. I, 13 eben nur für trabe, Icariis fluctibus für fluctibus. — Umgekehrt steht Gattung für Art, wie z. B. im Verlauf der Zeit es geschah mit mhd. miete (Belohnung), muot (jede Art Sinn) nît (überhaupt Hass), wie euphemistisch „scheiden“ für „sterben“; Chamisso (Hans im Glück): „Gieb das Schwein und nimm den Vogel (für Gans); bei Goethe (Die Geheimnisse): „Die Amme floh und liefs den Säugling liegen; Er drosselte den Wurm (= Schlange) mit sichrer Hand“; bei Sallust oft (wie 1, 5) mortales für homines; Hor. (od. II, 13, 11): te triste lignum, te caducum in domini caput; Aristoph. (Thesm. 690): yuvaixes xai Bootoi (also Booroi für ävdges); bei Aesch. (Eum. 866) öpviç für Henne. Lobeck (De synecdoche p. 5) führt an: „Phrynich. App. p. 17: uñaa oi nahaioì návra τετράποδα, qua ratione etiam πρόβατα usurpatum esse dicitur Anecd. 112; sed utrumque vulgo non dici nisi de ovibus nemo nescit. Oakdós potissimum de surculo oleagineo, xáâvç de calycibus rosarum dicitur. Contra etiam dnò židovs yevixóv significatur, ut uboxo1 pro Bóes ponitur v. schol. Eurip. Bacch. 634. Similiter oxúlaxes pro xúveç, 201 pro intor, orgovtoi (sive ut Attici otpoũ 901) de omnibus avibus (in epigranımate in Welcker.

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